Behind Science

Anders Celcius: Von Eiswürfel bis Wasserdampf

Samstag, 13. Juni 2026 · 24 min

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Shownotes

Egal wie sehr die Temperatur schwankt – wir messen sie heute immerhin mit derselben Skala. Das war nicht immer so. Weil das Anders Celcius auf einer Forschungsreise so genervt hat, hat er eine einheitliche Skala geschaffen.

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Schönen Science-Samstag. Ich weiß gar nicht, scheint die Sonne bei euch? Das ist ja hier immer unser Lieblingseinspieg. Das beliebte Smalltalk-Thema Wetter. Wetter, ja. Ist natürlich jetzt gerade auch, wir wissen jetzt nicht, wie es sich die nächsten Tage entwickelt, aber an dem Tag, wo wir aufnehmen, es ist brüllend heiß draußen.

Es knallt hier so rein. Und ich sitze hier wirklich im Dunklen mit künstlichem Licht, weil ich hoffe, dass es nicht sich so aufheizt. Das heizt. Ja, also das Wetter ist gerade ein Thema. Ist immer ein Thema. Ja, wir haben gedacht, es wird Zeit, dass wir aus unserem Smalltalk-Thema, was wir häufig am Anfang setzen, mal einen Deeptalk machen und euch auch zum Wetter eine passende Geschichte aus der Wissenschaft zu liefern.

Ich glaube, einmal haben wir schon eine, da ging es ja auch ein bisschen mehr so um Wolken und so. Und jetzt kommt hier quasi Teil zwei. Ja, wobei, also Smalltalk ist ja auch unterschätzt. Also es gab dieses Jahr wieder eine neu veröffentlichte Studie, da war eine Forscherin von der Uni in Michigan, die hat mit ihrem Team Smalltalk-Gespräche von rund 1800 Personen aufgezeichnet.

Also es waren alles so Gespräche von zwei bis fünf Minuten, vorher wurde das Thema festgelegt, teilweise waren es Alltagsthemen, teilweise interessantere Themen, die man selber wählen konnte und man sollte dann vorher sagen, ob es Spaß machen wird. Und da haben Leute miteinander gesprochen, die sich zum Teil schon kannten, zum Teil waren es aber auch Fremde.

Und immer nach dem Gespräch mussten sie dann noch mal sagen, wie es denn jetzt war. Und es war überraschend, denn oft wurden die Erwartungen übertroffen. Und zwar vor allem bei den langweiligen Themen. Und das kann man wohl auch erklären mit einem psychologischen Phänomen. Weil es einfach in Gesprächen gar nicht so sehr aufs Thema ankommt, sondern auf ganz andere Elemente, die auch schon passieren, bevor du überhaupt irgendwas redest.

Also Interaktion, Dynamik in so einem Gespräch ist da Sympathie vorhanden. Und das passiert auch ganz viel über Mimik, Gestik, über die Stimme. Und deswegen, Leute, die langweiligen Themen, sie werden unterschätzt. Ja, total. Ich meine, und wie soll man sich denn auch kennenlernen, wenn man nicht erst mal über belanglose Smalltalk-Themen redet? Und manchmal hat man so gut einen Smalltalk, finde ich, das fühlt sich dann an wie so eine warme Dusche.

Also dann irgendwie auch so mit Nachbarn oder so und dann geht man dann auch so richtig so, ach. Das war gar nicht wichtig, aber es war schön. Genau, Mut zum Sprechen über Wetter. Und wenn ihr dann noch das Wissen dieser Folge raushauen könnt, wird jedes Gespräch über das Wetter ab jetzt aufs nächste Level gehoben.

Um euch für den Smalltalk für die nächste Sommerparty vorzubereiten, sprechen wir heute über Anders Celsius und die Erfindung der Temperatur. Behind Science – Geschichten aus der Wissenschaft mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider Wie oft guckst du eigentlich in der App nach, wie das Wetter wird? Machst du das?

Oft. Sehr oft. Ja? Ja, schon. Also jeden Tag auf jeden Fall. Auch teilweise mehrmals am Tag? Kommt darauf an, ob irgendwie was Wichtiges ansteht. Also wenn irgendwie eine Veranstaltung oder sowas, die draußen stattfindet, ansteht, dann... Guckt man ja die ganze Zeit, obwohl es ja nichts verändert. Also vielleicht auch einen Schirm mitnimmt oder nicht, aber es regnet, wenn es regnet und es regnet nicht.

