
Iran-Krieg: Die nächsten Preisschocks sind auf dem Weg | Mit Prof. Adam Tooze
Mittwoch, 22. April 2026 · 28 min
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Shownotes
Die letzten Öllieferungen aus der Vorkriegszeit sind in den Häfen angekommen, Exxon hat 6 Milliarden Dollar verloren, und selbst die bestinformierten Köpfe der Finanzwelt haben den Durchblick verloren. FT-Kommentator Gideon Rachman nennt es den „Nebel des Friedens". Adam Tooze ordnet ein, warum sich das Kräfteverhältnis tendenziell in Richtung Iran verschoben hat, was ein möglicher Hormus-Zoll der Revolutionsgarden für den Weltmarkt bedeuten würde und warum Isabella Webers Idee eines europäisch-asiatischen Import-Kartells mehr als nur Utopie ist.
Dazu: Die schreiende kognitive Dissonanz zwischen Rekord-Aktienmärkten und geopolitischer Katastrophe, die zynische Realität hinter den IWF-Prognosen und warum der Globale Süden mit 3-Tage-Wochen und geschlossenen Schulen in Pakistan die eigentliche Zeche zahlt.
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Kapitel:
– Cold Opener
– Intro: Update zur Iran-Krise
– „Nebel des Friedens": Warum selbst Washington den Durchblick verloren hat
– Wettlauf gegen die Zeit: Wie lange halten die Öl-Bestände?
– Exxon verliert 6 Milliarden: Wer profitiert, wer verliert?
– Nachfragezerstörung: Die Chance für chinesische Erneuerbare
– Iran hat überlebt – verschiebt sich das Gleichgewicht?
– Der Hormus-Zoll: Irans neues Druckmittel
– Ein Import-Kartell gegen die Ölmärkte? Isabella Webers Vorschlag
– Europas fehlende Initiative: Merz, Rutte, Sánchez
– Der Globale Süden zahlt den Preis
– Rekordmärkte und Kriegsgefahr: Die kognitive Dissonanz
– Ausblick
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Kaufen Sie jetzt Ihre Flugtickets für den Sommer Full Stop and the story jetzt kaufen. Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Video bei Surfplus. Ich bin Lukas und ich hab mit adden tous, einem unserer Herausgeber, über die Irankrise gesprochen, weil die ökonomischen Auswirkungen vor allem ja sich in den letzten Wochen immer mal wieder verstärkt haben, abgeschwächt haben und wie wir jetzt in der Zukunft damit planen können oder eben nicht planen können.
Das alles sehen wir in dem Video, bevor das Video aber losgeht, noch eine kleine Anzeige in eigener Sache, wir haben unsere. Neue Ausgabe zu wirtschaftsdemokratie gerade veröffentlicht, indem wir uns anschauen, wie es um Wirtschaftsdemokratie steht, wieviel Mitarbeiter wirklich in Unternehmen mitentscheiden können, wie sie am Unternehmenserfolg partizipieren können. Auch Ellen Tous hat einen Artikel geschrieben über die politische Ebene der Wirtschaftsdemokratie wie Martin Luther King in den USA schon damals in den 1900 Sechzigern für Wirtschaftsdemokratie auf politischer Ebene gekämpft hat. Es ist sehr spannend geworden, für einen Euro könnt ihr euch über den Link in der Videobeschreibung einen Monat für einen Euro holen und da ist
Printausgabe drinne. Falls ihr also mal reinlesen wollt, sei euch das sehr ans Herz gelegt und unterstützt uns natürlich auch bei allen Formaten, auch hier auf youtube und Spotify, was wir sonst so machen, aber jetzt viel Spaß mit dem Video Hi Adam. Vor einigen Wochen haben wir uns ja schon mal über den Irankrieg und die ökonomischen Folgen ausgetauscht, seitdem es einiges passiert, mal n paar Schritte vor n paar Schritte nach vorne zum Waffenstillstand, n paar Schritte zurück, jetzt gerade wird auch noch verhandelt.
