
Wissensreise durch die Länder der Erde· Staffel 1· Folge 34
Mongolei – Steppenwind, Dschingis Khan und das Leben im Ger-Zelt
Samstag, 30. Mai 2026 · 21 min
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Shownotes
In dieser Folge reisen wir in die Mongolei, ein Land der Superlative und der Gegensätze. Wir erkunden die geographische Vielfalt vom Altai mit dem 4.374 Meter hohen Khüitnii Orgil über den Khangai und das Khentii-Gebirge bis zur Wüste Gobi, einer Kältewüste mit Temperaturschwankungen von minus 40 bis plus 45 Grad. Im Norden liegt der Khövsgöl-See, der etwa ein Prozent des weltweiten Süßwasservorkommens enthält. Die Hauptstadt Ulaanbaatar ist mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von minus 0,4 Grad die kälteste Hauptstadt der Welt. Wir verfolgen die Geschichte des Landes von den bronzezeitlichen Hirschsteinen, die seit 2023 UNESCO-Welterbe sind, über Dschingis Khan und das größte zusammenhängende Landreich der Geschichte mit über 24 Millionen Quadratkilometern, die Pax Mongolica und den Wissenstransfer zwischen Ost und West, bis zur Qing-Herrschaft, der Unabhängigkeit 1911, der kommunistischen Phase ab 1924 mit ihren stalinistischen Verfolgungen und der friedlichen demokratischen Revolution 1990. Wir betrachten die geopolitische Lage zwischen Russland und China, die mongolische Drittnachbar-Politik und die Herausforderungen einer Welt mit zunehmend unberechenbaren Großmächten. Themen sind außerdem das nomadische Leben mit dem Ger-Zelt, die Naadam-Festspiele als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe, die kulinarischen Traditionen mit Buuz und Airag, die kasachische Adlerjagd, die spektakulären Dinosaurierfunde der Gobi und seltene Tierarten wie das wieder angesiedelte Przewalski-Pferd. Schließlich diskutieren wir die dramatischen Folgen des Klimawandels, der die Mongolei mit einer Erwärmung von über zwei Grad besonders trifft, und das Phänomen des Dzud, der 2023/2024 fast acht Millionen Nutztiere das Leben kostete. Eine Folge über ein Land, das uns lehrt, wie eng Mensch, Natur und Demokratie miteinander verbunden sind.
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Heute reisen wir in ein Land, das wie kaum ein anderes mit weiten Horizonten und uralten Reitertraditionen verbunden ist. Ein Land, in dem auf einen Quadratkilometer im Schnitt weniger als 2 Menschen kommen und in dem dennoch eines der größten Imperien der Weltgeschichte seinen Ursprung hatte. Ein Land der ewigen Steppe, der vereisten Wüsten und des höchsten Gebirges Zentralasiens.
Wir reisen heute in die Mongolei. Die Mongolei liegt eingebettet zwischen 2 geopolitischen Schwergewichten, Russland im Norden und der Volksrepublik China im Süden, Westen und Osten. Das Land hat keinen direkten Zugang zum Meer und gehört zu den am stärksten vom Meer entfernten Staaten der Welt.
Mit einer Fläche von rund 1,5 6000000 Quadratkilometern ist die Mongolei etwa viereinhalb mal so groß wie Deutschland, beherbergt aber nur etwa 3,5 Millionen Menschen. Damit hat das Land eine der niedrigsten Bevölkerungsdichten weltweit, rund die Hälfte der Bevölkerung lebt allein in der Hauptstadt Ulaanbaatar, dem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum. Die Hauptstadt Ulaanbaatar, oft auch als roter Held übersetzt, liegt auf einer Höhe von etwa 1 350 Metern in einem Tal des Flusses Tul.
Damit ist sie eine der höchstgelegenen Hauptstädte Asiens und gilt zugleich als die kälteste Hauptstadt der Welt mit Jahresdurchschnittstemperaturen von nur etwa -0,4 Grad Celsius. Im Winter sinken die Temperaturen regelmäßig auf unter -30 Grad. Die extreme Kälte kombiniert mit dem hohen Anteil an Kohleöfen in den traditionellen Gerbezirken führt dazu, dass Ulaanbaatar in den Wintermonaten regelmäßig zu den Städten mit der weltweit schlechtesten Luftqualität zählt. Die Geographie der Mongolei ist ebenso vielfältig wie eindrucksvoll.
