Tierisch Menschlich· Folge 7

007: Von Walen und Menschen

Donnerstag, 9. April 2026 · 1 h 05

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Shownotes

Das Schicksal des gestrandeten Buckelwals „Timmy" beschäftigt viele Tierfreunde, sorgt allerdings auch für eine bizarre Verschiebung der Debatte.
Angefeuert durch eine Social Media Hetzwelle stehen plötzlich die Helferinnen und Helfer unter Beschuss – wie der erfahrene Meeresbiologe Thilo Maack, der für Greenpeace vor Ort war. Wie es dem Wal geht und wie er auf die Bedrohungen reagiert, erzählt er selbst bei Tierisch Menschlich.

Im Rasseportrait: FCI-Nr. 297.

Thilo Maack: Thilo Maack | Greenpeace (greenpeace.de/ueber-uns/expertinnen/thilo-maack)

Mai Think X: MAITHINK X - Die Show (zdf.de/shows/mai-think-x-die-show-102)
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Die Leute wollen es nicht wahrhaben. Es ist einfacher, an einen einsamen Helden zu glauben, der nicht gehört wurde, der so viele Widerstände gegen sich wahrstehen hat, der nicht gegen diese ganzen Widerstände angekommen ist und eigentlich den Wal retten wollte. Und das ist viel einfacher, als sich dieser Komplexität zu stellen, die eigentlich hinter dem ganzen Problem steckt.

Ich darf aber nicht am Ende mir eine Krone aufsetzen und immer wieder sagen, hier Leute, ich bin derjenige, der es gemacht hat. Der Hühnerretter. Der Hühnerretter bin ich einfach nicht, Ausrufezeichen. Und genauso bin ich auch nicht der Hunderetter. Herzlich willkommen zu Tierisch-Menschlich, dem Podcast mit Wissenschaftsjournalistin Katharina Adig und Hundeprofi Martin Rütter.

Also Leute, eine Sache kann ich schon mal sagen. Ich habe mit einem Schwein Apportiertraining gemacht. Ich war dabei. Ich habe Rückruf. Ach nee. Warst du dabei? Beim Sitz war ich dabei, beim Schwein. Okay, aber ich habe tatsächlich ernsthaft mit dem Schwein, mit dem Hausschwein, das sehr territorial aggressiv mit Besuchern war, Apportiertraining gemacht.

Das ist jetzt kein Witz, mit Schweinen kann man sehr gut apportieren. Ich habe mit einem Rentier Bleibübungen gemacht. Ich war im Zoo und habe dort auch mit was weiß ich, Seehunden trainiert, ich habe ach, hast du nicht gesehen schon, und jetzt fordert man mich auf ob ich denn dem Wal quasi nicht beibringen könnte dass er mir auf ein Signal hin, hinterher schwimmt, also ich hatte das Postfach voll von Sachen wie Martin, du musst was machen Hilf doch dem Wahl.

Dann habe ich Vorschläge, also erstmal, manchmal habe ich sogar geantwortet und gesagt, aber was qualifiziert mich denn jetzt? Ich habe ja gar keine Ahnung von Wahlen. Und dann kam aber etwas, was ich verstehen könnte. Ey, du hast doch ein Netzwerk, kannst du dich nicht einsetzen. Und spannenderweise, immer wenn ich gesagt habe, hör mal, ich persönlich glaube, da sind schon Experten vor Ort, kam aber richtig Pöbelei.

Und das fand ich erstmal spannend. So ist es mir auch ergangen, also bis auf die vielen Zuschriften. Tatsächlich habe ich aber auch zwei bekommen. warum wir noch nicht. Warum wir noch nicht geholfen haben? Weil ja offenbar nur Stümper am Werk seien. Und ich war auch ziemlich erschrocken, muss ich sagen, als ich unter dem ein oder anderen Post von Greenpeace zum Beispiel, die ja auch vor Ort sind, also das ist ja eine gemeinsame Aktion vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung einerseits.

Dann ist das Deutsche Meeresmuseum involviert, Sea Shepherd ist dabei und Greenpeace. Unter einem Post von Greenpeace habe ich einen unglaublichen Shitstorm wahrgenommen und auch wirklich Diffamierungen und Anfeindungen gegen diese Organisation, die sich ja schon seit vielen Jahrzehnten mittlerweile dafür einsetzt, dass Wale besser geschützt werden, auch bei konkret Wahlrettungen im Einsatz sind.

Und ich habe über das Osterwochenende, haben wir beide ja auch immer wieder geschrieben, weil wir beide uns gefragt haben, was ist da jetzt eigentlich los, was ist aus diesem Tier. Das ja unser aller Mitleid erstmal erregt hat, jetzt geworden, weil es geht ja längst nicht mehr um die Frage, wie geht es jetzt diesem Tier oder was sagt das vielleicht auch über den Zustand der Meere aus oder sinnvolle Themen wie diese, über die man sprechen könnte, sondern es geht ja darum, wer bei dieser Aktion involviert war und wer nicht.

Und es ist vor allem eine wahnsinnige Aggression und eine sehr, sehr üble Stimmung da entstanden. Ich habe dazu Thilo Mack kontaktiert von Greenpeace, der auch zu dem Inner Circle rund um diese Walrettung gehört und ich kenne ihn jetzt nicht so gut persönlich, aber wir hatten in den letzten 10, 15 Jahren immer wieder Kontakt, wenn ich zum Beispiel für Quarks zu verschiedenen Fischereithemen recherchiert habe, wenn es darum ging, welche Auswirkungen eigentlich bestimmte Fangmethoden haben.

Es ging auch immer wieder um Wale, Walschutzgebiete und solche Dinge und Thilo Mack ist selbst Meeresbiologe seit vielen, vielen Jahren bei Greenpeace, hat sehr viel Erfahrung mit Walstrandung und ich kenne ihn einfach auch als kompetenten Experten, der genau sagt, wenn er etwas weiß und wenn er etwas nicht weiß.

Und so habe ich ihn jetzt auch wieder wahrgenommen. Er hat sehr nüchtern einerseits, aber trotzdem auch mit einer merklichen emotionalen Beteiligung, was das Schicksal dieses Wahls betrifft, gesprochen, aber auch, was jetzt diese Anfeindungen betrifft. Und er hat auch dargestellt, was das mit den Menschen macht, die jetzt seit...

Einigen Tagen wirklich alles dafür tun, um dieser hoffnungslosen Situation, um diesem Wahl doch noch irgendwie zu helfen oder um alle möglichen Szenarien durchzugehen. Und jetzt gab es heute ja auch wieder eine Pressekonferenz. Der Zustand des Wahls ist jetzt einfach so, dass der kaum noch Kraft hat, dass die Haut massiv beschädigt ist. Ich will mal kurz reingrätschen.

Wir sitzen hier, der Podcast wird am Donnerstag ausgestrahlt. Wir sitzen hier am Dienstag, den 7. April, Dienstag, 7. April um 18 Uhr zusammen. Das heißt, wenn am Donnerstag ausgestrahlt wird, können natürlich auch schon wieder Dinge gelaufen sein. Aber das ist sozusagen der Kenntnisstand gerade. Genau, also heute sollte festgestellt werden, ob es vielleicht doch noch eine Rettungsaktion geben könnte.

Da war die Rede von einem Katamaran aus Dänemark, der vielleicht kommen könnte und diesen Wal wegtransportieren könnte. Und ich habe jetzt eben die letzten Minuten von dieser Pressekonferenz gesehen und alle Expertinnen und Experten, die da zu Wort gekommen sind und denen ich ihre Kompetenz auf jeden Fall abkaufe und auch ihr persönliches Engagement, haben gesagt, es hat keinen Sinn mehr.

Dieses Tier ist in einem Zustand, dass die Haut ist derartig kaputt, dass das hohe Fleisch daraus guckt. Das heißt, alles, was man jetzt auch noch machen würde, um den zu schieben oder zu zerren, das wäre mit großem Schmerz und wäre mit großem Leiden verbunden. Und auch dadurch, dass der jetzt vier oder fünf Mal festgesessen hat, hat sich bei diesem kolossalen Gewicht, was diese Tiere haben, müssen sich wohl auch Organschäden ergeben haben.

Das heißt, auch das würde bedeuten, sobald man den irgendwie versucht anzuheben oder zu bewegen, wären das Qualen. Mal ganz abgesehen davon, dass das natürlich auch Stress für das Tier ist, wenn ihm so zu Leibe gerückt wird. Und ja, Thilo Mack war ja noch näher am Wahl dran, sozusagen. Und ich habe ihn noch gefragt, was es eigentlich mit diesem...

Ein Geisternetz auf sich hat, was beim Wahl auch noch im Maul hängt. Dazu können wir ihn mal kurz hören. Genau, aber bevor wir zu dem Interview kommen, erstmal will ich mal Danke sagen. Ich fand das mega, dass du gesagt hast, ey, ich hab da noch einen Kontakt, lass uns doch mal fragen und wir haben die Möglichkeit oder du hast die Möglichkeit, mit jemand zu sprechen, der wirklich vor Ort ist. Und eine Sache will ich mal kurz betonen.

