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Shownotes
Habt ihr das Gefühl, ihr könnt alles lernen oder traut ihr euch manches nicht zu? Bayhas Mansour vermittelt als Influencer, dass alles erlernbar ist – sogar Naturwissenschaften. Er selbst hatte keine Empfehlung fürs Gymnasium, aber am Ende ein Abi mit Bestnote. Wie er das geschafft hat und was Lernen mit Achtsamkeit zu tun hat, erfahrt in dieser Spezialfolge.
Bei YouTube findet ihr Bayhas als Bieso-Mathe-Physik (youtube.com/watch?v=JGVMlAIZQlE) und seine Schwester als youtube.com/@Randawa_funfact. Bei Discord gibt's die Biesoversität (discord.com/servers/biesoversitat-135924129792…) zum gemeinsamen Lernen.
“Behind Science” gibt’s jeden Samstag – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links (linktr.ee/behindscience), die gerade wichtig sind.
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Schön sein Samstag, ihr Lieben, wobei heute ist ja gar kein Samstag, es ist ja hier mitten unter der Woche und es ist auch eine Folge ohne Luisa, weil es ist eine Spezialfolge und in dieser Folge werde ich von einem Gast begleitet, der sehr viel zu erzählen hat. Und dieses Spezial schließt sich an eine Folge an, unsere letzte Folge, über eine Frau, Mayam Mirzakhani.
Sie ist eine sehr berühmte Mathematikerin, der früher gesagt wurde, sie hätte kein Talent für Mathe, dabei hatte sie einfach einen anderen Zugang dazu und war damit später dann richtig erfolgreich. Und ich glaube, der Mensch, der heute hier in dem Spezial zu Gast ist, der würde nie sagen, du hast kein Talent für Mathe, sondern alles dafür tun, dass man das Gefühl hat, doch auch ich kann Mathe.
Denn er ist ein echter Influencer für Mathe und Physik, nicht nur für diese zwei Fächer, aber das sind, würde ich mal sagen, seine Lieblingsfächer. Und deshalb erzählt er davon am meisten. Unter anderem auf seinem YouTube-Kanal, bei TikTok, bei Instagram. Damit hat er während seiner Schulzeit angefangen. Und er möchte einfach andere überzeugen, dass Schule gar nicht so schlimm ist.
Und vor allem, dass naturwissenschaftliche Fächer gar nicht so schlimm sind. Ich darf euch heute vorstellen, Beihas Mansur, bekannt als Biso, vielleicht kennt ihr ihn. Und Beihas, sag mal, du bist gerade umgezogen, ganz frisch. Das weiß ich schon von dir. Wo bist du denn jetzt gerade? Ich bin aktuell in Göttingen tatsächlich. Das ist toll.
Weißt du, dass Göttingen voll die Wissenschaftsstadt ist? Wir hatten heute so viele Folgen schon über Göttingen. Und jetzt bist du da. Wie ist es? Ja, ich meine, eines der Gründe, warum es für mich interessant war, hierher zu kommen, ist ja auch genau das. Hier war Gauss, hier war Hilbert, hier waren Max Bohr und sehr viele.
Emmy Noether, auch eine sehr wichtige Physikerin und auch Mathematikerin, die leider auch vernachlässigt wird. Ich finde auch eine Freude. Die ist unglaublich. Also ja, es ist sehr cool. Ich freue mich auf jeden Fall. Soweit habe ich einen guten Eindruck. Du strahlst voll. Ist das für dich gerade so groß, dass du jetzt da bist?
Du studierst ja auch Physik. Genau, also ich muss dazu sagen, ich studiere Physik erst ab dem nächsten Semester, weil ich habe ja im Sommersemester angefangen und im Sommersemester kann man leider nicht Physik studieren. Aber du bist schon mal da. Ja, ich bin schon mal da. Ich bin schon mal da und habe meinen Spaß.
Ja, warum sollte man das Leben nicht genießen? Ja, okay, womit hast du Spaß? Das heißt, du studierst jetzt noch gar nicht, aber du hattest schon mal Lust an der Uni zu sein. Also ich studiere jetzt ein Semester Wirtschaftsinformatik und dann studiere ich halt Physik. Oh, wie schön. Aber das heißt, du wolltest einfach auch echt schon mal an der Uni sein. Hattest du so Bock drauf?
Ich wollte einfach, wie nennt man das, nicht ins kalte Wasser springen. Also mir ist schon klar, dass ich Physik studieren will. Aber ich wollte mal gucken, im Voraus, wie ist das Studentenleben, dass ich etwas vorbereitet bin. Wow, wir haben eben schon im Vorgespräch gesagt, du sitzt jetzt auch in einem Wohnheim.
Also so, das fühlt sich doch schon direkt richtig studentisch an. Das ist schön, das hatte ich auch. Ja, aber musst du dann auch Mathe-Vorkurs machen und so, habe ich mich gefragt. Oder schenkst du dir das, weil du es halt kannst? Also ich werd vermutlich, da ich sowieso hier bin, mich da reinsetzen und gucken, wie es ist. Im Hintergrund versuche ich mir das natürlich schon selber ein bisschen anzueignen.
Weil Mathe darf man natürlich auch nicht unterschätzen. Also es ist etwas, was wichtig ist, aber das vergessen sehr viele Leute, es muss nicht immer Spaß machen. Also es macht Spaß, aber es muss nicht immer Spaß machen. Okay. Ja, vieles, was man lernt, also bei einigen Sachen muss man sich ja ein bisschen durchsetzen.
Also es gibt Sachen, die braucht man, die man vielleicht selbst nicht ganz interessant findet, die man die man aber können sollte. Aber man sollte den Spaß darin schon sehen, nur ein bisschen realistisch bleiben und auch in den Momenten wo es vielleicht jetzt, wo man jetzt gerade nicht unbedingt Lust hat, sich mal hinzusetzen und das zu machen, damit man nichts hinterher bleibt Leute, ich glaube, ich habe es dir noch nie verraten, ich sage es jetzt einfach mal direkt am Anfang, in unserem Studium hatten wir auch, also Luisa und ich haben das gleiche studiert, Wissenschaftsjournalismus und auch mit naturwissenschaftlichen Nebenfächern und ich habe eigentlich nichts davon geschafft ohne Nachhilfe.
