Der SPORT1 DOPPELPASS· Folge 255

FIROCKX.ONE WM Doppelpass vom 05.07.2026 mit Marcell Jansen

Sonntag, 5. Juli 2026 · 2 h 02

MP3

Shownotes

Für alle, die den FIROCKX.ONE WM Doppelpass verpasst haben: Hier gibt es jeden Sonntag die neue Folge des Doppelpass zum Nachhören als Podcast.

In der aktuellen Folge sind die Gäste: Marcell Jansen (Deutscher Meister & DFB-Pokalsieger 2008), Georg Holzner (Kicker-Reporter), Marco Hagemann (Magenta-Kommentator), Stefan Kumberger (SPORT1-Chefreporter) sowie SPORT1-Experte Alfred Draxler.

In der neuen Folge des Doppelpass diskutieren sie unter anderem über die Themen:
• – Begrüßung, Vorstellung und WM-Fazit
• – Wie und warum begannen die Probleme beim DFB?
• – Generationswechsel in der DFB-Elf
• – Nationalmannschaft als Spiegel der Gesellschaft?

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Wie grundlegend, wie tiefgreifend, glaubst du, muss dieser Neuanfang rund um die Nationalmannschaft, rund um den DFB sein, jetzt nachdem wieder eine WM in den Sand gesetzt wurde? Ja, ich glaube, es zeigt so ein bisschen. Das Wieder-Mahl zeigt so ein bisschen, dass wir vielleicht doch ein bisschen tiefer gehen sollten. Auch gänzlich.

Ich glaube, es fing es vor dem Turnier schon an, dass wir unsere Rolle, glaube ich, nicht richtig kannten. Und eben zu schauen, wie kommen wir überhaupt wieder auf ein gutes Niveau, um irgendwann mal wieder auf ein sehr gutes Niveau zu kommen. Ist schon ein sehr komplexes Thema. Ja, wollen wir versuchen, in dieser Sendung ein bisschen zu beleuchten und vielleicht auch ein paar Ideen zu entwickeln.

Eins vorweg, falls Sie gleich Mario Basler bei der Vorstellung der Runde vermissen. Er ist leider krank geworden, war schon hier in München, musste aber abreisen, wünschen gute Besserung. Aber wir haben eine tolle Runde beisammen und ich möchte sie Ihnen jetzt vorstellen. Vom Kicker begrüße ich recht herzlich Georg Holzner.

Er sagt, wir brauchen viel mehr als nur einen neuen Bundestrainer. Wir brauchen einen neuen Präsidenten, einen neuen Kapitän und einen neuen Zehner. Er hat und tut das immer noch bei Magenta, diese WM kommentiert. Marco Hagemann sagt, ein bisschen mehr Realitätssinn und vor allem Demut würde uns als Fußballdeutschland gut tun.

Ich begrüße recht herzlich Alfred Draxler. Er sagt nicht nur beim Trainer, sondern ganz generell, beim ganzen DFB muss aufgeräumt werden. Wie er sich das vorstellt, wird er uns gleich erklären. Und ich freue mich, dass wir diesmal nicht schalten zu Stefan Kumpenberger, sondern dass er hier ist, unser Chefreporter von Sport1.

Er sagt, Rudi Völler hat sich den Ruhestand verdient. Klopp braucht nämlich keinen Aufpasser mehr, wie noch Julian Nagelsmann. Also das ist unsere Runde. Wir werden gleich einsteigen in die Diskussion. Aber zunächst freue ich mich, dass Anna Dollack heute an meiner Seite ist. Sie fängt an mit der Frage der Woche. Hallo Anna! Wunderschönen guten Morgen!

Guten Morgen hier in die große Runde und natürlich auch zu Ihnen nach Hause. Ja, die Zukunft des deutschen Fußballs, die heißt offenbar Jürgen Klopp. Darüber dreht sich auch heute unsere Frage der Woche. Die Amtszeit von Julian Nagelsmann, die dauerte 1016 Tage. Am Freitag ist er dann auf den Push vom DFB zurückgetreten nach dem eben blamablen WM-Ausgegen Paraguay.

Ja, und der DFB, der hat schon direkt eine Wunschlösung präsentiert. Und Achtung, jetzt wird es ein bisschen kurios, weil das ist ja schon etwas unüblich. Beide Seiten, also sowohl der DFB als auch Kloppo, haben Gespräche und Interesse bestätigt. Jürgen Klopp hat den Ablauf folgendermaßen geschildert.

Wenn wir den Elfmeter verwandelt hätten und Paraguay nicht, dann würden wir ja heute nicht stehen. Aber jetzt sind die Dinge, wie Sie sehen. Julian ist zurückgetreten und der DFB kümmert sich um eine Nachfolgeregelung und ist in dem Zuge dieser Gedanken, die sie sich gemacht haben, auf mich zugekommen.

Ja, das hat er gesagt bei den Kollegen von Magenta TV. Da ist er ja während der WM als Experte tätig. Im Hintergrund gibt es jetzt natürlich noch viel zu klären. Stichwort laufender Vertrag von ihm bei Red Bull. Aber er sagt, das Timing war jetzt besser denn je. Er hat richtig Lust, er ist aufgetankt und er ist bereit. Er ist ja unter anderem mit dem BVB Deutscher Meister geworden, mit Liverpool wurde er Meister.

Mit denen hat er sogar auch die Champions League gewonnen. Also, der hat jede Menge Titel, der hat Erfahrung. Aber vor allem ist er ein ganz schöner Fan-Liebling und ein Menschenfänger. Und deswegen fragen wir Sie jetzt mal, wie viel Rückendeckung hat er denn hier von unserer Nation? Die Frage der Woche. Nach dem Rücktritt von Julia Nagelsmann wäre Jürgen Klopp tatsächlich die richtige Wahl. Zwei Antwortmöglichkeiten haben Sie.

Ja, er ist unsere einzige Hoffnung, uns da aus der Krise rauszuhelfen. Oder B, nee, Kloppo, der ist definitiv auch nicht die Lösung. Stimmen Sie ab, voten Sie auf sport1.de oder in der kostenfreien App oder teilen Sie uns Ihre Meinung mit am Dopaphon unter der 01379 011 011. Ich bin mal gespannt, was da für Zahlen bei rauskommen. Wie hoch die Zustimmung ist.

Erstmal muss ich mich daran gewöhnen, dass du da sitzt, Kumbi, auf dem Stuhl von Effe und Basler. Du weißt, dass das große Fußstapfen sind. Transparenz hinweis, ich bin nicht Stefan Effenberg. Okay, gut. Danke dafür. Wir wollen gleich in der Runde diese ganzen Themen diskutieren. Aber zunächst mal eine Bestandsaufnahme. Ein Blick zurück auf die WM der deutschen Fußballnationalmannschaft von Philipp Strube.

Ein Bild mit Symbolcharakter. Julian Nagelsmann braucht ein paar Minuten, um das zu verdauen, was gerade passiert ist. Das DFB-Team ausgeschieden im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Nicht gegen eine Top-Nation, gegen Paraguay im 16. Finale. Nachdem er zunächst weitermachen will, packt Nagelsmann am Freitag freiwillig seine Koffer. Zu viel ist bei diesem Turnier schiefgegangen.

Es ist eine herbe Enttäuschung. Es ist nah an peinlich. Es ist die Konsequenz aus dem, was wir eben leider seit Jahren sehen müssen. Das dritte WM-Fiasko in Folge zeigt den Status quo des deutschen Fußballs schonungslos auf. Beim Elfmeterschießen will zum Beispiel kaum einer Verantwortung übernehmen.

Eine Spitzenmannschaft sucht in diesem Augenblick keine Freiwilligen. Sie hat Spieler, die den Ball verlangen. Das sagt Oliver Kahn. Spielerisch ist das ganze Turnier ohnehin ein Offenbarungszeit. Andere Top-Nationen kilometerweit entfernt. Deutschland eine Turniermannschaft, dieses Narrativ ist schon lange überholt.

Als Kind, wenn man die Nationalmannschaft geguckt hat, dann war immer Halbfinale, Finale, Weltmeister, immer große Erfolge. Und wir haben es wieder nicht geschafft, eine Euphorie zu entfachen. Will man es positiv sehen, dann hat das aus gegen Paraguay in der Hinsicht etwas Gutes, dass es nun keine Ausreden mehr geben darf.

So viele Dinge müssen, glaube ich, angeschoben werden. Und dafür, nur dafür, ist vielleicht jetzt die Situation genau die richtige. Wir sind Deutschland. Nein, wir waren Fußball-Deutschland. Paraguay hat den Ist-Zustand des deutschen Fußballs schonungslos aufgedeckt. Eine Top-Nation sind wir nicht mehr, aber… Wann haben wir eigentlich aufgehört, eine zu sein?

Alfred, hast du eine Idee? Wann hat das eigentlich aufgehört mit der EM 2016, als wir noch im Halbfinale waren? Oder wann begannen die Probleme? Ja, von den Ergebnissen her war das 2014, 2016. Danach hat es dann wirklich abrupt aufgehört. Aber man hatte den Eindruck, dass auch wir 2014 schon ein bisschen von der Substanz gelebt haben, die mal früher aufgebaut worden ist.

Also ich glaube, dass wir, wenn wir das so gerade sehen, auch was Klopp sagt, wirklich beim DFB wirklich mal an die Basis gehen müssen. Es muss sich ganz viel verändern. Strukturen müssen sich verändern. Und ich hoffe, dass Jürgen Klopp diesen Job anders interpretiert als Julian Nagelsmann und wirklich auch eingreift bei der Nachwuchsarbeit, dass er den Kontakt zu den Vereinen sucht.

Das war bei Nagelsmann ja alles nicht der Fall. Der war ja kaum im Stadion zu sehen. Ich habe ihn mal den Homeoffice-Trainer genannt. Es ist so viel schiefgelaufen, dass wir jetzt wirklich die Basics wieder schaffen müssen und wieder ganz von vorne anfangen müssen. Marco, wir haben gemeinsam 2014 begonnen, die Nationalmannschaft zu übertragen.

Damals war es noch Löw, dann kam Flick, jetzt kam Nagelsmann. Sind die Probleme geblieben? Also wir gehen ja immer davon aus, es wird jetzt Klopp, er kommt jetzt. Warum soll sich dann was ändern? Ja, gute Frage. Du bist ja auch da, gute Fragen zu stellen. Vielen Dank. Manchmal bin ich auch hier, um schlechte Fragen zu stellen. Aber ich bemühe mich. Also ich finde, wir dürfen jetzt einen ganz großen Fehler nicht machen.

