
BAYRAKTAR + BAYRAKTAR - True Crime and Law· Staffel 1· Folge 42
Der Fall Fabian aus Güstrow - Teil 7: Ist Gina H. schuldig oder unschuldig? Alle Indizien vor dem Urteil! (Exklusivfolge)
Samstag, 10. Oktober 2026 · 1 h 54
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Shownotes
#43: 🎙️ Ist Gina H. – schuldig oder unschuldig?
Die Beweisaufnahme im Mordprozess um den 8-jährigen Fabian aus Güstrow ist geschlossen. Es gibt keine Tatwaffe, keinen Augenzeugen und kein Geständnis. Reicht die Indizienkette trotzdem für eine Verurteilung wegen Mordes?
In unserer EXKLUSIVFOLGE legen wir vor den Plädoyers alles auf den Tisch: was für die Anklage spricht und was dagegen – stark und schwach.
Mit dabei ist Investigativjournalist Alex Frieling. Er saß u.a. auch am 8. Oktober, dem letzten Tag der Beweisaufnahme, im Gerichtssaal in Rostock und berichtet, was in keinem Prozessbericht steht: wie die Angeklagte reagiert hat, wie der Vorsitzende Richter sie beobachtete und wie die Stimmung im Saal war.
Zwei Rechtsanwälte prüfen, was andere True-Crime-Formate nur erzählen: Rechtsanwältin Nurcan Bayraktar vertritt die Sicht der Staatsanwaltschaft, Rechtsanwalt & Strafverteidiger Sayıl Bayraktar die Verteidigersicht.
In dieser Folge:
🎙️ Exklusiv aus dem Gerichtssaal: Investigativjournalist Alex Frieling
⏱️ Rund 80 Minuten Handy aus – und eine Antwort nach 90 Sekunden
🔥 „Brandleichen“: Täterwissen oder eigene Anschauung?
🧵 Die Pullover-Faser im Pick-up
📷 Das Feuer-Foto um Uhr und die offene Zeitachse
🧠 Das psychiatrische Gutachten: voll schuldfähig heißt nicht schuldig
⚖️ Mord oder Totschlag – und was „lebenslang“ wirklich bedeutet
💬 Unsere Frage an euch: Schuldig oder unschuldig – reicht diese Indizienkette für eine Verurteilung wegen Mordes?
Oder bleibt für euch ein vernünftiger Zweifel? Und wenn ja: an welcher Stelle?
Schreibt es uns in die Kommentare. ❤️
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Alex Frieling ist investigativer Journalist und Gerichtsreporter. Sein Schwerpunkt liegt auf großen Kriminalfällen, laufenden Strafverfahren und investigativen Recherchen. Er begleitet regelmäßig Strafprozesse vor Ort, spricht mit Beteiligten und recherchiert auch abseits des Gerichtssaals.
Folgt Alex Frieling gerne auf TikTok unter @alex.frieling für aktuelle Kriminalfälle und Einblicke in seine Arbeit als Gerichtsreporter.
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Wichtig: Für die Angeklagte („Gina H.“) und alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Ein Satz, gesagt am 15. September 2026 im Landgericht Rostock nicht von der Angeklagten, nicht von der Staatsanwaltschaft gesagt, vom Vorsitzenden Richter. Nach Stunden der Befragung, ich flehe Sie an, helfen Sie mir, es zu verstehen. Ein Richter, der nicht droht, sondern bittet, wer einmal in einem Schwurgericht gesessen hat, weiß, wie selten so ein Satz ist.
Die Beweisaufnahme ist geschlossen. Am 8. Oktober hat der letzte Sachverständige gesprochen, jetzt liegen alle Karten auf dem Tisch, jedes Video, jede Sprachnachricht, jede Faser, jede Lüge, die eingeräumt wurde und jede Lücke, die geblieben ist. Und genau das machen wir heute, wir legen alles zusammen, wir. Alles, was für die Angeklagte spricht, alles, was gegen sie spricht, stark und schwach, und am Ende stellen wir die Frage, die in 3 Wochen die Plädoyers beantworten müssen, reicht das und wir haben jemanden mitgebracht, der am letzten Tag der Beweisaufnahme live im Saal saß, der gesehen hat, wohin die Angeklagte schaut, wenn über sie gesprochen wird und wohin der Richter schaut.
Bydak Law ja, und somit herzlich willkommen bei Bydak ten Bydak da true Crime and law. Ich bin Rechtsanwalt und Strafverteidiger Sale Bydak dar. Und ich bin Rechtsanwältin Nujan Baidactash. Ja, das ist hier nun Teil 7 unserer Sonderserie zum Fall Fabian aus Güstrow und ich nehme die Sicht der Verteidigung ein.
Ich nehme auch heute wieder die Sicht der Staatsanwaltschaft ein und für alle, die neu dabei sind, das sind rollen. Wir spielen nicht gerecht, wir urteilen auch nicht, wir zeigen euch, wie die beiden Seiten denselben Prozess lesen und. Und weil heute die letzte Folge vor den Plädoyers ist, tun wir das so gründlich wie nie zuvor. Genau.
Und das wichtigste zuerst natürlich wie immer für die Angeklagte, nämlich für Gina H, gilt die Unschuldsvermutung. Es gibt noch kein Urteil, sie bestreitet die Tat, alles, was wir heute besprechen, sind Vorwürfe, Zeugenaussagen, Gutachten und Berichte aus einer laufenden Hauptverhandlung, also noch keine feststehende Tatsache.
Und wir trennen heute besonders sauber. Was sagt die Anklage, was sagt die Angeklagte, was sagen Zeugen, was ist ein Gutachten und was ist unsere juristische Einordnung, wer diese 5 Ebenen auseinanderhält versteht diesen Prozess besser als viele Schlagzeilen. Ja, der Fahrplan sieht wie folgt aus.
Zuerst was seit Teil 6 passiert ist. Dann gehen wir mit unserem. Gast in den Saal an den letzten Tag der Beweisaufnahme dann das Herzstück, und zwar die große Gesamtschau. Der Vormittag des 10. Oktober, das wissen, das sie nicht hätte haben dürfen, die Nacht am Tümpel und die Spuren. Und dann bekommt Sail die Bühne für alles, was gegen die Anklage spricht.
Danach das psychiatrische Gutachten, die Frage Mord oder Totschlag und zum Schluss machen wir etwas, das wir so noch nie gemacht haben. Wir halten unsere eigenen Plädoyers, meine Ehefrau für die Anklage und ich für die Verteidigung, also nur Rollen, nicht als Prognose. Ja, nehmt euch die Zeit, es lohnt sich.
Fangen wir mit dem Kalender an, weil der ab jetzt den Takt. Vorgibt am 8. Oktober, also dem 32. Verhandlungstag, hat die Kammer die Beweisaufnahme geschlossen für den 29. Und 30. Oktober sind die Plädoyers eingeplant und das Urteil wird für 10.11. Erwartet. Und dieser 10. November ist kein Zufall.
Das Gesetz gibt dem Gericht nach dem Schluss der Verhandlung nur eine sehr kurze Frist. Also sie. Das Urteil muss spätestens am 11. Tag verkündet werden. Wenn also am 30. Oktober das letzte Wort gesprochen ist, landet man ziemlich genau beim 10. November, so eng ist das Ganze hier. In den Plädoyers spricht zuerst die Staatsanwaltschaft. Sie fasst zusammen, was die Beweisaufnahme aus ihrer Sicht ergeben hat und stellt einen Antrag, dann kommt die Verteidigung und.
Und danach die Nebenklage, also die Vertretung von Fabians Mutter. Ja, und am Ende hat dann Gina das letzte Wort, also sprich die Angeklagte. Das ist kein Höflichkeitsritual, das ist ein recht, sie kann dort sagen, was sie will, oder sie kann schweigen. Danach zieht sich die Kammer zur Beratung zurück. 3 Berufsrichter und 2 Schöffen für eine Verurteilung braucht es eine Mehrheit von 2 Dritteln, also 4 von 5 Stimmen.
Was das Gericht braucht, ist keine mathematische Gewissheit. Es braucht eine persönliche Überzeugung auf tragfähiger Grundlage, die vernünftige Zweifel nicht mehr übrig lässt. Und genau das fragen wir heute bei jedem Baustein. Trägt er und tragen alle zusammen. Kurz zur Erinnerung an dieser Stelle, wo wir in Teil 6 aufgehört haben. Am 10.
September, hatte sich Gina zum ersten Mal den Fragen des Gerichts gestellt. Knapp 6 Stunden lang. Souverän am Anfang, dann zunehmend in Erklärungsnot geraten, das Portemonnaie und das Supermarkt. Video zum Beispiel das Ausgeschaltete Handy, der Weg durch den Wald bei Kleinopal. Und wir hatten gesagt, der 15.
September schreibt das nächste Kapitel und das hat er auch. Denn an diesem Tag fiel eine Erklärung nach der anderen Weg und am Ende stand fabians Mutter auf und stellte der Angeklagten. Eine einzige Frage der 15. September die Befragung geht weiter, jetzt dürfen auch die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage fragen, und es beginnt mit Geld, genauer mit 1500€. Zur Erinnerung, Gina hatte erklärt, sie sei am Vormittag des 10.
Oktober in Güstrow gewesen, weil sie für ihre Großeltern zur Bank wollte. Die Bankkarte habe sie vergessen. Am 11. Oktober habe sie dann 1500€ vom Konto der Großeltern abgehoben, sehr präzise angegeben. Und die Staatsanwaltschaft hat nachgefragt. Bei der Bank und der Kontoauszug zeigt auf diesem Konto gab es vom neunten bis zum 14.
Oktober keine einzige Transaktion, keine Abhebung. Und somit keine 1500€. Und ihre Antwort, als man ihr das vorhält, sie sei sich nicht mehr so sicher, ob sie das Geld geholt habe. Aus der Sicht der Anklage ist das kein Nebenschauplatz. Die Bank ist ihre Erklärung dafür, warum ihr Wagen genau dort war, wo Fabian wohnte und die Geschichte dahinter die Abhebung am Tag danach gibt es auf dem Kontoauszug eben nicht. Da kann sich kein Zeuge irren.
Dann steht die Frage im Raum, warum war sie wirklich dort? Ich als Verteidiger kann da natürlich direkt mal Reingrätschen und sagen, eine falsche Angabe zu einer Abhebung beweist schon lange keine Tötung. Menschen bringen Tage durcheinander, erst recht, wenn um sie herum natürlich ein Kind vermisst wird.
Ich gebe aber zu, sie sagt ja erst sehr präzise aus und dann ist sie sich nicht mehr sicher und dieses Muster sieht ein Gericht sehr genau an. Ja, und das setzt sich auch fort. Zum 13. Oktober, dem Tag, an dem am Inselsee in Güstrow Spürende angeschlagen hatten. Zunächst wollte sie von dieser Suche nichts gewusst haben, dann räumt sie ein, telefonisch davon erfahren zu haben. Dann die Gegend bei Kleinopa.
Sie hatte erklärt, sie kenne sich dort nicht aus. Jetzt räumt sie ein, dort einen Feldweg zu kennen, ja. Und dann auch noch mal die Frage, die wahrscheinlich jeder im Saal sich gestellt hätte. Warum wollte sie am Abend des 13 Oktober ausgerechnet dort nach Fabian suchen und dann auch noch auf dem Acker von einem Acker war zu diesem Zeitpunkt nirgends die Rede. Ihre Antwort an diesem Tag?
Die Suche sei eigentlich nur ein Vorwand gewesen, um Zeit mit dem Bekannten zu verbringen, der verheiratet ist. Und der Vorsitzende hielt ihr entgegen. Für die vielen Treffen davor habe sie keinen Vorwand gebraucht. Ja, für die Anklage ist das die dritte Begründung für denselben Vorschlag. Erst das Schlittenfahren mit den Kindern, dann ein Video im Internet, jetzt ein Vorwand und keine dieser Erklärungen erklärt, warum sie dann, so der Bekannte, zielgerichtet zu genau dem Tümpel ging, an dem Fabian lag.
Und die Verteidigung sagt hier, wer heimliche Treffen schützen will, erzählt nicht gleich die ganze Wahrheit Lügen zum Selbstschutz sind etwas anderes als Lügen zur Verdeckung einer Tat. Und dann 2 Dinge, die sie an diesem Tag selbst als falsch eingeräumt hat. Erstens gegenüber der Polizei hatte sie mehrfach beteuert, beim Leben meines Sohnes diese Angaben räumte sie jetzt als falsch ein. Zweitens, bei der Polizei hatte sie im Herbst gesagt, sie sei am 10.
Oktober mit meinem Lütten und meinem Hund spazieren gewesen. Der Vorsitzende hakte nach, eigentlich sei doch nur der Hund dabei gewesen. Ihre Antwort darauf war, das sei totaler Quatsch gewesen. Ihr Sohn sei in der Schule gewesen und Fabian habe sie nicht dabei gehabt. Und hier muss ich als Verteidiger deutlich sein, weil sich solche Sätze im Netz verselbständigen.
Das ist kein verstecktes Geständnis, mein Lütter in Anführungszeichen ist in Mecklenburg eine ganz normale Bezeichnung für das eigene Kind, aus einem mehrdeutigen Wort lässt sich nicht ableiten, wer an diesem Tag in ihrem Auto saß. Am Ende dieses langen Tages fragte dann der Vorsitzende sie, warum sie so oft gelogen habe. Und dann kam dieser Satz, mit dem wir die Folge begonnen haben.
Ich flehe Sie an, helfen Sie mir, es zu verstehen. Eine klare Antwort bekam er daraufhin nicht, sie sagte, sie fühle sich oft missverstanden, vielleicht wegen ihrer psychischen Probleme. Und dann? Ganz am Schluss passierte etwas, das im Strafprozess eigentlich nicht vorgesehen ist. Fabians Mutter, die den Prozess als Nebenklägerin im Saal verfolgt, wandte sich direkt an die Angeklagte, den Tränen nah, und sie stellte eine einzige Frage, warum musste er sterben? Die Antwort von ihr kam recht ruhig, wie oft noch. Ich habe Fabian nichts getan.
Ja, und daraufhin warf die Mutter ihr vor, noch mehr Lügengeschichten zu verbreiten. Und der Vorsitzende unterbrach daraufhin 10 Sekunden. Ja, mehr war es nicht. Ja, die Frage der Mutter ist hier auch kein Beweismittel. Menschlich sind es die 10 Sekunden, in denen man begreift, worum es hier ja eigentlich geht, nämlich um einen achtjährigen Jungen und um eine Mutter, die bis heute keine Antwort bekommen hat. Aber bevor wir weitermachen, kurz in eigener Sache. Diese Folge ist die aufwendigste, die wir je gemacht haben.
Wir haben jedes Indiz einzeln nachgeprüft, alle Verhandlungstage nebeneinander gelegt, und wir haben jemanden dabei, der am letzten Tag im Saal war. Im Gerichtssaal. Ja, also wenn ihr das wertvoll findet, dann abonniert uns doch bitte. Das kostet euch nichts und für einen Kanal wie unseren ist das das, was wirklich zählt. Überall wo es Podcasts gibt oder auch auf Youtube. Das Urteil am 10.