Seitdem ist also viel passiert, auch mit Blockaden, mit Preisschocks, die sich kurz ereignet haben und dann wieder abgefallen sind. Und wir hatten ja beim letzten Mal n paar Güter ausgemacht, die ökonomisch zentral sind, die jetzt preissensibel sind bei dieser Debatte, das waren vor allem ölgas, Helium, Aluminium und Dünger, wie ist da gerade der aktuelle Stand bei diesen Gütern?
Ja, es ist sehr schwer sich da ne Übersicht zu verschaffen. Gittjörn Rachmann der Kommentator bei der Financial Times, prägte heute den Begriff der Nebel des Friedens, man spricht ja nach Klausewitz vom Nebel des Krieges und er, er bemühte jetzt diesen Begriff, der Nebel des Friedens, und das ist, glaube ich, tatsächlich die Situation, in der wir uns befinden, tagtäglich, denke ich. Stellen wir fest, wie zentral diese dieser Nabel, wie zentral die Hormus meeresenge ist für die Weltwirtschaft. Und es sind tatsächlich diese Gruppe von Produkten, die am am am wesentlichsten wesentlichsten tangiert werden. Die zentrale Frage im Moment ist Gewisserweise ein Wettlauf zwischen der Stabilisierung des
Flusses durch die Hormus meeresenge, die überhaupt nicht bisher also festgemacht ist. Und die Bestände und die auf dem Meer noch verkehrenden Mengen, die vor 68 Wochen gewisser Weise ihre Fahrt begonnen haben. Und die letzte Woche, also die letzten Öllieferungen aus der Vorkriegszeit, kamen letzte Woche am Hafen an und die Frage ist jetzt, wie lange halten die Bestände und das ist die absolut zentrale Frage in Washington.
Ich war letzte Woche zu der IWF und Weltbahntagung in Washington haben wir von. Hoch platzierten Experten innerhalb des Finanzsystems. Ich werde jetzt die Bank nicht nennen, aber das waren also wirklich hochkarätige Leute, die unbedingte, dringende Empfehlung empfangen, erhalten, kaufen Sie jetzt ihre Flugtickets für den Sommer Full Stop and the story jetzt kaufen. Denn in vertraulichen Gesprächen zwischen den Flugfirmen und Wallstreet ist klar, dass die Sprit Versorgung der großen Fluggesellschaften nicht gesichert ist und nur der jetzige Kauf eines Tickets wird irgendeine Berechtigung in dem System ermöglichen.
Das heißt möglichst flexibles Ticket und und und jetzt. Denn es werden bereits Flüge storniert und man dann, man kann also nicht davon ausgehen, dass diese Grundbestandteile der Logistik halten und das ist unter gegenwärtigen Bedingungen, also ohne jetzt die Annahme. Dass sich die Situation verschlechtert und verschlimmert, und das ist, glaube ich, die Situation, in der sich alle befinden, selbst die am allerbesten informierten Leute, die wirklich an den Commodity Börsen in New York, in Chicago und sonst in der Welt sitzen, haben wirklich nicht den Durchblick.
Aber was sie sehen, ist, dass die, dass die Vorräte ausgehen und. Dann wird es zu zu, zu tatsächlichen Erschütterungen und einfach zur Unterbrechung von Dienstleistungen von von der Produktion kommen. Und mehr kann man im Moment glaube ich nicht nicht sagen zu dem Thema. Es ist reichlich vage im Grunde, aber das war auch das schockierende an der Diskussion in Washington, dass selbst die am allerbesten informierten Leute nicht mit viel mehr kommen können.