Wenn Jürgen Klopp Bundestrainer werden sollte, wovon wir alle ausgehen, haben ja durchaus starkes Bedürfnis, dass Jürgen Klopp da dieses Amt übernimmt. Nur mit Hand auflegen wird es jetzt ja nicht gehen. Also wir dürfen jetzt nicht mal Jürgen Klopp, der große Messias, kommt jetzt zum DFB und nach einem halben Jahr wird alles rosa-rot und kunterbunt.

Weil wir dürfen auch einzig vergessen, auch für Jürgen Klopp wird das was ganz, ganz Neues sein. Der kennt nur tägliche Arbeit, die er verrichtet hat bei seinen Vereinen, Mainz, Dortmund, Liverpool. Ja, und wenn er keinen gescheiten Rechtsverteidiger hatte, dann hat er einen gekauft. So ist es. Und er hat die tägliche Arbeit gehabt.

Es hat ja auch ein bisschen gedauert, bis da die Erfolge erst kamen, mit Borussia Dortmund, mit Liverpool. Das ist sicherlich etwas Neuland sein. Aber sicherlich hat er ganz andere menschliche Möglichkeiten. Wir haben das ja gehört, Menschenfänger. Er kann überzeugen, er kann emotionalisieren. Das ist sicherlich etwas Neues. Im Vergleich zum Beispiel auch zu Jogi Löw, Hansi Flick oder Julian Nagelsmann.

Weil er einfach ein anderer Mensch ist, eine andere Person ist. Deswegen sehe ich das Ganze dann optimistisch. Trotzdem, ihm muss man auch Zeit geben. Das ging auch Zeit. Wann hat es denn, um da nochmal anzuschließen an den Beitrag, wann hat es aufgehört? Also sind wir qualitativ nicht gut genug? Sind die Spieler nicht gut genug?

Oder haben wir einfach über die Turniere nicht das Maximum rausgeholt aus dem, was möglich wäre? Wie siehst du das denn, Georg? Du hast jetzt, glaube ich, von den 90 Spielen 75 live gesehen, mindestens. Das ist einer, der auch nachts um drei aufsteht oder wach bleibt, um Spiele zu schauen. Aber wären wir nicht eigentlich von der Qualität unserer Spieler.

Würden wir da nicht drunter gehören unter die besten 16? Ich glaube, dass wir in den vergangenen Jahren vor allem krampfhaft versucht haben, irgendwelche Superstars zu kreieren, Spieler auf ein Level zu hieven, wo sie vielleicht auch gar nicht hingehören. Und wenn ich mir anschaue, bei den anderen Nationen, zum Beispiel ein Kylian Mbappé, der wurde nicht von vornherein zum Weltstar gekürzt, sondern der hat Frankreich erst mal zum WM-Titel geschossen.

Ein Laminia Mahl als Jugendspieler, der hat erstmal Spanien oder hat einen großen Anteil an der Europameisterschaft von Spanien. Und bei uns werden Spieler teilweise relativ früh in eine Kategorie gehoben, wo sie gar nicht hinkönnen. Die werden bezahlt, als hätten sie dreimal so viele Titel wie die beiden zusammen gewonnen.

Und am Ende des Tages sind wir da und können aus Elfmeter keinen Ball mehr reinschießen. Also von daher glaube ich, dass wir in Deutschland über die vergangenen Jahre schon einen Fehler gemacht haben, generell Spieler größer zu machen, als sie sind. Und wenn die das dann nicht leisten, dann brauchen wir uns nicht wundern.

Ich glaube, dass ein bisschen mehr Demut angesagt wäre in so einem Fall. Und auf die Frage zurückzukommen, die Generation, die den Weltmeistertitel gewonnen hat, die haben noch eine ordentliche WM gespielt und dann ist diese Generation peu à peu ausgelaufen. Und das, was nachgekommen ist, da war vielleicht die Hoffnung da, dass die diesen Übergang nahtlos, dass die den Übergang nahtlos hinbekommen, nur die haben weder mit ihren Vereinen noch mit der Nationalmannschaft irgendwas erreicht.

Nun haben wir, wenn wir auch nochmal in Spielszenen reinschauen, bei diesem Spiel gegen Paraguay, eine Szene gesehen vor dem ersten Tor von Paraguay, wo gerade zwei Spieler, die eine, Zukunft haben oder die Zukunft darstellen sollen, Pavlovic und Brown, der jetzt für 55 Millionen zum FC Bayern wechselt, schlecht aussahen.

Sind das denn Spieler, wo du sagst, ja, da können wir uns. Für die Zukunft was versprechen? Ja, auf jeden Fall. Oder ist das auch die Kategorie, von der er spricht, zu früh hochgejubelt? Ich glaube, da meint der Georg eher Leute wie Florian Wirz oder Jamal Musiala. Da muss ich aber sagen, diese Sehnsucht nach Superstars, die haben wir ja nicht zu Unrecht.

Und ich glaube, man muss manchen Spielern schon ein bisschen Vertrauensvorschuss geben. Man darf sie nicht zu sehr hochjubeln. Aber wie oft saßen wir denn hier schon und haben uns darüber beschwert, dass Didi Hamann oder andere TV-Experten die jungen Spieler klein halten wollen. Also ich glaube, da muss man einen guten Mittelweg finden zwischen den Leuten hochjubeln und sie wieder auf den Boden der Tatsachen holen.

Weil ja vorher der Zeitpunkt, wann ist es denn abgebrochen, aufkam. Ich glaube, das war so eine schleichende Entwicklung, weil 2018 haben wir alle behauptet, es lag an Mesut Özil und an Herrn Erdogan und an dem Foto. 2022 haben wir alle gesagt, da lag es an der Binde und so weiter. Also wir haben gar nicht gemerkt, wie schlecht Deutschland eigentlich Fußball spielt, weil wir immer dachten, es lag an dem Außenrum.

Jetzt hatte man eine ruhige WM politisch, weil Rudi Völler das alles wegmoderiert hat und es hat trotzdem nicht geklappt. Also die Enttäuschung, glaube ich, ist deswegen so groß, weil wir jetzt alle, enttäuscht sind. Die Täuschung ist vorbei, jetzt sehen wir klar und wissen, Deutschland ist gar nicht mehr so gut, wie wir alle dachten.

Oder glaubst du, dass die Qualität eigentlich stimmt und man das nur nicht auf den Platz gekriegt hat? Warum auch immer. Es waren ja durchaus auch zu merken, dass Nationen wie die Elfenbeinküste und Ecuador uns teilweise körperlich überlegen waren. Dass die uns körperlich dominiert haben, dass andere mehr gelaufen sind, fitter wirkten, frischer, galliger wirkten.

Ja, ich glaube, es ist eine Mischung aus vielen Themen. Also meiner Meinung nach ist in der Analyse vor diesem Turnier viel falsch gelaufen. Da haben wir auch viel zu wenig drüber gesprochen. Sag mal was. Es ist also konkret so, wenn ich in ein Turnier starte und ich weiß, ich gehöre nicht zu den Top 5.

Stell aber die besten elf Einzelspiele auf, wovon viele gar nicht in ihrem Rhythmus und ihrer Vollfitness sind, wenn wir über Füßes reden. Havertz kommt aus einer langen Verletzungssaison. Musiala, schwere Verletzung. Sané, kein Stammspieler in eigenem Verein. Wirtz, links, außen, nicht in seiner Stärke.

Jetzt nur offensiv angefangen. Trotzdem stehen alle auf dem Platz. Die können gar nicht bei 100 Prozent sein. Man geht in eine Weltmeisterschaft. Wir wissen, dass wir defensiv als Mannschaft das Thema, eklig zu sein, Gegentore zu verteidigen, spielt gar keine Rolle mehr, auch in der Ausrichtung der Aufstellung, der Taktik, der Formation. Und genau diese ganzen Themen schaffen eine Erwartungshaltung.

Da stehen ja Namen auf dem Platz. Sie sind ja auch alle irgendwo sehr gut im Einzelprofil. Aber es ist nicht die beste Möglichkeit für die Mannschaft, die eine WM spielen kann in einer vollen Fitness. Wir haben es ja 2014 dann gesehen mit vier Innenverteidigern hinten. Das haben wir verpennt. Wenn du deine eigene Rolle nicht richtig einschätzt und nicht kennst, und dann nur die elf besten Einzelspieler aufstellst, kannst du nicht erwarten, dass du ein gutes Turnier spielst.

Was wäre denn unsere Rolle gewesen? Ich meine, Julian Nagelsmann hat nach der EM ja direkt gesagt, es ist halt einfach ätzend, jetzt müssen wir zwei Jahre warten, bis wir Weltmeister werden. Also so, damit war die Rolle schon oder die Erwartungshaltung einfach zu hoch. Das ist das, was du vielleicht auch meinst, mit ein bisschen mehr Realität Sinn?

Man muss ja immer gucken, wo es herkommt. Seine Reaktion nach dem Spiel mit Spanien und dem Ehrgeiz total verständlich. Dann aber auch, finde ich, das aktuelle Geschehen im Turnier. Das erste Spiel, ein Gegner, der nicht physisch eingreift, das kommt uns total entgegen, gerade in unserer Formation, in unserer Fitness.

Dann kommt der zweite Gegner. Das war Curacao, das 7 zu 1. Aber da gab es auch eine Phase nach dem Gegentor, wo wir auch gewackelt haben. Genau, und da war mein Bauchgefühl schon schlecht. Das habe ich auch so gesagt, weil ich wusste, mit Elfmeinküste kommt ein anderes Spiel auf uns zu. Und ich habe gehofft und gedacht, Nach den ersten knapp 60 Minuten bis zu den Wechseln haben wir erkannt, was wir verändern müssen.

Doch es wurde nicht erkannt, aber der Gegner wusste, wie er gegen uns spielen muss. Und das haben wir dann durchgezogen. Und ich glaube, da wäre die Erkenntnis gewesen, etwas zu verändern im Turnier, auch für das letzte Gruppenspiel und erst recht auch für das 16. Finale. Also Marcel, ich will schon die besten Spieler im Kader haben.

Und die gehören da auch hin. Die Frage ist eben, was macht man dann mit so einem Kader? Jetzt sind wir wieder bei Lage. Das hat Gary Lineker gesagt, eine der schlechtesten deutschen Nationalmannschaften. Ja, das ist aber ein... Du hast ja bemängelt, dass nur die Besten aufgestellt wurden. Was hat Nagelsmann denn daraus gemacht? Er hat doch bis zum Schluss keine richtige Mannschaft kreieren können.