Also es ist so, okay, wenn ich mich dafür anziehen muss, lohnt sich das natürlich. Aber so die ganze Zeit zu hoffen, dass so dieser Regentropfen in der App noch weggeht und eine Sonne dahin kommt, ist eigentlich so ein Quatsch. Es ist genauso wie, kennst du, Wetterstationen? Also so kleine Wetterstationen für zu Hause, wo dann live quasi angezeigt wird, wie warm es ist jetzt gerade und so. Also Thermometer?

Ja, aber das gibt es dann noch ein bisschen, dass du drinnen und draußen gleichzeitig siehst, dass du irgendwie da auch schon eine kleine Prognose angezeigt bekommst. Wow, okay. Irgendwie Regenwahrscheinlichkeit und so. Ja, da gibt es eine krasse Version. Ich dachte, jetzt noch mit Hygrometer dabei und so.

Ja, eher so Windgeschwindigkeit vielleicht noch, je nachdem. Also da gibt es auch Menschen in meiner Familie, die da sehr viel Freude dran haben und eventuell im Haus mehrere solcher Stationen verteilt haben. Mich... Ja, interessiert es nicht so. Ich gucke auch lieber in die Wolken. Du gehst dann einfach mit kurzer Hose raus, ein bisschen überrascht, dass es dann doch kalt ist. Genau.

Ich kriege aber, ich habe ja genug Leute, die immer informiert sind übers Wetter und die werden mir schon rechtzeitig sagen, wenn man hier mit. Ja, Marie, wie siehst du aus hier? Nimm mal die Strickkerke noch. Aber es ist natürlich auch ganz spannend, weil ich weiß nicht, ob du das auch so hast. Ich habe schon so in meiner Wetter-App auch noch so ein paar Urlaubsorte abgespeichert.

Und da ist das Wetter ja oft dann konstant schön oder konstant warm. Palermo habe ich da jetzt zum Beispiel noch drin. Aber wäre mir jetzt schon wieder zu heiß. Aber ja, du hast recht. Ja, also gerade wenn man irgendwie nur mal die Temperatur abcheckt, wenn wir erst mal bei dem Parameter bleiben, dann ist das in anderen Gegenden oft sehr schön konstant.

Aber es ist ja auch vielleicht interessant, dass es bei uns so von bis geht. Finde ich auch. Da ist einfach die Range größer. Wir haben Jahreszeiten hier, das finde ich schön. Wir haben Jahreszeiten, ja. Aber es ist schon toll, dass egal, du guckst in diese App. Und du siehst eine Zahl und du weißt ein bisschen, wie die sich anfühlt.

Also dass für alle Menschen auf der Welt klar ist, wenn da jetzt steht 28, dann ist das schon sehr warm. Man kann ein Gefühl damit verbinden. Und das nur, weil wir alle eben dieselbe Skala dafür verwenden. Und diese Skala für die Temperatur ist nach ihrem Erfinder anders Celsius benannt, über den wir heute sprechen. Ja, den wollen wir euch heute vorstellen.

Anders ist ein schwedischer Name, denn Anders wird 1701, also vor 325 Jahren, in Uppsala geboren. Er kommt aus einer angesehenen Astronomenfamilie. Sein Vater ist Professor für Astronomie in Uppsala. Aber um diese Stelle zu bekommen, muss sein Vater einen sehr, sehr langen und sehr schwierigen Weg gehen und den möchte er seinem Sohn gerne ersparen und deshalb drängt er ihn ein bisschen dazu, was ganz anderes zu studieren und zwar Jura.

Also Anders startet erst mal mit Jura. Das wurde mir ja auch mal empfohlen in der Schule. Jura? Ich weiß nicht, ob ich es dir schon mal erzählt habe. Bei der Jobberatung. Ach so. Da war so, sie hat gehört, worauf ich so Lust habe. Und dann war sie so, interessieren Sie dich noch für irgendwas anderes?

Dann hatte ich da irgendwie mal ein Praktikum beim Amtsgericht gemacht. Ach so. Ja. Das würde ich Ihnen empfehlen. Echt? Machen Sie doch Jura. Wow. Boah, Leute bei einer Jobberatung, das ist auch ein schwieriger Job. Du kennst die Person ja nicht, die vor dir sitzt und musst dann da irgendwas raten, was eventuell...