Ja, verstehe das. Eine ist ja das kurzfristige. Die Vorräte, die jetzt noch existent sind und quasi der Schiffsverkehr. Das andere ist ja die Ebene der realen Produktion und Förderung, ob jetzt oder Verarbeitung der einzelnen Güter, die ja auch da in der Region die ganzen Produktionsanlagen teilweise zerstört sind, was ja auch dann noch mal die mittelfristige Ebene total verändern könnte, wie sich das aus gestaltet. Vor allem, wenn sich die Zerstörung weiter steigert. Denn das ist ja so im Moment so ein Gleichgewicht. Dass sich einigermaßen hält und die Wiederherstellung der Produktion, sagen wir Mal LNG in Katar oder wenn es dazu kommt, dass die Ölfelder wirklich eingeschlossen werden, dann braucht das, dann ist das eine
wirklich längerfristige Unterbrechung, der die Lieferung und es fallen 1020% der der Weltbelieferung aus, abhängig vom von der Materie. Beim Dünger, es ist etwas höher bei Öl und Gas tendenziell etwas geringer, weil dort doch Alternativen existieren, aber damit muss man längerfristig rechnen. Tendenziell heißt das natürlich, dass der Preisspiegel steigt, also nicht ständig steigt, also kein ein Preisschock, keine Inflation, aber trotzdem ein ein Stoß. Und die Frage ist natürlich, wie die Nachfrage sich dann auch Adjustiert und eines der optimistischen, optimistischeren Annahmen im Moment ist das sogenannte Demand Destruction, also Zerstörung von Nachfrage tatsächlich stattfindet, und das wäre natürlich bei den fossilen
im Grunde nur zu begrüßen. Es schmerzt natürlich kurzfristig, aber die Umstellung ist ja überfällig und tendenziell profitieren natürlich die Erneuerbaren von dieser. Weiteren Krise des fossilen Systems das ist ja innerhalb von 3 Jahren das zweite der innerhalb von 4 Jahren. Der zweite absolut massive Schock. Wieviel, wie viele Beispiele braucht man noch, um zu verstehen, dass der Umstieg jetzt wirklich auch geschehen muss?
Da gibt es wirklich etliche spannende Komponenten. Ich hab mich auch schon gefragt, ob die Erneuerbaren wirklich davon profitieren, weil wenn man an Brad Christophers denkt und seine These, dass der Preis für Erneuerbare zu gering ist, um Investitionen und Profite anzulocken und umgekehrt, ist ja jetzt der Preis für fossile hoch, was halt Investitionen und Profite anlocken können, also wie kommst du zu der These von, dass quasi fossile jetzt quasi dann durch Grüne weiter ersetzt?
Werden, obwohl ja die Profite. Das sehen wir auch an den Börsen, mit fossilen Investitionen und Förderung ja viel größer sein könnten. 2 verschiedene Logiken also wer ist an, wer ist Anbieter, wer ist wer macht die Nachfrage? Das ist klar, dass auf der, sagen wir, anbieterseite hier ein ein Gewinn, ein Gewinn mehrgewinn entsteht, denen geht es gut, obwohl. Man da nicht zu vereinfacht rangehen kann und innerhalb zwischen den verschiedenen amerikanischen, fossilen und Ölfirmen muss man ja differenzieren. Kurzfristig hat Exxon einen einen Verlust von 6 Milliarden Dollar verbucht, weil sie auf der falschen Seite der Humbusstraße sind.
Für ihr Geschäft ist das also nicht sehr ergiebig. Und die Frage in Texas bei den Share Leuten ist, wie lange hält das an, reicht das wirklich um Investitionen zu rechtfertigen? Mir ging es vor allem um die Nachfrageseite. Und dass sich das von alleine einfach rechnet, ist sowieso, das ist ja sowieso eine Milchmädchenrechnung, dass der Strommarkt ein Reglementierter ist, der dann auch regiert werden muss, ist klar, die Frage ist halt nur, wie man ihn regiert und die strategische Entscheidung muss sein, das ergibt sich also nicht von alleine, die strategische Entscheidung müsste jetzt sein, OK, wir bedienen uns der sehr sehr billigen chinesischen Erneuerbaren.