Aber ich finde es nicht schlimm. Es war hart zwischendurch deswegen, aber ich dachte so, ich will es irgendwie trotzdem wissen. Aber ja, vielleicht hilft das, das mal zu wissen von anderen. Und jetzt habe ich trotzdem den größten Spaß, über Wissenschaft zu erzählen und irgendwie Menschen wie dich vorzustellen, für die es vielleicht ein bisschen leichter ist und andere zu motivieren, auch Spaß daran zu haben oder keine Angst.
Man kann es lernen. Man kann es lernen, definitiv, würde ich sagen. Ja, aber wie war das bei dir? Also konntest du denn immer schon Mathe und Physik und sowas? Nein, das ist ganz gut. Nein, nein, das ist ja auch ein falsches Bild, was die Leute haben, würde ich sagen. Generell über Leute, die sich für Physik oder Wissenschaft interessieren.
Die haben, also oft eine Frage, die ich bekomme, ist, wie bist du so schlau? Oder man muss ja schlau sein, um Physik zu sagen. Das stimmt gar nicht. Ich würde sagen, man wird schlau, wenn man diese Themen lernt. Also keiner kommt jetzt auf die Welt und ich verallgemeine jetzt hier, bestimmt gibt es irgendwie Ausnahmen.
Aber im Allgemeinenfall, die Leute, die ihr euch anguckt, die kommen jetzt nicht auf die Welt und können auf einmal Mathe oder haben eine besondere Begabung dafür oder für Physik. sondern dass jeder gleich geboren wird und die Interessen entwickeln sich mit der Zeit. Nur wenn man jetzt mal im jungen Alter mal, keine Ahnung, im Kindergarten oder in der Grundschule gelernt hat, ja, du bist nicht gut in Mathe, weil du hast diesen Test nicht bestanden und man behält das bei und setzt sich nie wieder damit auseinander, ist dann ja logisch, dass man dann kein Interesse dran hat oder denkt, dass man es nicht kann.
Was aber schade ist, wenn Träume so kaputt gehen, schon im jungen Alter, und man seine Fähigkeiten nicht kennt. Aber wie war es dann bei dir? Also ab wann hast du gemerkt, okay, das macht mir irgendwie jetzt schon ein bisschen Spaß? Dann hat es dir scheinbar zum Glück niemand ausgeredet. Ja, zum Glück.
Also ich finde, also klar gibt es hier und da, aber es ist jetzt nicht etwas, was ich groß im Gedächtnis habe. Bei mir war das so, als ich jünger war, ich glaube, circa acht Jahre, vielleicht sieben, irgendwie um den Dreh. Wow, ja. Schon ein Kind. Genau, wurde mir beigebracht, dass die Sonne eigentlich so, oder ich dachte, dass die Sonne das größte im Universum ist, das größte Objekt.
Dann hatte ich mal eine Bekannte von uns, Sie war Physiklehrerin und Mathelehrerin, glaube ich. Wir waren bei dir mal zu Besuch und die meinte zu mir, diese Sterne, die du gerade siehst, die sind größer als die Sonne. Hat sie so nebenbei gesagt. Genau, ich kann mich an die Details nicht erinnern, wie gesagt, war ein bisschen jung, aber das fand ich sehr faszinierend, dass so ein Stern, der so klein am Himmel erscheint, doch irgendwie größer ist als die Erde und die Sonne und was weiß ich.
Da hat das Interesse angefangen. Ich habe mich dann irgendwann mit Planeten auseinandergesetzt. Nachdem ich nach Deutschland gekommen bin, habe ich auch so ein Buch bekommen als Geschenk, das hieß Weltall für schlaue Kids, weil ich mich dafür interessiert habe. Da habe ich auch versucht, alle Daten über Sonnensysteme auswendig zu lernen, Entfernung von Planeten, Temperatur und sowas.
Und dann... Dann habe ich gemerkt, irgendwann ist das Interesse sozusagen ein bisschen gesättigt, was Neugier angeht. Das bedeutet, wenn ich weitermachen will und meine Neugier weiterhin sättigen will, muss ich Mathe können. Da muss man lernen können, wie berechne ich, was weiß ich, Entfernung zu Planeten oder woher weiß ich, dass die Erde rund ist, solche Sachen.
Das heißt, die Neugier war da? Also die Neugier war eigentlich ungebremst, aber dein Lernen ging nicht weiter. Genau, die Neugier hat immer so Phasen. Also die richtige Neugier kam für mich nochmal, als ich die Relativitätstheorie gelernt habe. So Zeit kann relativ sein. Das war für mich das Unglaublichste überhaupt, damals zu hören.
Fand ich wirklich sehr, sehr spannend. Ja, und je weiter man sich mit diesen Themen auseinandersetzt, desto mehr stellt man fest, ja, ein bisschen Mathe braucht man schon. Vielleicht noch ein bisschen mehr. Ja, und dann habe ich angefangen, auch mich mit Mathe auseinanderzusetzen. Und dann hat Physik dir noch mehr Spaß gemacht, als du dann Mathe konntest.
Es macht mehr Spaß, klar, aber es hat auch Phasen, wo man sich denkt, das ist mir zu anstrengend oder wie soll ich das verstehen, das ist völlig normal. Weil Mathematik etwas Abstraktes ist, das sind abstrakte Konzepte, die einem beigebracht werden, das ist jetzt nicht unbedingt was Natürliches, was man jetzt im Alltag begegnet.
So, was weiß ich differenzieren oder ableiten ist jetzt nicht unbedingt etwas, was ich alltäglich betrachte, deshalb ist es als Tool, etwas, was man lernen muss aber man sieht die Anwendung dann, also das macht dann schon Spaß oder es klickt, man sieht ah, das ist so spannend, dass ich mit diesen einfachen Mitteln, was weiß ich, hier mit Ableitungen und so zum Beispiel momentane Geschwindigkeit eines Autos berechnen kann, das war ja früher so ein riesiges Problem, ne?