Wir hatten das Problem, dass er kurz vor der WM den Torwart wechselt. Dann hatten wir Kimmich, die ewige Diskussion gehörte da hinten rechts hin. Und dann dieses unsägliche Thema Undaff. Wir haben noch nie eine eingespielte Mannschaft gehabt, der man zugetraut hat, dass sie wirklich sich durchsetzt. Das hat, glaube ich, nichts damit zu tun, ob sie Besten waren oder nicht die Besten, sondern so wie Nagelsmann die Mannschaft zusammengestellt hat, hat es einfach nicht funktioniert.

Ich möchte nur einen Punkt noch zu, Marcel, das finde ich ja auch, das ist sehr richtig, dass man jetzt mit einem Spieler, der jetzt von diesen vorne zumindest gespielt hat in Liverpool, die anderen drei, wie du richtig sagst, hatten so ihre Problemchen, dass man den auf einer Position einsetzt, was gar nicht 100% seine ist und dafür einen noch nicht 100% fitten Musiala auf die Zehn stellt, wo ich mir die Frage stelle, ob das überhaupt seine Position ist.

Ohnehin, glaube ich, sollte man mal auch davon wegkommen, dass wir die in einen Topf packen und ständig von Musiala sprechen, was so eine beratergesteuerte PR-Aktion war, die sich den Namen haben schützen lassen. Sondern ich glaube, man muss diese zwei Spieler schon auch mal wieder trennen voneinander und vielleicht mal gucken, ob nicht der Wirz der bessere Zehner ist von den beiden, weil der wirklich ein Zehner ist.

Und Musiala, wenn ich überlege, der kam auch über links bei den Bayern überhaupt in die Mannschaft rein. Also ich glaube, da sollte man sich auch künftig mal überlegen, wie man mit diesen beiden wirklich umgeht. Du wolltest noch was, Marco? Ja, ähm... Ich möchte mal den Rahmen wieder ein bisschen größer fassen.

Ich glaube, wir haben jetzt alle die Spiele analysiert und den Kader nochmal analysiert. Ich erinnere mich an die Europameisterschaft von vor zwei Jahren. Auch an Schlagzeilen nach dem Aus gegen Spanien, nach dem bitteren Aus. Auch da haben wir ja nicht die besten Leistungen gebracht bei der Europameisterschaft.

Und ich erinnere mich auch an Schlagzeilen wie, jetzt haben wir unter Johann Nagelsmann auch wieder eine Identität, auf einem guten Weg. Und ich frage mich und dann haben wir wieder zwei Jahre verloren, das muss man mal ganz klar so sagen, um wirklich eine Identität herzustellen. Mit allem, was dazugehört. Und das meine ich immer so mit...

Aber wer ist denn dafür verantwortlich für die Identität? Nicht die, die die Schlagzeilen machen? Natürlich überhaupt nicht, sondern natürlich auch Trainer, Trainerstab, aber auch, ich muss ja Menschen noch haben, die den Finger in die Wunde legen, auch beim DFB. Also da gibt es ja auch Menschen, die ganz nah dran sind und die ja auch merken müssen, wenn da vielleicht irgendwas aus dem bisschen was verrutscht möglicherweise.

Aber wer soll das denn tun beim DFB? Wer soll das denn tun? Da ist ja niemand. Der Rudi könnte das doch tun, oder? Der Rudi hat ja intern sicherlich auch getan, da bin ich ganz sicher. Hoffentlich, aber ich würde auch was hinaus, sondern du hast wieder zwei Jahre Zeit, was aufzubauen. Das meine ich mit so verliert den Blick für die Realität nicht.

Ich muss übrigens ganz kurz auch den Finger in die Wunde legen, der ist bei uns drei Euro wert, den du gerade gelegt hast. Also bitte, ganz kurz. Ja, Identität. Du warst ja für Sport 1 bei der WM drüben, du warst in Winston-Salem, du warst im Camp, du warst täglich mit der Mannschaft, mit den Pressekollegen unterwegs.

Und wenn Markus sagt, ja, da waren ja so positive Schlagzeilen vor zwei Jahren. Wir alle sind ja, glaube ich, und da müssen wir uns auch selbstkritisch hinterfragen, sind ja auch bereit, uns begeistern zu lassen und vielleicht auch übertrieben optimistisch zu sein, wenn da mal was ganz gut läuft. Man hat immer gehört, wir haben eine super Stimmung, wir sind richtig, also und das Teamwork und danach, wir haben das alles so zusammengestellt, dass die Charaktere passen und so weiter.

Das hat offensichtlich nicht gestimmt, oder doch? Ja gut, am Anfang läuft natürlich die Propagandamaschine. Ja genau, das ist fair, oder? Da wird natürlich dann verkündet, der Teamgeist wäre so gut wie noch nie und Winston Salem ganz, ganz toll und Rudi Völler sagt, das ist kein Luxusressort, aber wir fühlen uns wohl und so weiter.

Aber dann knirscht es natürlich im Gebälk und wenn dann der sportliche Erfolg nicht da ist, dann ist plötzlich das WM-Quartier mal wieder schuld. Das ist ja sowieso eine deutsche Diskussion, immer geht es ums WM-Quartier. Und das geht mir ehrlicherweise auf den Keks. Und wenn dann auch diskutiert wird, ja da war es so langweilig, da war es so langweilig.

Da war es da langweilig. Wir Reporter waren auch in Winston-Salem. Natürlich ist es nicht New York und es ist nicht Chicago, aber so langweilig ist es da auch nicht. Wir waren ja, sowohl die Spieler als auch wir Reporter, wir waren ja zum Arbeiten hier. Die Spanier waren 2024 in Donau-Eschingen. Da boxt der Papst auch nicht den Pettenhemd.

Da ist es auch eher ruhig. Die haben die Ruhe genutzt und sind Europameister geworden. Das hat man bei der deutschen Mannschaft nicht gesehen. Da sind wir doch schon beim Kern des Übels. Diese Wohlfühloase, da wird doch kein Druck mehr ausgeübt. Ich habe noch mal Lente erlebt. Da konnte man sich wirklich... So alt bist du schon.

Ich habe Malette auch erlebt übrigens vor der WM 94. Da konnte man sich beschweren. Da konnte man sich beschweren. Und jetzt war es eine Wohlfühloase. Wir haben es doch alle gesehen, du hast es erlebt. Frauen kamen ins... Also die Frauen-Familientage. Nagelsmann, eine völlig neue Dimension, hat seine Mutter mitgehabt. Ich meine, was ist das denn?

Ich frage gar nicht... Das Familiengeist. Ja, aber was ist das denn für eine... Also wenn die Frau da ist und sie als Stille lang überlegt, dann hast du ein Problem. Was ist das für eine WM-Einstellung? Die werden doch wohl mal vier Wochen oder so ohne ihre Frauen. Die können ja nach dem Spiel einmal kommen, aber doch nicht permanent da rumlaufen.

Wir sind doch im Leistungssport. Das richtet mich auch. Wir machen Leistungssport. Wir reden über, es ist mir langweilig. Nagelsmann fährt mit seiner Frau Fahrrad. Eine Weltmeisterschaft. Das verstehe ich Ihnen ja. Darüber sprechen wir gleich noch. Ein bisschen ausführlicher. Ich kann mir natürlich vorstellen, dass bei anderen Nationen auch Frauen dabei sind.

Und dass auch Friseure ins Camp kommen. Aber es ist halt immer, wenn du nicht performst, dann kommt das, es ist immer die Frage, ist das ursächlich oder nicht? Darüber sprechen wir gleich. Aber was ja eindeutig ist, was uns gefehlt hat auf dem Feld, ist die Leidenschaft. So hat es zumindest Jürgen Klopp wahrgenommen.

Es gibt ja schon Unterschiede so ein bisschen. Da hat es zu wollen, natürlich wollten die Jungs, das ist doch gar keine Frage. Da verstehe ich Julian, wenn er sagt, ich kann keinen Vorwurf machen, dass er nicht wollte. Aber was mir trotzdem gefehlt hat, also auch schon fast schon das Ganze zu tun, ist so eine Dringlichkeit.

So eine absolute Leidenschaft, so eine absolute Leidenschaft. Auch bei Leidenschaft gibt es eine Steigerung. Es haben uns Bewegungen gefehlt, es haben uns Abläufe gefehlt, um den Gegner viel mehr zu beschäftigen, als wir es getan haben. Wir haben erneut, diesmal Paraguay, das letzte Mal Ecuador, es dem Gegner zu leicht gemacht, uns zu verteidigen. Natürlich können die Jungs mehr, aber man muss auch konstatieren, gezeigt haben sie es heute nicht.

Sagt der mutmaßlich neue Bundestrainer, der dann, wahrscheinlich einen gut dotierten Vertrag kriegen wird. Der scheidende Bundestrainer kriegt noch eine Abfindung und insgesamt, da kommen wir zu Anna Dollack, fehlt uns natürlich Geld, weil es gibt pro Runde Prämien bei der WM. Die Zahl der Woche wird präsentiert von Finanzguru, die App für deine Finanzen.

So schaut's aus und wir legen unser Spotlight eben jetzt mal ein Stück weit aufs Finanzielle, auf ein paar Zahlen, die dem DFB mit Sicherheit neben dem Sportlichen weitere Bauchschmerzen bescheren werden. Was nehmen wir mit von dieser XXLWM? Die FIFA schüttet ja ein Rekordpreisgeld aus in Höhe von 760 Millionen Euro an die Verbände.

Und wir blicken da jetzt mal drauf, das Aus im 16. Finale. Das spült uns nicht so viel Geld in die Kassen, wie wir uns das vermutlich erhofft hätten, nämlich gerade mal 12,6 Millionen Euro. Ein Eintritt ins Achtelfinale hätte nochmal 3,5 Millionen obendrauf gebracht und das Viertelfinale sogar die Gesamtsumme von 19,6 Millionen.

Zum Vergleich, der Weltmeistertitel hätte in die Kassen des DFB 50 Millionen Euro eingespült. Also die WM trifft den DFB sportlich, aber auch finanziell ganz schön doll ins Mark. Und dazu kommt ja noch das Vertrags-Dilemma jetzt rund um Nagelsmann und Jürgen Klopp, den Ex-Trainer. Dem muss man eine satte Abfindung zahlen. Ja, und Jürgen Klopp, der hat eben noch sein Arbeitspapier bei der Red Bull GmbH. Das wird den DFB vermutlich einiges kosten und es wäre ja auch ein Novum.