Und bauen jetzt aus. Das ist natürlich eine langfristige Strategie, das Energiesystem ist komplex, man kann mit Solarpanels nicht ohne weiteres Unmittelbar Lng Lieferung ersetzen, aber man baut an dieser Energiewende und man sieht es auch in den Börsenwerten der chinesischen erneuerbaren Firmen, die schlagartig in die Höhe gegangen sind. Tendenziell ist ein solcher Schock für die Nachfrageseite entscheidend, und das haben wir auch historisch gesehen, also das. 7379 wird durch diese diese Preisschocks die Nachfrage nachhaltig.
Also sie ist ist ja in Europa nie wieder auf den reichen Höhen zurückgekehrt, wie damals in den Siebzigerjahren. Das das braucht seine Zeit, und es ist eine zwiespältiges, schon wie immer im Marktgeschehen eine, es ist ja eine Verteilungsfrage. Und das ist die, das ist tendenziell die, die Anbieter bevorzugt, ist klar.
Ja, in Deutschland sehen wir auch gerade einen Boom an Elektroautoverkäufen und Wärmepumpen wieder, sehr naheliegend natürlich währenddessen aber die Politik und die Regierung eher auf dem umgekehrten Dampfer. Gerade ist dann wieder fossile zu stärken, aber lass uns noch mal zurück zum Iran kommen und den USA, weil das ja in der Ganzen in den ganzen letzten Wochen auch.
Dann immer eine ökonomische kompetente Komponente, sehr innerent da drin hat auch in den Verhandlungen fand ich das sehr interessant und das hat mich gewundert, wer da ökonomisch am längeren Hebel sitzt, weil das war dann schon ganz nicht ganz eindeutig, fand ich. Bei dem einen Deal wohl quasi dann der Iran erstmal die 10 Punkte hatte.
Da wirkte es so, als ob der Iran halt durch die Blockade am ökonomisch längeren Hebel gesessen hat und dann, na ja, auch in den 10 Punkten drin hatte, dass man eine dauerhafte Zölle auf die oder Maut auf die Meerenge haben könnte und dauerhafte Einnahmen, was natürlich ökonomisch total der Hebel zu Lasten der USA und der restlichen Welt wäre.
Und dann hat die USA aber die ganzen Hilfen blockiert, was dann wieder auch ein ökonomischer Hebel war, der scheinbar stärker war als als die Blockade der Meerenge. Wie wie blickst du darauf, wer ist da ökonomisch am längeren Hebel? Ich meine, es ist immer eine Kombination aus Ökonomie und Politik.
Sind ja sehr, sehr ungleiche Kontrahenten, Israel, Amerikaner auf der einen Seite, Iran auf der anderen Seite. Und es ist klar, dass Israel und Amerika natürlich ungleich stärker finanziell ausgestattet sind. Amerika wird ja sehr wenig tangiert, jedenfalls direkt von irgendwelchen Lieferengpässen, die amerikanischen Ölfirmen profitieren von dem Export. Die entscheidende Frage für Amerika sind die weiterführenden Reaktionen in der zweiten und dritten Stufe, das heißt also, wie reagieren die amerikanischen Energiepreise A und B, wie reagieren die Finanzmärkte auf die Nachrichten aus Iran und damit spekulieren natürlich die Iraner, dass die Amerikaner zwar reich sind und nicht direkt verletzbar, aber dass in einem Wahljahr wie 26.
Keine amerikanische Regierung einen wirklich großen Ölpreisschock riskieren will und die Ölpreise sind global, werden global gesetzt und die gleichen Regeln gelten für die Amerikaner im Grunde wie für alle anderen mehr oder weniger. Das ist die eine Seite für die Iraner ist es wirklich ne Frage des Aushaltens für sie ist es existenziell und das Regime es wurde, das ist ja sehr, sehr zweideutig, ne unklare Informationspolitik seitens der Israelis und der Amerikaner.
