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Backstage beim Weltwirtschaftsforum in Davos | Mit Prof. Adam Tooze

Sonntag, 25. Januar 2026 · 16 min

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Shownotes

Adam Tooze ist zurück vom Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos und er berichtet von einer Stimmung, die er so noch nie erlebt hat. Statt diplomatischer Zurückhaltung herrschte beim Zusammentreffen mit der neuen US-Delegation um Donald Trump eine "rhetorische Brutalität".

Im Gespräch mit Lukas Scholle schildert der Wirtschaftshistoriker exklusive Einblicke hinter die Kulissen: Von einem "grotesken" Auftritt des designierten US-Handelsministers, der über Krypto-Reichtum prahlte, bis hin zu einem sichtlich verunsicherten BlackRock-Chef Larry Fink.

Wie werden Deals in den Hinterzimmern von Davos wirklich gemacht? Warum inszeniert sich Trump als Anti-Globalist und nutzt das Forum dennoch als Bühne?

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Bildcredits: IMAGO / Anadolu Agency

Kapitel:
– Intro: Adam Tooze aus Davos
– "Skandalös": Die Konfrontation mit der Trump-Delegation
– Larry Fink zitterte: Der Schock der Finanzelite
– Christine Lagarde
– Die Trump-Show: Warum er Davos hasst und trotzdem hingeht – Das Fehlen der Linken und die Krise der Globalisierung
– Die wahren Deals: Was in den geheimen Hinterzimmern passiert
– Warum Adam Tooze trotzdem hinfährt

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Lognik machte, das ist praktisch das erste, was er sagte im Green Room, also im Vorbereitungsraum war er, kam rein, Protzte, saß, setzte sich hin und meinte zur Runde, wisst ihr, meine Söhne werden noch reicher werden als ich? Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Video hier bei Circus. Ich bin Lukas Scholler, Gründer und Chefredakteur von Circus und ich habe mit Adam Tous über seinen kürzlichen. Besuch in Davos beim Weltwirtschaftsforum gesprochen, denn dort hatte er spannende Panels, unter anderem mit dem Blackwalk Chef Larry Fink, der EZB Chefin Lagarde und dem US Handelsminister Latnik.

Es ist also sehr spannend geworden vor Ort und wir haben das hier noch mal nachgesprochen. Adam ist einer der Herausgeber von Circles und Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Columbi University und jetzt viel Spaß mit dem Video. Ja Herr Adam, Du warst ja in der letzten Woche in Davos beim Weltwirtschaftsforum, was ja schon. Eine ganz relevante Veranstaltung ist weil da die wirtschaftlichen und politischen Eliten zusammenkommen, um viele Abmachungen zu treffen und sich auszutauschen. Und dabei sahst du auf ganz unterschiedlichen Panels, unter anderem mit dem Blackrock, Blackrock, Chef Fink, der EZB Chefin Lagarde und dem US Handelsminister Latnik erst mal vorab, wie war das überhaupt für

dich, wie fühlt sich sowas an? Ich meine ist nicht mein erstes Rodeo, ich habe sowas bereits gemacht, aber man muss sagen die Trump Leute sind von einer ganz anderen Sorte. Die Erfahrung mit Latnek wird war ehrlich gesagt prägend, also sowas sowas bleibt einem in Erinnerung. Ich habe eine ähnlich dramatische Konfrontation eigentlich nur einmal sonst erlebt und auch beim WEF und zwar mit einer russischen Delegation, die also voll auf Putin kam und. Und dann merkst du wirklich, was Realismus in internationalen Beziehungen bedeutet, nicht also wirklich Krieg und Gewalt, aber rhetorisch und in dem Auftreten ist es eine solche Brutalität, ein solches, ein solches Selbstbewusstsein, kommunikationslosigkeit, also

wirklich herb und skandalös, also wirklich unverschämt skandalös. Ähm, machte Looknick machte, das ist praktisch das erste, was er sagte im Green Room, also im Vorbereitungsraum war er, kam rein, Protzte, saß, setzte sich hin und meinte zur Runde, wisst ihr, meine Söhne werden noch reicher werden als ich, weil seine Söhne auf dem Promenad in Davos cryptogeschäft Grad heraus.

Ohne ohne irgendeine Scham. Und dann dann gab es eine Unterhaltung darüber, was man mit Kindern, wie man mit Kindern über Erbschaft redet. Das das war das also ich Scherze nicht, es war grotesk. Larry Fink, Ken Griffin, der ja auch dabei war von Citterdell, also einer der wirklich top Leute im Hedgefundbereich und Lagarde, das ist natürlich eine vollkommen andere Nummer. Fink war war traumatisiert von dem Abendessen mit Latneck am vorigen Abend, wo latneck sich so aufgeführt hat, dass Lagarde rausgegangen ist.

