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The Holy Club

Leadership Gathering in Calgary - Part 4

Samstag, 24. Oktober 2026 · 27 min

MP3

Shownotes

Direkt nach dem letzten Sitzungstag feiert Richard sein Debüt im HolyClub und stattet zusammen mit Moritz einen Besuch bei Marie-Theres im 31. Stock ab.
Ein emotionaler, roher Eindruck eines bewegenden Tages in Calgary.

Hier ist unser Arbeitsheft verfügbar: resourceumc.org/-/media/umc-media/2026/10/20/2… (resourceumc.org/-/media/umc-media/2026/10/20/2…)

Der Holy Club – täglich neu aus Calgary diese Woche.

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Und ein weiteres Mal sage ich guten Morgen, guten Mittag oder guten Abend, je nachdem, wann ihr eingeschaltet habt. Ich notiere fürs Logbuch, es ist Ortszeit 17.33 Uhr. Zu früh waren wir noch nie dran. Und das hat den Grund, dass wir heute unsere Arbeit gut beendet haben mit dem letzten Sitzungstag und jetzt vor dem Abendessen einfach das noch abhaken wollen, weil vielleicht wartet ein geselliger, euchtfröhlicher, methodistischer Abend auf uns.

Und ich freue mich auch heute wieder nicht alleine zu sein. Ich bin nochmal ganz hochgefahren im Hotel, 31. Stockwerk, die Sonne scheint noch am Horizont, die Rocky Mountains und Marie-Therese hat die Türe geöffnet und reingekommen ist Richard Künzl aus der OJK. Schön, dass du da bist, Richard. Herzlich willkommen im Holy Club.

Vielen Dank. Es ist eine Ehre, da zu sein und tatsächlich, die Sonne scheint mir ins Gesicht und ja, ich bin gespannt, was wir heute noch besprechen werden. Ganz genau. Wir schauen hier im Holy Club jeden Tag so ein bisschen auf den Sitzungstag zurück. Und Marie-Therese ist natürlich auch da, deshalb darf die uns gleich mal in den Tag mit reinnehmen, denn mit der bin ich heute Morgen schon bei Schneeregen durch die Kälte gestapft. Es gab einen Temperatureinbruch.

Und wie haben wir es dann gemacht? Wie sind wir angekommen in der Knox Church? Nachdem wir ein bisschen durch Nest in der Knox Church ankamen, war es, Eine ganz, ganz freudige Stadt, finde ich. Ich weiß nicht, ob es zu Richard auch so ging. Aber wir haben getanzt, wir haben gesungen, wir haben gefeiert, wir haben geklatscht und es war total lebendig und für mich hat es sich heute aber passend angefühlt.

Manchmal merke ich ja, es ist nicht so meine Art und Weise. So sehr starke Lobreichsgesänge. Aber heute war es total passend. Wir haben wirklich uns bewegt. Und es war einfach freudig. Wir haben heute wirklich, dieses Thema auch Serve Joyfully, das hat den ganzen Vormittag durchzogen, auch mit den Rednern, die sehr persönlich gesprochen haben.

Und da war wirklich Freude im Raum. Und ich liebe das. Freude war auch im Raum, weil Moritz, du heute Geburtstag Auch auf diesem Weg nochmal alles Gute. Ich glaube, im Namen von allen wahrscheinlich, die diesen Podcast hören. Wir haben dir heute gratulieren dürfen und Gottes Segen wünschen dürfen. Und das war, glaube ich, einer der schönsten und fröhlichsten Momente, mit denen man hätte in so einen Tag starten können. Alles Gute auch jetzt nochmal.

Vielen Dank, vielen Dank. Wenn ihr das hört, ist es schon vorbei. Also ihr müsst nicht alles schreiben. Es war tatsächlich schön und zwar besonders. und heute wurde allen Geburtstagskindern, die praktisch im Laufe der Tagung Geburtstag haben, gratuliert und ich war jetzt der Einzige, der dann zufällig noch an diesem Tag Geburtstag hat.