Die Frage für die Führenden im Iran, also die Überlebenden innerhalb der Führungsriege Irans ist, gibt es überhaupt für sie eine eine Lösung dieser Frage? Die Israelis tronia im Grunde jede nächste Generation der iranischen Führung mit mit, mit, mit attentäten sie werden ja systematisch eliminiert, die Amerikaner hatten zunächst auch ein Regime Change Programm, scheinen aber jetzt mehr.
Auf Kompromiss aus zu sein, tendenziell, weil die Iraner ja diese Anschläge um diesen, diesen ersten Angriff überlebt haben, hat sich ihre Position verbessert. Die Amerikaner und Israelis haben ihr Meistes getan, und sie hat, es ist ihnen nicht gelungen, das Regime zu stürzen. Tendenziell haben sich also das Gleichgewicht in Richtung Iran verschoben, aber aber unmittelbar ist es natürlich für sie ne absolute Herausforderung, hier noch überhaupt.
Durchzuziehen, und das ist für sie die Frage. Das eine ist gewisser Weise die Sensibilität der Amerikaner, und das andere ist der Aushaltefilm des iranischen Regimes, das jetzt wirklich vor der absolut existenziellen Frage steht, ich meine, das ist zu vergleichen mit Iran, Irak und was wir wissen, ist, dass die die iranische Revolutionargarde ja im Grunde innerhalb des Regimes mehr macht.
Gewinnt in einer solchen Extremsituation. Sie sind besser gerüstet, als man gedacht hat. Sie haben halten auch um die Industrieproduktion in Iran weiterzuführen und aber es ist absolut unentschieden im Moment, ob wir gewisser Weise tendenziell deeskalieren, was für die Iraner im Grunde ein Gewinn wäre.
Sie haben diese diesen Angriff überlebt, und jetzt verhandeln sie auf neuer Basis und alle. Waffenstillstandsdiskussion inkludieren Maßnahmen, die bisher überhaupt nicht zur Frage standen oder zum Beispiel das Ende der amerikanischen Sanktionen oder zumindest die Freisetzung der iranischen Währungsreserven, die in Amerika festsitzen.
Das sind Themen, die bisher überhaupt nicht zur Debatte standen. Aber es gibt natürlich auch die Möglichkeit, mit der man auch rechnen muss, dass wir von hier aus eskalieren, und zwar in eine noch höhere Stufe der Gewalt. Und da wissen wir, glaube ich, einfach nicht, was, was noch möglich ist auf israelischer und amerikanischer Seite wie auch bei den Iranern. Ja, interessante Perspektive.
Jetzt wird ja auch gerade verhandelt. Also wir nehmen das jetzt gerade am 21. April um 15:00 Uhr auf und. Genau, genau, genau und in der letzten Woche war ja auch noch mal, ich will noch mal zurück auf die Zollgebühr für die Durchquerung der der Straße von Hormus, die ja Iran gegebenfalls bekommen würde.
Das hat auch Trump ja mehrmals gesagt, dass das auf keinen Fall passieren wird, wer das ist, das ökonomisch zentral in diesem Deal aus seiner Sicht, wenn das dazu kommen sollte, oder gibt es andere ökonomische Stellschrauben, die quasi auch danach das. Da auch die das Ergebnis beeinflussen, weil wenn quasi durch die Straße von Homus auf alles in Zoll gelegt werden würde, wäre das ja auch sozusagen eine dauerhafte Preiserhöhung.
Kostenerhöhung für alle, die Durchfahren, ist das zentral oder ist das gar nicht ökonomisch die zentrale Stellschraube aus seiner Sicht? Also für die Iraner ist das natürlich eine symbolische Sache. Sie behaupten damit ihre Kontrolle, die sie ja zuvor nie behauptet haben, und das war ja der Grundpfeil der amerikanischen Politik, ihnen das.
