
Wissensreise durch die Länder der Erde· Staffel 1· Folge 33
Venezuela - Öl, Engelsfall und eine Nation im Ausnahmezustand
Dienstag, 26. Mai 2026 · 23 min
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Shownotes
In dieser Folge reisen wir nach Venezuela, ein Land der Superlative und der tiefen Widersprüche. Wir erkunden die geographische Vielfalt von den venezolanischen Anden mit dem Pico Bolívar bis zu den uralten Tafelbergen der Gran Sabana, deren Sandsteinformationen vor 1,7 Milliarden Jahren entstanden. Vom Auyán-Tepui stürzt der Salto Ángel als höchster Wasserfall der Welt 979 Meter in die Tiefe. Über dem Maracaibo-See entlädt sich das einzigartige Phänomen des Catatumbo-Blitzes mit Weltrekord-Häufigkeit. 2024 wurde Venezuela das erste Land der modernen Ära, das alle seine Gletscher verlor. Wir verfolgen die Geschichte des Landes vom Namensgeber „Klein-Venedig" über die Kolonialzeit, die Unabhängigkeit unter Simón Bolívar bis zur Entdeckung des Erdöls 1914 und dem Aufstieg zur OPEC-Gründungsnation. Venezuela besitzt mit etwa 303 Milliarden Barrel die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt. Wir analysieren die politische Entwicklung von Hugo Chávez' Bolivarischer Revolution bis zur autoritären Herrschaft Nicolás Maduros, die umstrittenen Wahlen von 2024, die Massenflucht von über 7,7 Millionen Menschen sowie die schwere humanitäre Krise. Auch die völkerrechtlich umstrittenen US-Militäroperationen vor Venezuelas Küste seit 2025 werden eingeordnet. Themen sind außerdem die kulturelle Vielfalt mit El Sistema und dem Dirigenten Gustavo Dudamel, die kulinarische Tradition der Arepa, die außergewöhnliche Biodiversität mit über 1.400 Vogelarten und die Bedrohung der indigenen Völker durch den illegalen Bergbau im Arco Minero del Orinoco. Eine Folge über ein faszinierendes Land, dessen Schicksal uns lehrt, wie wertvoll Demokratie und Naturschutz sind.
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Heute reisen wir in ein Land der extremen Gegensätze. Ein Land, das auf den größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt sitzt und dessen Bevölkerung dennoch unter einer der schwersten humanitären Krisen des 21 Jahrhunderts leidet. Ein Land, in dem der höchste Wasserfall der Erde aus einem Tafelberg in den Urwald stürzt und in dem Millionen Menschen ihre Heimat verlassen haben.
Wir reisen heute nach. Venezuela Venezuela liegt im Norden Südamerikas, eingebettet zwischen Kolumbien im Westen, Brasilien im Süden und Guyana im Osten. Im Norden grenzt das Land an die Karibik, die Gesamtfläche beträgt rund 916000 Quadratkilometer, was etwa zweieinhalb Mal der Größe Deutschlands entspricht.
Damit ist Venezuela das sechstgrößte Land Südamerikas. Die Hauptstadt Caracas liegt in einem Talkessel auf etwa 900 Metern Höhe in der Cordillera de la Costa, einem Ausläufer der Anden. Die Geographie Venezuelas ist außerordentlich vielfältig, im Nordwesten ragen die venezolanischen Anden empor. Mit dem Pico Boliva als höchstem Berg des Landes auf 4978 Metern bis vor wenigen Jahren trug dieser Gipfel noch den letzten Gletscher Venezuelas, den humboldtgletscher 2024, erklärten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen Gletscher offiziell für verschwunden, womit Venezuela das erste Land der modernen Ära wurde. Das alle seine Gletscher durch den Klimawandel verloren hat. Was einst eine Eisfläche von
mehreren Quadratkilometern war, ist auf weniger als 2 Hektar geschrumpft und wird nun als bloßes Eisfeld klassifiziert. Im Zentrum des Landes erstrecken sich die Lanos ausgedehnte Tiefebenen, die in der Regenzeit zu riesigen Feuchtgebieten werden und in der Trockenzeit zu staubigen Savannen. Diese Region ist die Heimat des Janero, der venezolanischen Cowboykultur und beherbergt eine außerordentliche Tiervielfalt.