Also ich habe viele Glückwünsche aus vielen Ecken dieser Welt entgegennehmen dürfen und war Teil von dieser methodistischen Familie, würde ich sagen und damit bin ich auch schon beim nächsten Punkt eigentlich. Wir haben die letzten Tage versucht, euch mit reinzunehmen, was wir in den kleinen Gruppen machen, was in den Vorträgen so auf uns reinkam und heute Vormittag waren die Vorträge, wie Marie-Thérèse schon, angedeutet hat, deutlich persönlicher, lebensnah praktischer, nicht so sehr akademisch und.

Dadurch habe ich, der ich mich jetzt in Deutschland eigentlich nicht so fühlen würde, also ich habe immer Probleme mit so dieser Anrede, liebe Geschwister und mit dieser verordneten Nähe sozusagen, aber heute hat es sich für mich stimmig angefühlt, weil ich echt das Gefühl hatte, dass wir so intensiv die letzten Tage hier zusammengearbeitet und gelebt haben, dass ich mich jetzt für den Moment hier tatsächlich als Teil dieser United Methodist Church fühle mit Leuten aus aller Welt.

Das war für mich schon sehr, sehr besonders. Wie ging es dir damit, Richard? Mir ging es sehr ähnlich. Ich habe tatsächlich in den letzten Tagen auch immer mal Probleme gehabt. Genau diese Geschichten, auch diese Vorträge zu verbinden mit der Frage, was ist unser Auftrag jetzt hier während der Konferenz? Und heute ist es persönlich geworden, es ist fröhlich geworden, wie ihr es schon gesagt habt.

Aber auch nochmal konkret. Und ein Beispiel war ein Vortrag, ich habe tatsächlich leider den Namen vergessen, des Speakers Tyler, Dankeschön, der von seiner Geschichte erzählt hat, wie er, ich glaube, in Minnesota, an der University of Minnesota, eine Campusgemeinde gegründet hat und begonnen hat nur mit fünf Personen.

Die Frage gestellt hat, Leute, wollen wir eine Campusgemeinde von nur fünf Personen sein oder wollen wir 25 sein? Und das ist eine Frage, die eigentlich niemanden vom Hocker haut, weil von 5 auf 25, komm mal, das ist jetzt kein Riesensprung. Wir erwarten immer diese großen Sprünge, diese ganz großen Dinge, die passieren, aber von 5 auf 25, klar, also das kriegen wir doch hin.

Und tatsächlich, innerhalb von kürzester Zeit, haben sie genau das geschafft. Ihre kleine Gemeinde, ihre kleine Kapusgemeinde von 5 auf 25 Schwierende zu bringen und es mittlerweile nochmal zu verfünffachen. Und jetzt sind sie schon bei 125. Und er hat uns ganz klar vorgerechnet. Was passieren könnte, wenn wir als Methodisten das machen? Wir sind weltweit fast 12 Millionen Methodisten und Methodistinnen natürlich auch.

Wenn jeder von uns nur 25 Leute ansprechen, wie viele Leute haben wir dann, die weltweit Veränderungen bewirken können? Und das sind ziemlich viele. Ich bin nicht gut im schnellen Rechnen, aber ihr könnt ihr Hörerinnen und Hörer bestimmt mitrechnen, wie viele Millionen Veränderungstreiberinnen und Veränderungstreiber das sein können.

Und das ist tatsächlich schon schnell eine kritische Größe, die gesellschaftlichen Impact haben kann. Das fand ich auch wirklich berührend. Diese 25 einfach zu sehen und zu sagen, wenn du 25 hast, ist totale Change. Es ist einfach, es verändert was. Und ich war heute früh auch noch berührt von zwei Frauen. Ich weiß auch leider nicht mehr ihren Namen.

Und sie sind zu zweit. Also einer hat gesagt, ja, eigentlich bin ich gefragt worden, dass ich sprechen soll über meine Verhältnisse und meine Erfahrungen. Und sie hat gesagt, aber ich will nicht alleine sprechen. Ich habe das Mikro alleine bekommen, aber ich kann das auch teilen. Und dann kam noch eine andere Frau dazu.