Es entstand ja der Eindruck, und ich äußere gleich mal eine Vermutung, warum dieser Eindruck entstanden ist, dass da vor Ort nur Ahnungslose sind. Also es wurde ja irgendwann im Internet so kolportiert, ja, da sitzt jetzt irgendwie ein Politiker und dann sitzen noch irgendwie so ein paar, die ansonsten Sandburgen bauen und geben da blöde Stimmen ab.

Warum ruft man nicht den einzigen Experten auf der Welt, Robert Mark Lehmann, dahin? Und ich war relativ schnell wirklich sehr irritiert über diese Diskussion. Und ich verstehe, weil der Robert Mark Lehmann ja eine hohe Reichweite hat, auch persönlich vor Ort war, dass natürlich das Volk danach schreit, wir wollen eine Heldenreise mitmachen und dass ich dann aber als absoluter Laie, natürlich auch die Stirnrunzel, wenn Robert Mark Lehmann da erzählt, er hätte also dem Wal jetzt mal erzählt, dass er Vertrauen haben könnte und teilweise war da ja auch mit Verlaub gesagt hier und da mal ein bisschen esoterisches Geplapper dabei.

Aber was ich aber so schlimm fand und ich kenne Robert ja persönlich, Was ich so schlimm fand, ist, dass plötzlich der Eindruck entstand, ach ja, der Robert-Mark Lehmann, der ist ja Meeresbiologe, der ist ja ein Experte, den muss man ja fragen, weil alle anderen da sind keine Experten. Und das fand ich wirklich schlimm, weil wenn man jetzt genau hinhört, waren da eine Menge Experten vor Ort.

Und ich fand schon in höchstem Maße bedenklich, dass Robert auch in Höhe. Absoluter schärfe Öl ins Feuer gegossen hat, zwar immer wieder gesagt hat, nee, Leute, wir müssen da vor Ort nicht bepöbeln und bla bla bla, aber immer wieder auch, ja, hier und da schon, ich sag mal, nicht nur lustige Duschvideos gemacht hat, wie der arme Robert friert, weil er ja im Wasser war, sondern immer wieder betont hat, dass er das in die Hand nehmen muss.

Und ich finde total gut, dass er eine Expertise anbietet, aber ich finde wirklich schlimm, dass es hinterher nicht mehr um die Sache ging. Und umso dankbarer bin ich, dass du jetzt mal mit jemandem gesprochen hast, der wirklich vor Ort war und, Achtung, ein Experte ist, der da vor Ort war. Und nicht irgendjemand, der Goldfische zu Hause im Wasserglas hat, sondern eine wirkliche Expertise hat.

Und dann freue ich mich wirklich sehr, wenn wir reinhören können. Ja, zur Expertise, zur wissenschaftlichen Expertise kann man sich übrigens auch informieren. Man kann sich zum Beispiel mal ansehen, welche wissenschaftlichen Publikationen Thilo Marx so zuletzt, an welchen Publikationen er beteiligt war oder welche er selbst eben veröffentlicht hat.

Und das kann man natürlich auch mal für Robert Mark Lehmann machen. Und ich glaube schon, dass ich sagen kann, dass aufgrund der Tatsache, dass so viele Leute vor Ort waren, die wirklich auch anerkannten und renommierten Organisationen angehören und sich selbst ihrerseits auch wieder international vernetzt haben, dass es da an Expertise nicht gemangelt hat.

Aber lass uns genau, lass uns einmal hören, was es mit diesem Geisternetz auf sich hat. Also die Tierärztin, mit der ich gesprochen habe, die sich diesen Netzrest, der da offensichtlich im Maul ist, nochmal genau angesehen hat, die hat gesagt, sie hat gezogen an diesem Seil, konnte aber da nichts bewerkstelligen.

Unklar ist, ob das Ende an irgendeiner Barte festhängt, ob das in die Speiseröhre bereits eingewachsen ist oder ob das Netz angeschluckt wurde. Das kann alles Infektionen ausgelöst haben. Das kann der Grund sein, warum der Wahl überhaupt keine Nahrung mehr aufgenommen hat, selbst wenn er welche gefunden hat.

Das ist alles wirklich spekulativ, aber sicherlich mit ein Grund dafür, dass es dem Wahl so geht, wie es ihm geht. Ja, und auch da muss ich sagen, also ich habe ja auch alles mir angehört und Roberts Storys und was weiß ich und Livestream von was weiß ich wem, mir alles angeguckt, weil ich es interessant fand und weil ich das Phänomen erstmal spannend fand.

Aber auch da war ja sozusagen, Robert kam und hat gesagt, ey, lass mich doch versuchen, das Netz rauszuholen. Und da denkst du, ich jetzt als Laie denke, ja, es scheint mir ja logisch. Aber ich sage nochmal, ich bin ein Laie. Ich habe mich auch gefragt, warum kriegt dieser Wahl nicht sofort einen Peilsinn da drauf?

Ich jetzt, der Martin, der vor nix der Ahnung hat, hätte gesagt, hör mal, weißt du was, sollen wir nämlich einfach ein Seil um die Schwanzflosse machen und dann ziehen wir den mit dem Schlepper raus? Solche Gedanken hast du ja. Und weil ich aber ein Laie bin, habe ich einfach auch mal meine Schnauze gehalten.

Und das möchte ich auch noch mal kurz sagen, dass viele Leute mich angeschrieben haben, ja, du musst auch mal was sagen. Was soll ich denn dazu sagen? Ja, da liegt eine Wahl. Und jetzt tut mir leid. Ja und ich habe auch den Eindruck gehabt, dass jetzt so viele, wie es sonst viele Bundestrainer plötzlich gibt, dass es jetzt sehr viele Meeresbiologen gab.

Der Begriff Meeresbiologe ist auch nicht wirklich geschützt. Du kannst auch Höhenforscher sein, ohne wirklich eine entsprechende akademische Expertise nachweisen zu müssen. Ja, aber die Stimmungsmache. Ich habe, und da habe ich mich geärgert und ich habe auch einige Tierschützer angeschrieben, habe gesagt, hey, warum macht ihr denn jetzt so einen Shitstorm gegen die Experten da vor Ort und macht da sozusagen, bitte lasst den Heiland erscheinen.

Warum macht ihr das? Ich verstehe das und ich verstehe, so wie Robert für gewisse Themen steht, kenne ich das ja, wenn der Wolf auftaucht, kann der Martin Rütter sich mal äußern. Ich habe eine Wolfsreportage gemacht, aber ich bin kein Wolfsexperte und dementsprechend kann ich auch wenig zu gewissen Dingen beitragen.

Und ich finde, gerade aus der Tierschutzbubble fand ich es hochbedenklich, dass Stimmung gemacht wurde. Und da ist es auch egal, ob für oder gegen Robert. Genauso wurde Robert ja auch an vielen Stellen angefeindet. Fand ich auch sinnentleert. Also ich fand schon irgendwie interessant, dass plötzlich im Tierschutz und dieser Tierschutzbubble es mehr um die persönlichen Animositäten und die Selbstdarstellung ging, als um die Problemlösung selber.

Und zu diesen einfachen Lösungen, die man sich als Laie vielleicht vorstellt, können wir vielleicht auch noch mal kurz Thilo Mark hören, der damit natürlich auch ständig konfrontiert war. Also sein Postfach ist geplatzt, kann man sagen. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass ich zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zehn Tagen das Gefühl hatte.

Ich hätte nicht alles getan, was ich tun konnte, um diesem Wahl zu helfen. Ich habe keine Leichen im Keller gelassen. Ich habe mein Fachwissen geteilt. Ich war immer ansprechbar. Wir waren als Gruppe immer offen für Vorschläge von Experten. Ich habe hundertfach die Vorschläge bekommen von der Bevölkerung, man möge doch mit Unterwasserwahlgesängen versuchen, den Wal zu bewegen, aufzuschwimmen. Das funktioniert nicht.

Darüber gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse. Dann, um die Haut zu heilen, sollten große Antibiotika spritzen in die Fluge. Das funktioniert nicht. Diese ganze Debatte, um das Tier zu erlösen, also so eine Debatte, um so euthanasieren das Tier. Es hat in unserer Gruppe niemanden gegeben, der gesagt hat, das ist eine Option, die wir machen sollen.

Und nochmal, Wissenschaft ist keine Meinung. Wir sind trotzdem immer interessiert an allen Sichtweisen und neuen Erkenntnissen. Aber wir haben alle nach bestem Wissen und Gewissen das zusammengetragen und beigetragen, was wir erarbeitet haben. Und das hat zu der Einschätzung geführt, die wir immer wieder auch abgegeben haben.

Ich habe ihn auch nochmal gefragt, weil das ja zwischendurch dann doch wieder wie so ein Hoffnungsschimmer klang, was es eigentlich aus seiner Sicht mit dieser Katamaran-Idee auf sich hatte, weil in meiner Wahrnehmung war eigentlich schon klar, dass nichts mehr zu machen ist, als dann auch von Seiten des Ministers nochmal diese, ja vermutlich doch Scheinlösung ins Feld geführt wurde.

Ja, jetzt gibt es so eine Idee mit einem Katamaran, die wurde in den Raum geworfen, die wurde aber auch mittlerweile schon wieder eingefangen. Ich will gar nicht mich versteigen und jetzt beurteilen, was der Landesminister Till Backhaus möglicherweise auch an gut gemeintem, aber trotzdem möglicherweise nicht ganz offenen Augen Aktionismus jetzt gemacht hat in den letzten Tagen.

