
Musk, Bezos, Zuckerberg: Die neuen Oligarchen | Mit Aya Jaff
Freitag, 30. Januar 2026 · 25 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Elon Musk, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg: Sie sind nicht nur reich, sie bauen eigene Infrastrukturen, die mächtiger sind als Staaten. In ihrem neuen Buch „Broligarchie – Die Machtspiele der Tech-Elite und wie sie Fortschritt verhindern“ analysiert Aya Jaff, warum wir es nicht mehr mit normalen Unternehmern zu tun haben, sondern mit einer neuen Klasse von Herrschern.
Wir sprechen darüber, warum die wahre Gefahr nicht in Robotern oder KI liegt, sondern in der Monopolisierung unserer Medien und Debattenräume. Wie gefährlich ist diese Machtkonzentration für die Demokratie? Und gibt es überhaupt noch einen Weg zurück in ein demokratisches Internet?
Eine Analyse über Macht, Milliarden und die „Tech-Bros“, die die Welt nach ihrem Bild formen wollen.
👉 Zu Aya Jaffs Buch und Kolumne: ullstein.de/werke/aya-jaff-broligarchie/hardco…
surplusmagazin.de/kolumne/code-and-capital
Kapitel:
– Intro: Sind Tech-Milliardäre die neuen Oligarchen?
– Definition: Was unterscheidet Tech-Oligarchen von normalen Reichen?
– Machtkonzentration: Warum Tech gefährlicher ist als Finanzen
– Elon Musks Vermögen: Beweis für das Problem des Kapitalismus
– Die „Tech Bros“: Eine männliche Monokultur?
– Die größte Gefahr: Kontrolle über Medien & Infrastruktur
– Ausblick: Wie wir das Internet demokratisieren können
– Fazit
Surplus ist das Wirtschaftsmagazin, das sich um die Interessen der großen Mehrheit und nicht der Reichsten dreht. Dafür bringen wir weltweit führende ökonomische Denkerinnen und Denker zusammen. Täglich veröffentlichen wir Texte, wöchentlich Video- und Podcastformate und zweimonatlich ein digitales sowie gedrucktes Magazin.
👉 Zum Surplus-Abo: surplusmagazin.de/#/portal/signup
Collage: Surplus, Material: picture alliance/Ger Harley/EdinburghElitemedia, IMAGO/ZUMA Press Wire
#ayajaff #tech #oligarchie #elonmusk #kapitalismus #siliconvalley #surplus #wirtschaft
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Also wir hatten jetzt glaub ich in diesem Jahr schon n paar beträchtliche Ausfälle sag ich mal durch Cloud fair bedingt. Daran merken wir, dass wir hier vor allem eben auf amerikanische Unternehmen zunehmend unsere ganze Infrastruktur fußen und da würde ich mir wünschen, dass wir verstehen, was das eigentlich für unsere digitale Souveränität bedeutet.
Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Video bei Circus. Ich bin Luca Schonne, Gründer und Chefredakteur von Circus. Und ich hab mit IR Jeff über ihr neues Buch gesprochen. Es heißt Proligarchie die Machtspieler der Tech Elite und wie sie Fortschritt verhindern können. IR Jeff ist Tech Analystin Coderin und wurde auch schon als bekannteste Coderin Deutschlands vom zeitmagazin.
Bezeichnet. Und sie schreibt alle 2 Wochen den Newsletter und die Kolumne bei circlass Code Capital, wo es genau um diesen Themenkomplex geht. Falls ihr euch also grundsätzlich für das Thema interessiert, soll ich das Buch in der Videobeschreibung empfehlen, aber auch die Kolumne, die alle 2 Wochen zu neuen Tech Themen Online kommt, aber jetzt erstmal viel Spaß mit dem Video. Ja Herr Aja, Du hast ja ein neues Buch veröffentlicht, Broligarchie heißt es, was hat es denn damit auf sich? Hi Lukas, Ich freue mich hier über das Buch sprechen zu können.
Poligarchie ist mein neues, sehr persönliches Buch, teilweise, weil ich in dem Buch nicht nur politisch beschreibe, was die Poligarchen quasi von heute ausmachen, nämlich dass sie eine Gruppe extrem einflussreicher, meist männlicher Akteure aus dem Tech und Finanzsektor sind, die halt eben mittlerweile nicht nur Unternehmen besitzen, sondern auch wirklich in unsere politischen Einflusskanäle ja viel Einfluss nehmen und.