Ich war eine Afrikanerin und ich glaube Hispanic American. Genau, also die beiden zusammen und sie waren dann zusammen auf der Bühne und haben sozusagen ihre Erfahrungen geteilt und sich so abgewechselt und auch zugesprochen und, haben über das gesprochen, wo sie gesagt haben, okay, da ist für uns Freude in dem, was wir tun und dass sie es zusammen gemacht haben und zwei Frauen, die das mit uns geteilt haben, das war auch bewegend.

Das war sehr bewegend und Und die wurden auch konkret, weil es auch um Beispiele aus so einer Nachbarschaftsinitiative ging, wo Leute ihr Essen miteinander geteilt haben. Und dann haben alle was dazu gesagt. Und zum Schluss war es ein Festmahl. Ich will nochmal zurück auf den Teiler gehen, weil diese 25, die hat er nicht zufällig gewählt, sondern es gibt Studien, wie groß die Masse an Widerständigen sein muss, um autoritäre Systeme zu stoppen.

Und das ist so diese Critical Mass Study, die kenne ich auch, aber er hat das sehr schön plastisch dargestellt, dass überall auf der Welt Autoritarismus ein Problem ist, dass Autoritarismus ganz oft gegen MigrantInnen, gegen LGBTQ Menschen, gegen Menschen mit Behinderung so als erstes vorgeht. Und wir können das ja im deutschen Kontext auch schon erahnen.

Und er hat dann gefragt, was können wir als Kirche machen, um da praktisch solidarisch zu sein. Und er hat dann, weil er in Minnesota ist, die ICE-Agents und Raids und sowas aufgeführt, also wo der Staat sehr autoritär durchgreift und Exempel statuiert. Und jetzt mit dieser Critical Mass-Studie, hat er gezeigt, dass wenn alle MethodistInnen diese 25 dazunehmen, dann haben wir von den 12 Millionen MethodistInnen ausgehend genau 3,5 Prozent der Weltbevölkerung.

Das bedeutet, dann hätten wir praktisch das Werkzeug, autoritäre Systeme in dieser Welt aufzuhalten. Und da ist natürlich, das gestehe ich ein, eine ganze Spur amerikanischer Idealismus irgendwie mit verbaut. Das will ich nicht abstreiten. Aber trotzdem hat er gezeigt, es braucht gar nicht unendlich viel Wachstum oder irgendwie ein ganz neues Rezept, sondern was sie da in Minnesota gemacht haben, ist Nachbarschaftshilfen zu organisieren.

Sie haben tatsächlich gebetet für die Leben ihrer NachbarInnen. Sie haben Ausschau gehalten, wann kommen die ISH-Agents, wie können wir da Blockaden organisieren. Und das alles im Namen einer Kirche. Also dieses von Jesus aufgerufen zu sein, deinen Nächsten zu lieben, das wird da sehr konkret. Je nachdem, wie wir unsere Gegenwart beschreiben, könnte das in ganz anderen Kontexten auch sehr schnell sehr konkret werden.

Und sich dafür zu rüsten, dafür war es für mich genau das Richtige, das so zu hören, in dieser Konkretion auch. Und er hat, das fand ich auch sehr stark, er hat dann gesagt. Wenn sozusagen diese autoritären Regime und Regierungen, wenn sie die Menschen verfolgen können, Menschen mit Einschränkungen, alles, was du benannt hast, dann kann es auch so sein, dass sie sozusagen alle von uns verfolgen.

Egal, welche Identität ich habe und so weiter und so fort. Und das war natürlich nochmal so ein wow, Moment, na klar, ja, und er hat dann nochmal, und das fand ich, seine Überschrift war ja, wir glauben an einen Gott, der uns zusammenbringt, der uns verbindet. Und diesen Moment zu sagen, lass uns an der Stelle verbinden, wo es konkret ist und dann rausgehen und uns überlegen, was wir damit tun, Genau, ich glaube, weil das auch diese theologische Dimension dabei hatte, deshalb hat mich das auch so angesprochen und dann in eine Verbindung geführt mit den Menschen, die jetzt hier in Calgary zusammenkommen.

