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Shownotes
🎙 Sonderfolge: Feminismus + Methodismus = It’s a Match! 🎙
Diese Woche gibt’s eine besondere Episode im HolyClub! 💥 Sarah und Moritz tauchen ein in die spannende Verbindung von Feminismus und Methodismus – und feiern inspirierende Frauen, die Kirche und Gesellschaft geprägt haben.
✨ Dich erwartet:
✅ Warum Methodismus und Feminismus von Anfang an zusammengehören 💡
✅ Starke Frauen der Geschichte von Susanna Wesley über Harriet Tubman zu Rosa Parks & Catherine Keller - und viele mehr 🚀
✅ Überraschende Anekdoten – von Küchenpredigten bis zum Regen-Segen 🌧️
✅ Was können wir heute aus ihrer Geschichte lernen? 🤔
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Music. Ja, letztens hat Damien eingeführt und hat das so wunderbar gesagt, alle unheiligen und heiligen Methodistinnen und Methodisten, die es noch nicht sind und die es noch werden wollen. Und ich schaffe das irgendwie nicht so gut wie Damien, aber trotzdem ein herzliches Willkommen zum Holy Club mit Sarah und Moritz. Hi Moritz.
Hallo Sarah, ich finde, du hast das ganz gut gemacht, auch wenn du nur Damien nachgeplappert hast. Ich bin einfach nicht so, ihr seid da ein bisschen geschickter mit der Einleitung. Ich muss es ablesen, sonst geht es irgendwie nicht. Aber ich freue mich trotzdem jetzt aufzunehmen mit dir. Es ist nämlich eine kleine Sonderfolge, kann man sagen.
Wir machen es unregulär. Genau, richtige Sonderfolge. Wir haben gemerkt, zwei Sachen haben wir gemerkt. Einmal, dass der März fünf Montage hat und unser Konzept nicht aufgeht. Und dann, was wir eigentlich gemerkt haben, 8. März war internationaler Kampftag, feministischer Kampftag oder Weltfrauentag.
Und wir haben gemerkt, das ist eigentlich ein Thema, was uns richtig angeht. Jetzt nicht, weil wir drei Frauen sind, aber immerhin eine, sondern weil unsere Kirche und unsere Gesellschaft auf so vielen Frauen aufbaut und so viele coole Frauen, die wir feiern wollen und wo wir auch immer merken, wir sind noch nicht ganz da, wo wir eigentlich sein wollen.
Und dann haben wir gedacht, den Tag nutzen wir. Und das haben wir gemacht auf Instagram. Sarah, da hast du einen fantastischen Post mit methodistischen Feministinnen gemacht. Und jetzt haben wir den einen Montag und dachten, wir reden mal drüber, oder? Ja, genau. Und zwar deswegen, weil ja doch einige zuhören, die kein Instagram haben und dass denen ein bisschen vorbeigeht, was wir da Tolles gepostet haben.
Ich habe nämlich mal ein bisschen recherchiert. Das ist so mein Hobby. Ich bin Hobbydetektiv. Ich mag das einzutauchen in Historisches und Vergangenes und habe da unfassbar tolle Frauen gefunden im Methodismus und habe die dann ein bisschen porträtiert mit einigen Slides. Ich hätte auch noch viele mehr schreiben oder recherchieren können.
Es gibt nämlich ganz, ganz viele tolle Frauen. Aber ja, ich habe das dann unter dem Begriff Methodismus und Feminismus. It's a match, habe ich das beschrieben. It's a match, Englisch für das passt einfach zusammen. Und ich habe mir gedacht, wir können ja darüber sprechen. Also ich erzähle doch, was ich da geschrieben habe und wir reagieren drauf.
Und wenn ihr mögt, reagiert ihr auch drauf, indem ihr uns eine Nachricht schickt oder ein E-Mail. oder wie auch immer ihr uns kontaktieren möchtet. Genau, dann machen wir das doch. Auf Instagram habt ihr nämlich uns auch die Vorschläge für diese Frauen geschickt. Also man musste Sarah nur noch Namen hinwerfen und dann konnte sie in ihre Recherche sich einbuddeln und ein paar Tage später kam dann was Schönes raus und jetzt wollen wir das eben nicht nur mit der Instagram-Community teilen, sondern auch mit den Zuhörenden.
Ja, ich habe tatsächlich, es waren nicht so viele Namen, muss ich dazu sagen. Das ist nämlich eine kleine Einladung an dieser Stelle. Falls ihr Instagram habt, dann folgt uns doch bitte gerne auf Zweifel. Äh, Zweifel-Club komme ich schon. Das ist mein anderer Podcast. Holy Club. Ich habe es mit den Clubs.
Folgt uns gerne und schickt uns dann eure Meinungen und Kommentare. Also, wir gehen rein. Ich habe als erstes geschrieben, Methodismus und Feminismus ist schon seit Beginn unserer Bewegung a match. Zum Internationalen Frauentag, auch Feministischer Kampftag genannt, stellen wir euch heute ein paar unserer Lieblings-Meto-Frauen vor.
Und ich habe mir dann gedacht, eigentlich anfangen muss ich ja mit der bekanntesten aller Metos, weiblichen Metos. Du weißt natürlich, wer es ist, aber hättest du es auch gewusst ohne meinen Beitrag? Wer wäre denn so die bekannteste? Also in dem Fall hätte ich das, glaube ich, gewusst. Susanna Wesley, die Mutter von John und Charles und den anderen Kindern.
Ja, hast du wahrscheinlich im Studium schon so ein bisschen über sie gelehrt, nehme ich an? Na, ich war ja schon als Kind hier oder Jugendlicher im kirchlichen Unterricht und da wurde schon zur Biografie John Wesleys viel gemacht und auch dieser Alltag mit der Familie und dass die Mutter da eine relativ große Rolle spielt hat.
Ich meine, der Vater, Samuel heißt er, der war viel unterwegs ja auch als Pfarrer in der Church of England und dann hat die Mutter da den Laden geschmissen und halt nicht nur irgendwie Care-Arbeit, Betreuung, sondern auch Bildungsarbeit und das hat sich dann so ausgeweitet, dass sie da die erste so richtig einflussreiche Frau eigentlich ist, weil ohne die Mutter wäre ja der John sicherlich nicht der geworden, der er wurde. Mhm, tatsächlich.
Ich lese euch mal ein bisschen was vor. Anfangen müssen wir eigentlich mit Susanna Wesley, 1669 geboren, 1742 gestorben, der Mutter von John und Charles Wesley. Susanna zeigte eine bemerkenswerte Unabhängigkeit, indem sie sich unter anderem weigerte, religiösen oder gesellschaftlichen Praktiken zu folgen, die ihren Überzeugungen widersprachen.
Und dazu habe ich ein ganz tolles, anscheinend wirklich passiertes, eine Geschichte gefunden. Es wird nämlich berichtet, dass Susanna sich weigerte, Gebete für den König mit Amen zu schliessen, da sie mit ihm nicht einverstanden war. Ihr Mann Samuel Wesley erklärte daraufhin, er könne dann das Ehebett nicht mit einer Antimonarchistin teilen.
Und es kam dann dazu, dass die beiden einfach ein Jahr getrennt schliefen, bis der alte König starb und der neue kam. Und Susanne, den fand sie dann ein bisschen besser. Wie findest du das? Da konnte sie wieder Ja und Amen sagen. Ich finde es richtig konsequent. Also wenn diese Geschichte stimmt, das ist ja schon.
Ich kann das nachvollziehen. So ganz persönlich merke ich, ich fremde manchmal so mit der deutschen Nationalhymne oder sowas. Stehe da jetzt nicht voll in Brunst auf und halte mir die Hand aufs Herz. Das ist vielleicht so ein ähnliches Gefühl. Aber ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich da jetzt so in meinen Freundschaften oder Beziehungen so konsequent wäre, dass ich da das Bett meiner Frau verweigern würde oder so.
Also finde ich schon ein starkes Ding. Und auch irgendwie cool, dass die das dann durchgezogen haben. Haben das dann so ein Jahr gemacht und dann neuer König und oh ja, kommst wieder rein. Ich finde es vor allem so geil, wenn man sich überlegt, Das war ja 1669 ist die Frau geboren. Und damals hatten Frauen ja einfach nichts zu melden, kann man ja auch mal sagen.
Und die hat dann einfach konsequenterweise gesagt, ne, ich stehe nicht dahinter, also sage ich auch nicht Amen. Und dann sagt der Mann, ja, dann schläfst du halt auch nicht in meinem Bett mehr. Und sie meint dann so, ja, gut, dann ist es halt so. Das ist schon echt stark. Und auch cool, dass das überliefert ist, weil ja solche Beziehungsgeschichten, so was ganz Intimes, Das kriegt man ja von der einfachen Bevölkerung eigentlich nicht mit, so historisch.
Aber es wird natürlich auch vor Jahrhunderten irgendwie Beziehungen gegeben haben, wo dann eine Partei gesagt hat, hey, jetzt gerade passt es nicht und dann wurde das auch respektiert. Finde ich schon cool. War sicherlich nicht die Regel. Also auch eheliche Pflichten und sowas kennt man ja, haben sich auch rechtlich noch ganz schön lange gehalten, dass da die Männer alles Mögliche zugestanden bekommen haben.
