
Babler geht, Marterbauer kommt: Kann das die SPÖ retten?
Dienstag, 6. Oktober 2026 · 32 min
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Shownotes
Am Sonntag wird offiziell, was viele bereits vermutet haben. Andreas Babler zieht sich als Vizekanzler und Parteichef zurück. Wie geht es für die Partei weiter?
Am Ende hat man sich für eine der kompliziertesten Lösungen überhaupt entschieden: Eine Dreifachspitze auf Raten. Am Sonntag verkündet Parteichef Andreas Babler sein Ende auf Raten. Neuer Vizekanzler soll Markus Marterbauer werden, der im Jänner übernimmt. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Klubchef Kucher werden dann auch die Partei gemeinsam anführen – zumindest bis zu einem anberaumten Parteitag. Und Babler? Der bleibt Minister. Warum sich die SPÖ für dieses Vorgehen entschieden hat und ob das die Partei wirklich retten kann, besprechen wir mit STANDARD-Innenpolitik Redakteur Gerald John.
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Andreas Babler zieht sich als Parteichef und Vizekanzler zurück – zumindest in absehbarer Zukunft. Schlechte Umfragewerte, Unmut in der Partei und ein aussichtsreicher Nachfolger? Der Druck scheint einfach zu hoch gewesen so sein! Wir sprechen heute über den komplizierten Machtwechsel an der Spitze der Sozialdemokratie und stellen auch die Frage Kann das die SPÖ wirklich retten?!
Ich bin Daniel Retschitz-Eckert, das ist Thema des Tages der Nachrichtenbordgast des Standard Und wenn Ihr Thema des Tages einmal live erleben möchtet, dann habt ihr am siebten November die Gelegenheit dazu. Wir sprechen im Radiokulturhaus über Trump's Endgame seine letzten zwei Jahre als Präsident der USA.
Mit dabei sind die US-Experten Sandra Navidi und Rainer Tainisch Link. gibt es in den Shownotz zu den Tickets. Wenn ihr mit dabei seid könnt ihr auch exklusive Fragen stellen und wir freuen uns auch über ein Meet & Greet! Jetzt gehts los mit der Folge! Andreas Barbla geht als Vizekanzler und als Parteichef, aber nicht gleich und nicht sofort.
Wir sprechen gleich darüber wie dieses Prozedere funktionieren soll. Vielleicht zu Beginn aber was hat denn den noch Parteichef und noch Vizepanzler jetzt am Ende des Tages zu diesem Schritt bewogen? Die ganze vergangene Woche war davon geprägt, dass es diverse Besprechungen gab. Dass es diverse Sitzungen gab!
Dass es Interviews gab von Gerhard Zeiler in verschiedenen Medien auch bei uns, wo klar war, Zeiler wird nicht zurückziehen und die Partei hat keine Chance zur Tagesordnung überzugehen. also da ist schon jetzt etwas passiert das etwas in Gang gekommen ging. Ende der Woche war dann klar, genau. Dann hat der Kerntner Parteichef Fellner, der auch Landeshauptmann ist, gesagt machen wir eine Runde der Landespartei-Vorsitzenden schauen wie das wird zu einer Einigung kommen?
Dann hat Andreas Barblau gesagt gute Idee da komme ich dazu! Ich lade euch alle nach Wien einkommt zu mir wir besprechen das gemeinsam. Dann haben die Länderchefs gesagt, naja wir wollen uns aber eigentlich schon gerne vorher alleine ohne dich besprechen. Lieber Andi! Wie kriegen wir das her? Dann hat Wien gesagt na ja... Wir wollen uns eigentlich einen Tag vorher noch besprechen und wollen irgendwie selber zu einer Lösung kommen denn in Wien gibt es auch keine einheitliche Haltung.
dazu soll jetzt Barbara bleiben, soll Barbara gehen, soll Zeiler kommen oder doch nicht usw.. Und so hat sich dann eigentlich eine gewisse ein gewisser Stundenplan herausgegeben. Am Samstag haben sich die Bezirkspartei-Vorsitzenden von Wien, eine sehr mächtige Landesorganisation ist mit dem Wiener Bürgermeister und SPÖ-Chef Michael Ludwig getroffen.
Ich weiß das es auch Gewerkschaftsinternesitzungen gab. Und dann gab's am Sonntag um vierzehn Uhr diese Sitzung der Landesparteischefs, der SBO und am sechzehn Uhr dann gemeinsam mit Andreas Barbla in diesen berühmten Hotelen der Wiener Herangasse. hat gegen Ende der Woche Andreas Babler dann schon verstanden, dass jetzt irgendwas passieren wird.