Zum ersten Mal würde man tatsächlich eine Ablöse zahlen für einen neuen Bundestrainer. Ein Lichtblick in dem ganzen finanziellen Thema könnte aber der neue Ausrüster-Deal sein mit Nike. Nike, die zahlen ja knapp das Doppelte von Adidas. Also bis 2034 könnten da tatsächlich jährlich knapp 100 Millionen Euro in die Kassen des DFB gespült werden.

Die Zahl der Woche wurde präsentiert von Finanzguru. Die App für deine Finanzen. Das sind schon ganz beachtliche Summen, die da mittlerweile gezahlt werden, am Gehalt für einen Bundestrainer. Findest du das zu viel und vor allem die Vertragsgestaltung zu riskant? Ja, also dass Julian Nagelsmann jetzt eine Abfehlung von angeblich 7 Millionen Euro bekommt, das ist für mich ein Skandal.

Ein richtiger Skandal. Ich weiß auch nicht, was der DFB sich dabei denkt, solche Verträge zu machen. Warum hat man im letzten Jahr den Vertrag von Julian Nagelsmann ohne Not verlängert? Und wenn man es tut, kann man doch wenigstens reinschreiben, wenn wir nicht mindestens das Viertelfinale erreichen, dann gibt es kein Geld.

Oder es gibt eine kleine Abfindung. Aber ich meine, sieben Millionen, alle, die wir hier sitzen, ich weiß nicht, wer von uns sieben Millionen im ganzen Leben verdient. Das ist unglaublich viel Geld. Und das kriegt der nach einer solchen Blamage und nach einer solchen verkorksten WM. Aber Alfred Thürsen ist natürlich, der Fußball ist ja so mittlerweile. Ja.

Aber trotzdem kann man doch die Verträge anders gestalten. Also in Holland, die Holländer haben sie ähnlich abgeschnitten wie wir, aber der Coman ist gegangen, weil sein Vertrag ausgelaufen ist. Genau, der lief aus. Das wollte man ja beim DFB nicht mehr, dass man in ein Turnier geht. Warum denn nicht? Ich verstehe es gar nicht. Versteht es jemand?

Ich glaube, der DFB hat das Problem, dass er immer nach einem Trainer sucht, wenn die Marktlage eher schlecht ist. So wie jetzt auch. Jetzt gibt es eigentlich nur Jürgen Klopp, der kann sich hinstellen und sagen, hier ist mein Vertrag. Ich trage jetzt hier mal selber die Zahlen ein. Aber ich hoffe doch, dass beim DFB diesmal jemand schlauer ist und da zumindest irgendwelche Ziele reinschreibt. Also wenn bei der EM wir in der Vorrunde rausschreiben, ausscheiden gibt es nichts.

Aber das macht beim DFB offensichtlich niemand. Und deswegen habe ich ja gesagt, beim DFB muss endlich mal aufgeräumt werden. Aber dann kann man ja nicht sagen, dass das alles gemacht wurde, weil auch da finde ich, diese Leistungsbezogenheit darf dann auch so ein Vertrag mal sein, wenn du als Deutschland im 16.

Finale ausscheidest. Also auch da gibt es ja aber klare Verantwortlichkeiten, wer so einen Vertrag verhandelt. Da muss man halt auch drüber reden. Ja, sag ich doch. Ja, da gibt es ja Leute, das ist ja jetzt nicht schwierig, das rauszufinden, wer diese Ideen hat. Und ich bin ein bisschen dabei, man sucht natürlich immer meistens dann Trainer, wenn es nicht gut läuft.

Aber ob der Markt dann schlecht ist, das weiß ich gar nicht. Man muss sich auch richtig mit dem Markt beschäftigen. Man muss ja auch mal gucken, was gibt es für Profile, wo stehen wir denn gerade in unserem Niveau und warum gibt es dann immer nur einen Trainer? Also ich glaube nicht, dass andere Nationen so vorgehen und sagen, jetzt gibt es nur den einen.

Ich glaube, das sind die einzigen, die das so machen. Also von daher teile ich das. Bei Spanien wurde dann der U21-Trainer, De La Fuente wurde da zum Cheftrainer. Und der hat sicher, irgendjemand hat den Wecker an, aufwachen, genau. Das ist das Geräusch, da bin ich drauf konditioniert. Sie haben es wahrscheinlich zu Hause gar nicht gehört.

IPhone-Wecker hat man gehört, sagen wir die Kollegen aus der Regie. Und über vieles mehr sprechen wir gleich im FireRocks.1 WM-Doppelpass hier bei Sport1. Also dranbleiben, bis gleich. Willkommen zurück in Erfurt-Hilfen in München beim FireRocks.1. Das ist die nächste Runde von Hayo von Hadeln und Band. Wir schwenken wieder in unsere Runde und sprechen weiter über die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

Wir waren gerade bei den Gehaltszahlungen, bei dem, was Klopp mutmaßlich fordern wird, was Red Bull vielleicht fordern kann als Ablöse. Er hat ja ein gültiges Arbeitspapier. Marco, du hast mir gerade zugeflüstert, du hast mal geguckt, was Didier Deschamps verdient. Und? Ich habe auch mal geguckt, was der Weltmeister-Trainer Scaloni dann so bekommt vom Verband in Argentinien.

Also Didier Deschamps, nicht so unerfolgreich in seiner Karriere gewesen, sowohl als Spieler als auch jetzt als Trainer der Franzosen. 3,8 roundabout, also ich will mich jetzt nicht auf ein paar hunderttausend festlegen, in Anführungsstrichen. Scaloni, der Weltmeister-Trainer, unter drei, ein Ronald Koeman, der jetzt zurückgetreten ist, selbst große Karriere gehabt, zweite Amtszeit, auch drei.

Also es ist deutlich, deutlich geringer als das, was jetzt die Abfindung kostet. Natürlich auch weniger, deutlich weniger als Ancelotti bei Brasilien. Tuchel ist in einer ähnlichen Range wie Johann Nagelsmann. Ich würde mir wünschen, vielleicht bin ich da zu naiv, vielleicht auch zu romantisch, wenn nicht das Geld mal jetzt im Vordergrund steht, auch bei Jürgen Klopp, trotz seiner Werbeverträge, die er schon hat und hat.

Er hat aber genug verdient in Liverpool und in Dortmund, sondern das Amt des Bundestrainer mal im Vordergrund steht. Das wäre doch auch mal ein Zeichen eines Bundestrainer, auch nach außen. Gerade auch in der jetzigen Situation. Der soll ja natürlich Geld verdienen. Aber ich mache es halt nicht für 10, sondern ich gehe da hin, damit wir mal den ganzen DFB ein bisschen auf links ziehen können, die Jugendtrainer auch noch fördern können, auch denen deutlich mehr zahlen können.

Ich mache es für 3 wie Didier Deschamps oder wie Scaloni. Das wäre doch auch mal ein Zeichen, dass nicht immer das Geld regiert, sondern das Amt des Bundesredners. Du hast ja vorhin gesagt, die Marktlage bestimmt das immer. Und das muss man ja, das gehört ja zur Wahrheit auch dazu. Der Vertrag von Julian Nagelsmann, der dann in diese Region ging, wo das erhöht wurde, das lag natürlich auch daran, dass die Bayern ihn ja damals dann auch wieder haben wollten.

Und man sich überlegt hat, und dann musste man halt mithalten sozusagen. Also damals hieß es, er hat für den DFB auf Geld verzichtet. Ja, er hat ja schon öfter auf Geld verzichtet bei seinen diversen Wechseln, Hoffenheim, Leipzig, München, Romantik in allen Ehren. Also ich würde auch Jürgen Klopp für drei machen, da hast du vollkommen recht, aber ich glaube, bei Jürgen Klopp wird das nicht funktionieren.

Interessant wird bei Jürgen Klopp, wie er seine Werbeverträge weiterhin haben darf. Es gibt ja durchaus dann vielleicht Überschneidungen zwischen seinen Persönlichen. Das war bei Franz Beckenbauer auch nie ein Problem, wenn er eine andere Biermarke getrunken hat als der DFB. Genau, richtig. Also sowas wird man dann wahrscheinlich Jürgen Klopp in all der Verzweiflung, in der wir uns befinden, dann auch zugestehen.

Aber der Punkt ist interessant, Geld verzichten. Ich fände es ja mal schön, wenn die deutsche Nationalmannschaft, also die Spieler bei der nächsten Europameisterschaft sagen würden, wir diskutieren diesmal keine Prämie aus, sondern wenn wir den Titel holen, dann werdet ihr uns beim DFB schon mit einigen Euro bedenken.

Aber wir fangen ja nicht an, wie es bei diesem Turnier auch wieder war. Da wurde sehr lange diskutiert mit Andreas Rettich, was kriegen wir denn für welche Erfolge. Und wenn man da mal drauf verzichten würde, glaube ich, wäre das auch ein gutes Zeichen an die Fans. Ist sicherlich eine Idee, aber auch deiner Seite, da bist du selber dann sehr romantisch unterwegs mit diesen Gedanken.

Aber ich glaube, dass man vielleicht auch mal schauen muss, wer denn die handelnden Personen drüber sind, die auch die Verträge aushandeln und die den Trainer einstellen in diesem Fall. Und da glaube ich schon, dass wir in Deutschland vielleicht mal auch dort in der Spitze einen Wechsel brauchen, und vor allem hin, mal vielleicht zu Leuten, die auch aus dem Fußball kommen und die auch wieder für Respekt sorgen, sodass Deutschland respektiert wird in der Welt.

Sag doch mal, du sprichst über Bernd Neuendorf, oder? Ich weiß es nicht genau, ob Bernd Neuendorf da diese perfekte Figur ist an dieser Stelle. Ich könnte mir vorstellen, keine Ahnung, einfach mal um jetzt Namen zu nennen, ob ein Philipp Lahm, nicht in solcher Position einer wäre, ob ein, keine Ahnung, ein Oliver Kahn jemand wäre, der für Deutschland große Verdienste hat und zumindest das Fußballgeschäft in- und auswendig kennt, der auch eine Respektsperson ist, der höchste Anerkennung erfährt, wenn er im Ausland unterwegs ist.

Und ich glaube, dass wenn diese Menschen dann einem künftigen Trainer gegenüber treten, schon auch eine andere Handhabe haben und auch, glaube ich, mehr Verständnis und Vernunft an den Tag legen könnten, weil sie einfach Profis sind. Aber ist das realistisch? Ich meine, du warst ja mal Funktionär. Wie schwierig das ist. und beim DFB mit den Landesverbänden und mit den Landesfürsten und mit den Erbhöfen.