Komplette Zukunft bestimmt. Ja. Stell dir auf, du hättest Jura studiert. Es hätte ja sein können, dass es dir gefällt, aber es hätte auch sein können, dass du es ganz schrecklich findest. Es wäre auf jeden Fall null kreativ gewesen, ne? Ja, weiß ich nicht. Es ist so eine andere Art von, so eine ordentlichere Kreativität, finde ich.

Ich denke mir auf jeden Fall gut, dass ich es nicht gemacht habe. Ja, das ist doch gut. Ja, und auch anders, der bemerkt relativ schnell, ja, ich mache jetzt hier gerade zwar Jura, aber eigentlich machen mir Naturwissenschaften viel mehr Spaß. Er ist ja in seiner Familie total umgeben von anderen Naturwissenschaftlern und deswegen sagt er sich dann, nee, ich wechsle wieder.

Ich studiere jetzt auch Mathe, Astronomie und Physik und das erfüllt einfach seine Leidenschaft komplett. Und er veröffentlicht dann auch schon mit 28 Jahren ein mathematisches Lehrbuch. Also er war auch da richtig, richtig gut. Und bei seinem Lebenslauf muss es uns auch gar nicht so sehr verwundern, dass er einfach direkt auch Professor wird.

Also er geht da zum Glück nicht den gleichen schweren Weg, den sein Vater gehen musste, sondern ist so gut, dass er da durchspaziert und Professor für Astronomie in Uppsala wird. Und diese neue Position bedeutet für ihn jetzt aber als allererstes mal ganz viel zu reisen. Denn es ist üblich zu der Zeit, dass er, wenn man da jetzt neu als Professor an der Uni in Uppsala startet, erst mal auf große Tour durch Europa geht.

Auf diese Tour wird er jetzt von der Uni geschickt. Denn das Ziel ist, er soll viele Kontakte knüpfen. Los geht's. Ja, er soll so Kennenlernreisen machen und schauen, wie ist denn der Forschungsstand woanders. Das finde ich sehr, sehr spannend. Und auch sowas wie, wie arbeiten die Kolleginnen und Kollegen?

Was können wir voneinander lernen? Und dafür muss er eben ja dahin reisen. Der hat einen Auftrag auch im Gepäck und zwar soll er ja Instrumente besorgen, mit denen sie eine Sternwarte in Uppsala aufbauen können. Das ist so ein bisschen das große Ziel auch so seines Lebens, kann man sagen. Denn es gibt in ganz Schweden noch kein Observatorium. Und ja, diese Kennenlern-Forschungsreise soll eben auch dazu dienen, zu schauen, wie ist das denn bei anderen aufgebaut und was können wir da lernen und welche Instrumente können wir uns da vielleicht für uns mitnehmen.

Und da ist er jetzt viel unterwegs. Ja, da wurde bestimmt auch sehr viel Smalltalk gemacht, um da die Kontakte zu pflegen. Aber er erlebt auch total viele coole Dinge auf dieser Reise. Als er in Berlin ist, sieht er zum Beispiel eine partielle Sonnenfinsternis. Als er in Nürnberg ist, veröffentlicht er was über Polarlichter.

Oder er ist auch in Rom und da darf er am päpstlichen Observatorium selber Untersuchungen machen und beobachten, wie die Helligkeit des Mondes beschaffen ist. Und in Paris, als er dort ankommt, wird es dann richtig spannend, denn dort ist. Brennt gerade ein heftiger Streit, eine Diskussion und das genau, als er dort zu Besuch ist.

Es ist wirklich ein Streit und zwar über die Form der Erde. Man weiß jetzt schon, das ist eine Kugel, das ist schon länger in den Köpfen etabliert. Es geht aber jetzt darum, ob die Erde an den Polen flacher ist oder in der Mitte, also am Äquator. Also nicht kugelrund wie so ein Ball, sondern halt so abgeflachte Stellen hat.

Und die Frage ist, hat Newton recht oder Descartes? Eine richtige Grundsatzfrage, die Europa zu der Zeit beschäftigt und er scheint da mittendrin zu sein in dieser Diskussion, in diesem Streit und ist natürlich hellaufgeistert, da mit zu diskutieren. Ja, total spannend. Die Pariser Akademie der Wissenschaften beschließt, wir müssen jetzt erstmal eine Expedition machen.