Dass er da nicht ganz unbeschadet rauskommt und man hat ihm auch signalisiert das sich etwas verändern muss in der Partei. Man hatte ihm nicht gesagt was weil man es eigentlich selber nicht gewusst hat aber dass man so nicht weitermachen kann. das war relativ klar. Das, was dann am Sonntag letztlich rausgekommen ist mit dieser stufenweisen Lösung, ist in Wahrheit eigentlich das Beste, was sich Pablo wünschen konnte.
Er bleibt Minister und muss nicht gleich gehen als Parteichef oder Witzekanzler – es ist alles ein bisschen nach hinten verschoben! Es ist eine gesichtswahrende Lösung. die hat er sich ausbetungen. Das finde ich auch gut, das steht ihm auch zu. Der Punkt ist ob es eine Lösung ist die die Partei weiterbringt.
aber darüber werden wir vermutlich gleich sprechen? Wir werden darüber sprechen und auch über dieses Prozedere in Antiteil. was mich aber zuerst noch interessieren würde du hast jetzt gesagt dem sich alle getroffen um zum Schluss ist dann Andreas Babler dazugekommen das heißt das war eigentlich schon ausgemachte Geschichte quasi nur präsentiert bekommen.
oder wie können wir uns das vorstellen? Nein, ganz so kann man sich das nicht vorstellen. Sondern es wurde eben einfach gesagt wo das unbehagen ist. ich glaube es war eine sehr unangenehme Sitzung für ihn. also es wurde schon offen gesprochen dass es ein Problem gibt wenn eine Partei wie die SPÖ bei nur mehr fünfzehn Prozent im aktuellen Wahltrend rangiert und dass es halt sozusagen Möglichkeit geben muss, wie man wieder rauskommt aus diesem Umfragtiv.
Es ist noch einmal gefragt worden ob er selbst eine Idee hat, wie das vonstatten gehen kann... Besonders viele Details aus der Sitzung sind nicht rausgedrungen bis dato, das wird schon noch werden. Aber offensichtlich waren die Antworten nicht so zufriedenstellend dass sich die Landespartei-Chefs dann zurückgelehnt hätten und gesagt hat okay gut er macht halt weiter und probier halt mal.
Und diese Geschichte dass er in den Vertrauenswerten auch so schlechte Daten hat im Gegensatz zu Markus Materbauer hinter den Bundespräsidenten, der zweitvertrauenswürdigste Politiker in diesem Lande ist. Das ist natürlich schon auch eine Realität, die man nicht vom Tisch wischen kann.". Wirklich am Ende diesen Ausschlag gegeben.
Also waren's die Länderschef, war es deine eigene Einschätzung? Okay ich komme hier auch innerhalb der Partei nicht mehr weiter. oder waren das wie gesagt die schlechten Umfragewerte oder was... Wie du hast gerade geschildert, dass wir dich ein Podporieren in diesen ganzen unterschiedlichen Punkten? Ich glaube es war ein Podborier und es war wahrscheinlich auch ein offenes Gespräch mit ÖGB-Chef Katzian, der auch zur Kenntnis nehmen musste.
Er persönlich hat der Babler immer unterstützt, aber auch in der Gewerkschaft muss man zur Kenntnis nehmen. Dass das Feedback zum Teil aus den Betrieben von den Betriebsratsvorsitzenden nicht ein durchgehend Positives ist und es gibt auch in einer Gewerksamkeit durchaus unterschiedliche Haltungen zum Thema.
wie beurteilt man die Arbeit des SPÖ-Chefs? der Partei. Das ist ja schon noch etwas, was man immer gemeinsam auch denken muss und ich glaube dass er da gesehen hat wenn jemand dieser Partei etwas liegt und das tut es dann muss er sich bewegen und das hat er dann gemacht. Was ich interessant finde Petra wir haben letzte Woche einen Podcast über GHCyla gemacht, der hat das Ganze offensichtlich angestoßen.
