Akte Rheinland· Staffel 10· Folge 13

Warum nicht ich? Der vergessene Serienmörder (Update)

Montag, 3. August 2026 · 1 h 40

MP3

Shownotes

In dieser Sommerpause veröffentlichen wir zwei frühere Akte-Rheinland-Folgen zu einem Fall als eine lange Episode neu: die über den Serienmörder Hans-Dieter S. aus Bonn.

Wichtig: Am Ende dieser Episode hängt ein ausführliches Update. Darin erzählt Anna Maria Beekes die Geschichte von „Andrea“ – einer Frau, die Hans-Dieter S. aus ihrer Kindheit kannte. Außerdem berichtet sie von Rückmeldungen vor, die uns nach der Veröffentlichung erreicht haben, unter anderem von einer früheren Mitschülerin eines Opfers.
Feedback, Themenvorschläge und Fragen an podcast@ga.de oder via Instagram-DM an @akterheinland (instagram.com/akterheinland).

Unser Podcast zum Fall Michael Winterhoff (cdn.audiorella.com/podcasts/1465-akte-winterho…)

Akte Rheinland bei YouTube (youtube.com/playlist?list=PLKxR-1mH7nhxNVq2lgM…)

General-Anzeiger Bonn: ga.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Bonn-Tannenbusch in den 1970er Jahren. Immer wieder sieht das Mädchen ihn, diesen merkwürdigen jungen Mann, am Fenster, an der Haltestelle, auf dem Schulhof. Er beobachtet sie, lässt sie nie aus den Augen. Fast als wäre er von ihr besessen, denkt sie später. Irgendwann verschwindet er aus ihrem Leben. Sie wird erwachsen.

Und sie erfährt, was er getan hat, was er den jungen Frauen angetan hat. Sie fragt sich, warum hat er das nicht mir angetan? Der Gedanke lässt sie bis heute nicht los. Und auch ein anderer Gedanke nicht. Was, wenn er irgendwann doch wiederkommt? Hallo und willkommen zurück zu Akte Rheinland. Hier sprechen wir alle zwei Wochen montags über Verbrechen und Kriminalfälle aus der Region Bonn.

Mein Name ist Anna-Maria Bekes und ich bin momentan eigentlich in der Sommerpause. Eigentlich sage ich deshalb, weil, wie ihr seht, ich ja doch nicht so ganz weg bin. Wir haben uns nämlich dazu entschieden, in unserer Sommerpause ein paar unserer älteren Episoden neu abzuloaden. Das heißt aber nicht, dass ihr jetzt einfach nur eine alte Episode nochmal hört, also bitte bloß nicht wegschalten.

Wir machen wirklich zu jeder dieser Episoden ein ganz besonderes Update. Los geht's heute mit einem Fall, den wir vor ungefähr genau fünf Jahren hier besprochen haben. Das war der des vergessenen Bonner Serienmörders Hans-Dieter S. Und das war übrigens das erste Mal, dass bei uns Kriminalpsychologin Lydia Benecke zu Gast war. Also in vieler Hinsicht eine ganz besondere Episode für uns.

Und deshalb hört ihr die Episode jetzt nochmal, diesmal nicht als zwei Folgen, damals haben wir eine Doppelfolge dazu gemacht, diesmal hört ihr das Ganze in einer Episode. Und bleibt bitte unbedingt dran, denn nachdem ihr diese Episode gehört habt, da werde ich euch nochmal ein ganz ausführliches Update zu diesem Fall geben.

Da gibt es nämlich tatsächlich ein paar Entwicklungen, an denen ich euch teilhaben lassen möchte. Ich erzähle in diesem Update unter anderem die Geschichte einer Frau, die Hans-Dieter S. Begegnet ist und zwar näher, als ihr lieb war. Und es haben sich noch weitere Menschen bei mir gemeldet, die in der einen oder anderen Art und Weise mit Hans-Dieter S. in Verbindung standen.

Davon möchte ich euch erzählen. Also bleibt unbedingt dran und jetzt erstmal unsere Episode zu Bonds vergessenem Serienmörder. Das war der schlimmste Mordfall, den ich erlebt habe. Und dann war aber diese sexuelle Fantasie sehr stark gekoppelt mit dem, was man auch Sadismus nennt. Nun gibt es aber auch Fälle, in denen ist der Verurteilte für die Gesellschaft gefährlich.

Es ist vorhersehbar, dass der Verurteilte auch nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe im Strafvollzug nach weiter delinquieren wird. Das bedeutet, er ist jemand, dessen sexuelle Erregung offenbar gesteigert wurde durch die Gewalt, durch diese Macht, von der er auch immer sprach. Er sagte auch, dass die Tötung ein Teil dieser Machtfantasie sei, weil das Töten bedeutet die komplette Kontrolle und Macht über diesen Menschen.

Der hätte immer weitergemacht, wenn er nicht in Fast-Bonn wäre. Das war Bonns bisher einziger Serienmörder. Hallo zusammen, wir begrüßen euch zu einer neuen Episode unseres Crime-Podcasts Akte Rheinland. Hier sprechen wir jeden zweiten Donnerstag über wahre Kriminalfälle aus Bonn und der Umgebung. Und heute haben wir einen sehr besonderen Fall für euch mitgebracht.

Ich bin Anna-Maria Bekes und bei mir ist heute meine Kollegin Johanna Lübcke, eine unserer Volontärinnen. Hallo Johanna. Ja, hallo. Ich würde übrigens eine Wette eingehen, dass dieser Fall, über den wir heute sprechen, nahezu unbekannt sein dürfte. Denn soweit wir wissen, findet man dazu im Netz zumindest so gut wie gar nichts.

Genau. Und das liegt daran, dass damals anscheinend nur sehr wenige Medien überhaupt über den Fall berichtet haben. Das kann man sich eigentlich, wenn man sich den Fall so anschaut, heute überhaupt nicht mehr vorstellen, finde ich. Das stimmt, denn es geht hier um einen Serienmörder, der mindestens vier Menschen getötet hat.

Es war Bonds bisher, soweit wir wissen, einziger Serienmörder. Und weil es so ein besonderer und ich sage auch gleich dazu ein ganz besonders schlimmer Fall ist, gibt es dazu auch einen besonderen Podcast. Wir haben uns diesmal ein etwas anderes Konzept überlegt. Das werdet ihr unter anderem an den Audioeinspielern merken.

Wir haben mehrere Gäste eingeladen und wir haben so viel zu erzählen. Dass es zu diesem Fall gleich zwei Episoden geben wird. Wir haben zu diesem Fall in unserem eigenen Archiv recherchiert. Wir haben mit unserer Führerin Gerätsreporterin gesprochen und wir haben ein Interview geführt, über das wir uns ganz besonders gefreut haben.

Wir durften nämlich mit der Kriminalpsychologin Lydia Benecke über den Fall des Serienmörders Hans-Dieter S. sprechen. Ja, und wir dürfen behaupten, auch die Lydia Benecke hat sich sehr gefreut, denn selbst für sie war dieser Fall Hans-Dieter S. neu und sehr spannend. Jetzt soll es aber erstmal losgehen.

Wir sind jetzt erstmal gespannt, wie es euch gefällt. Gebt uns dann gerne Feedback. Am einfachsten geht das über unseren Instagram-Kanal akte-rheinland oder per Mail an podcast.ga.de. Ihr findet übrigens das ganze Interview mit Lydia Benecke und einen großen Artikel zu dem Fall auch auf ga.de slash akte-rheinland.

Da gibt es immer die aktuellen Artikel zu unserem Podcast. Und bevor wir zum Fall kommen, noch der Hinweis, wir haben uns dazu entschieden, weder die vollen Namen der Opfer noch den vollen Namen des Täters in diesem Podcast zu nennen, um die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten und ihrer Angehörigen zu schützen.

Ein Waldstück bei Bornheim-Märten nahe Bonn. Ein Mann schleppt ein großes Bündel in den Wald, schleift es über den Boden. Das Bündel ist ein Mensch, ein toter Mensch, die Studentin und Klavierlehrerin Lydia S. aus Bonn. Der Mann hat sie kurz zuvor stundenlang vergewaltigt und danach im Gartenhaus seiner Mutter getötet.

Jetzt legt er sie im Wald ab und zieht sie aus. Mit einer Säge trennt er der Toten den rechten Unterarm ab. Dann gräbt er eine Mulde in die Erde und verscharrt ihre Leiche und bedeckt das Grab mit Laub. Kleinen Ästen, Zweigen und Erde. Es ist der 2. Mai 1985. Der Mann, der Lydia S. getötet und vergraben hat, heißt Hans-Dieter S. Er ist 29 Jahre alt.

Die Studentin ist nicht sein erstes Opfer und sie wird nicht sein letztes sein. Ende September 1985 werden in einem Waldstück bei Bonn die Leichen zweier junger Frauen gefunden. Lydia S., 25 Jahre alt, aus Bonn-Poppelsdorf und Doris B., 16 Jahre alt, aus Bonn-Düßdorf. Die beiden Frauen wurden seit Mai 1985 vermisst. Ihre Leichen sind beinahe skelettiert.

Schnell ist klar, die beiden wurden getötet, wenn auch nicht festgestellt werden kann, wie. Der Verdacht fällt rasch auf Hans-Dieter S., einen 29-jährigen Bonner, der nach einer kaufmännischen Anstellung in Bonn seit einiger Zeit eine Ausbildung zum Tierpräparator in Bochum macht. Das hört sich jetzt so an, als wären diese Fälle einfach ganz schnell aufgeklärt worden.

Warum wird S. denn jetzt eigentlich verdächtigt? Es sitzt zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft in Bochum wegen eines anderen Fötungsdeliktes, das ihm vorgeworfen wird. Am 5. September 1985 war in einer Autobahn bei Bochum die Leiche der 18-jährigen Anke Regina K. gefunden worden. Auch sie lag verscharrt unter Blättern und Zweigen.

Weil also die Fälle und die Auffindesituationen einander gleichen, kommen die Ermittler auf Hans-Dieter S. Der bestreitet allerdings die Tat in Bochum. Ja, und nun wird Hans-Dieter S. verdächtigt, noch zwei weitere Taten begangen zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft in Bonn können nachweisen, dass S. sowohl Lydia S. als auch Doris B. gekannt hatte.

Doch wie war die Kripo in Bochum überhaupt auf den 29-Jährigen als möglichen Täter gekommen? Tatsächlich kommt Hans Dieter S. im Jahr 85 nicht zum ersten Mal mit der Justiz in Berührung. Ganz im Gegenteil. Schon zehn Jahre vorher war er wegen des Mordes an der zwölfjährigen Martina L. zu einer Jugendhaftstrafe von acht Jahren verurteilt worden, von denen er dann fünf Jahre absaß.

Damals war S. also 19 Jahre alt. Zu der zwölfjährigen Martina L. Hatte er, so heißt es in unserem Archiv, sexuelle Kontakte, was an sich ja schon sehr auffällig ist. Sie tötet er in Oldenburg und die offizielle Todesursache damals lautet Erstickung. Aber auch bei diesem Fall gibt es schon Parallelen zu den späteren.

Ja genau, die Leiche von Martina L. war 1975 auf die gleiche Weise verscharrt worden. Wie später die Leichen der drei jungen Frauen in Bonn und Bochum. Und 1980, kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis also, verschleppt Hans-Dieter S. innerhalb von 14 Tagen zwei Jungen. Einen 13-Jährigen bringt er nach Bornheim-Märten in ein Gebüsch.

Lässt ihn dann aber gehen. Dafür wird er zu weiteren acht Monaten Haft verurteilt. Seine Bewährung wird aufgehoben und er muss erneut ins Gefängnis. Und wir merken schon, Bornheim-Märten, das ist ja genau der Fundort später der beiden Frauenleichen, die in Bonn getötet wurden. Entlassen wurde dann 1984. Und wie wir gehört haben, dauert es dann nicht lange, bis er wieder tötet.

Was ich an diesem Fall wirklich erstaunlich finde, ist, dass er anscheinend damals kaum Interesse in der Öffentlichkeit hervorgerufen hat, beziehungsweise kaum über Bonn, wo ja der Prozess gegen Hans-Dieter S. Stadtfand hinaus bekannt wurde. Auch die Kriminalpsychologin Lydia Benecke, mit der wir ja über den Fall ausführlich gesprochen haben und die sich wirklich extrem gut, vor allem mit Serientätern auskennt, hat erst durch uns tiefere Einblicke erhalten.

Das ist ein schönes Beispiel, was ich immer sage, dass nämlich einfach früher die Medienberichte oft regional blieben, Selbst bei sehr heftigen Fällen. So ein Fall würde ja heutzutage sofort in komplett Deutschland bekannt werden. Und früher ist es oft so gewesen, dass auch heftige Fälle eher regional geblieben sind und deswegen die Leute gar nicht mitbekommen haben, dass es früher mehr genau solcher Fälle gab als heute.

Ja, das hat uns erstmal überrascht. Gab es denn wirklich früher mehr solcher Fälle? Es gab insgesamt mehr solch schwerer Sexualmorde und überhaupt auch Tötungsdelikte früher, also hier der Fall spielt ja in den 80ern, als heute. Also in den 80ern und 90ern war es objektiv betrachtet auch gefährlicher als heute.

Das merken die Leute aber nicht, weil wir jetzt eben deutlich mehr Medien haben, die eben deutlich mehr überregional berichten. Und deswegen die Medienberichterstattung über schwere Straftaten geht so hoch seit 20 Jahren. Die Straftaten gehen aber genau entgegengesetzt runter. Also 80er und 90er waren objektiv gefährlicher als jetzt.

Ganz objektiv bezogen auf Straftaten, aber auch bezogen auf zum Beispiel Verkehrstote. Und den Leuten ist das nicht bewusst. Wenn man sich den Fall Hans-Dieter S. Anschaut, bleibt es erstaunlich, dass er nicht stärker beachtet worden ist. Denn Serienmörder gibt es ja nur glücklicherweise doch nicht alle Tage.

