Wieder was gelernt - der ntv-Podcast

Polizeischutz für Harry und Meghan wird zur Staatsdebatte

Mittwoch, 9. September 2026 · 13 min

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Harry und Meghan sind überraschend nach Großbritannien zurückgekehrt. Die neue Heimat wird teuer für sie: Hauskauf, Privatschule - auch für ihre Sicherheit müssen sie vorerst selbst sorgen. Warum zahlt der Staat ihnen keinen Polizeischutz?

Gast: RTL/ntv-Adelsexperte Michael Begasse (michael-begasse.de)

Text und Moderation: Caroline Amme (n-tv.de/20654570)

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Harry und Meghan sind überraschend nach Großbritannien zurückgekehrt. Die neue Heimat wird teuer für sie. Hauskauf, Privatschule und auch für ihre Sicherheit müssen sie vorerst selbst sorgen. Warum zahlt der Staat ihnen keinen Polizeischutz? Diese Frage versuchen wir heute hier zu beantworten in dieser Folge von Wieder was gelernt, dem NTV-Podcast.

Abonnieren Sie unseren Podcast gern überall, wo es Podcasts gibt. Und wenn Sie wieder was gelernt oder stützen möchten, dann freuen wir uns über eine Bewertung bei Apple Podcasts oder bei Spotify. Ich bin Caroline Amme. Hallo und willkommen. Harry und Meghan kommen nach Hause. Das stand groß und breit auf dem Titelblatt der britischen Sun am 20. August.

Es war die Sensationsnachricht. Nicht nur für die Briten überraschend, auch die royale Familie selbst. Harrys Vater, König Charles, soll erst kurz vor ihrer Ankunft davon erfahren haben. Er freut sich, dass sein Sohn mit Familie nach sechs Jahren aus den USA zurückkehrt. Harrys Bruder William dagegen soll aber immer noch sauer auf ihn sein.

Auch wenn es für die Öffentlichkeit so ausgesehen hat, spontan war der Umzug von Kalifornien nach Großbritannien wohl nicht. Harry soll ihn schon seit einem Jahr vorbereitet haben. Über die Gründe für die Rückkehr wird in britischen Medien spekuliert. Ein Grund ist die Familie. Harry will laut Berichten in der Nähe seines krebskranken Vaters sein.

Der Hauptgrund dafür sind aber seine beiden Kinder, Prinz Archie und Prinzessin Lilibet, hat uns RTL-NTV-Adelsexperte Michael Begasse gesagt. Der erste Grund, der mir einfällt und der auch nachvollziehbar ist, das ist, dass die beiden Kinder in England in die Schule kommen sollen. Das hat Harry eigentlich immer gewollt, damit sie auch mit der Kultur seiner Wurzeln eben aufwachsen und nicht nur in den USA.

Eines ist auch ganz klar, der US-Präsident Donald Trump ist überhaupt kein Freund von Meghan. Also von daher kann das vielleicht auch mitgespielt haben, dass die beiden sich denken, in welchem Land wollen wir eigentlich, dass unsere Kinder aufwachsen. Und ich glaube, das ist der dritte Grund, die wirtschaftliche Geschichte treibt sie auch zurück. Die sind ja mit ganz großen Träumen und Plänen sind die ja in die USA gegangen.

Vieles davon hat funktioniert, aber Leben in den USA ist sündhaft teuer. Und das hat sich vielleicht alles nicht so gerechnet im wahrsten Sinne des Wortes, wie sie sich das vorgestellt haben. Der Zeitpunkt für die Rückkehr Ende August war wahrscheinlich kein Zufall. Das Schuljahr in Großbritannien hat am 1. September vergangene Woche angefangen.

Da musste die Familie rechtzeitig im Land sein. Welche Schule der siebenjährige Archie und die fünfjährige Lilibet besuchen, ist nicht bekannt. Nur, dass es eine sehr teure Privatschule ist. Auch wo sie zukünftig wohnen werden, ist noch nicht öffentlich. Ein Haus soll die Familie noch nicht gefunden haben. Sie ist erst mal bei einem Freund untergekommen.