Im Westen und Norden erheben sich gewaltige Gebirge. Der Altai mit seinem höchsten Gipfel, dem Kuit Ni, Orgel oder Kythen, der mit 4374 Metern nicht nur der höchste Berg der Mongolei ist, sondern in Form gewaltiger Gletscher auch eines der südlichsten Vereisungsgebiete Zentralasiens trägt. Östlich davon schließen sich der Kangai und der Kentii an. Das Heimatgebirge des berühmten Dschinghis Khan im Süden erstreckt sich die Wüste Gobi, die mit etwa 1,3 Millionen Quadratkilometern eine der größten Wüsten der Erde ist und sich auch auf chinesisches Gebiet erstreckt. Die Gobi ist eine sogenannte Kältewüste mit Temperaturschwankungen, die im Jahresverlauf von -40 bis plus 45 Grad reichen können.
Zwischen den Gebirgen und der Wüste erstreckt sich das, was die meisten Menschen mit der Mongolei verbinden. Die endlose Steppe. Diese gewaltigen Graslandschaften prägen das Bild des Landes und sind die Lebensgrundlage für die nomadische Viehzucht, die seit Jahrtausenden das Rückgrat der mongolischen Gesellschaft bildet. Die Steppe ist Teil des größten zusammenhängenden Graslandes der Erde, des eurasischen Steppengürtels die. Im Norden des Landes liegt der Köfsgölsee oft als blaue Perle der Mongolei bezeichnet, mit einer Fläche von 2760 Quadratkilometern und einer maximalen Tiefe von 262 Metern ist er einer der größten Süßwasserseen Zentralasiens. Allein dieser See enthält etwa 70% des Süßwasservorkommens der Mongolei und etwa 1% des
gesamten Süßwasservorkommens der Erde. Im Winter friert er vollständig zu und bildet eine Eisdecke, die so stabil ist, dass früher sogar Lastwagen darüber fuhren, eine Praxis, die wegen mehrerer Unglücke heute verboten ist. Die Geschichte der Mongolei reicht weit zurück. Bereits in der Bronzezeit, etwa ab 3000 vor unserer Zeitrechnung, lebten in der Region Hirtenvölker, deren beeindruckende Hinterlassenschaften noch heute zu sehen sind, die sogenannten Hirschsteine, kunstvoll behauene Stelen mit stilisierten Hirschdarstellungen, himmlisch dämbsche Schennelungen gehören zu den faszinierendsten archäologischen Zeugnissen Zentralasiens und sind seit 2023 Unesco Welterbe. Berühmt wurde die Mongolei
jedoch durch einen Mann, der vermutlich um 1162 als Themütschin am Fluss Onon im Kentii Gebirge geboren wurde. Dschingis Khan im Jahr 1206 wurde er auf einer großen Versammlung dem Kural zum Universalherrscher ernannt, was die wörtliche Bedeutung von Dschingis Khan ist. Innerhalb weniger Jahrzehnte schufen er und seine Nachfahren das größte zusammenhängende Landreich der Geschichte.