Wir machen jetzt eine Expedition nach Südamerika und da werden wir das klären, denn da können wir die Längen gerade in der Nähe vom Äquator messen. Und dann haben wir ja schon mal irgendwie eine wichtige Info. Und an dieser Expedition ist Anders nicht beteiligt, aber er schlägt eine andere vor und zwar in den Norden Skandinaviens.

Da könnte man dann in der Nähe der Pole ein bisschen forschen. Und deshalb wird er jetzt auch dorthin geschickt auf Expedition nach Lapland. Und da möchte er die Sterne vermessen, um die Form der Erde abzuleiten. Und es kommt tatsächlich was super Spannendes raus, denn er kann zeigen. Dass die Erde etwas breiter als höher ist, sage ich jetzt mal.

Also dass es da wirklich einen Unterschied von 40 Kilometern gibt. Das ist ja schon nicht ohne. Ja, wow, das finde ich auch, sowas beeindruckt mich immer, wenn man quasi als kleiner Mensch so große Dinge vermessen kann. Also das hatten wir hier schon ein paar Mal. Und das dann wieder ableiten kann. Du vermisst die Sterne und leitest ab, wie die Erde aussieht.

So viel Vorstellungsvermögen muss man erstmal haben. Also die Erde ist keine ganz runde Kugel, sondern ist, ja, wie gesagt, breiter als höher, du hast es schon gesagt. Außerdem hat er vermessen, wie sich die Gestirne bewegen und welchen Einfluss das Polarlicht aufs Magnetfeld hat. Es wird über ihn gesagt, er war ein vielseitiger Mann. Er schrieb Verse auf Schwedisch und Latein und war stets heiter und glücklich.

Und egal, wie viel er auch zu tun hatte, er schien niemals in Eile zu sein. Also ja, mal eben hat er da so diese Frage geklärt, um die sich alle gestritten haben. Zwischendurch hat er noch ein paar Verse aufgeschrieben. So stelle ich mir das vor. Dann ging er da wahrscheinlich pfeifend über das Schiff irgendwie.

Also ja er hat das irgendwie so ein bisschen alles mit links gemacht so wirkt es zumindest mit genuss vielleicht wird genuss ja ja stimmt ja es war genau sein fachgebiet genau sein thema aber schön dass er sich nicht hat stressen lassen ich glaube das ist vielleicht ein gedanke den wir uns alle noch mal aufschreiben können nach dieser folge ruhig die dinge in ruhe tun ohne eile und Nicht stressen lassen, auch wenn man gerade mitten in so einem Streit oder eine Grundsatzfrage steckt.

Man wird auch ohne Eile zu einem guten Ergebnis kommen. Auf jeden Fall. Da können wir uns alleine eine Scheibe von abschneiden oder ich zumindest auch. Ja und richtig berühmt wird er aber dann erst durch seine Arbeit über die Wärmemessung. Das ist 1742 und die hat auch mit seiner Forschung zur Polabflachung zu tun.

Denn auf der Expedition hat er Messgeräte dabei, um die Temperatur zu messen, aber die sind überhaupt nicht zuverlässig. In Europa sind damals mehr als 30 verschiedene Thermometer zulässig, alle mit verschiedenen Flüssigkeiten und Bezugspunkten, aber richtig gut ist keins. Und wirklich, wenn ich das höre, da kriege ich so, wie stressig, dass das so unterschiedlich war.

Ich finde jetzt schon stressig, dass in den USA Temperatur anders gemessen wird als in Europa zum Beispiel. Also warum nehmen die nicht unsere Temperaturskala? Aber 30 verschiedene? Nur in Europa, ne? Ja, und das denkt sie, glaube ich, auch so ein bisschen anders. Also er lässt sich davon nicht stressen, aber er denkt sie, glaube ich, auch so wie unnötig.

Und deshalb ist es so, als er von seiner Expedition zurückkehrt, dass er beschließt, okay, ich bin zurück in Uppsala und jetzt wird hier erstmal ein Thermometer entwickelt, das einfach ist und das exakt ist und mit dem wir alle arbeiten können. Und der wichtigste Schritt dafür ist, dass er eine Temperaturskala neu erfindet.