November besprechen wir natürlich auch, wer abonniert, verpasst natürlich auch nichts und jetzt gehen wir in den Saal. An den letzten Tag. An einen Tag, an dem der Vorsitzende die Angeklagte, so hat das unser Gast, nämlich Alex, beobachtet, minutenlang nicht aus den Augen ließ. Heute wollen wir einen ganz besonderen Blick auf den Fall werfen, und zwar aus einer Perspektive, die man über Presseberichte und Schlagzeilen nur schwer vermitteln kann.
Direkt aus dem Gerichtssaal. Ja, und dafür haben wir Alex Frieling bei uns. Alex ist investigativer Journalist und Gerichtsreporter mit Schwerpunkt auf großen Kriminalfällen und laufenden Strafverfahren, er begleitet regelmäßig Prozesse vor Ort und recherchiert auch abseits des Gerichtssaals. Viele von euch kennen ihn vielleicht von tiktok. Dort berichtet er unter at Alex Punkt Frieling über aktuelle Kriminalfälle und gibt Einblicke in seine Arbeit als Gerichtsreporter.
Und Alex saß am 8. Oktober, dem letzten Tag der Beweisaufnahme, im Saal in Rostock uns interessiert. Heute vor allem das, was in einem schriftlichen Prozessbericht verloren geht, nämlich wie war die Atmosphäre, wie haben die Beteiligten aufeinander reagiert, was konnte man an Mimik und Körpersprache beobachten und wie hat das Gericht reagiert? Eine bitte an euch vorab.
Was Alex beschreibt, sind seine persönlichen Beobachtungen aus dem Zuschauerraum. Wertvoll, weil man sie sonst nirgends bekommt. Aber Eindrücke von Mimik und Stimmung sind keine Beweise und auf ihnen allein baut kein Urteil. Ja, Alex, schön, dass du dabei bist. Fangen wir vielleicht ganz vorne an. Du warst schon vor Beginn der vorhanden vor Ort, wie war die Situation vor dem Gericht beziehungsweise vor dem Sitzungssaal?
Wer war dort, wie viele Menschen und Medien waren da und wie würdest du die Stimmung beschreiben, bevor es überhaupt. Losging an diesem 32 Verhandlungstag war es vergleichsweise Lehrer, es gab keine überlange Schlange, jeder, der. Sich diesen Verhandlungstag anschauen wollte, der konnte ihn sich auch anschauen.
Dennoch war der Gerichtssaal sehr, sehr gut gefüllt, das muss man auf jeden Fall so sagen. In der Vergangenheit war es aber tatsächlich zum Teil auch so, dass Menschen, die einfach nur zuschauen wollten, auch abgewiesen wurden, zum Teil gab es zum Beispiel bei der Einlassung von Gina h. Menschen, die ab 04:00 Uhr morgens schon vor dem Gerichtssaal standen, die deutschlandweit angereist kamen, um wirklich sich dann die Gerichtstermine, die Verhandlungen auch anzuschauen, also das muss man wirklich sagen, die Aufmerksamkeit ist durchweg extrem hoch.
Hoch, vor allem wenn ich das mit anderen Gerichtsverhandlungen, Gerichtsprozessen vergleiche, in denen ich war. Da war es dann häufig so, dass es vor allem zu Beginn und zum Urteil hin und dann vielleicht noch, wenn der Angeklagte die Angeklagte selbst auch sagen, sehr hoch war, diese Präsenz, das ist in diesem Fall total anders, also in Rostock.
Ist diese Präsenz, die Medienpräsenz, aber auch die Präsenz der Zuschauer extrem hoch? Die Aufmerksamkeit ist extrem hoch, das sieht man natürlich auch aus journalistensicht objektiv daran, dass wie bei euch zum Beispiel die Leute sich die Podcasts anhören, aber auch auf Tik Tok klicken oder Artikel lesen, aber natürlich auch aufgrund der Tatsache dieses Tathergangs und der Familiensituation und all dem, was man in diesem Gerichtsprozess bisher so mitbekommen und erfahren hat, die Aufmerksamkeit in Rostock bleibt extrem hoch und das sollte auch an diesem 32 Verhandlungstag in.
An diesem Donnerstag in Rostock, so sein, wenn auch etwas leerer im Vergleich zu anderen Verhandlungen, aber in Rostock nach wie vor extrem hohe Medienpräsenz. Aber auch die Zuschauer haben ein großes Interesse, vor allem, weil es natürlich jetzt auch näher in Richtung Urteil geht, das muss man auf jeden Fall so sagen.
Also früher Schlangen ab 04:00 Uhr morgens, diesmal ein voller Saal, in den jeder Hineinkam, der wollte. Und dass sich Zuschauer und Journalisten nach so vielen Monaten inzwischen kennen, sagt auch viel über diesen Prozess aus. Alex gab es vor Beginn der Verhandlung irgendwas, dass dir besonders aufgefallen ist?
Gespräche, Reaktionen, eine besondere Anspannung vielleicht unter den Anwesenden. Was an diesem Donnerstag besonders auffiel, ist, wenn man mit den Leuten gesprochen hat und einfach mit Zuschauern, die diesen Prozess sehr, sehr lange schon verfolgen. Der 10. November rückt in den Köpfen schon näher und damit ist natürlich das Urteil gemeint. Die Leute spekulieren sehr, sehr viel schon über den Ausgang dieses Verfahrens.
Das war natürlich zu Beginn und so in der Mitte des Verfahrens anders, weil es da natürlich so richtungsweisende Zeugenaussagen gab, natürlich auch die Einlassung von Gina h. Die glaube ich auch bei vielen noch mal ja für noch mehr Klarheit gesorgt hat, und jetzt merkt man schon die Leute. Blicken immer mehr in Richtung 10.
November und möchten sich ein Bild davon machen, wie am Ende entschieden wird. Und da wurde auch klar, dass die Leute da gar nicht so eine ganz klare Meinung unbedingt zu haben, sondern einfach sehr viel spekulieren und aber auch mit den Leuten darüber diskutieren. Nicht auffällig. Wie gesagt, es gab keine extrem lange Schlange an diesem Donnerstag, aber jeder konnte sich diesen Gerichtstermin auf jeden Fall anschauen. Die Aufmerksamkeit ist sehr, sehr hoch, die Anspannung ist nach wie vor sehr, sehr hoch, also man muss das auch sagen, als jetzt der psychiatrische Gutachter ausgesagt hat, als dieses Gutachten vorgestellt wurde, die Leute, die Leute hängen ihnen schon auf jeden Fall an den Lippen und. Die Anspannung ist nach wie vor
da, das merkt man natürlich. Es ist ja auch logisch bei einem Gerichtsverfahren, wo es um einen ermordeten achtjährigen Jungen geht, von daher, das hat sich bis jetzt nicht geändert, aber das Urteil und die abschlussplädoyers, sie Rücken auf jeden Fall näher und das merkt man auch, wenn man mit den Leuten spricht. Ja, der 10.
November ist also längst auch im Publikum angekommen. Dann gehen wir einmal doch in den Gerichtssaal. Wie hast du den Moment wahrgenommen, als Gina in den Gerichtssaal kam? Was konntest du ganz konkret, denn an Ihrer Mimik, ihrer Körpersprache und ihrem Auftreten beobachten? Ja, der Moment, als Gina h.
In den Gerichtssaal kam. Das ist natürlich jedes Mal auf irgendeine Art etwas Besonderes. Sie kommt immer mit Fußfesseln in den Gerichtssaal, trug, wieso oft eine helle Jeans einen hellroten Pullover, hält dann, während die Kameras aufgestellt sind, noch eine rote Mappe vor ihr Gesicht, anschließend, wenn die Kameras abgebaut sind, schaut sie dann einmal.
So war es an diesem Donnerstag auch intensiv ins Publikum, um zu schauen, wer so da ist. Das war allerdings nur einmal der Fall an diesem 32. Verhandlungstag und ist nicht untypisch für sie. Das tut sie häufiger zu Beginn auch bei anderen Verhandlungen hab ich schon gesehen, dass sie auch mittendrin häufiger mal den Blick ins Publikum oder in Richtung Medien gesucht hat. Sonst war ihr Verhalten nach dem reinkommen typisch, würde ich sagen.
Gespräche mit ihrem Verteidiger Blicke vor allem nach unten auf den Tisch, wenige Emotionen beziehungsweise sie agierte relativ emotionslos, das werden wir bestimmt gleich auch noch mal aufgreifen, wenn wir über die konkreten Inhalte von diesem Donnerstag reden, das zog sich ja so ein bisschen auch durch den gesamten Gerichtsprozess, dass sie mit Zeugen keinen Blickkontakt sucht und dass sie gut.
Grundsätzlich eher wenig auf das reagiert, was im Gerichtssaal passiert ist. Mit ein 2 Ausnahmen, auf die wir dann bestimmt auch noch mal zu sprechen kommen. Aber so war ihr Auftreten an diesem 32 Verhandlungstag. Die Map vor dem Gesicht solange die Kameras laufen, das kennt man ja aus vielen großen Prozessen, aber interessant finde ich in diesem Zusammenhang diesen einen Blick ins Publikum und. Und ich frag mich, hat sich dieser Eindruck im Laufe der Verhandlung verändert?
Gab es Momente, in denen du bei ihr eine besondere Reaktion vielleicht beobachten konntest, etwa bei bestimmten Aussagen vorhalten oder Ausführungen? Ob sich das im Verlauf dieses Verhandlungstages geändert hat? Bei manchen Äußerungen des Psychiaters sagte sie kurz etwas ins Ohr ihres Anwalts. Das ist aber auch auf jeden Fall nicht untypisch.
Das macht sie häufiger. Manchmal hatte man das Gefühl, auch so über den gesamten Gerichtsprozess hinweg, dass sie das Macht, wenn sie Unverständnis ausdrücken will, dann sieht man das auch so ein bisschen an ihrem Blick, flüstert dann ins Ohr von ihren Verteidigern, sonst, wie gesagt, blickte sie sehr viel auf den Tisch nach unten, Reaktionen auf die ja durchaus persönlichen und intimen Äußerungen des Gutachters zeigte sie aber kaum und.
Insofern war ihr Verhalten auch im gesamten Prozess. Also Herr Keiper hat über die Ausprägung einer Psychopathie gesprochen, Borderline, Persönlichkeitsstörungen, also alles, natürlich auch Dinge und Diagnosen, die ihr mutmaßlich nahe gehen könnten, wenn man das so im Gerichtssaal verfolgt, wenn man sie dann aber anschaut, was man dann natürlich auch als Journalist oft macht, da muss man sagen, viele Reaktionen zeigt Gina h. Da nicht auch.
Ausschließlich bei den damaligen Aussagen ihrer Schwester, wo ich auch im Gerichtssaal vor Ort war. Dieses Zitat hast du einen Dachschaden da wo ist sie wirklich aus der Haut gefahren, wo auch der Vorsitzende sie darauf hinweisen musste und gesagt hat, Frau h, so geht es natürlich nicht und. Und bei Matthias R, mit dem sie ja nach wie vor oder wieder in einer Beziehung sein soll.
Und so interpretiere ich dann auch so ein bisschen ihren Blick am Anfang oder die Blicke ins Publikum, um zu schauen. Das ist aber nur eine Interpretation meinerseits ist. Herr R. Ist Matthias R. Im Publikum, denn das war er natürlich schon mal das ein oder andere mal nicht oft. Aber vielleicht ist das natürlich auch noch ein Grund, weshalb sie diesen Blick ins Publikum zumindest phasenweise mal sucht.
Aber wie gesagt, Interpretation meinerseits, sonst hat sich im Laufe dieser Verhandlung ihr Verhalten, würde ich sagen, wenig verändert. Es war wieso oft? Also dass ich Sie unterbreche, ganz kurz zur Einordnung der Gutachter hat ja von psychopathischen Anteilen gesprochen. Nach dem Bericht kamen sie auf einer gängigen Checkliste auf 22 Punkte, der im Gericht genannte Schwellenwert für eine Psychopathie liegt ja bei 25 und. Und der Unterschied wird uns beim Gutachten jetzt zwar noch beschäftigen, aber Alex gab es an diesem Tag einen konkreten Moment, bei dem du bewusst auf Gina geschaut hast. Und ihre Reaktion für dich irgendwie besonders auffällig war.
Was wurde gerade gesagt und was hast du beobachtet? Ja, also es gab viele Situationen, wo ich dann ganz besonders genau hingeschaut habe, ob Gina h. Eine Reaktion zeigt, insbesondere bei Diagnosen und persönlichen Bewertungen schaute ich ganz genau hin, also diese Aussage des Gutachters. Ihr Verhalten sei Prototypisch für Borderline Persönlichkeiten, um da einfach zu schauen, ob Gina h. Hier Unverständnis zeigt, sieht sie sich darin überhaupt wieder? Ja, das waren so Gedanken, die ich dann hatte, oder fragen, die ich mir gestellt habe, dies war aber nie der Fall, sie zeigte da keine deutliche Reaktion, sie wirkte durchweg emotionslos, würde ich sagen, obwohl oder gerade weil ihr psychopathie, Empathielosigkeit, ein niedriger
IQ von 76 nachgesagt wurde, also das machte trotzdem wohl wenig mit ihr. Der Psychiater redete auch über von ihr behauptete. Erlebte Vergewaltigungen. Er redete über ihr manipulatives Verhalten, so soll sie bei Treffen mit dem Psychiater freizügig gekleidet gewesen sein, woraufhin er sie fragte, was soll das?
Sie zeigte wohl auch Bilder von ihr und Fabian und ihrem Sohn. Und das soll sie gemacht haben, so der Psychiater. Um den Gutachter in den Gesprächen zu beeinflussen. Das war jedenfalls seine Hypothese, all das schien sie an diesem Donnerstag jedoch nicht wirklich anzutriggern was ich dann gedacht hätte, da habe ich natürlich immer wieder so ein bisschen zurückgedacht an den Tag, wo ihre Schwester ausgesagt hat und man gesehen hat, OK, jetzt fährt sie schon aus der Haut, das hätte man natürlich bei so Unterstellungen wie geht.
Diese ja, also wo, wo es darum geht, dass sie mutmaßlich einen Gutachter probiert zu manipulieren. Eine Reaktion zeigt. Das war aber nicht der Fall, also Gina h. Ist dabei ruhig geblieben, emotionslos, glaube ich, beschreibt es sehr, sehr gut und gleichzeitig sehr, sehr in sich gekehrt. Wow, das waren echt spannende Einblicke, die du da hattest.
Auf jeden Fall. Da stimme ich dir zu und dann interessiert uns die andere Seite des Gerichtssaals ja genauso du. Du konntest ja auch den Vorsitzenden beziehungsweise das Gericht beobachten. Wie hast du die Verhandlungsführung wahrgenommen und gab es Momente, in denen du an seiner Mimik oder seinen Nachfragen erkennen konntest, dass ihn etwas vielleicht ja besonders beschäftigt? Die Verhandlungsführung beziehungsweise das Gericht, also das finde ich, ist.