Hier leben Capibaras die größten Nagetiere der Welt, Brillenkaimane, Anacondas und über 300 Vogelarten allein im Hato Piñero Schutzgebiet im Süden des Landes liegt eine der geologisch faszinierendsten Regionen unseres Planeten. Die Gran Sabbana und das Hochland von Guayana. Hier erheben sich die Tepuis, gewaltige Tafelberge mit senkrechten Felswänden und flachen Plateaus, die teilweise über 2800 Meter hoch sind. Diese Sandsteinformationen gehören zu den ältesten geologischen Strukturen der Erde und entstanden vor etwa 1,7 Milliarden Jahren, lange bevor sich Südamerika von Afrika trennte.
Auf den isolierten Plateaus haben sich über jahrd Millionen einzigartige Ökosysteme entwickelt, bis zu 50% der dort vorkommenden Pflanzenarten sind endemisch, kommen also nur dort vor. Der berühmteste Tepui ist der Aujan Tepui, der Berg des Teufels in der Sprache der indigenen Pemon von seinem Plateau stürzt der Salto Angel in die Tiefe. Mit 979 Metern Gesamthöhe der höchste Wasserfall der Welt. Die freie Fallhöhe beträgt 807 Meter, was bedeutet, dass das Wasser oft schon als Nebel den Grund erreicht. Benannt wurde der Wasserfall nach dem US amerikanischen Buschpiloten Jimmy Angel, der ihn 1933 aus der Luft entdeckte. Die indigene Pemonbevölkerung kennt den Wasserfall seit Jahrhunderten als Kerepakupei
Merou, was so viel bedeutet wie Wasserfall des tiefsten Ortes 2009, ordnete der damalige Präsident Hugo Chavez offiziell an, den indigenen Namen zu verwenden. In der Praxis ist jedoch die Bezeichnung Saltoangel international etabliert geblieben. Der Salto Angel liegt im Nationalpark Kanaima, der mit einer Fläche von 30000 Quadratkilometern zu den größten Nationalparks der Welt gehört und seit 1994 zum UNESCO Weltnaturerbe zählt. Die Region inspirierte unter anderem Sir Arthur Conan Doyle zu seinem Roman Die Vergessene Welt und diente als Vorlage für den Disney Pixar Film oben.
Eine weitere geographische Besonderheit Venezuelas ist der Maracaibo See im Nordwesten mit einer Fläche von rund 13000 Quadratkilometern ist er der größte See Südamerikas, wobei seine Klassifizierung als See umstritten ist, da er über eine Meerenge mit dem Golf von Venezuela verbunden ist. Über diesem See ereignet sich ein einzigartiges Naturphänomen.
Der Catatumbo Blitz an bis zu 260 Nächten im Jahr und über mehrere Stunden hinweg entladen sich hier Gewitter mit teilweise mehr als 28 Blitzen pro Minute. Die Ursache liegt in der besonderen Topographie warme, feuchte Luft aus der Karibik trifft auf die kalten Winde der Anden, was zu außergewöhnlich starker Konvektion führt. Der Katatumbo Blitz hält den Guinness Weltrekord als Ort mit der höchsten Blitzhäufigkeit der Welt. Die Geschichte der Region reicht weit zurück vor der europäischen Eroberung lebten in dem Gebiet zahlreiche indigene Völker, darunter die Karibe, Arawak und Chipcha. Christoph Kolumbus erreichte 1498 auf seiner dritten Reise. Die Halbinsel Paria im Osten des heutigen Venezuela und betrat dort erstmals den
südamerikanischen Kontinent. Ein Jahr später 1499 gab der Seefahrer Alonso de Ojeda dem Land seinen Namen. Als seine Expedition Pfahlbauten der indigenen Bevölkerung am Maracaibo See sah, fühlte er sich an Venedig erinnert und nannte die Region Kleinvenedig auf spanisch Venezuela. Die spanische Kolonialzeit prägte das Land über 3 Jahrhunderte, Caracas wurde 15. 167 gegründet und entwickelte sich zum Verwaltungszentrum. Die wirtschaftliche Grundlage bildeten Kakao, Tabak und später auch Kaffee, oft auf Plantagen mit versklavten afrikanischen Arbeitskräften.
Die ethnische Zusammensetzung des heutigen Venezuela spiegelt diese koloniale Vergangenheit wider, die Bevölkerung besteht überwiegend aus Mestizen mit europäischen, Indigenen und afrikanischen Wurzeln. Die Unabhängigkeitsbewegung Venezuelas ist untrennbar mit dem Namen Simon Bolivar verbunden. Der 1783 in Caracas geboren wurde. Bolivar, der Libertador, führte nicht nur Venezuela in die Unabhängigkeit, sondern befreite auch Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien von der spanischen Herrschaft. Venezuela erklärte am 5.