Und das kann man dann auf Planeten anwenden und auf Quantenphysik und was weiß ich. Ich habe gerade schon gedacht, also du hast gerade benutzt, dieses Bild, es hat Klick gemacht immer wieder und beim Erzählen hatte ich jetzt auch das Gefühl, so dein eigenes Universum hat sich die ganze Zeit erweitert.
War das Gefühl so, oder würdest du es beschreiben? Definitiv, mein Weltbild ändert sich jeden Tag. Also deshalb bin ich auch irgendwann in Philosophie reingegangen, weil sie Themen sich so überschneiden. Es ist Wissenschaft so schön. Also ich mag es nicht so gerne nur, nur, sag ich mal, in einem Fachgebiet für immer zu bleiben. Also doch spezialisieren in einer gewissen Hinsicht schon.
Aber dass man ein bisschen noch bei anderen sozusagen reinschaut, finde ich ganz cool. Also ja, je mehr man lernt, desto mehr ändert sich auch, denke ich, das Weltbild oder das eigene Universum und die eigene Position und Wahrnehmung. Ich habe ein anderes Gespräch mit dir gehört und da hast du gesagt, Ich habe mich gefragt, dass du das Gefühl hast, gerade wo wir jetzt über große Universen sprechen, dass wir aber trotzdem nicht klein und unbedeutend sind in dem großen, realen, echten Universum. Warum sagst du das?
Ich sage das aus einem ganz einfachen Grund, weil klar, die Welt ist ohne mich immer noch die Welt, aber für mich ist die Welt nicht ohne mich selbst. Deine Welt. Genau, meine Welt. Also deine Welt ja auch. Würdest du nicht existieren, würdest du das alles gar nicht wahrnehmen. Das bedeutet, klar, wenn man von außen drauf guckt, ob ich da bin oder nicht, interessiert vielleicht eine Person, die auf der anderen Seite der Welt lebt, jetzt nicht unbedingt.
Daher bin ich aus ihrer Sicht unbedeutend. Aber diese ganze Welt hat keine Bedeutung für mich ohne meine Existenz. Deswegen kann man das so zweideutig sehen. Ist so metaphorisch gemeint. Boah, Leute, was für große Gedanken hier direkt schon. Aber ich habe richtig Lust, deine Welt ein bisschen mehr kennenzulernen. Oh, okay.
Ja. Willst du das wirklich? Sehr sicher, ja. Du hast eben schon ganz kurz nebenbei erzählt, als du nach Deutschland gekommen bist, weil du bist mit deiner Familie aus Syrien nach Deutschland gekommen. Ich habe mich gefragt, waren diese Themen immer nur in deiner Welt ein Thema oder habt ihr da dann auch als Familie oder so drüber gesprochen?
Hast du die anderen da schon angesteckt? Ja, ich würde sagen, ich habe die angesteckt. Also bevor ich mich dafür interessiert habe, war das jetzt kein Thema. Gesprächsthema, sage ich mal. Aber ich habe sehr, sehr gute Eltern. Das schätze ich wirklich sehr. Das finde ich nicht so selbstverständlich. Die haben mich sehr supportet. Also sie denken auch mit mir und unterhalten sich über diese Themen, schauen auch Videos dazu, weil sie sich dann langsam auch dafür interessieren oder einfach zeigen wollen, dass wir sozusagen auf deiner Seite sind, was sie auch sind.
Also das, ich würde schon sagen, ist ein bisschen angesteckt, aber eingesteckt in der Hinsicht, auch im positiven Sinne, vom Feedback her ausgesehen, dass sie das machen. Aber ich kann es mir auch so vorstellen, du hättest mich wahrscheinlich auch, obwohl du noch ein Kind warst, voll schnell abgehängt, weil einfach dein Interesse so groß war.
Hätte ja auch sein können, dass die sagen, ach du meine Güte, was für ein Nerd ist unser Kind. Wir kommen schon gar nicht mehr mit. Aber deine Eltern haben versucht, das aufzuholen. Ja, die haben versucht, mich dabei zu unterstützen, als ich auch direkt angefangen habe zu sagen, ich würde das gerne auf YouTube machen.
Standen die jetzt nicht dagegen und haben gesagt, bist du hier, willst du Influencer werden? Was weiß ich überhaupt nicht. Also bei jedem Schritt, den ich bisher gemacht habe, waren eigentlich meine Eltern immer auf meiner Seite. Da bin ich auch sehr dankbar für. Und das heißt, ihr habt aber wirklich so, wie muss ich mir das vorstellen, wenn ihr jetzt alle zusammen seid?
Ich weiß, es gibt eine Schwester noch, die auch einen YouTube-Kanal hat über Technologiethemen. Genau, die heißt Rantava-Funfacts. Ihr könnt ja auch gerne vorbeischauen, wer gerade zuhört. Die macht, Technologiethemen. Ja, also wir sitzen dann und meistens diskutiere ich halt mit meinem Vater über solche Themen und dann machen wir irgendein Video zum Weltallern und diskutieren irgendeine bestimmte Frage oder sowas oder gehen einfach übers Leben.
Also warte mal, also ihr sitzt dann irgendwie im Wohnzimmer oder irgendwie vorm Fernseher, macht das an und guckt das zusammen. Aber kein Video von dir, sondern irgendwie ein Video übers Weltall. Ja, muss jetzt nicht ein Video von mir sein, genau. Ist das irgendein Video übers Weltall oder ein Video über Philosophie, irgendwas drüber, was sich jemand unterhalten kann.
Krass. Und das war, als du kleiner warst, war das dann auch schon so? Also habt ihr zusammen Bücher gelesen? Nee, Bücher gelesen zusammen jetzt nicht. Damals war das Interesse bei meinen Eltern auch nicht so stark wie heute, würde ich sagen. Das hat sich auch über die Zeit entwickelt, aber der Support war halt immer dann.
