UNFILTERED Podcast· Staffel 11· Folge 16

Ep. 16, Daniel Terberger – Die unsichtbare Macht im Modehandel (KATAG, N26, Milliarden-System)

Samstag, 4. April 2026 · 58 min

MP3

Shownotes

Podcast Sponsor Webdesign & Shopify Agentur: www.unhyde.me

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Was passiert aktuell in der Modebranche? Unser heutiger Gast Doktor Daniel Terberger ist Unternehmer und Vorstandsvorsitzender der KATAG AG, eine der einflussreichsten Handelsplattformen im europäischen Modeeinzelhandel. Über das Netzwerk der Katag werden 350 Modehändler mit über 1400 Stores verbunden mit einem Handelsvolumen von über einer Milliarde Euro, viel Spaß mit der Folge. Wo ich auch immer wieder deine Stimmen dazu gehört habe, der Onlinehandel.

Und dann verstärkt sich der Trend in die Städte und verschärft all unsere Probleme, die wir politisch im Moment diskutieren. Gerade erst vor kurzem. Letztendlich bist du ja dann auch in den Aufsichtsrat von n 26 gekommen. Gab es da schon einen konkreten Moment, wo du, wo du so eine Erfahrung hattest?

Und es ist dann nur marktwirtschaftlich konsequent, dass die das Geld nutzen, was ihnen zur Verfügung gestellt wird, um Wachstum, Umsatzwachstum zu kaufen. Klasse und sag ich mal vom vom background her sag ich mal, ist ja inzwischen 3.3. Oder vierte Generation ist es inzwischen bei euch also über 100 Jahre bestand vom Familienunternehmen. Ja, das Familienunternehmen Katag AG ist über 100 Jahre alt. Als ich mal meinen Job begonnen habe, da hab ich so gedacht, wenn du nicht vorher irgendwie aus der Kurve fliegst, dann musst du mal das 100 jährige Jubiläum. Hier machen gestalten und irgendwann war das dann da. Ja, das war schon ein verrücktes Ereignis an sich ist so ein Jubiläum ja für einen selbst,

besonders aber für alle Drumherum, die dann alle 5 Minuten so eine Einladung haben, gar nicht so aufregend, aber für mich war es aufregend, ja, das ist jetzt auch schon wieder 34 Jahre her und ja, wenn man sich so bewusst macht. Vierte Generation wie hat es angefangen, was haben die überstanden? Ich will jetzt weiß Gott nicht in dieses nostalgische Geplapper verfallen, aber es wird einem 1 doch klar, man man baut auf irgendetwas auf, was andere geschaffen haben, wo unendlich viele Menschen, Familien mit Emotionen, Fleiß, auch Frust und Niederlagen, aber auch kleinen Siegen dabei waren, und das gibt einem dann schon ein.

Ein Gefühl, ja, vielleicht Verantwortungsbewusstsein auch in manchen Dankbarkeit, dass man so ein Fundament bekommen hat. Ich habe einen riesigen Respekt vor allen, die als Startup Unternehmer, wie man heute sagt, als Gründer unterwegs sind, die wirklich anfangen müssen, keine Ahnung, ihren ersten ihre ersten Briefbogen zu drucken, oder vielleicht druckt man den heute gar nicht mehr, aber das erste Handy anzumelden oder die Steuernummer zu nehmen. Das ist eine gigantische Leistung, da hatte ich den Vorteil, auf etwas aufbauen zu können, was andere vorher geschaffen hatten.

Aber man hat eben auch dann von Anfang an, ich will nicht, dass Druck nennen, aber man hat eine eine Art, einen Leuchtturm, der aus der Vergangenheit nach vorne strahlt, wo man sagt, ich, ich, ich. Ich weiß, da ist etwas, wo Menschen Erwartungen haben, ob das Mitarbeiter sind, Rentner sind, Familien, die dranhängen, aber eben auch Kunden und ein Markt, und das ist ne Chance, aber manchmal natürlich auch n bisschen Druck, dass man dem irgendwie gerecht wird.

Und wenn ich etwas zurückdenke, dann war es immer. Ein emotional wahnsinnig schwieriger Moment, wenn man wusste, andere erwarten etwas von einem, was man nicht liefern will oder kann, wenn man die Verantwortung wahrnimmt. Das damit muss man lernen, emotional umzugehen. War das dir von Anfang an schon bewusst?

Letztendlich, dass du den Weg gehen willst? Ich hab ja gesehen, du warst dann auf relativ früh, also extrem ambitioniert. Du hast warst ja bei auf der Universität Sankt Gallen und hast dann sogar n Harvard Stipendium gehabt. Ja, 1 ergibt sich nach dem anderen. Wahrscheinlich würde man objektiv sagen, dass ich schon Ehrgeiz hatte, sonst machst du das nicht, wobei im Nachhinein die Schritte Schule, Militär und dann ne Banklehre für mich im Nachhinein mindest zu prägen Sinnweise einem die Nötige. Verbindung schaffen, wenn man im Alltag führt zu dem, was wirklich in den Stockwerken unter einem so stattfindet. Man erahnt es zumindest, man weiß es nicht mehr wirklich, aber auf deine Frage

zurückzukommen, natürlich war da eine eine Ambition da und sicherlich auch recht früh die Möglichkeit als Lebensplan im Familienunternehmen gestalten wirksam zu werden. Aber nicht in dem Sinne eine Art Vorbestimmung, das passte schon von der Familienkonstellation nicht gerade. Wenn du ein Unternehmen 100 Jahre alt ist, dann gibt es auch schon einflussfelder drumherum, Tradition, das ist ja nicht ein Gründer, der sagt hier, mein Sohn, hier ist der Schlüssel, ganz im Gegenteil, du musst ja das mögliche Amt ja auch zumindest. Ich will nicht sagen erarbeiten, das wär wahrscheinlich gelogen, aber zumindest ne gewisse moralische fachliche Qualifikation nachweisen um in Frage zu kommen. Und ganz banal, ich hab 4 ältere

Geschwister, die mindestens so qualifiziert waren wie ich vom vom Umfeld, also es war nicht so, dass dass das, wie man so schön sagt, in die Wiege gelegt war, aber. Es war früh eine Option, die dann wahr geworden ist. Aus der Konstellation heraus. An der Stelle ein Wort von unserem heutigen Podcastpartner. Der Podcast ist unterstützt bei Anheit. Anheit ist die führende Shopify und Website Agentur in München. Wir optimieren bestehende Shops und bringen deinen Onlineshop nach Shopify wir optimieren Deine Conversion Rate und erhöhen deinen Umsatz.

Wenn das interessant sein sollte, schau gerne vorbei. Der Link befindet sich in der Videobeschreibung. Und sag ich mal, der Weg dann bewusst. Ich hab gelesen, auch du warst dann bei mir kinsy und bei der Deutschen Bank, das waren das waren bewusste Schritte, letztendlich auch die zu dem zu dem letztendlichen Weg geführt haben, oder? Das waren kleine lego Bausteine.