Das ist ja sehr, sehr schwierig, dann auch wirklich eine Veränderung herbeizuführen. Ja, wobei bei mir war es ein Ehrenamt mit voller Verantwortung. Also deshalb erfülle ich dann schon mal einen Teil. Nein, aber ja, ich glaube, wir diskutieren dann logischerweise viel über Einzelpersonen. Aber dieses System ist ja komplex und du brauchst ja erstmal deine eigenen Werte.

Und die muss der DFB schon für sich definieren. Wenn wir einen Trainer suchen, was erwarten wir von dem? Es gibt viele gute Trainer auf dem Markt, die sich, glaube ich, vorstellen können, für die deutsche Nationalmannschaft tätig zu sein. Welchen Anspruch haben wir in einem Turnier? Wie verhandeln wir für Träger?

Das sind ja schon Basics. Und da mal angefangen muss es ja von innen heraus erst mal kommen. Und ich glaube, da müssen wir schnellstens hinkommen, weil wir führen immer Diskussionen, als ob wir denken, es gibt ja gar keinen mehr da draußen, außer immer den einen, der da ist. Und ich glaube, da sind andere Nationen einfach viel geradliniger, viel klarer, dass es eine Ehre ist, eben diesen Posten zu machen.

Der soll auch gut bezahlt werden, aber er soll auch irgendwo das Stück Leistungskultur, was wir von den Spielern verlangen, musst du natürlich dann auch auf der Ebene irgendwo auch mitgehen. Und das ist natürlich ein Konstrukt, was sehr groß ist und sehr weitläufig ist, Auch wenn man über Mitglieder geht, wenn man über das ganze Thema denkt, ist es schon nicht so einfach.

Ist es denn richtig, Alfred, darüber nachzudenken, einen ehemaligen Fußballer. An der Spitze des DFB zu haben? Oder einen ehemaligen Politiker wie jetzt Bernd Neuendorf? Der hat ja durchaus auch Fähigkeiten, die du brauchst in so einem Verband. Naja, an der Spitze des DFB, glaube ich, würde sich Oliver Kahn auch nicht wohlfühlen.

Weil, ich nehme mal an, wenn wir keine Weltmeisterschaft haben, ist der Job des DFB-Präsidenten, was du gerade gesagt hast, mit den Verbänden klarzukommen und solche Dinge, also rein Funktionärsthemen. Aber ein DFB-Präsident muss halt in den entscheidenden Positionen die richtigen Leute hinsetzen. Und da fehlt es bei uns. Wenn ich also höre, dass Andreas Rettig die Prämienverhandlungen mit den Spielern macht, dann sträumen sich bei mir die Nacken. Warum?

Ja, weil er in meinen Augen überhaupt nicht, was internationalen Fußball anbelangt, irgendeine Kompetenz hat. Der hat doch hier gesessen noch vor vier Jahren und hat die WM boykottiert. Da warst du dabei. Da war ich dabei, ja. die WM boykottiert. Er guckt sich kein einziges Spiel an. Das war die WM in Katar. Das war die WM in Katar. Und damals hat Uli Hoeneß zu ihm gesagt, er sei der König der Scheinheiligen. Das war ja alles legendär.

Und der sitzt jetzt da und macht also die Verträge mit den Spielern, die Weltmeister werden wollen. Aber der ist ja jetzt schon weg. Also er hört ja jetzt auf. Ja, er musste aufhören. Das passt doch aber alles nicht. Da ist doch die Relation nicht mehr da. Wenn auf dieser Position ein Profi sitzen würde, ob das jetzt Philipp Lahm ist oder Aber der DFB-Präsident, glaube ich, hat andere Aufgaben.

Der muss nur die richtigen Leute da hinsetzen. Und das hat Bernd Neuendorf nicht getan. Und der hat vor allen Dingen, da reden wir auch gleich drüber, bei der Nachwuchsarbeit nicht, die richtigen Entscheidungen getroffen. Und deswegen ist er auch in Frage zu stellen. Aber der Profi müsste da sitzen, wo Rettig saß.

Aber trotzdem glaube ich, hätte es eine Signalwirkung, wenn wir auch da, an dieser Stelle jemanden, wenn sich jemand finden würde, der sich mit diesen Verbandsthemen und so weiter auseinandersetzen mag und das auch kann, glaube ich schon, dass es eine andere Signalwirkung hätte, auch wiederum in der Zusammenarbeit mit, den Stellen drunter, wie du vollkommen richtig sagst, wenn dort auch wieder Profis sind.

Weil ich glaube, dass Andreas Rettig auch, was ich jetzt gehört habe, involviert war in diesen Vertrag mit dieser Klausel und so weiter bei Julian Nagelsmann, weil die soll ja angeblich gegriffen haben, korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber dass wenn man die Gruppenphase übersteht, dass dann das Ganze so greift, wie es jetzt greift.

Also das finde ich bei einer 48er-WM auch ehrlich gesagt ein bisschen lächerlich, um es mal so zu formulieren. Und von daher glaube ich, brauchen wir mehr Profis, und das an vielen Stellen in diesem Fall. Der Wunsch in allen Ehren, aber ich glaube nicht, dass du für den DFB-Präsidenten posten. Das Problem hat ja auch Bayern München immer. Karl-Heinz Rummenig ist jemand, der immer sagt, die Spieler haben einfach zu viel Geld verdient.

Die brauchen überhaupt nicht mehr arbeiten. Und ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass sich irgendein 2014er Weltmeister in Frankfurt hinsetzt und sich dann mit dem hessischen Fußballverband trifft und mit dem Regionalfürsten aus Bayern und so weiter. Das ist natürlich anstrengend und wenn das Konto voll ist, dann kann man sich das auch sparen. Auch wenn es schön wäre, ich würde mir auch einen Ex-Fußballer an der obersten Spitze wünschen, aber auch das ist wieder Romantik.

Aber du brauchst ja wahrscheinlich schon strukturell einen Angang jetzt beim DFB, dass man sagt, okay, was müssen wir denn machen? Wie müssen wir uns denn professioneller aufstellen, damit wir in Zukunft besser funktionieren? dann klar, jetzt kriegst du wahrscheinlich Klopp dahin. Wird er das machen müssen, machen wollen? Wird er durchregieren sozusagen?

Ist er mit so einer Machtfülle dann ausgestattet, dass er eigentlich alles verlangen kann und alles durchsetzen kann? Wie siehst du das? Also er wird schon sehr viel an die Hand bekommen. Davon kann man ausgehen. War nochmal Jürgen Klopp. Viele haben ihn schon vor ein paar Jahren als Bundestrainer gesehen. Jetzt ist das Timing besser denn je, wie er selbst sagt.

Natürlich wird er alles bekommen, was er denn haben möchte. Aber ich finde, es geht ja nicht nur um jetzt die A-Nationalmannschaft, sondern wir haben noch Junioren-Nationalmannschaften mit U21, U19, U17, U16. Also es muss ja von Grund auf auch eine Richtung vorgegeben werden in Punkto Philosophie. Was will ich denn spielen mit den Nationalmannschaften, dass sich auch die Spieler schon mal an ein gewisses Konzept gewöhnen können, dass man in eine Richtung denkt.

Es bringt ja nichts, wenn wir noch fünf Junioren-Nationaltrainer haben, die sagen, nee, aber das sehe ich anders. Wir müssen aber anders spielen und in der A-Nationalmannschaft wieder komplett was anderes gemacht. Wir müssen alle zusammen. In eine Richtung gehen. Und da ist natürlich Jürgen Klopp als einer, der auch in eine Diskussion gehen muss, der seine Ideen vorstellen muss.

Natürlich derjenige, der das mit zu dirigieren hat. Auch er muss Kompromissfähigkeit zeigen. Es geht nur um eine Lösung und die muss einen Weg vorschreiben. Und dann glaube ich schon, dass man auch wieder Richtung erfolgreiche Phasen gehen kann. Aber jetzt wieder gegeneinander zu schießen, egal von welcher Ecke heraus, das macht gar keinen Sinn.

Das macht in der Tat gar keinen Sinn. Wir sprechen gleich bei uns in der Sendung über dieses Thema. Warum gelingt es zum Beispiel den Franzosen viel, viel besser, große Talente, Weltklassespieler zu entwickeln? Was haben die für ein System? Was haben wir für ein System? Wie müssen wir uns vielleicht einfach auch anpassen? Müssen wir mal erkennen, dass andere Länder das besser machen und davon schleunigst lernen?

Bei Klopp ist es ja so, Intensity is our Identity. Das wird er auf jeden Fall fordern. Und da würde er schon viel erreicht, wenn wir ein bisschen mehr Intensität drin hatten. Wenn man die Zweikampfwerte jetzt bei der WM gesehen hat, dann ist das auf jeden Fall ein richtiger Ansatz. Also gleich mehr jetzt paar Hinweise von unserem Sportwerkpartner.

Und dann sind wir in nicht mal ganz anderthalb Minuten zurück beim Firox.1 WM-Doppelpass. Bis gleich. Vielen Dank. Wir kommen zur Kollegin Anna Dollack und die wird gleich eingehen auf etwas, was Mats Hummels gesagt hat, der auch als TV-Experte ein Klartextsprecher geblieben ist. Ja, absolut. Also nach diesem blamablen DFB-Aus melden sich natürlich viele, viele Ex-Nationalspieler zu Wort und sparen nicht mit Kritik.

Das ist ja ganz klar. Vor allem einige Weltmeister von 2014, eben unter anderem Mats Hummels. Der fordert jetzt richtig harte Entscheidungen beim DFB und nimmt bei seiner Analyse vor allem die Spieler in die Pflicht. Es ist leider die Konsequenz aus dem, was die letzten Jahre sich schon abgespielt hat bei den großen Turnieren, aber auch dazwischen.

Es fehlt an mehreren Ecken. Es fehlt die ganz große individuelle Klasse auf den meisten Positionen. ganz wenig haben wir sie. Es fehlt aber irgendwie auch einfach so eine, ich weiß es nicht, man nennt es Resilienz mittlerweile. Es fehlt dieses unbedingt gewinnen wollen, alles dafür tun. Das ist ein ernüchterndes Urteil, muss man sagen. Ja.

Ich tue mich manchmal immer so ein bisschen schwer, also einem Weltmeister darf man ja nicht widersprechen. Aber mir fällt es natürlich auch schwer, natürlich müssen die Spieler, die werden selbstkritisch, ich hoffe, wir sind selbstkritisch, genug sein. Und ich will den auch nicht absprechen, dass die nicht wollten.