Und da braucht es feministische Kämpfe. Und es ist cool zu wissen, dass Susanna da schon früh angefangen hat und auch Erfolg hatte mit ihrem Programm. Absolut. Und es ist wirklich auch überliefert. Also es gibt Briefe. Ich habe die Briefe gelesen. Die haben sich dann einfach, die haben sich nicht gesehen, aber die haben sich dann Briefe geschrieben.
Und die war schon scharf. Also die hat dann schon zurückgegeben. Finde ich richtig. Also ich stehe auf diese Frau. Ich finde die echt super. Genau. Es geht aber noch weiter. Es gibt nämlich eine andere Geschichte, die ist auch ganz witzig. Die ist auch belegt mit Briefen. 1712 war das. Da stellte Samuel einen Hilfsprediger ein. Wie du gesagt hast, der war halt oft unterwegs.
Der musste Vertretungen machen, hatte irgendwelche Gremien oder so. Und dieser Hilfsprediger, der würde ihn bei Abwesenheit vertreten. Der jedoch, der predigte jetzt eben bei jeder Gelegenheit ganz eifrig über die sogenannte Sünde der Verschuldung. Das war so sein Thema. Stell mir vor, der war dann jeden Sonntag, wenn er da war, hat er einfach immer dieses Thema rausgenommen.
Und Susanna beschloss, die Leute hätten einfach was Besseres verdient. Das geht ja nicht, sowas. Und weil sie als Frau nicht selbst predigen konnte, lud sie die Gemeinde dann einfach kurz daran in ihre Küche ein. Und ich war da in diesem Haus, wo die aufgewachsen sind. Das ist nicht so eine große Küche.
Da haben vielleicht 20 Leute Platz oder so. Ja, schlussendlich haben sich dann bis 200 Menschen in diese Küche gedrängt, bis in den Garten hinaus. Die mussten die Fenster öffnen und haben dann bei Susannas Küchenpredigten zugehört. Und als Samuel davon erfuhr, forderte sie auf, damit aufzuhören. Doch sie setzte sich natürlich wieder mal durch. Der Hilfsprediger, der wurde entlassen und die Küchenpredigten, die wurden fortgesetzt.
Wie schön. Auch richtig schön methodistisch, finde ich. In der Küche, da gab es bestimmt noch kleine Snacks zwischendurch. Ja, nicht schön, es ist süß vor. Die Fenster sind offen und die Leute drängen sich dann in den Garten. Also 200, das ist nicht schlecht. Also wenn man sich unsere Kirchen anschaut, da kommen nicht oft 200, denke ich.
Nee, und die hatte ja jetzt auch kein Mikrofon oder so. Also es muss schon eine Qualität gehabt haben, dass die Leute da trotzdem gekommen sind. Und ich finde es, also das Coole daran eigentlich, hey, ich bin unzufrieden mit dem Prediger. Dann mache ich das selbst. Und ich suche mir dann die Bedingungen so, wie sie mir gegeben sind.
Und dann kommen da Leute dazu. Und dann werden es mehr Leute. Und dann kann sich irgendwann nicht mal der Familienvater durchsetzen. Der Frau von Elias. Sondern muss das dann akzeptieren, dass die Susanna da ihre Griechenpredigt verhält. Stark. Ja, ist richtig stark. Ja, abgeschlossen habe ich mit, ihr ganzes Leben lang bildete sich Susanna Wesley weiter und schrieb auch als Laientheologin.
Trotz der gesellschaftlichen Einschränkungen übernahm sie innerhalb der Familie und auch der Gemeinde eine pastorale Rolle, was ihre Führungsqualitäten, ihren Charakter und Mut unter Beweis stellten. Ja, das ist Susanna Wesley. Ich glaube, der passendste aller möglichen Einstiege in das Thema. Danke, Sarah.
Und wie schön, dass wir uns immer noch an Sie erinnern. Das finde ich so. Stell dir mal vor, wir in 300 Jahren oder so und da lesen Leute über, ah, da waren die haben mit Holy Club an, damals gab es noch Podcasts, stell dir vor. Ist schon schön. Ja, ob wir ganz so wirkmächtig werden wie die Ursprungsfamilie Wesley, ich habe meine Zweifel.
Ist vielleicht auch ganz gut. Ich denke auch. Aber ich finde es trotzdem ganz schön, dass wir uns da immer noch erinnern an die Susanna und ihren Mann Samuel. Ja, die nächste im Bunde, das ist ein Mitglied der Primitive Methodists. Das ist einfach so Side Note, ganz, ganz eine spannende Sache innerhalb des Methodismus.
Das war eine Bewegung, die sich so ein bisschen zurückbesinnen wollte. Das gibt es ja immer wieder, dass dann jemand kommt und sagt, ja, wir müssen eigentlich wieder so machen wie früher. Aber dabei ging es eben wirklich darum, sie wollten erinnern, hey, wir sind eigentlich eine Bewegung von unten. Es geht um Gerechtigkeit, es geht um Soziales und es ist wirklich ganz, ganz beeindruckend.
Also wenn euch das interessiert, Primitive Methodists, schaut euch das mal an. Auf jeden Fall diese Person, diese Frau, die ich jetzt vorstellen möchte, die war ein Mitglied der Primitive Methodists. Hast du davon schon mal was gehört? Ich habe das am Rande schon mal gehört im Studium dann, wobei ich jetzt, wenn man da drauf schaut, Sarah Smith ist die Frau und die ist geboren 1766, also gar nicht so viel später eigentlich.
Es war ja noch, John Wesley hat noch gelebt, als sie geboren wurde und das fand ich jetzt irgendwie eine krasse Erkenntnis, wie schnell die Leute schon zurück zu den Ursprüngen wollen. Also wie schnell entwickelt sich so eine kirchliche Bewegung in eine Richtung, dass manche Leute sagen, hey, am Anfang haben wir doch eigentlich für was anderes gestanden.
Und das ist ja auch ein bisschen typisch methodistisch, dass es immer wieder Leute gibt, hey, eigentlich geht es im Kern doch um dieses und jenes. Und so richtig einig wurde man sich dann nicht über die Jahrhunderte. Aber voll gut, dass es so eine Strömung gibt. Und du hast mir auf jeden Fall Lust gemacht, da ein bisschen mehr auszufinden.
Auszufinden, auch mit der Geschichte von Sarah Smith, die du uns jetzt gleich erzählst. Ja, noch eine kurze Bemerkung dazu. Die Primitive Methodists, das war zum Beispiel eine Sache, wo sie sich gestört haben, ist, dass es ganz schnell angefangen hat, in den methodistischen Kirchen, also die wurden, zuerst waren das vielleicht Häuser oder irgendwie Räume oder so, irgendwann wurden Kapellen gebaut und dann ist ganz schnell hat es wieder angefangen, dass man zum Beispiel die, die ein bisschen reicher waren, die konnten sich dann halt einen Sitzplatz kaufen.
Und die Primitive Methodists, sie haben unter anderem gesagt, hey, das geht einfach nicht. Also wenn, dann müssen alle sitzen können, wo sie wollen, zum Beispiel. Das war so ein Grund, warum es die gegeben hat. Genau, ja, Sarah Smith, ganz eine spannende Frau. Sie war eine Lion-Predigerin und sie stellte die traditionellen und auch ungleichen Geschlechterrollen der damaligen Zeit mit ihrem Engagement und Wesen in Frage.
Das gab damals trotz ganz vielen gesellschaftlichen Herausforderungen. Sie hatte aber auch persönliche Herausforderungen. Zum Beispiel hat sie ein Kind verloren. Sie blieb aber immer ihrem Glauben und auch ihrer Mission treu. Und dann gibt es eben eine Geschichte, die habe ich gehört, als ich in England war. Das hat uns einer erzählt.
Die ist nicht ganz klar, ob das wirklich passiert ist, aber wahrscheinlich schon. Also es gibt mehrere solche Geschichten. Es wird nämlich berichtet, dass Sarah ihr Baby mit auf die Kanzel genommen hat und dort ganz selbstverständlich gestillt hat. Und so hat sie eigentlich ihre Rolle als Mutter erfüllt und gleichzeitig als Predigerin und zeigte damit eigentlich auch, dass Familie und Beruf durchaus vereinbar ist und gestört hat das damals auch niemanden.
Und das finde ich so richtig, richtig cool. Jetzt du hast ein kleines Kind, stell dir das mal vor, wie wäre das für dich? Was denkst du, was wäre das für ein Ding, wenn jetzt da die Predigerin ihr Baby vornimmt und auf der Kanzel stillt? Also ist schon ein Bild, was glaube ich provoziert oder herausfordert, weil man da ja tatsächlich sagt, okay, das gehört ganz klein in die private Sphäre und es gibt ja auch Menschen oder Frauen, die stillen nur für sich und versuchen da einen ruhigen Ort oder sogar verhüllt irgendwie was zu machen und so stillen in der Öffentlichkeit, merke ich jetzt auch.
Wird unterschiedlich gehandhabt. Aber ich finde es richtig stark, das so zu machen. Ich hätte jetzt so die Anfrage, ob nicht das Baby irgendwie halt eine halbe Stunde ohne Brust auskommen könnte, damit die Mutter gut predigen kann. Aber ich weiß auch nicht, wie jetzt ihr Mann oder der Vater des Kindes, ob der dann da dabei war und was übernommen hat.
Das ist ja jetzt nicht überliefert in der Geschichte. Aber ich finde es cool, weil man damit eben so ein Rollenbild einfach in Frage stellt. Also du sagst, ich bin Pastorin oder Predigerin jetzt in dem Fall. Dann predige ich natürlich, aber ich predige so, wie ich bin. Und jetzt gerade bin ich eben als Mutter hier mit Kind und das hängt von mir ab.