Das war das eine. War ja nur ein sehr kurzer Abschnitt während der Promotion. Bei mir kennen Sie, wo ich zumindest einen kulturellen und technischen Einfluss bekommen habe, im kulturellen, in dem Sinne, wie wird da gearbeitet, wie geht man miteinander um und technisch, welche Werkzeuge benutzen solche Berater, das war extrem hilfreich.

Ich habe selten so viel in so kurzer Zeit gelernt und dann Deutsche Bank war eigentlich als Berufsschritt gedacht. Das ist dann aber durch familiäre Umstände ein ein kurzer Abschnitt geworden, weil mein Vater schwer erkrankte und dadurch sagen wir die Zeitachse, sich verkürzte. Also dann dann. Praktisch musstest du ins ins Familienunternehmen, oder? Es an 1 muss man sich oder zumindest in meiner damaligen Vorstellung, wahrscheinlich gilt hier heute noch auch. Vielleicht mit anderen kulturellen Umständen weiter fort, wenn man den Schritt ins Familienunternehmen gehen will. Da muss man sich klar sein, dass im Normalfall man nicht als das nicht als Geschenk für den eigenen Lebenslauf gedacht ist, sondern dass man eigentlich dem

Unternehmen und damit der Familie, den Gesellschaftern. Selber was schenken muss in dem Sinne. Es ist eine Verantwortung, die man wahrnimmt, was will ich damit konkret sagen, dass es in aller Regel nicht darum geht, für den eigenen Lebenslauf das optimale Timing zu finden, auch wenn man sich das als junger Mensch wünscht, sondern dass man das Timing wählt, was für das Unternehmen am meisten Sinn macht, und das ist schwer zu akzeptieren in dem Moment.

Weil man vielleicht sagt, ich würde ja meinen Auslandsaufenthalt noch machen oder würde auch mit meiner Freundin noch gerne in in einer schönen Stadt wohnen oder was auch immer oder ne Weltreise. Heute heißt das Gap hier irgendsowas machen, wenn dann aber im Unternehmen die Konstellation so ist oder in der familiären Konstellation, da muss man sich unterordnen und die eigenen.

Persönlichen Präferenzen hinter anstellen in dem Fall waren konkret war eine Übernahme, wo das Post Murder Management anstand, war die besondere Aufgabe, die Anstand und Erkrankung des Vaters, die auch eine gewisse, sozusagen ja menschliche Achse beschleunigt. Das will ich es mal umschreiben. Und dann habe ich gesagt, Na gut, dann ist es jetzt eben nicht mehr lange Deutsche Bank, sondern geht es nach Hause und das war dann schon für mich persönlich erstmal ein ein großer Schritt. Gedanklich, wo ich dachte, das dauert jetzt noch mehrere Jahre von Boston, New York nach Frankfurt, nach Bielefeld, das fand jetzt, sage ich mal im Zeitraffer statt und ist dann auch im im Lifestyle ausgehen.

Menschen kennenlernen, Umfeld, mit dem man sich umgibt, einen einen, einen Riesenschritt gewesen, aber da gibt es dann keine Alternative aus meiner Sicht. Wenn man das Macht, muss man auch Vorbild sein und sagen das unter Timing aus Sicht des Unternehmens ist entscheidend und nicht umgekehrt, also meinen Plan persönlichen Plan schenke ich dem Unternehmen, dass sie ihn auf gut Deutsch über den Haufen schmeißen, dafür schenkt das Unternehmen oder die Familie auch ein gewaltiges Maß anvertrauen.

Also kein kein Stück Wehmut oder oder so, oder? Nein, also Wehmut überhaupt nicht. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Lebensweg und der Aufgabe, die ich übernehmen durfte und wie ich sie ausüben durfte, das ist eindeutig ein riesiges Privileg, was ich haben durfte und wo ich allen dankbar sind von Eltern, Geschwistern, große Familie, Belegschaft, die das ermöglicht haben und.

Und dieses Grundvertrauen mir geschenkt haben, weil man doch bei allen Dingen, die man auch sicher kritisch sagen kann, menschlich und und, und vielleicht sogar fachlich, die Gestaltungsfreiheit, die man sehr früh hat, aufregt, die sage ich mal, Unfreiheit, die man dann vielleicht in anderen Dingen hat, was Branche, Wohnort angeht, die sind ja quasi vorgegeben und. Ja, sind einfach Rahmenbedingungen wie wie das Wetter.

Das kann man dann nicht ändern, wenn man diese Grundsatzentscheidung fällt. Und zu der Zeit habe ich dann auch gelesen, da kam mir dann auch die ABZ einkaufsgruppe dazu. Genau das war dieser MA Case, diese Übernahme, die damals von dem Team verhandelt wurde und die für uns ein wichtiger strategischer Schritt damals war. Konsolidierung im Markt und wo?

Quasi auch ja, Sonderaufgaben anstanden, die im Wo im Mittelstand vielleicht nicht gleich strategieabteilungen die Abteilungen bereit stehen, die das machen. Also wurde Daniel gefragt, willst willst du da wesentlich mithelfen und im Nachhinein war das ein ein ein guter Einstieg ins ins Familienunternehmen. Und was muss man sich dann, sage ich mal, unter der ganzen Gruppe damals vorstellen, also wieviel wieviel Händler waren involviert und wieviel wieviel Stores habt ihr betreut? Die Zahl von damals habe ich jetzt nicht präsent, aber ich schätze mal, dass es ungefähr die Anzahl Händler bei vielleicht 400 lag und die Anzahl Türen vielleicht bei. 6 bis 800 lag und der, wenn man heute die Zahlen dagegen stellt, 25 Jahre später ist das gar

nicht so imponierend viel mehr, sondern wir betreuen vielleicht heute grob etwas weniger Händler, aber doppelt so viel Tür. Das meine ich, dahinter verbirgt sich dann der Strukturwandel, der in der in der. Modebranche stattgefunden hat oder Textilbranche oder im Fachhandel, wie man das auch immer formulieren wird, dass andere Formate entstanden sind, die Marktanteile übernommen haben. Und wir haben versucht, unsere Dienstleistungen auch auf diese Formate, auf auf auszurichten, um die zu bedienen, weil ein Händler.

Der nicht mehr da ist, wird auch keine Leistung abnehmen und bezahlen. Also mussten wir sehen, uns darauf auszurichten. Vereinfacht haben im Multi Label Modefachhandel, der insgesamt unter Druck stand, haben aber innerhalb dieses Kanals haben doch großverteiler höhere Anteile übernommen, also von Monolithen, wie wir es nennen, hinzu Filialisten. Und die sind wiederum in der internen Branchendynamik noch zum Teil aufgefressen worden oder haben sich verlagert Richtung Online, Digital Handel Plattform. Und das liegt jetzt in der in in einer Nussschale, sozusagen in diesen 25 Jahren Verlagerung und das zeigt sich an diesen etwas primitiven Zahlen.