Zumindest noch einmal eine Dynamik reingebracht aber heute ist er überhaupt kein Thema mehr. auch die Frauenversitzende Eva Maria Holzleitner hat im Morgen schon allgesagt spielt eigentlich keine Rolle mehr. Was ist jetzt passiert mit ihm? Man hat sich glaube ich in der SBO Führungsriege darauf verständigt, dass das der Mann zwar etwas angestoßen hat, dass der Mann in der SPÖ zwar ein wohlgelittenes und sehr anerkanntes Mitglied ist und dass er ein Mann mit vielen Verdiensten ist.
aber ich glaube die Führungsriege sieht schon Diese Präsentation, wie er seine mögliche Kandidatur autriert hat, dass das nicht ideal war. Aber ehrlich gesagt ich würde ihn noch nicht abschreiben! Er war ja auch gestern nicht eingeladen – gut er war ja nicht da in den USA aber er war glaube ich auch nicht einggeladen.
als möglicher Herausforderer verstehe ich alles, er saß nicht mit am Tisch aber das heißt noch nicht dass er nicht trotzdem mit umrühren kann. Er hatte jetzt einmal drei Monate Zeit um sich vorzustellen im ganzen Land. wenn er die Zeit dazu hat und das Geld glaube ich wieder auch dazu haben, kann er in Österreich herumtouren, kann SPÖ-Mitglieder besuchen, kann sich bei der Bevölkerung irgendwie bekannt machen einsammeln und Unterschriften einsammelt.
Und nachdem das ja möglich ist, seit Andreas Barblat, dass man durch eine Mitgliederbefragung auch mögliche Entscheidungen von Parteigremien überstimmt... Na ja, warum soll das nicht einem Gerhard Zeiler gelingen wenn er Lust dazu hat? Ob es dann tatsächlich macht weiß ich nicht aber möglich wäre es.
Aber glaubst du ernsthaft über alles was wir letzte Woche gesprochen haben? Ich meine er hat sich jetzt nicht unbedingt groß empfohlen. für den Parteiforsitz. sagen muss man ganz vorsichtig Ja, aber er hat umgekehrt. jetzt versucht in der vergangenen Woche auch ein paar Dinge auszubügeln. Er hat sich zum Beispiel eine Webseite zugelegt und hat versucht in diversen Interviews seine Position noch einmal darzulegen ob er das jetzt super gemacht hat oder nicht.
Darüber kann man streiten, aber ja ich habe jetzt nicht den Eindruck gehabt dass es so leicht aufgibt und sondern dass er sich das wirklich vorstellen könnte das zu machen das auch Lust dazu hätte. und ich meine eins muss ich schon sagen was der Sonntag mir gezeigt hat war da gibt's eine Menge wichtige Leute in der SPÖ die eine Menge wichtiger Dinge zu sagen haben eine Menge wichtiger Positionen haben und keiner von denen findet sich im Grunde genommen bereit, diese Partei zu übernehmen als Parteichefin.
Denn auch die, die es jetzt sind sozusagen als Geschäftsführende, ob Leute dem Andreas Barbler für den nächsten drei Monate beigestellt – die wollen das ja nicht immer und ewig machen. Die wollen ja auch nur Übergangskandidaten sein obwohl sie die Jugend hätten, obwohl sie sozusagen die SBO in einer Zukunft führen könnten haben abgelehnt.
Die ganzen Länderchefs, die den Daumen rauf oder runterdrehen, keiner von denen hat sich bereit erklärt zu sagen okay dann übernehme halt ich die Partei. also das lässt schon noch ein bisschen tief blicken dass der einzige der Lust hätte das zu machen einen seventyjähriger X-Top Manager ist der irgendwie sagt ja... Ich bin die Zukunft auf top!
Ich hätte jetzt Bock einmal ein bisschen Politik zu machen. Und das ist schon ein großes Problem für die SPÖ, jetzt scherzbar Seite. Weil warum sollte eine Wählerin eine Partei wählen, wo nicht einmal die eigenen Funktionäre bereit waren diese Partei zu übernehmen? Also das ist von der Optik her ganz schlecht und ganz schief!
Wir haben es jetzt etwas ausgeklammert. Sprechen wir uns jetzt im Detail an nämlich dieses Prozedere, dass es jetzt schon mehrfach gestreift, wie denn das jetzt genau vom Stadten gehen soll weil Andreas Babler ist ja wie gesagt Vizekanzler, sondern auch Parteichef. Fangen wir vielleicht mit der Regierungsebene an und das soll Markus Materbauer folgen allerdings erst im Jänner oder irgendwann im Frühjahr.
ganz konkret hat man es ja noch nicht gesagt. Erklär uns das bitte. warum hat man sich für dieses Prozedere entschieden? Ich habe schon erwähnt ich glaube es ging einerseits um eine Gesichtswahrung und andererseits gings darum dass man sich glaube ich innerparteilig wirklich darauf verständigt hat, bitte, bitte soll der Markus Matterbauer machen.