Die werden nicht nach London ziehen. In London wären sie ja im Fokus der Öffentlichkeit. Da könnten die ja nichts machen. Und genau das war ja damals der Grund, warum sie überhaupt Großbritannien verlassen haben. Sie haben ja gesagt, unsere Kinder wollen wir nicht diesen Medienhype aussetzen. Und es gab natürlich auch rassistische Anfeindungen gegen Meghan.

Die ziehen aufs Land, weil da sind sie Arbeit weg vom Public Eye, wie man in England sagt, also von der öffentlichen Wahrnehmung und vom Stress, den die damit auch haben. Am Gartenzaun und auf dem Land werden da auch nicht morgen sieben Fotografen stehen, was in London der Fall gewesen wäre. Eine Alternative, das hätte ich mir eigentlich eher gewünscht und da bin ich auch noch gar nicht so ganz raus mit meinen Vorstellungen, wäre so die Gegend von Althorpe, wo die Familie Spencer, wo also Harrys Mama Diana herkommt.

Also auch da gibt es schöne Ecken. Mehrere Medien berichten, dass der Prinz und seine Familie eine Immobilie in den malerischen Cotswolds sucht. im Südwesten Englands, etwa zwei Autostunden von London entfernt. Dort leben auch schon andere Promis wie Kate Moss, Hugh Grant oder die Beckhams. Eigentlich wollte Prinz Harry nicht zurück nach England, obwohl er sein Heimatland liebt und vermisst. Das hatte er vor knapp anderthalb Jahren in der BBC gesagt.

Ich kann nicht einen Weltraum sehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit meiner Frau und meinen Kindern nach Großbritannien zurückkehren werde. Ich liebe mein Land, das war schon immer so, trotz der Dinge, die manche Menschen hier getan haben. Ich vermisse Großbritannien, ich finde es traurig, dass ich meinen Kindern meine Heimat nicht zeigen kann, aber sie würden einfach alles in den USA vermissen.

Hintergrund ist der Polizeischutz für Harry und seine Familie. Der volle Schutz steht ihnen in Großbritannien nicht zu, hatte ein Berufungsgericht vergangenes Jahr entschieden. Harry und Meghan hatten sich 2020 entschieden, keine aktiven Mitglieder der Königsfamilie mehr zu sein und keine royalen Aufgaben mehr zu übernehmen.

Damals waren sie auch in die USA gezogen. Das britische Innenministerium hatte ihm den ständigen Schutz auf Kosten der Steuerzahler entzogen, den Mitglieder des Königshauses eigentlich haben. Dagegen hatte Harry geklagt. Ihm steht bei Heimatbesuchen zurzeit ein angepasster Schutz zu, das heißt, es wird individuell entschieden. Diese Sicherheitsvorkehrungen reichen Harry aber nicht aus. Er findet es zu gefährlich für seine Familie in seinem Heimatland.

Aktuell organisiert und bezahlt er seinen Schutz in Großbritannien deshalb privat. So wie auch an ihrem bisherigen Wohnsitz in Montecito in den USA. Schätzungsweise bis zu 4 Millionen US-Dollar. Umgerechnet rund 3,5 Millionen Euro hat der Schutz dort pro Jahr gekostet. Im Vereinigten Königreich könnte der teurer werden, sagt Michael Begasse.

Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass pro Jahr zwischen 3,5 und 6 Millionen Euro fällig werden, um diese Familie quasi 24 Stunden zu schützen. Diese 3,5 bis 6 Millionen Euro müssen erst mal verdient werden. Und da bin ich sehr gespannt, wo das Geld herkommt. Weil Harry hat in den vergangenen Jahren eigentlich kein Geld verdient, also außer mit seinem Buch, aber das ist ja auch schon wieder vier Jahre her, fünf Jahre.

Meghan hat mit As Ever, mit ihrer Online-Marke, auch ganz gut verdient, mit ihren Netflix-Deals. Aber auch das ist ja alles so ein bisschen ausgelaufen. Die müssen sich überlegen, wie kriegen sie diese 3,5 bis 6 Millionen Euro überhaupt erstmal zusammen. Da reden wir ja mal nur von der Sicherheit. Wir reden ja noch nicht vom Lebensunterhalt, wir reden auch nicht von der Miete.