Die, die die der Verbraucher letztlich erzwungen hat durch sein Konsumverhalten. Aber aber ich sag mal für jemand, der nicht jetzt aus der Modebranche kommt, der, der muss euch verstehen, auch als. Systemplattform, das ist glaube ich anspruchsvoll, wenn man nicht in in dem Bereich tätig ist, weil die meisten sich leichter entweder eine Marke vorstellen können, sei es eine. Sogenannte Mode Textilmarke keine Ahnung, wie Marco Polo oder sei es eine reine Retail Marke wie wie wie Zara. Da können sich Menschen leichter was drunter vorstellen, egal ob sie dann im obersten Segment oder im untersten ist. Bis in Diskont rein, dass der der Kanal Multi Label Handel. Der verschiedene Marken im

sogenannten holesale Geschäft bündelt und in einem eigenen Store Format kuratiert anbietet jeder bisschen anders, das kann sich der Konsument noch vorstellen, weil er vielleicht manche Formate noch kennt, aber dass dahinter welche Prozesse dahinter liegen, das ist vermutlich für einen Endverbraucher. Nicht so wichtig und er macht sich wenig Gedanken, aber vereinfacht gesagt, wenn ich nicht ein Produkt, sei es von Marco Polo oder Zara auf die Fläche bringe, wo ich in Anführungsstrichen einen Lieferanten habe, sondern in einem besseren Multi Multi Label laden, sind das vielleicht 100 200 400 Marken, dann bedeutet das einfach eine Komplexität von Logistik bis IT bis.

Bis Bewirtschaftung auf der Fläche replainagement alles Mögliche. Und diese Komplexität braucht andere Dienstleistungen, andere Prozesse dahinter als das ein ein Mono Label Anbieter hat oder ein wie wir oft in der Branche sagen vertikaler Anbieter, hat der From wie man Lloyd sagt From Sheep to Shop, ja der sozusagen weiß wieviel er produziert, in welche Läden und. Wann die Tür da aufgeht und welche Logistiker das hin und Herfahren, ist eine ganz andere Prozesskette, die andere Dienstleistungen braucht.

Und die haben wir versucht, immer Markerecht anzubieten. Also ein Dienstleister dafür? Ja, ja, ja und ich, ich glaube bestimmt ja wirklich, also die meisten Kunden, die jetzt, sage ich mal in den Rollsale. Store reinkommen. Die die verstehen ja überhaupt gar nicht die Prozesse, also man, davon kann man ausgehen, letztendlich, die gehen davon aus, die Ware liegt da oder hängt da, letztendlich aber aber die Prozesse dahinter sind schwer zu verstehen.

Ja, wenn man es provokant sagt, sagt man, man will ja auch dem Verbraucher. Die Leichtigkeit geben, wie du zurecht sagst, der will das Gefühl haben, na ja, das ist ja selbstverständlich wie der Schnee, der in den Alpen liegt oder der Sand am Strand und die Welle, die an den Strand rollt, das muss ja leicht sein, und das ist auch gut so, dass wir das dem Verbraucher nicht so spüren lassen.

Allerdings muss uns analytisch, wenn wir in der Businesswelt über Märkte reden, klar sein, dass da sehr komplexe, anspruchsvolle Prozesse dahinter liegen, die und das. Ist glaube ich vom Geschäftsmodell entscheidend, sehr anspruchsvoll und teuer sein können. Und wir müssen die so optimieren, dass sie eben funktionieren und für den Verbraucher leicht sind, also Lebensfreude mindestens erhöhen, dass sie aber auf der anderen Seite nicht so viel Kosten verursachen.

Und da sind wir bei unserem Job, dass dieses teure Geschäftsmodell für den Endverbraucher zu teuer wird. Es muss der Vorteil dieser vielen Marken, die ich anbiete und der Inszenierung und Kuratierung muss überwiegen, die unter Umständen nachteilige Kostenposition, die ich gegenüber einem rein vertikalen habe, und das ist war immer anspruchsvoller, ist heute anspruchsvoller denn je.

Und es ist unsere Aufgabe als Unternehmen, Katak dazu helfen, dass die Prozesse wettbewerbsfähig in Schnelligkeit und Preis sind. Und das ist, wie gesagt, im Moment anspruchsvoll, weil der Verbraucher das einfach voraussetzt, dass es da ist und sich bestimmt nicht sagt. Naja, also das ist so schön. Da zahle ich wie beim Freizeitpark in Euro Disney mal 20€ Eintritt, sondern läuft durch und es muss so schön sein, dass er da kauft, und zwar zu wettbewerbsfähigen Preisen und da versuchen wir unseren Beitrag zu leisten, dass der Händler das dem Endverbraucher so inszeniert anbieten kann, dass er einfach pure Lebensfreude verspürt.

Und der Händler ist aber dennoch verantwortlich, dass Frequenz in den Laden kommt. Selbstverständlich aber auch das. Es gibt unendlich viele Instrumente im Handel, wo man Dinge besser machen kann als andere. Und das sind auch keine Standardinstrumente, weil jeder Händler hat eben die Chance, anders zu sein als der andere. Das ist bei vertikalen Formaten weniger der Fall. Die können ein brillantes Format entwickeln, aber es ist dann wie gestanzt, wird es gerade ja angeboten in pro Stadt, da wird vielleicht pro Land oder so noch minimal variiert, aber im Grunde ist es ein gestanztes Angebot wie ein Kronkorken, der auf die Flasche gehört.

Der Multi Label Händler hat die Chance je nach Lage, Größe, Architektur des Ladens je nach Frequenz je nach. Kaufkraft des Standortes je nach Wettbewerbssituation je nach, aber auch nach innen gedacht persönlichen Neigung, sein eigenes Ding zu machen. Ob er dann auf 10000 Quadratmeter 500 Marken anbietet oder auf 200 Quadratmeter 5, die er toll findet und ob er das ganz hochwertig quasi Luxus macht oder eher preisaktiv. Diese Dinge kann er alle selber entscheiden und die können die Individualität aufmachen, die aus meiner Sicht für den Verbraucher immer noch hoch attraktiv und faszinierend sind. Aber sie müssen eben gleichzeitig bezahlbar bleiben. Am Ende ist das für mich heute diese Art Handel. Teil der Erlebnisindustrie es

ist eine Art der hochwertigste Content, den eine Stadt oder ein Center oder was auch immer zu bieten hat. Weil im Idealfall ist der Laden für mich so attraktiv wie der Besuch eines Fußballstadions, eines Musicals, eines Freizeitparks, wo ich einfach sage, ich gehe da gerne hin und freue mich daran. Und wenn ich heute morgen, habe ich zufällig in einem café gesessen, in einem tollen Haus in hier in München, und da waren 2 Damen, die aus dem Nachbarland kamen, und man kam kurz ins Gespräch, und wir haben gefragt, wieso sind sie hier. Ja, ein Teil ist auch, wir wollen beim Lohn frei einkaufen gehen, das war Ziel des Ausflugs aus Österreich nach München, dann merkt man, das ist dann.