An diesem Donnerstag, an dem 32. Verhandlungstag somit der interessanteste Punkt. Denn denn das war für mich so das auffälligste oder ungewöhnlichste, Herr Schütt, der Richter, schaute extrem oft auf Gina h, teilweise sogar minutenlang, also er hatte sie wirklich intensiv im Blick, um mutmaßliche Reaktionen abzuwarten, oder wer weiß, das kann man natürlich in unterschiedliche Richtungen interpretieren. Um sich noch mal ein abschließendes Bild vielleicht zu machen.
Ich meine, wir wissen jetzt, es kommen noch die Abschlusspädoyers und dann wird ein Urteil gefällt, das muss ich wirklich sagen, das war sonst in der Form nicht der Fall, dass Herr Schütt so lange den Blick zu Gina h. Gesucht hat oder sie so intensiv im Blick hatte, da habe ich auch noch mal mit Leuten aus dem Publikum gesprochen.
Die mir das auch bestätigt haben, die auch noch mal gesagt haben, das ist mir direkt aufgefallen. Herr Schütt hat Gina H. Hier wirklich sehr, sehr intensiv im Blick an diesem Donnerstag und da fragt man sich natürlich oder interpretiert das natürlich in unterschiedliche Richtungen. Hinzu kam bei den Fragen der Verteidigung und an den Gutachter wurde er dann schon sehr deutlich, also als die Verteidigung dann diesen Gutachter noch mal befragt hat. Und.
Hörte Schütt kritisch zu. Beanstandete auch eine Frage, wo es um einen vermeintlichen Streit zwischen Gina h. Und Matthias R. Ging. Bei diesem Streit soll Gina h. Matthias R. Rausgeschmissen haben aus der Wohnung, Herr Schütt grätschte da rein und sagte, es sei aber unklar gewesen, weshalb Gina h.
Hier Matthias R. Aus der Wohnung warf, er wollte da noch mal klarziehen, dass Gina HS verhalten nicht ganz eindeutig. War es ging vor allem in dem Punkt darum. Der Verteidiger wollte so ein bisschen mutmaßlich unterstreichen, dass Gina h. Hier gar nicht so abhängig war von Matthias R, wie das oft dargestellt wird, oder wie das natürlich auch in der Anklage der Staatsanwaltschaft deutlich wurde.
Herr Schütt wollte das aber dann noch mal gerade ziehen, da natürlich gar unklar war, worum ging es bei diesem Streit und wie kam es überhaupt dazu, dass Matthias Erlenz letztendlich die Wohnung verlassen musste, das war so ein Beispiel dafür. Die allgemeine Vermutung im Gerichtssaal unter Journalisten und Zuschauern ist schon eher das Gefühl, wenn man das so sagen kann. Die Erwartung, dass sie schuldig gesprochen wird, solch ein Verhalten des Vorsitzenden dürfte diese Hypothese dann stützen, aber das muss man natürlich abwarten, was dann am. Am 10.
November passiert. Ja, darf ich da als Verteidiger mal kurz einhaken? Also ich finde, dass ein Vorsitzender eine Angeklagte genau beobachtet, ist für sich genommen ja kein Signal. Es ist seine Aufgabe, sich einen Eindruck zu verschaffen und dass im Saal viele mit einer Verurteilung rechnen, ist natürlich eine Stimmung und kein Ergebnis. Ich selbst habe tatsächlich viele Verfahren erlebt, in denen die Stimmung im Saal eindeutig war und das Urteil trotzdem anders ausgefallen.
Das stimmt. Und trotzdem hört man als Juristin genau hin, wenn ein erfahrener Beobachter sagt, so war es vorher nicht. Ja, Alex, gab es einen Moment, bei dem sich die Stimmung im Gerichtssaal spürbar verändert hat, ja, so was wie einen Satz oder eine Aussage, bei dem du gemerkt hast, okay, jetzt passiert gerade etwas im Raum.
Da gab es einen Moment, wo sich die Stimmung spürbar verändert hat. Also sobald es um Schuldfähigkeit, die Ausprägung der Psychopathie und die emotionale, instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typen ging, da wurde man unter den Journalisten auf jeden Fall aufmerksamer, das merkt man an so kleinen Sachen, wenn das Laptop Tasten tippen lauter wird, sonst waren Reaktionen im Publikum zu hören bei 2 Ausführungen.
Gina H. Sagte gegenüber dem Gutachter in den Gesprächen über ihre Mutter die. Zitat Die hatte mehr Kerle als Unterwäsche im Schrank. Der Psychiater hat sie da so n bisschen leicht lachend zitiert. Also da gab es dann auch so n leichtes munkeln im Publikum. Und als der Psychiater dann noch mal über Gina h.
Sprach, über ihr Leben, die Männer aufzählte und sagte okay sie hatte 5 Männer, einer kümmerte sich um die Liebe, einer war fürs Bett, einer war fürs Geld, da musste er auch so ein bisschen munkeln. Auch da gab es so ein so ein leichtes Lachen im Publikum, so eine leichte Reaktion darauf, das Waren so Situationen, wo ich sagen würde, da hat man eine Reaktion gemerkt, sonst waren natürlich alle sehr daran interessiert. Ist Gina h.
Schuldfähig? Das wurde bejaht an diesem Donnerstag, und das, Glaube ich, war sowohl unter Journalisten als auch allen anderen im Gerichtssaal logischerweise der wichtigste Punkt, wo alle ganz genau hingehört haben, sonst gab es eine Diskussion zwischen dem Verteidiger und dem Richter, Herrn Schütt, da wurde es etwas lauter zwischendrin, aber auf jeden Fall nicht ungewöhnlich, das hat man natürlich schon mal in Gerichtsprozessen, gerade wenn dann so Gutachter befragt werden, da kommt es dann mal zu Diskussionen, fragen werden beanstandet, das ist, glaube ich, ganz.
Kein Novum. Ja, das ist völlig normal. Was mich noch interessiert ist, wie die Beteiligten miteinander umgegangen sind. Wie war das denn, wie war das Verhältnis zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung, du hast ja gesagt, die haben sich ja schon ein bisschen hitzig unterhalten. War es dann aber zwischen Staatsanwalt und Verteidigung vielleicht sehr sachlich und ruhig oder gab es auch angespannte oder konfrontative Momente, die noch dazu kamen? Das Verhältnis, und das ist mir auch schon über den gesamten Gerichtsprozess aufgefallen, ist wirklich sehr respektvoll. Also das habe ich tatsächlich auch schon in anderen Gerichtsprozessen.
Unter anderem 2024 am Landgericht in Braunschweig, wo der medi verdächtige Christian B. Vor Gericht stand. Anders erlebt, wo ich wirklich sagen würde und auch durch Recherchen deutlich wurde, die Staatsanwaltschaft und der Verteidiger in dem Fall von Christian B, die haben sich nicht gut verstanden, das wurde dann auch relativ deutlich. In diesem Fall muss man sagen, das ist ein sehr respektvoller Umgang, ein sehr guter Umgang.
Insgesamt kann man dann aber auch sagen, das liegt vielleicht auch an dem Richter, an Herrn Schütt, der wirklich sehr empathisch agiert und sehr eine positive Ausstrahlung hat und dem vor allem aber auch das Ausmaß dieses Verfahrens bewusst ist, also der auch immer wieder unterstreicht, hier geht es um einen achtjährigen Jungen, der ermordet wurde und der immer wieder deutlich macht, worum es überhaupt geht und.
Und der gleichzeitig aber auch durch seine Ausstrahlung, aber auch durch seine Formulierungen, also einen ja einfach gut auf, auf auf die Prozessteilnehmenden wirkt. Und das muss man auch sagen, auch wenn man da mit Leuten spricht aus dem Gerichtssaal, die würden die sagen oder bestätigen alle bisher macht der Richter da einen sehr guten Eindruck und das wirkt sich dann auch auf die Atmosphäre aus.
Ich muss sagen, das deckt sich ja mit allem, was wir über diesen Vorsitzenden aus den vergangenen Monaten wissen. Ja, zugewandt und mit dem ständigen Hinweis, warum es hier geht. Aber eine letzte Frage zu diesem Teil hätte ich tatsächlich noch. Wie hast du Gina während der Ausführungen und also während der Ausführung der anderen Verfahrensbeteiligten wahrgenommen?
Hat sie aufmerksam zugehört, Blickkontakt gesucht oder eher vermieden? Hat sie sich mit ihren Verteidigern ausgetauscht? Ja, wie habe ich Gina h. Dann da noch so wahrgenommen? Also der Psychiater sagte schon richtig, sie sucht nie den Blickkontakt, das war ja nur bei Matthias R. Und bei ihrer Schwester damals der Fall, daher meine Hypothese, dass ihr Blick am Anfang auch so ein bisschen in Richtung Matthias R.
Geht, sofern er im Gerichtssaal sein sollte, das ist er aber eigentlich nicht mehr ich. Sie hört aber aufmerksam zu und reagiert in Form von Aussagen, flüstern ins Ohr ihres Anwalts. Also, sie ist nicht ignorant dem Gesagten gegenüber, das keinesfalls, das kann man nicht sagen, sie guckt klar viel nach unten, und deutliche Reaktionen zeigt sie nicht, aber mal ist es mit einem in Form von einem Lächeln oder in Form von Kopfschütteln, also das jetzt auch so über den gesamten Gerichtsprozess hinweg Reaktionen zeigt sie auf jeden Fall und. Ja, insofern kann man, kann man das, glaube ich, so ganz gut zusammenfassen.
So war das auch an dem 32 Verhandlungstag, und so verhält sich Gina h. Eigentlich durchweg, ist die Frage, inwiefern sich das bei dem Plädoyer ist oder beim Urteil dann noch mal verändert, ich glaube, da wird das auch noch mal interessant, aber so ist das bis jetzt. Alles klar. Danke dir Alex, wir kommen später noch einmal auf jeden Fall zu dir, wenn es um den Inhalt des Gutachtens geht. Was Alex beschreibt, ist das, was man von außen natürlich sehen kann.
Eine Angeklagte, die viel nach unten schaut und kaum reagiert, was man von außen nicht sehen kann, ist das, was das Gericht jetzt in seiner Beratung tun muss, nämlich alle Bausteine nebeneinander legen. Und bevor wir das tun, müssen wir eine Regel klären, die über alles entscheidet. Denn in diesem Prozess gibt es keinen Augenzeugen, keine Tatwaffe und kein Geständnis, und trotzdem kann am 10.
November ja lebenslang stehen. Wie geht das überhaupt? Ja, fangen wir mit einem Bild an, das ich in der Kanzlei oft benutze. Ein Indizienbeweis ist wie ein Seil, jede einzelne Faser ist dünn. Die könnt ihr mit 2 Fingern zerreißen, aber verdreht man genug Fasern miteinander, trägt das Seil sogar ein Auto.
Und genau so sieht es ja auch das Gesetz. Das Gericht entscheidet nach seiner Freien, aus dem Inbegriff der Verhandlung Geschöpften Überzeugung, so steht es in der Strafprozessordnung, das bedeutet, es gibt keine Liste, wie viele Indizien man letztlich braucht, es gibt keine Rangordnung. Nach der ein Video mehr wert ist als eine Zeugin. Entscheidend ist das Gesamtbild.
Der Bundesgerichtshof sagt seit Jahrzehnten, ein Gericht darf Indizien nicht 1 nach dem anderen abhaken. Das beweist nichts, das auch nicht, also Freispruch, es muss sie zusammenwürdigen, sonst hebt der Bundesgerichtshof nämlich das Urteil letztendlich auf, und dann gibt es den Satz, den jeder kennt. In dubio pro reo im Zweifel für den Angeklagten, den aber fast auch jeder falsch versteht.
In dubio pro reo heißt nicht, dass jedes einzelne in die zugunsten der Angeklagten ausgelegt werden muss. Es ist eine Regel für das Ende, also wenn das Gericht alles gewürdigt hat, und dann bleibt ein vernünftiger Zweifel, dann muss freigesprochen werden, nicht vorher, nicht für jedes Steinchen einzeln am Schluss. Die zweite Regel betrifft die Lügen. Wir hören heute viele Erklärungen, die sich als falsch herausgestellt haben, und der erste Reflex ist, wer so viel lügt, muss doch es gewesen sein.
Ja, und das ist der Reflex, den ein Gericht unterdrücken muss. Genau. Der Bundesgerichtshof sagt dazu sehr klar, eine widerlegte Einlassung ist nicht automatisch ein Beweis für die Schuld. Auch ein Unschuldiger kann Lügen aus Angst, um andere zu schützen, weil er weiß, dass er verdächtig wirkt und glaubt, er müsse die Geschichte glatter irgendwie machen. Besonders streng ist die Rechtsprechung beim falschen Alibi, das darf nur dann gegen jemanden verwendet werden, wenn andere Gründe für die Lüge ausgeschlossen sind. Und jetzt die Sicht der Anklage dazu. Eine Lüge beweist nicht die Tat, aber eine Lüge kann etwas anderes beweisen, nämlich dass eine bestimmte Erklärung nicht stimmt, wenn jemand für den
entscheidenden Vormittag eine Erklärung abgibt. Und diese Erklärung bricht, dann fällt nicht automatisch das Urteil, aber es fällt die Erklärung weg, warum sie dort war und dann bleibt nur noch die Frage. Warum war sie dort? Ja, und eine Dritte, die wir gleich ganz oft brauchen, werden, das sogenannte Täterwissen. Wer etwas weiß, dass zu diesem Zeitpunkt nur der Täter wissen konnte, der liefert ein sehr starkes Indiz, aber nur, wenn man wirklich ausschließen kann, dass er es aus einer anderen Quelle hatte, aus den Medien, aus dem Dorf oder wie hier, weil man selbst am Fundort war.
Und mit diesen Regeln im Kopf geht. Gehen wir jetzt an die Akte und wir fangen dort an, wo die Anklage anfängt. Am Vormittag des 10. Oktober. Denn an diesem Vormittag gibt es eine Lücke von rund 80 Minuten und es gibt eine Antwort, die nach 90 Sekunden kam. Freitag, 10. Oktober 2025 Fabian ist an diesem Morgen allein zu Hause in Güstrow. Ihm geht es nicht gut, deshalb bleibt er der Schule fern. Seine Mutter ist arbeiten.
Und Gina ist zu diesem Zeitpunkt noch auf ihrem Hof in Reimershagen. Das ist der erste Baustein der Hofschmied war von 08:10 Uhr bis 09:45 Uhr bei ihr und hat ein Pferd geschlagen. Sie sei ganz normal gewesen, man habe sich freundlich Zugenickt ein Zeitanker ist kurz vor 10, mehr nicht. Und danach beginnt die Kette der Anklage. Eine private Überwachungskamera in Fabiansstraße zeichnet auf, wie ihr Pickup unterwegs ist. 5 Minuten vor und 5 Minuten nach 10:50 Uhr, ein auffälliger Wagen, ein orangefarbener Ford Ranger.