Also da war ganz vieles dabei. Und wir haben dann noch einen Vortrag gehört von einer Diakonissin aus dem afrikanischen Kontext, die ihren Weg in diesen Dienst rein beschrieben hat, der eigentlich unmöglich war, weil in den Kontexten, in denen sie unterwegs ist, es das eigentlich nicht gab. Und jetzt konnte sie nicht hier sein, sondern nur per Video zugeschalten, wegen Visums-Issues, aber sie hat trotzdem geteilt und mit Bildern und Videos das gezeigt und dann sind plötzlich alle afrikanischen Geschwister aufgestanden und sind durch den Raum, mit Lobpreis und Gesang und wir durften mitmachen und mich hat es dann schon richtig umgehauen, also ich habe geweint da heute Morgen und war echt angefasst und das war schon was,

wo ich die letzten Tage noch in so in der Suchtbewegung war und jetzt bin ich wahrscheinlich ein bisschen sehr euphorisiert und ergriffen, aber da passiert was. Also in mir ist was passiert und ich hoffe, dass davon so ein bisschen was rüberkommt. Total. Das habe ich auch gespürt und ich glaube, das war ein Charakter, der sich auch über die ganzen Tage bezogen hat, dass der Wille und auch die Bereitschaft und auch die Reflexion miteinander zu arbeiten und sich selbst auch zurückzunehmen.

Jetzt war Ich in den letzten Jahren persönlich, ich komme ja auch aus dem Gebiet der OJK, auch viel international unterwegs und deshalb bin unserer deutschen EMK eher lokal, involviert und seit einigen Jahren, ich war auch Jugendvertreter, aber auch kein Teil mehr der Konferenz. Nie ein Delegierter zur Zentral- oder gar Generalkonferenz gewesen.

Deshalb habe ich gar nicht den Einblick so richtig, wie konfliktreich es die letzten Jahre doch auch war. Für mich natürlich ein Segen. Gleichzeitig auch habe ich viel in meiner Gruppe erlebt. Genau das gespiegelt bekommen. Es verändert sich was und allein die Tatsache, wie wir jetzt in den letzten Tagen arbeiten konnten, wie kollegial, wie raschig, flach auch, wie bereit und rücksichtsvoll wir miteinander auch um Worte gerungen haben und auch die Perspektiven anderer versucht haben, so viel wie möglich einzubinden.

Es war viel ein Ja und statt ein Ja aber. Und das ist, was ich gespürt habe und auch gespiegelt bekommen habe, hier verändert sich auch in unserer weltweiten Kirche tatsächlich fundamental was in der Art und Weise, wie wir miteinander arbeiten. Das würde ich auch unterstützen. Die Tage jetzt erst verstanden. Ich sage mal, deutsch-europäisch ist dieses Arbeiten für mich, ja, das ist in mir.

Wir sitzen immer am Tisch und versuchen Perspektiven zu teilen und wir versuchen, demokratische Strukturen zu haben in unserer Gemeindearbeit. Aber weltweit ist es eben nicht so. Und das ist das Besondere an diesem Gathering. Das hat ja Stefan auch noch mal so ein bisschen erklärt mit diesem Rückblick auf die Generalkonferenten.

Das ist was Besonderes, dass diese Art und Weise des Arbeitens so achtsam wie möglich und so flach wie möglich in der Hierarchie und in diesem Zusammensein, das ist neu für unsere Kirche und vor allem auch, glaube ich, für die, die sozusagen neu dazukommen und jung sind und sich einbringen wollen, ist das eine total gute Erfahrung und ich habe für mich heute gemerkt, ähnlich wie bei dir, Moritz, ich fühle mich zugehörig zu dieser Gemeinschaft, ohne dass es übergriffig ist.

Das sind meine Geschwister, die ich hier getroffen habe, weltweit. Und heute ist der erste Tag, wo ich wirklich für mich auch so nochmal in Kontakt gehen konnte. Ich bin jetzt ein bisschen angekommen. Ich hatte heute viele Gespräche und inspirierende Momente und manchmal auch nur so eine kurze Verbindung.

Man lächelt sich an, man fragt nochmal kurz was nach. Und heute ist so ein besonderer Tag auch gewesen. Ja. Also du sagst, dass das für dich oder für uns in Deutschland oder Europa normal ist. Da würde ich jetzt meine Erfahrung nebendran stellen und sagen, für mich ist es nicht so normal. Also ich habe das Gefühl, dass heute eine gute Balance aus Realität benennen und teilen, aber auch aus einer Hoffnung, die irgendwie in diesen Teilen erwächst, gekommen ist.