Also sie haben dieses Abendessen abbrechen müssen, also es war, das war wirklich so, es war der Kater, der Verkaterte, wirklich verkatertes Panel, aber was dort wirklich faszinierend war, war, dass man sehen konnte, wie wie man sich wie man manövrierte. Weil das Thema war 20er Jahre 1920er Jahre 20 20er Jahre Lagarde das ECB Team hatte für Lagarde ein Papier vorbereitet über Analogien, Goldstandard, Reparationen, große Depressionen, all das, und das war gewisser Weise das wie, wie ich es mir vorgestellt hatte, und ich hatte Lagarde Papier gelesen und. Und auf einmal merkst du, dass Andrew Sawkin von der New York Times und Ken Griffin und Mary Fink über ganz andere Themen reden wollen und nicht über das

politische Nichts, über Hegemonie, nichts über das Scheitern der amerikanischen Führung, sondern nur KI. Das war das einzige Thema und und Fink wurde richtig ungeduldig, also die Diskussion über Geschichte war ihm dann zu viel, weil er merkte, oh Scheiße, es wird politisch. Auf einmal müssen wir doch doch wieder über Amerika reden und das das, das muss verhindert werden, denn er ist ja in einer sehr heiklen Position gewesen, das hat er dann auch gemerkt am vorigen Abend, wo er mit Ladneck diese Shit Show durchgemacht hat und ja, dieses Grund es war, es war die Politisierteste Geschichtsdiskussion, die ich jemals.

In dieser Form erlebt hat und ich meine, die haben alle keine Ahnung von Geschichte, wissen also praktisch nichts darüber. Selbst Sawkin, der ja dieses, er hat ja einen Bestseller zu 29 geschrieben, dass praktisch niemand gelesen hat, so weiß ich weiß, aber irgendjemand kauft es und liest es in Amerika und auch er war total überrascht, weil er einfach so ein introvertierter Amerikaner ist, der von nichts anderem irgendeine Ahnung hat und ihre Idee war offensichtlich, alles kurz zu schließen über KI. Und auf einmal kam es dann mit Themen, die sehr, sehr heikel waren.

Verstehe jetzt, war ja latnik dann da als US Handelsminister Donald Trump war auch da. Vorher galt Donald Trump ja als Anti Davos Mann, kannst du gleich mal ausführen warum das überhaupt so war und hat er damit Davos eigentlich auch so wieder ein bisschen aufgewertet als Weltwirtschaftsforum? Weil das ja vorher anscheinend in Abrede stand, dass das quasi noch so relevant war. Vor einigen Jahren habe ich gelesen, war Olaf Scholz der einzige g 7 Regierungschef, der da war, und jetzt waren 6 von 7 Regierungschefs da.

Wie schätzt Du das ein? Ja, ich meine, bei Donald Trump ist das richtig pervers und für ihn irgendwie charakteristisch. Er ist, glaube ich, dreimal dort gewesen, weil er ihn natürlich nicht will und will nicht, aber er ist trotzdem da, mehr als jeder andere amerikanische Präsident. Er mag die Show, es ist ganz klar, er mag einfach die Show und es ist eine große Show, muss man sagen und und nirgendwo anders hast du so viele Peers, er hat ja dann dieses, dieses fürchterliche Gaza Ding veranstaltet, wo er irgendwie in seine Thronrede hält, vor den als Kaiser, vor den verschiedenen anderen Regierungschefs, ich meine die die die, wenn man es systematisch aufarbeiten will, dann würde man sagen, dass Trump eine rechtspopulistische.

Politische Linie verfolgt die dem Elitenprojekt der Globalisierung kritisch gegenüber steht, die er assoziiert mit Demokraten, vor allem mit Clinton, und dann eben mit Obama und dann mit beiden. Und deshalb tut er so, als würde er nichts damit zu tun haben wollen. Das ist so die Grundthese, und sie haben ja diese perverse Position. Aus unternehmerischer Perspektive übrigens, sie sind ja nicht glaubhafte Vertreter der amerikanischen Arbeiterklasse, dass dass irgendwelche anderen Eliten sich haben ausbeuten lassen, sie reden, als wären, als schummeln die anderen und hätten ihnen über irgendwie die wolle über die Augen gezogen.