Und in Bonn gab es unseres Wissens keinen anderen Serienmörder außer S. Wir werden später noch mehr von unserer früheren Gerichtsreporterin Rita Klein hören, die den Prozess damals besucht hat und die sich noch sehr gut an den Fall erinnern kann. Die Rita hat eine ganz unfassbare Zahl, sicher um die 1000 Fälle erlebt in ihrer Laufbahn und sie hat mir gesagt, dass dieser der schlimmste Mordfall war, den sie je erlebt hat.

Wir haben dann Lydia Benneke gebeten, uns noch einmal zu erklären, was genau einen Serienmörder ausmacht und wann jemand so bezeichnet wird. Also die gängigste Definition von Serientäter ist, dass dieser Mensch mehr als drei Personen tötet und dass zwischen den einzelnen Tötungshandlungen. Eine Pause ist, also ein Abklingen.

Im Gegensatz zum Beispiel zu einem Amoklauf, der als eine zusammenhängende Tathandlung wahrgenommen wird. Bei Hans-Dieter S. wird später vor Gericht von einem regelrechten Tötungsmechanismus gesprochen. Das Töten soll für ihn wie eine Sucht gewesen sein, der er nicht langfristig widerstehen konnte. Das ist offenbar bei den ersten Prozessen gegen ihn 1975 und 1980 vom Gericht nicht erkannt worden, obwohl schon damals ein Gutachter ihn eine gefährliche, triebabnorme Persönlichkeit genannt hatte.

Das bedeutet, er ist jemand, dessen sexuelle Erregung offenbar gesteigert wurde durch die Gewalt, durch diese Macht, von der er auch immer sprach. Und eben, er sagte auch, dass die Tötung ein Teil dieser Machtfantasie sei, weil das Töten bedeutet die komplette Kontrolle und Macht über diesen Menschen.

Und das ist etwas, was die wirklich gefährlich sexuell-sadistisch motivierten Serientäter doch sehr stark verbindet, diese Elemente. Dass dieses Drehbuch halt sehr dranghaft ist und dass auch die Fantasie sehr stark ist. Die haben oft sehr starke Tagträume und deswegen findet man bei ihnen dann auch Texte oder Bilder oder entsprechende Pornografie, weil sie sich sehr viel in ihrem Kopf mit dieser Fantasie beschäftigen, und diese Fantasie wird, sobald sich irgendeine Gelegenheit bietet, wo sie also jemanden sehen, der in diese Fantasie passen würde, dann wird die Fantasie halt früher oder später auch immer wieder ausgelebt, auch das ist typisch, weil...

Er ja offensichtlich bemerkt hat, dass es sehr befriedigend war, das zu tun und dementsprechend auch ein starkes Bedürfnis hatte, genau diese Art von Befriedigung sexuell, aber auch psychologisch im Sinne der Macht immer wieder neu zu inszenieren. Also von daher passt er wahnsinnig gut in unsere Kategorie eines sexuell-sadistisch motivierten Serientäters.

Bei S. wird dann nach seiner Festnahme auch eine große Sammlung von Adressen gefunden. Adressen potenzieller Opfer, so wird dann vermutet. Auch das spricht dafür, dass er einen sehr starken Tötungstrieb hatte, der sich dann 1985 eben wieder entlud. Eine junge Frau fährt mit dem Fahrrad über einen Feldweg.

Sie war bei ihrem Freund und ist jetzt auf dem Weg nach Hause zu ihren Eltern. Ihr Weg führt sie von Bonn-Tannenbusch über das Meesdorfer Feld in den Stadtteil Düstorf. Doch Doris B. wird nie zu Hause ankommen. Am Morgen danach finden Polizeibeamte an der Schwarzen Brücke ihr Fahrrad und Blutstropfen.

Es ist der 30. Mai 1985. Hans-Dieter S. Hat Doris B. vom Fahrrad gezerrt und vergewaltigt, danach mit dem Auto in den Wald nach Bornheim-Merten verschleppt, wo er keinen Monat zuvor Lydia S. vergraben hatte. Im Wald ist Doris B. ihm davongelaufen, als er sie erneut vergewaltigen wollte. Er hat sie verfolgt, dabei seine Brille verloren, sie eingeholt und getötet.

Auch sie hat er im Wald vergraben. Hans-Dieter S. hat in Doris B. sein nächstes Opfer gefunden. Doch auch sie wird nicht das letzte Opfer sein. Dass es sich bei Hans-Dieter S. um einen Menschen mit einer schwerwiegenden Störung handeln dürfte, ist sicher aus den bisherigen Beschreibungen schon deutlich geworden.

Auffällig ist, das kommt im Laufe des Prozesses sehr deutlich heraus, dass er seine Opfer im Moment des Tötens gar nicht mehr als Menschen, sondern als Objekte betrachtet. Und er bezeichnet sie auch so. Das könnte auch erklären, warum er kein völlig eindeutiges Beuteschema hat, sondern sich teilweise auch an Jungen vergreift.

Auch darüber haben wir mit Lydia Benecke gesprochen. Die Wissenschaft natürlich jetzt, wir sind ja schon Jahrzehnte später vielleicht, noch ein paar neuere Erkenntnisse gewonnen hat im Verhältnis zu damals, kann man sagen. Deswegen im Grund ist das, was er damals festgestellt hat, auch schon das, was wir auch heute sehen würden. Er hat im Prinzip gesagt, da ist jemand mit einer vielfältig auffälligen Sexualität.

Man muss dazu sagen, dass der S. ja neben den Tötungsdelikten an den Frauen auch zumindest in zwei Fällen, wenn ich das richtig sehe, Jungen sexuell missbraucht hat. Und es ist ja unbekannt, ob er noch mehr Taten begangen hat, weil gerade bei solchen Missbrauchshandlungen weiß man, dass da auch immer die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich Opfer nicht melden.

Dementsprechend hat er aber zumindest dann offensichtlich sowohl in unterschiedlichem Alter weibliche Personen sexuell aggressiv angegriffen, als auch eben in zwei Fällen minderjährige Jungs. Und es wurde auch darüber gesprochen, dass für ihn diese Menschen Objekte waren und das Wort Objekte kam sehr häufig vor in der Besprechung seiner Tatmotivation und das ist eigentlich schon ein wichtiges Element.

Denn er hatte einen starken Sexualtrieb und hat auch beschrieben, dass er dann Objekte wahrnahm, die er in irgendeiner Form attraktiv fand. Hier wurde häufiger auch geäußert, dass zum Beispiel eine blonde Haarfarbe für ihn sehr anziehend war und dass er offensichtlich auch in der Umgebung verschiedene Menschen sogar wahrgenommen hat.

Also ich meine mich zu erinnern, dass er sogar so Notizen hatte mit Adressen von Menschen, die er attraktiv fand. Und das waren eben Menschen in unterschiedlichem Alter und von unterschiedlichem Geschlecht. Das bedeutet, er war sehr gesteuert von diesem, oh, da ist ein in seiner Wahrnehmung Objekt, das ihn sexuell, irgendwie anregt und dann war aber diese sexuelle Fantasie sehr stark gekoppelt mit dem, was man auch Sadismus nennt.

Wir haben mal zusammengetragen, was wir überhaupt über diesen Hans-Dieter S. Wissen. Ja, das ist eigentlich gar nicht so viel. Er wurde am 24. Oktober 1956 geboren und kam aus Bonn. Bevor er dann die Ausbildung zum Tierpräparator in Bochum anfing, war er in Bonn im kaufmännischen Bereich tätig, wie es grob heißt.

Zuvor musste er dann auch in Oldenburg gelebt haben, da er dort ja einen weiteren Mord begangen hatte und seine Eltern waren geschieden. Zu seiner Mutter hatte er wohl ein relativ enges Verhältnis, zumindest besuchte er sie häufiger. Und zur Zeit der Morde hatte seine Mutter einen neuen Mann, der sein Stiefvater war. Und es hatte auch eine Schwester.

Unsere Gerichtsreporterin Rita Klein, von der ich eben schon erzählt hatte, hat Hans-Dieter S. ja während des sehr langen Prozesses immer wieder vor Gericht und auch bei Ortsterminen gesehen. Da gibt es eine ganz gruselige Anekdote. Als S. noch in Bonn in Urhaft saß, bevor das Urteil gegen ihn rechtskräftig wurde, hat ein Sozialarbeiter, die Rita, angesprochen, dass es mit ihr reden wolle.

Sie wollte das auch tun. Ihr Chef damals hat sie aber dringlich gebeten, das nicht zu machen. Und auch Juristen rieten ihr davon ab. Heute sagt sie, dass sie es machen würde. Da habe ich mich gefragt, was würde ich machen in so einer Situation? Was würdest du tun? Ja, also ich würde es, glaube ich, auch tun. Einfach, weil es mich dann doch interessieren würde. Aber ich hätte definitiv kein gutes Gefühl dabei.

Ja, warum er das bewollte, das finde ich auch eine schwierige Frage. Also er hat sie ja im Prozess gesehen als sozusagen Journalistin. Was ihn da jetzt dazu gebracht hat, mit ihr sprechen zu wollen, weiß ich nicht. Aber ich meine, mich erinnert das natürlich schon wieder an Schweigen der Lämmer. Und ich finde es irgendwie ein bisschen gruselig. Also ich bin da auch echt unsicher, was ich in dem Fall gemacht hätte. Wahrscheinlich hätte die Neugier gesiegt, aber es ist schon skurril, ja.

Ja, die Rita kann sich jedenfalls noch gut an den Prozess und auch an den Angeklagten erinnern. Wir hören einfach mal rein, wie sie ihn beschrieben hat. Ich bitte hier schon mal um Entschuldigung für die Audioqualität. Wir mussten hier ein bisschen improvisieren, weil die Rita leider nicht persönlich zu uns kommen konnte und ich sie nur am Telefon aufnehmen konnte.

Aber ich hoffe, man kann es trotzdem verstehen. Ein sehr nervöser Typ. Wie gesagt, sehr dünn, relativ groß, sehr bleich. Und was sehr auffällig war, er schnupperte dauernd an seinen Fingern rum. Und diese Geschichte, dieses Verhalten, das hatte auch im Grunde genommen dazu geführt, dass man ihn am Ende gefasst hat. Weil nach dem dritten Mord in Bochum, wo er diese Mitschülerin umgebracht hatte.

Im Gegensatz zu hier in Bonn, den beiden Mädchen, da haben die die Leiche ja sehr schnell gefunden. Also vergleichsweise schnell. Und dann haben die erstmal die ganzen Mitschüler vernommen, ihn auch. Und dann hat er sich bei der Vernehmung eben ganz merkwürdig aufgeführt und hat immer so rumgeschnüffelt und immer in seiner Hand da rumgeschnüffelt.

Und das fanden die ermittelnden Beamten damals sehr merkwürdig. Und dann haben sie auch sein Zimmer durchsucht und dann haben die jede Menge Schriftstücke gefunden, unter anderem eine Anklage gegen sich selbst, die er verfasst hatte, wo er einen Jungen umgebracht hatte in dieser fiktiven Anklage. Und sie haben ein Notizbuch gefunden, wo er ein Waldstück, nämlich das in Bonner Märkten, eingezeichnet hatte.

Und an den Stellen tatsächlich, wo er die beiden Opfer hier, die Bonner Opfer, begraben hatte, hatte er so Kreuze eingezeichnet. Deshalb sind die überhaupt dann fündig geworden. Also das hat am Ende ihm dann quasi den Hals gebrochen. Also dieses Verhalten, was er im Prozess auch ständig an den Tag gelegt hat.

Ja, das ist wirklich eindrucksvoll, was sie da berichtet und ich finde, man kann sich diesen Mann nach ihrer Beschreibung richtig vorstellen. Ja, und auch das mit dieser fiktiven Anklageschrift ist gruselig, finde ich. Es hat da übrigens juristisch astrein formuliert, einen Mord beschrieben, bei dem sich Parallelen zu den von ihm begangenen Morden förmlich aufdrängen.

Interessanterweise den Mord an einem Jungen. So beschrieben, wie der fiktive Täter in dieser Anklageschrift dem Jungen das Messer ins Herz stößt und ihn anschließend mit Rasierklingen zerschneidet. Rasierklingen wurden übrigens auch an den Fundorten der von Es getöteten Frauen gefunden. Der fiktive Täter bedeckt dann die Leiche in der Anklageschrift des Jungen mit Laub und Erde. Genauso werden dann ja auch die Frauen gefunden, die er es tötet.

Vielleicht müssen wir an der Stelle nochmal genauer darauf eingehen. Es hat sich, wie gesagt, sowohl an Frauen und Mädchen als auch an Jungen vergriffen. Die Frauen hat er getötet, die Jungen nicht. Wir haben Lydia Benecke gefragt, ob sie sich erklären kann, warum das so war. Also die beiden Jungen haben überlebt, von denen wir wissen, und die vier Frauen hat er getötet. Das ist ja nun schon etwas, was man, wenn man die sechs Opfer, von denen wir in dieser Form wissen, betrachtet, das fällt auf, ganz eindeutig.

Interessant in dem Zusammenhang finde ich, dass in seinem zu Hause gefundenen Text mit seiner Gewaltfantasie er die Tötung an einem Jungen beschrieben hat. Tja, das ist schwer zu sagen, warum er das da nicht ausgelebt hat, ob er tatsächlich aufgrund eben seiner prinzipiellen Problematik mit Frauen, bei Frauen auch mehr Wut verspürte.

Das wäre jetzt eine Hypothese, die wir an dieser Stelle natürlich nicht mit Sicherheit klären können. Das wäre einfach nur eine Hypothese. Es wird halt gerade bei Sexualmorden unterschieden zwischen den sexuell-sadistischen, die wirklich diese drehbuchartige Fantasie haben, und auch in einer anderen Kategorie sind zum Beispiel Täter, die sehr stark von Wut getrieben sind und auch eine Kategorie, die sehr stark von Frauenhass getrieben ist.

Im echten Leben ist es halt oft so, dass sich da auch die Kategorien so ein bisschen vermischen können. Und es kann gut sein, dass er diese Gewaltfantasien bezogen auf beide Geschlechter hatte, aber bei der Ausführung, dieser möglicherweise stärker gegen Frauen gerichtete Hass vielleicht so der letzte Punkt war, der es ihm leichter machte, wirklich bis zur Tötung zu gehen.