Fakt ist, dem Wahl, und das sagen die Experten, die diskutiert haben, das sagen die internationalen Kollegen, dem Wahl ist nicht mehr zu helfen. Und ich glaube, das ist das große Problem. Die Leute wollen es nicht wahrhaben. Es ist einfacher, an einen einsamen Helden zu glauben, der nicht gehört wurde, der so viele Widerstände gegen sich wahrstehen hat, der nicht gegen diese ganzen Widerstände angekommen ist und eigentlich den Wahl retten wollte.

Und das ist viel einfacher, als sich dieser Komplexität zu stellen, die eigentlich hinter dem ganzen Problem steckt. Also wir müssen jetzt einfach gezwungen, dazu zu gucken, wie ein Tier stirbt. Das wird möglicherweise, also wie gesagt, Stand heute, 7. April, 18.20 Uhr. Das kann auch gut sein, dass das noch ein paar Tage dauert. Und das ist eine sehr schmerzhafte Angelegenheit. Das tut niemand gerne, aber es ist nochmal so.

Genau. Und ich ertappe mich ja selber dabei. Ich habe hier auch immer wieder, wenn wir hier so zu Hause gesprochen haben, gesagt, das kann doch nicht wahr sein. Also kann da jetzt mal einer irgendwie ein Loch graben? Kann man den nicht einfach wegziehen? Es muss eine tolle Lösung geben. Ey, wir fliegen zum Mond, zum Mars und hast du nicht gesehen, wir müssen da so ein Tierchen da weggeschleppt kriegen.

Das ist ja genau das, man will es einfach nicht wahrhaben. Und dann habe ich natürlich auch alle Tierärzte, die ich kenne und die ich ein bisschen näher kenne, haben gesagt, hör mal, aber kann man das Tier denn nicht erlösen? Und es ist so naheliegend, kann man nicht einschläfern? Und alle Tierärzte, die zugegebenermaßen auch noch keinen Wahl auf dem Wandelungstisch liegen hatten, haben gesagt, ey, ganz ehrlich, wie soll das denn gehen?

Wir können jetzt einen Sprengsatz auf den Kopf festbinden und den sprengen. Wollen wir das? Wer macht das? Also das wäre theoretisch möglich. Aber das Szenario will ich mir mal angucken. Da sehe ich schon, wie die Bild-Zeitung das live überträgt, wie da der Waage sprengt wird. Dann der nächste Schritt, ja, ein sicheres Einschläfern, gar nicht möglich.

Aber man will das so gerne. Man möchte gerne eine, ja, humane oder tiergerechte Lösung haben. Ja, darum ging es heute in der Pressekonferenz auch nochmal. Da wurde auch nochmal ganz klar gesagt, dass all diese Szenarien, die da sind, Es wurde dann auch noch von einer Vertreterin der Presse gefragt, ob man das Tier nicht klassisch harponieren könnte.

Harponieren? Ja. Oh Gott. Ja, aber ähnlich wild, wenn man das konsequent zu Ende denkt, sind diese Vorschläge und, Jede einzelne Möglichkeit, das Tier von seinem Leiden zu erlösen, wurde von diesem Wissenschaftsteam erörtert. Man hat sich ausgetauscht, man hat festgestellt, das können wir nicht machen.

Wir können insbesondere nicht garantieren, dass das nicht zu noch mehr Leid führen würde. Und ich glaube, dass diese Emotionalität, die mit der ganzen Sache verbunden ist, die ist natürlich auch die Erklärung für diese Wucht, mit der die Leute, die da jetzt vor der Kamera auch zu sehen sind, als Teil des Teams, es ist nur so zu erklären, dass die diese Anfeindung erlebt haben.

Und Tino Mark hat auch nochmal geschildert, wie er diese Situation wahrgenommen hat. Wir haben auf jeden Fall in einer Gruppe von Wissenschaftlern uns immer wieder die Fakten angeschaut, haben mit einem internationalen Netzwerk uns koordiniert und haben versucht eine Lösung zu finden und diesen Wahl tatsächlich zu helfen.

In diesem Zusammenhang ist es nochmal wichtig zu betonen, Wissenschaft ist keine Meinung. Sondern Wissenschaft ist der bestverfügbare Kenntnisstand über einen Fakt. Und in dieser Bubble sozusagen haben wir uns ausgetauscht und irgendwann sind Meinungen als Fakten verkauft worden. Und dann gab es eine Diskussion vor allen Dingen über Social Media, die letztendlich mit dem Inhalt überhaupt gar nichts mehr zu tun hatte.

Sondern da ging es dann viel um Egoismen auch und um Meinung. Und am Ende des Tages hat das überhaupt gar nicht zur Lösung dieser Situation beigetragen. Der Wahl liegt nach wie vor da an dieser flachen Stelle. Und aus einem ganz persönlichen Bedürfnis kann ich nur sagen, also ich brauche keine Morddrohungen über Social Media.

Ich brauche auch nicht 150 E-Mails am Tag, in denen ich beschimpft werde und aufs Übelste persönlich beleidigt werde. Das hat jetzt nicht dazu beigetragen, dass ich die ganze Zeit einen kühlen Kopf hatte und mich, wenn ich mal nicht gearbeitet habe, um dem Wald zu helfen, mich entspannen konnte. Und ich weiß, dass das vielen KollegInnen vor allen Dingen genauso ging, die wirklich, das kann man sich nicht vorstellen, was das für üble Anfeindungen gewesen sind.

Also zum Teil haben die mittlerweile ihre Mobilfunktelefonnummer geändert, haben neue E-Mail-Adressen bekommen, weil das so nicht geht. Und an dieser Stelle kann man doch eigentlich wirklich nur so einen ganz eindringlichen Appell an alle richten, die das irgendwie auch noch mit dem Gedanken spielen, nochmal so eine E-Mail rauszuhauen.

Und man muss doch wirklich vorsichtig sein, wenn jetzt eine Person ihre Lesart der Dinge und ihr Narrativ so vehement unters Volk bringt und man selbst aber überhaupt gar keine Möglichkeit hat, nachzuprüfen, ob es denn wirklich so gelaufen ist und auch selbst nicht so richtig überreißen kann, wie komplex so eine Situation ist. Total.

Und das ist ja genau das, die Komplexität. Und man darf ja eine Meinung haben. Und das ist auch in Ordnung. Alle haben darüber diskutiert, so wie du schon gesagt hast. Alle sind Bundestrainer und jeder hat eine Meinung. Das ist auch in Ordnung. Und man darf auch Meinung äußern und so. Aber irgendwie, finde ich, ist das sehr abgedriftet. Worauf ich übrigens die ganze Zeit gewartet habe, wenn wir eine Wolfsdebatte führen, kommt ja sehr gerne der Jagdverband und sagt, hör mal, ich habe schon mal die Wumme im Anschlag, das lösen wir doch jetzt wohl auf unsere Art.

Also die Jäger sind ja richtig rappelig geil darauf, dass man jetzt endlich mal einen Wolf abballern kann. Interessanterweise das Tier, was die Bestände im Wald reguliert, was die Jäger ja eigentlich sonst machen, ich habe eigentlich darauf gewartet, dass mal so ein Fischereiverband oder so kommt und sagt, pass mal auf, Und wir haben hier, das ist der Josef, der Vater war schon in den 30er Jahren Harponier.

Wir hätten da eine Idee. Da habe ich echt drauf gewartet, dass wirklich irgendwelche wild gewordenen Angler kommen und sagen, wir hätten auch nochmal eine ganz geile Idee. Wahnsinn, das ist wirklich schlimm. Welche Schere im Kopf die Leute dann doch haben, wenn sie auf der einen Seite da am Strand stehen und so mitleiden.

Und gleichzeitig dann aber doch wieder sehr interessante Konsumentscheidungen treffen. Dazu hat Thilo Mark mir auch noch eine interessante Geschichte erzählt. Ich habe auch persönlich erlebt, dass dieser Wal einfach für mich auch nochmal diese menschliche kognitive Dissonanz, also diese Lücke zwischen dem, was wir wissen und dem, was wir tun, exponiert.

Weil ich kann mich an eine Situation erinnern, wo ich an der Seebrücke stand in Niendorf und dieser um sein Leben kämpfende Wal war irgendwie keine 15 Meter von uns weg und ich habe mit interessierten Besuchern da gesprochen. Ich habe auch gesprochen über Fischerei und dass die Fischerei verantwortlich ist für den hunderttausendfachen Tod von Walen und Delfinen weltweit und dass dieser Buckelwal eigentlich auch nur ein Opfer dieser Fischerei ist.

Und dann war dieses Gespräch vorbei und ich habe zehn Minuten später die gleichen Menschen an der Fischbude Fischbrötchen essen sehen. Und damit sind sie nicht eine Lösung, sondern Teil des Problems, weil sie auf der einen Seite an diesem Schicksal von dem Buckelwal irgendwie teilhaben und ihr Mitgefühl ausdrücken, auf der anderen Seite aber keine konsequenten Schritte in ihrem eigenen Verhalten daraus ableiten.