Sondern ich sag halt eben auch, wo ich damals Teil der ganzen Struktur war und warum das für mich auch einfach so interessant war. Und jetzt hast du schon die Boroligarchen angesprochen. Kannst du erst mal so ganz was sind die Eckpfeiler der Boroligarchen, weil das sind ja erst mal unterschiedliche Wörter miteinander vereint und was sagt das Konzept überhaupt aus eigentlich?
Genau. Also das Konzept ist natürlich, dass ich das Wort Bro hergenommen habe von Tag Bro und es mit Oligarchie verbunden habe, weil ich schon das Gefühl hatte, dass diese Menschen, die wir gerade immer wieder in den News sehen, wie ein Elon Musk, wie ein Peter Steel halt eben einer bestimmten Ideologie einfach auch folgen, und das ist so ein bisschen im umgangssprachlichen Sprachgebrauch so, ja. Tech Bros.
Manche. Manche verbinden das mit einem bestimmten Kleidungsstil. Das sind so diese Patagonia tagenden Westen, die dann immer nur über die Pitchdecks sprechen und so weiter und sofort, so vereinfacht habe ich das natürlich jetzt nicht im Buch dargestellt, weil ich der Meinung bin, dass ihre Ideologie, die sie haben, gar nicht so krass greifbar ist. Manchmal, wir sehen in den Medien ganz oft, dass diese Tech Bros.
Sehr oft als so rechte Spinner teilweise dargestellt werden, die halt immer. Sehr stark natürlich auch polarisieren, das möchte ich gar nicht bestreiten, das tun sie, aber es ist halt eben gar nicht so einfach, sie als entweder oder zu bezeichnen und das wollte ich eben zeigen, weil genau das war für mich der, der die ganze Falle auch.
Also ich habe beispielsweise vor 10 Jahren war das, jetzt bin ich im Silicon Valley angekommen, bei einem dieser King Maker würde ich das Mal sagen, einer dieser Star Investoren, Tim Draper. Heißt er, der hat quasi in Elon Musk sehr sehr stark auch am Anfang investiert. Er war einer der allerersten Investoren, die Tesla unterstützt haben und ich habe relativ schnell gesehen, dass dieser Mensch sehr politisch flexibel ist.
Das heißt, es war nicht so extrem rechter Spinner, der jetzt gesagt hat, Ausländer raus, im Gegenteil, er hat Menschen zu sich eingeladen, an die Universität, die er gegründet hat, es war keine echte Universität, aber. Hat halt eben so ein Programm gehabt, wo er Menschen zu echten Unternehmern gemacht hat und dazu hat halt eben auch gehört, dass wir viele verschiedene Wörter neu definiert hatten, also das Wort Wachstum hatte eine ganz andere Bedeutung, das Wort Innovation hatte eine ganz andere Bedeutung und es war alles sehr darauf ausgelegt, ihm.
Ja, ihm zu helfen sein, seine Macht auszubauen, sei es jetzt auch politisch gesehen oder halt eben auch finanziell eben Werte zu schaffen. Sind die Tech Bros. Wirklich anders als zum Beispiel jetzt Finance Bros. In dem Sinne? In Kombination mit der Oligarchie also gibt es bei der bei bei den Tech Oligarchen eine besondere Machtkonzentration, die du ausfindig machst oder kommt einfach nur deine Expertise daher und deswegen kannst du es besonders gut analysieren oder sind sie auch sozusagen gefährlicher als andere Oligarchen aus anderen Wirtschaftssektoren aus deiner Sicht?
Also ich würde sagen, dass. Mein Buch Ein Unterkapitel ist des ganz großen Problems, nämlich der Vermögenskonzentration. Und das sehen wir ja in verschiedenen Branchen sowieso schon, also inwiefern das auch in den letzten Jahrhunderten auch einfach passiert ist, sobald irgendwie macht und Reichtum sich konzentriert, das halt eben dann politisch auch Einfluss genommen wird auf Menschen, auf Politiker, das, das sehen wir natürlich jetzt bei den Boligarchen, ist mir aber natürlich aufgefallen, die haben irgendwie n ganz neuen Weg auch gefunden über die letzten 10 Jahre, vor allem ihre Macht zu.