Und das hatten wir die letzten Tage hier nicht, fand ich. Also in den Vorträgen, die die letzten Tage waren, da waren oft irgendwelche Studien oder Analysen zu dem, wie Kirche in Gesellschaft fügt und so weiter und so fort. Aber heute haben Leute ihre persönliche Hoffnungsgeschichte in dieser Welt mit allem Schmerz, mit allem, was schwierig ist, mit allem, was Angst macht, genannt und geteilt.

Und wir haben das tatsächlich auch dann in unsere Kleingruppe mitgetragen. Unser Facilitator wollte direkt wieder anfangen mit der Tagesordnung und dann war ich, weil ich Geburtstagskind war vielleicht auch, durfte ich eine Suggestion einbringen, also einen kleinen Vorschlag machen. Und ich habe dann gesagt, können wir nicht einmal eine Runde machen?

Wie sitzt ihr gerade da, körperlich und seelisch? Und das kam daher, dass ich schon beim Frühstück mit Eunice aus dem afrikanischen Kontext mich kurz geschlossen hatte und mir so das Gefühl hatte, wir müssen nochmal in dieses einander zuhören gehen. Und dann kam der Vormittag und dann dachte ich, okay, ich will das jetzt hören von allem.

Und dann haben wir eine Runde gemacht. Und von ganz privaten Sachen, die die Leute beschäftigt haben und mitgebracht haben, zu diesen großen strukturellen Fragen war alles mit am Tisch. Das gelingt mir persönlich in meinen Kontexten in Deutschland nicht oft. Oder also immer auf gar keinen Fall, aber auch nicht oft.

Also wo schaffen wir es, eine Kirche zu sein, in der wir tatsächlich den verschiedenen Realitäten der Menschen, mit denen wir zu tun haben, Raum zu geben, das zu halten, das auszuhalten, dass das auch nicht gleich deckungsgleich sein ist und daraus eine Kraft zu entwickeln. Und ich fand das heute wirklich heilig. ja nicht, naja, ich bin völlig drüber.

Merke ich selber, aber ich fand das wirklich besonders. Und daraus, ich will noch gar nicht die Ergebnisse aus meiner Kleingruppe präsentieren, das mache ich die nächsten Tage mal. Aber diesen Moment, auch diese Runde dann nach der Mittagspause, das war für mich das coolste Geschenk. Das habe ich nicht erwartet, das hier zu erleben. Ich gebe dir recht.

Ich glaube, was ich meine ist, dass diese Art des Arbeitens im Sinne von, man geht in so eine Kleingruppe, man bespricht so ein Thema, versucht irgendeinen Konsens zu finden. Das ist mir persönlich vertraut. Das meine ich, glaube ich. Und es gelingt uns natürlich nicht immer, alle mit einzubeziehen und die Realitäten abzudecken und zu hören und anzuhalten und zu sagen, ich nehme wahr, was du sagst.

Aber grundsätzlich diese Art des Arbeitens ist mir sehr nahe. Und ich versuche, das zu implementieren in meine Gemeindearbeit und in unserer kirchlichen Arbeit. Und das, glaube ich, ist weltweit eben nicht so gewesen in diesem Miteinander, in diesem kleineren Gruppen. Vor allem nicht über die letzten Jahre, was man gehört hat. Und das ist auch nicht selbstverständlich für die Gesellschaft, in der wir aktuell leben.

Wir müssen nur auf Social Media schauen. Wir müssen nur die Wahlkämpfe der letzten Wochen anschauen, der letzten Monate. Die Fähigkeit in Liebe und in einem konstruktiven Miteinander und vor allem immer in dem Fokus, was richten meine Worte auch in meinem Gegenüber, in meiner Gegenüber an, welchen Einfluss haben sie auf die Gruppe, der war auch in meiner Gruppe sehr, sehr stark und wirklich wohltuend.

Und damit habe ich nicht gerechnet, gerade mit der kulturellen Winse, die wir natürlich alle mitbringen. Und jetzt muss man sagen, war leider natürlich die Konferenz nicht so multikulturell, wie sie hätte sein können, wie sie hätte sein sollen. Aber trotzdem hat man gemerkt, Leute kommen mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen aufeinander zu.