Und dann mache ich das eben gleichzeitig. Das ist schon krass, aber hatte ich noch nie gehört, die Geschichte vorher. Ja, ich finde es auch krass und ich finde es halt wieder krass, wenn man sich daran erinnert, wann das war. Also die ist 1766 geboren, 1822 gestorben. Also das war irgendwo dazwischen.
Das ist echt eine krasse Zeit für so eine Frau. Und ich glaube, das Stillen war damals weniger verpönt, als es heute ist. Man meint, wir sind heute so offen und irgendwie, aber das stimmt ja gar nicht. Also wir sind manchmal fast ein bisschen heikler, scheint es mir, als früher. Aber trotzdem, also schon ein kraftvolles Bild.
Und da denke ich, also diese Bewegungen, die fangen ja alle sehr früh an und sind bis heute noch nicht am Ziel. Also das habe ich so gemerkt, als bei uns jetzt das Kind auf dem Weg war, da muss man sich um so verschiedene Sachen kümmern. Unter anderem wollte ich relativ lange Elternzeit nehmen, weil meine Frau auch gerne arbeitet und ich auch gerne für unser Kind da sein will.
Und dann muss man das ja abklären, so mit der Gemeinde und dann mit dem Superintendent und das war alles gar kein Problem. Also die waren da sehr unterstützend, auch als ich gesagt habe, ich will ein halbes Jahr gern in Elternzeit gehen. Und dann musste ich aber der Personalabteilung eben Meldung erstatten und habe dann geschrieben, hallo, ich werde bald Vater und würde gern Elternzeit nehmen und dann weiß ich noch genau, kam als Antwort, ja, hier können sie einfach eintragen, die zwei Monate, die sie dann nehmen wollen.
Weil in Deutschland ist es so, dass du Elterngeld bekommen kannst, bis zu 14 Monaten, aber nur wenn beide Parteien, also Vater und Mutter, mindestens zwei Monate nehmen. Und deshalb machen viele Leute das so, dass sie einfach diese zwei Pflichtmonate irgendwie nehmen. Und ich dachte so, hä, okay, das ist ganz schön hängen geblieben, dass von den Männern oder von den Pastoren einfach diese zwei Monate erwartet werden. und obwohl wir so eine familienfreundliche Kirche sind oder sein wollen, das noch nicht so ganz selbstverständlich ist, dass auch die Väter für ihre Kinder da sind.
Und ich glaube, dass durch solche Geschichten wie hier Stillen im 18. Jahrhundert auf der Kanzel, dass man da merkt, dass diese Rollenbilder ganz schön lang schon infrage gestellt worden sind, aber dass wir noch nicht da sind, wo ich von Gleichstellung oder so sprechen könnte. Also das merke ich schon immer wieder, obwohl ich als privilegierter Mann eher darauf hingewiesen werden muss, würde ich schon sagen.
Ja, und wir fangen jetzt nicht mit der Schweiz an, oder nur ein bisschen. Bis vor kurzem hatten die Väter drei Tage frei. Das war die Elternzeit. Jetzt sind es zwei Wochen. Ja, krass. Die Frau hat drei Monate, aber es ist schon heftig. Also die Schweiz rühmt sich mit ihrem sozialen Vorbild, aber in solchen Sachen sind wir sehr, sehr neoliberal und wirtschaftlich unterwegs.
Und man vergisst, dass die Kinder ja eigentlich das sind, worauf unsere Wirtschaft aufbaut. Also damit wird das Geld ja einbezogen irgendwann, weil diese irgendwann arbeiten werden und erwachsen sind und so. Aber ja, das ist ein anderes Thema. Gerechtigkeit im Methodismus hat eben auch was damit zu tun.
Genau. Ich lese dir noch ein bisschen was vor von Sarah. Ich habe nur noch ganz einen kleinen Teil. So viel ist nicht bekannt von ihr. Jedenfalls wurde durch ihr Engagement und ihre Führungsrolle in der Kirche, diente sie dann auch als Vorbild für ganz viele andere Frauen. Sie haben sich an ihrem Vorbild andere inspirieren lassen, haben die Leidenprediger-Ausbildung gemacht und sie hat sie ermutigt, ebenfalls aktiv und sichtbar in der Gesellschaft zu sein.
Der Einfluss von Sarah war so groß, dass sie im Primitive Methodist Magazine und auch in Erinnerungen von Zeitgenossen wie Hugh Bourne oder Thomas Bateman erwähnt wurde. Das ist schon auch ganz speziell. Hugh Bourne, ich glaube, es ist so ein Vorkämpfer, Dichter, Poet und Staatsmann. War das irgendwie...
Du schaust fragend, ich kann keine Antwort liefern. Vielleicht weiß es jemand von den Zuhörenden. Aber ich glaube, das ist schon eine bekanntere Persönlichkeit. Und dass diese kleine Laienpredigerin aus England erwähnt wird, ist schon fantastisch. Ja, wir kommen zu einer großen Frau, die man kennt. Die man kennt auf der ganzen Welt und die wahrscheinlich nicht von vielen als Methodistin identifiziert wird.
Harriet Tubman. Das war eine der bekanntesten Kämpferinnen gegen Sklaverei und eine ganz, ganz zentrale Figur darin. Sie lebte 1822 bis 1913. Du hast bestimmt schon von ihr gehört. Ich habe schon von ihr gehört. Es gibt, glaube ich, auch eine relativ aktuelle Verfilmung. Harriet heißt die. Und ich war letztes Jahr in Washington.
Und da war ich dann auch im Museum for African American History. Und da gibt es natürlich recht viel zu ihr zu sehen. Ja, spannend. Ja, ich glaube, sie ist so eine der bekanntesten Freiheitskämpferinnen gegen eben diese Sklaverei damals in der amerikanischen Geschichte. Jedenfalls war ihr Antrieb ihr methodistischer Glaube.
Und der zeigte sich ganz unerschütterlich, weil sie ganz tief daran glaubte, dass Gerechtigkeit und Gleichheit vor Gott allen Menschen gilt. Und für Harriet bedeutete Glaube deshalb eben auch Aktivismus. Sie war überzeugt davon, dass die Freiheit ein göttliches Recht ist. Sie sah ihre Berufung darin, Menschen außer Sklaverei zu befreien.
Und diese Überzeugung, die gab ihr die Kraft, trotz dieser riesigen Gefahren, Sie wurde ja selbst in die Sklaverei hereingeboren, sie ist da geflohen und sie ging aber immer wieder zurück und sie hat versklavte Menschen befreit via die Underground Railroad, das ist so dieser Begriff, und hat sie da in die Freiheit geführt.
Sie war ganz charismatisch und hat so eben einfach damit so inspiriert und war eine grosse Anführerin. Genau. Ich habe einen kleinen Ausschnitt, der bekannt ist, eigentlich so der bekannteste von Harriet Tubman. Während des amerikanischen Bürgerkriegs, nämlich 1863, führte sie eine Combahee-Ferren-Raid an. Das ist so der Name.
Raid heißt, glaube ich, Riot, Raid, irgendwie, weiß ich jetzt. Dann stand das irgendwie so ein Aufstand auf Marsch. Ja, genau. Also den Combahee-Fan-Ride heisst das. Und sie ist damit die erste Frau in der Geschichte der USA, in der ganzen Geschichte der USA, die eine bewaffnete Expedition leitete. Sie hat nämlich zusammen mit der Union Army über 700 versklavte Menschen aus South Carolina befreit.
Und das war eigentlich dank ihr möglich. Also sie hat das ganz sorgfältig geplant. Sie hatte außergewöhnliche Ortskenntnisse und Specherfähigkeiten. Und die Mission wurde dank ihr zu einem grossen militärischen und symbolischen Triumph für die Abolutionistenbewegung, also für die Sklaverei-Befreiungsbewegung.
Und also ich finde schon ich habe den Film nicht gesehen aber nur schon die Vorstellung davon wie diese Frau so viele Menschen befreit hat, die hat schon als kleines Kind schrecklich erlebt, ganz viel Gewalt ganz viel körperliche Arbeit und hat sich in die Höhle des Löwen zurückgewagt, immer und immer wieder, weil sie einfach überzeugt davon war, dass alle Menschen so frei sein sollen wie sie.
Finde ich schon echt beeindruckend Ja, das ist richtig krass. Und da finde ich, wird nochmal deutlich, welche Kraft auch in so einem Glauben drinstecken kann, wenn man solche theologischen Aussagen wie Gott hat alle Menschen ebenbildlich oder liebevoll geschaffen, wenn man da tatsächlich eine Konsequenz draus zieht.
Und ich würde sagen, eigentlich ist es Aufgabe der Kirchen, genau diese Konsequenz zu ziehen und da auch konsequent zu sein. Und wenn man dann so ein Beispiel sieht, wie hier von Harriet. Dann merkt man, okay, wie inkonsequent sind wir an ganz vielen anderen Stellen und was macht das mit mir, wenn ich das sehe, dass da jemand mit Haut und Haaren wirklich für so eine Mission einsteht.
Und das ist beeindruckend und gleichzeitig fordert es mich schon heraus, auch selber so drüber nachzudenken, wo sind dann die Gefangenen oder die Ungerechtbehandelnden in meinem Umfeld, also was kann ich vor Ort mit den Menschen um mich herum erzählen. Wo sind wir gerufen? Und manchmal ist das vielleicht nicht ganz so klar, wie jetzt da in der Sklavenbefreiung.