Ja zu zu konsolidieren und das war halt über so diese ganze Tech Welt nenne ich das jetzt mal. Janis Varoufakis nennt das manchmal Cloud Capital. Ich finde das ganz treffend, weil es zeigt, dass es eben, dass es nicht nur irgendwas digitales ist, sondern es ist greifbar, das sind Rohstoffe, über die wir sprechen, das sind Menschen, die hinter den Kulissen eben auch arbeiten, die schlechter bezahlt werden, das sind Infrastrukturen, die wir ganz oft so als die, die öffentlich halt eben auch wirken. Aber dann privat halt organisiert sind und diese diese neue Welt, die haben sie eben für sich erschlossen. Und ja, setzen uns jetzt quasi unter diesen Druck, entweder Alternativen zu formulieren oder
das halt eben zu schlucken und das finde ich sehr, sehr problematisch, weil ich ich glaube, was den wenigsten irgendwie auffällt ist, dass sich da jetzt wirklich eine neue. Sehr, sehr lebensrelevante Infrastruktur eben auch gebildet hat. Also es ist für mich tatsächlich vergleichbar wie Wasser und Elektrizität und ich vergleiche hier nicht KI mit Elektrizität, sondern ich vergleiche einfach, dass diese digitale Infrastruktur wie unser Internet beispielsweise funktioniert, einfach darauf fußt, dass beispielsweise AWS, also Amazon Ware Systems, dass die eben funktionieren, weil sobald oder oder das Cloud fair funktioniert, das Halt. 70% unseres Internets oder dessen Stabilität davon abhängt, ob ein
privates Unternehmen eben funktioniert, und das kann nicht sein, und ich würde gerne, dass wir das eben nicht mehr normalisieren, sondern dass wir das ganz klar benennen als als dass wir das erkennen, dass wenige Akteure da halt eben an einem Schalthebel sitzen, die. Absolut essentiell sind wir unsere Demokratie. Ja, das sieht man ja auch einfach an den reichsten Amerikanern, die halt dann alle Tech Unternehmen in maßgeblichen Umfang besitzen und natürlich beim Techwar Nummer 1 Elon Musk, der jetzt vor wenigen Tagen. 750 Milliarden Dollar Vermögen überschritten hat.
Im Volumen ist das natürlich schon, auch da sieht man halt diesen infrastrukturellen Charakter, dass es natürlich enorme und auch enorm schnelle Wachstumszyklen des Vermögens sein können, im Gegensatz zu anderen realwirtschaftlicheren Branchen. Das ist natürlich besonders spannend. Lukas, wo musst du denn zustimmen, dass dass man daran sieht, dass der Kapitalismus gut funktioniert? Ich würde da nicht zustimmen, sondern eher umgekehrt, dass das quasi die Gegenseite oder der Beweis für die für das Problem des Kapitalismus ist.
Vor allem wenn man jetzt halt denkt, Elon Musk ist jetzt vor diesem Jahr, ich weiß nicht wieviel, ich glaube, er hatte vorher so 400 Milliarden Vermögen und jetzt vor wenigen Tagen 750 Milliarden, dass das solche Vermögenskonzentration in so kurzer Zeit zunehmen kann und das natürlich alles. Das ist immer nur ne Bestandsaufnahme.
Klar sind da zukünftige Gewinne von den Unternehmen internalisiert, weil quasi sonst werden die Aktienpreise nicht so hoch, aber trotzdem ist das natürlich für kommende Ungleichheit schon ne sehr hohe Vermögensbasis, die natürlich dann neue Erträge abwirft, weshalb ja Piketty und so weiter sagen, dass halt die Ungleichheit noch viel weiter zunehmen wird in der Zukunft, deswegen ist das natürlich relevant, aber ein Aspekt, der auch sich in dem Wort Polygarchie befindet, ist natürlich auch das.