Weil er hat gute Werte und ist ein sympathischer Kerl, der kann Politik sehr gut und sehr plausibel erklären auch wenn es unangenehmer Themen sind und davon hatte er ja als Finanzminister in den vergangenen Jahren genug. also bitte soll's eher machen. jetzt hatten die das Problem oder haben immer noch das Problem dass Markus Matterbau nicht gesund ist.
Er sagt selber, er hat noch eine Chemotherapie jetzt im Oktober vor sich und dann glaubt er dass er sozusagen dann bald einmal als gesund gilt. Der ist sehr positiv was wirklich super ist und wo wir ihm wirklich alles Gute wünschen. Und jetzt hat man sich darauf verständigt, dass im Jänner er vielleicht dann auch schon wieder körperlich so bekräften ist.
Dass er das Ganze dann übernehmen kann. Nämlich wir sprechen ein Finanzministerium, das er sowieso führen muss. Das eine ist da überhaupt der schwierigste Ressort in einer Regierung und dazu auch noch quasi das Vizekanzleramt was ja auch mit sehr viel Reisen verbunden ist, mit offiziellen Auftritten usw.. du dann auch fit sein und dürfte in den Flugzeug steigen.
Du musst dem Bundeskanzler vertreten, wenn der keine Zeit hat usw., also das ist schon noch mal ein zusätzlicher Aufwand. Den muss er leisten können.". Und da haben alle gesagt ja Markus, schau dass du gesund wirst! Im Jänner müsste ich das eigentlich ausgehen mit deinem Gesundungsprozess, damit du dann Witzekanzler sein kannst?
Es tut mir wahnsinnig leid Es tut doch vielleicht nichts zur Sache, weil es ist ein erwachsener Mann der kann selber entscheiden was er will. Aber ich finde das etwas unangenehm diesen Genesungsdruck auf Markus Matta-Bauer aufzubauen. und schauen mal dass du bist jener gesund wirst. ja dann braucht man dich!
Ich meine ich... die wird's genauso gehen wie mir. wir kennen wahrscheinlich beide Menschen mit Krebs. sie wissen wie lange das dauern kann und wie schrecklich diese Krankheit isst. Und jetzt setzt Mänder quasi zeitlich unter Druck. muss das wirklich sein? Du hast es dir erst angesprochen Er ist natürlich ein erwachsender Mensch und er muss selber entscheiden Was er sich selber zumutet und nicht Das gibt da zwei unterschiedliche Schulen haben Sie heute auch in der Redaktionskonferenz angeregt diskutiert.
Soll mal jemanden, der krank ist tatsächlich behandeln wie jemandem dem man unter einen Glassturz stellt? oder soll mal jemandem, der krank ist und auf den Weg zur Genesung ist glauben dass er sagt ich schaffe das schon! Ich kriege es hin ja? Ich werde das irgendwie schaffen. aber Aber gesehen davon ist es natürlich schon für mich auch bedenklich, dass es niemand anderen gibt dem man sich in der SPÖ vorstellen kann als Markus Mattaba.
Jetzt lasst mir das einmal weg und gehen wir auch auf sein Alter zu. Er ist die Jahre alt. Das ist jetzt auch nicht gerade quasi diese Zukunftsansage. der hat seilers und siebzig das schon gar nicht aber dreiundsechzig ist jetzt auch nicht so viel jünger. also auf jeden fall ein über sechzigjähriger der dann die die Partei in eine strahlende Zukunft führen soll, das könnte man ja auch einmal hinterfragen.
Und ich denke mir diese geschäftsführenden Vorsitzenden eben Philipp Kucher der Klubchef und Eva Maria Holzleitner, die Frauenministerin und Wissenschaftsministerin Die könnten doch tatsächlich auch auf längere Sicht eine größere Rolle spielen. Das sind knapp über dreißig, die sprechen die Sprache dieser Generationen, die wissen irgendwie worauf es ankommt, weil das ja immer ein Thema ist wie man Dinge verkauft.
Die wissen das eigentlich ganz gut. also dass man da nicht versucht irgendwie eine Lösung zu finden, die eher in Richtung Generationenwechsel geht. Das verstehe ich ehrlich gestanden auch nicht. Aber wie war das? Hast du der Insights für uns, ist Matterpower bekniet worden wegen seinen guten Umfragewerten oder hat er selber diesen Ehrgeiz das zu machen.