Es ist wirklich grotesk, und das ist der, das ist das zentrale Thema, aber er kommt immer wieder, das heißt also, man kann das nicht wörtlich nehmen. Und sie waren alle. Ich mein, das gesamte Kabinett war da, also es ist unglaublich, nicht nur der Präsident zur Rolle des des, des von Weff insgesamt, ja, ich mein, unter beiden war es tatsächlich politisch, weil weil die amerikanische Linke natürlich gegenüber und die Linke insgesamt gegenüber da, wo es natürlich riesenvorbehalte hat und.

Und wenn man Linkspopolitisch unterwegs ist, kannst du wirklich nicht da sein. Scheinbaum zum Beispiel von Mexiko war ja nicht dort. G 20 Mitglied Riesenwirtschaft ganz essentieller Partner von von von den Vereinigten Staaten und das führte glaube ich zur Krise, weil die Kritik, die Kritik, also die zentristische Kritik der Globalisierung ist viel treffender. Als die von rechts.

Wenn Trump jetzt kommt, dann wollen alle anderen dort sein, um gewisser Weise gegen Trump die Relevanz der Globalisierung noch mal zu behaupten. Dazu kam Skandal um Schwab herum, der blieb einfach zu lange und dann haben ihn die üblichen Probleme einer einer konservativen Unternehmensführung dann irgendwie erwischt.

Ja, ich mein, tendenziell war dieses Jahr vermutlich die. Die Relevante, das Relevanteste treffen also eben zu. Jedenfalls in meiner Zeit, und und viele haben ähnliches gesagt, also eine solche Spannung, einen solchen Clash hat man in dieser Form, glaube ich, nicht erlebt. Und obwohl natürlich die Amerikaner in ihrem Auftreten die Prinzipien in Frage stellen, war eher.

Beeindruckend, dass gewisser Weise alle anderen noch an Globalisierungsprojekt interessiert sind. Ich meine, es sind ja wirklich nur diese diese Sorte von Amerikanern, die voll aussteigen wollen, andere wollen verhandeln, Carney hat ja dein gesamtes architektonisches Prinzip irgendwie von sich gegeben, aber niemand anders will einfach raus und weg und selbst die Amerikaner erscheinen und die gesamt amerikanische Unternehmerschaft war da, die Tech Leute war da, Elon Musk ist heute Nachmittag erschienen.

Wenn Larry Fink einlädt, dann dann kommen die Leute. Ich viele spannende Punkte. Vor allem könnte es ja auch eigentlich in Trumps Logik des Deal machens, ist das ja eigentlich der gefundene Ort des Deal Machens im Hinterzimmer, weil da halt die wirtschaftlichen und politischen Eliten sind. Also das ist auch noch mal ein spannender Winkel Winkel eigentlich, um quasi darauf zu blicken, weshalb er dann vielleicht dann doch dort ist, um halt vielleicht. Jetzt hat er Deals von der Bühne ausgemacht, aber vielleicht auch Deals und.

Im Hintergrund zu machen. Ich habe auch gesehen, dass die Flotte mit Unternehmenschefs, mit denen er angereist ist, wohl auch historisch groß war, weil gut, vielleicht macht er nicht die Deals, aber dann machen sie halt das US Kapital. Ich mein Davos ist ja dreistufig. Aber es. Ist das, was man auf der Straße in Davos sieht? Das ist mehr die Crypto Szene.

Irgendwelche Repräsentanten, was weiß ich. Indische indische Provinzen treten sehr viel auf, Ukraine, Polen etc. Dann gibt es Gewisserweise, den den privaten, aber öffentlichen Teil, der live übertragen wird, das was man in youtube verfolgen kann und dann gibt es Etagen und ganze Bereiche im Kongressraum, die abgeschottet sind für die gewöhnlichen 3000 Delegierten, zu denen ich gehöre dort.

Werden die Deals gemacht, denn Wave ist ja ein Club, also du bezahlst ja, die Firmen bezahlen und haben dann mitgliedschaftsstatus und bekommen Badges. Jemand wie ich wird von Web selbst eingeladen und in diesen privaten Räumen. Werden dann die Deals geschnürt und weil alle dort sind, ist es ideal, weil man gewisse gewisser Weise bilaterale Deals machen kann, ohne dass jemand Äußeres merken kann, dass A diese 2 privatflugzeuge waren jetzt in diesem Flughafen, also kann man jetzt irgendwie daraus schließen, diese 2 Firmen wollen irgendwie miteinander verkoppeln, weil weil Hunderte von Firmen, ich glaube 850.