Und das bestreitet sie auch nicht. Sie sagt ja, sie war in Güstrow, sie sagt Ja wegen der Bank. Jetzt die zweite Zeitangabe. Und die ist für mich einer der stärksten im ganzen Verfahren. Fabians Handy war an diesem Vormittag ständig in Benutzung, die letzte Aktivität auf seinem Display 10:50 Uhr 10:51 Uhr, danach nichts mehr, das Handy bleibt in der Wohnung wieder aktiv, wird es erst, als die Mutter nach Hause kommt, also genau in dem Zeitraum, in dem ihr Pick Up in der Straße ist. Die Anklage sagt, in diesen Minuten soll sie Fabian aus der Wohnung gelockt haben.
Mit welcher Geschichte, wissen wir nicht, aber ein Kind, das diese Frau kannte und mit ihrem Sohn gespielt hat, steigt nach dieser Logik bei ihr ein. Ja, aber und hier setzt meine erste große Frage an, wie wusste sie, dass Fabian an diesem Freitag alleine zu Hause war? Und was hätte sie ihm sagen sollen, damit er ohne sein Handy mitkommt?
Also niemand hat ihn einsteigen sehen, es gibt kein Video und es gibt auch kein Video, das ihn im Auto zeigt. Zur ersten Frage hat ein Ermittler eine mögliche Antwort ja schon präsentiert. Am Tag davor, also am 9. Oktober. Hat ein Zeuge ihren Pickup am frühen Nachmittag gesehen, etwa 50 Meter von Fabians Wohnung entfernt in einer Seitenstraße, 2 Parklücken, blockierend?
Fabian war an diesem Tag wegen Nasenblutens früher aus der Schule geholt worden und ging später zu einem Schulfreund. Und der Ermittler sagt, es gäbe ein kleines Zeitfenster, in dem sie sich begegnet sein könnten. Ja, und das Wort könnten ist. Ist hier eine reine Hypothese der Ermittler gesehen hat diese Begegnung niemand. Ja, richtig, aber dazu kommt noch etwas dazu und das ist definitiv keine Hypothese.
Gina hatte genau zu dieser Zeit einen Termin in Güstrow und den hat sie abgesagt mit der Begründung, ihr Sohn sei krank. Laut dem Ermittler stimmt das aber nicht. Ja, und aber auch das erklärt nicht, woher sie am Freitag wusste, dass Fabian zu Hause bleibt, also die Lücke der Anklage liegt am Anfang, wie das Kind in das Auto kam, ist nicht bewiesen. Weiter kurz nach 11:00 Uhr verschickt sie ein Foto von einem Spaziergang mit ihrem Hund, laut Förster. Zeigt es einen Weg in seinem Revier, und zwar nicht in dem Wald, den sie zunächst angegeben hatte? Ja, und das gehört auch dazu, nämlich nicht am Tümpel ein ganzes Stück davon entfernt.
Die Angaben, wie weit genau, gehen hier völlig auseinander und noch mal ein Foto beweist einen Ort zu einem Zeitpunkt und mehr nicht. Und dann kommt aber noch der Baustein, den ich persönlich für den härtesten halte. Um 11:22 Uhr, wenige Minuten nach diesem Foto, schaltet sich ihr Handy aus, eingeschaltet wird es erst wieder gegen 12:43 Uhr und 80 Minuten Funkstille genau in dem Zeitfenster, in dem Fabian nach der Anklage getötet worden sein soll.
Ja, und ihre Erklärung dazu kennen wir ja aus Teil 6 unserer Sonderserie. Da könnt ihr gerne reinhören. Da hat sie nämlich gesagt, sie habe sich über ihren Bekannten geärgert, weil er nicht sofort auf das Foto geantwortet habe und habe genau deshalb das Handy ausgeschaltet. Und das Gericht hat nachgesehen und das überprüft.
Seine Antwort kam nach 90 Sekunden, da war ihr Handy aber schon längst ausgeschaltet, dazu kommt. Seit dem Kauf hat sie dieses Handy nach Auswertung eines Gutachters genau dreimal ausgeschaltet. Einmal kurz nach dem Kauf am 10. Oktober. In diesem Zeitfenster und am 13. Oktober abends bei der Suche am Tümpel. Er nannte das ein besonderes Ereignis, der Bekannte selbst hat.
Ausgesagt in 4 Wochen Kontakt habe er nie länger als 5 Minuten auf eine Antwort von ihr gewartet. Nur am Vormittag des 10. Oktober war sie nicht erreichbar. Ja, ich muss gestehen, das sind Sachen, die man ernst nehmen muss. Aber diese 80 Minuten sind immer noch kein Bewegungsprofil. Sie zeigen nicht, wo sie war und ein ausgeschaltetes Handy belegt nur eine Funklücke und kein Messerstich.
Ja, und die Polizei selbst hat die Daten als extrem lückenhaft ja auch bezeichnet. Ja, dann schlage ich vor, füllen wir die Lücken mit dem, was wir wissen, mittags auf einem Feldweg bei Klein Opal will 118 jähriger Landarbeiter einen orangefarbenen Pickup gesehen haben. Nach seiner Aussage kam er aus Richtung des Tümpels, der einige 100 Meter entfernt liegt und er hat den Wagen sofort erkannt.
Sein Kollege bestätigt die Fahrtrichtung auch. Und konnte die Person am Steuer nicht erkennen. Ein Fahrzeug, aber kein Gesicht dazu und ihr eigenes Argument dazu, wäre sie doch mit ihrem auffälligen Auto an 2 Zeugen vorbeigefahren, wenn sie gerade ein Kind getötet hätte. Und dann ein Detail aus ihrer Befragung, dass die Kammer offensichtlich nicht losgelassen hat.
Nach ihrem Spaziergang fuhr sie nämlich. Nicht den kürzeren Weg zurück zur Landstraße. Sie fuhr quer durch den Wald, quasi an jedem Tümpel vorbei, an dem Fabian 4 Tage später gefunden wurde. Ja, und ihre Erklärung dazu war sinngemäß, Sie habe zurück zur Hauptstraße finden wollen. Das hat den Vorsitzenden aber erkennbar nicht überzeugt. Und trotzdem, wer sich verfährt, ja, der ist ja noch kein Täter. Zuletzt die Fahrzeugdaten.
Ihr Pickup zeichnet sonst fast alles auf, sogar welche Tür geöffnet wird. Vom 3. September bis zum 13 Oktober gibt es aber keinerlei Daten und der Gutachter nannte das sehr komisch. Ja, er nannte das sehr komisch, aber derselbe Gutachter sagte auch, dass eine manuelle Löschung nahezu ausgeschlossen sei und wahrscheinlicher sei hier ein Überschreiben durch das System geschehen. Das.
Also ich finde aus Verteidigersicht ist diese Lücke unerklärt, aber es gibt auch keinen Beleg, dass sie etwas gelöscht hat und für mich bleibt es letztendlich nur ein Rätsel und ist kein Indiz. Also fassen wir den Vormittag aus Anklagesicht noch mal zusammen. Sie ist an der Wohnung als Fabians Handy verstummt, die Abhebung des. Mit der sie den Bankbesuch erklärt, steht nicht auf dem Kontoauszug.
Sie schaltet ihr Handy aus, so wie sie es sonst praktisch nie tut, und ihre Begründung bricht an. 90 Sekunden, ihr Wagen kommt mittags aus Richtung des Tümpels und ihr Rückweg führt ebenso am Tümpel vorbei. Ja, wenn man das alles so hört, klingt das natürlich sehr belastend. Aber aus Verteidigersicht muss ich dazu erwidern, dass niemand Fabian in diesem Auto gesehen hat, niemand sie am Tümpel gesehen hat und die 80 Minuten zeigen letztendlich auch nicht, was passiert ist, sondern dass wir es einfach nicht wissen.
Und dann gibt es Dinge, die sie wusste. Dinge, die sie nach Ansicht der Anklage zu diesem Zeitpunkt ganz. Gar nicht wissen konnte einen Satz über Bauchschmerzen, eine Frage über Wildschweine und ein Wort, das noch niemand öffentlich ausgesprochen hatte. Brandleiche. Kurz an dieser Stelle, wenn euch unsere Folge gefällt, dann würden wir uns wirklich freuen, wenn ihr uns auf Spotify und Youtube abonniert und.
Und uns gibt es auch auf TIK Tok und Instagram. At Biracter Law Talk und Alex findet ihr unter at Alex Punkt Friedl. So, jetzt kommen wir zu den Punkten, was sie nicht hätte wissen dürfen. Noch am 10. Oktober, Fabian wird gerade vermisst, verschickt Gina eine Sprachnachricht an einen Freund. Darin sagt sie, Fabian sei an diesem Tag wegen Bauchschmerzen zu Hause gewesen, das klingt. Zuerst mal harmlos, bis man fragt, woher sie das überhaupt wusste.
Der Vater hatte ihr kurz vorher nur geschrieben, der Junge sei krank, von Bauchschmerzen war nie die Rede gewesen. Und jetzt kommt das, was diesen Punkt so stark macht. Sie hat dafür im Verfahren 3 verschiedene Erklärungen abgegeben, erstens nämlich vom Vater, aber der hatte nur krankgeschrieben, zweitens aus einem Telefonat.
Das wurde durch die Telefondaten widerlegt und drittens aus dem Internet, aus sozialen Medien. Und dazu hat die Staatsanwaltschaft kurz vor Ende der Beweisaufnahme nachgereicht. Es gab keine Hinweise darauf. Also 3 Erklärungen, alle 3 widerlegt. Der Vorsitzende sagte dazu nur, das wirke auffällig. Für die Anklage ist das Detailwissen. Woher kannte sie den Grund, warum Fabian zu Hause war? Vielleicht genau daher, dass sie an diesem Vormittag bei ihm war. Und ich muss als Verteidiger gestehen, das ist genau der Punkt, an dem ich als Verteidiger am meisten arbeiten müsste.
Mein bestes Argument ist tatsächlich ein schwaches, nämlich Kinder, die Kranke zu Hause bleiben, haben oft Bauchschmerzen, was anderes fällt da mir leider nichts ein vielleicht. Vielleicht hat sie es einfach angenommen, aber warum hat sie dann nicht gesagt, sondern hat 3 andere Geschichten einfach erzählt?
Genau zweiter Baustein ebenfalls vom 10. Oktober. Der Vater ist beunruhigt, er schreibt ihr, dass ihn etwas umtreibt, er hat ihr noch nicht gesagt, dass Fabian verschwunden ist und sie fragt ungewöhnlich intensiv nach, was los sei und dann, es ist doch Freitag, hast du nicht, Fabian? Diese Frage stellt sie ihm und.
Das kennt ihr aus Teil 4 unserer Sonderserien Fabian aus Güstrow. Und darin haben wir die BKA Analyse besprochen. Aber dieselbe Analyse sagt auch, ihr Kommunikationsmuster blieb vor und nach dem 10. Oktober im Wesentlichen gleich und für mich als Verteidiger heißt das der große Bruch der. Den man bei einem oder bei einer Täterin erwarten würde, fehlt hier gerade. Am 11.
Oktober Fabian ist seit einem Tag verschwunden, gibt es von ihrem Handy eine Internetsuche. Ob Wildschweine tote Menschen fressen? Und für diese Sache gab es im Laufe des Verfahrens ebenfalls 3 Erklärungen. Gegenüber der Polizei hat sie gesagt, ihr Handy sei gehackt worden. In ihrer Einlassung sagte sie dann, der Bekannte habe sie auf das Thema gebracht und in der Befragung gab es dann keine genaue Erklärung.
Und dann im Prozess wurde außerdem ein Mitschnitt aus der Untersuchungshaft abgespielt. Bei einem Besuch fragte sie fabians Vater, ob er gegoogelt habe, ob Wildschweine Menschen fressen, die Daten zeigen ihr aber. Die Suche kam von ihrem Gerät und selbst die Verteidigung hat an diesem Tag eingeräumt, dass sie in diesem Gespräch versucht habe, den Vater zu manipulieren. Ja.
Und ich muss sagen, das war kein leichter Moment für die Verteidigung. Aber eine Suche zeigt einen Gedanken und keine Tat. Und Menschen in. In einer Ausnahmesituation googeln teilweise wirklich schreckliche Dinge. Wobei ich hier sagen muss, dass hier so einiges zusammenkommt. Dazu passt auch der Tümpel soll unter Jägern als Tränke für Wildtiere bekannt sein, auch für Wildschweine, und ein Cousin sagte aus, sie sei als Kind 2 oder dreimal mit dem Großvater zur Jagd gegangen, obwohl sie ihr selbst gesagt hatte, das war nie der Fall. 23 mal als Kind mit dem Opa im Wald, daraus wird keine Jägerin, die einen bestimmten Tümpel kennt. Okay dann gibt es ja noch 13.10.
Fabian ist seit 3 Tagen verschwunden. Die Suche konzentriert sich auf den Inselsee in Güstrow. Dort haben die Spürhunde angeschlagen, und Gina sagt einem Bekannten in einer Sprachnachricht sinngemäß, bei Wasserleichen sei es schwer, sie anhand ihrer DNA zu identifizieren. Und bei Brandleichen sei das auch. So brandleichen.
Zu diesem Zeitpunkt war öffentlich nicht bekannt, dass fabians Leichnam angezündet worden war. Der Vorsitzende sagte berechtigterweise, Das kommt so aus dem Nichts heraus und ein Forensiker hat bestätigt, dass der Begriff in den ausgewerteten Daten zuerst von ihr selbst ins Gespräch gebracht wurde. Ja, eine wichtige Einschränkung gibt es dabei allerdings am Abend desselben Tages war sie selbst am Tümpel, aber etwa 2130, hätte sie die Nachricht danach verschickt, wäre das kein Täterwissen, sondern eigene Anschauung, eine Uhrzeit dieser Nachricht ist öffentlich nicht berichtet worden. Ja, die Uhrzeit kennen wir nicht, das stimmt. Aber der Zusammenhang?
Also sie spricht über die Suche am Inselsee, über Wasserleichen und gegen Mittag hatte sie den Bekannten schon gefragt, ob er abends mit ihr bei Kleinupal sucht kam die Nachricht tagsüber, dann wusste sie es vorher. Wenn ne wenn und darum lasse ich das als offenes Indiz stehen, ist es zwar auffällig, aber es ist nicht bewiesen, dass es Täterwissen war. Jetzt die Zeit nach dem Fund und da wird es konkreter. Am 20.
Oktober telefoniert sie mit einer Bekannten und sagt, Fabian sei mit 5 bis 7 Messerstichen ermordet worden. Ja, und den Punkt haben wir wirklich sehr genau geprüft, denn die erste Frage ist, war das zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon bekannt? Genau. Und was wir finden konnten, dass. Dazu am 16 Oktober hieß es von der Staatsanwaltschaft nur der Junge sei Opfer von Gewalt geworden.
Von Messerstichen war keine Rede, die Zahl mindestens 6 Messerstiche haben wir öffentlich zum ersten Mal mit der Anklage im März 2026 gefunden, rechtsmedizinisch sind es 6 Stiche, 2 davon ins Herz. 5 bis 7 und es waren letztendlich 6. Als Verteidiger muss ich da sagen, ich kann natürlich nicht beweisen, dass diese Zahl nicht doch irgendwo kursierte, beispielsweise in einem Dorf, im Umfeld Ermittlungen oder sogar im Netz, und ein Negativbeweis ist nie lückenlos, aber ich weiß auch, wie das in einem Plädoyer der Staatsanwaltschaft natürlich für das Gericht klingen wird.