Der Faktor Bo kannst du darauf noch mal eingehen, was du dir dabei gedacht hast? Und wäre das wirklich anders, wenn das auch Frauen wären? Ja, also ich. Ich habe ehrlicherweise sehr lang überlegt, ob ich das jetzt an das männliche Geschlecht binden möchte und ich muss, ich muss sagen, also mein Kenntnisbereich liegt zum einen nicht in der. In dieser Betrachtung der Debatte, ich bin sicher, das ist sehr interessant, dass wir jetzt irgendwie über toxische Männlichkeit sprechen und inwiefern sie sich da jetzt überbieten wollen in ihrer Männlichkeit, in ihrer Zuschaustellung da, da bin ich mir sicher, dass dem ein oder anderen auch das Zitat von Mark Zuckerberg irgendwie einfällt, dass jetzt alle Maskuliner
irgendwie sein müssen in unserem Arbeiten. Aber ich hab das jetzt. In meinem Buch nicht damit verbunden, weil ich tatsächlich zu viele Frauen auch einfach kennengelernt habe, die dieser Ideologie folgen. Das heißt, es war gar nicht so sehr gebunden, ob man jetzt im Männlein Weiblein war, sondern einfach, ob man diesem Wachstumsversprechen, ob man das so hingenommen hat und ich glaube, was was für mich. Fast schon wie eine Sekte gewirkt hat, ist das also, dass ich zum Beispiel, als ich wirklich mit 19 an dieser, an diesem, an dieser Art Uni angekommen bin, dass wir alle so eine Art Outh aufsagen mussten, jeden Tag und wirklich der Freiheit unsere absolute Loyalität geschworen haben. Es war wirklich einfach ein ein
Schwur, den wir zu jeder Tages und Nachtzeit eben kennen mussten und. Wir haben erst später quasi verstanden, was eigentlich diese Freiheit ist. Nämlich am Ende war es die Freiheit von demokratischer Kontrolle und der das, das würde ja ein ein Ottonormalverbraucher niemals so definieren. Ich würde heute sagen, dass Freiheit für mich bezahlbare Lebensmittel wären, bezahlbare Mieten, aber das hatte sich halt eben schon gewandelt, und das hat. Auch in meinem Programm war das irgendwie Fifty Fifty Frauen Männer, die halt eben auch angesprochen waren von dieser, von dieser ganzen Narrative.
Natürlich können wir jetzt darüber reden, ob jetzt in der Startup Industrie Frauen genauso gefördert werden, das ist eben nicht der Fall, ich glaube nur 2% der Frauen kriegen das gesamte VC Kapital ab, aber das ist für mich eher zweitrangig, weil es für mich die Strukturkritik eigentlich an erster Stelle geben sollte, nämlich wie funktioniert eigentlich dieser? Ich will es gar nicht Kapitalismus nennen, weil am Ende des Tages haben wir diese.
Wir haben den Kapitalismus gar nicht mehr, das beschreibe ich jetzt nur so ganz, ganz wenige Akteure, die da eigentlich bestimmen, was da bei uns ankommt, sowohl Medientechnisch über Algorithmen als auch wie unsere unsere Infrastruktur funktioniert und dann halt eben auch unsere Sprache mit Formen, und das sind halt eben diese paar Männer.
Mhm, ja fast kann ich absolut nachvollziehen. Jetzt haben wir über die Tech Oligarchen oft als oder gerade in dem Gespräch als Kollektiv gesprochen, die natürlich auch n paar kollektive Interessen haben, aber ja, vom Geschäftsmodell. Schon unterschiedliche Wirtschaftsbereiche adressieren gibt es da einen, wo du sagst, Hey, das ist besonders Betrachtenswert in der Zukunft, also ob jetzt Elon Musk mit seinen Autos starlink oder Amazon von Bezos oder Facebook Meter von Zuckerberg ist.
Da Irgendeins dabei von den Tech Oligarchen wo du sagst Hey das ist das Zentrale, die zentrale Debatte der Zukunft. Ich. Ich muss sagen, ich muss sie sehr persönlich beantworten, weil ich über die letzten Jahre auch einfach gesehen hab, dass unser oder mein Medienkonsum oder den meiner Freunde sich einfach verändert hat.