Auf seinem Höhepunkt Ende des 13 Jahrhunderts erstreckte sich das Mongolische Reich von Korea und China im Osten über Zentralasien, Persien und den Kaukasus bis nach Osteuropa, also bis nach Ungarn und Polen. Es umfasste über 24000000 Quadratkilometer und damit fast ein Viertel der Landfläche der Erde. Die mongolische Eroberung war militärisch beispiellos und für die unterworfenen Völker oft verheerend, gleichzeitig schuf das Mongolische Reich auch das, was Historikerinnen und Historiker die Pax Mongolica nennen, eine Phase relativer Sicherheit auf den Handelsrouten zwischen Ost und West. Ideen waren Technologien wie Schießpulver, Papier und der Buchdruck gelangten so von Asien nach Europa. Marco Polo bereiste in dieser
Zeit das Reich des Großkahns Kublai, des Enkels Dschingis Khan und berichtete in Europa von den Wundern des Ostens, die berühmte Hauptstadt Caracorum, die Dschingis Khan im Orchon Tal gründete. War bis zur Verlegung der Hauptstadt nach Peking unter Kupleikhan das politische Zentrum dieses Weltreichs heute Zeugen davon nur noch die Ruinen und das im 16 Jahrhundert errichtete Kloster Erdene DSU, das mit seinen 108 weißen Stupas zu den bedeutendsten Sakralbauten der Mongolei zählt. Nach dem Zerfall des Mongolischen Reiches geriet die Mongolei zunehmend unter chinesischen Einfluss. Ab Ende des 17 Jahrhunderts war das Land Teil des Ching Imperiums und blieb dies über 200 Jahre erst 1911 mit dem Zusammenbruch der Ching Dynastie
erklärte die äußere Mongolei ihre Unabhängigkeit. 1921 kam mit sowjetischer Unterstützung eine kommunistische Bewegung an die Macht und 1924 wurde die Mongolische Volksrepublik ausgerufen. Damit war die Mongolei nach der Sowjetunion das zweite kommunistische Land der Welt. Die kommunistische Phase prägte das Land tiefgreifend, während Bildungs und Gesundheitssystem ausgebaut und die Alphabetisierung von wenigen Prozent auf nahezu 100% gesteigert wurde, gab es zugleich brutale Verfolgungen in den stalinistischen Säuberungen der späten 1900 30er Jahre wurden nach Schätzungen 30000 bis 35000 Menschen ermordet.
Darunter ein Großteil der buddhistischen Geistlichkeit von einst, etwa 700 Klöstern, wurden fast alle zerstört, mehr als 17000 Mönche getötet, die mongolische Schrift, eine vertikal geschriebene, vom Uigurischen Alphabet abgeleitete Schrift, wurde durch die kyrillische ersetzt, die bis heute der Standard ist. Eine Rückkehr zur traditionellen Schrift ist allerdings für die kommenden Jahre offiziell vorgesehen. 1990 vollzog die Mongolei eine friedliche demokratische Revolution im Gegensatz zu vielen anderen postkommunistischen Staaten gelang ihr ein bemerkenswert stabiler Übergang zu Demokratie und Marktwirtschaft, die.
Heute ist die Mongolei eine parlamentarische Republik mit einem direkt gewählten Präsidenten und einem Einkammerigen Parlament, dem großen Staats chural. Sie gilt als demokratische Insel zwischen ihren beiden autoritär regierten Nachbarn und pflegt eine sogenannte Drittnachbarpolitik, in der sie aktiv Beziehungen zu Demokratien wie Deutschland, Japan, Südkorea und den USA sucht.
Um sich nicht ausschließlich von Russland und China abhängig zu machen, diese geopolitische Lage ist heute herausfordernder denn je. Mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der zunehmend aggressiven Politik Chinas befindet sich die Mongolei in einer schwierigen Balance. Auch die unberechenbare Außenpolitik der USA unter Donald Trump, der internationale Bündnisse in Frage stellt und mit zollpolitik und einseitigen Entscheidungen langjährige Partnerschaften belastet, erschwert es kleinen Demokratien wie der Mongolei, verlässliche Drittpartner zu finden. Eine Welt, in der Großmächte willkürlich agieren, ist für demokratische Binnenstaaten besonders gefährlich. Die mongolische Wirtschaft ist
heute stark vom Bergbau geprägt. Das Land verfügt über immense Vorkommen an Kupfer, Gold, Kohle, Uhren, Seltenen Erden und Fluorid. Die Mine Oju Tolgoi in der südlichen Gobi gehört zu den größten Kupfer und Goldminen der Welt. Diese Rohstoffe sind Segen und Fluch zugleich. Sie haben dem Land Wirtschaftswachstum und Wohlstand gebracht, machen es aber auch abhängig von Weltmarktpreisen und vor allem vom Hauptabnehmer China, der über 80% der mongolischen Exporte abnimmt. Trotz der Modernisierung lebt ein erheblicher Teil der Bevölkerung weiterhin als Nomadinnen und Nomaden. Etwa 25 bis 30% der Mongolinnen und Mongolen folgen noch immer der traditionellen Lebensweise, die seit Jahrtausenden im Wesentlichen unverändert ist.