Also früher war es halt eher für mich, ich habe Dokus geguckt, ohne Ende. Das war genau so National Geographic oder so. Und du musstest ja dann auch, habe ich mich eben schon gefragt, bei dem Buch, von dem du erzählt hast, du musstest das ja dann auch, wenn du dich hier für Sachen interessiert hast, auf einmal alles auf Deutsch lesen.
Und du bist ja schon als Kind dann hier hingekommen. Das war ja echt richtig krass dann. Nicht nur so irgendein Buch, sondern direkt übers Weltall. Hat dir das geholfen? Ja, ich versuche gerade zurückzudenken. Also ich habe relativ schnell die deutsche Sprache gelernt. Liegt vermutlich daran, weil ich halt jünger war.
Bin ja mit neun hierher gekommen. Das heißt, direkt in der Schule gewesen, ne? Ja, genau. Ich war in der Grundschule in der vierten. Und interessanterweise wurde mir in der Grundschule gar nicht mal empfohlen, aufs Gymnasium zu gehen. Aber meine Eltern haben einfach nicht drauf gehört. Oh, das habe ich mich nämlich gefragt, wie dann dein Weg weitergegangen ist.
Ja, das wurde mir damals nicht empfohlen. Aber habe ich trotzdem gemacht. Auf jeden Fall, genau, was wollte ich sagen? Weißt du, warum nicht empfohlen? Also einfach, weil sie dachten, das wird er nicht schaffen. Ja, also ja, würde ich schon sagen. Also so weit ich, so wie ich das wahrgenommen habe, war das eigentlich schon so.
So, liebe Leute. Und jetzt machen wir mal einen kleinen Sprung in der Geschichte. Denn Biso hat ein Abi mit Schnitt 0,9. Also das können wir jetzt mal allen Lehrern der vierten Klasse noch mal zeigen. Ja, danke dir für die Erwähnung. Ja, es fiel mir jetzt, wie ich mich erinnern kann, nicht allzu schwer, das jetzt zu lesen.
Vielleicht etwas langsamer als die anderen, aber habe ich soweit alles verstehen können. Gab es ansonsten noch mal Stellen, wo du das Gefühl hattest, mich will gerade jemand bremsen? Ja, also man bekommt es, also ja, sicherlich. Es ist bei mir aber jetzt nicht so, dass ich das auf meinen Herzen sitzen lasse, sozusagen.
Also ich mache jetzt nicht meine Motivation davon abhängig, um es den anderen zu zeigen. Also das habe ich ehrlicherweise nicht. Beziehungsweise wenn ich das Gefühl habe, dass ich diesen Drang habe, dann versuche ich den zu stillen oder einfach zu ignorieren, beziehungsweise loszuwerden, weil das keine gesunde Lebensorientierung aus meiner persönlichen Weltwahrnehmung ist.
Weil man kann es nie allen gerecht machen. Und ich würde halt den Leuten sozusagen eine gewisse Macht über mich geben, wenn meine Ziele sich daran orientieren, sie zu falsifizieren, sage ich mal. Ich denke, man braucht einfach inneren Frieden und wenn ich das ausblende, jetzt nicht, weil ich, abgehoben bin oder weil ich über dich stehe oder mir sie egal sind in der Hinsicht, sondern einfach, weil ich keine Lust habe, den ganzen Nächten nicht zu schlafen, weil mir jemand gesagt hat, ah, du schaffst das nicht und ich sitze dann und versuche das Gegenteil zu beweisen.
Es wird einfach ein ruhiges Leben. Ja, waren das so Einzelpersonen, sage ich mal, die das behauptet haben? Ja, es gab schon einige, aber wie gesagt, ich blende das einfach aus, beziehungsweise speichere das einfach nicht ab. Weil es halt keine hohe Bedeutung, ehrlicherweise, für mich hat. Okay, es klingt sehr vernünftig. Ich finde das ganz toll, dass das irgendwie an dir vorbeizieht.
Aber hast du einen Tipp für uns? Wie bewahrt man denn diesen inneren Frieden? Ja, das ist eine Philosophiefrage. Ich meine, das kam jetzt auch nicht von heute auf morgen und sicherlich setze ich das auch nicht zu 100 Prozent um. Ich versuche das nur so gut es geht. Ich meine, man kann ja so drüber nachdenken.
Der Satz, der einem am meisten hilft, ist, die Person, mit der man am meisten Zeit verbringt, ist sich selbst. Und jetzt kann man sich überlegen, okay, die meisten Leute, sagen wir mal, soll das bei mir einzelne Leute aus der Schule oder so gewesen sein, die begegne ich jetzt nicht mehr. Also das wäre ja zum Beispiel schade, wenn ich jetzt meine Schullaufbahn dafür geopfert oder gelitten habe, selbst wenn ich das am Nachhinein geschafft hätte, einfach um den anderen zu zeigen, dass ich besser bin oder dass sie falsch liegen.
Also man kann sich überlegen, okay, wenn ich alleine bin, unabhängig von den anderen, wie würde ich mich als glücklich bezeichnen? Wann würde ich mich gut fühlen? Und da will man nicht, dass diese Gedanken halt auf einen die ganze Zeit schütteln, also man will ja nicht die ganze Zeit über irgendwelche Leute nachdenken, die gerade vielleicht sich für einen gar nicht mal interessieren, also das ist ja unnötig.
Das stimmt, du hast recht, man will das gar nicht, aber ich weiß auch noch so in der Schule, man muss auch das ja erstmal lernen, ne? 100%. Puh, ja, aber gehört vielleicht dann auch dazu, dass Also dass das irgendwie eine der wichtigsten Dinge ist, die man so im Leben lernen kann. Dass es erstmal wichtig ist, sich selber zu mögen. Definitiv. Ja.
Wow, okay. So weise Sachen, aber das Ding ist, ich hatte bei deinen Videos auch das Gefühl, also du machst ja verschiedene Videos. Es gibt dann so einmal die Lernvideos, die so richtig so an einem Whiteboard stattfinden, mit, Marker und Erklärungen und manchmal eine Stunde dauern. Und dann gibt es da aber auch sowas, Das ist so ähnlich, wie sich dieses Gespräch gerade anfühlt.