Man kann sich natürlich, man kann seine Meinung ändern und man ist geschmeichelt wenn die Partei sagt bitte lieber Markus hilft uns und dann macht man es oder hatte immer schon diese Ambitionen gehabt. Also nachdem er in der vergangenen Woche allein glaube ich in zwei oder drei Interviews gesagt hat, nein das kommt überhaupt nicht infrage und er macht es nicht.
Glaube ich eher an die Variante ist bekniet worden. Wobei so ganz konkret ausgeschlossen hat er's ja nicht? Naja... Ja... Beziehungsweise er ist waage geblieben. Es war so.. Er hat halt immer selber auch auf seinen Genesungsprozess verwiesen logischerweise. Natürlich ist es auch eine Mischung aus geschmeichelt sein und andererseits wenn du Mitglied einer Partei bist und solange Mitglied eine Partei ist, dann ist das schon mehr als die Mitgliedschaft in einem Briefmarkenverein.
Das bedeutet etwas! Das ist wichtig und du kannst auch selber nicht zuschauen... Das ist zumindest mein Verständnis davon, wie auch Parteipolitik immer noch funktioniert. Den meisten liegt schon was daran, was aus einer Partei wird. Dass sich das Ganze dann wieder im Detail, in Particular Interessen spreit – das ist wieder etwas anderes!
Aber im Grunde genommen, wenn man eine Person dann packt quasi bei ihrer Ehre und Meinst du es wirklich ernst? Dann bitte hilf uns jetzt. Ist das schon ein Einfallstor, wo man sich dann halt überreden lässt glaube ich und ich glaube dass das beim Matterbauer so eine Mischung war. Klammern wir diesen Gesundheitszustand mal aus und sprechen wirklich über ihn als Politiker.
ganz kurz weil er ist mit Andreas Babler in dieses Regierungsteam gekommen und er hat in seiner Zeit als Finanzminister diesen Unter Anführungszeichen fast schon unabhängigen Experten, er ist ja auch ehemals WIFO und so. Er ist sehr stark kultiviert. also er klang jetzt nicht den klassischen Parteisoldat sondern einfach wie ein Realist der da für die Sache ist um zu schauen dass das österreichische Budget saniert wird, dass es dem Land wieder besser geht.
Ist dieser Ruf jetzt nicht auch irgendwie ruiniert wenn man auf einmal Witze kannst? Dieser Schluss ist mir jetzt fast ein bisschen zu weit gehüpft. Ich glaube, wir können nicht davon ausgehen dass einer der in seiner Grundexpertise und er ist ein Ökonom mehr weiß wovon er redet. Der ist schon gut in dem, was er tut und deswegen kann das auch so gut erklären.
Er konnte gut sagen warum wir dieses Sparpaket brauchen? Warum wir gewisse Maßnahmen setzen müssen? Und er hat damit durchaus die Koalitionspartner der anderen Parteien überrascht weil sie sich gedacht haben naja, der kommt aus der Arbeit der Kammer linkes Eck usw. Das wird ein Linker um Gottes Willen.
Und dann hat er aber sehr pragmatische, realistische Lösungen gefunden und hat das auch noch gut erklären können. Das hat seine Beliebtheit ausgemacht. nur allein das heißt ja nicht dass du wenn du eine Partei übernimmst, dass du dann plötzlich irgendwie eine strahlende Führungspersönlichkeit auf allen Ebenen bist.
also alleine Das jetzt zu vermuten, dass er das auch alles kann. Dass er zum Beispiel dann die wirklich schwierige Frage in der SPÖ klären kann, will man jetzt eigentlich noch strengere Maßnahmen bei der Migration oder möchte man wieder ein bisschen liberaler sein? Da sind ja immer diese zwei Strömungen in der SPD.
Wer sagt uns denn, das gut moderieren kann, dass er da eine gute Lösung findet. Also zu allen politischen Ebenen, die es gibt in einem Land, dass hat er da tatsächlich so etwas wie eine stringente Erzählung findet, die man über alles drüber stülpen kann und die letztlich sozusagen dazu führt, dass jemand ein guter Parteichef und auch ein guterspitzen Kandidat für die nächste Wahl ist?
Das ist schon auch ein gewisses Risiko ob er sich jetzt irgendwie ... Allein dadurch, dass er sagt, ich werde Vizekanzler sein Image-Zahm hat? Das glaube ich nicht. Ich glaube das ist für die ÖVP eine schlechte Nachricht ist, dass jetzt er jetzt Vizerkanzler wird vor allem für das Team Stokker weil dann hast du einen Vizkanzler der weidos bessere Beliebtheitswerte hat als der Bundeskanzlern und das könnte in den ÖVB noch ein Problem werden.