Nicht so sehr, dass die Plattformen jetzt per se anders geworden sind, sondern dass wirklich die Algorithmen, inwiefern sie uns ja auch mit Informationen versorgen, dass die viel mehr einschneiden da rein, was? Was wir quasi als eine normale Debatte noch quasi empfinden. Also es ist die, die Grenzen nach Links, die die, die wandern immer mehr nach rechts, das ist so bisschen diese overton Window nennt man das ja, dass wir immer mehr diese rechte narrative normalisieren und immer mehr Videos zugespielt bekommen, auf youtube, auf, auf Facebook, auf auf Instagram, wo man auch immer ist, dass da eben die. Die Postings mancher Organisationen, die sich für unsere Grundrechte beispielsweise einsetzen oder für Frauenrechte, dass die
regelmäßig davon berichten, dass sie geshadowbanded wurden, das macht mir natürlich sehr, sehr, sehr, sehr große Sorgen, weil es. Irgendwie. Ich hab das Gefühl, dass diese Techbrows, so wie sie sich irgendwie laboous kaufen und dass das, dass sie sich Medienunternehmen eben dazu zu ihrem Portfolio dazu setzen und einfach sagen, ja, das gehört jetzt einfach zu dieser, zu diesem Machtausbau dazu und ich kaufe mir jetzt einfach die Washington Post, ich kaufe mir jetzt einfach eine weitere Plattform. Larry Allison hat jetzt ne tik tok eben auch. Unter die Fittiche eines amerikanischen Unternehmens quasi gebracht, um dort einen ganz eigenen Algorithmus zu gestalten, auf den wir gar keinen Einfluss haben. Es ist für mich einer der
Entwicklungen, die, glaube ich, uns noch am meisten erschüttern werden, weil wir merken, dann links und rechts in der Familie, im Freundeskreis, dass sich manche Dinge, die wir damals vom vom rechten Rand gewohnt waren, mittlerweile dann vielleicht zur. Zur Normalität gehören. Also vor allem ist jetzt quasi die Essenz, dass der, der der Mediensektor das relevante Zukunftsdebattenfeld ist und jetzt nicht zum Beispiel, ob jetzt bei Amazon eine ganz besondere KI verwendet wird, die quasi dann einfach noch revolutionärer im im Handel in dem Sinne ist, oder ob jetzt bei Elon Musk mit seinen Starlinks, die das Weltinternet sozusagen kontrolliert, oder mit seinen Robotern quasi so.
Ganz viele Leute arbeitslos macht. Also ist das schon sozusagen weiterhin auf der auf der Medienschiene, wo du sagen würdest, hey, das ist das spannendste oder das Relevanteste. Es ist so schwierig, Lukas, ich habe so viele Details zu diesen einzelnen Sachen natürlich auch erfahren. Es ist also, ich habe im Buch ja auch versucht zu beschreiben, inwiefern die Produkte, die wir in der Start Branche auch entwickeln, wie die uns ja auch später beißen, also vor allem jetzt in diesem Kriegssektor. Dass wir merken, dass die KIS, die halt supergut eben weiß, nicht kategorisieren von verschiedenen Informationen sind, dass die uns einfach später auch im Bildungsbereich wieder aufkommen und auftreten
und eben auch beißen, weil sie so viele Biases noch mal akzeptieren. Aber ich glaube, in den nächsten Jahren. Werden wir vor allem diese Veränderung halt eben dort spüren, wo sie die öffentliche Debatte eben mit beeinflussen, weil ich schon merke, dass es nicht mehr dieses eine Leitmedium so richtig gibt, was jetzt alle meine Freunde irgendwie gleichzeitig lesen, oder dass diese Nachrichten anders zu Ihnen durchdringen, in Form von verschiedenen, wie gesagt, von Profilen, die dann eben in der Sichtbarkeit eingeschränkt werden können von diesen Tech Bros. Und.
Ich, so sehr ich an diese ganze KI, an diese ganze KI entwicklungsversprechen glauben möchte, an daran, dass KI alles entweder lösen oder halt alles zerstören wird, sehe ich persönlich eigentlich nicht so ne krasse. Ja so einen krassen Handlungsspielraum, den jetzt KI passé jetzt auf unser auf unser, auf unser Leben kriegen wird, weil ich glaube, dass das. Ehrlicherweise gar nicht oder erst sehr, sehr spät eben so aufkommen wird, dass wir eine Art AGI, wie sie es so nennen, eine Art Official General Intelligence sehen werden. Das scheint ja für mich jetzt erstmal nur eine Art Narrativ zu sein, was Sie aufbauen wollen, um eben Investmentgelder zu sichern und ihre macht eben weiter auszubauen in Form von Datenzentren, von Investitionen
mit Staaten und das. Ist quasi, damit sie sich politisch einkaufen und unersetzbar machen und dieses politisch einkaufen, das funktioniert halt eben nicht nur wirklich dann über solche Investments, sondern halt eben auch über die Medien und deswegen dieses, was sich als freiwillig so anfühlt, das empfinde ich als das, was wirklich gefährlich ist. Interessant?