Und bei den Jungen vielleicht genau dieses Quäntchen von zusätzlicher Wutmotivation fehlte, um dann diesen letzten Schritt in der Tatbegehung zu gehen. Interessant ist auch, dass er bei dem einen Jungen gesagt hat, ja, ich wollte ja auch eigentlich so ein bisschen einvernehmliche Handlungen durchführen und eigentlich wollte ich dem ja gar nicht so sehr schaden.

Natürlich kann auch das eine Ausrede sein, um sich positiv darzustellen, weil jemand, der sowas vor Gericht sagt, in so einem Kontext, da kann man natürlich nicht unbedingt von ausgehen, dass der jetzt ganz offen zu seinen echten Gefühlen und Gedanken steht prinzipiell. Aber möglich ist es, dass er bei Jungen eben stärker noch Hemmungen oder eine Art von Sympathie hatte, die sie weniger zu Objekten gemacht hat, als jetzt bei den Frauen.

Und bei den Frauen halt mehr die Aggression im Vordergrund stand. Aber das ist halt nur eine Hypothese, die man ohne seine wahrheitsgemäßen Aussagen an dieser Stelle nicht weiter prüfen kann. Hans-Dieter S. scheint insgesamt für sein Umfeld sehr auffällig gewesen zu sein. Er hatte kaum Kontakte zu Frauen, er verhielt sich ihnen gegenüber merkwürdig.

Er sah sich mit Vorliebe Horrorfilme an, was jetzt noch nicht wirklich was Schlimmes ist. Er sammelte auch Zeitungsartikel über Gewaltverbrechen. Was aber wirklich dann schon sehr merkwürdig erscheint, ist, dass er eben Adressen sammelte, wie wir eben schon gehört haben. Der fuhr offenbar häufig durch die Gegend, hielt Ausschau nach vorzugsweise blonden Frauen und Mädchen und notierte dann deren Adressen.

Gerade bei Serienmördern wird ja auch immer sehr stark auf deren Kindheit und Jugend geschaut. Wie konnten sie zu dem werden, was sie sind, soll somit beantwortet werden. Bei S. ist allerdings, wie gesagt, nur sehr wenig über seine Kindheit und Jugend bekannt geworden. Ja, auch das habe ich unsere Reporterin, die Rita Klein, gefragt.

Und sie sagte, es habe sich selbst nie zu seiner Kindheit geäußert. Und einmal explizit gesagt, er werde dazu erst etwas sagen, wenn seine Mutter tot sei. Jetzt haben wir eben gehört, er soll eine enge Beziehung zu der Mutter gehabt haben. Das klingt alles ein bisschen widersprüchlich und merkwürdig.

Es gab auch vor Gerichten eine etwas makabre Episode, das können wir schon mal vorwegnehmen. Wir werden auf den Gerichtsprozess in Episode 2 genauer eingehen. Aber das hat die Rita mir erzählt, nämlich dass S. Vater im Zeugenstand quasi die Vaterschaft geleugnet hat. Also er hat gesagt, der sei gar nicht sein Sohn, der Hans-Dieter.

Wir haben ja darüber auch gesprochen, dass S. in Anführungszeichen nur die Frauen, die er verschleppte, getötet hat, nicht aber die Jungen. Die hat er nämlich immer gehen lassen. Und was sie über seine Mutter sagt, könnte vermuten lassen, dass es da auch irgendwie Probleme in der Mutter-Kind-Beziehung gegeben haben könnte.

Wir können das im Fall S allerdings nicht fundiert beurteilen oder auch beurteilen lassen. Wir haben aber mit Lydia Benecke etwas allgemeiner über dieses Thema gesprochen. Es gibt natürlich die objektiven Untersuchungen und es gibt natürlich auch die Fallbeispiele, die häufig die wissenschaftlichen Fakten dann nochmal ein bisschen mit eben konkreter fassbaren, sagen wir mal, Beispielen füllen.

Und sehr häufig wird natürlich bei Frauenhass immer wieder über die Mutterbeziehung gesprochen, logisch aus der Perspektive, dass für Kinder erst mal die engsten, wichtigsten Menschen in ihrer Kindheit typischerweise, die Eltern sind in den meisten Fällen, und natürlich dann die Mutter eher die Person ist, die erste Person, die die relevante Person.

Beziehung zu Frauen und auch ein Bild von Frauen relevant mitprägen kann. Das ist also die durchaus nachvollziehbare Überlegung, warum gerade bei schwierigen Verhältnissen zu Frauen die Mutterbeziehung immer wieder thematisiert wird als relevanter Faktor. Und ich hatte aber auch Klienten, die zum Beispiel, sehr stark Ablehnung erfahren haben, weil sie beispielsweise sozial inkompetent aufgetreten sind, das selbst nicht lösen konnten, auch nicht wussten, wie sie sich anders verhalten sollten schon in der Kindheit.

Und die beispielsweise gerade in einem Alter, wo Menschen normalerweise anfangen, sich dem anderen Geschlecht anzunähern, verliebt zu sein, dann immer wieder, Kränkungs- und Ablehnungserfahrungen gemacht haben. Und auch das kann, selbst wenn jetzt erstmal die Beziehung zur Mutter nicht übermäßig auffällig ist, kann auch so etwas einen Hass gegenüber Frauen etablieren.

Ich hatte also mehrere Klienten, die auch von solchen Dingen berichtet haben, dass so ein Hass auch in ihrer Erinnerung sehr bewusst gewachsen ist durch immer und immer und immer wieder erlebte Ablehnungen in der Phase, in der ja Menschen eben anfangen, sich nach, Nähe und Romantik und auch Zuspruch vom anderen Geschlecht zu sehnen.

Und das kann dann auch ein Faktor sein. Also man muss sehr genau immer eigentlich die Biografie aufarbeiten. Also was heißt eigentlich, definitiv muss man das, um, wenn derjenige denn irgendwann bereit ist, offen darüber zu sprechen, wirklich genau nachzuzeichnen, woher diese Schemata kommen. Ja, wir halten fest, wir wissen wenig Konkretes über Esskindheit und Jugend im späteren Leben.

Wobei man dazu sagen muss, dass er ja viele Jahre seines Lebens bereits im Gefängnis verbrachte. Mit 29 hatte er bereits knapp neun Jahre im Knast gesessen. Er hatte zwar Kontakte danach zu anderen, aber soweit wir wissen, keine echten Freunde. Der wurde von vielen als Sonderling beschrieben und er hat sich während seiner Ausbildung als Tierpräparator, die er ja erst kurz vor dem letzten Mord begonnen hatte, sehr stark für Leichen und auch die Liegezeit von Leichen und solche Themen interessiert.

Er hat sich Bücher dazu ausgeliehen und Professoren Fragen dazu gestellt, was natürlich auch auffiel. Er wirkte grundsätzlich eher schüchtern und eher verklemmt, galt aber auch gleichzeitig als schnell erregbar, aggressiv und herrschsüchtig. Also er wollte immer bestimmen, was passiert und konnte mit Zurückweisungen oder auch Kritik überhaupt nicht gut umgehen.

Die Anke K., das mutmaßlich letzte Opfer, die soll er getötet haben, weil er in sie verliebt war, sie sich aber nicht für ihn zurückinteressierte sozusagen und einen anderen Freund hatte. Also bei ihm gibt es ja im Prinzip, gerade was diese zwischenmenschlichen Beziehungsgestaltungen angeht, scheinbar im Großen und Ganzen nur zwei Extreme, nämlich schüchtern, sich zurückhalten und dann impulsiv, aggressiv sozusagen explodieren, also in die Gegenrichtung eskalieren.

Und das passt schon zusammen und das habe ich auch so wahrgenommen in den Schilderungen, die ich jetzt vom Gutachter gelesen habe, die mir hier vorliegen, dass gerade weil er einerseits so schüchtern und gehemmt war, er eben, das ist wirklich wie ein Kochtopf, wenn du die ganze Zeit, wenn es kocht, den Deckel drauf hältst, also diese Hemmung hast und zwischendurch ist dann überkocht.

Ist jetzt ein sehr plakatives Beispiel, passt aber eigentlich sehr gut zu dieser Persönlichkeitsstruktur. Das heißt, er hat nie eine normale Art von Umgang mit Emotionen und Emotionsregulation gelernt. Für ihn gibt es nur Unterdrücken oder Explodieren in vielen Situationen. Und offensichtlich ja nicht nur in Situationen, wo es um romantische oder sexuelle Bedürfnisse geht, sondern eben auch vor Gericht gegenüber, ganz verschiedenen Menschen und es wurde ja auch vor Gericht gesagt, dass es ein paar Situationen gab, wo er dann wieder so quasi so ein bisschen in sich zusammengefallen ist im Sinne von wieder zurückhaltend wurde und stiller und eben nicht aggressiv und dann.

Explodierte er wieder. Also das ist eine Struktur, die offensichtlich sehr starke Schwierigkeiten mit jeder Art von Emotionsregulation aufweist. Ja, was ich übrigens besonders perfide fand, es hat sich, als Lydia S. Verschwunden war, auch an der Suchaktion nach ihr beteiligt. Dazu habe ich Lydia Bennecke auch gefragt, was das wohl über seine Persönlichkeit aussagt.

Oh ja, guter Punkt. Bei diesen Feuerwehrmenschen, die selbst Brände legen, da ist ja oftmals die Motivation, dass sie dann auch sich als Retter inszenieren möchten. Also sie schaffen die Situation, um dann eine besonders herausstechende Position einzunehmen, mit der sie sich aufwerten wollen. Denn bei ihm würde ich denken, das sieht man teilweise auch bei anderen Tätern, auch bei solchen, die zum Beispiel nicht unbedingt sexuell sadistisch sind.

Dass das ein Ausdruck ist von auch ein bisschen erstens von sich ablenken, in dem naiven Glauben, ja, wenn ich hier einer der Helfer bin, dann werden die Leute nicht so schnell drauf kommen, dass ich vielleicht der Täter bin. Wobei man halt natürlich heutzutage weiß, dass gerade hier bei den Helfern man immer dann ein genaueres Auge drauf wirft, aus genau dem Grund, der jetzt hier auch offensichtlich wird.

Und der zweite Aspekt ist aber auch der Versuch, Kontrolle zu haben. Also umso näher du scheinbar an den Suchaktionen und vermeintlich auch Ermittlungen bist, umso mehr hast du auch das Gefühl, so ein bisschen zu wissen, ja, was wissen die schon und wie ist jetzt der Erkenntnisstand? Und das ist natürlich dann auch ein Versuch, so ein bisschen zu kontrollieren, wie weit ist es jetzt entfernt von, dass ich jetzt plötzlich in den Fokus gerate als Täter.

Also aus beiden Gründen, so die Kontrolle haben zu wollen und auch von sich ablenken zu wollen, ist das halt gar nicht so selten, dass Täter da halt mitmachen. Ja, das finde ich auch richtig schlimm. Bei der Suche nach Doris B., seinem zweiten Bonner Opfer, wird es übrigens auch gesichtet, wie er das beobachtet.

Ja, und auch an der Suche nach Anke K., die er in Bochum tötet, beteiligt sich S. dann auch wieder. Ja, also auch das ist offenbar ein Muster. Du hast es gerade schon gesagt. Das mutmaßlich letzte Opfer des Serienmörders Hans-Dieter S. ist dann Anke Regina K. Die 18-Jährige machte gemeinsam mit S. eine Präparatorausbildung in Bochum und am Nachmittag des 26.

August 1985 fährt er mit Anke auf dem Fahrrad zur Stadtautobahn und tötet sie, indem er ihr ein Messer mehrfach in Brust und Hals sticht. Ihre Leiche vergräbt er in einer Erdmulde. In den folgenden Tagen, als Anke vermisst wird, du hast es gerade schon gesagt, beteiligt sich S. An der Suchaktion, die ihre Geschwister organisiert haben. Und zehn Tage nach der Tat finden dann Straßenarbeiter die tote Frau.

Und im September dann werden die im Mai in Bonn getöteten Lydia S. Und Doris B. schließlich gefunden. Eine Kneipe in Bonn im April 1984. Ein Mann sitzt an der Theke. Plötzlich bemerkt er, dass sein Sitznachbar mit sich selbst redet und dabei etwas von Umbringen murmelt. Als er ihn erschrocken ansieht, fragt der junge Mann ihn, hast du schon mal jemanden umgebracht?

Entsetzt verneint er, ich hab's getan und ich werde es wieder tun, antwortet der andere und zeigt auf zwei junge Frauen, die ebenfalls in der Kneipe sind. Eine von denen bringe ich um, sagt er. Dem anderen wird das Gespräch vollends unheimlich. Du bist ja krank. Geh mal zum Arzt, rät er seinem Nachbarn. Steht auf, geht zu den beiden Frauen und warnt sie.

Alle drei verlassen das Lokal und feiern in einer anderen Kneipe weiter. Kurz darauf betritt der unheimliche Gesprächsgast auch diese Bar. Wieder warnt der Mann die beiden Frauen vor ihm. Das bekommt eine dritte Frau mit und mischt sich ins Gespräch ein. Sie kenne den seltsamen Typen, sagt sie und weiter.

Ein bisschen seltsam finde ich den auch, aber einen Mord traue ich ihm nicht zu. Ja, wir haben gerade eine Szene aus Bonn gehört. Diese Szene stammt aus dem April 1984. 1984 und wir wollen jetzt einsteigen mit der Persönlichkeitsstruktur und der Vergangenheit von Hans-Dieter S., die ja vor und während des Gerichtsprozesses gegen ihn genau unter die Lupe genommen wurde.

Bereits nach seinem ersten Mord, dem an der zwölfjährigen Martina S. In Oldenburg 1975, war ihm eine gefährliche Triebabnorme Persönlichkeit, so nannte man das damals, attestiert worden. Und auch nach den Morden in Bonn und Bochum 1985 an Lydia S., Doris B. und Anke K. Wird S. natürlich gutachterlich untersucht und es wird festgestellt, dass er ein Mann mit einer vielfältig auffälligen Sexualität ist.

