
5-Minuten-Talk – wir haben ja nicht ewig Zeit· Folge 369
Kommt jetzt ernsthaft Hubertus Heil zurück?
Montag, 19. Oktober 2026 · 6 min
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Shownotes
Er bekomme viele Ermutigungen aus der Partei, sagte Hubertus Heil gestern Abend beim „Bericht aus Berlin“ in der ARD auf die Frage, ob er denn nun für den SPD-Vorsitz kandidieren werde. Heils zaghafte Antwort: „Ich kann das nicht ausschließen.“ Dabei scharrt der ehemalige Ampel-Arbeitsminister und frühere SPD-Generalsekretär seit Wochen unruhig mit den Hufen. Der 53-Jährige ist noch nicht fertig.
Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas war der Posten im Arbeitsministerium schnell an Alexander Schweitzer vergeben, ihr Platz in der SPD-Doppelspitze bleibt jedoch vorerst vakant. Gut möglich, dass sich die Sozialdemokraten auf ihrem Parteitag Mitte Januar in Bremen gleich eine komplett neue Doppelspitze wählen. Lars Klingbeil ist alles andere als unumstritten in der Partei.
Wäre Heil der bessere Parteichef? Könnte er glaubhaft für einen Neuanfang der Partei stehen oder ist seine Zeit längst vorbei? Darüber streiten die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz.
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+++Redaktion und Produktion: Veit Medick, Jan Rosenkranz und Isa von Heyl+++
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Fünf-Minuten-Talk, wir haben ja nicht ewig Zeit. Mein Name ist Jan Rosenkranz. Und ich bin Veit Medig. Veit, ich habe dir was mitgebracht hier zum Anfang der Woche und ich finde, du solltest dir das mal anhören. Okay, da bin ich ja mal gespannt. Ich kriege viel Ermutigung anzutreten aus der Partei, wie eben gerade gesehen.
Aber ich kann zu dieser Zeit nur sagen, ich kann das nicht ausschließen. Es kommt darauf an, welche Richtung wir gemeinsam einschlagen und wer das Team ist. Ein Mensch alleine wird es nicht schaffen, denn die Aufgaben sind groß. Und hast du ihn erkannt, Veit? Ja, klar, who about to say? Ja, und das löst bei dir offensichtlich überhaupt gar nichts weiter aus, oder?
Nö, ich meine, wir diskutieren ja gerade über die Frage, ob es einen neuen SPD-Vorsitzenden braucht oder was Klingel weitermacht. Und da finde ich es jetzt erstmal grundsätzlich völlig okay, wenn Leute sagen, hey, ich kann mir das vielleicht auch grundsätzlich mehr oder weniger vorstellen. Eben, mehr oder weniger. Ich kann nicht ausschließen.
Also ich meine, jemand, der im Hintergrund so drängelte in den vergangenen Wochen und immer wieder überall an den Türen klopfte und aber so ganz vorsichtig, so ein bisschen hasenfüßig sich beworben hat und jetzt um die Ecke kommt mit, ich kann nicht ausschließen, also Entschuldigung, ja oder nein, was ist denn das für eine Kandidatur?
Ja, okay, jetzt beruhige dich mal wieder. Es ist ja auch erst Montag. Wir haben noch ein paar Tage vor uns in dieser Woche. Also ich sage dir nur mal ganz kurz, die Alternative ist, dass Lars Klingbeil weiter SPD-Vorsitzender ist. Kannst du dir das ernsthaft vorstellen? Ich bin mir nicht sicher. Klar, ich meine, Hubertus Heil ist schon lange dabei und so, aber grundsätzlich würde ich sagen...
Gut, dass da jetzt ein bisschen Wettbewerb drin ist. Im Januar ist der SPD-Parteitag, da wird entschieden. Und wenn bis dahin diese Partei, in der ja nicht mehr so richtig viel zu leben scheint, vielleicht doch noch ein bisschen Energie drin steckt, dann kann man sich doch als Anhänger von Parteien der Mitte, kann man sich doch freuen.
Ja, ich fände es grundsätzlich auch ganz interessant und schön, wenn die SPD sich wieder erholen würde, gerade um die politische Mitte wieder zu beleben, das gilt ja auch für die Union, habe nichts dagegen, wenn dort in der Mitte zwei erfolgreiche Parteien um. Wählerinnen und Wähler werben würden, aber kann das jemand sein an der Spitze, der im Grunde genommen wirklich für eine SPD steht, die nun wirklich längst Geschichte ist?