Also die müssen im Jahr, sage ich mal dicker Daumen, mal 8 Millionen Euro verdienen. Und da bin ich sehr gespannt, wie sie das machen. So sind Harry und seine Familie am 26. August nicht von einem Polizeikonvoi empfangen worden, als sie mit einem Privatflugzeug auf dem Flughafen Birmingham gelandet sind, sondern von ihrem privaten Sicherheitsteam.

Darunter soll auch ein ehemaliger Personenschützer des Prinzen sein, als er noch ein Working Royal war. Heute ist er nicht mehr bei der Londoner Polizei, sondern arbeitet für ein privates Sicherheitsunternehmen. Er soll der Familie dabei helfen, ein Sicherheitsteam in Großbritannien aufzubauen, berichtet der Daily Mirror.

Demnach könnte sie so ein privater Fahrzeugkonvoi wie am Flughafen jedes Mal tausende Pfund kosten. Offizieller Schutz, Fehlanzeige. Das war ohnehin schwierig, weil Harry und Meghan das zuständige Gremium, wie es aussieht, sehr kurzfristig über ihre Ankunft informiert haben. Zwei Wochen vorher, statt wie eigentlich vorgeschrieben 28 Tage.

Außerdem war das Gremium anscheinend nicht besonders besorgt um die Sicherheit der beiden. Das Einzige, was Harry und Meghan für ihre Rückkehr bekommen haben, war die Telefonnummer eines Polizeibeamten, berichtet ITV News. Der ehemalige Personenschützer von König Charles, Scott Hamer, bezeichnete die Entscheidung bei ITV News als unglaublich.

Ich bin seit 25 Jahren im Personenschutz. Es sollte nicht darum gehen, welche Person wir schützen, sondern nur um die Bedrohungen und Risiken. Betrachtet man es objektiv, haben Harry und seine Familie Anspruch auf polizeilichen Schutz. Es sollte nicht um die Persönlichkeit sein, es sollte um die Bedrohungen.

The objective assessment of threats and risks. Harry versucht schon seit Jahren, den vollen Sicherheitsschutz zurückzubekommen. Darüber entscheidet das unabhängige Gremium Ravec. Das setzt sich aus zehn Personen aus der britischen Regierung und dem Königshaus zusammen. Es legt die Sicherheitsstufen für die Royals und andere britische VIPs fest.

Und hat 2020 festgelegt, über den Schutz von Harry und seiner Familie von Fall zu Fall zu entscheiden, weil sie nur zu kurzen Terminen im Land waren, meist sogar nur Harry allein. Ende Juli hat Rebeck eine neue Risikobewertung gemacht. Auf das Ergebnis wartet Harry, wie es aussieht noch. Die Spielregeln hätten sich geändert, da die Familie nun dauerhaft in Großbritannien lebt, berichtet der Daily Mirror.

Jetzt, wo die Kinder eine Schule besuchen, wird die Frage der staatlichen Sicherheitsvorkehrung immer dringender. Der Schulweg ist ein Sicherheitsproblem, weil er sich jeden Tag wiederholt. Attentate auf britische Royals sind kein Gedankenspiel. 1974 war Charles' Schwester Prinzessin Anne beinahe entführt worden.

Ein bewaffneter Mann hatte damals in London ihre Luxuslimousine gestoppt, auf vier Männer geschossen und wollte sie aus dem Auto zerren. Acht Jahre später, 1982, war ein Mann über die Mauer des Buckingham-Palasts geklettert und war ins Schlafzimmer der Queen eingedrungen. 2010 war der Rolls-Royce von Charles und Camilla während heftiger Studentenproteste in London attackiert worden.

Auch Harry und Meghan sind als öffentliche zu Persönlichkeiten leichte Opfer, sagt Michael Begasse. Sicherheit sei daher nötig. Harry ist immerhin noch auf Platz 5 der Thronfolge, seine Kinder auf Platz 6 und 7. Das sind schon reale Gefahren. Und diese realen Gefahren sind in den vergangenen Jahren größer geworden, weil natürlich jeder ein Handy hat mit Videofunktion und kann sich auch Informationen verschaffen, was früher gar nicht möglich gewesen wäre.