Also das ist, ich glaube, das ist auch manchmal der Sport. Es will irgendwie nicht funktionieren, obwohl du es willst. Und es knarzt an allen Ecken und Enden. Deswegen möchte ich den nicht absprechen, dass sie nicht versucht haben, alles dafür zu tun, Spiele zu gewinnen. Weil es gibt genügend Beispiele, auch in der Nationalmannschaft, die es auf Vereinsebene schon so häufig gezeigt haben. Und ich weiß auch von Spielern, die Das ist eine große Herausforderung. Das ist eine große Herausforderung.

Das ist eine große Herausforderung, die neben dem Training zu Hause malochen ohne Ende. Einem selbst gegenüber habe ich wirklich noch das Letzte rausgeholt. Hätte ich vielleicht mal noch den Mund aufmachen müssen. Hätte ich mannschaftsintern was sagen können müssen. Das sind ja die Punkte. Da braucht es natürlich auch Selbstkritik. In allen Spielen bei dieser WM hat die deutsche Mannschaft läuferisch mitgehalten.

Oder war teilweise sogar besser als der Gegner. Hat mehr Kilometer gemacht. Aber was ich sehr bemerkenswert fand, war die Zweikampfbilanz. Also wir haben sie hier aus dem Spiel gegen Paraguay bei Pavlovic 0% gewonnene Zweikämpfe, sieben Zweikämpfe gehabt, die er alle nicht gewonnen hat. Und insgesamt aus dem Kicker die Daten übrigens, Georg, also falls du das anzweifelst, dann musst du dich in Nürnberg beschweren.

Aber insgesamt da so in der Robustheit, also das, was wir, wo wir sagen, früher gesagt haben, Ja, okay, wir haben vielleicht jetzt nicht die beste Mannschaft, aber darauf können wir uns immer noch verlassen. Das ist irgendwie verloren gegangen. Ja, leider Gottes. Und das hat sich schon gegen die Elfenbeinküste angedeutet. Und wir wissen ja alle.

Der Kern des Fußballspiels, das Wesen ist der Zweikampf, das Zweikampfverhalten. Wenn du bei den Zweikämpfen besser bist als der Gegner, dann ist die Chance, dass du gewinnst, schon mal relativ groß. Das hat mich auch enttäuscht und wahnsinnig gemacht, dass da die Zweikämpfe so schwach gefühlt wurden. Widersprich, wenn du ...

Nee, nee, nee. Ich dachte, ich hatte schon auf das Geld geguckt bei Kumbi. Also mit ... Ach so, ja. Zweikämpfe gewinnen, dann ist die Chance größer, ein Spiel zu gewinnen. Ja, okay, okay, okay. Pass auf, wenn Wahrheiten mittlerweile schon was kosten. Ja, ja. Das muss sein. Du musst schon einzeln. Das fängt doch nicht erst bei der Fußball-Weltmeisterschaft an.

Wir bejubeln, dass wir uns für die WM qualifiziert haben. Ich will nicht kleinreden. Die können auch kämpfen. Gegen die Slowakei. Ich muss mir was leihen. Ich wollte. Es. Da feiern wir uns ab, dass wir uns für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert haben. Aber auch da fing es ja schon an. Wir haben doch da Themen gehabt mit Robustheit, mit Intensität und so.

Also da hätte man ja auch schon mal ein bisschen was sehen können. Das Interessante ist ja auch, dass die Spieler selbst gesagt haben, die anderen wollten es mehr. Das ist jetzt nicht nur von uns außen ein Eindruck, sondern Dennis Undorf und Jusser Kimmich sagen, die anderen wollten es mehr. Der Bundestrainer sagt, das ist Quatsch.

Udi Völler tritt dann auf und ordnet die Dinge und sagt, naja, eigentlich haben beide recht. Das hat dann auch ein schlechtes Bild nach außen gegeben. Aber die Frage ist ja, warum kommt das mehr nicht? Das hat ja auch mit der Struktur zu tun. Also ich weiß, dass er selber durfte zwei Weltmeisterschaften spielen.

Da war in der Struktur vieles gegeben und in der Struktur konnten wir Leidenschaft entwickeln. Was ist die Struktur? Die Struktur ist erstmal das, was du vorgibst. Ich würde sagen, lass uns doch mal beim Turnier bleiben, weil das noch am greifbarsten auch für die Zuhörer und Zuschauer ist. Was haben wir denn da gesehen? Weil da war ja viel möglich. Und Elfenbeinküste als Beispiel zu nennen, war ja eines der klaren Beispiele.

Wenn ich nominell offensiv komplett stark aufstelle, aber so wenig Torchancen kreiere, dann ist ja klar, dass irgendwo die Balance fehlt zwischen, wie halten wir eigentlich die Null und wie kriegen wir eine Kompaktheit hin. Bei der Offensive, die sich steht, musst du zwei, drei Tore pro Spiel schießen oder zumindest so gefährlich sein, dass der Gegner Respekt bekommt.

Wir waren nicht in der Lage, das zu durchbrechen. Einmal, weil für mich der Rhythmus bei vielen Spielen auch gar nicht da sein konnte. Das haben wir dann auch nicht umgestellt, aber haben wir einmal getan. Und ich bin überrascht, dass wir diese Diskussion, die wir jetzt haben, nicht mit dem Elfenbein-Kristus-Spiel ausgebrochen haben in ganz Deutschland.

Was muss jetzt passieren, damit das Turnier überhaupt für uns zu dem Turnier wird? Denn als wir dann umgestellt haben... Da kam eine andere Energie. Da haben wir doch alle gesagt, das war toll. Ja, da kam die Energie. Weil Leveling spielt bei Stuttgart, ist topfit. Underv hat gespielt, ist topfit. Amiri kam rein, ist topfit. Machen sich kein Kopf, Leistungsprinzip, vorne rein, andere Profile.

Eine Doppelbesetzung im 16er, Halbflanke, wäre in den ersten 60 Minuten nie möglich gewesen. Lass uns schon darüber reden, weil ich glaube, die Erkenntnis aus dem Spiel, wenn man die mitgenommen hätte, hätte man gegen Paraguay auch 0-0 spielen können. Aber dann kam ja Ecuador erst danach. Wir haben das Spiel gegen die Elfenbein-Küste gedreht. Dann kam Ecuador.

Und davon war nichts mehr über. Nein, dann haben wir auch wieder nur punktuell gewechselt, aber im gleichen System. Wir haben Kimmich, wo wir wissen, er ist auf der 6 stark, hat die ganze Saison da gespielt mit Pavlovic zusammen. Warum nicht mal auf eine Dreierkette umstellen, wenn ich doch viele Innenverteidigertypen habe und vorne einfach auch mal Intensität, kann ich auch mit Anlaufen machen.

Aber ich muss ja was verändern, weil ich doch merke, wir sind entschlüsselt gewesen seit dem zweiten Gruppenspiel. Wusste jeder Trainer, wie man gegen uns spielen musste. Und wir haben es nicht geschafft, es anzupassen. Ist das dann eine gewisse Sturheit von Julian vielleicht gewesen? Oder er hat ja im März seine Rollenbespräche geführt, irgendwie die Struktur festgelegt und ist dann.

Gefühlt tat er sich schwer davon, wieder abzurücken, sich sozusagen den Realitäten anzupassen während des Turniers. Ist das ein valider Punkt? Es könnte auf jeden Fall einer sein, dass er sich da schwer getan hat. Aber da wissen wir natürlich nicht die Kultur. Wie ist sie denn in der Analyse gemeinschaftlich mit allen Experten, die dort hohe Positionen haben?

Da sitzt man doch zusammen, da guckt man doch gemeinsam hin und sagt, Mensch, warum haben wir so ein anderes Gesicht gezeigt mit den drei, vier Einwechslungen? Und dann hast du noch das letzte Gruppenspiel mit der erneuten Erkenntnis und spielt es im 16. Finale trotzdem so wie in der Gruppe. Mit dem Wissen, dass falls der Treffer, und der hätte zählen müssen, sind wir uns alle einig, wir dann auf Frankreich treffen, dann frage ich mich, mit welcher Idee hätten wir gedacht, dass wir da... Die schlagen wir Frankreich. Genau.

Die Fantasie hatten wir irgendwie alle nicht, gefühlt. Aber kann da was entstehen, auch in der Mannschaft? Das sind ja zum größten Teil auch Führungsspieler in den jeweiligen Vereinen. Sie reklamieren das ja auch für sich, dass die Führungsspieler in der Nationalmannschaft sein wollen. Du merkst es ja als Spieler und als Mannschaft. Da hat sich etwas verändert zum Positiven.

Kannst du auch als Mannschaft oder als Führungsspieler in den Diskurs gehen mit dem Bundestrainer. Er ist ja nicht auf einer einsamen Insel. Er entscheidet von oben herab. Die Spieler sind halt nur die Spieler. Lothar hat ja immer erzählt 1990. Es ist ja auch nicht einfach, das sagt ja keiner. Aber wenn du die Erkenntnis hast, dass dein Plan A nicht aufgeht, du das in jedem Spiel vorgezeigt bekommst, dann brauchst du genau diese Diskussion.

Und dann auch zu überlegen, an was kann es denn vielleicht liegen, dass wir hier noch ins Turnier reinkommen, uns reinarbeiten. Wir schaffen es ja nicht mal mehr, 90 Minuten eklig zu verteidigen. Und zwar als Mannschaft. Wir reden dann immer über die Verteidiger. Trotzdem ist es für mich eine Frage, das, was du sagst.

Führungsspieler gehen zum Bundestrainer und sagen, pass mal auf, lass uns mal das und das. Das war wie bei der WM 90, als Lothar dauernd oben war im Turmzimmer in Erba bei Franz Beckenbauer und die beiden gemeinsam alle Dinge ausgekaspert haben. Das zeigt doch aber auch, dass vielleicht keine Führungsspieler da waren.

Oder dass Nagelsmann die Führungsspieler nicht gefördert hat, wenn es denn welche gibt. Wir haben 74, hat Franz Beckenbauer komplett das Kommando übernommen. 90, Lothar Matthäus, sagst du selbst. Wir haben jetzt niemanden. Das sind alles Spieler, die ziehen den Schwanz ein. Das hat man beim Elfmeterschießen ja gesehen. Ich meine, es ist so eine Blamage, wenn bei einem Elfmeterschießen deutsche Spieler sich weigern, den Elfmeter zu schießen.

Das habe ich überhaupt noch nicht erlebt. Und deswegen haben wir auch zum ersten Mal in der Geschichte einer deutschen Nationalmannschaft ein Elfmeterschießen verloren. Uli Stielicke freut sich. Bitte? Uli Stielicke freut sich. Der war ja bis dato der einzige Deutsche, der bei einer WM im Elfmeterschießen verschossen hat. Das ist der Mann, das ist der Mann, das ist der Mann.