Ja, und zwar nach einem Volltreffer. Und es gibt mehr aus dieser Zeit. Am 17. Oktober nämlich ein Telefonat mit dem Nachbarn, der mit ihr in der Nacht am Tümpel war. Sie sagt, wo nichts ist, kann ich auch nichts wegwischen, ich habe die Fußmatte rausgenommen und dann, sie habe Schiss, dass hinten auf der linken Fußmatte was ist.
Und der Nachbar antwortet daraufhin mit dem Blut hatte ich gesagt, dass ich dir mal wehgetan habe. Ja, also das klingt nach einer abgesprochenen Erklärung, das gebe ich ja zu, aber zu diesem Zeitpunkt stand sie schon im Fokus der Ermittlungen, und wer sich doch verdächtig fühlt, hat Angst vor Spuren, auch wenn er unschuldig ist.
Aber dann kommt ja der Satz, der mir persönlich am meisten eigentlich so nachhängt. Am 29 Oktober gab es ein Telefonat mit ihrer Friseurin und über den Fund am Tümpel sagte sie, so ein blöder Zufall ist das gar nicht, weil ich da oft bin und früher oft war. Und in Ihrer Einlassung hat sie gesagt, das sei reiner Zufall. Sie.
Sie hätte keine Ortskenntnis, denn Tümpel habe sie vor dem 13 Oktober nie gesehen. Ja, beides kann nicht stimmen. Nein, das ist einer der Sätze, mit denen eine Verteidigung am schwersten umgehen kann, weil er aus ihrem eigenen Mund kommt. Was ich anführen kann, ist, 2 Frauen aus ihrem Dorf haben ausgesagt, sie hätten sie dort nie gesehen und da.
Ist im Telefon schnell gesagt und ob sie die Gegend meint, das Feld oder den Tümpel selbst, das bleibt in der Operation, finde ich. Für die Anklage fügt sich das Bild aber zusammen. Sie kannte ein Detail über fabians Krankheit, sie wusste, woran man denken muss, wenn ein Mensch im Wald liegt, und sie sprach von Brandleichen, bevor öffentlich bekannt war, dass der Leichnam angezündet worden war und. Und sie nannte eine Stichzahl, die zum Befund passt, zufälligerweise, und sie kannte den Ort. Starke, sehr starke Argumente gebe ich zu und für die Verteidigung bleibt ein Teil.
Dieses Wissens lässt sich mit dem erklären, was sie am Tümpel selbst gesehen hat und ein Teil bleibt offen und offen, ist nicht dasselbe wie bewiesen. Also. Leute, Team, Strafverteidiger oder Team Staatsanwaltschaft kommentiert es gerne. Ja, was sagt ihr, wird sie verurteilt oder wird sie freigesprochen?
Aber bedenkt natürlich, dass immer noch die Unschuldsvermutung gilt. Und damit kommen wir zu dieser Nacht zum 13 Oktober 21:30 Uhr zu einem Acker bei Klein Opal, einer Wärmebildkamera, einer Handylampe oder. Und zu einem Satz am Tümpel, um zu verstehen, was am Abend des 13. Oktober passiert, muss man wissen, was davor passiert ist. Als nach Fabian noch gesucht wird. Auch in den Wäldern südlich von Güstrow hält Gina das für ich zitiere Bullshit.
Gegenüber einem Bekannten sagt sie, auch hier zitiere ich, Fabian ist hier noch nie im Wald gewesen. Und kurz danach, am 13. Oktober gegen Mittag, fragt sie einen anderen Bekannten, ob er mit ihr suchen wolle. Bei Kleinopal im Wald und auf dem Acker. Er ist Jäger und hat eine Wärmebildkamera. Zu diesem Zeitpunkt hatten Spürhunde in Güstrow angeschlagen von einem Acker bei Kleinopal war nirgends die Rede und. Und vor Gericht hat der Bekannte geschildert, die Suche begann, als es dunkel war.
Ab etwa 21:30 Uhr. Zunächst fand er mit der Kamera nichts Verdächtiges. Dann habe sie ihn von einem Feldweg aus direkt zum Tümpel gelotst. Mit der Lampe Ihres Handys seine Worte vor Gericht. Sie wusste genau, wohin sie wollte, und dann ihr Ausruf nach seiner Erinnerung. Oh Gott, das ist er. Er selbst sah etwas, das er als schwarze Rohre wahrgenommen haben will. Und ich zitiere auch hier wörtlich, er hat gesagt, für mich waren es Rohre.
Erst nach vielen Nachfragen räumte er ein, es könnten auch Arme oder Beine gewesen sein, die er mit dem Mittelfinger angetippt habe. Die Polizei hat er nicht gerufen, er wollte nicht in die Sache hineingezogen werden. Und jetzt die Gegenseite. Gina sagt nämlich genau das Gegenteil, er habe sie geführt, er habe das Nachtsichtgerät gehabt, sie sei Nachtblind, deswegen hätte sie überhaupt nicht was sehen können und die Verteidigung hat ihn hart angegriffen, sein Erinnerungsvermögen schätzt er selbst auf 70 bis 80% ob er den Körper berührt hat, gab er unterschiedlich an, und die Treffen mit ihr verbarg er vor seiner Ehefrau. Ja, alles richtig.
Und. Und trotzdem gibt es einen Teil seiner Aussage, der nicht von seiner Erinnerung abhängt, und zwar die Sprachnachrichten, in denen sie ihn um die Suche bei Kleinopal bittet, sind gesichert. Der Vorschlag kam von ihr und seine Handydaten zeigen den Weg bis an den Tümpel. Und mit beiden Versionen vereinbar ist das auch. Wer vorne ging, sagen die Handydaten nicht. In derselben Nacht ist sie noch einmal am Tümpel, diesmal mit einem Nachbarn.
Er ist 58 Jahre alt, nach seiner Aussage standen beide neben dem Leichnam. Er leuchtete mit einer Taschenlampe ins Gesicht, und sie war sich sicher, dass es Fabian ist. Zu 100% der Vorsitzende fragte nach Weinen, schreien, Bestürzung, ob da irgendwas gewesen sei, und die Antwort des Nachbarn lautet daraufhin nach.
Nein, nichts. Und auf der Rückfahrt hat sie gelacht, so der Nachbar. Ich sage dazu nur, was sie selbst damals erklärt hat. Sie habe so viel geweint, dass sie nicht mehr weinen können und lachen in einer unerträglichen Situation ist ja ein bekanntes menschliches Phänomen, das vielleicht wirklich viele von euch auch kennen, weil man aus Gefühlen oder dem Fehlen von Gefühlen dann ja.
Ein pathologisches lachen. Ja, so ein Pathologisches lachen. Und ich finde. Aus so etwas lässt sich kaum etwas über die Schuld ableiten. Ja, und ich muss auch dazu sagen, auch dieser Nachbar ging ja auch nicht zur Polizei und 2 erwachsene Männer sehen ein totes Kind und keiner von beiden geht zur Polizei.
Das ist irgendwie unverständlich. Das ist auch. Ja, sehr fragwürdig. Und ihr Schweigen in dieser Nacht ist also vielleicht weniger ungewöhnlich, als es vielleicht doch klingt. Nur dass sie es war, die beide Male dorthin geführt hat. Ja, aber nach deren Aussage. Ja, nach deren Aussage dennoch. Am nächsten Morgen, dem 14 Oktober, meldet sich, meldet sie sich bei einer Freundin und die Freundin hat ausgesagt, Gina habe gesagt, sie hätte ihn gefunden, er sei tot.
Auf die Frage, ob die Polizei verständigt sei, habe sie das verneint, dass. Dann sei über eine Fundgeschichte gesprochen worden. Ein entlaufener Hund, der zum Tümpel gelaufen sei. Die Freundin, die mit einer Gehhilfe geht, blieb am Weg stehen. Gina ging allein zum Tümpel und kam zurück. Er sei noch da, es sehe schlimmer aus als beim ersten Mal.
Dann rief sie die Polizei und gegen 10:20 Uhr meldete sie den Fund als Zufallsfund bei einem Spaziergang. Ja, und schon wieder häufen sich die Zufälle und die Freundin hat den Satz gesagt, der über die Anklage diese Szene zusammenfasst. Sie hat mich als Alibi benutzt. Und dann die erste Vernehmung an diesem Tag und das Ganze auf Video. Das Video wurde im Prozess abgespielt und ihr Satz darin wörtlich das Problem ist, ich kann nicht lügen. Sie erzählt die Geschichte vom Spaziergang. Dann wird sie mit der Aussage der Freundin konfrontiert und dann kippt die Version.
Sie räumt ein, Nachts mit dem Bekannten mit dem Nachtsichtgerät dort gewesen zu sein, den zweiten Mann verschweigt sie aber weiterhin. Ja, und jetzt kommen wir zu deinem Lieblingsteil. Revisionsthema. Ja, also ich finde hier sitzt aus meiner Sicht der wichtigste juristische Hebel des Verfahrens, nämlich Gina.
Wurden an diesem 14 Oktober als Zeugen vernommen, nicht als Beschuldigte, und das ist gerade ein riesiger Unterschied. Also eine Beschuldigte muss vorher belehrt werden, dass sie nichts sagen muss und dass sie auch einen Anwalt dazu ziehen kann und ohne Anwalt keine Fragen beantworten muss. Bei einer Zeugin kommt so eine Belehrung nicht.
Und die Polizei hat sie 2 Tage später, also am 16 Oktober, als Beschuldigte eingestuft. Ja, und die Verteidigung wendet hier ein. Wer einen Leichnam meldet, an dem sie nachts schon war und deren Geschichte noch in der Vernehmung zusammenbricht, ist ja keine normale Zeuge mehr. Sie hätte belehrt werden müssen und die Verteidigung hat der Verwertung rechtzeitig widersprochen.
Die Kammer hat das Video aber trotzdem verwertet. Und das darf. Sie auch, wenn der Verdacht damals noch nicht so stark war, dass die Polizei Gina als Beschuldigte hätte behandeln müssen. Die Polizei hat da einen Beurteilungsspielraum. Nicht jeder, der eine Leiche findet, ist direkt Beschuldigter. Ja, und wer da recht hat, wird glaube ich in diesem Fall bei einer Verurteilung sehr wahrscheinlich der Bundesgerichtshof entscheiden.
Und dazu noch mal 2 Dinge. Aus diesen Tagen erstens das Alibi. Der Nachbar hat ausgesagt, sie habe mit ihm gesprochen, wo sie am 10. Oktober wann gewesen sei, genau für die Zeiträume, in denen Fabian getötet und angezündet worden sein soll, und zwar, das betont auch die Staatsanwaltschaft, als Fabian noch gesucht wurde und sein Tod noch gar nicht bekannt war und in den Wochen danach hat sie ihn laut seiner Aussage immer wieder gedrängt, dabei zu bleiben. Ein Satz, den er zitiert hat.
Wenn du was sagst, was nicht passiert, dann kommen die und holen mich weg. Zweitens wenige Tage nach dem Fund soll sie ihm, so der Nachbar, 4 Paar ihrer Turnschuhe gebracht haben, er sollte sie beiseite stellen. Seine Vermutung, Sie sollten bei ihr nicht gefunden werden. Kurz darauf gab er sie zurück. Das war mir zu heiß, hat er gesagt und tu Abdrücke dieser Marke wurden am Tümpel gesichert, wird zu heiß, ne. Tatsächlich, was die Verteidigung sagt, Also spricht ihr Anwalt.
Sie wirft ihm vor, Gefühle für sie gehabt zu haben, er hat seine Aussage bei der Polizei später geändert und. Und zu den Schulabdrücken sie war in dieser Nacht oder morgen ja selbst am Tempel, dass dort Spuren ihrer Schuhe sind, ist wohl das Mindeste, was man erwarten würde. Die Lügen über diese Nacht seien hässlich, aber außerdem Alibi betreffen sie nicht 10.10. Und dann gibt es Dinge, die nicht lügen können. Eine Faser, ein Blutfleck auf einer Küchenrolle und. Und ein Pullover, den Fabian erst bekam, als sie schon gar keinen Kontakt mehr zu ihm hatte. Das wichtigste vorweg, weil es gern untergeht. Es gibt keine Tatwaffe mehr als 20 Messer wurden untersucht, an keinem wurde Blut gefunden, es
gibt keine DNA der Angeklagten am Opfer, jedenfalls ist keine berichtet, und es gibt keinen Augenzeugen der Tat. Das ist auch richtig so. Und trotzdem gibt es Spuren. Fangen wir mit dem Blut an. In ihrem Pickup wurde ein Streifen Küchenrolle gefunden mit einem hellbräunlichen Fleck. Die Analyse zeigt, es ist Blut verdünnt mit einer unbekannten Substanz und die DNA stimmt mit der von Fabian überein.
Und 2 Sätze gehören dazu. Wie alt die Spur ist, ließ sich nicht bestimmen, und Gina hat ja auch eine Erklärung dazu. Sie sei im August. Mit Fabian an einem Badesee gewesen und er habe sich am Fuß verletzt und sie habe die Wunde mit der Küchenrolle Abgetupft. Und Fabian war in diesem Auto kein Fremder. Auch an anderen Stellen wurde ja auch seine DNA gefunden. Und die Anklage fragt.
Daraufhin gibt es für den Badesee irgendeine Bestätigung, berichtet es keiner und. Und am Tag, an dem Fabian verschwand, hat sie ihr Auto gereinigt und Fotos davon an den Bekannten geschickt. Der Polizei sagte sie später, sie habe es lange nicht gereinigt und deswegen hat sie es halt an dem Tag gemacht, jetzt die Fasern und hier wird es meiner Meinung nach spannend, sage ich jetzt mal unter dem rechten Daumennagel von Fabian wurde eine Faser gefunden, die zu einem Pullover von Gina passen könnte, aber.
Am teilweise verbrannten Ärmel seiner Kleidung eine Faser, die von einer Reithose stammen könnte. Und es gibt ein Foto von ihr im Auto an diesem 10. Oktober, auf dem sie entsprechende Kleidung trägt. Ja, ich sage ja immer wieder, Juristerei ist eine Sprachwissenschaft und hier ist das von Relevanz, weil du ja gerade passen könnte. Gesagt hast das.
Der Gutachter selbst hat gesagt, eine Bewertung sei hier kaum möglich. Und das hat auch einen einfachen Grund, denn diese beiden kannten sich gut. Es waren Zeiten, da waren sie wie eine Familie, Fasern wandern von Pulli zu Pulli, von Sitz zu Jacke und aus Verteidigersicht kann man dazu sagen, dass eine Faser zwar einen Kontakt beweist, aber nicht wann. Und.
Und genau deshalb ist die dritte Faser so interessant, nämlich auf dem Rücksitz ihres Pick UPS wurden Fasern gefunden, die zu einem Pullover von Fabian passten, zu einem Pullover, den der Junge erst bekommen hatte, als es schon keinen Kontakt mehr zu Gina gab, das heißt, die Badesee Geschichte erklärt vielleicht das Blut, aber sie erklärt nicht diese Faser wo.