Wir haben schon beim letzten Mal mit Lydia Bennecke darüber gesprochen. Seine Opfer betrachtet S. im Moment des Tötens als Objekte. Das geht vor allem aus einem Text hervor, den man bei ihm fand und den wir mit der Kriminalpsychologin genauer analysiert haben. Man fand beispielsweise bei ihm einen Text, in dem er sehr detailliert die, Tötung eines interessanterweise Jungen beschrieb. Und das eben sowohl die Gewalthandlung sexualisierter Art und dann abschließend mit der Tötung, dass das eben sozusagen die Fantasie war, die er beschrieben hat.

Und bei den gefährlich sexuell-sadistischen Tätern sieht man halt, dass die typischerweise entweder ihre Fantasie aufschreiben oder Bilder malen oder irgendwelche Dinge basteln, also zum Beispiel Fotos ausschneiden und dann. An den Fotos irgendwelche Fesselungen oder auch Verletzungen malerisch montieren.

Und das war früher häufiger der Fall und heutzutage findet man bei diesen Menschen häufiger auf Festplatten sehr extreme Formen von Gewaltfantasien im Sinne von Gewaltpornografie. Aber bei den sexuell-sadistischen Tätern ist halt der Punkt, dass die so eine Art Drehbuch haben. Und das ist es auch, was sie unterscheidet von beispielsweise Sexualmördern, die hauptsächlich wutmotiviert sind.

Diese hauptsächlich wutmotivierten Täter, die haben nicht eine so konkrete, drehbuchartige Zielfantasie. Und in seinem Fall war ja aufgrund eben dieses Textes allein erkennbar, das konnte er dann auch nicht wirklich plausibel abstreiten, dass er eine solche sexuell für ihn erregende Zielfantasie hatte.

Und diese dargestellte Fantasie in dem Text, die hatte auch sehr deutliche Parallelen zu den tatsächlich begangenen Taten. Das bedeutet, er ist jemand, dessen sexuelle Erregung offenbar gesteigert wurde durch die Gewalt, durch diese Macht, von der er auch immer sprach. Und eben, er sagte auch, dass die Tötung ein Teil dieser Machtfantasie sei, weil das Töten bedeutet die komplette Kontrolle und Macht über diesen Menschen.

Und das ist etwas, was die wirklich gefährlich sexuell-sadistisch motivierten Serientäter doch sehr stark verbindet, diese Elemente, dass das... Dieses Drehbuch halt sehr dranghaft ist und dass auch die Fantasie sehr stark ist. Die haben oft sehr starke Tagträume und deswegen findet man bei ihnen dann auch Texte oder Bilder oder entsprechende Pornografie, weil sie sich sehr viel in ihrem Kopf mit dieser Fantasie beschäftigen.

Hans, die TS ist, das hat Lydia Benecke einigermaßen sicher feststellen können, ein sexueller Sadist. Er hatte nachweisliche Mord- und Verstücklungsfantasien, die er letztlich ja dann auch ausgelebt hat. So trennte er einem seiner Opfer, wir haben es beim letzten Mal schon gehört, einen Arm mit einer Säge ab.

Und er selbst hat seine Taten sehr vielsagend benannt als das endgültige Besitzen. Dazu gehörte auch, dass er nekrophile Tendenzen hatte. Das heißt, die toten Opfer erregen ihn sexuell. Das ist auch noch ein Aspekt, dass bei diesem sehr großen, ungewöhnlichen Bild von Facetten, die bei ihm ganz offensichtlich waren, eben auch die Frage war, nekrophiler Tendenzen.

Das hat auch der Gutachter in seinem Fall besprochen. Und an dieser Stelle muss ich sagen, bei einer Untergruppe von gefährlichen sexuell-sadistischen Mördern ist es so, dass. Die Nekrophilie sozusagen noch zu dieser Machtkomponente über das Opfer dazugehört. Also es gibt einmal diejenigen, die sagen, in dem Moment, wo das Opfer tot ist und sozusagen nicht mehr reagiert mit Entsetzen oder Schmerz, ist es für sie vorbei.

Und dann gibt es die anderen, die sagen, dass über den Tod hinaus auch noch über den toten Körper die Macht auszuüben und, eben sich an der Leiche zu vergehen, dann noch sozusagen den letzten Kontrollausdruck für sie darstellt. Und er scheint zu der Kategorie gehört zu haben, die halt entsprechende Fantasien bezogen auf Tod hatten.

Dafür gab es auch sehr viele Indizien, weil er hat diese Tierpräparatoren-Ausbildung gemacht und hat in einem sehr frühen Ausbildungsstadium, der war ja, glaube ich, nur drei Wochen in dieser Ausbildung, bis er dann. Inhaftiert wurde, hatte er sich bereits Bücher ausgeliehen über Leichen, Leichenliegezeit, Gerichtsmedizin.

Also ganz eindeutig war das dann schon von seinem privaten Interesse motiviert. Und er hat auch wohl, da gab es ja Zeugenaussagen, eine gewisse Faszination gegenüber Leichen und Leichenstarre geäußert. Und dementsprechend, wenn man das dann mit dem Verhalten, das sich in den Taten gezeigt hat, vergleicht, dass er ja auch dann in einem Fall den Unterarm offenbar abgesägt hat eines Opfers, hatte er offensichtlich gewisse Fantasien eben auch über das sich Vergehen an den Leichen noch diese...

Macht und Kontrolle auszuüben. Und deswegen wurde ihm ja auch der Sadismus in Kombination mit einer nekrophilen Neigung auch attestiert. Und im Kern ist das große Wort Macht gerade bei den gefährlichen sexuellen Sadisten sehr wichtig. Diese Neigung war bereits bei seinen ersten bekannten Taten 1975 und 1980 aufgefallen und vom damaligen Gutachter auch benannt worden.

Während seiner Ausbildung zum Tierpräparator in Bochum, Lydia hat es ja erwähnt, fällt er durch sein intensives Interesse an Leichen und Leichenliegezeiten auf. Auch bei den späteren Taten wird sie wieder deutlich. So fährt er Tage nach dem Mord an Anke K., seinem mutmaßlich letzten Opfer, noch einmal zu der Stelle, an der er sie vergraben hat, um die Leiche zu vergewaltigen.

Er unterlässt es schließlich, weil der Verwesungsprozess bereits deutlich eingesetzt hat. Im Juni 1986 beginnt in Bonn dann der Mordprozess gegen den Serientäter Hans-Dieter S. Unsere langjährige Gerichtsreporterin Rita Klein war damals noch ganz in ihren Anfängen und kann sich vielleicht gerade deshalb noch extrem gut an den ganzen Fall und an die Gerichtsverhandlungen erinnern.

An dieser Stelle nochmal der Disclaimer, ich konnte mit Rita nur am Telefon sprechen, weshalb die Tonqualität hier nicht so toll ist. Aber man kann sie, glaube ich, trotzdem ganz gut verstehen. Zunächst mal habe ich Rita nach dem Beginn des Prozesses gefragt, der am 3. Juni 1986 schon recht spektakulär damit begann, dass er fast geplatzt wäre.

Sie fand das aber tatsächlich gar nicht mal so spektakulär. Das sei ein übliches Theater dieses Verteidigers gewesen, der wohl immer ein Antragsgewitter, so hat sie es genannt, losgelassen hat am Anfang. Diese Anträge hätten aber alle gar keine Chance gehabt, durchzukommen. Der war dafür bekannt. Ja, ja, der war viel in Moch-Prozessen damals.

Und der hat also ständig unglaublich viele Anträge gestellt in der Hoffnung, dass er damit das Gericht so wahnsinnig macht, dass die einen Fehler machen, wenn sie die Anträge ablehnen und er dann später, wenn er zum Bundesgerichtshof geht, um Revisionen einzulegen, dass die dann einen Formfehler erkennen.

Ja, der Angeklagte Hans-Dieter S. gebärdet sich dann vor Gericht sehr auffällig. Er redet ständig auf seinen Verteidiger ein oder auch Zeugen oder sogar dem Richter redet er dazwischen, beschimpft den Richter, den Staatsanwalt, Sachverständige und sogar auch Angehörige. Der Opfer unflätig, bezeichnet sich zu Beginn selbst sogar theatralisch als Opfer.

Wir haben mit Lydia Benecke auch über dieses Verhalten gesprochen und sie gefragt, ob das eventuell auch eine Art Strategie gewesen sein könnte des Angeklagten selbst oder seines Verteidigers, um den Hans-Dieter S. als unzurechnungs- und damit gegebenenfalls weniger schuldfähig darzustellen. Er hat aber auf jeden Fall immer wieder sehr viel Aufmerksamkeit erzeugt vor Gericht.

Wobei, wenn man es sich mal ganz rational anschaut, hat er ja durch die immer wieder Leute beschimpfen und aggressiv auftreten und zwischendurch auch unangemessen lachen in Situationen. Er hat ja maximal sich selbst negativ dargestellt. Das wirkt jetzt nicht unbedingt rational vernünftig, denn da hätte er sich sicherlich anders darstellen müssen, um in irgendeiner Form vielleicht noch einen Vorteil zu erreichen.

Sodass mein Eindruck ist, dass sehr stark dieses Impulsive tatsächlich impulsiv war. Also dass er wirklich sehr schnell wütend wurde und dass er einfach selbst in diesem Rahmen, wo ja die Öffentlichkeit da sitzt und schaut, wie er sich verhält, nicht in der Lage war, diese aggressiven Impulse auch nur ansatzweise zu kontrollieren.

Ob er jetzt dadurch auch besondere Aufmerksamkeit haben wollte, das kann ich jetzt nicht genau feststellen anhand der Unterlagen, die mir hier vorliegen. Aber sehr strategisch wirkt das nicht. Ich gebe mal ein Gegenbeispiel, Ted Bundy, den ja die meisten kennen. Deswegen kann man auch über den Fall reden, weil wirklich jedes Detail dieses Falls bereits öffentlich längst von allen Seiten beleuchtet wurde.

Der hat einen etwas anderen Fall. Der hat sich sehr anders verhalten, um genau zu sein. Der hat versucht, der hat genauso wie jetzt unser hier besprochener Täter, zu sagen, nein, ich war es nicht. Aber völlig andere Selbstdarstellung. Er hat sich sehr stark bemüht, sehr charmant, sehr eloquent und auch möglichst freundlich und kontrolliert aufzutreten.

Zwar in einigen Aspekten ist auch ihm das nicht gelungen, aber er war bei weitem nicht derartig impulsiv wie jetzt derjenige hier. Denn derjenige hier hat ja einerseits gesagt, Der ist ja nur ein Opfer und das alles stimmt ja gar nicht und der hat überhaupt nichts mit all dem zu tun. Und gleichzeitig verhält er sich auf eine Art, wo jeder, der den Prozess beobachtet, direkt so denkt, ja, das ist schon sehr ungewöhnlich und das wirkt sehr aggressiv.

Und damit hat er jetzt nicht unbedingt seinen Versuch, sich als Unschuldiger darzustellen, erfolgreich, sagen wir mal, untermalen können mit dieser Art von Verhalten. Dementsprechend glaube ich nicht, dass das sehr strategisch war. Es gab, wie Rita Klein uns erzählt hat, in diesem Prozess eigentlich an jedem Verhandlungstag wieder irgendeine auffällige Episode mit Hans-Dieter S.

Eine ist hier aber ganz besonders in Erinnerung geblieben. Da hören wir mal rein. Was eine heikle Situation gewesen ist, ein sehr heikler Vorfall, das war später, im späteren Verlauf des Prozesses. Da haben wir morgens mal, wie immer, oder ich, wie immer, um neun wollte ich in den Saal und die Tür war zu.

Und es ging einfach nicht weiter, man wusste gar nicht, was los war. Bis dann den Wachtmeister mir so zuflüssig sagt, Frau Klein, Frau Klein, der hätte was Furchtbares gemacht. In der Zelle, das werden Sie nachher erfahren. Ja, und dann ging es dann, glaube ich, um elf oder halb zwölf erst los. Die Tür wurde geöffnet, wir kamen rein und der Vorsitzende Richter hat dann mitgeteilt, dass es an der Verzögerung gekommen sei, weil Herr *** sich in der Zelle am ganz frühen Morgen versucht hat, seinen Penis abzuschneiden und hatte sich da ordentlich zwei Drittel des Penisschaffs abgetrennt mit der Rasierklinge. Klinge. Aua.

Ja. Und dass also jetzt der Gerichtsmediziner bei ihm sei und ihn untersuchen wird, aber verhandlungsfähig ist. Ja, und dann dauerte das noch eine Weile. Und dann wurde er reingeführt und das sah also wirklich völlig absurd aus, dieser Das war so ein ganz, ganz, ganz dünner Kerl. Und dann wurde er, wie gesagt, reingeführt und hatte nur so eine Turnhose an, wie die früher waren, so eine blaue Turnhose.

Und eben dick gewickelt, man sah also, der war da ordentlich verbunden und musste also dann, trotz dieser Geschichte, die er veranstaltet hatte mit sich selbst, musste er dann an dem Prozess teilnehmen. Das war also wirklich eine völlig absurde Situation. Ja, das kann man sich wirklich kaum ausdenken. Man erkennt wirklich gerade in diesem Prozess immer wieder sehr deutlich diese schwerwiegende Störung, die offenbar bei Hans-Dieter S.

Vorliegt. Auch über diese Randepisode, dass er versucht hat, sich den Penis abzuschneiden, haben wir natürlich auch mit Lydia Benecke gesprochen. Das war natürlich sehr interessant, wie umfassend auffällig auch sein Verhalten vor Gericht war, besonders seine aggressiven Entgleisungen und auch sehr, ungewöhnlich hier war sicherlich ein Punkt, wo er sich sehr schwer selbst verletzt hat.

Er hat also tatsächlich sich schwere Verletzungen an seinem Penis zugezogen. Und auf die Frage, warum er das gemacht hat, hat er das begründet als so eine Art Protestverhalten gegen aus seiner Sicht unfaire Behandlung. Also er hat immer wieder gesagt, dass er sich unwürdig von eben verschiedenen Dingen behandelt fühlt und dass er dagegen protestiert.