Aber ich glaube, das ist die Aufgabe. Also wirklich zu sagen, hey, das Evangelium bedeutet, wir sind geliebt und zwar wir, das sind alle. Und das hat Konsequenzen dann auf das, wie wir unser Leben gestalten. Ja, ich finde es so beeindruckend, als sie geflohen ist, ist sie in eine methodistische Kirche gekommen.
Das war die erste methodistische Kirche, die für schwarze Menschen, für People of Color war. Und da in diesem Erbe des Methodismus diese Betonung auf diese Gleichheit und diese Gerechtigkeit, die muss eben erlebbar werden. Es geht nicht um das, irgendwann im Himmel sind wir dann frei. Nein, es muss jetzt schon anfangen.
Das hat sie so sehr geprägt, dass sie das eben darum auch so als Lebensaufgabe gefasst hat. Also es war nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern eben auch ihre Überzeugung. Und ich finde das schon stark, wenn wir uns überlegen, jetzt in unserem heutigen Kontext gibt es ja manchmal, man sagt dann was, das ist aber nicht gut oder nicht recht, dann ist man ganz schnell in der Ecke gedrängt.
Ja, das ist jetzt aber extremistisch oder irgendwie so. Aber wenn man das vergleicht mit Harriet Tubman, dann ist ja unseres eigentlich Pipifax dagegen. Also es ist schon echt krass. Ja, und an bestimmten Punkten reicht einfach die Existenz eines Menschen für so eine Provokation. Also einfach, dass sie eine freie, schwarze Frau war, die gesagt hat, ich bin gleich und deshalb sind die anderen auch gleich.
Das hat dieses System der White Supremacy einfach so provoziert und herausgefordert, dass du einfach merkst, okay, da ist eine krasse Ungerechtigkeit und die bekommt so kleine Risse und das hat ja noch ewig gedauert, beziehungsweise so struktureller Rassismus und Sexismus und solche Sachen, die sind ja immer noch nicht überwunden.
Aber es braucht solche starken Leute, die einfach sagen, hey, ich bin hier und das System sieht mich nicht oder erkennt mich nicht als gleichwertig an und das ist nicht mein Problem, sondern das ist das Problem des Systems. Und solche Menschen braucht es. Und das ist überhaupt nicht leicht, diese Rolle auszufüllen.
Also ich weiß nicht, wie sie sich gefühlt hat da dabei. Aber da ist ja eine Überzeugung, eine Trotzkraft und auch eine Hoffnung, die dann 700 Menschen befreit. Also wow. Wow. Ja, und ich denke, das finde ich auch ganz wichtig, jetzt in unserem Umfeld, wir haben unsere Möglichkeiten und wir sind natürlich nicht in der gleichen Zeit wie Harriet, aber wir können, wie du vorhin gesagt hast, in unseren kleinen und begrenzten Möglichkeiten können wir auch einstehen für Gerechtigkeit.
Und vielleicht gibt es irgendwann mal die Chance, dass man wirklich sich beweisen kann, wie viel Harriet Tubman in einem steckt. Jedenfalls erinnern wir uns heute an sie und wir gedenken ihrer auch und wir sind stolz, dass sie das gemacht hat. Das ist echt eine riesen, riesen Sache. Danke, Harriet, wo auch immer du bist.
Ja, wir haben eine nächste starke Frau. Ich habe ja noch ganz viele. Mögt ihr noch? Magst du noch? Weiter geht's. Weiter geht's. Wir kommen zu einer, die mir eigentlich fast am besten gefallen hat. Ah, nee, stimmt nicht. Jetzt kommt noch eine Zwischenzeit. Ah, ja, das ist auch gut. Auch gut. Sojourner Truth. Truth. Ich bin wahrscheinlich nicht so, ich kann es nicht so gut aussprechen. Sojourner Truth. Okay.
Auch eine Bürgerrechtlerin wurde ein bisschen später geboren als Harriet. Stimmt nicht. Sie wurde sogar früher geboren, aber sie ist später gestorben. So ist es. 1797 geboren, 1883 gestorben. Sie wurde aus Isabella Baumfrey in die Sklaverei geboren. Also es geht nochmal um die Sklaverei. Sie fand aber die Freiheit und ihre Berufung in 1828.
1828, also wir sind ziemlich zurück in der Geschichte. Sie wurde eine sogenannte reisende Predigerin. Das ist ganz typisch methodistisch, das kennt ihr hoffentlich. Und sie kämpfte für die Abschaffung der Sklaverei, für Frauenrechte und Gerechtigkeit. Sie hat einmal gesagt, der Geist ruft mich und ich muss gehen.
Das war so ihr innerer Impuls, das alles zu machen. 1843 änderte sie ihren Namen, diesen Isabella Baumfried. Diesen Namen hat sie wahrscheinlich durch die Sklaverei bekommen und hat den geändert in Sojourner Truth, weil sie glaubte, Truth heisst ja Wahrheit. Weil sie glaubte, dass Gott sie, eine Frau, rief, um zu reisen und die Wahrheit zu predigen.
Und darum sprach sie dann auch über Glaube, über Freiheit und über Gerechtigkeit. Und sie inspiriert bis heute. Also ich habe kürzlich einen Schal gesehen mit ihrem Konterfei drauf. Und dann stand irgendwie Equality drauf oder sowas. Ich weiss nicht mehr genau. Also bis heute ist sie eine bekannte Frau.
Sie hat eine ganz, ganz berühmte Rede gehalten. in 1851, das war eine Frauenrechtskonferenz in Ohio, in Amerika. Und sie hat da gesagt, ain't I a woman? Bin ich denn keine Frau? Und das ging natürlich darum, dass sie halt eben eine Person of Color mit einer anderen Hautfarbe war. Und sogar innerhalb der Frauenrechtsbewegung halt Frauen, die eine andere Hautfarbe hatten, ganz oft nicht gesehen wurden.
Sie forderte mit dieser Rede heraus, man kann die lesen, die ist online erhältlich, dass eben die Gesellschaft über Frauen, über Hautfarbe, über Gleichberechtigung, wie sie denken und was das eigentlich alles bedeutet für Menschen wie sie. Sie sprach über ihre eigene Stärke, sie sprach über ihren Glauben und ihre Erfahrungen als schwarze Frau in einer sehr ungerechten Welt.
Und sie war nicht nur eine unerschütterliche Kämpferin für Gerechtigkeit, sie war eben auch eine Methodistin. Und der Glaube, wieder wie bei Harriet Tubman, dieser Glaube an Gleichberechtigung, an Gerechtigkeit, an Gleichheit vor Gott, das trieb sie an. Und sie erinnert mich jetzt auch eigentlich heute noch daran, dass eben dieser Glaube, der bedeutet auch Handeln.
Man kann nicht still sein, man muss das sagen, man muss sich dagegen wehren. Und so gedenken wir heute, so schon eine Truth. Moritz, kennst du die denn? Hast du das schon mal, hast du von ihr schon mal gehört? Ich habe schon von ihr gehört, also gerade auch diese Rede, die ist ja bis heute noch im Feminismus so eine super wichtige Stelle, eben weil dieser weiße Feminismus da so auf den Kopf gestellt wird, beziehungsweise da hast du wieder die Situation.
Es kämpfen Menschen für Gerechtigkeit sie blenden dabei aber komplett aus wo sie irgendwie bestimmte Sachen nicht wahrnehmen weil sie eben die Erfahrung nicht machen und dann kommt da eine schwarze Frau. Und sie fragt die einfache Frage, also es ist jetzt natürlich, sie sagt viel mehr in der Rede, aber die eigentliche Frage ist, bin ich denn keine Frau?
Und in dieser einen Frage macht sie schon ihren Punkt. Und das war natürlich super wichtig, auch für die feministische Bewegung. Und viel, viel später hat dann Kimberly Crenshaw den Begriff der Intersektionalität geprägt, wo es ja darum geht, dass verschiedene Diskriminierungsformen manchmal so übereinander kommen, dass einzelne Menschen oder Gruppen unsichtbar werden.
Also hier hast du die Gruppe der People of Color oder der Schwarzen und hier hast du die Gruppe der Frauen, die sind beide betroffen von Diskriminierung und die schwarzen Frauen werden aber unsichtbar, indem sie bei der Frauenrechtsbewegung nicht mitgedacht werden, weil sie schwarz sind und bei der Antirassismusarbeit werden sie nicht gesehen, weil sie Frauen sind.
Also da könnte man jetzt noch ein bisschen länger drüber reden, das wäre jetzt ein anderes Thema, aber prinzipiell zeigt es mal wieder, wir leben in einer Welt, wo ganz viele Wirklichkeiten und Identitäten irgendwie zusammenkommen und es ist super wichtig, dass da alle zu Wort kommen und auch wahrgenommen werden, weil sonst werden wir nie diese Ungerechtigkeiten überwinden.
Und da ist sie, glaube ich, ein super wichtiger Punkt auf dieser Reise, das zu erkennen. Ja, und ich finde es schön, dass auch heute noch ganz viele MethodistInnen auf der ganzen Welt genau für solche Dinge einstehen. Ich habe jetzt natürlich nur oder fast nur historische Figuren jetzt dargestellt, historische Frauen, aber es gibt ja auch heute noch ganz viele tolle Menschen, die innerhalb unserer Methodistischen Kirche aufmerksam machen von, hey, ich habe da und da ein Privileg, aber da und da werde ich auch diskriminiert und wir müssen irgendwie schauen, dass wir das gemeinsam lösen.