Wann sollte dieser Pullover in dieses Auto gekommen sein, wenn nicht an einem Tag nach der Trennung? Ich muss zugeben, das ist der Sachbeweis, der mir als Verteidiger am wenigsten gefällt. Ich habe 2 Antworten darauf, nämlich die erste kommt vom Gutachter selbst. Wie die Spuren übertragen wurden, lassen sie sich ja nicht nachvollziehen und die zweite ist, Fasern können auch über Dritte wandern.
Der Vater hatte nach der Trennung weiter Kontakte zu Fabian und zu ihr. Ob das am Ende reicht, das weiß ich leider auch nicht. Dann das Feuer am Fundort konnte der Brandsachverständige zunächst keinen Brandbeschleuniger messen, später fand das Landeskriminalamt geringe Petroleumspuren an einem Ärmelbündchen und in einer Bodenprobe.
Und gerade diese Spuren sind einem Grillanzünder ähnlich, wie er bei ihr gefunden wurde. Flüssiger Grillanzünder, der mag ja und aus der Flasche fehlten 500 bis 600 Milliliter und der Sachverständige sagte etwas mehr als ein halber Liter hätte gereicht. Ja, ähnlich, aber nicht identisch. Der Unterschied, erklärte der Chemiker mit dem Wetter, und dieser Grillanzünder ist ein Massenprodukt aus dem Supermarkt.
An ihren Schuhen wurde nichts gefunden und das LKA konnte nicht bestätigen, dass es genau diese Flasche war. Und. Und dann noch einmal zurück zum wichtigsten, dem Feuer selbst. Um 14:59 Uhr fotografiert eine Frau, die mit ihrem Pony unterwegs ist, Rauch und ein kleines Feuer am Tümpel. Nach einer früheren Einschätzung des Brandsachverständigen brannte das Feuer zu diesem Zeitpunkt schon. Ein bis anderthalb Stunden.
Und das, meine Liebe, ist der Moment, an dem ich mich gerade hinsetze. Denn wenn das Feuer um 14:59 Uhr schon ein bis anderthalb Stunden brennt, dann wurde es zwischen etwa 13:30 Uhr und 2 gelegt, und da war Gina nach ihrer Darstellung und nach den Handydaten auf dem Weg zum Bolzsee oder schon dort bei ihren Bekannten.
Und genau darüber müssen wir jetzt. Reden, mein Lieber. Ja, denn das ist der Anfang jetzt meines Kapitels, nämlich nach 4 Kapiteln Anklage. Ja, was ich hier alles einstecken musste, kommt jetzt die andere Seite, alles was gegen die Täterschaft von Gina spricht und ich verspreche euch, das ist mehr, als die Schlagzeilen vermuten lassen, ich fange mit der Zeit an.
Nach den Handydaten fuhr Gina gegen 13:00 Uhr zum Bolzsee zu ihrem Bekannten. Die Verteidigung sagt hier, das Treffen dauerte bis etwa 14:30 Uhr, danach holte sie ihren Sohn in Krakau am See ab, wenn das stimmt, wann soll sie denn bitte zurück zum Tümpel gefahren sein, um den Leichnam anzuzünden?
Nur wenn das Treffen genau endete, konnte das Landeskriminalamt aus den Daten nicht sicher sagen. Ja, und das ist für mich genau das Problem, nämlich die Verteidigung hat ein Gutachten beantragt, um zu klären, wie lange so ein Feuer brennt. Könnte ein Spezialist sagen, das Feuer würde während des Treffens an sie gelegt, dann bricht die Zeitachse der Anklage aber und jetzt kommt die Kammer, hat diesen Antrag abgelehnt. Genau, und zwar mit der Begründung, dass. Dass das Zeitfenster für die Tat so umfassend sei, nämlich von 10:50 Uhr bis 15:00 Uhr, dass es auf diese Frage nicht ankomme. Ja, und jetzt müssen wir kurz zur Juristerei umschwenken. Ein Gericht muss Beweisanträgen grundsätzlich nachgehen, es darf sie ablehnen, wenn die Tatsache
für die Entscheidung keine Bedeutung hat, da das sagt die Kammer hier. Egal wie lange es brannte, es ändert nichts. Und genau das halte ich hier für angreifbar. Denn ob die Angeklagte überhaupt Zeit hatte, das Feuer zu legen, ist doch hier gerade nicht bedeutungslos. Die Anklage sagt dazu zweierlei.
Erstens, der Bekannte vom See hat bei der Polizei ausgesagt, er habe an ihr keinen Rauchgeruch bemerkt, wenn das Feuer erst nach dem Treffen gelegt wurde, ist das genau das, was man erwarten würde, und zweitens die. Die Brenndauer ist eine Schätzung aus einem einzigen Foto und darauf baut man keine Gewissheit, und zwar in keine Richtung. Zweiter Punkt der Verteidigung sind die Kinder. 2 Mitschüler von Fabian sagen, sie hätten ihn am frühen Nachmittag mit dem Fahrrad an einer Bäckerei nahe der Schule gesehen, und ein Mädchen sagt, sie habe Fabian am Freitag zwischen 14 und 15:00 Uhr in der Nähe seiner Wohnung gesehen. 2 Männer seien ihm gefolgt.
Und jetzt muss man fair erzählen, was danach kam bei einem der Jungen gab es Unsicherheit, ob das am Freitag war oder schon am Donnerstag und am 17. September hat ein Hort Erzieher ausgesagt, er habe Fabian am Donnerstag auf dem Fahrrad gesehen, fröhlich, er habe gegrüßt, und er war mit einer Gruppe unterwegs, zu der genau diese Jungen gehörten. Das ist der Moment, an dem die Staatsanwaltschaft sagt, Ja, es ist n Tagesirrtum die Jungen verwechseln den Donnerstag mit dem Freitag.
Und das Mädchen hat bei der Polizei zunächst von einem Mann gesprochen, der Fabian berührt habe. Vor Gericht waren es dann 2 Männer, und eine Berührung hat sie nicht gesehen, auch die Beschreibung der Kleidung war widersprüchlich. Ja, Kinder irren sich, aber sie sind nicht automatisch unglaubwürdig und eine verlässliche Sichtung am Freitagnachmittag würde den Zeitplan der Anklage hier völlig zerstören.
Dass der Horderzieher Fabian am Donnerstag gesehen hat, beweist nicht, dass ihn am Freitag niemand gesehen hat, die Kammer muss im Urteil begründen, warum sie diesen Aussagen nicht folgt, wenn sie ihnen nicht folgen sollte. Ja, das ist richtig. So, jetzt komme ich zum dritten Punkt. Die Zeugen, auf denen die Nacht am Tümpel beruht, also beide Männer, haben eigene Gründe, ihre Rolle günstiger darzustellen.
Der eine hat sich heimlich mit ihr getroffen und den Fund nicht gemeldet, der andere hat selbst ein Alibi mitgetragen, das falsch war und gegen den Vater ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Falschaussage, also ausdrücklich nicht wegen einer Beteiligung an der Tat. Und. Und dazu muss man sagen, der Vater hat vor Gericht erklärt, er halte Jena derzeit für unschuldig, die beiden seien wieder ein Paar und die Staatsanwaltschaft sieht darin eine Einwirkung durch sie.
Wenn seine Aussage also in eine Richtung verzerrt ist, dann eher zu ihren Gunsten. Jetzt komme ich zum vierten Punkt, nämlich zum Motiv. Die Anklage sagt, sie habe geglaubt, Fabian stehe einer Wiederbelebung ihrer Beziehung zum Vater im Weg. Aber in den Tagen vor dem 10 Oktober kamen sich die beiden ja wieder näher.
Sie sagt, Fabian, Stand nie zwischen uns und in früheren Krisen war sie laut Gutachten eher gegen sich selbst gerichtet als gegen andere. Und dann kam der 8. Oktober mit Streit am 9. Oktober, so die Anklage per Chat Deklare Ansage kam. Keine Wiederaufnahme der Beziehung gewollt und am 10. Oktober verschwand Fabian.
Daraufhin gibt es Streit, Zurückweisung, Tod eines Kindes innerhalb von 2 Tagen. Erörtert wurde außerdem ein späterer Onlinekauf zum Thema Testament. Gina nennt den Zusammenhang Zufall. Ein Motiv muss das Gericht nicht beweisen, um zu verurteilen. Aber es ist es brüchig, muss die Kette umso stärker sein und der fünfte Punkt ist der für mich am schwersten wiegt.
Kein einziger Beweis zeigt Gina und Fabian am 10. Oktober zusammen, es gibt keine datierbare Spur, es gibt keine Tatwaffe, es gibt kein Geständnis. Ja, eine Kette braucht aber kein Foto von der Tat, sonst gäbe es keinen Indizienprozess. Ja, richtig, aber sie braucht Glieder, die halten. Und dann der sechste Punkt, das Verfahren selbst 11 Beweisanträge der Verteidigung, alle wurden hier abgelehnt. Die erste Vernehmung ohne Beschuldigtenbelehrung trotzdem verwertet der Antrag nach einem ähnlichen Pickup zu suchen, der wurde auch abgelehnt.
Ein Video im Netz, das angeblich klein Upal als Suchgebiet nannte, das die Verteidigung als Erklärung für ihr Wissen um den Ort angeführt hatte. Und bei dem die Urheberin am Rande des Prozesses gesagt hat, sie habe das Original erst am 18. Oktober hochgeladen, also nach dem Fund. Und der Vorsitzende sah darin kein Täter wissen, weil in dem Medior auch andere Orte genannt wurden. Stimmt, dieser Punkt hat sich nicht erfüllt, aber er zeigt das Grundproblem.
Die Verteidigung wollte immer wieder alternative Erklärungen prüfen lassen, und das Gericht hielt sie für nicht erheblich, ob das richtig war, wird nach einem Urteil, wenn er gesprochen werden sollte, letztendlich der Bundesgerichtshof entscheiden, das. Dann lass mich einmal zusammenfassen, was du gesagt hast.
Und dann sage ich, warum es aus meiner Sicht nicht reicht. Bitte. Das Feuer, also das Zeitfenster der Kammer, ist weit und die Brenndauer ist eine Schätzung aus einem Foto zu den Kindern. Kann ich sagen, der Horderzieher erklärt die Verwechslung, das ist für mich auch hier plausibel, die Zeugen. Dazu muss ich sagen, Ihre Aussagen werden von Sprachnachrichten und Handydaten gestützt. Wenn wir zum Motiv kommen.
Es muss nicht bewiesen werden und die Tage davor sind auffällig und das wie der Vortrag der Wagen nahe seiner Wohnung, der abgesagte Termin, ja das sind alles keine Beweise, aber auch keine Lücke im luftleeren Raum. Und wenn ich dir jetzt antworte, jeder dieser Punkte hat ein aber und am Ende entscheidet nicht, wer die schönere Geschichte erzählt, sondern ob nach allem noch ein vernünftiger Zweifel bleibt. Und eine Frage haben wir bisher ausgeklammert. Was ist das für ein Mensch, über den hier geurteilt wird am letzten Tag der Beweisaufnahme hat ein Psychiater genau darauf geantwortet und Alex?
Saß im Saal. 8. Oktober der letzte Tag der Beweisaufnahme. Der psychiatrische Sachverständige Dr. Peter Kaiper erstattet sein Gutachten, er hat Gina in der Untersuchungshaft mehrfach untersucht und den gesamten Prozess verfolgt. Ja, und vorab etwas, das in den Kommentaren oft falsch verstanden wird.
Ein psychiatrisches Gutachten beantwortet nicht, ob sie es war, es beantwortet eine, wenn Frage. Also wenn das Gericht feststellt, dass sie die Tat begangen hat, war sie dann in der Lage, das Unrecht zu erkennen und danach zu handeln? Ja, und das Gesetz kennt hierzu 2 Stufen. Ja, wegen einer seelischen Störung, etwa einer Krankheit, einer Intelligenzminderung oder einer anderen schweren Störung. Das Unrecht einer Tat nicht einsehen und nicht danach handeln kann, ist schuldunfähig.
Dann gibt es keine Strafe, unter Umständen aber eine Unterbringung in einer Klinik. Und wer in dieser Fähigkeit erheblich eingeschränkt ist, ist vermindert schuldfähig. Dann kann die Strafe gemildert werden, auch bei Mord. Und das Ergebnis von Dr. Kaiper ist eindeutig weder noch voll schuldfähig. Falls Sie die Tat begangen hat, sei ihre Einsichts und Steuerungsfähigkeit nicht erheblich beeinträchtigt gewesen.
Er beschrieb eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typ und einen Intelligenzwert von 76. Und das liegt im Bereich einer Lernbehinderung, aber keine Intelligenzminderung im medizinischen Sinne. Ja, und warum das die Schuldfähigkeit nicht berührt. Die Störung sei allenfalls moderat ausgeprägt, sie habe einen geordneten Alltag geführt, ihre Pferde versorgt, Angehörige unterstützt. Und das ist mir als Verteidiger wichtig. Eine mögliche Tat sei nicht einfach ein Symptom ihrer Störung in vergleichbaren Krisen davor sei sie eher gegen sich selbst gerichtet gewesen als gegen andere. Und dann die psychopathischen Anteile Manipulatives behalten, wiederholtes Lügen.
Fehlendes Schuldgefühl, wenig Empathie wie gesagt, mit 22 Punkten unter dem im Gericht genannten Schwellenwert von 25. Deswegen wird das hier psychopathische Anteile bezeichnet, eine Psychopathie im klinischen Sinne wurde verneint. Und jetzt kommt der Teil, an dem die Verteidigung sehr deutlich wurde. Der Gutachter nannte sie Hochmanipulativ, und zwar im Zusammenhang mit ihrer Kleidung bei einem Gespräch in der Haft. Ihr Verteidiger hat das öffentlich kritisiert, sie habe ein ganz normale Leggings und eine Jacke über ein t Shirt getragen und ernannte mehrere Aussagen des Gutachters, frauenfeindlich und unangemessen. Ja, und im gleichen Atemzug hat derselbe Verteidiger dem Ergebnis zugestimmt.
Zur vollen Schulfähigkeit sagt er, das sehen wir auch so. Ja, taktisch auch völlig logisch, denn die Verteidigung will ja einen Freispruch, weil die Tat nicht bewiesen ist. Ein Streit um die Schuldfähigkeit würde ja signalisieren, dass man insgeheim mit einer Verurteilung rechnet. Und dann hat Dr. Kaiper etwas getan und. Was ein Gutachter nur mit großer Vorsicht tun sollte. Er hat über mögliche Motive gesprochen, er nannte hierbei Egozentrik, Eifersucht, Rache, eine Bestrafung des Partners über dessen Kind und die Hypothese, dass er sich durch das Auffinden von Fabian eine Wiederannäherung an den Vater erhofft haben könnte.
Und er hat selbst betont, das ist Interpretation. Damit ist kein Motiv bewiesen und ich sage klar, das Gericht muss sehr genau aufpassen, dass es nicht von einer Persönlichkeitsbeschreibung zu einem Tatnachweis tragen lässt. Genau dafür ist Alex an diesem Tag im Saal gewesen. Ja, Alex, jetzt kommen wir noch mal zurück zu dir, dann einmal zum eigentlichen Inhalt dieses Verhandlungstages.