Das ist so eine kleine Rede ans Gewissen oder ans eigene Gefühl, wie so kleine Motivationsreden, die du da so verschwingst. Warum sind dir die so wichtig und was möchtest du da vermitteln? Also es gibt ein zitat oder einsatz der den ich sehr cool finde und er sagt was den schwarm nicht hilft hilft der biene auch nicht, Es bringt nichts wirklich, wenn man nur sein Wissen, denke ich, nur für sich behält, immer.
Auch wenn man, also es geht jetzt nicht darum, dass man sich für die anderen interessiert oder denen zeigen will, ah, guck mal, wie schlau ich bin, das ist gar nicht die Frage oder das Ziel. Sondern, weil so eine Person würde ja handeln aus, weil ihr etwas fehlt, also um etwas zu bekommen, Anerkennung, was weiß ich.
Das würde gar nicht zu dem passen, was du vorher erzählt hast. Genau. Also ich will mich da natürlich auch nicht immer komplett ausschließen. Letztendlich sind wir ja Menschen. Ich versuche nur halt, so gut es geht, ein ruhiges Leben zu führen, sagen wir es mal so, oder mit mir im Klaren zu sein. Ich versuche aber mehr als Ausdruck zu handeln. Also nicht, weil mir etwas fehlt, sondern ich versuche, mich einfach zu präsentieren.
Und weiß nicht, ob das so Sinn macht, wie ich das sage. Und das zu teilen, was du gelernt hast. Und was ja dann eben nicht nur ist Mathe und Physik, sondern auch, wie wir gerade gemerkt haben, irgendwie so Ruhe und Frieden, was du auch eben in der Schule geübt hast. Genau, also das versuche ich. Weil was bringt es, wenn ich das einfach irgendwie für mich behalte und wenn ich weiß, ich könnte jemanden damit weiterhelfen.
Und es ist ja immer eine Gegenseitigkeitssache. Also ich gewinne ja auch die Anerkennung der Leute. Die Leute schauen sich das an, ich denke, liebe Kommentare, also es ist ein Null-Null, so ist das Leben. Ja, dein Kanal bei YouTube hat zum Beispiel über 370.000 Abos, wen genau möchtest du erreichen oder was weißt du da so auch über deine Community?
Also ich möchte jeden erreichen, ähm, Das ist eine gute Frage. So genau, wen möchte ich erreichen? Eigentlich jede Person, die sich dafür interessiert und nicht dafür interessiert, die ein falsches Bild davon von Lehren hat oder ein falsches Bild von wissenschaftlichen Themen hat, die möchte ich eigentlich erreichen.
Aber nicht erreichen in der Hinsicht, dass ich das irgendwie den Leuten aufzwingen will, in keinster Weise. Sondern ja, ich versuche, das Interesse zu wecken und hoffe, dass ich damit erfolgreich bin. Ja, ich habe ein Video von dir geguckt, das hat den Titel Schule ist simpel. Da dachte ich, das ist doch herrlich. Also das will man doch hören als Schülerin, dass du das Gefühl hast, ich kann es schaffen.
Und dann sagst du da direkt am Anfang, ja, nach dem Motto, wenn man eh in der Schule sein muss, dann kann man auch das Beste draus machen. Habe ich mich gefragt, bedeutet das, Schule ist Zeitverschwendung? Das war mein Lebensmotto, ehrlicherweise in der Schule. Aber hättest du lieber was anderes gemacht? Ja, also man muss schon differenzieren.
Also zuerst einmal das Positive anzusprechen. Unser Bildungssystem ist im Vergleich zu sehr vielen anderen Orten auf der Welt natürlich sehr gut. Also ich habe hier in Deutschland jetzt nicht die Bildung, die ich jetzt in Syrien hätte. Also hier ist es deutlich besser, logischerweise. Von der Hinsicht muss man das natürlich anerkennen.
Aber das schützt natürlich auch nicht vor Kritik, vor Sachen, die besser sein können. Also weiß ich nicht. Ich habe mir zum Beispiel, ich saß dann im Unterricht und habe mir die Themen bei einigen Fächern angeguckt, die ich auch zum Beispiel nicht so unbedingt mochte, sagen wir mal, für Themenweise. Und haben mir gedacht, ja gut, in der Zeit hätte ich auch was anderes machen können. Oder davon hängt jetzt meine Zukunft ab oder mein Arbeitsfeld.
Sowas wie in Englisch, da hatten wir, Oder in Deutsch, diese, das waren, muss ich sagen, komische Lektüren, die wir bekommen haben. Dabei interessierst du dich voll für Sprache und Zitate. Ja, das ist eher Philosophie, für Sprache ist es eher weniger, muss ich ehrlicherweise zugeben. Aber du haust dir ein Zitat nach dem anderen raus. Also du hast schon irgendwie ein Interesse für Worte, die dir was bedeuten.
Genau, wenn die halt eine Bedeutung haben. und ich hatte das Gefühl persönlich, dass bei vielen, was wir gemacht haben, da keine Bedeutung hinter war. Wir hatten zum Beispiel eine Lektüre in Englisch, das hieß Seven Methods of Killing Kylie Jenner und das war abirelevant. Und dann wurden sieben Methoden beschrieben in so einem Twitter-Post-Abtausch zwischen zwei Mädels, wie sie am liebsten Kylie Jenner umbringen wollen.
Das soll so eine Gesellschaftskritik darstellen im Endeffekt. Verstehe ich, aber ich finde das als Mittel fand ich jetzt nicht so toll. Und dann sitze ich da und denke mir, okay, davon hängt jetzt, was weiß ich, meine Notab und mein Leben in Arbeitswelt und ob ich im Studium angenommen wäre, fand ich halt nicht so gut.