Ja, das ist auch natürlich auch die Szenarien, die du gerade aufgemacht hast. Ist natürlich auch interessant zu wissen, wo du stehst, weil es gibt halt die Leute sagen, es wird wirtschaftlich alles verändern oder ist ne riesige Blase und du stehst dann sozusagen in der Mitte in dem Sinne, dass das erst noch noch ziemlich unklar ist, wie weit sich das auf unser Leben auswirken wird.
Auf jeden Fall spannend. Du hast in deinem Buch aber nicht nur sowohl deine eigene Geschichte als auch sozusagen eine Analyse der Tech Welt und deren Probleme, sondern zeigst zum Schluss auch ein bisschen, wie könnte es eigentlich anders aussehen. Das ist natürlich auch sehr wichtig, kannst du uns da mal einen kleinen Überblick geben, was es für unterschiedliche Formen und Wege es geben könnte, um quasi aus der Proligarchie in etwas anderes zu überzugehen?
Ja klar, also. Mir war es in dem Buch sehr wichtig, dass ich eben nicht bei einer simplen Lösung lande, sondern dass ich zeige, es gibt klare Prinzipien, an denen man sich eben orientieren kann. Ob das eine Lösung sein kann oder nicht. Ich hab zum einen über Regulierung gesprochen, ich hab gesagt, Regulierung ist zwar wichtig, aber halt eben auch nicht ausreichend.
Also sie kann, was wir an deutschen Gesetzen beispielsweise sehen oder an europäischen Gesetzen. Besser gesagt, Sie kann Missbrauch, Missbrauch begrenzen, im besten Falle, aber sie ändert halt eben nichts an diesen Eigentumsverhältnissen. Also solange die digitale Infrastruktur immer noch in privater Hand liegt, bleibt eben diese demokratische Kontrolle begrenzt, und zweitens hatte ich auch das Gefühl, wir müssten das Wort gemeingüte einfach wieder hernehmen und sagen, Hey. Wie wie wollen wir das eigentlich jetzt wirklich strukturieren?
Was ist denn unsere, was ist denn unser Alternativentwurf und da habe ich eben über digitale Infrastruktur als comments wirklich gesprochen, also cloudstrukturen Datenströme wirklich basistechnologien, die wir dann halt öffentlich oder genossenschaftlich organisieren können und da gibt es ganz viele Beispiele. Die halt eben dann nicht nur sagen, Hey, das ist ne Utopie, sondern so wirklich politische Projekte wie auch in Barcelona beispielsweise, wo wir eindrucksvoll gesehen haben, dass Francesca Bria mit ihrem Plan halt eben auch geschafft hat, verschiedene Dinge durchzusetzen, die bisher so als selbstverständlich galten, nämlich zum Beispiel, wem gehören unsere Daten, gehören sie uns oder gehören sie einem Tech unternehmen und dass man
das einmal auf den Kopf legt und zeigt, was bedeutet das denn eigentlich? Genau. Und ich finde auch diese ganze ich, ich, ich werde auch öfter gefragt, so was was, wie stehst du auch zum Thema Wachstum, so sollten wir irgendwie daran arbeiten, dass dieser dieser ganze Sektor sich irgendwie noch ausbreitet, also noch noch größer wird oder nicht, weil am Ende ist ja die Hoffnung, dass es Arbeitsplätze schafft, und ich muss sagen, dass.
Ich diese Wachstumsdebatte als manchmal ein bisschen zu verkürzt sehe. Also das kann man gar nicht so plump sagen, ob das jetzt eingestellt werden sollte oder nicht. In also anders, wenn viele Menschen von Degrowth quasi sprechen, dann habe ich das Gefühl, sprechen Sie oft von einem Verzicht auf auf verschiedene verschiedene verschiedene Dinge, die für viele Menschen als sehr attraktiv gelten würden.
Und ich würde sagen, wir müssen mehr darüber reden. Auf wessen Schultern fußt denn eigentlich dieser Wachstum, den wir uns wünschen, und wenn wir diese Frage so beantworten können, dass sie eben der Mehrheit der Menschen zugute kommt, dann ist das eigentlich ein guter Wachstum, aber wenn das, wenn dieser Wachstum eigentlich nur an wirtschaftlichem Wachstum gemessen ist und der eben dann nicht mündet in. Einer Vergünstigung öffentlicher Infrastruktur und so weiter und sofort.