Und das ist, denke ich, mit eins der Hauptprobleme hier. Man muss da ja auch sagen, das ist ja auch kein Einzelfall gewesen mit diesem Fall. Und mit dem Fischbrötchen ist auch kein Einzelfall. Und nochmal, ich finde nicht, dass man die Diskussion führen darf, also jemand, der jetzt nicht vegan lebt, darf nicht Tierschutz machen. Ist ja völlig klar.

Aber trotz alledem ist doch wirklich, nochmal, wir alle haben Mitleid mit dem Wal. Ich will mal sehen, wie viele Radio- und Fernsehstationen anrücken, wenn hier bei uns im Dorf eine Kuh auf der Wiese stirbt. Da will ich mal sehen, was da los ist und wie viele da angerannt kommen. Einen Grill aufstellen, einen Bratwürstchen essen und sagen, Mensch, der Kuh fand ich die arme Kuh.

Klar, der Wal ist ein besonderes Tier und es ist exotisch und man sieht es nicht jeden Tag und dann ist es in der Ostsee und so. Aber ich finde dieses Fatih hat das Heringsbrötchen in der Hand und sagt, Mensch, das arme Tier, schon ein bisschen heftig. Ist ein bisschen heftig. Und zu guter Letzt, ich habe ihn dann auch noch mal gefragt, Also was er denn jetzt aus seiner Sicht gerne hätte, was von dieser ganzen Debatte bleibt im besten Fall.

Also jetzt nicht dieser ganze Konflikt und diese Diskussion darüber, was da konkret im Einzelnen hätte anders laufen müssen, sondern worum man sich jetzt eigentlich dringend unterhalten müsste, wenn einem das Schicksal solcher Tiere wirklich am Herzen liegt. Und dazu hören wir ihn vielleicht auch nochmal abschließend.

Dieses Einzelschicksal. Dieses einen Wal hat viele Menschen berührt. Und ich war selbst auch in der Hoffnung, dass wenn der Wal über die innerdänischen Gewässer in die deutsche Ostsee reinfindet. Dann besteht zumindest eine leise Chance, dass er das auch genauso wieder herausfindet. Ich war in Kontakt mit einem dänischen Waalexperten, der sagt, es gibt Belege, dass im 16.

Jahrhundert Buckelwale in die Ostsee rein, aber auch wieder rausgeschwommen sind. Das ist unter den aktuellen Bedingungen in der Ostsee eine andere Geschichte. Wir haben fast 45.000 Schiffsbewegungen in der Ostsee, also einen riesigen Unterwasserlärm. Wir haben letztendlich noch keine großflächigen Zonen ohne Fischerei.

Das heißt, Fischerei findet überall da statt, wo sie sich lohnt, beziehungsweise wo sie auch möglich ist. Und das heißt, für Wale ist das kein besonders glücklicher Lebensraum, die Ostsee. Und das ist genau das Problem. Und was ich immer wieder versucht habe, ist zu sagen, ja, auch mich geht dieses Schicksal an, also auch mich berührt das Schicksal dieses einzelnen Wals, aber es lohnt sich, ein Blick darüber hinaus.

Und es lohnt sich, sich anzuschauen, was wir mit den Meeren getan haben. Und das spiegelt sich letztendlich wieder in dem Schicksal dieses einen Waals. Wir überfischen die Meere, wir verseuchen sie, wir vermüllen sie. Vielfach haben Wale, wenn sie obduziert worden sind nach ihrem Tod, irre Mengen an Plastik im Magen, also verschluckte Fischernetze, Plastiktüten.

Ganze Mülltonnen. Und das ist ein riesiges Problem. Und das muss uns bewusst sein. Da würde ich noch eine Sache anschließen und das ist jetzt auch erst bei einer der letzten Untersuchungen aufgefallen. Das war ja nicht nur das Geisternetz offenbar, was den Wal so geschwächt hat, sondern was zumindest auch eben sichtbar ist.

Das sind auch Verletzungen, die jetzt nicht vom Süßwasser oder vom weniger salzigen Wasser der Ostsee kommen oder davon, dass der zwischendurch eben auch trocken liegt und dann der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, sondern der hat auch Verletzungen offenbar, von denen man nicht ganz genau weiß, woher sie stammen, aber davon ausgehen muss, dass die auch durch Schissschrauben passiert sind.

Und es sind ja eine Vielzahl von Stressoren mittlerweile, von denen man weiß, wie sie diesen Meeresbewohnern zusetzen. Ja, aber weißt du. Das allererste, also ich nenne es jetzt Pressekonferenz oder die ersten Statements, die so rauskamen, da hat ja auch der Herr Mack geredet. Und ich kannte den nicht, also ich habe den schon mal irgendwo so im Vorbeihuschen wahrgenommen im Rahmen von Greenpeace und so.

Aber der war der Einzige, der gesagt hat, ganz kurz nur, wir müssen über den Wahl reden. Aber sollen wir mal einmal kurz über die eigentliche Problematik reden und dass dieses Tier, was jetzt hier liegt, eigentlich nur ein Sinnbild für die große Problematik ist. Und vielleicht bin ich auch total naiv, aber ich habe ja schon immer die Hoffnung, dass jetzt alle sagen, oh, das arme Tier und man dann doch das große Ganze mal aufsattelt und sagt, warte mal eben, was heißt denn das eigentlich?

Warum liegt der da? Und was können wir denn vielleicht alle im kleinen Rahmen, aber auch in einem größeren Rahmen dazu beitragen, dass solche Dinge eben nicht so häufig passieren? Denn auch das finde ich ja interessant, wenn es heißt, dass durch Fischerei 300.000 Wale und Delfine im Jahr verenden. Und er sagt ja konservative Schätzung. Also das ist ja eine große Zahl.

Also es ist ja hier unser Wal ja sozusagen gar kein Einzelfall. Ja und auch das Thema Futter. Also es gibt ja die Theorie, dass er wahrscheinlich ja auf dem Weg in die Arktis gewesen ist, um sich da mit Krill vollzustopfen und dabei aber möglicherweise durch einen Heringsschwarm irgendwie abgelenkt wurde, dem er dann gefolgt ist und sich so möglicherweise eben in die Ostsee verirrt hat.

Jetzt hätte der in der ganzen Zeit, in der er in der Ostsee gewesen ist, der hat ja jetzt seit Wochen wahrscheinlich nichts gegessen, der hätte sich ja durchaus mal stärken können, wenn die Ostsee nicht so leer gefischt wäre oder wenn sie nicht so verdreckt auch wäre. Also der Ostsee geht es ja tatsächlich sehr schlecht. Wenn der Wahl jetzt dafür zu einem Botschafter würde, wäre das ja vielleicht auch noch was...

Was einigermaßen Positives, was von dieser Geschichte bleiben könnte. Und damit übrigens war auch noch eine Frage verbunden, weil sich einige Leute ja, und das muss ich sagen, das habe ich mich zwischendurch auch gefragt. Gewundert haben, warum man den nicht einfach füttert. Weil man kennt das ja so von Zahnwallen, denen kann man auch einfach mal so einen Fisch hinhalten.

Aber dadurch, dass die komplett eine andere Art haben, diese Nahrung aufzunehmen, und zwar durch so Barten, also die schnappen sich, das hat man ja vielleicht auch schon mal in der einen oder anderen Naturdoku gesehen, Die schnappen sich ja mehr so einen ganzen Schwarm und saugen dann die Stoffe irgendwie durch die Barten auf.

Mal ganz abgesehen davon, dass er jetzt, glaube ich, mittlerweile auch überhaupt nicht mehr in der Lage ist, das Maul aufzumachen. Und könnte auch sein, dass das auch schon bei der ersten Strandung nicht mehr möglich war. Aber erstmal ist es alles ziemlich bitter. Und jetzt, also auch so im Sinne von, ja, das große Ganze sehen, ist ganz klar.

Aber trotzdem zählt ja auch immer das eine Lebewesen. Das ist ja immer das, was ich sage, wenn, also ich fahre jetzt in den nächsten Tagen nach Rumänien. Und so im Sinne von Tierschutzreise nochmal machen. Und da weiß ich, da werden auch wieder viele sagen, ja, aber die fünf Hunde jetzt, so ein Tropfen auf dem heißen Stein, stimmt.

Aber für die fünf Hunde ändert sich alles. Und genau so ist ja deshalb der Wunsch auch so nachvollziehbar, wie können wir diesen einen Wahl retten. Aber trotzdem darf man eben nicht das große Ganze aus den Augen verlieren. Ja, und ich finde auch, es ist wieder mal so ein Zeichen dafür, dass die Leute, die eigentlich versammelt auf einer Seite stehen müssten, sich gegenseitig boykottieren und zu einer Debatte führen, die einfach niemanden weiterbringt.

Aber da kann ich dir nach 30 Jahren Tierschutz wirklich sagen, ich weiß, bei Hundetrainern ist das ja immer so, wenn zwei sich gegenüber sitzen, sind die sich nur einig, der andere hat keine Ahnung und der hat keine Ahnung und der kennt sich nicht aus und der ist blöd. Manchmal ist das auch so, manchmal ist es aber auch einfach nur Territorialaggression und Futterneid.