Juli 1811 als erstes spanisches Kolonialgebiet auf dem amerikanischen Festland seine Unabhängigkeit. Die Befreiungskriege dauerten allerdings noch bis 1821, als die Schlacht von Carabobo die spanische Herrschaft endgültig beendete, Bolivar starb. 1830 in Kolumbien sein Erbe prägt die venezolanische Identität bis heute.
Der offizielle Name des Landes lautet seit 1999 bolivarische Republik Venezuela. Im 20 Jahrhundert vollzog sich ein wirtschaftlicher Umbruch von epochaler Bedeutung 1914 wurde am Maracaibo See das erste kommerziell nutzbare Erdöl gefördert. Bereits in den 1920er Jahren stieg Venezuela zum weltweit zweitgrößten Erdölproduzenten nach den USA auf. Die Agrarwirtschaft trat in den Hintergrund, das Öl wurde zur Lebensader der Nation. 1960 war Venezuela, Mitbegründer der OPEC, der Organisation Erdöl exportierender Länder. 1976 wurde die Erdölindustrie verstaatlicht und die staatliche Petroleums de Venezuela, kurz Pdv SA, gegründet. Venezuela verfügt nach Schätzungen der OPEC über die größten nachgewiesenen
Erdölreserven der Welt mit etwa 303 Milliarden Barrel, das ist mehr als Saudi Arabien. Allerdings handelt es sich beim venezolanischen Öl überwiegend um Schweröl aus dem Orinoco Gürtel, das aufwendig und kostspielig zu fördern und zu raffinieren ist. Die Förderung erfordert hohe technologische Standards und Investitionen, die in den letzten Jahren zunehmend ausblieben.
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war geprägt von relativ stabilen demokratischen Verhältnissen, jedoch auch von extremer sozialer Ungleichheit. Während eine kleine Elite vom Ölreichtum profitierte, lebten weite Teile der Bevölkerung in Armut. In den 1980er Jahren führte der Verfall der Ölpreise zu einer schweren Wirtschaftskrise, die neoliberalen Reformen unter Präsident Carlos Andres Peres führten 1989 zu massiven Protesten und gewaltsamen Unruhen, dem sogenannten Caracazo.
Bei dem nach offiziellen Angaben mehrere 100 Menschen ums Leben kamen. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen jedoch bis zu 3000 in dieser Atmosphäre der Krise stieg ein junger Offizier namens Hugo Chavez auf 1992 versuchte er einen Putsch gegen die Regierung Peres, der scheiterte, Chavez wurde inhaftiert, aber bald begnadigt. 1998 gewann er mit einem populistischen Programm die Präsidentschaftswahlen. Seine Bolivarische Revolution versprach den Ölreichtum für die armen Umzuverteilen.
Tatsächlich sanken die Armutsquoten in den zweitausender Jahren deutlich, gleichzeitig wurden demokratische Institutionen Schritt für Schritt geschwächt, die Justiz politisiert. Medien unter Druck gesetzt und die Wirtschaft zunehmend staatlich kontrolliert. Nach dem Tod von Chavez im Jahr 2013 übernahm sein Vizepräsident Nicolas Maduro die macht, unter seiner Regierung verschärfte sich die Krise dramatisch, der Verfall der Ölpreise ab 2014, die jahrelange Vernachlässigung der Erdölindustrie und.
Us amerikanische Sanktionen, Misswirtschaft und Korruption führten zu einem ökonomischen Zusammenbruch beispiellosen Ausmaßes. Die Inflation erreichte 2018 nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds astronomische Werte von über einer 1000000% Lebensmittel und Medikamente wurden knapp, das Stromnetz brach wiederholt zusammen. Das Gesundheitssystem kollabierte, Krankheiten wie Malaria und Diphtherie, die längst als ausgerottet galten, kehrten zurück.