Aber er ist hingegangen. Aber Gretzka ist nicht hingegangen und hat gekniffen, wenn das so ist. Wo ist der Führungsspieler? Kimmich, ja, aber sonst? Wo ist denn Kimmich-Nagelsmann die Verbindung? Ist das eine gute Verbindung? Aus der Bayern-Zeit hört man ja dies und das. Ich glaube schon, dass Joshua Kimmich und Julian Nagelsmann ein super Draht haben zueinander.

Ich will nicht sagen, manchmal zu gut. Aber ich glaube, die beiden verstehen sich schon. Schon top. Julian Nagelsmann hat ihn ja auch zum Kapitän ernannt. So, jetzt ist die Frage, aber trotzdem sind die deutschen Führungsspieler, sind es automatisch noch Vorbilder? Sind es die, worauf auch Junge, die reinkommen, wo die sagen, die finde ich toll, an denen ziehe ich mich hoch?

Oder haben die noch das Gehör? Sind die überhaupt diese Persönlichkeiten, die wir brauchen auf dem Feld? Da stelle ich auch mal in Frage. Ich meine, Joshua Kimmich ist mit Sicherheit ein Leader, aber ist er derjenige, der Deutschland so weiterbringt, wie man es sich erwartet. Also das war jetzt auch schon sein viertes, fünftes Turnier, was jetzt auch eher in die Binsen ging in den vergangenen Jahren.

Also von daher weiß ich, jetzt könnten wir über diese Personale schon auch diskutieren. Und dann muss man sagen, ist doch die ganze Kommunikation, wie sie ablief. Das hat im März angefangen bis jetzt zur WM. Das lief doch vom Bundestrainer einfach auch nicht ideal. Diese Kategorien, die es gab, die wurden über Bord geworfen.

Bei Unterfises, der kommt nur von der Bank, im 16. Finale spielt er dann. Also es ist ja alles, hat alles kein Hand und Fuß. Wir fahren zu einer Weltmeisterschaft ohne Rechtsverteidiger. Also ich frage mich, warum nimmt man da nicht zum Beispiel einen Jan-Aurel Bissek oder sowas mit, der das bei Inter Mailand das ganze Jahr über top spielt, der hat es Double gewonnen.

Das ist doch einer, wo ich sage, der erlaubt es mir umzustellen auf eine Dreierkette, so wie du es gesagt hast. Da habe ich einen absoluten Vollprofi für die Nummer. Da wird gar nicht drüber nachgedacht, anscheinend über sowas. Also für mich, das ist ein komplettes Kommunikationsdesaster gewesen. Und dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir am Ende dastehen und gegen Paraguay rausfliegen. Und was macht das?

Also ganz kurz... Wir wollen über diesen möglichen Generationswechsel ja auch sprechen. Didi Hamann hat jetzt in einem Podcast gerade noch gesagt, dass er findet, dass Kimmich sollte jetzt keine Rolle mehr spielen im DFB-Team. Und auch Mats Hummels hat sich geäußert zu dieser Generation, hat hinterher aber gesagt, damit hätte er nicht Kimmich gemeint.

Ganz grundsätzlich, glaube ich, muss man drüber nachdenken, die Spieler, die jetzt 30, 31, 32 sind, ob da vielleicht der ein oder andere von sich aus den Weg frei macht oder ob der Bundestrainer das machen muss. So hat es Mats Hummels zusammengefasst. Und dann auf Spielerseite, kann ich mir schon vorstellen, dass einige von sich aus zurücktreten werden.

Und dann glaube ich aber auch. Muss es Entscheidung geben, dass auch Spieler, die jetzt vielleicht erst Anfang 30 sind, die jetzt aber doch schon vier, fünf, sechs Turniere ihre Chance hatten, für Deutschland ein gutes Turnier zu spielen oder gute Ergebnisse zu erzielen und das nicht geschafft haben, dass man da auch vielleicht dran muss.

Weil das ist für mich kein Zufall. Das ist kein Zufall, dass eben aktuell seit, der EM 2016 kein einziges starkes Turnier mehr von Deutschland dabei ist. Und wir reden von einem Jahrzehnt als Deutschland. Und das fängt in erster Linie mit den Spielern an, weil wir hatten verschiedene Trainer dazwischen.

Und da erwarte ich auch eben von einigen, dass sie selber sagen, ich mache nicht mehr weiter, aber ich erwarte auch, dass der aktuelle oder dann eventuell ein neuer Bundestrainer auch ein paar harte Entscheidungen trifft und treffen muss. Soweit also sehr deutlich. Mats Hummels und über diesen Generationswechsel, der wird im Tor anfangen und über andere Mannschaftsteile sich fortführen.

Wenn wir sprechen, gleich hier bei uns im Firebox.1 WM Doppelpass und jetzt für Sie der Bargeldbonus. Wenn Sie mitmachen bei unserem Gewinnspiel, drücke Ihnen die Daumen und wir sind gleich zurück hier in München. Bis gleich. Willkommen zurück in München am Flughafen im Hilton. Frau Zell zum Firebox.1 WM-Doppelpass.

Wir sind mitten in der Diskussion um einen möglichen Generationswechsel in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, den wahrscheinlich Jürgen Klopp verantworten wird. Wir haben über Jo Kimmich gesprochen, der nach diesem Aus auf seine ganz persönliche Art und Weise sehr selbstkritisch und deutlich gesagt hat, wer schuld ist an der ganzen Misere.

Gerade natürlich, wenn man dann die Turniere zusammennimmt, ist es schon so, dass man hier antritt, weil man Deutschland stolz machen will. Ich kenne Deutschland als Kind vom Fernsehen, da war immer Halbfinale, Finale. Natürlich will man das auch den Kindern und den Menschen und der jetzigen Generation geben.

Und Fakt ist, dass wir das all den Menschen zu Hause nicht geben konnten. Und das ist sehr, sehr schade, gerade in einer Zeit, wo es uns, glaube ich, extrem gut tun würde in Deutschland. Wenn wir was haben, worauf wir stolz sein können. Die Nationalmannschaft ist es momentan leider nicht. Und dafür tragen wir alle Verantwortung und dafür müssen wir auch Verantwortung übernehmen.

Da darf sich jetzt auch keiner rausnehmen, sondern dafür müssen wir gerade stehen, weil wir Spieler, die auf dem Platz standen, haben das verborgt. Das war nicht der Trainer, nicht die Medien, nicht der Schiedsrichter, auch nicht der Gegner, sondern das waren einzig und allein wir. Hoch respektabel finde ich das, so kurz nach so einem Spiel so zu sagen.

Wir haben vorhin ja schon über ihn gesprochen und Georg, du hattest das so ein bisschen angedeutet. Die Frage, ist er denn für alle in der Mannschaft auch wirklich ein Vorbild, an dem sie sich ausrichten? Du, glaube ich, denkst schon, dass das der Mann sein müsste, der vorangeht und dem alle folgen sollten? Übrigens so spricht ein Kapitän, das muss ich ganz klar sagen, nach so einem Aus des größten Fußballverbandes der Welt.

Das ist Reflexion, das ist Selbstkritik und keine Trotzigkeit oder Verbittertheit über was auch immer. Und ja, also, sollte es Spieler geben, junge Spieler geben, die keinen Respekt oder nicht so die Vorbildfunktion des Joshua Kimmich sehen in der deutschen Nationalmannschaft, Ich glaube, dann haben wir ein ganz großes Problem. Der ist zehnmal deutscher Meister geworden.

Zehnmal deutscher Meister geworden als tragende Figur. Das muss man mal ganz klar sagen. Champions League gewonnen, hat, glaube ich, jetzt weit über 100 Länderspiele absolviert. Ja, er hat noch keinen Titel gewonnen mit der deutschen Nationalmannschaft. Aber ich glaube, da gibt es im Weltfußball einige, die mit ihrer Nationalmannschaft auch noch keinen Titel gewonnen haben.

Und zwar jetzt keine Weltmeisterschaft. Beispielsweise die Brasilianer warten seit 24 Jahren die Engländer noch ein bisschen länger. Es sind auch große Fußballnationen. Und ich finde Joshua Kimmich, so wie er sich äußert, mit der Offenheit, mit der Ehrlichkeit und dafür steht er, finde ich, wäre auch noch für die kommenden zwei Jahre, er ist ja 31, auf jeden Fall noch bis zur Europameisterschaft, 28, einer der Verantwortung übernimmt und für mich ein weiterer Führungsspieler sein kann.

Aber aus dieser Generation, aus dem Jahrgängen 1995, 1996, haben wir noch Liraj Sané, haben wir Goretzka und andere. Muss ein Schnitt her? Naja, der Schnitt wird automatisch kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sané weitermacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rüdiger weitermacht. Also nach so einem Turnier kommt ja immer ein ganz automatischer Schnitt.

Das macht ja nicht unbedingt der Spieler selber, sondern dann muss es der neue Bundestrainer machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Klopp die Mannschaft so übernimmt, wie sie jetzt da steht. Aber ich will noch mal eins zu Joshua Kimmich sagen. Ist er denn, ich fand das Statement gerade super, auch genau wie du, aber ist er denn als Boss, als Führungspersönlichkeit stark gemacht worden?

Er spielt auf der falschen Position, die er selbst nicht mag. Jeder sagt, da ist er eigentlich falsch. Und dann ist ja noch was passiert. Dann hat Nagelsmann Manuel Neuer zurückgeholt. Manuel Neuer, Hexkapitän, mehrmals Welttorhüter. Das macht ja was mit der Statik einer Mannschaft. Und ich kann mir vorstellen, dass da auch die Hierarchie durch Manuel Neuer sich wieder verschoben hat, intern.

Und man hat sich nicht eindeutig auf Joshua Kimmich konzentriert, sondern die Statik hat dann irgendwann nicht mehr gestimmt, glaube ich. Ich glaube, um seinen Status als Kapitän und absoluten Führungsspieler zu unterstreichen, hätte man ihn auch ins Zentrum stellen müssen. Ja, sag ich ja, falsche Position, er will das nicht.

Wenn du Umbruch machst, Neuer, er ist auch zurückgetreten, das ist aber keine Überraschung mehr gewesen. Aber ich glaube, dass die Rückholaktion Manuel Neuer im Nachhinein nicht nur kommunikativ ist, abgelaufen ist, auch wie es dann bei der WM war, war ein echter Flop. Lass uns doch trotzdem mal bei der Torhüterposition bleiben, das ist ja interessant. Also Manuel Neuer hat es jetzt selber gesagt, er hört auf, Oliver Baumann ist auch nicht mehr ganz jung.