Ja, du teilst dann aber trotzdem einen Tipp, wie man auch durch so eine Stunde kommen kann. Und zwar sagst du bitte, Leute, passt erstmal auf und dann stellt zwei meine Frage und wiederholt zweimal Dinge, die andere gesagt haben. Das ist Pi mal Daumen für eine prinzipiell gute mündliche Note. Ah ja. Hat sich bewährt? Also bei uns hat mündlich halt sehr viel gezählt.
In vielen Fächern sogar 60 Prozent im Vergleich zu schriftlich auch im Abi. Also abgesehen von den Abi-Klausuren, das ist was anderes. Ich meine im Halbjahr. Und viele Leute können... Ich hatte viele Freunde und auch oft, ich hatte das Gefühl, das war leider oft eher bei den Mädchen der Fall. Dass sie vielleicht zu schüchtern fanden, um zu reden.
Und die waren sehr schlau und hatten so vieles gut drauf, haben sich aber vielleicht nicht getraut, das irgendwie zu sagen. Und damit lässt man sehr viele Punkte liegen. Und ich denke mir, gut, wenn man sowieso da ist, dann sollte man versuchen, sich zu überwinden für den eigenen Vorteil aus meiner Sicht.
Ja, und aus Erfahrung kann ich sagen, es hilft auch, wach zu bleiben, wenn man es gerade gar nicht interessant findet. Ja, das stimmt. Vielleicht können wir so ein ganz kleines, dachte ich, so ganz kurze Lernfragen abgehen, so mit Empfehlungen von dir. Was ist für dich der beste Lernort? Bei mir sind es zwei. Eigentlich mein Zimmer und die Bibliothek.
Also ruhige Orte auf jeden Fall. Ja, würde ich sagen. Also in seltenen Weise, das ist jetzt nicht wirklich fürs Lernen, wenn ich hochfokussiert sein soll, sondern eher, wenn ich einen freien Kopf haben möchte, gehe ich sehr gerne in die Natur, irgendwie auf ein Feld oder lege mich einfach hin und, keine Ahnung, schaue den Sonnenuntergang an.
Oh, schön. Ja, guck, dann bist du wieder bei der Sonne. Oder die Sterne vielleicht. Die sind ja viel größer. Oder bei Vollmond auch, ist auch ganz cool. Oh, ja. Aber dann lernen lieber im Team oder alleine? Persönlich alleine in den meisten Fällen. Im Team lerne ich aber auch gerne. Ich meine nur, wenn es hart auf hart kommt, bin ich meistens eher, zumindest bisher gewesen. Im Studium ist das, denke ich, anders jetzt, merke ich.
Also im Studium kommt man alleine oft gar nicht vielleicht voran, langfristig betrachtet. Man braucht die anderen. So ist das auch konzipiert, aber soweit auf der Schulzeit bezogen, alleine. Ja, vor allem, wenn du dann mit anderen Disziplinen zusammenarbeiten möchtest, wie das am Anfang klang, dann wird das bestimmt viel Spaß machen mit anderen.
Gibt es eine Zeit, zu der du am besten lernen kannst? Eigentlich nicht. Ich lerne sehr spontan, wenn ich Lust drauf habe. Meistens Richtung Abend, nachts. Ja, da machst du noch mal Vorhang zu und dann bist du so eine Eule. Genau. Hast du dann einen Snack dabei, der dir hilft? Nee. Brauchst du keinen Lernsnack? Nee, da bin ich zu abgelenkt worden.
Oh, okay. Also wenn ich so Chips zum Beispiel zu mir nehme, ich mag Chips sehr gerne, wenn ich jetzt Chips nehme und dann esse ich Chips, dann bin ich halt abgelenkt, dann muss ich was anderes machen, kann nicht lernen und essen gleichzeitig. Okay, wie ist das mit Musik hören und lernen? Ja, das geht, aber bin ich vorsichtig mit, also es hängt auch von der Musikart ab.
Meistens, wenn es mir wirklich darum geht, richtig zu lernen, mache ich Musik raus. Okay, und so ein ultimativer Hack, keine Ahnung, morgen ist die Klassenarbeit, was würdest du dann jetzt am Tag vorher nochmal machen, um zu lernen? Am Tag vorher? Man hat nicht viel Zeit zum Lernen und was hilft dir dann?
Das ist eine Frage, die sehr vom Kontext abhängt. Weil da muss man effizient sein. Und zur Effizienz zählt, dass ich die Parameter kennen muss, der Person, die sie gerade zur Verfügung hat. Das klingt schon wieder wie eine Rechnung. Wenn man so Altklausuren oder sowas hat, sollte man sich direkt an die setzen. Man sollte nicht seine Zeit mit Lernzettel verschwenden.
Okay. Also nicht mit Lernzettel verschwenden, sondern an Aufgaben rangehen, so weit es geht. So weit wie möglich. Alles klar. Irgendwie Crashkurs machen. Also irgendeinen Crashkuss vielleicht im Internet raussuchen und danach so viele Aufgaben reingrinden, wie es geht. Alles klar, Leute. Merkt es euch? Das klingt auch nach einer guten Strategie fürs Studium. Eine bessere ist, vorher anzufangen.
Jetzt bist du aber hier ein bisschen lehrerhaft unterwegs. Ansonsten habe ich aus deinem Video noch mitgenommen, dass du aber dich selber auch eine Weile ein bisschen aufgehalten hast, damit, die beste Lernmethode zu finden und du im Nachhinein sagen würdest, das ist gar nicht so wichtig? Nee. Also Lernmethoden sind wichtig, das muss man ein bisschen spezifizieren.
Ich sage jetzt nicht, dass die Leute sich damit nicht auseinandersetzen sollen, sondern wann macht es Sinn, sich damit auseinanderzusetzen? Wenn jetzt eine Person zu mir kommt und sagt, ja, ich stehe jetzt, was weiß ich, auf einer Fünfe, aber ich lerne eigentlich auch gar nichts, was ist so die beste Lernmethode? Eigentlich ist die beste Lernmethode, dass du mal mit dem Lernen erstmal anfängst.