Die humanitären Folgen sind verheerend nach Angaben des UNHCR haben seit 2014 mehr als 7,7 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner ihr Land verlassen. Das ist eine der größten Vertreibungskrisen der Welt, vergleichbar mit der Lage in Syrien oder der Ukraine. Die meisten Geflüchteten leben in Kolumbien, Peru, Ecuador, Chile und Brasilien, sie fliehen vor Hunger, fehlender medizinischer Versorgung, politischer Verfolgung und Gewalt. Die politische Situation hat sich in den letzten Jahren weiter verschärft.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 28 Juli 2024 erklärte sich Maduro zum Sieger, ohne detaillierte Wahlergebnisse vorzulegen. Die Opposition unter Maria Corina Majado und ihrem Kandidaten Edmundo Gonzales Urutia veröffentlichte hingegen Wahlauszählungen, die einen klaren Sieg Gonzales nahelegten. Internationale Beobachter, darunter das Charta Center, die Vereinten Nationen, die EU und zahlreiche Regierungen, erkannten Maduros Wahlsieg nicht an. Es folgten Massenproteste, die mit Gewalt niedergeschlagen wurden, Tausende wurden festgenommen, darunter auch Minderjährige.
Menschenrechtsorganisationen dokumentieren systematische Unterdrückung der Opposition, willkürliche Verhaftungen und Folter in Gefängnissen. Maria Corina Machado erhielt 2025 den Friedensnobelpreis für ihren gewaltlosen Einsatz für Demokratie in Venezuela. Sie lebt seit über einem Jahr im Untergrund. Edmundo Gonzales Rutia musste ins spanische Exil fliehen, Maduros Regierung hält sich an der Macht durch Kontrolle über Militär, Justiz und Wahlbehörden. Sie unterdrückt jede demokratische Opposition mit zunehmender Härte.
Die einst stolzen demokratischen Institutionen Venezuelas sind weitgehend ausgehöhlt, es ist eine bittere Lehre, wie schnell eine Demokratie zerfallen kann, wenn ihre Gewaltenteilung Stück für Stück abgebaut wird. Gleichzeitig hat sich die internationale Lage verschärft. Die US Regierung unter Donald Trump hat 2025 ihre Politik gegenüber Venezuela in eine neue Dimension überführt. Im karibischen Meer und vor der venezolanischen Küste führt das US Militär seit September 2025 Angriffe auf Boote durch, die angeblich Drogen schmuggeln.
Bei diesen Einsätzen wurden zahlreiche Menschen getötet, ohne dass die Betroffenen vor Gericht gestellt oder ihre angebliche Beteiligung am Drogenhandel rechtsstaatlich nachgewiesen wurde. Völkerrechtlerinnen und Völkerrechtler un Expertinnen und Menschenrechtsorganisationen kritisieren diese außergerichtlichen Tötungen scharf. Sie verstoßen nach übereinstimmender Einschätzung gegen das Völkerrecht und gegen das Verbot von willkürlichen Hinrichtungen.
Auch in den USA selbst regt sich parteiübergreifender Widerstand gegen diese Praxis, eine demokratische Großmacht, die Menschen ohne Verfahren tötet, beschädigt nicht nur das Völkerrecht, sondern auch ihre eigenen demokratischen Grundlagen. Es ist eine besorgniserregende Entwicklung, in der 2 Akteure auf unterschiedliche Weise rechtsstaatliche Prinzipien verletzen.
Auf der einen Seite eine autoritäre Regierung, die ihre eigene Bevölkerung unterdrückt und Wahlergebnisse fälscht, auf der anderen Seite eine Großmacht, die zu militärischen Mitteln greift, ohne sich an internationale Rechtsnormen zu halten. Beide Entwicklungen Schaden der Demokratie und dem internationalen Recht.
Doch Venezuela ist mehr als seine politische Krise. Das Land hat eine reiche Kultur, die in der ganzen Welt geschätzt wird, die venezolanische Musik mit ihren Stilen wie Joropo, Salsa und Merenge ist Ausdruck einer lebendigen Kulturlandschaft, das berühmte. El Sistema, ein staatliches Musikerziehungsprogramm für Kinder aus allen sozialen Schichten, hat seit den 1970er Jahren 100 tausende junge Menschen mit klassischer Musik in Berührung gebracht.