Ihnen das nie zu ermöglichen, das ist ja die Kartadoktrin von 79. Das darf im Grunde nicht sein, wenn es dazu kommt, ist das für Iran trotz den Verlusten ein erheblicher Gewinn, finanziell rentiert sich das auch, hängt natürlich von dem von dem Fluss ab und wieviel sie verlangen, wenn wir mal von 100 Tanker am Tag ausgehen und sie verlangen was weiß ich ne halbe $1000000 pro Schiff, dann ist das natürlich ein bisschen Geld. Wird die Schäden in den Rahmen nicht ersetzen, aber es ist ne ist natürlich für die Revolutionale Garde durchaus interessant.
Für den Weltmarkt ist es ist es trivial, weil die weil die Zölle die erhoben werden im im Vergleich zu dem Wert eines Tankers relativ klein sind und weil die Margen für das Öl und das Gas das aus Katar und den Großen. Ölfeldern des Golfs kommen ja absolut riesig sind. Das kann also einfach das verschwindet in der Marge, also die, die der Ölpreis wird ja in einem einzigen riesigen Markt gesetzt und wenn das Öl aus dem Golf fließt, dann ist es etwas weniger wettbewerbsfähig als zuvor, aber es war ja schon immer das Allerbilligste. Und das ist das ist, das wird den, das wird den Weltpreisspiegel vermutlich nicht tangieren, was es tangiert, ist die Unsicherheit, also die Gesamtunsicherheit darüber, was mit diesem
Riesenanteil an der Weltproduktion, diesen 10%, was, was damit geschieht, das ist die zentrale Frage. Und das ist ja auch die zentrale Frage in den nächsten Monaten, was mit dem Ölpreis passiert, sowohl für die EU, für die USA, aber auch für den globalen, sehr klar. Und jetzt gibt es ja auch unterschiedliche Maßnahmen.
Also in Deutschland haben wir jetzt auch kürzlich n Entlastungspaket n halbgares Entlastungspaket bekommen, was quasi im Inland etwas die Energiepreise über die Mineralölsteuer dämpfen soll. Gleichzeitig gibt es ja aber auch n paar internationale Ideen, die Isabella Weber auch so etwas herausgeben und hat kürzlich n Ölkäuferclub vorgeschlagen, wo sich Staaten zusammentun, um.
Ein sozusagen ein Käuferkartell zu bilden auf dem internationalen Markt. Wie stehst du dazu, könnte das eine Chance sein, um quasi da das Machtungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ein bisschen auszugleichen? Ich mein, Das ist ja seit den 70er Jahren in der Diskussion, das ist ja auch der Ursprung des des berühmt berüchtigten IEAS der International Energy Agency, das war ja ein Versuch, ein solches Kartell zu schaffen. Ich find die Idee durchaus durchaus interessant. Ich hab in der Financial Times darüber spekuliert, wie von Beijing aus gesehen zum Beispiel ein egomonialer Plan aussehen könnte.
Die Chinesen haben ja bekanntlich die Allergrößten halten an Öl, man könnte zum Beispiel sich vorstellen, dass China sich als der. Die Schutzmacht Gewisserweise, der der asiatischen Konsumenten hinstellt und seine Bestände als Teil eines solchen Systems, eines solchen Stabilitäts Pads dort einführt. Isabella, so wie ich es verstehe, setzt er bei den Europäern an.
Das ist ja der Fall, dass die Chinesen und die Europäer jeweils rund, sagen wir mal, man kann sich das leicht merken, 10000000 Barrels im pro Tag verbrauchen, sie haben jeweils einen Anteil am Import von Öl global von rund 23%, es ist also ein Bereich, wo die Europäer durchaus auch die Initiative ergreifen könnten. Sie importieren hauptsächlich nicht aus dem Golf, aber das ist wie gesagt für den Weltmarkt irrelevant. Wo das, wo das Öl herkommt, denn es wird in große Schiffe verladen, die fahren dann durch die Welt und sie entlaben dort, wo die Preise die besten sind und zwischenzeitlich dienen die Schiffe als Lager, als sichere Lager. Das heißt, die Chinesen und die Europäer haben ungefähr gleichgewichtige Marktmacht.