Und dass das gut gelungen ist, ist ein Riesensegen gewesen und vielleicht sogar ein Stück weit ein Wunder, ist aber auch eine Einstellungsfrage gewesen. Und ich glaube, man im Englischen sagt, the tone setting. Welche Erwartungen auch an uns als Delegierte gesetzt wurden, implizit, aber auch explizit, das war stark und hat den Gesprächsverlauf wirklich auch beeinflusst, stark positive.

Das würde ich auch sagen. Und was ich auch spannend finde, was ich aus meinem Kontext nicht so sehr kenne, ist, wie eng das Ganze an so ein christliches Framework, oder Vokabular geknüpft wird. Also wir reden hier ganz konkret über Nachfolge, über Jüngerschaft, über wie wird Jesus greifbar und konkret.

Und das so miteinander zu verknüpfen, das merke ich, das ist bei mir kulturell bedingt anders. Also ich bin klassischer deutscher Theologe. Ich habe meine Studien an der Uni und habe das dann alles so schön irgendwie für mich ausformuliert. Aber das ist so unmittelbar zu haben. Das lerne ich jetzt gerade hier.

Und ich muss dann auch wieder aufpassen in Berichten, dass das vermittelbar bleibt. Aber ich will es jetzt trotzdem hier genauso roh benennen. Also das ist schon ein sehr geistlicher Prozess, den wir gerade machen. Ein sehr geistlicher Prozess und vor allem ein Prozess, der in der Latte, die gelegt wurde, die war enorm hoch.

Und ich war zu Beginn der Konferenz und vor der Konferenz skeptisch, ob wir diese Latte überhaupt halten können, auch in der Ernsthaftigkeit. Der Ansatz und der Anspruch dieser Konferenz, zu sagen, wir wollen aus dieser Konferenz gehen und konkret ein Bild entwickelt haben, zumindest die Skizze eines Bildes, wie unsere Kirche 2050 aussehen soll. Die Latte kann kaum höher sein.

Die ist maximal hoch an 300 Leute aus der ganzen Welt. Und es ist enorm schwer, wenn die Latte so hoch liegt, dem Anspruch dann gerecht zu werden und nicht aus der Perspektive eines Delegierten, nicht in eine, was habe ich denn hier zu sagen und. Wie kann ich hier beitragen. Nicht in eine Einstellung zu fallen, die es gar nicht mehr so ernst nimmt.

Weil je größer das Ziel, desto schwieriger ist es, das Ziel auch wirklich ernst zu nehmen und zu verfolgen. Who am I? Who are we? Was wird das, was wir jetzt auf so einem großen Level machen, was wird das dann schon in unserer lokalen Gemeinde verändern? Und das ist die Ernsthaftigkeit, die ich erhofft habe, die wir eingehalten haben, die mich darum glücklich macht und die auch nicht selbstverständlich ist.

Und Richard, was denkst du, haben wir das, also wir haben heute versucht, so ein bisschen das abzuschließen. Wir haben heute versucht, unsere Realitäten zusammenzufassen, die wir sehen. Wir haben gesagt, wie können wir das neu, also oder auch verändern, neu beleben, transformieren. Und dann haben wir heute versucht, First Steps, also erste Schritte zu erinnern.

Was können wir ausprobieren? Was sollten wir bedenken? Was könnte so ein erster Schritt sein, zu gehen, dass wir da hineinleben in diese Vision von Kirche 2050? Ist uns das heute ein bisschen gelungen? Ich finde ja und die Perspektiven, ich glaube, das wird sich in den nächsten Tagen noch ein bisschen auch setzen in uns.

Wichtig ist, glaube ich, zu verstehen, der Anspruch der Konferenz war es, ein Bild der Kirche der Zukunft zu entwickeln, aber noch nicht so weit zu gehen, zu sagen, das sind ganz, ganz, ganz konkrete Dinge, die wir jetzt strukturell verändern. Erst recht nicht legislativ, also gesetzgebend, sondern wirklich ein Bild zu entwickeln.