Das war meine nächste Frage gewesen. Die Zusammenarbeit mit den Koalitionspartnern Nios und ÖVPs wird wahrscheinlich einfach nochmal weitergehen oder er kann ja mit ihnen, das ist wie dem auch immer noch gesagt. Ja natürlich, also das wird jetzt einmal ganz normal weitergeführt werden. Es ändert sich ja auch... Also für die Regierung ist es jetzt mal auf der ersten Sicht eine gute Nachricht weil da ändert's sich nichts.
Es endet sich nix an Positionen. Es haben nur Menschen Parteifunktionen dazu bekommen und das geht jetzt einmal alles weiter. Das ist so Kontinuität! Das ist ja auch das was der Bundeskanzler und ÖVP-Chef Stokker eingefordert hat. schon, dass es auf lange Sicht durch diese Umweltzungen in der SPÖ möglicherweise auch zum Beispiel in der ÖVP zu Dynamiken kommen könnte die ein bisschen unangenehm sind.
Denn wir dürfen uns eins nicht vergessen ja die SPÖ liegt wahnsinnig schlecht in den Umfang bei nur fünfzehn Prozent. aber wo liegt denn die ÖVB? Das ist auch nicht wahnsinnigt zufriedenstellend für eine staatstragende Partei und Kanzlerpartei Die Neos übrigens bei sieben Prozent nach dem aktuellen Appavaltrend, also geht allen nicht sonderlich gut sagen was mal so.
Petra wechseln wir vielleicht von der Regierungsebene jetzt tatsächlich zur Partei? du hast es jetzt schon angesprochen Klubbobmann Philipp Kucher und Frauen- und Wissenschaftsministerin Eva Maria Holzleitner werden die Partei jetzt geschäftsführend in einer Doppelspitze übernehmen. Wie soll das funktionieren?
Und warum dieser Schritt? Das ist eine sehr schwierige Frage, die du mir darstellst. Ich habe keine Ahnung wie das funktionieren könnte, weil dann hast du an der Parteispitze nicht eine Person sondern du hast drei Personen, die sich möglicherweise nicht immer einer Meinung sind. Dass er zur Rechnungsmatterbau da jetzt dazu ist, dritte Person oder?
Naja, jetzt ist es ja noch Babler! Babler ist ja jetzt noch Parteischiff und das heißt man muss in den kommenden drei Monaten sich zu dritt überlegen, wie man die Parteiausricht... ob das Personal noch passt, ob die Bundesgeschäftsführung, die Ideale ist. Alle diese Dinge sind so Detailfragen. Warum sagst du immer drei Monate?
Was kommt danach? Dann ist Jahreswechsel und dann ist Barbara weg als Parteichef! Und so hätte ich es verstanden. Hättest du's anders verstanden? Nein, ich wollte es nur konkretisieren für die Zuhörerinnen und Zuhärer. Ich glaube das haben sehr viele nicht verstanden weil diese Pressekonferenz von Andreas Babloch etwas verwirrend war, sagen wir es wie sie ist.
Ja, das stimme ich dir zu! Aber das ist sozusagen mein Erkenntnisstand und dann wird ja ein Parteitag vorbereitet und der soll dann glaube ich irgendwann im Frühjahr stattfinden. Und ich hätte die Vermutung dass schon das Ziel ist, dass Mathebauer beide Funktionen irgendwann einmal übernimmt. Das wäre zum Beispiel das, worauf sich glaube ich die Länder schäfst gut verständigen könnten.
wie dem auch sei Wie das jetzt in den nächsten drei Monaten ist mit Andreas Babler und wie es dann weitergeht, das ist halt die Frage. Ich kann es dir nicht wirklich stringent beantworten. ich stelle es mir wahnsinnig schwierig vor. Ich glaube schon dass das was geschrieben wurde sozusagen quasi die Aufpasserrolle, dass da etwas ist was die zwei tatsächlich letztlich ausüben müssen.