Also ich meine, Hubertus Heil, der war das erste Mal 2005 seinerzeit unter dem SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck Generalsekretär geworden. Dann ist er nochmal Generalsekretär geworden, später unter Martin Schulz, als der Kanzlerkandidat geworden ist und hat da den Wahlkampf gemanagt. Übrigens auch nicht gerade sehr erfolgreich. Also nichts spricht doch dafür, dass der Mann jetzt unbedingt zurückkommen muss.
Ja okay, jetzt ist ja schön, dass du den Wikipedia-Eintrag auswendig gelernt hast, aber ich würde jetzt grundsätzlich sagen, jetzt ist doch die entscheidende Frage, passt der denn in die Zeit, jetzt gerade? Und da würde ich sagen, hey, so komisch das erstmal klingen mag, Hubertus Heil ist wieder da, so passend könnte er eventuell sein. Warum?
Diese Koalition hängt am seidenen Faden. Union und SPD leiden ja irgendwie aneinander und man kann ja gar nicht ausschließen, dass diese Koalition auch zerbricht in den nächsten Wochen. Wenn du da jetzt jemanden hinsetzen würdest, der erstens nicht die richtige Kraft hat, vielleicht jemand von der Basis, den kein Mensch kennt in Berlin, der gar nicht die richtige Autorität mitbringt, um in dieser Koalition tätig zu sein, in einem Koalitionsausschuss zum Beispiel, dann ist das ein großes Risiko für diese Koalition.
Hubertus Heil, dem würde, glaube ich, niemand unterstellen, eine Koalition sprengen zu wollen. Der hat schon ein paar Mal eine große Koalition hinter sich, hat also echt Erfahrung auch im Umgang mit der Union. Da würde ich sagen, als Stabilisator könnte das vielleicht sogar funktionieren. Ja, der hat tatsächlich Regierungserfahrung, da gebe ich dir recht, der war nämlich zuletzt Bundesarbeitsminister und das in einer Phase, in der er das Bürgergeld eingeführt hat, was sich übrigens später als eine ziemliche Katastrophe herausgestellt hat, also als nicht besonders erfolgreiches Projekt, was zwar die Union damals mitgemacht, nee die Ampel hat das mitgemacht und die Union eben als absolutes Wahlkampfthema im letzten Bundestagswahlkampf hatte
und aufgerufen hat, das schaffen wir als allererstes wieder ab, weil es so einen kompletten Fehlanreiz setzt, nämlich nicht arbeiten zu gehen und schon dem Namen nach den Eindruck zu erwecken, man könne sich in die Hängematte legen, dass das totaler Quatsch ist. Also wie der jetzt mit der Union besser klarkommen will, das frage ich mich ernsthaft. Aber weißt du, was ich schon gut finde?
Ist, dass jemand, der immer schon seinen Wahlkreis direkt gewonnen hat, also der weiß, wie man irgendwie Wahlkämpfe auch macht, dann mal sagt, pass auf, ich kann mir das vorstellen, dass ich jetzt in so einer Krisensituation auch vorne mithilfe. Jetzt kann man über Hubertus Heil viel sagen, Aber ich finde, davon braucht es doch viel, viel mehr von Leuten, die sagen, ja, ich habe Bock, auf Platz 1 irgendwie in der Partei tätig zu sein.
Ja, ich möchte meiner Partei aktiv helfen und nicht so ganz so verdruckst daherzukommen und zu sagen, nö, also nur, wenn der Platz frei ist und so. Klar, das war jetzt auch nicht die totale Offensive von ihm. Entschuldigung, du sagst gerade, im Grunde genommen, machst du gerade einen Aufruf, man möge ein bisschen antreten, wie Andy Burnham.
Hast du ja zuletzt öfter mal drauf hingewiesen. Aber ich schließe nicht aus, ist sorry. Das ist der Anti-Andy. Okay, trotzdem würde ich sagen, wir haben Oktober, der Parteitag ist im Januar. Mal sehen, was bis dahin noch passiert. Das war der 5-Minuten-Talk für heute. Morgen ab 5 Uhr gibt es eine neue Folge und wir freuen uns, wenn ihr wieder einschaltet.
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