Und ich glaube, es ist auch wichtig zu verstehen, dass es nie ein Gegeneinander ist, sondern immer ein Miteinander. So wie ich Feminismus verstehe, bedeutet das eben auch, dass Männer Rechte bekommen und dass sie aufstehen können und dass sie sich wehren können gegen Ungerechtigkeit und so weiter. Es ist nicht ein Wir gegen die, sondern es ist ein Miteinander gegen dieses System, wo wir halt alle irgendwie teilhaben. Das ist halt, weil das so groß ist, man kann das nicht so schnell und so einfach stürzen, außer man macht es halt zusammen.
Genau, und ich glaube, es ist super wichtig, also eben diese Unterdrückungsformen nicht auch so gegeneinander auszuspielen. Also indem man sagt, jetzt nur dieses eine ist ein Thema, werde ich dem anderen eben nicht gerecht. Mhm. Ja, und da haben wir eigentlich als Kirche, würde ich sagen, einerseits super viel Potenzial, also auch so dieses symbolische irgendwie offenes Abendmahl, wir kommen alle vor Gott und merken da schon so einen kleinen Vorgeschmack dessen, wie es sein könnte, wenn Ungerechtigkeit überwunden wird.
Und dann gehen wir wieder auseinander und dann ist es meiner Meinung nach die Aufgabe, diese Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Und da muss jeder und jede da anfangen, wo er oder sie hingestellt ist. Und das ist ganz unterschiedlich und deshalb aber umso schöner, dass man in der Kirche immer wieder so Momente hat, wo man wieder zusammenkommt und sich vielleicht auch berichtet und erzählt von dem Leben und von den Umständen und dann wieder Mut fasst.
Und umso tragischer, wenn Kirche dann so komplizierend wird, diese Macht zu stützen. Das kommt ja auch immer wieder vor und auch in methodistischen Gemeinden ist jetzt nicht Himmel auf Erden überall, sondern wir sind ja Teil der Gesellschaft und deshalb müssen wir sowohl innen als auch außen noch so manchen Kampf kämpfen, glaube ich.
Ja, und ich finde, unser soziales Bekenntnis gibt da auch ganz, ganz, ganz viel vor. Also ich finde es zum Beispiel bezeichnend, dass man halt eben nicht sagt, das ist jetzt einfach scheiße und das ist jetzt einfach gut. Also zum Beispiel zum Thema Abtreibung, da hat die Methodistische Kirche in ihrem sozialen Bekenntnis eine wunderbare Weise gefunden, um dieses Thema zu behandeln.
Es ist halt schwierig, es ist komplex, man muss alle Seiten gleichzeitig bedenken. Es kommen so viele Faktoren dazu und das, finde ich, ist ein methodistisches Erbe, das ich sehr, sehr, sehr gerne mit mir mittrage, mich immer wieder zu erinnern, dass es eben Gleichzeitigkeiten gibt und dass es verschiedene Diskriminierungsformen und Privilegien gibt und dass wir es, wie gesagt, nur gemeinsam machen können.
Ja, gemeinsam machen wir auch weiter, sonst wird es die längste Folge, obwohl wir nur eine kurze machen wollten. Überhol mir Damien, das ist hier die Frage. Nee, ich mache jetzt ein bisschen schneller. Es kommt meine Lieblingsgeschichte, weil es hat mit Fahrrädern zu tun. Ich fahre ja so gerne Fahrrad.
Okay, Frances Willard, 1839 geboren, 1898 gestorben. Sie war eine Suffragette, oder Suffragette auf Französisch. Und sie war die Präsidentin der Women's Christian Temperance Union, die sie zur grössten Frauenrechtsorganisation ihrer Zeit machte. Das war eigentlich die bekannteste. Sie war ganz tief in ihrem methodistischen Glauben verwurzelt und entwickelte bahnbrechende Do-Everything-Politik.
Und mit dieser Politik hat sie Arbeitsreformen, zum Beispiel die Acht-Stunden-Arbeitstage eingeführt oder die Erhöhung des Schutzalters. Da haben ganz viele Frauen und junge Mädchen, vor allem in vielen Bundesstaaten, wurden da durch ihre Arbeit vor Ausbeutung geschützt. Also man muss sich vorstellen, acht Stunden Arbeitstage, so wie wir das kennen, das war nicht schon ewig so, sondern früher wurden die Menschen halt auch echt ausgebeutet.
Und Frances Willard war da eine Vorreiterin, sie hat sich dafür sehr eingesetzt. Sie setzte sich auch ganz, ganz eindringlich für das Frauenwahlrecht ein und sie galt als eine entschlossene Befürworterin für die Frauenbildung. Sie engagierte sich auch für die weltweite Förderung von Frauenrechten, also nicht nur Amerika, sondern weltweit.
Und jetzt kommt mein Lieblingsteil, nämlich sie lernte Fahrradfahren. Das scheint jetzt nicht so ungewöhnlich zu sein, kann man ja machen, aber sie fuhr eben öffentlich zu einer Zeit, wo das unfassbar unschicklich war. Das war für Frauen eigentlich ein No-Go. Und sie nutzte das Fahrrad aber als Symbol für Freiheit, für Unabhängigkeit und sie ermutigte auch andere Frauen, dass sie das ausprobieren, mit dem Fahrrad zu fahren. Sie hat ein Buch geschrieben «A wheel within a wheel».
Und da geht es aber nicht nur um das Fahrradfahren, sondern eigentlich um das Symbol, gesellschaftliche Normen zu hinterfragen. Es gibt ganz tolle Fotos von ihr, wie sie den Männern davonbraust in ihren Röcken und es ist wirklich einfach so eine richtig, richtig coole Frau. Und dann gibt es noch eine kleine Nebensache, die eigentlich eine grosse Hauptsache wäre, nämlich 1879, da trat sie vor den Kongress und sie forderte ein Verbot des Alkoholhandels.
Und das war bei Patrick Streif, in der Folge war das ein Thema, das würde man heute nicht mehr so zusammennehmen. Was hat Methodismus mit Alkoholverboten zu tun? Aber es geht eben darum, auf diese Zeit zurück, wo der Alkoholmissbrauch einen grossen Einfluss hatte auf Armut und eben Gewalt auf rechtlose Frauen damals und rechtlose Kinder.
Es war ganz kontrovers, dass diese Frances sich dahingestellt hat, gesagt hat, wir müssen den Alkohol verbieten. Aber sie war sehr unerschrocken, sie war ganz klar und ganz leidenschaftlich und sie erfuhren natürlich viel Kritik und viel Spott. Aber sie hat es durchgebracht, heute gibt es Gesetze, die Kinder und Frauen schützen vor Menschen, die Alkoholmissbrauch betätigen.
Genau. Und bis heute gibt es in den EMKs deswegen zum Beispiel kein Wein zum Abendmahl, sondern Traubensaft. Bei uns zum Beispiel in der kleinen EMK gibt es auch kein Alkohol bei kleinen Festen oder bei einer Gartenparty oder so. Da gibt es keinen Alkoholausschank. Genau deswegen. Wie ist es bei euch?
Also beim Abendmahl auch Traubensaft, ganz klar. Es gibt schon die ein oder andere Veranstaltung, wo auch mal ein Bier oder ein Glas Wein oder so getrunken wird. Aber jetzt so bei Konferenzsachen oder so offiziellen Sachen tatsächlich eher nicht. So würde ich das beschreiben. Ja, vielen Dank für die Geschichte.
Das ist jetzt in unserer Reihe die erste Frau, die mir namentlich nicht bekannt war, bevor du sie mir gezeigt hast. Danke. Und auch, ja, da merkt man mal wieder, wie die Zeiten sich ändern. Also, dass schon Fahrradfahren eine Provokation darstellt und so ein Weltbild auf den Kopf stellt, das kann man sich heute natürlich nicht mehr so gut vorstellen.
Ja, heute wäre es vielleicht das Fahrradfahren mit kurzen Shorts oder so. Ja, weiß ich nicht, ob das reicht. Nachtfahrradfahren. Okay, das würde ich ja sowieso nicht machen. Okay, weiter geht's. Das hat auch wirklich Nachteile. Okay, weiter. Frauen im Sommer. Gut, im Winter auch. Naja, egal. Anna Howell Shaw. Willkommen zu deinem Nächsten. Das war eine methodistische Pastorin, eine Ärztin und eben auch eine Suffragette und eine der ersten Frauen in den USA, die ordiniert wurden.
Wusstest du das? Hast du die gekannt? Anna Howell Shaw. Also der Name kam mir mal unter, aber ich habe ihn mir nicht gemerkt. Ich erzähle dir gerne ein bisschen mehr davon. Ja, und den anderen auch. Okay. Sie war Präsidentin der National American Woman Suffragette Association und setzte sich leidenschaftlich für die Gleichberechtigung, soziale Reformen und eben wieder das Frauenwahlrecht ein.
Sie zeigte unerschütterlichen Einsatz, weil sie zutiefst daran glaubte, dass Gerechtigkeit und Gleichheit göttliche Prinzipien sind. Da haben wir es wieder. und Anna verband ihren methodistischen Glauben mit ihrem Engagement für gesellschaftliche Veränderungen und inspirierte damit Tausende. Dann gibt es kleine Anekdoten, zum Beispiel während dem Ersten Weltkrieg wurde Anna 1917 von Präsident Woodrow Wilson zur Vorsitzenden des Women's Committee of the Council of National Defense gemacht.