Da ganz kurz, also am ersten Tag wurde explizites Verbot, das Book of Christian Bernden, also die VLO, auch nur auszupacken, ausgesprochen. Und es war klar, es gibt ein paar Nerds, die haben ihr Book of Disciplesion auf jeden Fall dabei und die mussten es aber stecken lassen. Genau, das mussten sie und trotzdem ist es manchmal gefallen, aber es war witzig, wie strikt genau diese Regel eingehalten wurde.

Aber um deine Frage zu beantworten, ich glaube, wir haben das Ziel schon erreicht, allerdings wie gesagt, Erwartungsmanagement nicht in der Form, dass wir jetzt konkret Antworten oder Lösungen und konkrete Dinge rausgekommen sind, sondern ein Bild. Und ein Bild muss noch gerahmt werden. Ein Bild entfaltet seine volle Schönheit auch erst vor dem Hintergrund der Wand.

Jetzt spreche ich sehr metaphorisch, aber erst vor dem Hintergrund der Farbe der Wand, des Lichteinfalls, auch der Farben, die am Ende noch gewählt werden. Und ich glaube, wir haben eine Skizze des Bildes geschaffen, wie die Kirche aussehen soll, welche Farben gewählt werden, welche Pinsel gewählt wird.

Ob es auf Glas gemalt wird, auf Canvas, auf Leinwand, wie auch immer. Das wird alles, glaube ich, in den nächsten Jahren noch entwickelt, aber das grobe Bild, glaube ich, das ist in einigen Zügen schon entstanden und ich bin gespannt... Zu lesen, was unsere Vorschläge, unsere Beispiele auch in einigen Wochen, auch in uns als Delegierten noch auslösen werden, wie nachhaltig sie auch sind.

Und manche werden wir natürlich auch verwerfen, das ist ein Teil des Prozesses. Ich meine, es waren 15 konkrete Vorschläge, wahrscheinlich sogar mehr als das. Wenn wir nochmal in diese kleineren Gruppen gehen, dann sind es ja sogar dreimal 15, also 45 konkrete Bildvorschläge. Aber ich glaube, diese Skizze und jetzt möchte ich in meiner Metaphorik bleiben, die Skizze, die haben wir geschaffen, Das ist richtig gut dass Richard heute hier seinen Auftakt macht, also das war ja ein Feuerwerk an Metaphern und an Vergleichen und das ist richtig schön und ihr seid es jetzt schon mittlerweile gewohnt, dass ich mich irgendwann im Laufe des Gesprächs einfach ausklinke und jetzt mit Blick auf die Uhr werde ich gleich bei meinem geburtstaglichen Abendessen

sein und lasst jetzt einfach mal wie Therese und Richard mal gucken, wie so den Holy Club jetzt beenden für heute. Wir beenden ihn als OJK-Delegierte. Wie schön ist das denn? Das finde ich auch super. Und da ich tatsächlich ja auch, ich habe dir ja schon gebeichtet, auch noch keine einzige Podcast-Folge selbst gehört habe.

Also es ist für mich eine Ehre, ein Teil des Podcasts zu sein, ohne ihn je gehört zu haben. Das werde ich auf dem Rückflug, werde ich alles hören. Mal schauen, ob ich diese Erwartungen halten kann. Das wird auf jeden Fall herausfordernd. Aber weiß ich tatsächlich gar nicht, was Traditionen hier sind oder nicht.

Es gibt, glaube ich, keine. Wir sagen jetzt einfach guten Morgen, gute Nacht, schönen Tag. Wir hoffen, ihr habt eine gesegnete Zeit, wo auch immer ihr seid und zuhört. Und wir gehen inspiriert und voller Freude jetzt zu unserem Dinner und wir werden Moritz noch ein bisschen feiern und ein bisschen hoffen wir auch darauf, dass er uns ein Bier ausgibt, maybe.

Kurzer Seitenklick, er zeigt den Daumen. Definitiv. Ja, und von meiner Seite hoffe ich, dass ihr genauso ein Sonnenstrahlen ins Gesicht bekommt, wie genau ich es gerade bekomme, denn es ist die gleiche Sonne, die euch anstrahlt in Deutschland als auch in Kanada.

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