Also man kann ja gucken, wie ist der Schulweg von einem Kind und wie ist der Weg zum Supermarkt, wenn man denn selbst einkauft. Die Royals haben ja ein großes Dilemma. Sie müssen ja so volksnah wie möglich sein. Will heißen, die müssen ins Volk, die müssen Selfies machen mittlerweile, die müssen Blumen annehmen, die müssen Autogramme schreiben, was sie nicht dürfen.

Heißt aber, je näher man an Menschen rangeht, desto größer ist natürlich die Gefahr, dass in der zweiten, dritten Reihe irgendein Idiot steht, der ein Messer in der Hand hat. Deshalb bekommen König Charles und andere hochrangige Familienmitglieder höchsten Schutz rund um die Uhr. Organisiert wird er von einer Spezialeinheit der Londoner Polizei.

Diese hat 50 bis 100 Mitglieder. Sie haben in einer Spezialausbildung gelernt zu schießen, zu kämpfen, ein Auto in Gefahrensituationen zu steuern und erste Hilfe zu leisten. Die Spezialeinheit stellt Personenschützer. Diese Leibwächter tragen, anders als private Sicherheitsleute, Waffen. Dann gibt es eine bewaffnete Eskorte auf Motorrädern. Und es gibt Einheiten, die die königlichen Residenzen in London, Windsor und Schottland bewachen.

Nicht jeder Royal bekommt den gleichen Schutz. Sie werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Den 24-7-Schutz bekommen Charles, Camilla, William, Kate und ihre drei Kinder. Sie werden permanent von Bewaffneten bewacht, auch bei privaten Terminen. Royals, die in der Thronfolge weiter hinten stehen, werden nur während offizieller Anlässe beschützt.

Dazu gehören Prinzessin Anne oder Prinz Edwards. In die dritte Kategorie fallen Mitglieder der Königsfamilie, die keine offiziellen Aufgaben übernehmen, wie Harry und Meghan. Für sie wird die Sicherheitslage individuell von Fall zu Fall bewertet. Die Sicherheit von Mitgliedern der königlichen Familie ist teuer.

Der TV-Sender Channel 4 schätzt, dass sie pro Jahr etwa 100 Millionen Pfund kostet, umgerechnet etwa 117 Millionen Euro. Bezahlt wird das vom Steuerzahler. Sollte Harry davon auch bald profitieren? In einer Umfrage der Times sind 71 Prozent der Briten dagegen. Nur zwei Prozent finden der Staat soll die Sicherheit des Paares komplett bezahlen.

Michael Begasse ist optimistisch, dass sich das ändert. Die Briten hätten Harry bisher alles verziehen. Wenn es jetzt die Annäherung gäbe und die ersten Monate oder die ersten Jahre sie als Privatpersonen da sind und wir dann wieder feststellen würden, und davon gehe ich aus, dass die Briten ihren Everybody's Darling, ihren Harry wieder ins Herz geschlossen haben und der König sagt, ich gehe jetzt auf die 80 zu, kannst du nicht den einen oder anderen Termin für mich machen?

Und glaube ich, könnte es wirklich in der näheren Zukunft eine Annäherung geben. Und wenn er dann wieder Working Royal wäre, dann steht ihm auch Personenschutz und Sicherheit zu, aus den Steuerlehrern. Und wenn das nicht klappt, gibt es noch die Möglichkeit, dass König Charles persönlich für den Schutz von Sohn Harry und seinen Enkeln aufkommt.

Die britische Monarchie hat wie so viele Branchen ein Nachwuchsproblem und braucht dringend junge Arbeitskräfte. Die Älteren können bald keine offiziellen Termine mehr wahrnehmen und Williams Kinder sind noch zu klein dafür. Das könnte Harry mit seiner Familie in Zukunft ausgleichen. Wenn er, Charles und William es denn wollen.

Das war der NTV-Podcast Wieder was gelernt. Alle Folgen finden Sie auf sämtlichen Podcast-Plattformen und in der NTV-App. Dort können Sie gern auch mal in unsere anderen Podcasts reinhören, das Klimalabor oder NTV Sport zum Beispiel. Ich bin Caroline Amme. Danke fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal.

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