Er definiert jetzt zwei Fixpunkte, einer ist die Temperatur, ab der Wasser gefriert und der andere Fixpunkt ist die Temperatur, bei der Wasser zu Wasserdampf wird und den Abstand dazwischen teilt er in 100 Einheiten ein. Alles immer unter gleichem Atmosphärendruck und Pfeil. Diese zwei Fixpunkte, mit denen soll jetzt die Temperatur gemessen werden und das immer mit der gleichen Indikatorflüssigkeit und zwar Quecksilber.

Aber um diese Fixpunkte zu finden, untersucht er zwei Jahre lang Wasser. Also er ist da wirklich sehr lange mit beschäftigt, Wasser zu untersuchen. Keine Eile. Nee, keine Eile. Zwischendurch mal ein Verschen schreiben. Und er testet jetzt das Wasser aus verschiedenen Quellen bei unterschiedlichen Luftdrücken.

Und möchte da jetzt ganz sicher sein, wenn es um den Gefrier und den Siedepunkt geht, dass das wirklich verlässliche Fixpunkte sind, auf die sich auch jemand verlassen kann, der auf einem Berg steht oder der in einem Tal steht oder der, ja, also das Wasser sich quasi immer gleich verhält. Und irgendwann legt er sie dann fest, diese Fixpunkte und veröffentlicht die Skala, das Celsius-Instrument.

Schnell wird es an den meisten Unis in Europa zum Standardmessgerät. Es wird auch als schwedisches Thermometer bezeichnet. Und alle sind begeistert davon. Endlich ein einheitliches Gerät. Endlich ist es einheitlich. Und das sind ja auch so Punkte, die kannst du dir total gut vorstellen. Also auch so für die Allgemeinheit im 18.

Jahrhundert sind diese Fixpunkte total gut zu begreifen. Und damit können jetzt eben Thermometer geeicht werden und man kann Messungen einheitlich machen auf der ganzen Welt. Er schreibt in seiner Veröffentlichung, so kann man sicher sein, dass verschiedene Thermometer bei gleichem Luftdruck auch stets das gleiche messen.

Zum Beispiel zeigt dann ein Thermometer, welches in Paris hergestellt wurde, dieselbe Wärme an wie ein Thermometer aus Uppsala. Also da merkt man, das waren so zwei wichtige Orte in seinem Leben, die er da nochmal mit einbringt. Aber genau das ist es, du hast eben ein Thermometer, was egal wo du auf der Welt bist.

Ja, natürlich, weil ich das gerade mit dem Berg und so gesagt habe, also klar, wenn man höher kommt, dann kann sich die Skala auch schon minimal verschieben, aber so ungefähr bleibt es eigentlich an jedem Ort der Erde ähnlich und so als Beispiel jetzt Paris, Uppsala, da ist es halt nahezu identisch. Es gab eben also damals schon Thermometer, aber kein Gerät, was wirklich präzise physikalische Messungen angefertigt hat und das gibt es jetzt mit dieser Erfindung von Anders Celsius, wobei es damals noch andersrum angelegt ist.

Der Siedepunkt des Wassers gilt nämlich bei 0 Grad Celsius, so legt Anders das fest. Und der Gefrierpunkt bei 100 Grad Celsius. Und nach Anders Tod wird das dann getauscht von niemand geringerem als Karl von Linné. Über den haben wir ja auch schon gesprochen. Das ist ein schwedischer Naturforscher, der die Pflanzenbenennungen strukturiert hat.

Und wir haben da die hundertste Folge über ihn im Botanischen Garten in Bonn gemacht. Und er hat quasi ja so ein bisschen den Handshake mit Anders Celsius gemacht und quasi festgelegt, okay, bei 100 Grad kocht Wasser quasi, siedet Wasser und bei 0 Grad gefriert Wasser und dabei sind wir bis heute geblieben.

Guck mal, ein schwedischer Kollege quasi von ihm. Und ich glaube, Kai von Linné war ja auch so jemand, der hat Sachen nochmal so in System gebracht. Stimmt. Ja, wie so eine Art Lexikon erstellt für Pflanzen und Tiere. Und wahrscheinlich war ihm das auch einfach ein Bedürfnis. Der hat so bemerkt, cooles Thermometer, aber es ist irgendwie falsch rum.

Es macht nicht so viel Sinn. Wir drehen das mal um, so stelle ich es mir vor. Für uns macht es natürlich so auch mehr Sinn, aber weil wir es auch so gewöhnt sind. Wir kennen es so. Leider erlebt Anders all das nicht mehr, all diesen Erfolg. Denn er stirbt schon zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung mit 43 Jahren an Tuberkulose.