Was waren denn jetzt aus deiner Sicht? Die wichtigsten Punkte, die im Gerichtssaal behandelt worden sind, nehmen uns gerne doch noch einmal chronologisch durch den Tag mit. Wir sind gespannt. Ja, die wichtigsten Punkte heute stand vor allem das psychiatrische Gutachten über Gina H. Im Mittelpunkt. Wie gesagt, und die wichtigste Einschätzung vorweg, der Gutachter Caiper hält sie für voll schuldfähig. Zunächst hat er geschildert, wie er sie in seinen Gesprächen erlebt hat, sehr kontrolliert und sehr zurückhaltend mit meist kurzen Antworten auf die Frage, warum sind sie hier, habe sie dann gesagt, weil ich angeblich jemanden umgebracht habe. Und habe Fabian mit 8 Jahren.
Zitat Ende ihre tat Beteiligung habe sie aber weiterhin bestritten, dann ging es um ihre auffallend geringe Emotionalität auch während der Hauptverhandlung. Kaiper sprach von Zitat Trotziger Verschlossenheit, zweimal habe sie in den Gesprächen mit ihm geweint, einmal wegen ihres Gestorbenen oder verstorbenen Pferdes und wegen ihres Sohnes, der inzwischen in einer Pflegefamilie lebt, sie. Stellt sich das demnach so vor, dass sie ihren Sohn nach wie vor lieber bei ihren Großeltern hätte? Da soll sie dann in Tränen ausgebrochen sein. Im weiteren Verlauf erläuterte Kalper seine Diagnose, also eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typ, er beschrieb Schwankungen zwischen Kontrollierendem, bestimmendem
Verhalten und existenzbedrohenden Ängsten, außerdem stellte er einen unterdurchschnittlichen IQ von 76 fest, der nach seiner Einschätzung aber keine Intelligenzminderung bedeutet. Entscheidend war anschließend die Frage, ob diese Persönlichkeitsstörung ihre Schuldfähigkeit beeinträchtigt. Das verneinte Caiper die Störung sei allenfalls moderat ausgeprägt.
Er betonte auch gesunde Anteile, sie habe ihre Großeltern unterstützt, Pferde versorgt und Freundschaften gepflegt, eine verminderte Steuerungsfähigkeit im Tatzeitraum schloss er aber aus. Danach ging es um die von ihm beschriebenen psychopathischen Persönlichkeitsanteile. So hat er das genannt, ernannte Manipulatives Verhalten, fehlendes Schuldgefühl und fehlende Empathie, die geringe Emotionalität der Angeklagten sei auch für ihn erstaunlich, so hat er das gesagt, das sind allerdings seine gutachterlichen Einschätzungen, ob Gina h. Die Tat begangen hat, muss natürlich das Gericht am 10 November entscheiden, in der anschließenden Befragung fragte der Vorsitzende, ob es zu ihrer Persönlichkeit passe, als mutmaßliche Täterin selbst zum
Tatort zu fahren. An und das Opfer zu finden Kaiper stellte die Hypothese auf, dass sie wieder mit Matthias er zusammenkommen wollte. Auch ein Familienfoto hatte ich eben schon erwähnt, dass sie ihm gezeigt hatte, wertete er als Versuch, ihm ein bestimmtes Bild von sich zu vermitteln, das Waren so die wichtigsten Punkte, die glaube ich dabei aufkamen. Ja, das deckt sich ja mit dem, was sie eben besprochen haben und zeigt, wieviel an einem einzigen Tag verhandelt wurde. Welche Aussage oder welcher Punkt ist dir persönlich am stärksten im Gedächtnis geblieben und warum? Also, dass Gina h.
Wirklich versucht, auch einen Psychiater, einen Gutachter zu manipulieren, so wie er das oder so wie seine Hypothese Halt aufgestellt wurde, hat mich in der Deutlichkeit dann doch schon sehr überrascht. Also nach seiner Aussage soll sie ja freizügig erschienen sein bei einem Termin, den die beiden hatten, dann dieses. Foto was sie gezeigt hat, um so ein bisschen zu zeigen, dass es ein familiäres, familiäres Verhältnis zwischen Gina H, ihrem Sohn und Fabian gab, das hat mich dann schon überrascht. Ich habe Gina h.
Erlebt, als ihre Schwester aussagte, da fuhr sie ja massiv aus der Haut, heute ging es. Um ihr gesamtes Wesen, ja um ihre Probleme, um ihr Sexleben, also auch um intime Dinge. Hier wurde Psychopathie diagnostiziert, ich hätte da tatsächlich eine Reaktion von ihr erwartet und hätte nicht gedacht, dass sie so wenig angetriggert davon ist, weil es ja schon, also man hat ja sehr, sehr viel über das Innenleben, so ein bisschen von Gina h. Erfahren, dass Sie das so souverän auf eine Art auch Runterschluckt, das hätte ich dann tatsächlich nicht gedacht. Auch in Gesprächen mit Zuschauern wurde aber deutlich, und das war auch mein Gefühl, es blieb sehr im Kopf, wie intensiv der Richter Gina H.
Heute im Blick hatte. Also genau die genannten, nicht Reaktionen sozusagen, hatte er im Blick, das fand ich sehr eindrücklich, also es wurde auf jeden Fall sehr deutlich, auch im Vergleich zu anderen Verhandlungstagen, insbesondere ist das natürlich noch mal interessanter, weil wir uns jetzt auf den letzten Metern des Prozesses befinden, also da interpretiert man dann natürlich solche Blicke von dem Richter, von Herrn Schütt noch mal etwas zu.
Intensiver oder genauer ein Zitat, was ich dann noch irgendwie interessant fand, was glaube ich auch ihr Wesen ganz gut zusammenfasst. Eigentlich sollte ich der Mittelpunkt der Erde sein, das war ein Zitat, was Sie zu Matthias R. Gesagt haben soll. Der Psychiater gab das an diesem Donnerstag wieder, das ist, glaube ich, wie gesagt einfach eine Aussage, die gut widerspiegelt, wie Gina h. So tickt und ja, sehr eindrücklich, auf jeden Fall auch gut.
Kurz zur Einordnung, weil das Wort eben fiel. Der Gutachter hat psychopathische Anteile ja beschrieben, aber keine Psychopathie diagnostiziert und dass sie ihn manipulieren wollte, ist seine Deutung, das ist auch keine Feststellung des Gerichts, was du über den Blick des Vorsitzenden erzählst, finde ich als Verteidiger übrigens irgendwie bemerkenswert. Gab es etwas, das dich überrascht hat, obwohl du dich mit dem Fall vorher schon intensiv beschäftigt hattest? Ja, also.
Was mich wirklich intensiv nach wie vor beschäftigt, ich glaube, da geht es natürlich vielen so im Gerichtssaal. Ja, es wurde ihre Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, Borderline und Aspekte von Psychopathie. Klar, das sind natürlich wichtige Dinge, die, die da diagnostiziert wurden, aber im Laufe des Prozesses fragt man sich schon immer wieder, traut man dieser Person solch eine grausame Tat zu und. Da stößt man natürlich dann auch als Journalist immer wieder an seine kognitiven Grenzen, weil man das einfach, glaube ich, jeder im Gerichtssaal so für sich irgendwie sich ein Bild davon macht.
Und man hat natürlich auch viel über sie erfahren. Also ihr Leben war ja keineswegs irgendwie, ja, also. Wie soll ich sagen, also Ihr Lebenslauf wurde ja sehr intensiv behandelt und ihre, ihre Beziehungen und ihre Art, wie sie Menschen einnehmen wollte, das waren ja schon da, waren viele Eigenschaften dabei, wo man sagen musste, okay, das ist erstmal schwierig nachzuvollziehen, wie sie sich so auch in diesem Familienleben wohl verhalten hat mit ihren Großeltern und so weiter, aber dass das dann schlussendlich in so einer Tat mündet, dass es dann doch schon immer wieder.
Unglaublich und schwer zu fassen. Und deswegen ist das nach wie vor auch bei mir sehr, sehr präsent. Ja, das ist eine sehr ausführliche Beobachtung und dieses Unbegreifliche, das du beschreibst, kennen wir aus vielen Kommentaren unter unseren Folgen. Und jetzt würde mich deine Perspektive als jemand interessieren, der regelmäßig in deutschen Gerichtssälen sitzt, wenn man nur die Schlagzeilen liest, bekommt man zwangsläufig nur einen Ausschnitt mit.
Was hat man an diesem Tag deiner Meinung nach nur verstanden, wenn man tatsächlich selbst im Saal gesessen hat? Genau. Wenn man dann nur so die die Artikel vielleicht liest, dann wird das gar nicht so deutlich, weil ich finde, wenn man nur diese Diagnosen liest, dann hat man natürlich das Gefühl, Gina h.
Sei psychisch sehr angeschlagen gewesen, erwerbsunfähig ja, also in Frührente gegangen. Ausprägung von psychopathie ich habe die ganzen Dinge eben genannt, das. Aber man muss trotzdem unterstreichen und ich glaube, das ist das, was dann schon auch über den Gerichtsprozess hinweg deutlich wurde. Sie ist voll schuldfähig und diesen diesen Eindruck hat sie auf jeden Fall, auch über alles, was man so im Gerichtsprozess mitbekommen hat, dann auch am Ende. Also sie war zu jederzeit in der Lage, ihre mutmaßliche Tat, das muss man immer wieder natürlich deutlich sagen, zu reflektieren, ihr.
Ihr Leben gab keinen grundsätzlichen, deutlichen Einschnitt her. Also das muss man auch, das kann man jetzt auf jeden Fall auch so sagen, nach dem Gutachten des Psychiaters, denn das kam dort einfach nicht vor. Er hat natürlich genannt, dass Gina h. Von einer Vergewaltigung erzählt hat, er konnte das aber auch nicht vertiefen, weil das sonst nirgendwo wirklich auftauchte und. Sonst auch nicht.
Tiefergehend thematisiert wurde. Deswegen ist er da auch nicht tiefer drauf eingegangen. Sie, und das ist glaube ich dann so die Sache, also sie müsste ja schließlich von dem Tathergang her mit Fabian in den Wald gegangen sein und diese diese Tat begangen haben. Und sollte sie schuldig gesprochen werden, und das sorgt nach wie vorbei Zuschauenden für Fassungslosigkeit, denn das hat ja auch der Psychiater deutlich gemacht, sie wäre zu jederzeit in der in der Lage gewesen, diese Tat nicht zu begehen. Und ja, das ist dann natürlich etwas, was nach wie vor für Fassungslosigkeit sorgt und dann natürlich die Mutter von Fabian, die immer wieder so ein bisschen schnurstracks, fast schon also starr, auf Gina h.
Blickt. Sie immer im Blick hat. Und das fällt auch schon immer wieder auf, dass sie sich wahrscheinlich einfach nach wie vor. Also es ist natürlich. Schwierig zu sagen, aber dass sie sich natürlich ein Bild davon macht, wie Gina h. Mutmaßlich diese Tat begehen begehen haben könnte, das ist auch den gesamten Gerichtsprozess so.
Über das. Die Mutter von Fabian, Gina h, auch sehr intensiv immer im Blick, hat die Aufmerksamkeit darauf bleibt natürlich enorm hoch. Also man muss es sagen, an dem Donnerstag waren es 14 Grad, regen, Wind und dennoch war der Seil brechend voll, die Leute verlieren nicht die Ausdauer in diesem Verfahren und das kenne ich wie gesagt aus anderen Gerichtsprozessen anders und das muss man auch sagen, das ist schon auch auf eine Art sehr beeindruckend. Danke Alex.
Zum Abschluss kommen wir gleich noch mal zu dir. Ja, und wichtig ist finde ich auch noch der Zusatz voll schuldfähig heißt nicht schuldig. Es heißt nur wenn sie es war, dann gibt es nichts, was ihre Verantwortung mindert und dann stellt sich die nächste Frage. Ja, wenn das Gericht von Ihrer Täterschaft überzeugt ist, war es dann Mord oder Totschlag? Der Unterschied ist nicht nur ein Wort, es ist der Unterschied zwischen einer begrenzten Strafe und lebenslang. Das deutsche Strafrecht unterscheidet streng zwischen Totschlag und Mord.
Totschlag ist die vorsätzliche Tötung eines Menschen, die Strafe liegt zwischen 5 bis 15 Jahre, in besonders schweren Fällen kann auch lebenslang angeordnet werden und Mord ist die Tötung, zu der noch ein besonderes Merkmal hinzukommt. Und dann gibt es grundsätzlich nur eine Strafe, nämlich lebenslang. Und die Anklage stützt sich hier auf 2 dieser Mordmerkmale. Das Erste ist die Heimtücke.
Heimtücke tötet, wer die Arge und Wehrlosigkeit seines Opfers bewusst ausnutzt, also jemand, der nicht einmal mit einem Angriff rechnet und sich deshalb auch nicht wehren kann. Ja, und hier gibt es eine Besonderheit bei Kindern, die viele vielleicht nicht kennen. Bei ganz kleinen Kindern sagt der Bundesgerichtshof, die können gar nicht arglos sein, weil sie noch gar nicht in der Lage sind, Misstrauen zu fassen.
Ein achtjähriger Junge kann das aber sehr wohl. Entscheidend ist, ob er beim ersten Angriff mit nichts bösem rechnete und wer ein Kind unter einem Vorwand einen einen abgelegten Ort lockt, kann genau das bewusst ausnutzen. Und das passt ja gerade zu den befunden. Die Rechtsmedizin hat keine Abwehrverletzungen festgestellt, keine stumpfe Gewalteinwirkung, die Stiche kamen von vorn, die.
Die operative Fallanalyse hat den Jungen als wahrscheinlich arglos beschrieben. Da muss ich direkt dazwischen Funken und sagen, Vorsicht, der Brand hat vieles zerstört, was man hätte finden können. Aber ehrlich gesagt, wenn das Gericht von der Täterschaft überzeugt ist, wird wohl die Heimtücke die geringste Hürde sein.
Und das zweite Merkmal sind die sonstigen niedrigen Beweggründe, also ein Motiv, das nach allgemeiner Wertung auf tiefster Stufe steht. Das ist die Definition, und die Anklage sagt, ein Kind zu töten, um ein Hindernis für die eigene Beziehung aus dem Weg zu räumen, das ist gerade ein niedriger Beweggrund. Ja, aber dafür muss das Gericht dieses Motiv feststellen. Bei der Heimtücke geht es vor allem um die Tatsituation. Bei den niedrigen Beweggründen braucht man den Kopf der Täterin und genau dort ist diese Akte am dünnsten und deshalb ist meine Einschätzung, wenn es zu einer Verurteilung wegen Mordes kommt, dann wird die Heimtücke das tragende Merkmal hier sein. Und dann gibt es noch eine
dritte Frage, die bei lebenslang immer gestellt wird. Die besondere Schwere der Schuld. Kurz erklärt, weil noch mal lebenslang nicht. Das bedeutet, dass viele denken, nach 15 Jahren kann der Rest zur Bewährung ausgesetzt werden. Nicht automatisch. Das wird dann sehr genau geprüft, aber die Möglichkeit besteht trotzdem. Und wenn das Gericht im Urteil zusätzlich die besondere Schwere der Schuld feststellt, dann ist diese Tür nach 15 Jahren in aller Regel noch nicht offen.