Aber im Tierschutz ist es extrem krass. Also ich habe Projekte scheitern sehen, weil sich die Tierschützer nicht einigen konnten, wer schreibt sich das jetzt auf die Fahne. Und ich habe erlebt, dass Tiere wirklich umgekommen sind. Die hätte man easy retten können, weil der eine Tierschutzverein gesagt hat, wenn wir das nicht federführend machen, sollen die doch, wir auch nicht und keine Ahnung.

Und diese ganz krasse Eitelkeit und diese ganz krasse Selbstdarstellung und Selbstinszenierung, die jetzt hier im Fall des Wales stattgefunden hat, fand ich schon hochbedenklich. Und ich finde, dass sich da auch jeder hinterfragen muss. Und das ist ja bei mir genauso. Ich muss ja auch, wenn ich ein Projekt vorstelle und wenn wir die Unvermittelbaren zeigen oder die Tierschutzreportagen, dann muss ich ja auch immer abwägen, wie viel Persönliches bringe ich da rein.

Und wenn ich traurig bin, weil ich in einem Hühnerstall bin, dann darf man das erzählen. Ich darf aber nicht am Ende mir eine Krone aufsetzen und immer wieder sagen, hier Leute, ich bin derjenige, der es gemacht hat. Der Hühnerretter. Der Hühnerretter bin ich einfach nicht, Ausrufezeichen. Und genauso bin ich auch nicht der Hunderetter. Ich weiß, wie viel ich geschafft habe. Ich weiß aber auch, wie viele andere Leute auch so viel geschafft haben im Tierschutz.

Und wenn du diese Eitelkeit nicht abstellen kannst, wirst du nichts erreichen. Und das ist das, was mich sehr geärgert hat und das habe ich auch kundgetan, deshalb bin ich auch nicht nur bei einem Account gesperrt jetzt. Ist das jetzt eigentlich ein guter Moment, über die Rumänienreise zu sprechen oder kann man darüber noch gar nicht so viel erzählen, weil sie ja noch nicht stattgefunden hat?

Nein, da kann man total drüber reden und da werden wir in den nächsten Folgen hier auch drüber reden. Da werde ich auch im Podcast von Adoptieren, Produzieren von Johanna Henkel drüber reden. Wir werden bestimmt auch da vor Ort viel aufzeichnen und viel zeigen. Also letztlich geht es eigentlich bei dieser Reise auch wieder darum, zu zeigen, dass Tierschutz vor Ort genauso wichtig ist, wie jeden einzelnen Hund mal eine Chance zu geben, da rauszukommen.

Aber dass es eben das große Ganze zu sehen ist. Und ich möchte einfach immer wieder ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Tierschutz so unglaublich viele Facetten hat. Und dass es eben nicht an der Grenze aufhören darf, dass man aber auch nicht sagen darf, ja nur die schlimmen Zustände da, die müssen wir halt befreien.

Oder verändern, sondern muss versuchen, an jeder Stelle etwas zu tun. Und viele Menschen machen so viele kleine, wunderschöne Projekte, die aber viel helfen. Und ich weiß jetzt schon, denn es ist bei mir jetzt fast zehn Jahre her, dass ich in so einer Art Tierheim war, wie ich das jetzt da sehen werde.

Und ich weiß jetzt schon, weil das habe ich ja sogar, wenn ich in deutschen Tierheimen bin, dass ich dann immer auch mal so einen Tag brauche, das zu verdauen und ich weiß jetzt schon, was die Reise nach Rumänien mit mir machen wird. Das ist völlig klar, aber ich finde, dass da wegducken nicht gilt und ich finde, wenn ich da nicht hinfahre und ein paar Sachen zeige, wer soll das denn sonst tun? Also es wäre ja verrückt, wenn ich da kneife.

Du musst ja nicht darauf antworten, wenn du das Thema gerade blöd findest, aber wenn ich es mir jetzt für mich selber vorstelle und... Nein, ich werde keinen Hund mitbringen, falls das kommt. Ah ja, das wäre gekommen, ja. Ja, ich habe mich total damit auseinandergesetzt, was passiert denn jetzt, wenn mir da ein Hund begegnet, wo ich denken könnte, ey, der könnte ein Match sein.

Und zwar nicht nur aus dem Aspekt, ey, dieser Hund braucht jetzt Hilfe, sondern auch unter dem Aspekt, ey, dieser Hund wäre bei mir richtig gut aufgehoben und mein Herz quillt über. Ich werde den Hund nicht mitnehmen. Und zwar aus vielerlei Gründen. Zum einen bin ich nicht der Einzige, der mit diesem Hund hier klarkommen muss.

Und infolgedessen muss das hier eine Familienentscheidung sein. Jeder, der hier involviert ist, muss sagen, okay, Daumen hoch, ich bin damit an Bord. Das ist ein wichtiger Punkt. Aber der noch wichtiger Punkt ist. Ich hätte Angst, dass es eine Momentaufnahme ist. Denn, guck mal, im Moment, wir drehen viel gerade. Und ich sitze viel in der Greenbox zu den Unvermittelbaren, zu Rütters Team und, und, und, und. Und ich merke...

Dass ich gerade bei den Unvermittelbaren immer wieder Hunde sehe, wo ich sage, kann ich das nochmal sehen? Ich möchte nochmal hingucken. Und so war das ja auch, als ich deine Trudy kennengelernt habe. Da bin ich ja auch zweimal da ins Büro gegangen und habe gedacht, irgendwas strahlt mich doch da an.

Und nicht nur, weil Johanna gesagt hat, ich sehe den Hund bei dir gar nicht. Ich sehe den einfach total bei Katharina. Und weil ich, wenn ich dann mal so drei Tage darüber nachgedacht habe, gemerkt habe, hey, die ist eigentlich wieder raus aus meinem Kopf. Ich nehme die wahr und die ist natürlich ein Teil des Ganzen, aber das ist es einfach nicht. Und das zeigt, dass ich noch nicht so weit bin.

Und ich will auf gar keinen Fall aufgrund einer Momentaufnahme in Rumänien sagen, Bäm, das ist es jetzt. Ich spüre an allen Ecken und Kanten, dass ich noch nicht so weit bin. Ich habe übrigens, das ist total crazy, heute sozusagen das erste Mal den Stein gesehen. Ich habe ja aus Emma ein beziehungsweise zwei Steine machen lassen.

Und dann ist mir bewusst geworden, dass es jetzt schon fast ein Jahr her ist. Und ich denke, das kann doch gar nicht wahr sein. Und denke, das gibt es doch überhaupt nicht, weil gefühlt, gefühlt war die gestern noch hier. Also, so wenn du mich jetzt gefragt hast, wir spontan überlegt, ja, weiß ich nicht, paar Monate.

Ja, das ist ja auch, weil, genau, es rundet jetzt fast das Jahr. Und dann habe ich gedacht, ey, krass, wenn das aber noch so präsent ist und das so wenig weit weg ist, der Tod von Emma, es ist einfach noch nicht der Zeitpunkt. Hey, wer weiß, vielleicht rufe ich dich nächste Woche an und sage. Etwa nur die Theorie, ich habe den Hund mitgenommen.

Ich glaube aber nicht. Dazu bin ich bei dem Thema, wie teile ich mit dem Hund mein Leben? Ja. Boah, ich bin da doch sehr, also bei Emma war ich ja auch nicht sofort verliebt und habe gesagt, ich nehme die mal so als Pflegestelle auf und irgendwie, weil sie keiner wollte. Und ich sagte ihr im ersten Jahr, ich hätte sie weitergegeben, weil sie nicht in mein Leben gepasst hat.

Und so richtig so verknallt sein, das war so nach drei Jahren ungefähr. Aber ich hatte ja schon auch so spontane Verliebtheitsaktionen. Also habe ich ja, glaube ich, jemals erzählt, als wir bei Jürgen Dreefs gedreht haben, war ich in einen der Hunde von Jürgen Dreefs absolut verliebt und habe das auch vor Ort geäußert und gesagt, wenn du jetzt Ja sagst, nehme ich sie mit. Und die hätte ich auch mitgenommen.

Aber nein, es wird nicht passiert. Ich gehe nicht mit dem latenten, ich habe nicht latent im Hinterkopf, ach, wer weiß, was da kommt. Es wird nicht passieren. Gut, also wann bist du nochmal weg und wird es dann eine Podcast-Folge aus Rumänien geben? Ich dachte, du sagst jetzt, ach wann zieht der Hund nochmal ein?

Also ich habe ja jetzt erstmal, wenn wir jetzt ausstrahlen, ist Donnerstag. Für kurz entschlossen, wir haben noch zwei, drei, vier, fünf Rest-Tickets für das Fachseminar in Wolfsburg. Also wer da jetzt spontan sagt, Tatütata, ich stehe vor der Tür, kann ich noch rein? Yes, you can. Dann ist das Wochenendseminar in Wolfsburg. Dann habe ich am Montag die Anhörung zum Thema Tierschutz und die Tierschutznovelle soll vielleicht doch nochmal aufgegriffen werden im Bundestag.