Dann ist das eben kritisch zu betrachten und an diesen Prinzipien möchte ich so n bisschen entlang quasi meine ganze Kritik formulieren und zeigen. Es gibt sehr viele nicht utopische Ideen da draußen, die umgesetzt wurden und die realistisch sind. Und welche Sektoren? Wir können einerseits natürlich betrachten, welche Sektoren gerade bei den Tech Bros.
Sich versammelt haben, wirtschaftlich, aber was bedeutet das sozusagen auch einmal utopisch gesprochen in dem Sinne, auch wenn es dann konkrete Utopien sind in paar Jahren, was welche Tech Infrastruktur sollte anders organisiert sein, ganz konkret die sozialen Medien, wahrscheinlich aber auch. Das Internet an sich irgendwelche KI stacks kannst du das noch ein bisschen ausführen wie quasi welche Bereiche sollten da quasi demokratisiert werden? Also ich finde zum einen, dass wie unser Internet gerade aufgebaut ist, dass das extrem instabil ist. Ich glaube, wir merken, dass sobald irgendwas, also wir hatten jetzt, glaube ich, in diesem Jahr schon ein paar beträchtliche Ausfälle, sage ich
mal, durch Cloud fair bedingt. Daran merken wir, dass wir hier vor allem. Eben auf amerikanische Unternehmen zunehmend unsere ganze Infrastruktur fußen. Und da würde ich mir wünschen, dass wir verstehen, was das eigentlich für unsere digitale Souveränität bedeutet, wenn ein, wenn diese ganzen Unternehmen, die einen Sitz haben in Amerika und wir eben, wie wir auch bemerken, durch verschiedenste Entwicklungen jetzt, dass wir eine sehr angestrengte Beziehung zu den zu den USA haben, dass das eben gefährlich werden kann, ist. Also ich würde mir schon wünschen, dass diese Alternativen einfach gestärkt werden. Das heißt jetzt nicht, dass wir eine komplette Abkehr haben, das verstehen irgendwie Leute
manchmal ganz, ganz falsch, es ist kein, kein entweder oder, sondern ich würde mir tatsächlich wünschen, dass wir Standards haben, beispielsweise die vom Staat tatsächlich vorgegeben werden, die für Open Source dann halt eben diese ganze Entwicklung vereinfachen, das heißt? Ich würde mir mehr Open Source Lösungen wünschen, die dann halt eben Interoperabel zwischen verschiedenen Kommunen und Städten auch aufeinander aufbauend eingesetzt werden können, damit wir halt Stück für Stück von diesem Abomodell einfach wegkommen. Also da fließen ja Millionen von Euro an Abogebühren letztlich von den Behörden direkt in die Taschen der Big Tech und das ist was ich eben in der Zukunft nicht sehen möchte, dass wir. Dieses Vertrauen einfach haben
in diese Big Tech Monopolstruktur, das muss ich wirklich aufbrechen und ich denke, sobald wir diesen ersten Schritt haben, wird auch der Groschen fallen, dass es in der Medienwelt mehr Vielfalt geben muss. Aber wie gesagt, erstmal müssen die Bahnen wieder uns gehören, der Grund und Boden, auf dem auch unsere Start Ideen fußen, der muss einfach uns gehören und.
Und das kann halt eben nur passieren, wenn wir die Alternativen stärken. Ja, das klingt doch nach einem total guten Schlusswort. Viel mehr gibt es dann in deinem Buch zu lesen. Erstmal vielen Dank für die ganzen Einblicke an dieser Stelle. Danke dir, Lukas. Das war das kurze Interview mit Aya über ihr neues Buch Polygarchie, das auch in der Videobeschreibung verlinkt ist. Auch in der Videobeschreibung ist verlinkt. Ihre Kolumne Code and Capital zu allen aktuellen neuen Themen. Das ist auch für mich der nicht sehr im Tec Thema drinne ist, besonders spannend, um einfach auf dem Laufenden zu sein, was in dem Bereich weil der Nummer so wichtig ist, abgeht, aber sonst sehen wir uns auch beim
nächsten Video wieder.