CEOS oder andere Management, also hohe Management Etage, waren angemeldet als Delegierte und aus diesem Haufen heraus kannst du dann gar nicht mehr feststellen, wer mit wem was tut und das läuft alles noch mal hinter einer in einer in einer. Es gibt glaube ich 2 Zonen wo das stattfindet, öffentlich sind ABCD und danach gibt es noch mal weitere.

Wo diese, wo diese Bilatials und multilatials dann abgehandelt werden. Verstehe. Jetzt ist es ja schon bemerkenswert, dass du als progressive Person dann dennoch da bist. Natürlich ist das sicherlich eine spannende Diskussion, auch für die Organisatoren, Organisatoren des WF sich kritische Perspektiven einzusammeln.

Aber kannst du es noch mal ausführen, wieso du da hingehst und auch welche? Dennoch ja existierende Kritik du am Weltwirtschaftsforum hast? Ich mein, es ist gang und gäbe, also die die Liste die eingeladen wird ist ziemlich breit gefächert. Sind Leute aus der Gewerkschaftsbewegung hier aus dem N, aus der NGO Welt.

Das Wave Programm ist ja ist ja so ein offener sagen wir mal so sozialdemokratisch soziale Marktwirtschaft angehauchtes Modell. Vor allem brauchen sind sie. Sie haben nicht viel Kompetenz, Sie brauchen Leute, die diese Panels auch wirklich gut managen können und da habe ich gewisse Talente und auch einfach eine Autorität, die die hilft und die diese Panels dann auch interessant macht und das ist dann natürlich ebenfalls für mich faszinierend und spannend, was mich wirklich stört, ist der Ausschluss der Öffentlichkeit.

Und ich habe auch anderes erlebt. Perverserweise ist glaube ich, die offenste Alternative zu UF, die ich jemals erlebt habe in in Russland. Es gibt dort das sogenannte Guida Forum an der Management Hochschule Wanipa in in Moskau, wo ich vor Covid und dem Krieg auch eingeladen wurde. Das Ganze wird von Gazprom finanziert und sie haben ein offenes Buffet für 40000 Menschen. Es ist unglaublich und es ist wie Frankfurter Buchmesse, aber für Wirtschaftsthemen in in den Uni, in den Unis zählen und es bis zur Decke voll mit Menschen es ist es ist eine vollkommen andere Atmosphäre.

Und ich finde es schade, dass so etwas Ähnliches nicht im Besten möglich ist. Und ich finde es irgendwie auch eine verpasste Gelegenheit. Sie haben so ein offenes Forum, an dem ich jetzt dieses Mal auch teilgenommen habe, im Dorf selbst, in der Schule, dort, und das ist natürlich ein etwas anderes Publikum, aber das ist ein Plugs zu vergleichen mit dem, was die, was, die die Russen veranstaltet haben, und ich finde einen Wirtschaftstag, ein öffentlicher Wirtschaftstag wie Buchmesse oder so etwas. Wäre absolut was ganz tolles und man könnte das partnerschaftlich machen oder eben wirklich kritisch oppositionell. Vielleicht sollte Circlecess veranstalten, aber in Ermangelung solcher solcher

solcher Möglichkeiten bin ich nicht jemand, der eine Einladung dieser Sorte einfach ablehnt. Ich bin ja auch nicht ich meine, was weiß ich, das habe ich zu verlieren. Mein Band ist ja auch nicht so eindeutig, ich bin da, ich bin da einfach tatsächlich interessiert, auch an dem Diskurs und bei Probe einfach was geht und du merkst also mit diesen diesen 2 Panels dieses Jahr war aber war man ziemlich klar, ziemlich am am Rande des Möglichen, ehrlich gesagt.

Ja, toll. Und natürlich ist auch. Auch so die Fragen, die du denen stellst. Die Stellen denen halt keine anderen in der konfrontativen Lage und so weiter deswegen hat das natürlich auch. In diesem Sinne. Ja, voll auch im öffentlichen Wert. Ja, wir werden sehen, wie das sowohl mit dem Weltwirtschaftsforum weitergeht und vielleicht mit einer Gegenveranstaltung, Mal sehen, was die kommenden Jahre so bieten, aber vielen vielen Dank erstmal an dieser Stelle für deine Einblicke.

Bitte, bitte. Falls euch das kurze Video mit Adam über Davos gefallen hat, dann lasst doch gerne einen Daumen nach oben, da ein Abo unten Kommentar, worüber wir sonst mal sprechen sollen. Ansonsten aber sehen wir uns auch beim nächsten Video wieder bis dahin.

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