Und das hat er teilweise mit Hungerstreik versucht und dann aber auch mit dieser Selbstverletzung. Wobei der wichtige Punkt ist, dass der Gutachter zu der Selbstverletzung gesagt hat, dass er die Frage, ob das auch sexuell mitmotiviert war, nicht verneint habe. Das ist ein sehr interessanter Punkt. Denn manchmal gibt es für sehr merkwürdige Verhaltensweisen auch so eine Art Mischmotivation.

Und in diesem Fall könnte man vermuten, angesichts des Gesamtbildes, dass er halt sowohl Druck ausüben wollte und etwas inszenieren wollte, was ja auch gelungen ist, denn das hat ja auch sehr viel Aufmerksamkeit erregt, als auch er hier aber trotzdem auch einen sexuellen Aspekt ausgelebt hat. Und deswegen wurde auch kurz thematisiert, dass er zwar hier hauptsächlich mit sexuell gefährlich sadistischen Verhaltensweisen aufgefallen ist, aber auch durch.

Diese Selbstverletzung so einen Aspekt hatte von möglicherweise sexueller Erregung durch selbstzugefügten Schmerz. Und hier wären wir dann im Bereich des sexuellen Masochismus. Und es gibt immer mal wieder auch Fälle, in denen halt Täter auch aus beiden, Bereichen Auffälligkeiten aufweisen. Also bei ihm könnte das hier also so eine Mischung sein.

Dieses auf den ersten Blick sehr widersprüchliche ist ein Element, das man bei Hans-Dieter S. immer wieder beobachten kann. Wir haben ja in der ersten Episode schon angesprochen, dass er einerseits schüchtern und gehemmt war, andererseits aber eben auch aggressiv, leicht reizbar und immer wieder Wutausbrüche bekam.

Und ähnlich verhält es sich ja auch mit seinem Umgang mit den eigenen Taten. Es war zum Beispiel so, dass er sich einmal als ihm Fotos der Leichen gezeigt wurden oder als er Fotos der Leichen zu Gesicht bekam, sodass er sich fast angeekelt weggedreht hat, dass er sich das nicht anschauen wollte, als ob er sich so von seinen Taten abwenden wollte.

Gleichzeitig sind aber ja mehrere Situationen überliefert, in denen er mit seinen Taten quasi geprahlt hat. Wir haben eben schon die Szene in der Bonner Kneipe gehört und auch vor Gericht gab es eine ähnliche Szene, da schilderte ein früherer Mithäftling von Hans-Dieter S. im Zeugenstand, was sein Zellengenoss zu ihm berichtet habe.

Es geht jetzt da um den letzten Mord, den an Anke K. in Bochum. Bis zum nächsten Mal. Dieter hat mir erzählt, er habe die Anke geliebt und geglaubt, sie würde ihn auch mögen. Als er von ihrem Freund herfuhr, habe er beschlossen, sie umzubringen. Er wollte sie eigentlich schon am Freitag umbringen, aber da ist ihr Freund aus Aurich zu Besuch gekommen.

Am Montag, dem 26. August, hat er dann nach der Schule mit dem Fahrrad auf Anke gewartet und sie ist mit ihm zur Stadtautobahn in Bochum gefahren. Dann wollte sie aber wohl plötzlich nicht mehr mitgehen. Da hat er Anke festgehalten und ein Messer gezogen. Sie hat sich gewehrt und gekämpft, deshalb hat er ihr beide Arme festgehalten.

Er hat ihr Oberteil hochgezogen und auch versucht, ihre Hose runterzuziehen. Dabei habe die Anke das Messer an die Hand bekommen und er habe sich auch selbst an der Hand verletzt, als er sie abgewehrt habe. Die Anke habe die ganze Zeit keine Angst gehabt, sie war wohl nur wütend. Erst als er ihr dann das Messer ins Herz gestoßen hat, hätte sie ihn fassungslos angeschaut.

Danach hat er sie vergewaltigt. Er ist dann wohl nach Hause gefahren, hat sich umgezogen und noch einen Freund besucht. Das Fahrrad und die Tasche hat er erst am nächsten Tag versteckt. Er wollte sich dann eigentlich nochmal an der Leiche vergehen, konnte aber nicht. Du hast es mir erzählt, Dieter. An dieser Stelle ist es uns wichtig, einmal zu sagen, wir sind uns im Klaren darüber, dass wir dem Täter mit unserem Podcast sehr viel Aufmerksamkeit schenken.

Das ist auch wichtig, um seine Persönlichkeit zu ergründen und diesen Fall irgendwie greifbar zu machen. Wir möchten aber auch seinen Opfern gern mehr Raum geben, um an sie zu erinnern. Es war im Vorfeld allerdings nicht ganz einfach, etwas über die Opfer und ihr Leben herauszufinden, gerade was die frühen Opfer betrifft.

Darum gehen wir hier vor allem auf die drei späteren Opfer, die Hans-Dieter S. Im Jahr 1985 tötete ein. Aber noch einmal zur Erinnerung, als erstes Opfer war im Jahr 1975 die zwölf Jahre alte Martina L., die er in Oldenburg tötete. Die offizielle Todesursache lautete auf Ersticken. Und die er unter Laub und Blättern verscharrte, wie die späteren Opfer in Bonn und Bochum.

Es verschleppte außerdem kurz nach seiner vorzeitigen Haftentlassung zwei Jungen. Den ersten am ersten Weihnachtstag 1979 im Bonner Norden. Es war in seinem Auto unterwegs, stellte es ab und sah den Jungen aus einem Bus steigen. Er beschrieb das dann später so. Da habe ich die Gelegenheit wahrgenommen und ihn mir gegriffen.

Er hielt dem Jungen da den Mund zu und verschleppte ihn auf ein brachliegendes Gelände hinter einem nahegelegenen Wohnblock, wo er ihn teilweise entkleidete und dann missbrauchte. Dann allerdings brachte er das Kind nach Hause und erzählte ihm, er sei Medizinstudent und habe ihn nur untersuchen wollen.

Bemerkenswert ist ja, dass es auf die Frage, warum er damals nicht weitergegangen sei, ernsthaft sagt, dann wäre ja Zwang dabei gewesen und das ist für beide nicht schön. Als wäre es so für den Jungen irgendwie schön oder zwanglos gewesen. Er sagt auch, die Geschichte mit den Medizinstudenten habe er erzählt, um den Jungen zu besänftigen und bleibende seelische Schäden von ihm fernzuhalten.

Kurze Zeit nach diesem Vorfall verschleppt es dann ein weiterer Jungen, einen 13-Jährigen. Und zu diesem Fall haben wir tatsächlich kurz vor dieser Aufnahme jetzt eine sehr interessante Mail bekommen. Richtig, und es hat nämlich einer der damaligen Ermittler geschrieben. Und der schildert, dass Hans-Dieter S.

Den Jungen damals in Bonn-Tannenbusch an der sogenannten Düne, das ist übrigens ganz hier um die Ecke unseres Verlagshauses, angriff und würgte und dann in sein Auto schleppte und nach Bornheim-Märten brachte, also dorthin, wo er später die Frauenleichen versteckt hat. Dort fuhr er sich dann aber offenbar mit seinem Auto fest, vermutlich setzte er die Tat deshalb nicht fort.

Der Polizist berichtete uns weiter, dass er sich mit dem 13-Jährigen dann für einen der kommenden Tage zu einem Treffen am Bahnhof Tannenbusch Süd verabredet und ihm ein Geschenk versprochen habe. Der Junge erzählte seiner Mutter davon und die meldete sich bei der Polizei. Der Ermittler, der sich bei uns gemeldet hat, ist dann mit einem Kollegen zu dieser Verabredung gegangen, wo Hans-Dieter S. auch tatsächlich erschien und sie konnten ihn festnehmen.

Für diese Tat ist Hans Dieter S. ja dann auch wieder zurück ins Gefängnis gekommen, wo er bis 1984 saß. Und die damaligen Ermittler haben wohl bereits einige Einzelheiten erkannt, die den des Mordes an der zwölfjährigen Martina L., 75, ähnelten. Was ich daran wirklich interessant finde, ist, dass der Ermittler uns schreibt, uns war klar, dass der Junge nicht ermordet wurde, weil Hans Dieter S.

Sich festgefahren hatte. Dieser Umstand rettete ihm das Leben. Und dann fragt der Ermittler sich selbst und uns quasi, hatte Hans-Dieter S. Bei der fiktiven Schilderung eines Mordes diesen Jungen aus dem Bonner Süden in seinem kranken Gehirn? Also er ist sich quasi sicher, dass Hans-Dieter S. diesen Jungen getötet hätte, wäre ihm nicht das Problem mit dem Auto dazwischen gekommen?

Ja, genau. Und das widerspricht eigentlich so ein bisschen dem, was wir beim letzten Mal gemeinsam mit Lydia Benecke vermutet hatten, dass er die Jungen, die er angreift, nicht tötet, sondern nur, in Anführungsstrichen, die Frauen, weil er einen sehr tiefen Hass auf Frauen in sich zu tragen scheint. Dafür spricht aber meines Erachtens wiederum, also für diese These, dass er die Jungen ja offenbar ganz anders behandelt als die Frauen und Mädchen.

Diese Jungen, die umgarnt er ja geradezu, ist nett zu ihnen aus seiner Sicht jedenfalls. Dieses Opfer, der damals 13-jährige Junge, sagt übrigens auch im späteren Mordprozess noch einmal aus. Der junge Mann berichtet, wenig überraschend, dass er bis heute unter den seelischen Folgen der Tat leide. Kommen wir jetzt mal zu den drei Opfern, die Hans-Dieter S. dann 1985 tötet.

Über Lydia S. konnten wir tatsächlich am meisten recherchieren, da sie aus einer hier in Bonn lokal bekannten Künstlerfamilie stammte. Und wir wissen aus der Prozessberichterstattung, dass ihr Bruder Nebenkläger in dem Prozess war. Genau, und ich hatte die Möglichkeit, mit diesem Bruder zu sprechen, der sich natürlich gut an seine Schwester und auch an die Zeit nach ihrem Verschwinden erinnert.

Und wir haben uns aber dafür entschieden, kein O-Ton-Interview im Podcast mit ihm zu führen, um es ihm ein bisschen leichter zu machen in dieser Situation, sondern ich berichte jetzt einfach mal, was er mir so erzählt hat. Also er hat mir erzählt, dass er am 5. Mai in Köln mit Lydia zu einem Konzertbesuch verabredet war, zu dem sie dann nicht auftauchte.

Und so kam es eben von ihrem Verschwinden hervor. Gemeinsam mit ihrem damaligen Freund ging er dann irgendwann zur Polizei. Und die, so beschreibt er es, lachte sie fast schon aus und nahm sie nicht ernst. Und sie meinten dort, Lydia sei ja schließlich erwachsen und habe sich vielleicht einfach abgesetzt oder sei gar einer Sekte beigetreten.

Und ich habe im Gespräch richtig gemerkt, wie schlimm das für ihn war und wie enttäuscht er von der Polizei war. Und er erzählte auch, dass er während Lydia verschwunden war, ihre Katze fütterte. Und eben regelmäßig im Gartenhaus, also ihrer Wohnung, nach dem Rechten sah. Und erst Mutter, die ja ihre Vermieterin war, kam anscheinend mehrmals vorbei und verhielt sie auch merkwürdig, so beschrieb es der Bruder, als habe sie etwas geahnt. Also sie stellte komische Nachfragen.

Auch, das hat er mir auch erzählt, klingelte zu der Zeit bei ihm und seinen Eltern mehrmals das Telefon und am anderen Ende hörte man nur Atemgeräusch und dann wurde aufgelegt. Also das hat sich aber nicht aufgeklärt, was da dahinter steckte. Am schlimmsten, so der Bruder, sei natürlich die Ungewissheit gewesen.

Man darf nicht vergessen, dass sie fast ein halbes Jahr verschwunden war, bis ihre Leiche gefunden wurde. Ja, und er beschreibt Lydia als offene, kontaktfreudige Person. Sie studierte damals Schulmusik in Köln und stand kurz vor dem Examen. Sie verdiente sich nebenher etwas dazu als Klavierlehrerin. Und ihr Bruder erinnerte sich auch, dass die Gegend, in der sie wohnte, Bonn-Poppelsdorf, sehr abgeschieden war. Das Gartenhaus habe er und seine Familie scherzhaft Bracke genannt, weil es nur so notdürftig ausgestattet war.

Sie wohnte auch noch nicht lange zu dem Zeitpunkt in dem Gartenhaus, war aber, so sagte er, stolz und froh über ihr erstes eigenes Reich. Davor hatte sie eben lange in einer WG gewohnt und in diesem Gartenhaus konnte sie eben auch gut ungestört Klavier üben. Er meinte allerdings auch, dass er sich kaum an den Prozess selbst erinnert.

Weil er dort auch nur einmal als Nebenkläger dabei war. Das zweite Opfer war dann Doris B., 16 Jahre alt. Sie war das einzige Opfer der Mordserie 1985, das S. nicht persönlich kannte, sondern dem er buchstäblich auf der Straße begegnete. Wir wissen, dass die Eltern von Lydia S. nach den Morden Kontaktaufnahmen zur Mutter der Schülerin Doris B.

Ansonsten wissen wir nicht viel über Doris. Wir haben aber nach unserer ersten Episode zu diesem Fall ebenfalls wieder eine Mail bekommen, die mich wirklich sehr berührt hat. Genau wie die Schilderung des Bruders von Lydia. Uns hat nämlich die Schwester von Doris B. geschrieben. Sie nimmt Bezug auf unseren Titel, der vergessene Serienmörder, der sich ja wiederum darauf bezieht, dass der Fall in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt ist.

Und die Schwester schreibt, für Hinterbliebene ist der Serienmörder Hans-Dieter S. nicht vergessen. Wir haben ihm vergeben, aber ein Vergessen ist unmöglich. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an den 30. Mai 1984 denken, also an den Tag, an dem Doris B. verschwand. Über das letzte Opfer von Hans-Dieter S., Anke Regina K.