Manche fahren für für einen Freizeitpark, manche fahren für einen eine große Opernaufführung, manche fahren für irgendwas anderes in eine Stadt. Die Damen kamen unter anderem deswegen, und daran sieht man, was guter Handel bieten kann, an Lebensfreude, an an Begegnungsplattform, wo man Menschen begegnet, die man nicht plant zu sehen, aber wo man davon ausgeht, dass es interessante, sympathische Menschen sind, weil sie vielleicht die gleiche. Kleidungsrichtung lieben oder was auch immer auf gleiche Dinge wert legen, wo wo ich wertgeschätzt werde für das, was ich in diese Bühne einbringe, das sind Dinge, die Handel leisten kann, im Idealfall, aber das ist Knüppelharte, kreative Arbeit und dahinter müssen

Prozesse liegen, die wettbewerbsfähig sind. Damit das Ganze bezahlbar bleibt. Ja, und ich sag mal so, wenn wir, wenn wir darauf schauen, das Lohnenfrei ist da ja wirklich ein Best Case example, aber jetzt, wenn wir die letzten Jahre schauen jetzt auch gerade wieder mediengaleria, Kaufhof, Peek und Cloppenburg tun sich immer wieder schwer letztendlich, und da steht eine riesen Veränderung, Veränderung, Ansage ich mal wie wie blickst du darauf oder oder was sind da die Gründe dafür, dass es, dass es nicht läuft gegenüber, sondern lohnenfrei.

Also natürlich sind das Marktveränderungen, die am Ende vom Verbraucher kommen. Und wenn man jeder Fall ist, ein bisschen anders. Am Ende hängt es immer mit der individuellen Führung und Ausrichtung zusammen, dabei ist es aber natürlich viel, viel schwerer. Ein wirklich tolles Erlebnis anzubieten, was auf den Standort zugeschnitten ist. Wenn ich mehrere Standorte gestalten muss, das hängt an vielem.

Aber es ist ja klar, ein ein Zara kann Tausende Standorte in der ganzen Welt standardisiert abarbeiten, selbst die kleinen Untertypen, die es an immobiliengröße, Kaufkraft oder sowas geben mag. Stadtgröße kann er in Hunderter Blöcken abarbeiten und konzeptionell optimieren, inklusive It und Logistikunterstützung.

Jemand, der einen Einzelstandort hat, kann den, wenn er eine Freude hat, an dem an dem Geschäft, an dem Standort, an dem Menschen am Sortiment. Hoch individuell bespielen und ich sag mal das Erlebnis auf diesen Standort, diese Region, diese Kaufkraft, diese Menschen dort zuschneiden, auch diese Wettbewerbssituation, der der 1020 30 Standorte hat also weder in die Tax Gruppe ist noch individuell hat da eine ganz andere Herausforderung, weil er die Economies of Scale einer großen Gruppe weniger hat und. Aber auch nicht die Individualität so leben kann, weil das ist ganz simpel, wenn ich 10 Standorte habe, kann ich statistisch sehr vereinfacht jeden Standort nur einmal in 2 Wochen sehen, schon gar nicht da

präsent sein, spüren was da los ist, mit Mitarbeitern reden, mit Kunden reden und das macht es unglaublich schwer für solche Formate und ich glaube, dass das. Exzellent geführt sein muss. Es gibt dafür Beispiele, die das exzellent leisten, eine eine Breuninger Gruppe liefert glaube ich, an jedem Standort, so unterschiedlich sie sind, ein exzellentes Einkaufserlebnis ab und begeistert die Kunden, aber man muss einfach absolute Top Leute haben, die das umsetzen können, die dafür brennen die die Passion haben aber auch schlicht und einfach das Know How wie man sowas.

Macht und andere Formate haben das vielleicht nicht mehr gekonnt. Dabei mache ich gar keine kritischen Anmerkungen zu denen, die da jetzt sind. Wahrscheinlich sind da vor Jahrzehnten oft Dinge anders gesehen worden, falsch entschieden worden. Die sich im Nachhinein als für den Endverbraucher nicht so attraktiv herausgestellt haben. Und und rein, sag ich mal im im wenn du ins Ausland schaust, sag ich mal so n Harold so n Selfriches so n Cortal in Cortal Inglass in in Spanien wie blickst du darauf letztendlich oftmals da, da bestehen die Warenhäuser ja anders, also natürlich wir haben das ka de we als example wo unten wo oben vielleicht noch die Food Hall ist und und es kulinare gibt, weil wir hatten vorletzte Woche

hatten wir auch n Koch und der hat gesagt in in vielen Warenhäusern fehlt vielleicht so n Stück weit die Kulinare. Und sorgten für mehr Frequenz. Dass über das Einkaufserlebnis hinaus über das Shoppingerlebnis hinaus die Kunden reingeloggt werden müssen, ins ins Warenhaus. Aber da haben wir es lodenfrei, wo es auch anders sehr gut läuft. Ja, ich glaube, du hast dann eine sehr zutreffende Anmerkung gemacht, die aber genau zeigt, das ist für den einen Standort richtig und möglich und für den anderen vielleicht. Gar nicht richtig oder nur in ganz anderer Form. Ein Beispiel, ein Ka de we ist ja toll was da angeboten wird, aber ob so ein Food Corner oder Kulinarik Abteilung oder wie man es auch immer nennt in Darmstadt

oder Bochum noch angebracht ist und vom Verbraucher angenommen wird, na ja, vermutlich höchstens in variierter Form, so will ich es mal höflich sagen, weil einfach die Kaufkraft. Für Kaviar Dosen an vielen Standorten nicht da ist und die Champagner Bar mit Hummer einfach in gewissen Standorten nicht vom Endverbraucher angenommen werden kann und diese Individualität zu sagen, naja bei mir ist vielleicht Kulinarik richtig, aber kleiner und in anderer Preislage und am nächsten Standort wäre sie vielleicht richtig, aber die Fläche reicht gar nicht aus oder ich habe im.

Modischen Bereich eine Wettbewerbssituation, wo ich vielleicht besser keine Fläche Hergebe für Kulinarik, sondern sehr meine Modesortimente bei Accessoire und Taschen vielleicht lieber ein bisschen breiter auszurollen. Diese Analyse muss eben sein und muss von einem guten Gestalter, Manager, Unternehmer, sorgfältig und Instinkt sicher umgesetzt werden, damit ich relativ erfolgreich bin.