Dann dauert es deutlich länger, ob die Staatsanwaltschaft das dann beantragt, wissen wir nicht, ja, das werden wir am 29 Oktober hören. Ja, und zur Vollständigkeit. Es gibt nicht nur Mord oder Totschlag, es gibt auch den Freispruch es. Ist das Gericht nicht überzeugt, dass Gina die Täterin ist, wird sie freigesprochen.
Und damit sind wir bei dem Teil, den wir uns für den Schluss aufgehoben haben. Wir haben jetzt alles auf dem Tisch und wir fassen jetzt zusammen aus unserer jeweiligen Rolle ich für die Staatsanwaltschaft. Und ich für die Verteidigung. Wie? Wir das zusammenfassen würden. Genau. Und eine bitte vorab. Und die ist uns ernst gemeint.
Was jetzt kommt sind rollen, ja, also ich, wenn ich jetzt für die Staatsanwaltschaft spreche, dann ist das jetzt nicht meine meine persönliche Meinung, es geht hier darum explizit beide Seiten, also die Staatsanwaltschaftsseite und die verteidigungsseite euch zu vermitteln, dann würde ich anfangen. Ladies first, würde ich sagen.
Aus Sicht der Anklage ohnehin First ja. Wir haben in diesem Verfahren keinen Zeugen, der die Tat gesehen hat. Wir haben keine Tatwaffe und wir haben kein Geständnis und trotzdem ist das Bild vollständig, denn jedes einzelne Indiz, das wir gehört haben, hat eine Erklärung bekommen und fast jede dieser Erklärungen ist zerbrochen. Die Angeklagte war am Vormittag des 10 Oktober an der Wohnung von Fabian ganz.
Genau in den Minuten, in denen sein Handy verstummte. Ihre Erklärung, die Bank findet sich auf keinem Kontoauszug wieder, sie hat ihr Handy ausgeschaltet, etwas, das er sonst so gut wie nie tat, und ihre Begründung ist an 90 Sekunden gescheitert, ihr Wagen kam mittags aus Richtung des Tümpels, ihr Weg führte an genau diesem Tümpel vorbei.
Sie sprach von Bauchschmerzen, obwohl der Vater nur krank geschrieben hatte, und konnte nicht erklären, woher sie das wusste. Sie suchte danach, ob Wildschweine Menschen fressen, sie sprach von Brandleichen, bevor die Öffentlichkeit von einem Feuer wusste, sie nannte eine Stichzahl, die zum Befund passt, und sie sagte über den Tümpel, weil ich da oft bin und früher, oft war sie sie hat 2 Männer zu einem Acker geführt, von dem nirgends die Rede war.
Sie hat Ihren Fund inszeniert, eine Freundin eingespannt und die Polizei belogen, sie hat ein Alibi abgesprochen, als noch niemand wusste, dass Fabian tot ist und in ihrem Auto lagen Fasern, die zu einem Pullover passten, den Fabian erst bekam, als sie keinen Kontakt mehr zu ihm hatte. Jede dieser Tatsachen will sich. Kann ein Zufall sein.
Alle zusammen sind es definitiv nicht. Das meint der Bundesgerichtshof mit Gesamtschau. Ein achtjähriger Junge ist, davon ist die Anklage überzeugt, zu einer Frau ins Auto gestiegen, der er vertraute, und er ist nicht nach Hause gekommen. Ja, also jetzt haben wir mal so die Sicht der Staatsanwaltschaft in einer Zusammenarbeit. Gehört äußerst genau.
Was ich dagegen einwenden würde. Rein theatralisch würde ich folgendes ausführen, ich würde sagen, niemand in diesem Saal bezweifelt, dass Fabian einem schrecklichen Verbrechen zum Opfer gefallen ist und niemand bezweifelt, dass Gina in diesem Verfahren gelogen hat über die Nacht am Tümpel, über ihre Begleiter, über ihr Alibi. Aber das ist nicht die Frage, über die das Gericht entscheiden muss.
Sie entscheidet darüber, ob sie Fabian getötet hat, und dafür gibt es keinen einzigen Beweis, der die beiden am 10 Oktober zusammen zeigt. Niemand und wirklich niemand hat Fabian in Chinas Auto steigen sehen, es gibt keine Tatwaffe. Das Blut auf der Küchenrolle lässt sich nicht datieren, die Fasern auch nicht. Das Feuer brannte nach der Einschätzung des Sachverständigen schon, als Gina auf dem Weg zum Bolzsee war und dort saß und das Gutachten, dass diese Frage hätte klären können, wurde letztendlich vom Gericht nicht eingeholt. Kinder haben Fabian am Nachmittag gesehen, vielleicht haben sie sich am Tag geirrt, vielleicht auch nicht die Männer, auf deren Aussage die Nacht am Tümpel ruht haben. Haben selbst geschwiegen,
gelogen und Alibis mitgetragen und die Vernehmung, in der Gina zum ersten Mal widersprüchlich war, fand statt, ohne dass man sie als Beschuldigte belehrt hat. Lügen sind kein Beweis für eine Tötung, ein unsympathisches Wesen für viele mal. Vielleicht ist kein Beweis eine auffällige Wortwahl, ist auch kein Beweis und ein voller Saal und Tausende im Netz. Die sich längst sicher sind, sind auch kein Beweis und die einzigen, die sich nicht sicher sein dürfen, nur weil alle anderen das sind, ist das Gericht. Und wenn am Ende nur ein vernünftiger Zweifel bleibt, dann gibt es hier nur eine Entscheidung, die das Gesetz letztendlich zulässt.
Somit haben wir 2 Sichtweisen und beide haben in Teilen recht. Ja, und genau das ist. Ist das hier so ein schwerer Fall? Nicht, weil eine Seite irgendwie schlecht argumentiert, sondern weil beide letztendlich vielleicht doch gute Argumente haben. Also kommentiert Team, Staatsanwaltschaft oder Team Strafverteidigung. Und bevor wir euch fragen, wie ihr entscheiden würdet, wollen wir noch einmal von jemandem hören, der am Ende dieses Prozesses im Saal saß.
Mit welchem Gefühl geht man nach so einem Tag nach Hause? Alex. Wir kommen zum Schluss jetzt noch einmal zu dir, wenn du den letzten Tag der Beweisaufnahme als Ganzes betrachtest. Mit welchem Eindruck bist du jetzt aus dem Gerichtssaal gegangen? Ja, mit welchem Gefühl geht man raus? Das ist eigentlich so, wie ich es gerade gesagt habe, ist nach wie vor so ein kleiner kleiner Schock, denn man muss auch sagen, sie war schuldfähig und sie hätte diese tat zu jederzeit verhindern können oder es nicht machen können, wie gesagt, sofern sie schuldig gesprochen wird und.
Ja, das ist dann einfach diese Fassungslosigkeit, die bleibt dann schon auf eine Art immer noch bestehen, oder man möchte sich dann natürlich so ein Bild davon machen. Ja, das sind glaube ich so die Dinge, die da am Präsentesten sind, welche Fragen sind da für mich noch offen, also der Tathergang ist natürlich nicht endgültig geklärt, das wird auch in den übrigen 3 Verhandlungstagen wohl auch nicht mehr geklärt werden, das ist, glaube ich, für die Kindesmutter und mutmaßlich auch für Matthias, er bestimmt eine unzufriedene Tatsache, die. Das hätte man natürlich auch als Journalist gerne noch herausgefunden.
Also was ist genau am 10 Oktober 2025 passiert, wie war der konkrete Tathergang und so weiter das kann man jetzt, glaube ich, am Ende des Prozesses sagen, dass diese konkreten Details wohl nicht mehr rauskommen werden. Ich bin auf das Urteil sowie insbesondere auf die Urteilsbegründung sehr gespannt, muss ich sagen, das.
Daher bleibt natürlich die Frage, wird das Gericht Gina H. Für den Mord an dem achtjährigen Fabian schuldig sprechen und lebenslang verurteilen? Das ist eine Frage, die auf jeden Fall bis zum 10 November im Kopf bleibt. Was genau am 10 Oktober passiert ist, das ist die Frage, die vielleicht nie vollständig beantwortet wird.
Egal, wie das Urteil ausfällt und worauf wirst du bei den nächsten Verhandlungstagen ganz besonders achten? Auf bei den Plädoyers. Auf jeden Fall auf den Richter achten, auf Gina H. Achten. Das sind, glaube ich, so Dinge, die ändern sich auch einfach nicht, die sind über den gesamten Gerichtsprozess so und das wird sich auch bei den Plädoyers und beim Urteil vor allem dann nicht ändern, also da ist, glaube ich, dann die Aufmerksamkeit auch sehr, sehr hoch, a natürlich Urteil und Urteilsbegründung, B die Reaktion dann auch von Gina h.
Darauf, aber auch von den anderen Prozessbeteiligten, das ist natürlich schon auch immer ein sehr, sehr besonderer Tag, wo natürlich auch die Aufmerksamkeit sehr, sehr hoch sein wird und. Ja, sonst inhaltlicher Natur werde ich auf jeden Fall darauf achten. Also ich finde das bei so Abschlussplädoyers schon auch sehr interessant. Die Argumentation, die Zeugenaussagen, in welche Richtung die interpretiert und argumentiert werden. Also ich denke da dann schon auch an an Reaktionen von unterschiedlichen Prozessteilnehmenden, die dann interessant sein könnten, und das sind glaube ich so die Dinge, die dann interessant sind, aber Ganzes über allem steht dann glaube ich jetzt das.
Urteil, die Urteilsbegründung und all das, was damit dann einhergeht. Lieber Alex, vielen Dank, dass du uns so ausführlich mit in den Gerichtssaal genommen und deine persönlichen Beobachtungen mit uns geteilt hast. Ja, auf jeden Fall, danke dafür. Und wer Alex Arbeit und seine Berichterstattung zu aktuellen Kriminalfällen und Gerichtsverfahren verfolgen möchte, findet ihn auf Tik tok unter at Alex Frieling das. Den Account verlinken wir auch natürlich in der Beschreibung dieser Folge ganz unten.
Und wenn euch Alex Arbeit interessiert, dann gerne folgen. Und jetzt seid ihr dran. In Teil 6 hatten wir euch einen Hörer Blog versprochen, hier ist er die erste Frage hat uns in verschiedenen Varianten sehr oft erreicht. Sinngemäß die Widersprüche in ihrer Einlassung im Polizeiverhör und die Handydaten sprechen doch eine ganz eindeutige Sprache. Warum dauert das Ganze so lange?
Weil ein Gericht nicht nach Eindruck entscheidet, sondern nach Beweisen. Und das im Urteil Satz für Satz begründen muss. Das spricht doch eine andere, eindeutige Sprache, hält vor dem Bundesgerichtshof einfach nicht. Gründlichkeit ist im Indizienprozess der Schutz vor einem Fehlurteil. Und eine weitere Frage war eine sehr kritische. Warum werden Zeugen vor ihrer Aussage von Reportern oder Dritten aufgesucht und warum wird alles, was von der Angeklagten oder der Verteidigung kommt, im Netz sofort als Lüge abgestempelt?
Ist das überhaupt erlaubt? Also Recherche ist natürlich erlaubt und Journalisten dürfen mit Zeugen sprechen. Wer aber gezielt auf eine Aussage einwirkt, kann sich strafbar machen. Wo genau die Grenze liegt, ist Sache von Gericht und Staatsanwaltschaft. Und zum Netz kann ich sagen, Meinung ist frei.
Auch zugespitzte Meinung ist frei, aber bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Wer die Einlassung pauschal zur Lüge erklärt, nimmt schon etwas vorweg, das allein das Gericht entscheidet. Und eine dritte Frage stellen wir uns selbst, weil sie bestimmt kommt, was passiert nach dem Urteil? Also das ist natürlich eine sehr, sehr spannende Frage. Gegen ein Urteil des Landgerichts gibt es die Revision zum Bundesgerichtshof.
Sie muss innerhalb einer Woche eingelegt werden, die Revision ist aber keine zweite Verhandlung, es gibt also keine neuen Zeugen, der Bundesgerichtshof prüft nur, ob das Urteil rechtlich fehlerfrei ist. Also wurden Beweisanträge zu recht abgelehnt, durfte die erste Vernehmung hier verwertet werden und ist die Beweiswürdigung lückenlos erfolgt, bis dann.
Darüber entschieden ist, ist ein Urteil nicht rechtskräftig und so lange gilt auch dann die Unschuldsvermutung. Ja, und ich glaube, damit kommen wir zum Ende einer sehr langen Folge und zu der Frage, die wir euch heute stellen wollen. Jan. Auf mehr Fragen werden wir jetzt nicht eingehen, weil es sind knapp 500 auf youtube glaube ich. Und das meiste haben wir versucht zu beantworten in den Kommentaren.
Ja, am 2930 Oktober sollen ja die Plädoyers gehalten werden. Danach hat Gina das letzte Wort und das Urteil wird für den 10 November erwartet. Wir werden beide Termine für euch einordnen und nach dem Urteil kommt Teil 8. Ja, und bis dahin gilt, was über dieser ganzen Serie steht. Es gibt kein Urteil. Gina bestreitet die Tat.
Es gilt die Unschuldsvermutung und auch für den Vater, gegen den wegen einer möglichen Falschaussage ermittelt wird, gilt sie auch. Und jetzt zu unserer Frage an euch. Ihr habt heute alles gehört, was für die Anklage spricht und alles was dagegen spricht reicht diese Indizienkette für eine Verurteilung wegen Mordes oder bleibt für euch ein vernünftiger Zweifel doch übrig?
Und wenn ja, an welcher Stelle genau? Ja, schreibt es uns in die Kommentare, begründet es so, wie es ein Gerät begründen würde. Wir lesen wirklich alles, vor allem meine Frau, Sie liest wirklich jeden einzelnen Kommentar und versucht auch jeden einzelnen Kommentar zu beantworten und die stärksten Argumente nehmen wir dann mit in Teil 8. Ja, und wenn euch diese Folge etwas gebracht hat. Wie gesagt, 1000 mal gerne abonnieren bei DAX, bei DAX, True Crime and Lore, überall wo es Podcasts gibt und auch auf youtube.
Bei all den Indizien, Paragraphen und Gutachten, die wir heute besprochen haben, muss man 1 noch zuletzt sagen, im Zentrum dieses Prozesses steht kein Rechtsproblem, im Zentrum steht ein achtjähriger Junge aus Güstrow, der an einem Freitag im Oktober zu Hause bleiben musste, weil es ihm nicht gut ging und der. Der nicht mehr nach Hause gekommen ist. Das tut einem natürlich in der Seele weh, ja, im Herzen. Also ja.
Für Fabian. Ich verabschiede mich an dieser Stelle und auf Wiederhören. Und ich sage, wie immer, passt auf euch auf, bleibt vorsichtig und achtsam.