Die Chinesen haben größere Reserven, aber man könnte das dazu. Man könnte zum Beispiel sich vorstellen, dass der Europäer Isabella schlägt vor, dann mit den Japanern und den Südkoreanern auch große, Reiche OECD Mitglieder, die Öl importabhängig sind, sich zusammentun und dann stellt man die Chinesen vor vollzogener Tatsache, lädt sie dazu ein. Dazuzukommen und damit hätte man im Grunde den gesamten Importmarkt im Griff und das wäre natürlich ne tatsächliche Machtstellung und was daraus folgt ist natürlich die nächste Frage.
OK, was tun wir mit dieser Macht und wie würden die Amerikaner darauf reagieren, wäre dann auch eine Frage. Und was natürlich im Moment absolut fehlt, ist jede Initiative aus Europa. Ich mein, das Spektrum reicht ja von dem März Meloni Park hinzu, der Peinlichkeit, die von Mark Rutte der einzige Regierungschef, der sich halbwegs vertretbar verhandelt ist natürlich Petro Sanchez in in in Spanien, der natürlich zu Hause auch mit seiner Frau jetzt seine eigenen Probleme hat. Aber eine Initiative aus Europa ist in diesem Sinne, also ich mein, ich fürchte, es ist utopisch, aber diese diese Ideen in die Welt zu setzen, sei es von chinesischer, sei es von europäischer, europäischer Seite, halte ich für. Halte ich für wichtig hier.
Sie werden ja wahrscheinlich auch noch dann weiter Fahrt aufnehmen, wenn sich die Lage weiter zuspitzt. So ist das auch in Deutschland beim Entlastungspaket, da wurde gerade sozusagen nur an der Oberfläche entlastet, um n bisschen abzuwarten, was die Zeit bringt und wenn es dann weitergeht, vielleicht kann dann so ne Idee, die dann in der Welt ist, dann n bisschen Anfahrt gewinnen, vielleicht genau mit dem globalen Süden zusammen mit Brasilien und so weiter wär das ja auch denkbar, oder nicht? Und die und die die EU.
Die Kommission ist ja, wir nehmen am am Dienstag auf, wir warten an das das Paket, ich meine, Europa hat ja letztendlich dann doch eine gemeinsame Gaskaufpolitik zusammenbekommen infolge der Ukraine Krise, man erwartet etwas Ähnliches auf der auf der Ölseite jetzt und insgesamt für die Energie. Und wir wissen noch nicht, was aus Brüssel kommt. Da müssen natürlich dann die jeweiligen nationalen Regierungen auch zustimmen, das heißt also, da ist noch viel, viel im Spiel, der globale Süden ist natürlich der der Leidtragende oder die Leidtragende Partei, man sieht das über Südasien und Südostasien hinweg, die Ostasiaten, also China, Südkorea, Japaner sind die großen Märkte.
Der einzige andere, der wirklich zählt, ins Gewicht fällt, ist Indien. Aber die Leidtragenden sind gerade diese diese etwas ärmeren Schwellenländer und Entwicklungsländer in Asien, von Afrika ganz zu schweigen. Aber ihre Nachfrage ist so klein angesichts ihrer Kauf kaufmöglichkeiten, dass sie kaum ins Gewicht fallen im globalen Markt, das ist ja der. Der der Teufelsschluss also je ärmer man ist, desto weniger Stimme hat man in diesem Marktgeschehen. Wir haben ja am Anfang über den den Nebel gesprochen, der quasi gerade die ganzen Preise umhüllt. Der Nebel des des Friedens.
Die Frage ist natürlich auch, wie sich das unterm Strich auf die Wirtschaftslage auswirkt, die daraus folgt ja aus dem Preisschock. Klar, wenn der Preisschock nicht absehbar ist, kann man natürlich auch die wildesten wirtschaftlichen Prognosen anstellen, in Deutschland gab es jetzt einige Prognosen, auch vom IWF gab es jetzt einige Prognosen, wo die Wachstumsraten nach unten korrigiert wurden, die USA liegt gerade bei 2,3%, die EU bei 1,1% und Deutschland bei 0,8% für 2026 also. Leichte Korrektur nach unten, aber noch keine drastischen Korrekturen nach unten.