Alle, ich sag mal patentrezepte sind wahrscheinlich gefährlich, wenn ich nicht in der Lage bin, sie in einer Art Checkliste für meinen Standort zu checken. Machen Sie für mich hier an diesem Standort mit meiner Fläche, meiner Kaufkraft, meinen Mitarbeitern machen die hier Sinn oder sind Sie hier geradezu grotesk? Ja, ein Standort, wo nebenan ein Top Restaurant ist, was lifestylelich das anbietet ist was anderes als wo es das nicht gibt.

Ein Standort, der die Immobilie eigentlich zu viel Fläche hat, da macht das mehr Sinn, als wenn ich eh knapp bin und kaum meine, keine Ahnung meine Sneaker Abteilung eingebaut Kriege oder was auch immer an dem Standort gefragt ist. Also die Individualität ist vielleicht das wichtigste Leitprinzip das. Was ich als Händler in der Lage sein muss umzusetzen, was nicht heißt, dass ich völlig losgelöst von meiner Dachmarke und meinem, wenn ich eine Gruppe oder Kette bin, dass ich mich davon lösen muss.

Aber ich muss in der Lage sein, den individuellen Standort zu leben, zu interpretieren und zu spielen, also mal banal. München ist für Trachten ein anderer Standort als Dresden, ja. Ja, und wenn ich dann glaube, das läuft ja super, das muss ich jetzt da auch machen. Es kann richtig sein, aber ich sollte sehr genau darüber nachdenken, wie wie das an meinem Standort zu interpretieren ist. Ich glaube, das ist die größte Gabe, die man haben muss, man muss wie ein Hoteldirektor seine Bühne gekonnt inszenieren und gucken, welches Publikum habe ich und was muss ich dem anbieten.

Und. Sage ich mal, dann ist ja noch ein Dilemma. Auf jeden Fall wo, wo ich auch mal wieder deine Stimmen dazu gehört habe, der der Onlinehandel und da blickst du auch inzwischen, also teilweise gab es, hast du ja auch mal gesagt, so mit Rabattschlachten und so, teilweise siehst du das auch kritisch.

Also was heißt etwas kritisch sehen? Ich sehe es interessiert und sehr kritisch, habe ich gesehen, die Phase, die jetzt vereinfacht gesagt aus meiner Sicht vorbei ist. Es gab eine Phase, da war die Dominanz der Kapitalmarktattraktivität, wo der Kapitalmarkt unter gewissen Zinsumständen vereinfacht. 0.

Zinsumfeld so Wachstumsorientiert war, dass wenn du Umsatzwachstum in hohem Maße anbieten konntest, nicht so genau hingeschaut wurde. Wie ist deine operative aktuelle Ertragskraft, wenn. Wenn du also über 345 Jahre glaubwürdig 3040 50% Wachstum anbieten konntest und sagst und irgendwann nach dieser Phase werde ich dann auch profitabel, hat keiner so genau hingeschaut und der Kapitalmarkt hat dir Geld zur Verfügung gestellt als IPO, als Kapitalerhöhung manchmal seltener aber sogar als Kredit.

Und in dieser Phase haben Unternehmer. Manager, die so Incentivierter waren am Kapitalmarkt, weil sie nur einen IPO wollten oder weil ihr Bonus darauf ausgerichtet war auf Wachstum natürlich auch so agiert und haben oft einfach gesagt, es reicht ja, wenn wir unser Umsatzziel erreichen, wieviel Ertrag, wieviel Verlust wir da machen, ist ja eigentlich wurscht, ja, weil wir werden ja der Kapitalmarkt honoriert ja einfach das Wachstum und. Und das hat natürlich dazu geführt, dass dieser Kanal, der mit Kapital überschüttet wurde, dieses Wachstum sich beim Endverbraucher erkauft hat durch Rabattierung. Da muss man sagen, das ist Marktwirtschaft, da hat im Nachhinein der Kapitalmarkt übertrieben, Unternehmen wie Zalando, die sich einen

fantastischen Job gemacht haben, haben sie ein wunderbares Beispiel, der Kapitalmarkt hat die dann. Sehr honoriert IPO Milliarden und die Börsennotierung war weit. About you genauso. About you genauso hat nicht so genau nach Ertragszahlen gefragt und wurde honoriert und es ist dann nur marktwirtschaftlich konsequent, dass die das Geld nutzen, was ihnen zur Verfügung gestellt wird, um Wachstum, Umsatzwachstum zu kaufen.

Und das ging dann natürlich in in den Marktanteilen zu Lasten des stationären Handels, wo immer sehr genau geguckt wurde, verdient er was oder verdient er nichts und das hat Brutalmarktanteile verschoben Richtung Onlinehandel mit den entsprechenden Nebenwirkungen. Dass viele Unternehmen, die stationär rein aufgestellt waren, entweder pleite gegangen sind oder sich so verlockt gesehen haben, um wieder attraktiver am Kapitalmarkt zu werden, in die das online Geschäft zu gehen, ohne dort profitabel zu zu werden und da einfach sozusagen von ihrer Kernkompetenz weggelockt wurden, das hat zu Verschiebungen geführt, die auch noch heute spürbar sind. Aus meiner Sicht sind die ist diese Phase aber vorbei, weil heute in allen Kanälen.

Geschaut wird, kann ich Geld verdienen und bin ich attraktiv? In irgendein Erlebnis kann ja auch online stattfinden, aber es ist natürlich eine andere Art Erlebnis als das, wo ich Menschen begegne, parform Duft, sehe Kerzen, sehe Schaufenster, sehe whatever it is. Aber es war eine spezielle Marktphase, die mit diesen Nebenwirkungen, also.

Aber wenn man konsequenter marktwirtschaftler ist, muss man sie akzeptieren. Der Kapitalmarkt hat es freiwillig getan es war nicht der böse Staat, wir müssen aber als Gesellschaft akzeptieren, dass das zum Teil für gewisse Regionen und vor allen Dingen für für Städte, Innenstädte, provinzielle kleinere Städte fatal war, weil es stationäre Händler, die dort ein gewisses. Soziales Biotop Aufrecht erhalten haben, in die Knie gezwungen hat und das führt dann dazu, dass sozusagen, wenn einmal der Modehändler ist, oft der größte Anbieter Faszinationspunkt in Kleinstädten, wenn der dann mal nicht mehr da ist.