Das ist eine ziemlich große Geschichte. Sie war nämlich die erste Frau, die so eine Position, glaube ich, erhielt und sie organisierte die Beteiligung von Frauen an den Kriegsanstrengungen. Das war eine absolut ungewöhnliche Verantwortung für eine Frau zur damaligen Zeit. 1915 gab es ein anderes, da sprach Anna in San Francisco auf der Panama Pacific International Exposure ganz mutig gegen die Diskriminierung von Frauen und forderte wiederum das Frauenwahlrecht auf einer globalen Bühne.
Und das war deshalb bemerkenswert, weil sie nicht nur die erste amerikanische Frauenrechtsbewegung stärkte, sondern auch international damit das Thema wirklich einen grossen Mehrwert gewann oder Aufmerksamkeit gewann. Genau, Anna Howard Shaw, wir erinnern uns auch an sie. Verrückt, wenn man bedenkt, dass das Frauenwahlrecht heute so, das ist ganz alltäglich und normal, ne?
Das ist zum Glück alltäglich und normal, aber es ist ja mit ganz vielen Gesetzgebungen so, dass das erst viel später irgendwie sich so eingestellt hat, wie es heute ist. Also sowas wie, dass Frauen berufstätig sein dürfen, ohne das mit ihrem Ehepartner abzuklären, ist in Deutschland erst in den 70er Jahren bei uns auch gekommen oder dass Vergewaltigung in der Ehe strafbar wird, noch später.
Oder jetzt, man könnte es weiterdenken bis zur Ehe für alle oder solche Sachen, das ja noch nicht mal 20 Jahre her ist. Also es ist wirklich verrückt, wie lange das gedauert hat in westlichen Gesellschaften, in Demokratien, dass man die Hälfte der Bevölkerung mitreden lässt. Ja, in der Schweiz, den letzten Kanton, der das Frauenwahlrecht eingeführt hat, war Appenzell.
Ich glaube, innerroten oder außerroten, ich weiß nicht mehr, das war 1990. Also ich glaube, die Frauen dürfen noch eine Zeit lang ein bisschen wütend sein und den feministischen Kampftag auch bestreiten. Ja, 1990, meine Lieben. Schon lange. Verrückt, da warst du schon auf der Welt, oder? Ich war da zwei Jahre alt.
Und meine Mama musste noch Unterschrift haben von ihrem Ehemann, wenn sie ein Bankkonto eröffnen musste, also das ist noch nicht so lange her, aber danke an Anna und all diese guten, auch methodistischen Frauen die das vorangetrieben haben die nächste ist Mary MacLeod Bethon ich hoffe, ich spreche das alles richtig aus korrigiert mich bitte, wenn ich es nicht mache, 1875 geboren 1955 gestorben sie war eine ganz einflussreiche Pädagogin Bürger- und Frauenrechtlerin.
Sie war überzeugte Methodistin und sie setzte sich ganz leidenschaftlich für die Bildung von AfroamerikanerInnen ein, für Gleichheit und Gleichstellung der Geschlechter und eben besonders für die Rechte von schwarzen Frauen ein. Und auch für die sozialen Reformen. Der methodistische Glaube, den sie hatte, der inspirierte sie, Bildung und soziale Gerechtigkeit eben als göttliche Mission zu betrachten.
Sie hat dann mit nur einem Dollar 50, einem kleinen Grundstück und fünf Schülerinnen. 1904 die Daytona Educational and Industrial School for Negro Girls gestartet. Die Finanzierung, die machte sie so, dass sie dann einfach Süsskartoffelpasteten und Eis an die Bauarbeiter verteilte und verkaufte. Und die Schule wuchs dann immer mehr. Und sie wurde dann später umbenannt zum Bethune Cockman College.
Das ist eine der bedeutendsten historischen Hochschulen für People of Color in den USA. Also gestartet mit nichts, mit ganz viel Kampfgeist und ganz viel Kreativität, und heute eines der bekanntesten historischen Bildungseinrichtungen in den USA. Sie hat 1935 das National Council of Negro Women gegründet.
Das hat da zahlreiche schwarze Frauenverbände dann vereint und wurde so eine Stimme und hat damit das auch viel erfolgreicher gemacht, um eben gegen diesen Rassentrennungen, gegen den Rassismus anzugehen. Und es wurde eine der einflussreichsten Kräfte für Bürger- und Frauenrechte unter Marys Führung quasi.
Und sie war dann eben auch die Beraterin von Roosevelt, Präsident Roosevelt aus den USA, 1936 Direktorin der Division of Negro Affairs, sagte man diesem Office, und sie war damit die erste schwarze Frau in einer hohen Regierungsposition. Also wieder eine Methodistin, wieder eine People of Color, Person of Color und wieder in einer hohen Regierungsposition.
Und sie hat in dieser Position für verbesserten Zugang gesorgt, für die Bildung und Arbeitsmöglichkeiten, vor allem für afroamerikanische Jugendliche. Und das hat dann auch dazu geführt, dass sie eine verbesserte Lebensumstände erleben konnten. Ja, wunderbar. Ja, ist krass. Also aus so einer kleinen Selbstinitiative irgendwie anzufangen, für Bildung zu sorgen und da dann so lange weiterzumachen, das ganze Leben irgendwie diesem Thema zu widmen.
Und in dem Fall auch cool, dass sie da politisch dann eingebunden wurde und Einfluss nehmen konnte, obwohl das System so ungerecht war noch zu ihren Lebzeiten. Und das alles zu einer Zeit, wo Rassismus einfach wirklich, das war angesehen, das war normal. Ich glaube, diese Frau hat so viel abbekommen, so viel Beschimpfung, vielleicht auch Gewalt und sie hat es trotzdem gemacht, weil sie überzeugt war davon, Gott liebt mich und Gott hat mich richtig gemacht und Gott hat mir einen Auftrag gegeben.
Ich finde das einfach mega kraftvoll. Ja. Ja, jetzt kommen wir zu jemanden, den diese Frau kennt ihr alle. Da bin ich ganz, ganz überzeugt. Ich weiss aber nicht, ob alle von euch wussten, dass sie Methodistin war. Rosa Parks. Das ist die bekannteste Frauenrechterin und eben auch Rassismus-Gleichheits-Frau-Mensch-Aktivistin.
Sie hat 1913, wurde sie geboren, sie ist 2005 gestorben. Sie spielte eine absolut zentrale Rolle in der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Sie ist einer methodistischen Kirche, hat sie als Kind schon gelernt, dass sie der Glaube eben auch mutiges Handeln erfordert, besonders im Kampf gegen die Ungerechtigkeit.
Sie wurde dann später Sonntagsschullehrerin und Diakonin innerhalb der methodistischen Kirche und sie hat sich eben auch als Bürgerrechterin mit diesen Überzeugungen eingesetzt. Ihr Glaube ließ sie daran festhalten, dass alle Menschen, egal welche Hautfarbe, welchen Geschlechts vor Gott gleich sind und das zeigte sie dann auch in ihrem ganz berühmten Protest, den wir alle, alle kennen, aber auch in ihrem lebenslangen Engagement für diese soziale Gerechtigkeit.
Die Geschichte, die ist am 1. Dezember passiert, 1955. Da saß Rosa in einem Bus. Damals gab es die sogenannte Rassentrennung und sie sass in der Mitte des Busses. Da kam der Busfahrer und der forderte sie dazu auf, dass sie den Platz für einen weissen Busfahrgast freimachen soll, weil das damals eigentlich den Person und People of Color nicht erlaubt war, dass sie im vorderen oder mittleren Teil des Busses sitzen. Die mussten hinten sitzen.
Und sie weigerte sich. Sie sagte, nee, das mache ich nicht. Das war also quasi ein aktiver und bewusster Widerstand gegen diese Ungerechtigkeit. Und das war so der Auslöser für den sogenannten Montgomery-Bus-Boykott. Der hat dann diese Bürgerrechtsbewegung, dass eben die Gleichheit von schwarzen und weißen Menschen auslöst.
Auch gesetzlich durchgesetzt werden muss, hat das vorangebracht. Und das war so ein ganz, ganz bedeutender Wendepunkt jetzt in dieser landesweiten Bewegung, aber gleichzeitig auch in ihrem Leben, also in Rosas Leben. Das hat so das alles auf eine neue Ebene geholt. Das war eigentlich nur eine kleine Situation, ein kleiner Akt des Widerstands.
Wie findest du das? Hast du diese Geschichte auch schon gehört? Die habe ich natürlich schon gehört. Die wird ja ganz früh oder wenn man in der Schule irgendwie was zum Thema Bürgerrechtsbewegung in den USA macht oder sowas, wird glaube ich immer Rosa Parks erwähnt und auch diese Busgeschichte. Ich habe mittlerweile ein bisschen mehr dazu rausgefunden und ich finde das Spannende, dass wir in Deutschland zumindest, ich weiß nicht, wie es in der Schweiz ist, aber da wird die Geschichte tatsächlich so erzählt, dass da halt eine Frau sich weigert aufzustehen und dann löst es so einen Massenprotest aus.