Also irgendwas machen. Also erstmal anfangen, im Unterricht aufpassen, die Hausaufgaben machen, die Aufgaben machen. Das ist etwas, da braucht man keine spezifische Lernmethode erstmal für. Wenn man jetzt aber feststellt, okay, ich habe einen vollen Tag, ich muss arbeiten, ich habe aber auch diese Ziele und was weiß ich noch für Sachen und man lernt auch schon, dann muss man sich überlegen, okay, wie kann ich mein Lernen effizienter machen, was sollte ich da am besten tun und dann könnten Lernen Methoden helfen.
Klar, Leute, das war das Stichwort für die Parameter, die man dann kennen muss, oder? Die kommen dann ins Spiel. Ja, und Ziele, das hast du auch gesagt, ist mit das Allerwichtigste, dass man irgendwie weiß, was sein Ziel ist, damit man dann genauer gucken kann, wie kann ich jetzt effizient dafür lernen?
Was ist denn jetzt, also ich glaube, in der Schule war vielleicht dein Ziel. Ein möglichst gutes Abi zu machen? Also oder so gut, dass du dann Physik studieren kannst? War das so? Ja gut, für Physik studieren brauche ich eigentlich nur ein 4. 0 Abi. Kann sich direkt auch einschalten. Warum bist du so gut geworden?
Ja, das versuche ich jetzt zu erklären. Also mir war an sich ehrlicherweise die Abinote nicht sehr wichtig. Also ich habe mir gedacht, Es gibt mehrere Gründe. Einer dieser Gründe ist, dass ich halt eine Person des öffentlichen Lebens bin, der über Lernen erzählt. Das ist so, um diese Vorbildfunktion vielleicht zu behalten.
Aber erstens... So ein bisschen war es so ein bisschen auch Beweis für dich selber so. Okay, klappt? Nee, Beweis für mich selber ehrlicherweise nicht. Ich habe es gemacht, damit ich im Nachhinein, dass ich dann das nicht bereue. Selbst wenn ich mit einem schlechteren Abi, ich weiß, ich werde nicht Medizin studieren, wäre es, denke ich, menschlich gesehen vermutlich immer noch eine andere Wahrnehmung innerlich, wenn man die Option hat und wenn man sie nicht hat.
Aber du hast dich auch nicht unter Druck gefühlt, jetzt nur weil das Abi so gut war, dass du was studieren musst, was man nur machen kann mit so einem krassen Schnitt? Nee, obwohl sehr viele Leute, mit denen ich gesprochen habe, irgendwie versucht haben, so, sage ich mal, indirekt, ohne dass sie es vielleicht wissen können, darauf mich einzureden. Wie kannst du mit dem Abi jetzt Physik machen?
Was willst du überhaupt mit Physik anfangen? Aber nee. Ja, sag mal, was willst du mit Physik machen? Was ist dein neues Ziel? Ich studiere, um zu studieren. Also für das Fach selbst. Weil es mich interessiert. Und ich denke, ich werde in Forschung gehen. Also mich an den großen Fragen heransetzen. Wie realistisch...
In der großen Uni in Göttingen. Wie realistisch das dann Antworten sind, das ist nochmal eine andere Frage, aber seitdem ich so klein bin, habe ich das irgendwie so als Traum sozusagen, vielleicht einen Durchbruch oder irgendwann mal zu schaffen. Aber da würde ich jetzt auch nicht meine Hand ins Feuer legen, dass das klappt, beziehungsweise da möchte ich nicht mein Glück von abhängig machen, weil das ist ein hohes Risikospiel.
Dein Frieden. Genau. Aber schön, dann ist ja eigentlich dein Ziel jetzt nicht nur ein Ziel, sondern deine Träume sind dein Ziel. Das ist ziemlich schön. Ja, ich versuche das zu machen, was mich halt interessiert und ich bin sehr dankbar und glücklich, dass ich das mir auch zum Beispiel finanzieren kann durch zum Beispiel Social Media gerade.
Also ich muss jetzt nicht irgendwas machen, worauf ich überhaupt keine Lust habe, sondern ich mache das, was mich Spaß macht und kann mir das halt dadurch irgendwie leisten und ich hoffe natürlich, dass sich das mit der Zeit natürlich weiter verbessert und langfristig gesehen das auch so bleibt. Ja, kannst du eine Frage davon verraten? Eine Frage in welcher Hinsicht jetzt genau? Die du lösen möchtest vielleicht. Ach so.
Es gibt ein großes Problem. Und das ist, wenn man versucht, die Quantenphysik mit der Relativitätstheorie zu vereinen. Klingt groß genug. Daraus entstehen sehr viele Probleme. Aber ich will mich ein bisschen mehr mit den fundamentellen Fragen auseinandersetzen. Zum Beispiel ... Also, wie beschreibt man das am besten?
Ich habe einfach einen Durst, den ich jetzt nicht sehr, den ich irgendwie nicht stillen kann, weil irgendwie alles zusammenhängt. Bewusstsein. In letzter Zeit beschäftige ich mich sehr damit. Was ist bewusst? Das ist auch eine Frage, die mich interessiert, die sehr eng mit Physik zusammenhängt, nämlich die Frage des Bewusstseins.
Wenn ich wirklich nur aus einzelnen Atomen zusammengesetzt bin, wie können diese einzelnen Atome in Kombination irgendwie bewusst sein? So, als Beispiel. Das können aber auch nicht die einzelnen Atome sein, weil alle sieben Jahre wechseln sich irgendwie alle meine Zellen in meinen Körper. Und ich bin immer noch ich selbst.
Solche Fragen. Aber vermutlich gehe ich halt auch Richtung Astronomie und Quantenphysik. Wie in theoretischer Physik dunkle Materie und dunkle Energie. Die Frage nach dem Ursprung des Universums. Die Frage nach den Singularitäten, die wir bei schwarzen Löchern haben. Okay, kannst du einmal sagen, was das ist in einem Wort? Genau.