Ist vermutlich am meisten öffentlich bekannt, da Anke die Tochter des damaligen Baltrumer Bürgermeisters Wilhelm K. War. Sie war wahrscheinlich auch ziemlich bekannt in ihrer ostfriesischen Heimat und wir wissen ja, dass sie dort in der Region auch noch ihren Freund hatte. Zu Anke K. findet sich auch einiges im Netz. So gibt es Blogbeiträge einer Freundin, und einer ehemaligen Mitschülerin, die sich beide mit dem Mord und auch namentlich mit dem Mörder Hans-Dieter S. befassen.

Unsere Gerichtsreporterin Rita Klein erinnert sich, dass der Vater von Anke K., also der genannte Bürgermeister, an jedem Prozestag nach Bonn kam. Und dieser Mann war sehr beeindruckend. Also der ist auch nach vorne gegangen, als die Fotos gezeigt wurden von seiner toten Tochter, wie die da gefunden worden ist.

Und das werde ich auch nie vergessen. Da hat der damalige Vorsitzende, der Martin Jeckfett, der Richter, hat zu ihm gesagt, wollen Sie sich das wirklich antun? Und er hat gesagt, ja, ich muss und ist dann nach vorne gegangen, zur Richtertheke und hat sich auch die Fotos angeguckt. Da stand er da und hatte die Fäuste so geballt, dass wirklich die Knöchel weiß waren.

Und ich bin damals immer nach Prozessende natürlich zur Tiefgarage, wo mein Auto stand, um zum VR zu fahren, gegangen. Und dann ist das ab und zu passiert, dass er zur selben Zeit den Weg ging. Und dann habe ich ihn irgendwann mal angesprochen und habe kurz mit ihm geredet und habe ihn dann gefragt, wie können Sie das aushalten, warum machen Sie das, warum hören Sie sich das alles an?

Und dann hat er zu mir gesagt, das muss ich tun, ich könnte meiner Tochter nicht beistehen, ich konnte ihr nicht helfen, dann muss ich das jetzt für sie tun. Ja, dieser Mann und auch alle anderen Angehörigen und Freunde der toten Frauen werden die Opfer ganz sicher nie vergessen. Und wir hoffen, dass wir so auch einen ganz kleinen Beitrag dazu leisten können, dass sie in Erinnerung bleiben und nicht nur der Mann, der sich damals umgebracht hat.

Kommen wir auf den Prozess zurück und der fand ja nicht nur im Landgericht in Bonn statt, sondern es gab auch mehrere Ortstermine, bei denen natürlich auch unsere Reporterin mit dabei war. Einmal wurden alle Prozessbeteiligten zum Beispiel mit einem Bus nach Bochum gefahren, um den dortigen Tatort zu besichtigen.

Auch elf Polizisten und zwei Polizeihunde waren dabei, um den Schutz aller Beteiligten eben genauso wie im Gerichtssaal zu gewährleisten. Da kämpften sich also das Schwurgericht und alle anderen Pressezeugen der Angeklagte durch dichtes Gestrüpp zu der Stelle vor, an der Anke K. gefunden worden war. Bemerkenswert, kurz vor dem Fundort stockt der Angeklagte Hans-Dieter S., der bleibt stehen und will nicht weitergehen.

Das ist irgendwie wieder dieses Moment, dass er offenbar mit seinen Taten nicht konfrontiert werden möchte. Und dann gab es ja auch noch einen Ortstermin im Wald in Bornheim-Merten, von dem Rita Klein berichtet hat. Auch da benimmt sich es wieder sehr merkwürdig. Wir sind ja damals nach Bornheim-Märkten.

Da hat der Oberstaatsanwalt, der in dem Prozess die Anklage vertreten hat, der war bekannt mit Leuten von der Flugbereitschaft in Hangela. Und dann hat der organisiert, dass wir mit dem Hubschrauber da hingeflogen sind und über das Weihstück auch drüber mal zu gucken, wo das ist. Und da sind wir mit so einer großen, mit einem großen Hubschrauber geflogen, wir Presse.

Und wir saßen dann in der großen Alouette, in dieser großen Hubschraubermaschine, zusammen mit dem Angeklagten und den Wachtmeistern. Und der war kotzschlecht, der war kreidebleich und hatte immer so eine Kotztüte vor dem Gesicht. Oh Gott. Also das war ziemlich unangenehm. Ja, und dann haben wir uns da die Fundorte angeguckt.

Und das habe ich damals, glaube ich, sogar geschrieben. Und er wirkte eigentlich vergleichsweise unbeteiligt und hat dann immer so irgendwelche Ameisen und irgendwelche Insekten beobachtet, die da rumkrabbelten. Also das war schon ein sehr gestörter Mensch. Ja, und da ist er dann auch nochmal aufgefordert worden von dem Staatsanwalt.

Ja, tatsächlich hat S. bis zum Schluss des Prozesses immer wieder alles geleugnet und felsenfest behauptet, unschuldig zu sein. Dann aber wendet sich doch noch das Blatt. Kurz bevor das Urteil verkündet werden soll, gesteht er. Ja, das Urteil sollte gesprochen werden schon. Und da meldete sich sein Verteidiger zu Wort und sagte, mein Mandant möchte ein Geständnis ablegen.

Das war so schaurig, das kannst du dir gar nicht vorstellen, das war so grauenhaft. Dann hat der Anwalt verlesen, stundenlang ein Frage-und-Antwort-Spiel, kann man schon nicht anders sagen. Der hat ein Theaterstück aufgeführt. Und zwar hat der Anwalt als er, als er selbst Fragen gestellt und hat dann mit verstellter Stimme die Antworten gegeben, die sein Mandant ihm gegeben hat. Das hat er verlesen.

Das war so schaurig. Und am 24. Oktober 1986, also fast fünf Monate nach Prozessbeginn, wird schließlich das Urteil gesprochen. 15 Jahre Haft. Bei S. wird von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen und es wird die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. Im Gerichtssaal stößt das Urteil auf viel Unverständnis und teilweise Entsetzen.

Wie kann es sein, dass ein Serienmörder nur 15 Jahre Gefängnisstrafe bekommt und dann eigentlich noch nicht mal ins Gefängnis muss, sondern in eine Klinik. Der Richter geht darauf in seiner Urteilsbegründung auch ein. Das ist mein Geburtstag, sagt er erschüttert. Dieser, Angeklagte. Er hat Ströme von Blut und Tränen bei Opfern und Angehörigen hinterlassen.

Aber das Schwurgericht muss trotz allen Abscheus, ohne Hass und persönliche Gefühle richten. Und eines, betonte der Richter, sei sicher. Dieser Hans-Dieter ***, so wie er vor uns sitzt, darf nie wieder in die Freiheit. Und es wird sich kein Richter und kein Arzt finden, ihn zu entlassen, wenn er nicht von seinen Dämonen, seinen Obsessionen befreit ist.

Nur eine zweifelsfreie Änderung seiner Persönlichkeit ist der Schlüssel für seine Freiheit. Dass Hans-Dieter S. nur eine 15-jährige Freiheitsstrafe bekommt, wirkt für Laien sicher erst mal merkwürdig, so ging es uns auch, wenn man sich diese schrecklichen Taten vor Augen führt. Wir haben uns deshalb einmal von einem Profi erklären lassen, was es mit solchen Urteilen auf sich hat.

Ja, richtig, und zwar von Valentin Sitzmann, einem Fachanwalt für Strafrecht. Er hat uns mal erklärt, was es mit dem sogenannten Maßregelvollzug auf sich hat, wozu zum Beispiel auch die Sicherungsverwahrung gehört und eben auch die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik, wie es bei Hans-Dieter S. war.

Erstmal aber ganz grundsätzlich zu strafrechtlichen Sanktionen in Deutschland. Dem Strafrecht der Bundesrepublik Deutschland liegt ein indeterministisches Weltbild zugrunde. Das heißt, dass der einzelne Mensch einen freien Willen bilden kann und sich in seinem Handeln auch nach diesem Willen richten kann.

Des Weiteren verfügt ein jeder Mensch über einen Kompass, der ihm sagt, welche Richtung die richtige, also das rechtmäßige Handeln und welche die falsche ist, das rechtlich verbotene Handeln. Entschließt sich nun jemand bewusst dafür, Verbotenes zu tun, beziehungsweise rechnet jemand damit. Dass sein Verhalten verboten sein könnte und verstößt er gegen das Verbot, so wird er dann bestraft, wenn das Verbot strafrechtlich sanktioniert ist, also den Unrechtstatbestand einer strafrechtlichen Norm verwirklicht und man ihm diese Entscheidung für das Unrecht auch vorwerfen kann.

Man spricht dann davon, dass dieser Mensch der Straftat schuldig ist und er deswegen mit Kriminalstrafe, das sind in Deutschland Geld- oder Freiheitsstrafe, Jugendliche und Heranwachsende, letztere gegebenenfalls nach dem im Jugendgerichtsgesetz vorgesehenen Sanktionenkatalog, mit einer Sanktion belegt werden kann.

Danach ist, so sieht es das Gesetz vor, die Schuld die Grundlage der Strafe, und bei der konkreten Strafbemessung werden so dann spezial- und generalpräventive Gesichtspunkte lediglich, aber immerhin mit berücksichtigt. Aber genau das funktioniert eben nicht in jedem Fall, zum Beispiel in dem eines Täters wie Hans-Dieter S.

Da gibt es aber auch Fälle, in denen ist der Verurteilte für die Gesellschaft gefährlich. Es ist vorhersehbar, dass der Verurteilte auch nach Verbüßung einer Freiheitsstrafe im Strafvollzug nach weiter delinquieren wird. Hätte der Gesetzgeber nunmehr bei der Sanktionierung nur solche Sanktionen im Gepäck, die am Maß der Schuld anknüpfen, so könnten unter Umständen extrem, aber auch dauerhaft gefährliche Verhaltensweisen strafrechtlich nicht geahndet werden.

Im Fall einer Schuldunfähigkeit hätte dies zur Konsequenz, dass ein Straftäter wegen des Vorwurfs einer Straftat freigesprochen wird und in jedem Falle, egal was er gemacht hat, unbehelligt nach Hause gehen darf. Ein Ansatzweiser, geschweige denn ausreichender Schutz der Gesellschaft vor zukünftigen Wiederholungstaten, wäre nicht gegeben.

Es dürfte absolut einleuchten, dass es fatal wäre, einen Menschen wie Hans-Dieter S. aufgrund seiner festgestellten verminderten Schuldfähigkeit freizusprechen. Darum gibt es das Instrument der Maßregel. Dazu nochmal Valentin Sitzmann. Die drei im Strafgesetzbuch vorgesehenen stationären Maßregeln der Sicherung und Besserung.

Das ist einmal die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus nach § 63 StGB. Die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt Die Unterbringungsanstalt nach § 64 StGB sowie die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung nach § 66 StGB, sind an verschiedene Voraussetzungen geknüpft. Allen diesen Maßnahmen ist aber gemein, dass die Straftat, deren wegen der Mensch gerade verurteilt worden ist, eine sogenannte Symptomtat ist.

Das heißt, eine Symptomtat für einen Zustand, in dem sich dieser Mensch befindet. Der über die eine Tat hinaus für die Gesellschaft gefährlich ist. Es muss in allen drei Fällen mit erheblichen weiteren Straftaten zu rechnen sein, wenn nicht durch die Anordnung einer solchen Maßregel der Sicherung und Besserung auf den Verurteilten eingewirkt wird.

Im Fall von Hans-Dieter S. bedeutet das damalige Urteil ganz konkret, dass er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden muss und sollte er dort zum Beispiel innerhalb von fünf Jahren erfolgreich behandelt werden, anschließend nur noch zehn Jahre im Gefängnis absitzen müsste. Das heißt allerdings nicht, dass er danach einfach freikommt.

Vielmehr müsste er dann erneut auf seine Krankheit, seine psychische Störung hin untersucht und gegebenenfalls erneut in eine Klinik eingewiesen und jedes Jahr erneut geprüft werden. Und man kann im Fall Hans-Dieter S. wohl ganz deutlich sagen, die Prognose, dass der erfolgreich behandelt werden würde, die war damals schon nicht gut.

Rita Klein hat mir erzählt, dass sich Hans-Dieter S. einer Behandlung wohl überhaupt nicht geöffnet habe. Also der war überhaupt nicht zugänglich. Und man fragt sich ja schon immer, wie wäre es wohl weitergegangen, wenn er nicht gefasst worden wäre? Ja, die Rita erinnert sich da ganz deutlich an die Aussage eines Gutachters namens Schumacher im Prozess.

Und dieser Schumacher hat gesagt, also der sei wie der Fall Jürgen Bartsch, der hätte immer weitergemacht, wenn er nicht gefasst worden wäre. Ja, und auch Lydia Benecke ist sich nach Prüfung des gesamten Falls sicher, dass es nicht aufgehört hätte zu morden. Ja, ganz eindeutig ist das, was auch vom Gutachter so geschildert wurde, was ich auch hier in den Unterlagen sehe, dass es eigentlich kaum denkbar ist, dass er nicht weitergemacht hätte, also.

Um genau zu sein, hat sich der Gutachter hier sogar sehr drastisch geäußert, wenn ich das sehe, dass er also absolut sicher war, dass es so weitergehen würde. Und wenn man sich jetzt wirklich anschaut, wie irrational, mit welcher Geschwindigkeit er halt, immer wieder rückfällig geworden ist, wenn man sich vor allem die Gesamtgeschichte anschaut, also die komplette Chronologie, dann wird das nochmal sehr viel deutlicher.

Da sieht man ja schon, dass er überhaupt nicht bereit ist, auch nur ansatzweise zu überlegen, wie er diese Fantasie vielleicht unterdrücken könnte, sondern es wirkt im Gegenteil so, als würde er sehr stark immer wieder nach der nächsten Gelegenheit Ausschau halten, um die Gelegenheit dann auch wahrzunehmen, seine Fantasie wieder auszuleben.

Das heißt, er hätte sicherlich auch immer weiter auch hier wahrscheinlich diese planvolle Vorgehensweise ausgebaut und sich überlegt, wie er halt Menschen dann, auch kontrolliert in seine Gewalt bringt. Aber was man eindeutig sieht, ist, dass diese sexuellen Bedürfnisse, dass die offensichtlich sein Handeln und sein Denken und Fühlen die ganze Zeit, absolut im Vordergrund stehend beeinflusst haben.