Und da ist nur noch was weiß ich ein Rossmann oder so was da oder ein Kick der. Das zieht insgesamt das Niveau von Städten runter und hat ganz andere soziale Nebenwirkungen, was hier zu weit geht, das zu diskutieren, aber die Wirkung sollte man nicht unterschätzen, die da der Onlinehandel für gewisse ländliche Regionen hatte, das führt zu enormen politischen Verschiebungen, weil das, wenn die Attraktivität vor Ort nicht da ist. Wo eigentlich Wohnraum und Fläche und sogar Infrastruktur da ist.

Wenn die verloren geht, weil die Menschen vor Ort nicht mehr diese Erlebnispunkte haben, dann verstärkt das die Stadtflucht und verstärkt enorm die Probleme, die wir an anderen Ecken diskutieren, nämlich Wohnungsnot in Ballungsräumen, Überlastung von Verkehrssystemen etc. Pp. Und ich ich. Bin nicht sicher, ob damals alle, die begeistert waren von dem Thema, sozusagen die politisch gesellschaftlichen Nebenwirkungen, die wir heute beobachten können, statt landgefälle infrastrukturüberlastung ob ob die so happy sind und überschaut haben, was damals sozusagen eingeläutet worden ist. Und jetzt hat mir aber die letzten Jahre ja noch mehr, sage ich mal, eine Verstärkung, teilweise auch durch das Schi in und themu.

Völlig richtig. Das ist sozusagen wie ein ein Turbo gewesen, der da noch reingedrückt worden ist. Dass am Ende es immer schwerer wird für ländliche Standorte, diese Erlebniswelten, die eigentlich sozial gebraucht werden und die die Bürger auch eigentlich honorieren, noch so. Preiswert anzubieten, dass der Bürger sie noch bezahlen kann und will. Und da kommt wieder die Katak zu ihrer Rolle, dies zumindest zu versuchen zu ermöglichen.

Aber es ist natürlich gegen eine Wettbewerber, der ohne dass ich jetzt lamentieren will, und ich bin auch kein Freund von Protektionismus, sagen, die sind alle so böse, die müssen wir verhindern, nein, es ist eine Wettbewerbsdimension. Die aus Sicht des Endverbrauchers noch mal ein überlegenes Preis Leistungs versprechen angeboten hat, sodass sich Kaufkraft verschiebt und das kombiniert mit dem eh schon vorhandenen Onlinehandel, der Attraktivität der Innenstädte und verstärkt auch durch, nennen wir es mal, politisch gewollte. Einschränkung von Mobilität wo man sagt, Na ja, individual Mobilität wollen wir eigentlich nicht, da wird was weiß ich, fossiler Brennstoff verbraucht et cetera et cetera. Wir wollen eigentlich nicht,

dass du mehr aus deinem Dorf in die Stadt fährst. 40 Kilometer jedes Wochenende, weil es gibt keine Parkplätze und es soll teurer werden und und und und. Das verstärkt natürlich dieses ganze Phänomen, dass die Leute sagen, na ja, also dann fahre ich in die Stadt, ziehe ich in die Stadt und da fehlt mir der Wohnraum und diese Kombination der Effekte führt am Ende dazu, dass für Händler in Mittelstädten, aber auch für für Bürgermeister Et ceteras immer schwierig schwieriger wird, attraktive Angebote zu machen, und das ist, glaube ich, inzwischen ein Soziales. Thema politisches Thema geworden. Dass dass es immer schwieriger wird, solche Standorte hoch attraktiv zu halten.

Und da ist aus meiner Sicht, wenn ich es auf einen Punkt reduziere, was immer eine Verkürzung ist, der mittelständische Modehandel oft der Kristallisationspunkt, an dem sich alles ausrichten und aufrichten kann, wenn in kleineren ländlichen Städten Mittelstädten ein starker Modehändler vor Ort ist, ist. Ist es in der Regel möglich, eine Stadt intakt zu halten? Als Standort für die Bürger und die Wirtschaft? Wenn das nicht der Fall ist, durch eigene Fehler, aber auch durch politische Einschränkungen oder durch Schienen oder überlegene Wettbewerbssituation, dann wird es für solche Standorte extrem schwierig, ein ein attraktives Angebot zu halten und dann verstärkt sich die. Der Trend in die Städte und

verschärft all unsere Probleme, die wir politisch im Moment diskutieren. Das sieht. Man ja auch immer wieder letztendlich und das und ich glaube, das ist den meisten gar nicht bewusst. Aber aber es sind ja gerade viele mittelständischer Ständler, viele Familienunternehmen sind ja auch genau die Warenhäuser. Also aus meiner Sicht, man spricht ja im. Der Umweltpolitik oft von so tipping Points, dann schmelzen die Polklappen oder dann kippt der Teich um oder dann ist der Rhein tot, weil irgendein Punkt überschritten wird, wo das Biotop sich nicht mehr selbst regenerieren kann und aus meiner Sicht ist in einer vereinfachten Sicht aber die vielleicht für Leute, die damit nicht jeden Tag

sich beschäftigen wie Politiker. Dann ist für mich der eine Tipping Point, wenn der örtliche größte Modehändler nicht mehr da ist, der in aller Regel größte Flächen, größter Attraktivitätspunkt, größter Ausbilder, größter Handelsanbieter in einer Innenstadt ist. Wenn der kippt oder droht zu kippen, dann ist das aus meiner Sicht der gesellschaftliche Tipping Point einer Stadt, wo man im Nachhinein sagen kann, da kippt eine Stadt.

In eine Richtung, die dann ein politisch gesellschaftliches Problem darstellt. Solange der da ist, sind fast immer positive Dynamiken am Standort auch langfristig beobachtbar, für Weihnachtsmärkte, für Kindergärten, für Fußballvereine, Laiengruppen alles, weil irgendeine Plattform da ist, die dort ein Interesse daran hat und mithilft, sobald der fehlt und nur noch sozusagen die. Systemanbieter da sind die, die, die keine Verantwortung für den einzelnen Standort spüren, geht das verloren. Es ist der Tipping Point für einen Wirtschafts oder Gesellschaftsbiotop, wenn der örtliche Modehändler multilabel Modehändler nicht mehr da sein kann oder will. Und und was denkst du, sollte sich da verändern letztendlich? Oder denkst du das ist zyklisch

oder ist. Ich, ich, ich bin kein Freund, immer sozusagen Betroffenheit oder Forderungen oder ich bin entsetzt, da laufen schon zu viele Leute rum, es darf nicht sein und so, das ist so politisches Statement, wenn keine Lösung ist. Ich sage, ich empfinde es mehr wie weiß Gott nicht als Aufforderung für Subventionen oder ähnliches, aber als Sensibilität.

Wie man in einem Biotop auch gewisse Arten immer im Auge hat, sind die noch da oder nicht? Ja, lebt der Steinbock, lebt der Seeadler, lebt der Biber oder ist er oder der Lachs, sind die Weg, da sag ich einem Politiker, der gesellschaftliche Verantwortung nachhaltig leben will, das heißt für die Zukunft seiner Region, egal ob das ein Land, ein Bundesland oder eben oft eine Stadt ist, dann sollte er sich diesen.