Habe da eine Möglichkeit als Experte nochmal sozusagen etwas von mir zu geben. Und dann geht es, ich glaube, drei Tage später nach Rumänien. Okay, volles Programm mal wieder. Als du gerade Hundeprofi gesagt hast, fiel mir ein, ich soll dich grüßen und zwar von Emil, seines Zeichens Beagle, der auch beim Hundeprofi mitgespielt hat.

Kannst du dich zufällig erinnern? Woher kennt ihr euch? Ihr kennt es eigentlich gar nicht, aber ich glaube, ich wurde wahrscheinlich über Trudi im Wald erkannt und entsprechend angesprochen. Ach lustig. Und wie läuft es so? Also nachdem, was ich gesehen habe, geht es Emil auf jeden Fall gut. Emil war mit seiner Tante unterwegs. Alte Beagle-Hündin, schon so ein bisschen verblichen sah sie aus, aber auch immer noch zufrieden und interessiert, schnüffelnd auf vier Pfoten unterwegs.

Und sein Frauchen, ich glaube, sie tut weiterhin ihr Bestes. Sie schien mir jedenfalls immer noch sehr motiviert. Wir hatten beide unsere Hunde an der Leine. Es ist ja auch immer noch Brut- und Setzzeit. Und ja, währenddessen hat sich Emil dann auch noch mal schön in der Schlampe zugedreht. Emil, das Pubertier. Das kann ich mich deshalb gut daran erinnern, weil ich viel gelacht habe.

Wirklich viel gelacht. Ja, also ich fand die Halterin auch sehr sympathisch. Und sie sagte, sie merkt auf jeden Fall, dass das natürlich einerseits funktioniert. Das Problem ist nur, dass man es ja dann auch machen muss. Das ist schon so ein bisschen Selbstironie. Kam da auf jeden Fall bei rüber. Hast du noch Zeit für ein kleines Rasseporträt? Ja, ich muss weg.

Gut, es ist mal wieder passiert. Ich habe eine Rasse gefunden, von der ich, ich hätte mir Körperteile, hätte ich darauf verwettet, dass wir das auf jeden Fall schon im Rasseporträt gehabt haben. Was ist das für ein Zettel? Ich habe, hier sind meine, hier kommt jetzt gleich mein Lied und mein Tipp, den ich noch geben will.

Und ich schreibe jetzt auf diesen Zettel eine Rasse auf und wir gucken hinterher, ob es diese Rasse war, die du jetzt so erahnt hast, wo du gesagt hast, die hätten wir doch schon haben können. Ja, ich schreibe das auf. Ja, du hast wahrscheinlich schon wieder recht. Nein, aber wenn du sagst, das ist eine Rasse, die ist so naheliegend und die ist so, hä, hatten wir echt noch nie?

Dann nehme ich jetzt eine Rasse, die total vielleicht mal populär war und die jeder schon mal so gehört hat. Habe ich schon aufgeschrieben. Okay, es ist die 297. Kann ich nochmal ändern? Katze. Katze? Oder Kanze? Kanze. Die Augen weit auseinanderstehend, oval von mittlerer Größe und braun. Da hast du jetzt auch einen Hammerhaar im Kopf.

Nein, ich muss jetzt... Oh Gott, danke lieber Gott, dass ich jetzt nicht spontan gesprochen habe. Ich muss gerade an eine. An einen guten Kumpel denken, der mal einen Menschen auf diese Art und Weise beschrieben hat. Und ich habe diesen Menschen noch sehr gut vor Augen und die Beschreibung war sehr echt.

Weit auseinanderstehende Augen. Hallo Max. Ich glaube, das ist jetzt wahrscheinlich schon wieder ein Hinweis, der zu weit führt. Aber ich mache es trotzdem. Sehenden Auges sozusagen. Außer bei Merle, wo ein Auge oder beide Augen teilweise oder ganz blau sein dürfen. Ausdruck sanft, aufgeweckt, aufmerksam und intelligent. Hast du es schon wieder erraten?

Stopp. Es ist echt interessant. Ich liege falsch. Ich liege falsch. Ich hatte aufgeschrieben Bobtail. Das hatte ich mir gedacht, dass du den Bobtail aufgeschrieben hast. Guck, jetzt hätte ich fast was gewonnen. Aber warum hast du gedacht, ich schreibe den Bobtail auf? Weil du gesagt hast, eine Rasse, die einmal sehr in Mode war und es nicht mehr ist.

Okay, aber interessant ist, dass ja auch da wir die Augenthematik haben, die du alle beschrieben hast. Beim Bobtail? Gibt es einen Merle-Bobtail? Nee, aber da gibt es auch einen blau, einen nicht blau. Ach so, ah, okay. Ja, okay, wir sind auf jeden Fall im Bereich des Südurundes, das kann ich jetzt schon sagen.

Und weil ich ziemlich wahrscheinlich, hatten wir den Australian Shepherd schon. Ja. Da bin ich mir relativ sicher. Und ich glaube, wir hatten auch einen Bearded Collie schon. Und dann bin ich doch ziemlich schnell beim, haben wir den Border Collie noch nie gehabt? Ich sage einen Border Collie. Sind wir beim Border Collie? Ja, ist richtig. Aber wieso hat denn der Border Collie so weit auseinanderstehende Augen? Das stimmt doch gar nicht.

Ich hätte es jetzt auch nicht gesagt, aber... Ich hätte niemals, wenn einer sagt so, Border Collie, beschreib den mal weit aus den schon nachstehenden Augen. Okay, Border Collie. Yes. Was steht denn da noch so Schönes? Die allgemeine Erscheinung soll die eines gut proportionierten Hundes sein, wobei die geschmeidigen Außenlinien Qualität, Anmut und vollkommene Harmonie in Verbindung mit genügend Substanz zeigen, wodurch der Eindruck entsteht, dass der Hund zur ausdauernder Leistung fähig ist.

Jegliche Tendenz zur Plumpheit oder Schwäche ist unerwünscht. Zum Verhalten und Charakter zu harter und ausdauernder arbeitfähiger Hundes. Hund von guter Führigkeit. Aufgeweckt, aufmerksam, empfänglich, intelligent, weder nervös noch aggressiv. Genau, all das stimmt, wenn er in der Arbeit ist. Und nichts davon stimmt, wenn nicht. Also egal, was du dir jetzt ausdenkst, was kann ein Hund schon an Verhalten gezeigt haben?

100 Prozent hatte ich dazu schon ein Border Collie im Training. Du kannst dir nicht vorstellen, wie kreativ diese Hunde sind, wenn es darum geht, ihr Leid und ihren Frust nach außen zu kehren. Ich habe Border Collies im Training gehabt, die haben sich unter Bäume gestellt, nachdem es geregnet hat, um herunterfallende Regentropfen zu jagen.

Ich habe Border Collies im Training gehabt, die haben an Ampelschaltungen darauf gewartet, dass es runter geht, damit man irgendwas noch an Bewegung erhaschen kann. Also dass es von Rot auf Grün geht und umgekehrt. Border Collies, die Waschbecken von der Wand gerissen haben und, und, und, und, und. Und es ist für uns Trainer manchmal wirklich hart zu sehen, wie schlecht dann auch da die Zuchtselektion oft ist und wie stark die Leute das unterschätzen.

Ich habe vor Jahren, das war glaube ich die zweite Staffel Coach für alle Fälle, muss über 20 Jahre her sein, hatte ich einen Clown im Training, einen berufsmäßigen Clown, den Jan. Und der kam mit einem Border Collie für Zirkusnummern. Also der hat Kinder an Zirkusschulen trainiert. Und hat so ganz klassisch Straßenkünstler und wie man das so sich vorstellt.

Und er kam mit einem Border Collie um die Ecke und hat gesagt, wieso hast du den Hund? Ja, sagt ein Kumpel von mir, wohnt auch im Bauwagen, ist auch Zirkusattest, hat sich diesen Hund gekauft und der hat einfach den kompletten Bauwagen in Einzelteile zerlegt. Also alles. Also einfach auseinandergelegt und sich rausgegraben und hast nicht gesehen.

Und ich habe immer nach einem Hund gesucht, den ich nicht kaputtgespielt kriege. Und so sind wir ein Team geworden. Das kannst du dir echt nicht vorstellen, wie viel Training. Also wir reden von fünf, sechs Stunden am Tag. Haben die trainiert, gespielt, Spaß gemacht. Die beiden passten so wie Arsche auf Eimer. Und dieser Hund hat nie irgendetwas kaputt gemacht in seinem Beisein.

Aber dieser Hund kam aus einer Arbeitslinie. Dieser Hund ist nicht besonders gut sozialisiert gewesen. Dieser Hund war sehr beutefixiert und, und, und, und. Das ist Folter für so einen Hund. Der nimmt nicht mehr am sozialen, normalen Leben teil. Und deshalb bin ich ein großer Fan davon, dass ganz stringent eine Zuchtselektion betrieben wird auf, hier ist die Showlinie, macht den Border Collie ein bisschen schwerfälliger, ein bisschen weniger beutemotiviert, ein bisschen weniger arbeitswütig, vielleicht ein bisschen schwerfälliger sogar.

Und hier bitte stromlinienförmige Arbeitslinie, feuerfrei, ab an die Herde und gib ihm. Das muss man wirklich, und das würde man ja hinbekommen, ehrlicherweise. Aber dieser Trend, auch im Agility, siehst du ja kaum was anderes als Border Collie und Australian Shepherd. Sehr häufig dünnes Nervenkostüm, sehr territorial plötzlich und so. Ist wirklich bitter.