Sie ziehen mit ihren Herden aus Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden und Kamelen mehrmals im Jahr zu neuen Weidegründen. Im Zentrum dieses Lebens steht das Gär jenes Runde. Mit Filz bedeckte Zelt, das im Westen oft als Jurte bezeichnet wird. Das Gär ist ein architektonisches Meisterwerk, Zerlegbar, transportabel, auf wenigen Kamel oder Yaklasten, im Winter warm und im Sommer kühl.
Sein Aufbau dauert für eine geübte Familie nur etwa 2 Stunden, die nomadische Lebensweise prägt auch die Esskultur. Die mongolische Küche ist stark Fleisch und Milchbasiert. Klassische Gerichte sind Boots, gedämpfte Teigtaschen mit Hammelfleisch, Kuhschur, frittierte Fleischtaschen und TUI Wan, eine Nudelpfanne mit Lammfleisch. Eine Besonderheit ist Horkock, ein Gericht, bei dem Fleisch zusammen mit heißen Steinen direkt im Inneren eines Milchkanisters gegart wird.
Aus Stutenmilch wird das traditionelle Getränk Arak oder Kumis hergestellt, eine leicht alkoholische, vergorene Milch, die seit Jahrtausenden konsumiert wird. Eine zentrale Rolle in der mongolischen Kultur spielt das Pferd, es heißt ein Mongole ohne Pferd sei wie ein Vogel ohne Flügel. Auf etwa 3,5 Millionen Menschen kommen rund 4,5 Millionen Pferde, also mehr Pferde als Menschen. Die mongolischen Pferde sind klein, robust und bemerkenswert ausdauernd, schon Kinder lernen oft mit 3 Jahren das Reiten. Beim jährlichen Nahdam fest, dem wichtigsten Volksfest des Landes, das jeweils im Juli stattfindet, gehören Pferderennen über bis zu 30 Kilometer zu den Höhepunkten. Und tatsächlich sind die
Reiterinnen und Reiter dabei oft Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren. Nahdam. Umfasst neben dem Pferderennen auch Bogenschießen und Ringen, die sogenannten 3 männlichen Spiele. Auch wenn Frauen heute beim Bogenschießen und im Pferderennen längst eigene Wettbewerbe austragen, Nadam ist seit 2010 in die UNESCO Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen, die Mongolei ist auch ein Land der religiösen Vielfalt und einer faszinierenden spirituellen Tradition. Vorherrschend ist der tibetische Buddhismus, der bereits im 16 Jahrhundert großflächig Einzug hielt. Etwa die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich heute zum Buddhismus, daneben gibt es eine starke schamanistische Tradition, die viele Mongolinen
und Mongolen mit dem Buddhismus kombinieren. Im Westen des Landes lebt die kasachische Minderheit, die überwiegend muslimisch geprägt ist und im Altai Gebirge die einzigartige Tradition der Adlerjagd pflegt. Die Steinadler werden als Jungvögel aus dem Nest geholt, von Adlerjägerinnen und Adlerjägern oft Berkutci genannt, über Jahre trainiert und schließlich nach etwa 7 bis 10 Jahren wieder freigelassen. In den letzten Jahren haben auch junge Frauen wie die durch eine Dokumentation bekannt gewordene Eisholpan diese traditionelle Männerdomäne erobert.
Eine besondere Bedeutung für die Wissenschaft hat die Mongolei als Fundstätte für paläontologische Schätze in der Wüste Gobi wurden im 20 und 21 Jahrhundert einige der spektakulärsten Dinosaurierfunde der Welt gemacht. Darunter die ersten Dinosauriereier überhaupt gefunden 1923 von einer amerikanischen Expedition.
Hier wurden auch die Reste von Velociraptor Tarbosaurus und dem riesigen Territsinosaurus geborgen. Berühmt ist auch der kämpfende Dinosaurier, ein Fossil, das einen Velociraptor und einen Protoceratops mitten im Kampf erstarrt zeigt. Die Tierwelt der Mongolei ist trotz ihres Rufs als kargem Land erstaunlich vielfältig.