Bewusstsein, was für eine kostbare Kraft, was für eine kostbare Kraft. Ein regionaler Modehändler ist und alles tun, um ihn zumindest nicht zu behindern. Ich will da nicht von Dankbarkeit sprechen, das ist vielleicht keine realistische Kategorie, aber einfach im Sinne eines gesellschaftlichen politischen Interessen, diese sozusagen diese Stahlträger des des gesellschaftlichen Lebens einer einer Region, sondern. So zu unterstützen oder zu versuchen, ihn möglichst wenig zu behindern, so wie es mal ganz bescheiden sagen, ob das bei der Parkplatzpolitik ist, Mobilitätspolitik oder 100, anderen Kleinigkeiten, Regulatorik für Gastronomie, Märkte, Sonntagsöffnung gibt 1000 Kleinigkeiten wo man sehen sollte diesen Händlern, ich sag

es mal einfach aus purem. Nachhaltigem Eigeninteresse den Respekt entgegenzubringen, ihre Interessen nicht nachhaltig zu zu belasten. Und das gilt in so vielen Städten, wo dann riesen Betroffenheit ist. Wenn dann jemand zumacht und sagt, jetzt müssen wir irgendwas tun, ne Genossenschaft gründen, das Kaufhaus kaufen, neu eröffnen, aber oft einfach zu spät wie ein umgekippter Teich, wo man sich wundert, da schwimmt kein Fisch mehr drin, da ist nur noch eigen und Müll. Wo dann alle sagen, jetzt müssen wir aber was tun, vorher waren doch Fische drin und das ist genauso bei bei innenstadtpolitik Innenstadtpolitik ist für mich nicht nur Wirtschaftspolitik, sondern Sozialpolitik und alle Konflikte, die wir im Moment in

anderen Feldern beobachten, fangen oft in den in den Communities an, die umgekippt sind, wo dann die Alltagsstruktur nicht mehr stimmt, die die. Die Integrationspolitik nicht mehr funktioniert et cetera. Deswegen sage ich, ich weiß es ist eine sehr verkürzte Analyse, aber werden Modehandel gefährdet in diesen mittleren Standorten gefährdet, dass die ganze nachhaltige soziale Entwicklungsfähigkeit einer Region.

Und sag ich mal, jetzt hast du es aber mit der Katak ja trotzdem geschafft über die letzten Jahre weiter zu wachsen, letztendlich auch vom Warenvolumen und letztendlich, das ist ja auch eine riesen Challenge sag ich mal und und ihr habt es erfolgreich geschafft. Ja, hoffentlich haben wir es erfolgreich geschafft.

Ja, wir haben es erfolgreich geschafft. Ich glaube neben allem langfristigen, nachhaltigen Denken auch immer die Ausrichtung an den kurzfristigen Marktverhältnissen. Nicht zu träumen, sondern realistisch zu schauen, was ist. Und da müssen wir kontaktieren, dass gewisse Dinge wie die Verschiebung von stationär zu online und gemischten Formaten, die No Channel Omnichannel heißen, genauso Realität ist wie die Verschiebung der Gesamtkonsumneigung. Was?

Weg von Mode und Textil, hinzu anderen Konsumgütern, Digitale Entertainment, reisen, Güter, die die, die einfach in der Kaufkraft des Normalbürgers eine größere Rolle spielen als ein neuer Hoodie. Und wenn man sich daran recht konsequent ausrichtet und am Markt auch beobachtet, was braucht der Handel wirklich? Und nicht träumt, was schön wäre, wie was der Handel brauchen würde.

Dann kann man mit allen Abstrichen und aller Demut, die man empfinden muss, dass auch mal was schief geht, dann kann man weiter erfolgreich sein und hoffen, dass man die nächsten ich will nicht gleich von 100 Jahren sprechen, aber wenigstens die nächsten 1020 Jahre auch erfolgreich. Nicht das war für dich so auch so ein.

Persönlicher Punkt auch warum das und warum das so erfolgreich lief, weil du eben auch noch die Mandate hattest, also die Beirats und Aufsichtsrat Mandate und auch noch mal einen anderen Blick drauf hattest und eine andere Vision. Ja, ich glaube schon. Sehr. Das ist. Jeder ist auch ein anderer Typ und das gilt im Handel extrem. Man muss auch sich selber irgendwo versuchen einzuordnen, das ist sicher besonders schwer, aber. Ein Handelskonzept, ein Unternehmen, was nicht zu einem selber passt, ist einfach falsch, wenn man nicht zum Beispiel Luxus liebt und ein bisschen lebt, dann macht es keinen Sinn, ein Luxusanbieter zu sein, weil man nicht die Glaubwürdigkeit nicht hat und genauso sage ich für mich, dass ich immer versucht habe, für

unsere Branche auch zu lernen von anderen und sie auch so ein bisschen. Von oben einzuordnen. Sie ist eine wunderschöne Branche, eine hoch attraktive Branche. Im Sinne Tolle. Menschen sehr. Heute sagt man ja, divers, ich sag mal einfach unterschiedliche Menschentypen kennenzulernen, zu treffen, sehr unterhaltsam, viele schöne Momente, Emotionen, einfach schöne Dinge, aber sie hat leider auch realistisch gesehen in den letzten. 50 Jahren in Deutschland, insbesondere an relativer volkswirtschaftlicher Bedeutung dramatisch verloren. Das ist nun mal Realität, und das muss man dann erkennen, was das politisch heißt.

Was heißt es wirtschaftlich fürs eigene Unternehmen und ich glaube, wenn man in anderen Branchen tätig ist, wo man sieht, welche Themen, welche Technologien dort eine Rolle spielen, welches Wachstum möglich ist. Dann hilft das, sich Selbstrechtlich einzusortieren und die die Schwerpunkte der Entwicklung für sich zu setzen und nicht zu sehr im eigenen Saft zu zu schmoren und zu sagen, wie schön alles war und wie schön alles wieder werden könnte, wenn es nur so würde wie früher.

Das führt einen nicht weiter und jetzt jetzt gerade erst vor kurzem letztendlich. Bist du ja dann auch in den Aufsichtsrat von n 26 gekommen. Gab es da schon einen konkreten Moment, wo du, wo du so eine Erfahrung hattest und. Ich glaube, ein rein digitales. Geschäftsmodell hat immer eine andere Dynamik, als wenn du in einem einem Unternehmen.

Tätig bist. Wo zumindest ein. Teil oder gar der wesentliche Teil der Wertschöpfung physisch stattfindet und. Textil ist nun mal etwas, wo egal wie die Distribution so Marketingwege sind, ob es über einen Online Shop oder die Werbung über tik tok oder sonst was läuft. Am Ende bleibt Textil ein sehr, sehr physisches Produkt, wo Materialien, Passformen etc.