Das ist, wenn man im Prinzip durch Null teilen muss. Ein Punkt, also grob gesagt, ein Punkt, an dem unsere Physik- und Mathematikgesetze keinen Sinn machen. Spannend. Zum Beispiel bei dem Ursprung des Universums. die Urknalltheorie. Jetzt versuchen wieder Leute zu kommen und sagen, ja, aber dann ist die Urknalltheorie falsch.
Sehr missverstandene Theorie. Die Urknalltheorie sagt, dass das Universum früher mal kleiner war, wenn man mit der Zeit zurückgeht. Und das kam ein Urknall. Und das Universum war kleiner als ein Atom. Kleiner als eine Kugel, Billardkugel, was auch immer. Das komplette Universum. Aber wenn man das weit zurückgeht, gibt es einen Punkt, da ist das Universum sozusagen Null groß.
Was bedeutet das überhaupt? Universum, der Null groß ist, also gar nicht. Das ist eine Singularität. Und das ist ein Indiz dafür, dass vielleicht unsere aktuelle Theorie, die Urknalltheorie, nicht vollständig ist. Das heißt nicht, dass sie falsch ist. Nehmen wir mal Newtons Gesetze. Gravitationsgesetz hat Newton aufgestellt. Und Newton hat gesagt, okay, pass auf, Ich habe dieses Gravitationsgesetz, f ist gleich g mal m1 mal m2 durch r². Müsst ihr nicht wissen, aber...
Mit diesem Gesetz konnten wir exakt vorhersagen, wo sich der Neptun befinden wird, ohne dass wir den jemals beobachtet haben, durch seinen Einfluss auf den Uranus. Jetzt hat dieses Gesetz aber bei Merkur versagt. Dann kam Einstein und der hat gezeigt, Newton hatte ein unvollständiges Bild über Schwerkraft.
Einstein hat sie weiterentwickelt und eine allgemeinere Theorie gegeben. Er hat gesagt, Newton hat nicht Mist geredet, aber mit dem und dem, was ich jetzt irgendwie noch rausgefunden habe, geht es wieder. Genau, das ist so ein breiteres Spektrum, es ist anwendbarer. Das heißt nicht, dass Newton falsch liegt, sondern das bedeutet einfach nur, dass Newtons Gesetze nur in einem gewissen Rahmen funktionieren.
Ja, das heißt, dich interessieren die Stellen jetzt so in der Physik, wo die erstmal gerade noch keinen Sinn ergeben oder wo andere vielleicht sagen, ich glaube, alles falsch. Ja, genau diese Stellen. Weil diese Stellen sind die Stellen, an denen unser Weltbild sich immer komplett auf den Kopf stellt.
Wow, ja vielleicht kannst du uns helfen, dass bald alles wieder Sinn macht. Ich höre es. Nur das Problem in der Wissenschaft ist, die Fragen, die gelöst werden, werfen mehr Fragen auf, als sie lösen. Aber das ist das Schöne. Ja, wir mögen Fragen. Das ist doch toll. Gibt es noch eine Sache, wo du dir denkst, da würdest du dir wünschen, dass wir alle das von Wissenschaft lernen?
Vielleicht einmal, dass Fragen sehr schön sind. Ja, und dass in der Wissenschaft keine Heiligkeit existiert gegenüber irgendwas, weder gegenüber sich selbst noch gegenüber den anderen. Nur weil Einstein irgendwas gesagt hat und Einstein so einen hohen Ruf hat und so viel beigefragen hat, heißt das nicht, dass er nicht falsch liegen kann.
Nur weil ich eine gewisse Weltanschauung habe oder weil mir etwas beigebracht wurde, egal in welcher Hinsicht, heißt das nicht, dass es richtig sein muss. Die Wissenschaft hinterfragt alles. Darauf baut sie auf. Deshalb auch führen die Verschwörungstheoretiker, die sagen, das macht Wissenschaft nicht und wir werden angelogen.
Wissenschaft ist das Gebiet, was alles hinterfragt und Wissenschaft bringt uns bei, dass Wahrheit stärker ist oder widerstandsfähig ist, um Fragen auszuhalten. Und deshalb sollte man keine Angst haben, sich diese zu stellen. Schön. Oh, hier machen wir einen Punkt, Leute. Ich nehme mit, wir sollten alle nicht aufhören, Fragen zu stellen.
Wir sollten uns ganz ermutigt fühlen, dass wir Wissenschaft können, dass wir lernen können, dass Lernen Spaß macht und dass das alles vielleicht auch viel mit Achtsamkeit und Ruhe und inneren Frieden zu tun hat. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, dass wir heute so viel darüber reden. Ja, das ist jetzt eher so eine persönliche Einstellung.
Das kann aber für jeden unterschiedlich sein, logischerweise. Ja, aber ich habe das Gefühl, sie hat dir beim Lernen geholfen oder ist eine Sache, die du auf jeden Fall auch mitgelernt hast dabei. Ja, definitiv. Ja, ihr Lieben, die ganzen Kanäle von Biso werden wir euch natürlich verlinken, auch von seiner Schwester, damit ihr da ganz fleißig folgen könnt und mitverfolgen könnt, wie es weitergeht, was da in Göttingen noch passieren wird.
Ich hoffe, wir werden es über deine Kanäle mitkriegen. Es gibt übrigens auch eine, da haben wir jetzt gar nicht drüber gesprochen, eine Universität, die du quasi gegründet hast, auf einem Discord-Server. Die Bisuversität. Die Bisuversität. Ja, wie cool eigentlich, was so eine Art, ja, eine Uni ist, wo einfach andere Leute dir helfen können, wenn du an einer Stelle nicht klarkommst.
Genau. Verlink mir einfach mit. Mega. Genau. Ja, ich freue mich sehr, Marie. Ich habe mich sehr gefreut auf dieses Gespräch. Hat auch sehr viel Spaß gemacht und danke dir für diese sehr coolen Fragen. Sehr gerne. Für mehr Fragen im Leben. Und mehr Fragen und Antworten gibt es dann am nächsten Science Samstag.
Da hören wir uns wie gewohnt bis dahin. Pass auf euch auf und tschüss.