Wirklich, wirklich bitter. Okay, aber der Clown, mit was für Baustellen ist er denn zu dir gekommen und inwiefern habt ihr das denn dann so in den Griff bekommen? Angst. Die kamen zu mir, weil der Hund Angst vor Publikum hatte. Das heißt also, das heißt diesem Hund bei, also erstmal hat der Jan uns die Nummern vorgeführt.

Also wir reden davon, der Jan macht einen Kopfstand, der Hund springt auf die Füße, der Hund macht einen Handstand auf seinen Füßen und hast ihn nicht gesehen. Also dem musste ich nicht erklären, wie man Dinge beibringt. Aber zwei Themen hatte er. Das eine ist, es gibt eine Nummer, da sollte der Hund gespielt immer das Gegenteil von dem machen, was der Clown zeigt.

Also er sagt, hopp, der Hund legt sich hin. Er sagt, so, geh in dein Haus. Der hatte immer so ein Haus dabei, wo der Hund sich verkriechen sollte. Geh in dein Haus, Hund springt aufs Haus und so weiter. Also easy going eigentlich. Die Problematik war aber, dass... Der Jan, ein sehr, sehr schlauer Kerl, der hat gesagt, ich baue das Haus ein, weil ich ihm da eine Ruhezone baue, weil ich ja oft auf der Straße auftrete oder viel mit Kindern arbeite und dann kann ich den Kindern erklären, wenn er im Haus ist, hat er seine Ruhe.

Und dieser Hund blieb aber nicht in dem Haus. Das heißt also, der Jan brauchte Momente, geh rein in dein Haus und dann macht er eine Jonglage, einen Kopfstand, macht mit Kindern irgendeinen Trick. Und dann kam der aber immer wieder raus und immer wieder raus, weil er diese Arbeitsmut und dieses Ich-will-mitmachen, also das Bleib, war sehr schwierig.

Und das Zweite war, dass der, weil er eben nicht gut sozialisiert war. Alles, was auf ihn gerichtet war an Menschen, also ein Kind kommt auf ihn zugelaufen, totale Angst ausgelöst hat. Und der hatte dann auch den Impuls zu sagen, ich gehe in einem gewissen Maß weg. Wenn ich aber das Gefühl habe, viel weiter kann ich nicht mehr weg, dann schieße ich nach vorne.

Und du kannst natürlich bei so einer Geschichte, ich mache Straßenkunst, Ich mache Workshops mit Kindern, ich bilde andere Clowns aus. Du hast alles gebraucht, nur nicht nur ein Hund, der mal nach vorne schießt. Und das war so das Kernthema. Hat aber gut gemacht. Also das ist wirklich jemand, wo ich sagen würde, ey, der kann auch mit drei Jack Russell Terrier, wenn es sein muss. Okay.

Zum Thema Gesundheit gibt es natürlich beim Border Collie auch wieder einige Sachen. Neben den bekannten Problemen, die mit dem Merle-Faktor einhergehen, darüber haben wir wirklich häufig gesprochen, ist das der MDR1-Effekt. Der führt dazu, dass betroffene Hunde auf bestimmte Medikamente mit schweren bis hin zu tödlichen Komplikationen reagieren können.

Und da haben wir, glaube ich, auch schon mal drüber geredet. Dann gibt es eine Hardy-Häufigkeit bei der Rasse. Es gibt einige vererbbare Augenkrankheiten, drei oder vier verschiedene sogar. Und damit ist die Liste auch hier nicht zu Ende. Ein weiteres nachzulesen, wie immer im Netzwerk QUEN, da findet man ja zu verschiedenen Tierarten sehr interessante Informationen darüber, wozu diese Form der reinrassigen Zucht so alles führen kann.

Yes. Ich will aber nochmal abschließend sagen, dass wenn man das entsprechende Umfeld bietet und mit dem auch viel macht und vor allen Dingen auch viel nicht macht. Also wenn bei mir Border Collie, Shepard und Co. als junge Hund ins Training kommen, das Einzige, was die lernen ist, Ruhe geben. Abschalttraining. Wir haben ganz oft bei uns in den Agility-Kursen junge Border Collies, die gar nicht teilnehmen, sondern wo die Leute einfach nur kommen und sagen, setz dich dazu, lass auf dem Schweinehau rumkauen und dann geht er wieder nach Hause, dass der erstmal lernt, der ist nicht dran.

Und diese Hunde zu beschleunigen und zu aktivieren ist wirklich einfach, aber die runterkommen zu lassen ist schon eine echte Challenge. Okay. Aber ich verstehe die Faszination total. Ich auch. Wir haben sie ja auch schon beide, ich habe sie ja auch mal bei einem Dreh, habe ich sie ja auch im Einsatz sehen dürfen.

Das ist unfassbar. Es ist so beeindruckend. Das war auch einer der heißesten Tage in dem Jahr. Ich glaube, das ist so drei oder vier Jahre her, dass wir da nochmal zusammen in der Eifel gewesen sind. Das war auf jeden Fall noch zu Corona-Zeiten. Und diese Arbeitswut zu sehen und auch diese Scharfsinnigkeit, wie schnell im Kopf die sind, wie unfassbar krass verdrahtet.

Ich hatte zwischendurch den Eindruck, die können irgendwie so ein bisschen in die Zukunft gucken, weil die schon antizipieren, was das Schaf als nächstes denkt. Das fand ich schon sehr, sehr beeindruckend. Ja, wenn ich überlege, als wir damals in den Bergen gedreht haben, eine Schäferin begleitet haben, die sechs Monate im Jahr in den Bergen ist und dort mit den Border Collies Schafe hütet.

Und wir reden jetzt über Kilometer-Distanzen. Wurden die Hunde gepfiffen, gelenkt, gemacht, getan. Dann kommen alle wieder zurück. Schafe sind alle wieder komplett. Und ihr Hund, wo sie so die engste Verbindung zu ihr hat, liegt neben ihr. Und die sagt die ganze Zeit, irgendwas stimmt nicht. Ein Schaf fehlt.

Doch, ich bin mir sicher, der hat noch irgendein Schaf im Kopf. Die sagt, ich kann ja jetzt nicht durchzählen, aber der benimmt sich, als wäre hier noch irgendwie ein Schaf unterwegs. Hat den Kollegen einfach nochmal random losgeschickt. Also gesagt, okay, dann fühl dich frei. geh mal suchen. Und der hatte sich, während er eine Schafsherde von also mehreren hundert Schafen, zusammengetrieben hatte, nochmal im Hinterkopf.

Aber da hinten hat sich noch so ein kleines Lamm versteckt. Einfach los, hat sich die Stelle gemerkt und weiter geht's. Und das finde ich schon krass. Also erstmal großes Kino, dass sie sofort an ihrem Hund merkt, irgendwas fehlt hier noch. Aber dass der Hund sich's merkt, finde ich auch nicht so schlecht, ehrlich gesagt. Schon sehr beeindruckend.

Gut, ich könnte einen Tipp geben. Ja, mach mal. Da kann ich aber noch eine ganz kleine, schnelle Kinogeschichte, die so deutsch ist, wie nur irgendwas erzählen. Ich war mit Leni im Kino und ich liebe das ja, dass Leni und ich nach wie vor so dieses Kino-Ritual haben. Auch wenn sie jetzt ja nicht mehr zu Hause wohnt. Aber irgendwie ist es schön, dass wir das immer noch zwischendurch machen.

Okay, wie geht das Kino? Ich sag mal so gefühlt 120, 150 Plätze, 30 Leute sind da. Jetzt kann man ja inzwischen vorab Kinoplätze buchen, Tickets buchen. So, wir kommen da rein, sitzen 20, 30 Leute. Und der Film fängt in fünf Minuten an. Also gucke ich jetzt nicht, wo ist denn mein Sitzplatz, sondern ich setze mich einfach irgendwo hin, wo ich meine Ruhe habe. Ja.

Weil es sind ja noch über 100 freie Plätze da. Ja. Und es kommt, wie es kommen musste. Die Leni sagt schon noch, komm, lass uns auf unseren Platz. Komm, Leni, ist doch Quatsch. Wir quitschen uns nicht da durch diese volle Reihe. Lass einfach hinten hinsetzen und fertig. Wir setzen uns hin. Kommen genau zwei Leute rein.

Zielt sicher auf unseren Platz und sagen, sie sitzen auf unseren Plätzen. Und dann merke ich, wie in mir so das Komik-Gen rauskommt und ich merke aber auch sofort die Hände von Lenis Händen sofort um meinen Hals, die mich anguckt und sagt, Junge, halt einfach deine Schnauze jetzt. Aber ich kann ja nicht anders so sagen, ach krass, ist ja wirklich rappelvoll.

Mensch, gut, dass sie noch ihren Platz gefunden haben. Okay, alles klar. Wir gehen also, lassen die Leute sitzen rutschen zwei Plätze weiter. Der Film fängt an, 30 Minuten läuft dieser Film, kommt eine Vierergruppe, Und ich sage noch einmal, mindestens 80 weitere Plätze frei. Und diese Vierergruppe kommt mit einmalweise Popcorn und schiebt sich in die vollste Reihe und stellt fest, da sitzen Leute auf meinem Platz.