Sie müssen aufpassen, dass da nicht allzu viel... Blödsinn passiert, also irgendwelche Dinge gesagt werden die vielleicht nicht abgesprochen sind in der Partei oder was auch immer. Ich glaube es geht auch darum die Stabilität in der Koalition zu erhalten dass es dann nicht durch irgendwelchen Äußerungen von irgendjemandem möglicherweise zu einer Irritation in der Kollektion kommen könnte wo's dann unabsichtlich zu einem Bruch kommt und womöglich neue Wahlen sind die keiner haben will.
ich glaub das das so ein bisschen die Aufgabe ist, nach allen Richtungen die Fühle auszustrecken und zu schauen dass alle so halbwegs mit einer Stimme sprechen. Und das Andreas Babler eben nach außen hin nach wie vor der Parteischef ist, aber dass immer mehr von seinen Aufgaben auch an diese geschäftsführenden Parteiobläute übernommen werden die mit der Partei kommunizieren.
Es wurde vielfach gesagt worden es wurden zu wenig kommuniziert von der Parteispitze in die Partei hinein. vielleicht ist das auch eine Aufgabe die sie übernehmen sollen damit jeder immer zu jeder Zeit weiß was da oben passiert. Aber nehmen die beiden also Kucher und Holzleitner das nötige Rüstzeug für diese Aufgabe mit.
Ich kenne Philipp Kucher aus meiner Vergangenheit in der Innenpolitik, ein bisschen sehr verbindender Typ hat auch gute Connections beispielsweise nach Eisenstadt was auch nicht ganz wichtig ist und was man über die SP Frauen sagen kann. ich glaube am Ende des Tages sind ja dann doch immer die einzigen Erwachsenen im Raum.
also es macht irgendwie durchaus Sinn. aber sind sie als Person noch deiner Meinung nach geeignet? Absolut. Also deswegen habe ich ja auch in einem früheren Teil unseres Gesprächs gesagt, ich bin ein bisschen verwundert dass man nicht gleich auf. sie setzt für eine nachhaltigere Lösung sondern das quasi durchgehen lasst in der SPÖ dass die sagen wir machen es aber nur geschäftsführend und ansonsten wollen wir eigentlich mit der Parteiführung nichts zu tun haben.
weil ich glaube schon das ist wichtig wäre da auch einen Generationenwechsel herbeizuführen dem Partei-Vorsitz zu übernehmen. Ich glaube schon, dass das ging! Vielleicht muss man überhaupt neue Wege gehen und eine Doppelspitze gehen. Die SPD macht das ja auch. Hat aber nicht funktioniert. jetzt, was macht das zu sagen?
Ja, es hat ja auch die Dreierkoalition in Deutschland nicht funktioniert. Und bei uns funktioniert sie unter Nachsicht alle Taxen schon immerhin eine Zeit lang. Sie bringen auch Themen auf den Weg gemeinsam. Man kann ja vielleicht auch mal out of the box denken. Ob es eine gute Lösung ist, kann ich dir nicht sagen aber ich glaube man muss jetzt in der SPÖ auf jeden Fall beginnen einmal ein bisschen unkonventioneller zu denken.
Aber das heißt wir haben den Jahreswechsel dann wird Andreas Barblau quasi so langsam aber sicher seine Zeit als Parteichef ausfäden lassen also schrittweise rücktritt? Dann sind die zwei Geschäftsführer und dann gibt's diesen Parteitag. dass sich einer von den beiden beim Parteitage aufstellt Hältst du für unwahrscheinlich, oder?
Also Kucher und Holzleiter. Sie haben es zumindest ausgeschlossen – aus jetziger Sicht aber vielleicht ist es ja so, dass sich der eine oder die andere das noch überlegt wieder mit dem Argument, mit dem die offenbar die gesamte Führungsriege der SPÖ auf Markus Matterbauer drauf gesessen ist. Also wenn du deine Partei liebst dann mach was für sie.
vielleicht werden jetzt auch Kucher und Holzleitner in diese Richtung massiert von allen Seiten und vielleicht bewirkt das etwas. oder Sie sagen selber so kann das nicht weitergehen. wir stellen uns in die erste Reihe. ich würde es begrüßen bei beiden. höchstwahrscheinlich wird Mathebauer bei diesem Parteitag sich dann auch zum Partei schäfeln lassen.
Also das ist jetzt mal die realistische Erzählung. Das ist eher der realistisch Variante, ja. Was bleibt in deiner Einschätzung nach von Andreas Barblau tatsächlich über? Wir wissen seine Amtszeit geht langsam vorbei. Was konnte er denn in der Partei bewegen? Wie wird man sich an ihn erinnern? Im besten Allerfälle wird man sich als Medienminister an ihn erinnern und als einen, der wirklich es geschafft hat die Medienförderung vielleicht nachhaltig neu aufzustellen.