In den Bergen leben Schneeleoparden, Argali, Wildschafe und der seltene Gobi Bär, von dem nur noch etwa 30 bis 40 Tiere existieren, in der Steppe streifen die letzten freilebenden pzewalski Pferde, die einzige nicht von Menschen domestizierte Wildpferdart der Welt. Sie waren Mitte des 20 Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgestorben und wurden ab den 1990er Jahren in einem internationalen Wiederansiedlungsprojekt erfolgreich in die Mongolei zurückgebracht.
Doch all diese Naturwunder sind massiv bedroht, die Mongolei gehört zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Ländern der Welt. Die Durchschnittstemperatur ist in den letzten 70 Jahren um über 2 Grad Celsius gestiegen, mehr als doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. Die Folgen sind dramatisch, Tausende Seen und Flüsse sind ausgetrocknet, die Steppe verödet und das gefürchtete Naturphänomen des Sud, einer Kombination aus Sommerdürre und extrem strengem Winter, tritt immer häufiger auf.
Beim Sud des Winters 2023 2024 verendeten nach Angaben der Vereinten Nationen rund 7,9 Millionen Nutztiere. Viele Nomadenfamilien verloren ihre gesamte Existenzgrundlage. Solche Ereignisse sind nicht nur ökologische Katastrophen, sondern beschleunigen auch die Landflucht in die ohnehin überlasteten Städte. Die Wüste Gobi rückt jedes Jahr weiter nach Norden vor. Bis zu 7 Kilometer pro Jahr verschlucken die Sandmassen mancherorts, die Mongolei reagiert mit ehrgeizigen Aufforstungsprogrammen wie dem eine Milliarde Bäume Programm, das bis 2030 abgeschlossen werden soll. Doch der Klimawandel ist kein Problem, das ein einzelnes Land allein lösen kann.
Er erinnert uns daran, wie eng das Schicksal aller Menschen miteinander verbunden ist und wie wichtig internationale Zusammenarbeit auf wissenschaftlicher Grundlage ist. Wirtschaftlich und politisch steht die Mongolei vor schwierigen Aufgaben. Korruption ist ein anhaltendes Problem, die Abhängigkeit vom Bergbau und damit von wenigen Großkunden macht das Land verwundbar. Doch die mongolische Demokratie hat sich bislang als bemerkenswert robust erwiesen.
Mehrere friedliche Regierungswechsel haben gezeigt, dass demokratische Institutionen in einem Land funktionieren können, das geografisch und kulturell zwischen autoritären Großmächten liegt. Die Mongolei zeigt, dass Demokratie nicht an Geographie gebunden ist, sondern am Willen der Menschen, sich nicht regieren zu lassen, sondern selbst zu regieren. Gerade in einer Welt, in der demokratische Standards unter Druck geraten.
Sei es durch autoritäre Herrscher wie Maduro in Venezuela, durch Diktatoren, die Wahlen manipulieren, oder durch demokratisch gewählte Politiker wie Trump, die rechtsstaatliche Institutionen untergraben und internationale Regeln missachten, ist es bemerkenswert, wie ein kleines Steppenland zwischen Russland und China seine demokratische Identität verteidigt. Demokratie ist eben kein Selbstverständnis. Sie muss jeden Tag aufs Neue verteidigt und mit Leben gefüllt werden.
In den Hauptstädten der Welt ebenso wie in den Gerdzelten der Steppe. Damit endet unsere heutige Reise durch die Mongolei, durch das Land der ewigen Steppe und der majestätischen Berge der Nomadinnen und Nomaden, des Dschinghis Khan und der weißen Jurten. Ein Land, das uns lehrt, wie tief der Mensch mit der Natur verbunden ist und wie verletzlich diese Verbindung in Zeiten des Klimawandels geworden ist.
Ein Land, das uns auch lehrt, dass Demokratie nicht von der Größe oder Lage eines Staates abhängt, sondern vom Mut und der Wachsamkeit seiner Bürgerinnen und Bürger. Schütze unsere Erde ihre fragilen Ökosysteme von der Gobi bis zur Arktis. Und schütze unsere Demokratie, die uns niemand schenkt und die nur lebt, solange wir sie leben.
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