Aus diesem System gingen Weltklasse Musiker wie der Dirigent Gustavo Dudamel hervor, der heute eines der renommiertesten Orchester der Welt leitet. Die venezolanische Küche kombiniert indigene, europäische und afrikanische Einflüsse. Das Nationalgericht ist die Arepa, ein gefülltes Maisfladenbrot, das in unzähligen Varianten existiert, das traditionelle Weihnachtsessen Pavellon Criollo besteht aus geschmortem Rindfleisch, schwarzen Bohnen, Reis und gebackenen Kochbananen, die. Diese Gerichte sind heute auch ein Stück Heimat für die Millionen Geflüchteten in der Diaspora. Die Biodiversität Venezuelas ist außergewöhnlich, das Land beherbergt etwa 1400 Vogelarten, mehr als ganz Europa, hier leben Jaguare, Brüllaffen, Faultiere,
Tapire und der seltene Orinoco Krokodil, in den Flüssen gibt es Süßwasserdelfine und Piranhas. Doch die Umweltzerstörung durch illegalen Bergbau vor allem im Süden des Landes gefährdet diese Vielfalt zunehmend. Im sogenannten Arco Minero del Orinoco, einer 2016 von der Regierung Maduro freigegebenen Bergbauzone, werden Gold, koltern, Diamanten und seltene Erden abgebaut, oft unter katastrophalen Umweltbedingungen und mit massiver Quecksilberverschmutzung, die.
Der Gewässer die indigenen Völker Venezuelas, darunter die Vaihu, Pemon, Jenomami und Warau, sind besonders von dieser Entwicklung betroffen. Ihre traditionellen Lebensgrundlagen werden zerstört, ihre Gesundheit durch verseuchtes Wasser bedroht, gleichzeitig bewahren sie ein unschätzbares Wissen über die Ökosysteme, die seit Jahrtausenden ihre Heimat sind. Die Klimakrise verschärft die Probleme zusätzlich. Das Verschwinden der.
Gletscher häufigere. Dürren in den. Lanos stärkere Regenfälle. In den Küstenregionen mit Erdrutschen 1999 starben bei der Vargas Tragödie nach. Extremen Niederschlägen. Schätzungsweise zwischen 100301000 Menschen in Schlammlawinen. Solche Ereignisse werden in Zukunft. Wahrscheinlicher der Schutz der Erde.
Und der Schutz demokratischer Strukturen? Beides hängt enger zusammen, als es auf den ersten Blick scheint, denn Klimaschutz braucht funktionierende Institutionen, freie Wissenschaft und eine offene. Gesellschaft Venezuela steht heute an einem Scheideweg. Ein Land, gesegnet mit unermesslichen Naturressourcen, einer reichen Kultur und einer talentierten Bevölkerung, leidet unter einer politischen, wirtschaftlichen und humanitären Krise, die seinesgleichen sucht. Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner kämpfen täglich für ein menschenwürdiges Leben, sei es in ihrer Heimat oder in der Diaspora.
Sie hoffen auf eine demokratische Zukunft, auf einen Wiederaufbau ihres Landes. Auf Versöhnung und. Gerechtigkeit die Geschichte Venezuelas erinnert uns daran, wie kostbar Demokratie ist. Sie ist kein Selbstläufer, sie muss gepflegt, verteidigt und gelebt werden, jeden Tag aufs Neue. Wenn Gewaltenteilung erodiert, wenn unabhängige Medien verschwinden, wenn Wahlen manipuliert werden, wenn macht ohne rechtsstaatliche Schranken ausgeübt wird, sei es im Inland oder durch internationale militärische Aktionen ohne Rechtsgrundlage, dann steht das fundamentale Versprechen der Demokratie auf dem Spiel, dass Menschen über ihr eigenes Leben und ihre Gemeinschaft selbst bestimmen können. Auch unsere Erde ist kostbar.
Der verschwundene Humboldtgletscher, die bedrohten Ökosysteme, der Tepuis, die quecksilberverseuchten Flüsse, sie alle mahnen uns, wie zerbrechlich die Naturgrundlagen. Unseres Lebens sind. Demokratie und Naturschutz, beides gehört zusammen. Beides verdient unseren Einsatz, unseren Schutz. Und unsere Wachsamkeit. Damit endet unsere heutige Reise nach Venezuela, in das Land der Tepuis und Janos, des höchsten Wasserfalls der Welt und der größten Erdölreserven in das Land. Simon Bolivars und einer Bevölkerung, die nicht. Aufhört für Freiheit und würde zu kämpfen. Wenn dir.
Diese Folge gefallen hat, hinterlasse uns gerne eine Bewertung und. Teile den Podcast. Mit Menschen. Denen wissen und Weltverstehen am Herzen. Liegt schütze unsere Erde schütze. Die Demokratie. Denn beides. Ist nicht ersetzbar bis zur nächsten Folge unserer Wissensreise durch die Länder der Erde.