Und das war sicherlich auch der springende Aspekt, warum hier die Steuerungsfähigkeit so intensiv diskutiert wurde. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wo ist der Serienmörder S heute? Damals wurde ja vor allem von Angehörigen der Opfer befürchtet, er könnte wieder auf freien Fuß kommen. Johanna, du hast da ja ziemlich intensiv recherchiert und das war gar nicht so einfach, oder?

Nee, genau. Denn wie ich erfahren habe, werden die Aufzeichnungen zu Insassen in Gefängnissen nach zehn Jahren vernichtet, also zumindest in Nordrhein-Westfalen. Und wir wussten eben von Rita Klein, in welcher JVA er einsaß. Dort konnte man mir jedoch keinerlei Auskunft geben, da er vor mehr als zehn Jahren entlassen wurde.

Und unsere Frage war dann natürlich, ist er immer noch in psychiatrischer Behandlung, wie es beim Urteilsbruch angekündigt wurde. Aber auch beim Landgericht gab es keine Akten mehr zu dem Fall. Erst bei der Staatsanwaltschaft hatte ich dann Erfolg. Hier konnte man mir immerhin sagen, dass er seine 15 Jahre abgesessen hat und anschließend eben im Maßregelvollzug gelandet ist, also in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Und die Diagnose psychisch krank wird hiermit aufrechterhalten und die Gefahr, die weiterhin von ihm ausgeht, wird eben berücksichtigt. Es geht aber nicht nur um den Schutz für die Allgemeinheit, sondern eben auch um Therapie für ihn. Und der Aufenthalt ist theoretisch zeitlich unbegrenzt und jedes Jahr muss, wie gesagt, ein Gericht die Notwendigkeit und Fortführung des Maßregelvollzugs überprüfen.

Und wenn unsere Rechnung stimmt, dann ist er seit 2001 in einer forensischen Psychiatrie und fast 20 Mal wurde somit neu bestätigt, dass er eben dort bleiben muss, weil weiterhin Gefahr von ihm ausgeht. Vor allen Dingen fragt man sich immer wieder, er war mir ja immer so nah, warum ich nicht, warum hat er mich verschont?

Ja, hallo, hier ist wieder Gegenwarts-Anna mit dem eben versprochenen Update zu diesem ganz besonderen Fall des Bonner Serienmörders Hans-Dieter S. Ich muss sagen, dieser Fall ist für mich bis heute einer der schlimmsten, die wir hier je behandelt haben. Und es ist ein Fall, der mich wirklich nie losgelassen hat.

Das ist aber ganz sicher nicht vergleichbar mit dem, was eine Frau empfindet, die sich bei mir gemeldet hat, als sie unsere Episoden zu Hans-Dieter S. gehört hat. Denn diese Frau hat sich seit ihrer Kindheit eine Frage gestellt, die sie bis heute nicht loslässt. Warum nicht ich? Warum hat er nicht mir das angetan?

Und diese Frage ist in ihr wieder hochgekommen, als sie Ende vergangenen Jahres auf unseren Podcast gestoßen ist. Der war ja da schon einige Jahre online. Sie hat ihn dann bemerkt und hat sich sofort bei mir gemeldet. Wir haben uns getroffen und lange miteinander gesprochen. Ich nenne die Frau hier Andrea. Sie heißt nicht wirklich so.

Ihr kennt das von uns. Ihren echten Namen nennen wir hier nicht, um sie zu schützen. Ich sage ganz kurz noch dazu, dass wir ja früher mit Namen sowohl von Tätern als auch von Opfern etwas anders umgegangen sind. Also vor fünf Jahren haben wir da noch anders mitgearbeitet. Heute würden wir das so nicht mehr machen. Wir würden also auch die Namen der Opfer und auch den Namen des Mörders hier nicht mehr so nennen.

Ich fände es jetzt einigermaßen albern, wenn ich entweder die Namen in der Original-Episode überpiepsen würde oder jetzt andere Namen verwenden würde. Deshalb bleiben wir natürlich jetzt bei den echten, wohlgemerkt auch damals schon abgekürzten Namen, also die Nachnamen haben wir abgekürzt. Andrea nenne ich aber Andrea, obwohl sie nicht wirklich so heißt.

Sie ist damit einverstanden, dass ich ihre Geschichte hier erzähle, das ist ganz wichtig zu sagen und wir werden tatsächlich auch Ausschnitte aus unserem Gespräch hören. Da sage ich direkt dazu, die Audioqualität ist in dem Fall nicht ganz besonders gut, deshalb werde ich jetzt ihre Geschichte eher erzählen, aber ich möchte sie zwischendurch auch immer mal wieder selbst zu Wort kommen lassen.

Andrea ist heute 59 Jahre alt, sie hat vier Kinder und vier Enkelkinder und sie wohnt nicht mehr da, wo sie als Kind gewohnt hat, nämlich zwei Häuser neben dem Haus, in dem Hans-Dieter S. mit seiner Mutter lebte. Andrea ist in Bonn-Tannenbusch aufgewachsen. Sie war eines von sechs Kindern. Und mehrere Kinder schliefen damals in einem Zimmer in Stockbetten.

Das war damals ganz normal. Die Mutter war alleinerziehend. Die Familie war nicht wohlhabend. Da war es ganz normal, dass also, ich glaube, in dem Fall vier Kinder in einem Zimmer schliefen. Und in unmittelbarer Nähe wohnte eben Hans-Dieter S., den Andrea auch kannte. Er war etwa zehn Jahre älter als sie selbst. Sie war damals um die zehn Jahre alt, er also schon ein junger Erwachsener.

Und er war mit ihrem älteren Bruder befreundet, der in seinem Alter war. Das alleine wäre jetzt nicht weiter auffällig gewesen. Aber Hans-Dieter S. war nicht einfach ein Freund ihres Bruders, der ab und zu vorbeikam. Er war überall. Mir ist er dann immer hinterher bis zum Schulhof. Ich durfte nachher nicht mehr auf den Schulhof.

Weil er sich verfolgt hat? Ja, der stand überall. Egal ob ich abends noch zur Edeka musste, früher Schlesienstraße konnte man ja unter den Häusern hergehen, da war dann schreibbaren Brock und ein kleiner Edeka, ein Stück weiter hoch, eine Bäckerei. Und wenn ich dann später noch was holen musste für meine Mutter, dann stand er da.

Warum auch immer, als hätte er es geahnt. Er hat auch ein paar Mal unten im Haus so gestanden, dann hat er mich beobachtet, wenn ich Rollstuhl gefahren bin hinter dem Haus, da war so ein bisschen ein Hügelchen der Weg. Da stand er dann mit, dem Fernglas an seinem Wohnzimmerfenster und hab beobachtet.

Eigentlich überall präsent. Andreas Bruder hat seinen Freund deshalb irgendwann zur Rede gestellt und ihm gesagt, er solle sich von seiner Schwester fernhalten. Naja, genau genommen hat er ihm ordentlich eine gepfeffert, so hat sie es beschrieben. Andrea war ja damals noch ein Kind, aber sie hat gespürt, dass da was nicht stimmt. Ihre Mutter hat das auch gespürt, hat sie mir erzählt.

Die hat immer gesagt, glaub's mir, mit dem stimmt was nicht. Andreas Mutter hat sich damals jedenfalls große Sorgen um ihre Tochter gemacht. Der hat große Sorgen, dass sie in die Schule ging und die Lehrerinnen und Lehrer bat, auf das Mädchen aufzupassen. Andrea durfte irgendwann nicht mehr auf den Schulhof gehen in der Pause, weil die Mutter Sorge hatte, dass Hans-Dieter S.

Sie dort abfängt. Die Mutter hat das Mädchen zur Schule begleitet, von der Schule abholen lassen. Ja und trotzdem, so erzählt es Andrea, hat Hans-Dieter S. es immer wieder geschafft, in ihrer Nähe zu sein. Ihr hat es damals das Gefühl gegeben, er sei von ihr besessen. Und möglicherweise ist es dabei nicht geblieben, also dabei, dass der Nachbar das damals 10-jährige Mädchen ständig beobachtete.

Andrea hat mir erzählt, dass ihr Bruder seinen Freund Hans-Dieter manchmal bei sich übernachten ließ, ohne das Wissen und gegen den Willen der Mutter. In dem Zimmer, in dem auch Andrea und ihre Schwester schliefen. Andrea erinnert sich daran, dass sie in einer Nacht aufgewacht ist. Sie glaubt, sich zu erinnern, dass jemand sie betatscht hat, so hat sie es ausgedrückt.

Sicher sagen kann sie das bis heute nicht. Woran sie sich aber ganz klar erinnert, ist eine Situation an einem Morgen, nachdem Hans-Dieter S. eine Nacht bei der Familie verbracht hatte. Und ich weiß noch, wir saßen alle da und dann kam meine Nichte mit meiner Schwester aus dem Kinderzimmer und sagte, da liegt jemand unter *** Bett.

Ja, ja, hast schlecht geschlafen. Hat man nicht für Folge. Weil es fiel auch damals noch kein Nachbund. Sie kannten ihn ja alle. Und dann waren alle weg. Schule, Kindergarten. Meine Mutter war unterwegs. Und meine Schwester, meine Ältere, war allein im Zahn. Und wollte dann hinten im Kinderzimmer die Betten machen gehen.

Und macht die Tür auf und dreht sich rum. Und denkt, das steht hinter der Tür. Ja, das muss man sich mal vorstellen. Dieser Mann versteckt sich über Stunden in der Wohnung unter dem Bett eines kleinen Mädchens und versetzt dann die Schwester dieses Mädchens in Angst und Schrecken, indem er sich hinter der Tür versteckt.

Als Andreas Mutter an diesem Tag nach Hause kommt und davon erfährt, ist sie außer sich. Die Polizei ruft sie allerdings nicht. Andrea glaubt, dass ihre Mutter Angst hatte, dass dadurch das Jugendamt auf die Familie aufmerksam werden könnte. Und vor dem Jugendamt hat die Mutter offenbar als Alleinerziehende und Berufstätige, eine ganz diffuse Angst.

Irgendwann verschwindet Hans-Dieter S. aus Tannenbusch und aus Andreas Leben. Andrea erfährt später, dass er im Gefängnis sitzt, weil er im Landkreis Oldenburg einen Mord begangen hat an einem zwölfjährigen Mädchen. Das war Martina L., sie tötet Hans-Dieter S., damals 19 Jahre alt, während er bei Verwandten zu Besuch ist.

Und er verscharrt die Leiche des Mädchens 1975 bereits auf die gleiche Art und Weise, wie er es auch bei seinen späteren Bonner und Bochumer Opfern machen wird. Hans-Dieter S. wird jetzt zu einer Jugendstrafe von acht Jahren wegen dieses Mordes verurteilt und kommt ins Gefängnis. Nach fünf Jahren ist er wieder draußen auf Bewährung und wenig später versucht er ein Kind, einen kleinen Jungen zu entführen.

Er wird erwischt, die Entführung glückt zum Glück nicht und deshalb muss Hans-Dieter erst den Rest seiner Jugendstrafe und zusätzlich acht Monate wegen dieses Entführungsversuchs absitzen. Im Frühjahr 1985 kommt er wieder auf freien Fuß und taucht kurze Zeit später in Tannenbusch auf. Andrea hat mir erzählt, wie sie ihn damals wiedererkannt hat.

Sie kam von der Bushaltestelle, bog in die Straße ein, in der das Haus ihrer Mutter steht, sah dort das Auto seiner Schwester mit ihm am Steuer. Und dann war er wieder da. Man vergisst diesen Menschen nicht. Ich bin von der Haltestelle gekommen und bin dann in die Scholfstraße rein. Und dann kam mir diese orangefarbene Ente entgegen.

Und dann habe ich so gedacht, Moment mal, dann ist er ganz langsam, die Brille. Ich kann Ihnen gar nicht sagen. Ich bin nur schreiend über die Straße, meine Mutter stand oben am Fenster, ich habe nur noch gebrüllt, mach auf, der Sch***. Hans-Dieter S. ist also zurück in Andreas Leben. Er fragt in einer Kneipe nach ihrem Bruder, aber der Bruder ist es nicht, für den er sich in Wahrheit interessiert.

Er erzählt, dass er wisse, wo dessen Schwester Andrea nun wohne. Und viel schlimmer, er erzählt, dass er in ihrer Wohnung gewesen sei und neben ihr gestanden habe, als sie schlief. Andrea hat mir erzählt, sie hat zu diesem Zeitpunkt in ihrer Wohnung oft auf der Couch geschlafen, mit offener Terrassentür.

Es kann also sein, dass Hans-Dieter S. tatsächlich in diese Wohnung eingedrungen ist. Bemerkt hat sie nie etwas und ob es stimmt, dass der Mörder neben ihr stand oder ob es nicht stimmt, das weiß sie bis heute nicht. Aber ihre Wirkung hat die Geschichte, die er da erzählt hat, natürlich nicht verfehlt.

Und wieder fragt sich Andrea, wenn er mir wirklich so nah war, warum hat er mich dann verschont? Ich musste an dieser Stelle daran denken, dass wir ja auch schon davon gehört haben, dass Hans-Dieter S. in einer Bonner Kneipe mit unheimlichen Bemerkungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Da erzählt er, er habe schon mal eine Frau umgebracht und er werde wieder eine umbringen.

Und zeigt dabei auf eine Frau, die sich in dieser Kneipe befindet. Wohlgemerkt, wir sind mittlerweile im Jahr 1985, in dem Jahr, in dem Hans-Dieter S. drei weitere Morde begeht. Aber erstmal zurück zu Andrea. Hans-Dieter S. belässt es nicht bei diesen Erzählungen in der Kneipe. Er ruft bei Andreas Mutter an von einer Telefonzelle um die Ecke.

Das heißt, die kann ihn aus dem Fenster dabei sogar sehen. Sein Auto steht vor dieser Telefonzelle. Er versucht sich also gar nicht zu verstecken. Die Mutter wiederum macht keinen Hehl daraus, was sie von ihm hält. Und davon, dass er anruft, sie fragt ihn sogar ganz direkt, willst du jetzt die nächste umbringen?