Und ich habe mittlerweile gelernt, dass es so einfach nicht ist, sondern dass das durchaus eine geplante und organisierte Form des Widerstands war. Also Rosa Parks ist nicht die einzige Frau oder schwarze Person, die sitzen geblieben ist, sondern das war ein organisierter Widerstand. Also das war klar, okay, wir brauchen Strategien als schwarze Menschen, um irgendwie diese Ungerechtigkeit zu bekämpfen.
Und ein Akt des Widerstandes war eben, in öffentlichen Verkehrsmitteln diese Segregation zu bekämpfen. Und jetzt ist Rosa Parks praktisch das Aushängeschild dafür, weil sie da so für die Geschichte steht. Aber es war klar, wenn sie sitzen bleibt, dann hat sie organisierten Widerstand und Solidarität von ganz vielen, die eben schon organisiert sind und sich dann auch an ihre Seite stellen.
Und ich will damit überhaupt nicht ihre Rolle kleinreden, also es ist super wichtig und super gut da auch Namen und Gesichter und Biografien zu haben und gleichzeitig. Will ich damit betonen, dass so wirkmächtige Systeme wie White Supremacy oder sexistische Strukturen, dass man sich dagegen organisieren muss, um wirkmächtig zu sein.
Also eine Person alleine schafft es nicht, diese Welt irgendwie aus den Angeln zu heben, sondern wenn ganz viele sich solidarisieren und organisieren, dann kann eine Frau wie Rosa Parks das Streichholz sein, das irgendwie den Brand in Gang setzt, so in dem Bild mal gesprochen. Und das fand ich super spannend, als ich das so ein bisschen, ich glaube das war auch in Washington, als ich das so rausgefunden habe, wie das funktioniert hat und diese ganzen Bürgerrechtsbewegungen waren einfach eine riesige organisatorische Meisterleistung auch.
Also du musst ja Leute organisieren und dann auch dazu motivieren, dass sie superschlimme Konsequenzen in Kauf nehmen und da aufstehen und sagen, hey, wir müssen hier eine Veränderung bewirken. Und deshalb mega mutig von Rosa Parks, richtig gut, dass wir die kennen und gleichzeitig sollten wir bedenken, dass wir uns immer wieder solidarisieren und organisieren müssen, um Gerechtigkeit zu bewirken.
Und ein gutes Beispiel auch jetzt von deiner Stelle, dass es eben auch wichtig ist, sich darin zu bilden. Jetzt gerade wir beide sind europäisch, wir haben eine weise oder eine helle Hautfarbe und ja, wir können das nicht ganz nachvollziehen, wie das ist, wirklich Rassismus zu erleben. Und wir müssen uns aber dazu auch bilden. Also ich glaube, das ist auch ein Auftrag an uns.
Wir können nicht einfach sagen, ja, geht uns halt nichts an, wir sind ja nicht betroffen. Und da ist Rosa wirklich ein, ich sage das immer so deutsch, Rosa. Rosa ist da wirklich so ein wichtiges Vorbild. Sie hat auch später gesagt, dass in diesem Moment, als sie eben sitzen geblieben ist, sie hat große Angst gespürt.
Also sie war ja nicht die Überfrau so, aber sie hat gespürt, wie der Friede Gottes einfach ihr diese Angst vertrieb und dass Gott ihr ganz nahe war. Und dass ihr Glaube sie stärkte, dass sie auch die Konsequenzen dann tragen kann. Und die Konsequenzen, die waren ja teilweise wirklich echt heftig. Also mit Gewalt, mit Gefängnis und so weiter.
Aber wie gut, dass da so viele Menschen immer wieder einstehen. Unter anderem auch eben Mythos. Genau, und ich glaube, es ist super wichtig zu erkennen, auch wenn man auf der privilegierten Seite in bestimmten Punkten steht, alle profitieren von einer gerechteren Welt. Also ich glaube, ich kann auch besser und freier und würdevoller und liebevoller leben, wenn es keine Ungerechtigkeit gibt auf dieser Welt.
Und vielleicht betrifft es mich nur indirekt als weißer Cis-Mann-Christ in Europa, aber indirekt betrifft es mich eben doch. Und dieses Wort Ungerechtigkeit irgendwo bedeutet Ungerechtigkeit überall. Da ist schon was dran. Und ich glaube, das ist christlicher Auftrag, da ist das. Offen zu sein, sich zu bilden, sich zu solidarisieren, auch wenn es superschwierig und anstrengend und nicht immer möglich ist, sicherlich.
Aber ja, super gut, dass du das hier so thematisierst, Sarah. Ich habe noch drei. Magst du noch? Ja, wir machen noch. Wir machen das ganz durch. Ihr könnt ja eine Pause machen zwischendurch. Wir kommen zu einer etwas vielleicht ruhigeren Person, nicht ganz so Frauenrechts- und Bürgerrechtsaktivistin an vorderster Front, aber mit ihrer Arbeit hat sie ganz, ganz, ganz viel bewirkt.
Wir kommen zu Katharine Keller. Die kennen wahrscheinlich so die Theologie-Nerds unter euch schon. Sie ist 1953 geboren und sie ist eine ganz bedeutende Theologin, die tief, tief im methodistischen und auch in der feministischen Theologie verwurzelt ist. Sie ist bis heute Professoren für konstruktive Theologie und sie engagiert sich auch für soziale und ökologische Gerechtigkeit, vor allem für die indigenen Völker in Amerika.
Und Catherine Keller ist eigentlich bekannt für wesentliche Beiträge zur Prozesstheologie es ist so eine Theologieform die man eigentlich ganz gut mit Methodismus verknüpfen kann denn im Methodismus, aber auch in der Prozesstheologie betont man eigentlich die dynamische Beziehung zwischen Gott und der Welt also es ist nicht einfach nur Gott wirkt und wir müssen halt irgendwie mitmachen sondern wir sind aufgerufen, dass wir unseren Beitrag leisten wir sind nicht ohnmächtig oder keine Marionetten oder es ist ja sowieso alles egal, weil am Ende des Tages sterben wir.
Nein, es ist eine Dynamik zwischen uns und die müssen wir auch als Menschen mit einer sozialen und ökologischen Verantwortung übernehmen. Und Gott wird auch in beiden Theologieformen, jetzt im Methodismus, aber auch in der Prozesstheologie als eine umfassende Kraft gesehen. Aber es ist halt nicht gleichzeitig identisch mit der Welt. Also es ist wie außerhalb davon.
Und beide betonen die Freiheit und die Verantwortung von Einzelnen, aber eben auch die Notwendigkeit der Gemeinschaft. Also es ist nicht Individualismus per se, sondern wirklich eine gemeinschaftliche Verantwortung, eben gegen diese Ungerechtigkeitssysteme einzugehen. Und Catherine hat diese Prinzipien einfach auch interdisziplinär verwebt.
Moritz hat das vorhin wunderbar beschrieben. Das heißt eigentlich, dass man einfach möglichst viele einbezieht, möglichst viele Gesichtspunkte dazu mit hinein nimmt. Also feministische Sichtweisen ökologische Anliegen und auch poststrukturalistische Theorien ich frage dich jetzt mal, hast du eine Ahnung was es sein könnte poststrukturalistische Theorien.
Ja Strukturalismus als psychologische Strömung da könnte ich jetzt aber nur so ein paar Assoziationen irgendwie sagen also da richtig tief drin bin ich nicht in der Materie, Also ich verstehe es jetzt schon so, dass es eben auch auf diese Systeme ausgeht, dass wir die durchbrechen. Also Kapitalismus wäre zum Beispiel so ein System, dass wir Leistung und irgendwie Geld und all das brauchen, damit wir überhaupt wertvoll sind.
Und Catherine hat da ganz viele neue und wunderbare auch Gedanken dazu eigentlich beschrieben. Sie hat ein Buch geschrieben, das ist ganz bekannt, From a Broken Web, Separation, Sexism and Self. Das ist 1986 erschienen und sie hat darin diese Strukturen eben untersucht, wie Sexismus und Trennung in der Gesellschaft und hat eigentlich eine Perspektive gefunden darin, wie wir Selbstfindung betreiben können und eben auch Heilung.
Und Heilung ist ja was, was wir einfach brauchen. Wir können Heilung bei Gott anstreben, aber wir brauchen auch eben aktiv daran zu arbeiten. Wir können nicht einfach darauf warten, dass Gott uns irgendwie mal dann im Himmel, sondern es ist schon jetzt. Das ist so dieser wichtige Beitrag von Katharine Keller und sie hat ganz viel Forschung auch dazu angeregt und gilt als eine der bekanntesten Theologinnen, würde man, also kann ich glaube ich so sagen, in der heutigen Zeit.
Ja, also auf jeden Fall ein gängiger Name in der Theologie zumindest, wenn man so ein bisschen progressiver denkt und jetzt nicht nur die klassischen deutschsprachigen weißen Männer liest. Genau. Ja, wir kommen zu einer Nächsten. Das ist Tracy C. West. Das ist vielleicht nicht allen so bekannt. Diese Frau ist 1958 geboren.
Sie ist eine ganz angesehene Theologin, aber es ist wieder so ein bisschen Nische halt. Das wissen vielleicht nicht alle, die sich auch mit Theologie nicht so beschäftigen, zum Beispiel. Sie ist aber auch Ethikerin und sie ist eine Aktivistin. Sie ist Professorin für christliche Ethik und afroamerikanische Studien und ein Professor Extraordinarius.