Tuberkulose kommt hier öfter vor, weil viele der Erfinderinnen darin sterben. Es war einfach eine weit verbreitete Krankheit damals. Und er kommt auch schon mit dieser Krankheit von seiner Expedition zurück. Als er damals da zurückkommt, ist er eigentlich schon ziemlich angeschlagen. Umso besser, dass er es geschafft hat, das alles noch aufzuschreiben.

Und was er auch noch schafft, er kann nach seiner Expedition wie geplant eine Sternwarte in Uppsala eröffnen. Das war ja mal der ursprüngliche Auftrag gewesen. Und das klappt. Ja, also so ein bisschen auch ein Teil seines Lebenswerkes ist diese Sternwarte in Uppsala. Heute wird die Temperatur wirklich weltweit nach dieser Celsius-Skala gemessen.

Nur wie ich es am Anfang schon gesagt habe, in den USA gibt es eine Ausnahme und in wenigen anderen Staaten. Da gibt es noch die Skala von Daniel Fahrenheit und in dieser Skala ist die tiefste Wintertemperatur, die Daniel Fahrenheit 1701 in seiner Heimatstadt Danzig gemessen hat, der Nullpunkt. Und das finde ich wirklich, es tut mir leid, aber das ist doch so ein Quatsch.

Ja. Das ist doch so ein Durcheinander irgendwie. Ja, und alle anderen auf der Welt arbeiten mit dem Vorschlag von Anders, dass der Gefrierpunkt von Wasser der Null wert ist. Also das ist doch viel... Logischer. Und wenn du jetzt so weißt, Anders hat einfach zwei Jahre lang mit Wasser geforscht, um dann diesen Nullpunkt festzulegen.

Und der Daniel sagt so 1701, heute war ein kalter Tag. Ich würde sagen, das ist der Nullpunkt für alle. Das ist wirklich, das denke ich gar nicht. Also, dass das auch nie überarbeitet wurde. vielleicht kann uns da eine historisch bewanderte Person mal aushelfen warum da so dran festgehalten wird auch beeindruckend von Elle und Speiche und womit da auch sonst noch gemessen wird brauchen wir ja gar nicht anzufangen, ja echt ja aber auch irgendwie spannend dass sich auch so lange durchsetzen konnte total, ja ich meine wenn man daran gewöhnt ist das ist natürlich, kennt man ja so die, Werte, da weiß man dann wir wissen jetzt hier 28 Grad Celsius fühlt sich ungefähr so und so warm an.

Die wissen dann, wie sich das anfühlt. Aber trotzdem, das ist doch strange. Ja, wir hoffen auf jeden Fall, dass ihr die Geschichte von Anders weitererzählt, von Anders Celsius, der dafür gesorgt hat, dass es eigentlich für die gesamte Welt eine einheitliche Skala für die Temperatur gibt. Vielleicht, ich weiß nicht, wenn man das nächste Mal die Eiswürfel zählt im Glas, wäre vielleicht so eine Gelegenheit, wo man das mal anbringen könnte.

Ich bin ja auch übrigens so jemand, ich esse gerne dann die Eiswürfel aus dem Glas noch. Und währenddessen erzählst du von Anders Zelt. Kommt dann auf die Größe des Eiswürfels an. Oder du lässt dir von Daniel Fahrenheit die Geschichte erzählen von deinem Gegenüber und kannst nichts erwidern, weil du so einen großen Eiswürfel wohnst.

Ja, das ist ja auch nicht schlecht. Wobei, da würde mir wahrscheinlich ganz warm und dann würde der schnell schmilzen. Schnell zum Schmelzen bringen. Na gut, wir sind gespannt, wo ihr das unterbringt. Dank Anlass können wir auf jeden Fall in unserer Wetter-App alle unsere Temperaturen ganz herrlich vergleichen.

Und vielleicht könnt ihr ja mal sagen, was denn so die ist, die kälteste oder wärmste Temperatur, die ihr so schon mal erlebt habt oder von der ihr gehört habt, die ihr in eurer App gesehen habt oder so. Vielleicht können wir ja dann Daniel Fahren halt noch toppen. Ja, wir hören uns auf jeden Fall wieder. Egal bei welchen Temperaturen, wir sind hier für euch am Start.

Bis dahin, macht's euch schön und tschüss. Tschüss.

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