Und er antwortet, das sei eine einmalige Entgleisung gewesen, also der Mord an der zwölf Jahre alten Martina. Der Mörder beobachtet Andrea weiter, taucht immer wieder in ihrer Nähe auf. Nicht lange danach verschwindet Hans-Dieter S. wieder und schnell erfährt die Familie, warum. Er soll drei weitere Frauen ermordet haben. Andrea steht später vor dem Gebäude des Landgerichts Bonn.

Im Kinderwagen liegt ihre kleine Tochter. Drinnen läuft die Verhandlung gegen Hans-Dieter S. Und sie überlegt lange, ob sie reingehen und den Prozess im Gerichtssaal verfolgen soll. Sie entscheidet sich schließlich dagegen. Aber bis heute verfolgen sie die Gedanken an diesen Mann, der ihr so oft so nah war.

Bis heute hat sie ihn sofort vor Augen, wenn sie an ihn denkt. Groß, schlagsig, dünn, mit Brille. Sie erinnert sich genau an eine typische Geste von ihm. Wie er sich immer wieder über die Wange rieb. Und bis heute hat sie einen bestimmten Geruch in der Nase, wenn sie an ihn denkt. Ich habe bis vor ein paar Jahren noch nachts seine Hand gespürt und ich habe heute noch, weil irgendwas ist, diesen Geruch in der Nase.

Ich bin teilweise nachts wach geworden, habe geschrien, habe geweint. Dann hat man mir gedacht, wie ist es los mit dir? Ich habe geträumt. Ja, aber du hast schlimm geträumt. Du hast geschrien, getreten und geschlagen. Und da habe ich dann das erste Mal erzählt, warum, wieso, weshalb. Wenn ich dann unten bei uns in die Garage gegangen bin, habe ich immer so gedacht, nee, mach das einfach nicht, geh da einfach nicht mal rein, den Geruch kriegst du nie wieder aus der Nase.

Ich würde auch nie nachts hier unten in die Tiefgarage gehen. Der hat immer nach Garage gekocht, nach Sprint, nach Öl, ganz komischen Geruch. Den hatte der immer an sich, keine Ahnung, der da ewig an seinem Mofa geschraubt hat oder was, aber das vergisst man nicht. Andrea fragt sich manchmal, ob sie, wenn sie die Möglichkeit hätte, Hans-Dieter S. zu begegnen, diese Möglichkeit nutzen würde.

Und sie sagt, wenn ich hundertprozentig wüsste, der kommt nie wieder raus, dann würde ich es machen. Dann würde sie sich ihm wahrscheinlich gegenüber setzen und ihm diese eine Frage stellen. Warum die anderen? Warum nicht ich? Denn das ist die Frage, die sie nicht loslässt. Aber, Andrea sagt selbst, größer als der Wunsch, diese Frage beantwortet zu wissen, ist die Angst, dass er doch irgendwann wieder rauskommen könnte.

Auf der einen Seite klar ist natürlich die Not. Was passiert dann? Wird ein Weg vorausfinden? Dann wäre ich mit Sicherheit die Nächste. Ich hatte außerdem Kontakt zu einer weiteren Person, einer früheren Mitschülerin des Bochumer Mordopfers von Hans-Dieter S., Anke Regina K. Die hatte ja damals an der Berufsschule in Bochum eine Ausbildung begonnen, genau wie Hans-Dieter S., der sie im August 1985 ermordete.

Anke wurde nur 16 Jahre alt. Genau so alt wie ihre damalige Mitschülerin, die mir berichtet hat, wie die Berufsschulklasse damals von Polizeibeamten befragt wurde. In der Klasse waren insgesamt 31 Schülerinnen und Schüler. Alle drei Fachrichtungen waren vertreten. Die jüngste war 16, der älteste 40 Jahre alt. Also eine sehr bunt gemischte Klasse. Und die war zu diesem Zeitpunkt erst wenige Wochen zusammen.

Die kannten sich alle noch nicht besonders gut. Mehrere Schülerinnen und Schüler waren wohl auch in der Anfangszeit noch von dieser Ausbildung abgesprungen, also hatten es sich anders überlegt. Und deshalb war es für die Hörerinnen unseres Podcasts erstmal gar nicht auffällig, dass ihre Sitznachbarin Anke plötzlich weg war.

Kurz zuvor hatte Anke auf eine Kopie, die der Lehrer ausgeteilt hatte, eines Gorillagebisses noch ein breites Grinsen gemalt. Und jetzt war diese Zeichnung das Einzige, was ihr von der Gleichaltrigen geblieben war. Hans-Dieter S. vergewaltigte und tötete Anke Regina K. Ihre verscharrte Leiche, wurde von Straßenarbeitern gefunden.

Die Hörerin hat übrigens noch eine ganz wichtige Anmerkung gemacht. Wir haben ja davon gesprochen, dass Hans-Dieter S. eine Ausbildung zum Tierpräparator machte. Das hieß damals immer so. Das scheint aber nicht ganz richtig gewesen zu sein und das ist ein wirklich wesentlicher Unterschied. Es geht um eine Ausbildung als präparationstechnischer Assistent.

Und diese Ausbildung hatte mehrere Fachrichtungen. Das hat die Hörerin mir erklärt. Das ist einmal Biologie, das ist dann der sogenannte Tierpräparator. Dann Geologie, das sind dann eben die Leute, die Fossilien frei präparieren oder Bodenprofile erstellen. Oder eben die Fachrichtung Medizin. Und das sind die Personen, die zum Beispiel Spenderkörper für den anatomischen Unterricht an Hochschulen konservieren.

Also Körper von Menschen. Und Hans-Dieter S., der hatte die Ausbildung zum medizinischen Präparator begonnen. Die Hörerin schreibt, er wollte explizit das Präparieren von menschlichen Leichen erlernen. Nach dem Mordfall sei übrigens die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses für diese Fachrichtung Pflicht geworden.

Die Hörerin hat mir außerdem Berichte aus dem Hamburger Abendblatt geschickt, in denen über den Fall berichtet wurde und auch die Bild-Zeitung berichtete offenbar über den Prozess in Bonn mit einem Foto des Angeklagten, auf dem er den Kopf leicht einzieht und die mit Handschellen gefesselten Hände vor dem Körper hält.

Es ist also nicht ganz richtig, dass damals nicht überregional berichtet wurde. Auch die Hörerin beschreibt Hans-Dieter S., der ja auch ihr Mitschüler damals war, als groß, sehr dünn und, Zitat, ständig irgendwie mit den Händen am Gesicht zugange. Das deckt sich also auch mit dem, was Andrea erinnert. Sie, also die Mitschülerin, habe ihn nur im gemeinsamen Unterricht gesehen und nicht mit ihm gesprochen, weil sie ihn gruselig fand.

Apropos gruselig, die Hörerin beschreibt, dass in der Klasse das Gerücht rumgeisterte, begeisterter Hans-Dieter S. habe eine Art Liste, vielleicht Rangliste, über alle Frauen in der Klasse geführt. Und eine der beiden Frauen, die an der Spitze dieser Liste gestanden haben sollen, die sei danach von der Ausbildung abgesprungen.

Auch ihre eigenen Eltern, sagt die Hörerin, hätten sie am liebsten von der Schule genommen. Ja, diese Frauen werden sich alle ähnliche Gedanken gemacht haben, wie Andrea, von der wir eben gehört haben. Warum nicht ich? Auch dass der Mörder eine Skizze von dem Platz, an dem er seine Bonner Opfer vergraben hatte, angefertigt hatte, kursierte in der Klasse.

Man kann sich vermutlich vorstellen, was in dieser Berufsschule los gewesen sein muss, nachdem der Mitschüler festgenommen worden war und in Bochum in Untersuchungshaft saß, wegen des Mordes an der Mitschülerin Anke. Wenig später wurden dann auch noch die Leichen der beiden Bonner Opfer, Doris B. Und Lydia S., in einem Waldstück in Bornheim-Merten entdeckt.

Nochmal zur Erinnerung, Hans-Dieter S. ermordet 1975 Martina im Kreis Oldenburg. Er kommt Anfang der 80er aus dem Gefängnis und versuchte sofort ein Kind zu entführen, einen Jungen. Er sitzt wieder ein, kommt im Frühjahr 1985 raus und im Mai tötet er Doris und Lydia in Bonn. Und im August Anke in Bochum.

Ich glaube, was Andrea, die ihn noch aus der Kindheit kennt, gesagt hat und was auch Lydia Benecker als Kriminalpsychologin ganz klar analysiert hat, das ist völlig eindeutig. Dieser Mann hätte nicht aufgehört zu töten. Hans-Dieter S. hat vor Gericht selbst gestanden, dass er immer auf der Jagd nach möglichen Opfern gewesen sei, vor allem auf Jungen oder Mädchen zwischen 12 und 14 Jahren, habe er es abgesehen gehabt.

Dabei behauptete er, keine Lust bei seinen Taten zu empfinden, sondern Ekel. Ich koste nicht die Situation aus, ich komme in die Situation, sagte der Angeklagte. Lydia Benecke hat Hans-Dieter S. in unserem Podcast damals ganz eindeutig als gefährlichen sexuellen Sadisten bezeichnet. Und sie hat gesagt, es ist kaum denkbar, dass er nicht weitergemacht hätte.

Nach allem, was wir wissen, sitzt der Bonner Serienmörder auch heute noch im Maßregelvollzug. Mir hat jemand geschrieben, der sagt, er sei selbst lange Zeit im Maßregelvollzug untergebracht gewesen und habe Hans-Dieter S. in dieser Zeit kennengelernt. Und auch dieser Mann sagt, dass Hans-Dieter S. wohl für immer auf der geschlossenen Station innerhalb der Einrichtung bleiben wird.

Er verweigere bis heute jegliche Form der Therapie und gehe weder zu Begutachtungen noch zu Anhörungsterminen. Zum Hintergrund ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass einmal im Jahr geprüft wird, ob die Unterbringung eines Menschen im Maßregelvollzug fortgesetzt wird. Sprich, ob dieser Mensch noch so gefährlich ist, dass er nicht entlassen werden kann.

Ob man solche Termine verweigern kann, das weiß ich allerdings nicht. Fest steht, Hans-Dieter S. ist nicht wieder entlassen worden. Der Mann, der mir geschrieben hat, konnte exakt die Station nennen, auf der Hans-Dieter S. untergebracht ist und auch weitere Details beschreiben. Über die Morde spreche Hans-Dieter S. bis heute nicht, sagt der Mann.

Er beschreibt den Mörder äußerlich als groß, Zitat, Spindeldürr, mit einer Brille, deren Gläser an Gurkenglasböden erinnern. Sein Spitzname in der Einrichtung sei deshalb Taucher gewesen. Hans-Dieter S. sei aufbrausend und leicht reizbar gewesen, habe sich immer ungerecht behandelt gefühlt, sich viel beschwert, dass andere weiterkommen und er nicht.

Der Hörer schreibt dazu, andere haben sich aber auch an Regeln gehalten, er nicht. Kritik habe er überhaupt nicht vertragen können und er habe mehrmals Pflegern wegen Kleinigkeiten, so schreibt der Mann, Dienstaufsichtsbeschwerden verpasst, die dann im Sande verlaufen seien. Wie gesagt, ich kann nicht genau sagen, wie hoch der Wahrheitsgehalt dessen ist. Ich habe aber keinen Grund, an dem Wahrheitsgehalt zu zweifeln.

Und definitiv decken sich diese Schilderungen sehr gut mit dem, was unsere Gerichtsreporterin Rita Klein damals von Hans-Dieter S. berichtet hat. An dieser Stelle kann man im Grunde nur hoffen, dass dieser Serienmörder aus Bonn für immer im Maßregelvollzug bleiben wird. Wir haben sehr viele Einblicke in seine Persönlichkeit erhalten und in die Hintergründe seiner schrecklichen Taten. Vergessen ist er jetzt nicht mehr.

Und ich hoffe, dass vor allem seine Opfer nie vergessen werden. Martina, Lydia, Doris und Anke. Das sind die Namen der Mädchen und Frauen, die Hans-Dieter S. ermordet hat. Aber es gibt weitere Menschen, denen er Angst eingejagt hat und die ihn bis heute nicht vergessen können. An dieser Stelle möchte ich Andrea nochmal ganz, ganz herzlich für ihr Vertrauen und ihre Offenheit danken und außerdem natürlich auch der Mitschülerin von Anke, die ebenfalls ganz wichtige Eindrücke geliefert hat.

Hans-Dieter S. selbst hat vor Gericht gesagt, wenn man sowas gemacht hat, kann man nur weiterleben, wenn man so tut, als sei nichts geschehen. Diesen Gefallen werden wir ihm nicht tun. Ich glaube, es ist sehr wichtig, über solche Taten und solche Täter immer wieder zu sprechen. Ein Puzzlestück, das aus meiner Sicht aber immer noch fehlt, ist, wie ist Hans-Dieter S. zu diesem Menschen geworden?

Über seine Kindheit haben wir nur ganz rudimentäre Erkenntnisse, die auch nicht gesichert sind. Ich bin aber dabei, weiter in diesem Fall zu recherchieren und was ich dabei rausfinde, das werdet ihr natürlich hier bei Akte Rheinland hören. Das war unsere erste Episode für diese Sommerpause. Ich bin wie immer gespannt, wie ihr es fandet, bin gespannt auf euer Feedback.

Schickt es uns gern als Kommentar bei Spotify, YouTube oder Instagram. Da heißt unser Account at Akte Rheinland. Oder schreibt uns eine Mail an podcast.ga.de. Dankeschön, dass ihr dabei wart. In zwei Wochen geht es hier weiter mit der zweiten Sommerpausen-Episode. Bis dahin, macht's gut. Akte Rheinland, der GA-Podcast zu Kriminalfällen aus Bonn und der Region.

Akte Rheinland ist eine Produktion der Generalanzeiger Bonn GmbH. Redaktion und Moderation Anna-Maria Bekes, Produktionsleitung Andreas Deick, Sprecher Daniel Dähling, Martin Busch.

0:00 / 0:00