Fünf Minuten Diskussion während des Films. Ich möchte wirklich ein Gewehr rausholen und eine gezielte Entnahme durchführen. Weil ich denke, das können nicht... Also erst mal, wenn du eine halbe Stunde zu spät bist, ist es dir doch eh schon unangenehm, die Leute zu nerven und sich da nicht auf den nächsten freien Platz zu setzen. Das ist doch eine Diagnose.

Absolut. Oder sehe ich das zu streng? Nein. Und welchen Film habt ihr überhaupt geguckt? Und das ist mein Tipp. Der Film heißt für immer ein Teil von dir. Und ich habe die ersten zehn Minuten nicht geweint. Und dann aber 80 Minuten durchgängig. Das ist so ein schöner Film und so rührend. Und es gab, jetzt muss ich wieder aufpassen, so rührender, schöner Film, eine total schöne Liebesgeschichte.

Aber auch eine, ich fand schon so mit vielen Ebenen, kann man dem potenziellen Menschen, der durch vielleicht Alkohol am Steuer mein Kind getötet hat, kann man mit dem jemals wieder Frieden schließen? Hört man sich die, obwohl es eine verurteilte Straftäterin ist, trotzdem die Geschichte aus der anderen Seite nochmal an.

Also wirklich ein wahnsinnig schöner Film. Es gab so drei Minuten, wo ich gedacht habe, Leute, jetzt haben wir es ein bisschen zu platt erzählt. Aber insgesamt zauberhaft. Und es kommt noch was anderes hinzu. Die Leni komplett verliebt in den Hauptdarsteller, ich komplett verliebt in die Hauptdarstellerin. Wir hatten also beide was davon.

Wirklich ein ganz, ganz toller Film. Für immer ein Teil von dir. Muss man sehen, finde ich. Muss man wirklich sehen. Okay, gut. Ich gehe am Wochenende in Liebe ein Biber. Ich werde auch davon berichten, ob es eine Empfehlung ist oder nicht. Der Film heißt Liebe ein Biber? Ja, das ist auf jeden Fall der deutsche Untertitel.

Ich glaube, der Haupttitel ist Hoppers. Ich glaube, Hoppers Liebe ein Biber. Das hat mich schon überzeugt. Liebe einen Biber? Nein, Liebe einen Biber. Das ist sehr lustig. Was ist das? Das ist ein Zeichentrickfilm? Geil. Das finde ich geil. Genau. Ist ein Filmtipp von meinem Neffen. Der hat bislang allerdings auch nur den selben Ausschnitt gesehen wie ich.

Und wir werden uns das Gesamtwerk am Sonntag zu Gemüte führen. Ich freue mich schon richtig drauf. Ja, ja, ja. Da freue ich mich auch auf deine Empfehlung. Und jetzt will ich mir angucken, bin ich mir sicher. Am Sonntag fällt mir ein, wir haben ja bei My Thing X wieder fleißig produziert. Und am letzten Sonntag lief eine Folge, da habe ich glaube ich schon mal kurz drüber geredet, da geht es um falsche Erinnerungen, was das mit uns macht.

Und jeder kennt ja so eine Person in der Familie, die so für sich beansprucht, ganz genau zu wissen, wie früher alles war. Und wenn man das dann so ein bisschen versucht zu hinterfragen oder anzukratzen, dann kann das auch schon mal ganz massive Gegenwehr geben. Und für solche Leute ist diese Sendung ganz hervorragend geeignet, weil sie einem nämlich aufzeigt, wie schlecht man eigentlich im Erinnern ist.

Sondern das liegt einem natürlichen Prozess des Erinnerungabrufens. Denn immer wenn das passiert, sind diese neuronalen Netzwerke in Bewegung und deswegen verdrahten die sich auch jedes Mal wieder neu. Fand ich sehr spannend. Ist leider auch eine Sache, die mitunter dazu instrumentalisiert wird, wenn man zum Beispiel Zeugenaussagen vor Gericht diskreditieren will.

Das ist also schon eine krasse Gratwanderung, die man da schaffen muss. Ich fand das aber so, wenn man sich anguckt, was man so wissenschaftlich dazu weiß, sehr interessant auch nochmal zu hören, dass das häufig Details betrifft, aber jetzt nicht zum Beispiel einschneidende traumatische Erlebnisse. Ist ja auch eigentlich einleuchtend.

Dazu haben wir auch noch ein sehr gutes Expertengespräch online. Ich würde gerne beides nochmal verlinken. Und weil ich jetzt gerade schon davon so halb gesprochen hatte, am Sonntag kommt auch noch eine neue Folge raus zum Thema PFAS. Das sind ja diese bestimmten Stoffverbindungen, vor denen viele Leute auch berechtigterweise Angst haben, weil sie so ökologisch...

Genau, das ist zum Beispiel so Pfannensinn mitunter so beschichtet gegen Haftung oder auch Regenjacken sind häufig PFAS beschichtet. Interessanterweise sind die Stoffgruppen, vor denen die meisten Leute Angst haben, gar nicht unbedingt die, die so gefährlich sind. Und ich habe an dem Buch sehr viel Spaß gehabt, weil ich nämlich bis zu einem sehr langen Zeitpunkt dachte, wie können wir das denn irgendwie noch spannend erzählen?

Und auch da kommt mein Neffel wieder ins Spiel. Mit dem hatte ich nämlich dann einmal abends Pokémon-Memory gespielt. Und dann fiel mir auf, dass die ja immer so Stärken und Schwächen haben. Und dass man diese PFAS-Gruppen eigentlich auch so ein bisschen einsortieren kann. Also es gibt deswegen jetzt die Quapsel-PFAS und die Capuzi-PFAS.

Und so ist es zum Beispiel mir deutlich leichter gefallen, das alles zu raffen. Ich habe da auch noch auf das Pokémon-Wissen jüngerer Kollegen und Kolleginnen zurückgreifen dürfen. Ganz alleine hätte ich das bestimmt auch nicht so geschafft. Aber ich finde, das ist richtig gut aufgegangen und auch sehr schön visualisiert, sodass man sich diese Folge auch angucken kann, wenn man sich all die Fragen um PFAS noch nie gestellt hatte.

Und ich will einmal kurz erklären, wenn Katharina erzählt, ich hatte an dem Buch so einen Spaß, hat sie nicht ein Buch gelesen, sondern man erstellt für so eine Sendung eine Art Komponente. Richtig. Auflaufbuch, Drehbuch, ohne dass das jetzt, also so Inhalte werden da sozusagen verfasst. Genau, ja. Und das war richtig, das war sehr Insidermäßig formuliert.

Und dann würde ich aber gerne noch so ein paar Tipps anschließen. Ich glaube, jetzt noch mal vor diesem Hintergrund mit der ganzen Walgeschichte. Also ruhig mal zur Nordsee gehen und richtig durchfüttern. Genau. Was man natürlich tun kann, ist, dass man Fisch vermeidet, dass man sich, wenn man Fisch essen möchte, vielleicht anguckt, was Greenpeace und Co.

Da an Ratgebern regelmäßig rausgeben, was noch so einigermaßen verträglich ist, worauf man da achten kann, dann... Auch ein Thema, diese ganze Grillfischerei für irgendwelche Omega-3-Kapseln, man kann Omega-3 auch anders zu sich nehmen und auf Grill basieren wirklich ganze Nahrungsketten in Arktis und Antarktis, das sind so kleine Krebstierchen, von denen sich übrigens auch Buckelwale ernähren und wenn man das da wegfängt, dann stresst man dieses ganze Ökosystem halt zusätzlich und es ist ja nicht so, als gäbe es nicht schon genug Sachen, die da schwierig sind. Stichwort Klimakrise.

Das nochmal so von meiner Seite als Tipp. Und jetzt darfst du dir noch einen Song wünschen. Du redest nie von wem. Leute, an der Stelle nochmal, bitte schreibt Wolle Petri an. Bitte schreibt ihn bei Instagram an. Er möge sich bei mir melden. Ich bleibe dabei. Ich möchte ein Live-Konzept mit Wolfgang Petri veranstalten.

Also ich möchte Veranstalter sein. Ich trage alle finanziellen Risiken. Wolle, wir brauchen dich nochmal auf der Bühne. und ich werde mir so lange Wolle Petri Lieder wünschen, bis er sich zurückgemeldet hat. Also ich wünsche mir, der Himmel brennt. Okay, ich wünsche mir mal wieder einen Song von Absilon, der glaube ich dabei ist, ein neues Album zu veröffentlichen und mit Sommermärchen schon einen ersten Song draußen hat.

Und da geht es um diese Zeit zwischen VM-Euphorie, an die wir uns alle wahrscheinlich noch erinnern können. Und diese Zeit fällt aber auch in die Zeit der NSU-Morde, die damals auch als Dönermorde bezeichnet wurden. Und ich habe dieses Video, würde ich gerne auch mit dazu packen, mir gefällt dieses Lied sehr gut.

Und deswegen packe ich es auch auf unsere Playlist. So Leute, dann legt euch wieder hin. Legt euch wieder hin.

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