Finde ich auch ganz toll. Wusste ich nicht mal, dass es das gibt. Sie hat ganz viele einflussreiche Bücher geschrieben, gerade eben zu. Afroamerikanischen Gerechtigkeitsthemen. Wahrscheinlich hast du in Washington auch was zu ihr gesehen, in diesem Museum, vermute ich. Sie ist da, glaube ich, schon sehr, sehr, sehr tief drin.
Ja, also das war ja jetzt kein theologisches Museum, aber könnte schon sein, dass sie da vorkommt. Aber ja, von dem General Board of Church and Society, Also dieses Institut, was da in Washington methodistisch Aktivist ist, da ist sie auf jeden Fall mit involviert als eine Ideengeberin und Intellektuelle.
Ja, und sie ist eine ordinierte Älteste in unserer Kirche und sie setzt sich vor allem für die LGBTQIA-Gleichberechtigung ein, also die Gleichberechtigung von queeren Menschen. Und sie hat auch dazu beigetragen, dass unsere Kirche sich weltweit geöffnet hat. Sie hat ganz viele Auszeichnungen gewonnen. Das ist vielleicht noch so ein bisschen eine spezielle Geschichte.
Zum Beispiel den Walter Wings Color Activist Award oder den Peace and Justice Award. Also es ist gar nicht so schlecht, was diese Frau schon alles erreicht hat. Und 2006 gibt es noch so eine kleine Episode, das war ganz spannend, in New Jersey State Legislature für die Ehegleichheit. Sorry, ich bin langsam im Englisch. Ich stolpere über meine eigene Zunge, aber ich hoffe, ihr versteht mich.
Sie hat dafür Ehegleichheit ausgesagt und es war eine ganz leidenschaftliche Rede über diese bodenlose Ungerechtigkeit gegenüber queeren Menschen. Und es war der Mitgrund ihrer Rede damals, warum dann die Zivilehe für queere Menschen in New Jersey überhaupt möglich war. Genau, Tracy C. West. Ich glaube, da merkt man ganz gut so die Anknüpfungspunkte zwischen akademischer Theologie, wo sie sich ja aufgehalten hat, und dann eben Zivilrecht und Gesellschaft.
Und ich glaube, das ist so ein bisschen das typisch Methodistische. Es geht nicht darum, irgendwie im kirchlichen Raum das eine zu machen, sondern wir sind Kirche in dieser Welt und gestalten die mit. Und da merkt man auch ein bisschen, wie die Zeiten sich geändert haben. So die ersten Frauen, die du vorgestellt hast, die haben allen möglichen Widerständen sich entgegengestellt.
Und ich glaube jetzt nicht, dass sie das nicht getan hat. Aber heute gibt es dann durchaus auch mal ein bisschen weltliche Anerkennung, mal einen Preis, eine außerordentliche Professur und solche Sachen. Also auch wenn noch nicht alles gut ist, sind wir, glaube ich, auf einem ganz guten Weg. Mit Rückschlägen auch.
Die kann man gerade aktuell nicht wegreden. Ja, und ich finde es so spannend auch, wie sich das verschiebt. Also die Ungerechtigkeit, ich denke, dass es immer noch weltweit Ungerechtigkeit gegenüber Frauen gibt, gegenüber People of Color. Aber jetzt kommen halt die neuen quasi Diskriminierten dazu. Das sind queere Menschen.
Die werden natürlich seit vielen, vielen, vielen Jahrzehnten schon diskriminiert, aber das ist jetzt so an der Oberfläche. Und ich finde das so eigentlich schön, dass sich das weiterzieht in unserer Kirche, dass wir uns dafür einsetzen völlig egal, ob man dann vielleicht theologisch das irgendwie so als gut sieht oder nicht, aber dass diese Gleichheit und die Gerechtigkeit vor dem Gesetz, vor, der Gesellschaft, dass das einfach wichtig ist und dass wir uns dafür einsetzen, dass Menschen, die queer sind, ihre Rechte haben und haben dürfen auch langfristig, das finde ich schon ganz, ganz wichtig.
Jetzt hast du eine richtig gute Überleitung gebaut zu deiner letzten Frau in den Slides, Karen Olivetto. Ja, kennst du sie? Jetzt schon ein bisschen. Ich habe ja den Slide schon gelesen. Ja, du hast sie sicher vorhin schon mal gesehen. Die ist ja ganz zentral. Ich habe die schon oft gesehen auf Bildern.
Sie ist nämlich die erste offen lesbische Bischöfin der United Methodist Church. Sie ist 1958 geboren. und sie ist eben auch weltweit denominationsübergreifend die dritte Bischöfin, die offen lesbisch lebt. Also es ist auch jetzt unabhängig von der Methodistischen Kirche eine grosse Geschichte. Sie wurde am 15. Juli 2016 gewählt und sie setzt sich bis heute auch jetzt in ihrer Pension für diese Inklusion und für die soziale Gerechtigkeit ein.
Sie hat ganz viele Bücher veröffentlicht. Und ihr war das immer ganz wichtig, auch innerhalb unserer Kirche eben eine Stimme für die Gleichberechtigung für queere Menschen zu sein. Und 2004, also schon eine Zeit lang her, hat sie die erste legale gleichgeschlechtliche Ehe in der United Methodist Church durchgeführt.
Und dann gibt es noch so eine ganz schöne Abschlussgeschichte. Während einer Demonstration nämlich für die Rechte von LGBTQIA plus Personen hat Karen eine leidenschaftliche Rede gehalten, in der sie betonte, dass eben die Liebe und die Gerechtigkeit, die sind immer untrennbar miteinander verbunden. Und in dem Moment, als sie das gesagt hat, hat es angefangen zu regnen.
Und sie hat sich nicht untergestellt. Sie ist einfach stehen geblieben und hat weitergeredet und hat gerufen, Lass uns den Regen als Segen sehen, der unsere Entschlossenheit stärkt. Und die Menge hat gejubelt und die sind alle stehen geblieben. Die waren dann pitschnass, aber das war so ein unvergessliches Erlebnis.
Und irgendwie so wie eine Art Zeichen von oben, einen warmen Sommerregen auf diese Menschen. Und damit sind wir am Ende. Ich habe als letzten Slide Methodismus und Feminismus und Du? Fragezeichen hingeschrieben. Wer weiß, vielleicht werden Menschen in 50, 100 Jahren, wie auch immer, über dich berichten, was du gemacht hast für Gleichberechtigung, für Gleichheit.
Und ja, ich bin stolz. Ich bin stolz und ich bin auch erfreut über diese starken Frauen und über diese Menschen, über die wir heute nicht berichtet haben, die es aber auch gibt, im Kleinen und Großen, die sich einsetzen für eine gerechtere Welt. Genau und vielleicht können wir ja nächste Woche, wenn wir beim Recap zusammen mit Damien nochmal über den Monat reden, nochmal persönlich ins Gespräch kommen, was bedeutet denn Feminismus für dich, Sarah, oder für mich oder für Damien, weil diese Folge war jetzt was Besonderes, eine Sonderfolge.
Und ich kann mir vorstellen, dass so beim Zuhören da ganz schön viel in Schwung kommt und durchrattert und dann aber mit Jahreszahlen und Namen und so großen Worten, dass das gar nicht jetzt dem Podcast-Format entspricht, was wir bisher angeboten haben mit diesen Interviews. Und es ist jetzt schade, auch die meisten Frauen, die du heute vorgestellt hast, sind schon verstorben.
Die können wir gar nicht mehr einladen in den Holy Club. Aber wir wollten damit eben so ein bisschen zeigen, dass der Methodismus ganz schön viel zu bieten hat und dass Feminismus auch ein Thema ist, was man von Anfang an da mitdenken kann und in verschiedenen Bereichen mitdenken muss und dann eben diese Frauen auch entsprechend würdigen.
Von daher, Sarah, vielen, vielen Dank dir für die Recherchearbeit, für die Präsentation auch auf Instagram und jetzt hier im Podcast. Für mich wärst du auch auf jeden Fall eine Frau, die bald einen Slide bekommt. Ich war da noch 100 Jahre. Dann können wir drüber sprechen. Ja, und wir haben Damien überholt mit unserer Zeit, dieses Podcast.
Ich hoffe, dann die nächste Folge mit ihm wird nicht drei Stunden werden. Aber Thorsten Dietz und. Martin Hüderhoff haben wir dreieinhalb Stunden jetzt gemacht in der letzten Folge über amerikanische Nationalismus, glaube ich, war es. Ja, christlicher Nationalismus in den USA. Dreieinhalb Stunden, da dachte ich auch, da haben wir noch ein bisschen Luft.
Vielen Dank euch fürs Zuhören, fürs Mitdenken. Schreibt gerne in die Kommentare, wenn ihr noch bestimmte Frauen oder so habt aus dem Methodismus, die für euch für diesen Kampf um Gleichberechtigung und Gleichstellung wichtig sind. Wir hoffen, dass es euch trotzdem gefallen hat, auch wenn es ein bisschen was anderes war jetzt mit der Sonderfolge, wir werden ganz normal mit einem Recap weitermachen dann kommen wieder Interviews und ich glaube, der nächste Monat mit fünf Montagen ist dann erst im Juni mal schauen, was bis dahin wird, Ich schließe mit dem Zitat unseres Kirchengründers unserer Bewegung, John Wesley der gesagt hat, das Beste ist Gott ist mit uns und das soll für uns alle gelten, für dich, für mich, für die Zuhörenden.
Das ist wirklich das Beste. Wir sind nicht allein. Mach's gut, Moritz. Mach's gut, Sarah. Gute Woche euch. Tschüss. Music.