Aussehen, eine Riesenrolle spielt und dann in einem Unternehmen zu sein, wo alles digital ist. Sicher ein fundamentaler Unterschied, das zweite ist sicher ein fundamentaler Unterschied, wenn du eine relativ junge Unternehmensgeschichte hast, dann. Dann bedeutet das auch was für den Aufbau der Mitarbeiter. Ja, Durchschnittsalter, Kultur und. Beides sind hochspannende Erfahrungen, die ich schon jetzt sehr schätze.

Und welch professionelle Strukturen, welcher Wille zum Erfolg dort ist, der aus ganz anderen Quellen gespeist wird als bei einem Traditionsunternehmen. Aber ich empfinde das als extrem inspirierend und und und positiv dazu. Kommt sicherlich mal auf der. Auf der. Perspektivisch auf der Seite zu sein, wo ich einfach mal die These sehr überzeugt, die These vertrete, dass der Strukturwandel weg vom traditionellen Bankensystem gerade in Deutschland mit diesen mehreren Säulen Genossenschaft öffentlich, rechtlich, Privatbanken hinzu einem Modell was, was zwar extrem.

Vom vom Kapitalmarkt auch getragen und gewollt wird aber was aus Sicht des Endverbrauchers vor allen Dingen hoch attraktiv ist, dass es der neuen Generation, den Bedürfnissen, den Leistungs dienstleistungsbedürfnissen, wenn man so will, fast dem Unterhaltungs und und und entertainmentbedürfnis dieser Generation so entspricht, dass das das Banking ist, die Leistung wie eine neue Generation das will, dass das strukturelle Wachstum über die nächsten. 10 Jahre für mich. Fast unausweichlich.

Vorhanden ist, weil es die modernen Bedürfnisse der neuen Generation empfindet, die so mobil ist, die so viel Affinität zum Mobiltelefon hat, dass ich sage, es ist auch mal ganz schön, dort zu sein, wo strukturelles Wachstum fast unausweichlich ist, wo ich nur dann im Wettbewerb so gut sein muss, dass ich von diesem strukturellen Wachstum der Nachfrage beim Verbraucher. Überdurchschnittlich profitiere aber es ist ein strukturelles Wachstumsgeschäft.

Digitalbanken machen Zukunft und das Macht einfach Freude und das spürst du von den Mitarbeitern raus, also. Dieses wie diese Day One Einstellung ist immer noch Tag 1 und und und. Wir geben hier Vollgas um um dieses Ziel zu erfüllen, also die Begeisterung. Ist unglaublich spürbar. Und das zieht sich durch vom quasi in jeder Funktion, mit der ich bisher zu tun hatte hatte.

Das ist einfach das Gefühl, etwas großes, neues, schönes, spannendes, Tolles mit zu bauen. Ja, und das ist etwas, was einfach Lebensfreude macht, auch einem Manager wie mir, der schon lange unterwegs ist. Das ist ein ein unbezahlbares Gefühl, was einem auch persönliche Lebensfreude gibt, was nicht ausblenden soll, dass es auch Herausforderungen gibt, die man lösen muss, genauso wie in jedem anderen Laden.

Aber es ist schon was anderes, als in einer Branche, wo man ständig liest, der Strukturwandel geht weiter und wer macht morgen wieder pleite und welche Filialen werden geschlossen? Das ist schon etwas, was ich, sag ich mal, lerne. Man könnte aber fast sagen, was ich auch genieße, aber den Zugang sag ich mal, den ich.

Ich, ich weiß immer nicht wie, aber aber das den Zugang erarbeitest du ja wirklich, das ist alles alles durch dein Netzwerk letztendlich und dein durch deine Art sag ich mal und und du hast ja mit mit vielen schon davor gesprochen und alles also das ist dein persönliches Netzwerk und auch dein Wissen.

Ich würde sagen, es ist. Mehr einer Haltung der Offenheit. Man kann es. Neugier nennen, Freude an Neues. Zu lernen, es macht sicher Freude, wissen, was man sich erarbeitet hat in einer Branche zu replizieren, im Idealfall positive Erfahrung weiterzugeben im Sinne eines Coachings oder helfen, Krisensituationen zu überwinden. Aber die Haltung, Freude zu haben, Neues zu lernen und damit sowohl für sich selber als aber auch für den anderen. Eine andere Perspektive einzunehmen, eine Perspektive, die sich unterscheidet von der Perspektive der anderen, das ist, glaube ich, eine Eigenschaft, die sehr hilfreich ist, um zumindest einen minimalen Mehrwert für das andere.

Unternehmen und die Menschen mit. Denen man zu tun hat, zu bringen, zu sagen, ich mache. Mit meiner Erfahrung einen kleinen Unterschied, etwas auf die Dinge anders zu schauen gegen mal den 10 Profis, die viel besser sind in dem Bereich, weil sie in ihrem Leben nichts anderes als, sagen wir Mobilität oder Banking oder Marketing oder Luxus gemacht haben. Würdest du das auch jetzt, wenn wir, wenn wir. Wenn wir das auf auf die Zukunft schauen, würdest du das auch deinen Kindern oder sage ich mal der nächsten Generation mitgeben?

Diese Offenheit und Neugierigkeit. Ja, wenn man der Typ ist. Also ich sage, ich habe immer extrem. Profitiert, wenn. Ich mich mit neuen Perspektiven beschäftigt habe. Ich habe es sogar genossen, wenn ich meine, meine Perspektive, mein Hirn, mein Herz auf ein neues Thema Mal lenken konnte und dort für mich auch neue Perspektiven und für alle anderen Aufgaben, die man ehrenamtlich oder beruflich hat.

Da da auch wieder Nektar draus ziehen konnte. Aber das ist auch eine Frage der Persönlichkeit, wie man das will, was man für Lebensziele hat. Ja, ich würde es meinen Kindern als positive Erfahrung nahelegen und sagen, wenn ihr Freude an sowas habt und spürt, dann stellt euch diesen Unterschiedlichkeiten den.

Diversen Perspektiven divers, bitte nicht im politischen Sinne, sondern einfach im Sinne der Unterschiedlichkeit, der Perspektiven und der Erfahrung. Aber ist es nur eine Möglichkeit, ein schönes Leben zu leben? Ich für mich habe das immer genossen und profitiere davon heute auch in menschlichen neuen Kontakten das lernen und aber es gibt weiß Gott tolle andere Perspektiven, die sollte man seinen Kindern und allen anderen nicht nicht verstellen.

Also dann vielen, vielen Dank für deine Zeit. Noch mal Daniel, wirklich klasse und und wirklich super super Austausch. Ich sage danke für eure Gastfreundschaft. Und das interessante Gespräch.

0:00 / 0:00