Und dass das zunächst einmal den Medienstandort Österreich gut tut. Das wäre eigentlich auch jetzt sehr eignützig. ein durchaus Wunsch in unserem Sinne, dass das gelingt die Dinge so neu zu ordnen, in Österreich tatsächlich eine gute Zukunftsperspektive hat, insgesamt gesehen. Das wäre mal das Eine und als Parteichef würde ich sagen er ist einer der auf Parteitagen sehr gut reden kann, der die Leute tatsächlich mitnehmen kann, dass er ein Herz hat für diese Bewegung, damit hat er ja damals an dem Parteitag in Linz gegen Hans-Peter Doskozil gepunktet und ist auch gewählt worden.
Man darf ja auch nicht vergessen, vor kurzem eigentlich auch mit einundachtzig Prozent wiedergewählt worden. Aber das sind halt immer nur Momentaufnahmen. Was ihm nicht gelungen ist, es ist ihm leider nicht gelungern die Partei zu einen und diese ständigen Grabenkämpfe und letztlich Führungsdebatten in der SBO zu beenden.
Das ist im Leider nicht geklückt und das finde ich eigentlich sehr schade. Am Anfang offensichtlich kein Freund war in die Dreierkoalition zu gehen, es am Ende aber dann doch durchgezogen hat. Auch das kann man im Positiv anrechnen denn das war schon glaube ich schon noch wichtig fürs Land. dass man einmal diese Art von Koalition probiert und schaut kann das funktionieren ja inwieweit das dann sozusagen für Fortunn innerhalb seiner Partei gesorgt hat, wird man im Jahr zwanzigneun und zwanzigssehn.
Vielleicht befinden sich die Regierungsparteien auch nur einfach in eine Art Mitdörm-Crisis – es geht eh irgendwann einmal wieder bergauf – kann aber auch sein dass die Regierungsarbeit nicht besonders von Glück belohnt wurde. Da muss ich bei einem Punkt einhaken, Petra. Wenn du die Regierungsverhandlungen angesprochen hast es gibt auch dir zähleweise dass Andreas Babler durchaus einen großen Anteil daran hatte worum die ersten Gespräche gescheitert sind.
dafür eine Salve muss man das auch dazu sagen finde ich. Ja, das habe ich gemeint da hast du mich glaube ich falsch verstanden. er hat ja am Anfang... Er war am Anfang nicht begeistert davon in die Dreierkollektion zu gehen und es ist ja dann auch wenn wir uns erinnern den Neos-Chefin Berth de Meinl.
Reisinger hat das ja glaube ich auch durchaus klar benannt wer da irgendwie Schuld war. aber dann hat er sich überzeugen lassen dass es eine gute Möglichkeit für das Land ist. Dann hat er funktioniert und dann hat er sehr viel dafür getan auch innerhalb der Regierung, dass es funktioniert. Weil das muss man schon noch sagen... Er ist ein rhetorisch sehr links und hat halt immer wieder sozusagen quasi in Reden gesagt, wofür die SBO steht.
Und was er wichtig ist und die kleinen Leute usw. aber er hat in der Regierungsarbeit durchaus einen pragmatischen Kurs gefahren bis jetzt also weil sonst hätte das nicht getan wäre es ja gleich wieder auseinander gegangen. Gut, so sehr treppenwitzende Geschichte. irgendwie ist das durch diese gescheiterten Regierungsverhandlungen ja dann Kalnihammer aus seinen Posten verloren hat oder beziehungsweise zurückgetreten ist.
Aber die Koalition gab es trotzdem... Das sind die wundersamen Wendungen der Österreichischen Innenpolitik! Wir werden schauen wie sich diese Wendung jetzt in den nächsten Monaten noch weiterentwickeln. Ich glaube wir werden auch das eine oder andere Mal vor Jahresende miteinander sprechen. da gibt sicher noch einiges zu diskutieren.
Vielen Dank Petra für deine Zeit heute. Sehr gerne und es würde mich freuen dich wiederzusehen. Und wenn euch Thema des Tages gefallen hat, dann abonniert den Kanal auf der Podcast-Platform eurer Wahl oder auch auf YouTube. Da sind wir mit Videopodcasts vertreten. Einfach Kanal abonnieren und nicht vergessen Glocke drücken!
Ich bin Daniel Retschizeker, vielen Dank fürs dabei sein und bis zum nächsten Mal.