Wie schätzt Du das ein, Wo stehen wir gerade, zu welchem Zeitpunkt sind ist da schon der, der die Größe des Preisschocks, wie er gerade abbildbar ist, schon eingepreist? Oder ist das quasi noch eher sozusagen eine eine Prognose, die auf diesen sehr vorsichtig ist und noch gar nicht mit einer weiteren Verschärfung arbeitet? Es gibt 2 verschiedene Perspektiven auf diese diese sehr berechtigte Frage.
Das eine und das war das Thema der Diskussion in Washington letzte Woche ständig, war, warum reagieren die Märkte nicht, also es gibt wirklich so n so ne kognitive Dissonanz zwischen der geopolitischen und politischen Einschätzung, die natürlich katastrophal ist, wie wie, wie kann es nur zu diesem Krieg kommen, warum sind wir in einer? Neuen, von Israel, von Konservativen in DC bestimmten Neokonservativen Wahnvorstellungen. Warum schlittern wir zurück zu 2003, wie kann das sein? Und auf der anderen Seite die Märkte, die bisher relativ optimistisch auf alles reagieren? Die amerikanischen Aktienwerte sind ja wieder auf Höhen, da gibt es ne absolut massive kognitive Dissonanz, und dann ist natürlich die Frage, wann,
wie passt sich das an und wann geschieht das. Die andere Dimension ist, dass es wohl tatsächlich der Fall ist, dass der Schock, der bisher zwar von der Angebotsseite absolut massiv ist, aber die reichen Länder haben die Möglichkeiten, darauf zu reagieren, das ist das, das ist das Entscheidende, es ist, wir sind ja nicht mehr in einem Pipelinesystem, wo Gassysteme wirklich absolut abhängen, dass Gas durch eine bestimmte Leitung von einem bestimmten Anbieter kommt, dass die europäische Situation in Bezug auf Russland 22 und. Und es geht um fungible Ressourcen für die reichen Länder ist das natürlich nicht attraktiv. Die Situation aber, wo du wirklich den Schock siehst, auch in den Berechnungen des IWF S.
In den pessimistischen Szenarien ist bei den armen ölimportierenden Ländern, wo dann der BIP auf einmal so bei negativ 234 5% liegt und die machen ja im Moment 3 Tage Woche 4 Tage Woche, die Schulden sind geschlossen, der öffentliche Kanal. Verkehr muss, muss, muss Doppelschicht fahren, um private Autofahren zu entlasten.
Das ist eine vollkommen andere Situation, die Rationieren ja tatsächlich durch fossilen Energie, nur sie sind wie gesagt im in der Weltwirtschaft bezogen auf die Weltwirtschaft relativ kleine Größen, sie schlagen also sich nicht nieder in diesen Prognosen des IWFS, aber das ist die. Das ist jetzt die zynische Realität hinter diesen relativ bescheidenen Veränderungen bei den reichen Ländern und den dramatischen Veränderungen, die die gar nicht, die gar nicht thematisiert werden und auch nicht die Schahlzahlen bestimmen. Aber da sieht man es wirklich.
Verstehe ja, da sollten wir noch mal gezielter drüber sprechen, vielleicht in einer der nächsten Wochen über den globalen Süden und die konkreten Auswirkungen. Aber vielen Dank an der Stelle erstmal für deine Einladung. Bitte, bitte. Das war das kurze Video mit Adam Tous über den Iran Krieg falls euch gefallen hat, lasst gerne einen Daumen nach oben, da ein Abo und einen Kommentar und checkt auf jeden Fall das 1€ Angebot in der Videobeschreibung aus.
Falls ihr auch kein Circle Abo habt, das würde uns sehr unterstützen und ansonsten sehen wir uns beim nächsten Video.