Nübel war dabei, Urbich als Trainingstorhüter. Stefan Effenberg hat in seiner Kolumne geschrieben, er ist der Meinung, ab jetzt muss Jonas Urwig die neue Nummer 1 sein. Was habt ihr für eine Meinung zu dieser Torhüterposition, Georg? Ganz schwierig, weil Jonas Urwig muss erstmal beim FC Bayern aus meiner Sicht den Nachweis liefern, dass er auch ein Nationaltorwart ist. Also jetzt hat er es ordentlich in dieser Saison gemacht, aber die ganz großen Prüfungen hat er nicht, weil bei den großen Prüfungen stand...

Also gehen wir mit Olli Baumann bis zur EM? Ich finde jetzt erstmal hat es Oliver Baumann ordentlich gemacht und ich sehe jetzt keinen Grund, warum man Oliver Baumann jetzt beschneiden sollte. Was er 35 ist. Ja, aber das heißt, er ist jetzt trotzdem noch ein Alter, wo ich sage, ich kann, auf zwei Jahren kann der eventuell das halten.

Aber nichtsdestotrotz, jetzt eine Torwartentscheidung zu treffen, finde ich auch ein bisschen arg früh, weil wir haben jetzt, jetzt sind wir nach der WM, wir kommen jetzt in die Saison rein, ein Jonas Urbik muss für Bayern jetzt erstmal spielen. Wenn der das ordentlich macht, dann ist ein junger Keeper, wo wir sagen können, klar, auf den könnte man bauen, aber ich kann ja nicht einfach nur sagen, weil er jung ist, muss der jetzt unser Torwart werden.

Also ich will ja schon auch, was man selber gesagt hat, wir sollten schon beim Leistungsprinzip bleiben, weil nur jetzt irgendwas auszudenken, was sich gut anhört, dann sind wir wieder in dem gleichen Chaos, in dem wir davor der Weltmeisterschaft gestanden sind. Also ich glaube, das ist keine Position, die man jetzt sofort treffen muss, sondern das muss man sich anschauen.

Aber wir haben ja kein Mal mit Jürgen Klopp zusammenarbeiten, wer weiß. Wer weiß, wer weiß. Ich gebe da Georg recht, als Nummer zwei im Verein dann die Nummer eins in der Nationalmannschaft zu sein, das wäre schon ein Novum, für deutsche Fußballverhältnisse. Außer Manuel Neuer sagt, ich mache jetzt nur noch ein Drittel der Spiele beim FC Bayern und zwei Drittel macht der Jonas Urbich, dann wäre das vielleicht denkbar. Aber ich denke, es wird wahrscheinlich auf Oliver Baumann, sofern er Lust hat.

Aber jetzt derjenige, der ihn ja gedemütigt hat, ist ja jetzt nicht mehr Bundestrainer. Für Oliver Baumann ist es ja quasi ein frischer Beginn. Wie siehst du das denn? Wo, würdest du sagen, haben wir aus dem Kader, der jetzt dabei war, aus den 26 Spielern, die in Zukunft das Rückgrat der Nationalmannschaft bilden sollten?

Und wo packen wir noch neue dazu? Ich glaube, das ergibt sich natürlich. Aber warum ist es auch in den letzten Jahren vorher nicht entstanden? Ist ja eher dann die Frage. Wir haben ja Qualität im Kader. Oder auch jüngere Spieler, ob das jetzt ein Lennart-Karlis verletzt hat, ob das auch ein Schlotterberg, der natürlich noch in so eine Rolle reinwachsen kann, auch in den nächsten Jahren noch.

Also da könnte ich viele nennen. Aber ich glaube für mich nochmal, ich verstehe das, dass man jetzt über Führungsspieler redet, weil der Erfolg ausbleibt. Aber wie entsteht denn auch Führung und ein Führungsspieler? Und wie entwickelt der sich denn? Da muss die Führung von oben erstmal klar sein. Also ich habe als Spieler selten erlebt, dass die besten Führungsspieler, die ich auch hatte oder wenn man mal selber einer werden musste, sollte, durfte, muss man erst mal vom Profil so sein, man braucht die Unterstützung.

Und wenn es oben dann schon nicht stimmt, wenn es da nicht vorgelebt wird, wie können wir das von den Spielern auf den Platz verlangen? Es ehrt den Joshua Kimmich, dass er das genauso macht, wie er es macht, weil der wird keinen schönen Urlaub haben, das weiß ich vom Typ her, das wissen glaube ich alle, aber Führung entsteht erst mal die, die es vorleben müssen. Das ist einmal der Trainer, das Trainerteam und auch die über dem Trainer, den Trainer auch begleiten und challengen.

Und da entsteht, also wenn ich an meine Nationalmannschaftszeit denke, mit Jürgen Klinsmann, Jogi Löw, Oliver Bierhoff, Andreas Köpke, dann ist da nicht immer auch immer alles glatt gelaufen, aber die vier wussten, wie sie zusammenhalten, die wussten, wie sie führen und die wussten, wie sie. Dieses Konstrukt leiten. Das ging ja über Jahre.

Ich durfte Ende 2005 dabei sein, bis fast 2014 mit der Verletzung und da war immer klar, da war Führung, da gab es eine Identität, da gab es Werte, die wurden vorgelebt und es war ja auch nicht immer einfach, wenn ich überlegt habe, wie das alles belächelt wurde am Anfang, dass wir an der Athletik arbeiten in Deutschland mit Trainern aus den USA, aus anderen Sportarten, was wir absoluter Vorreiter waren und wir waren mit die fitteste Mannschaft.

Deshalb, was würde ich damit sagen, eine Mannschaft für Jugendspieler können sich punktuell mal zeigen, auch ohne das. Aber das Fundament muss schon von oben stimmen und nicht unten anfangen. Und dass das jetzt wieder so kommt oder so wird, dafür wird mutmaßlich Jürgen Klopp verantwortlich sein. Wir schauen auf diesen Übergang zwischen Nagelsmann und Klopp, und zwar mit Norman Soleda in einem So schaut's auf.

Ausgeschieden gegen Paraguay. In dieser Sekunde war ganz Fußball-Deutschland und allen 84 Millionen Bundestrainer klar, das war's für Julian Nagelsmann. Nur einer wollte es nicht wahrhaben. Aber ich bin jetzt keiner, der sich hier sitzt und sagt, ich trete jetzt zurück, nur weil wir ausgeschieden sind. Natürlich nicht.

Wer tritt schon zurück, wenn einem der DFB noch Geld schuldet? Aber das ist inzwischen einvernehmlich erledigt. Nagelsmann bekommt ein paar Millionen Abfindung. Er selbst sieht es wahrscheinlich als Erfolgsprämie. So schaut's aus. Das kommt davon, lieber DFB, wenn man endlos lange Verträge mit Trainern abschließt, bevor sie Erfolge nachgewiesen haben.

Schwamm drüber, der DFB sollte diese Millionen für den Ex-Bundestrainer als erste notwendige Investition für einen Neuanfang verbuchen, bei dem Senkrechtstarter Nagelsmann nicht mehr auf der Bremse steht. So schaut's aus. Warum ist Nagelsmann eigentlich gescheitert? Ein weites Feld. Wenig Empathie, schlechte Kommunikation, chronische Beratungsresistenz, zu viel Laptop, zu wenig Psychologie, zu viel Taktiktafel, zu wenig Selbstkritik.

Und vor allem, fast alle Nationalspieler sind in ihren Klubs besser als in der Nationalmannschaft. Das ist für einen Bundestrainer nicht gerade ein Leistungsnachweis. Er war einfach noch nicht reif genug für eine Nationalmannschaft. So schaut's aus. Nagelsmann ist weg und Jürgen Klopp kommt. Wahrscheinlich.

Und er hat Lust und Energie. Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt. Also ich bin bereit. Und wer ist sonst noch bereit? Andreas Rettig hört demnächst auf. Und Rudi Völler möglicherweise auch. Seinen Nachfolger bestimmt Superkloppo. Und der andere starke Mann beim DFB, also nicht Präsident Neuendorff, sondern Aki Watzke.

Und der hat vielleicht noch eine ganz neue Idee für Rudis Posten. So schaut's aus. Alfred, du kennst Rudi lange und gut und ich weiß, du schätzt ihn. Fußball Deutschland liebt Rudi. Kann das gehen mit Kloppo und Rudi? Ja, ich bin ganz sicher, dass es gehen kann und ich bin auch nicht, weil ich ihn mag oder weil ich ihn schätze, bin ich auch dafür, dass er bleibt. Denn Rudi Völler hat eine ganz, ganz wichtige Aufgabe.

Wir reden ja wirklich jetzt hier, was alles schiefläuft beim DFB, die Nationalmannschaft, die sich blamiert hat. Rudi Völler ist immer der, der das Bindeglied zu den Fans und auch innerhalb des DFB zwischen Trainer, Mannschaft, Präsidium, hat Rudi Völler immer alles wunderbar geregelt. Und dass er was vom Fußball versteht, ist, glaube ich, auch unstrittig.

Also Rudi Völler hat einen Platz in diesem DFB und den sollte er auch behalten. Du hast in der These, die ich am Anfang vorgelesen habe, Stefan, hast du gesagt, Rudi hat sich den Ruhestand verdient, weil du ihn auch schätzt und weil du auch seine Verdienste kennst. Er war ja so ein bisschen einer, der schon geguckt hat, wenn Nagelsmann mal vielleicht ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen ist, die Scherben zusammengekehrt.

Und du hast gesagt, das braucht Klopp nicht. Er braucht nicht mehr einen starken Rudi Völler an seiner Seite. Warum? Warum? Also erstmal, ich bin auch Vorsitzender vom Rudi-Völler-Fanklub. Ich denke nur, dass er so einen Neuanfang nicht schon wieder mitmachen muss. Der hat jetzt seinen Lockenkopf schon so oft hingehalten, wenn es im deutschen Fußball schief lief.

Christoph Daum konnte nicht Bundestrainer werden aus bekannten Gründen. Hansi Flick musste gehen, immer stand der Rudi da. Also dem würde ich jetzt mal den Ruhestand gönnen. Wenn er da bleiben will, dann darf er auch gerne bleiben. Aber die Rolle, die er jetzt bei Julian Nagelsmann hatte, Papa-Figur, Zitat Julian Nagelsmann, Die muss er bei Jürgen Klopp nicht mehr ausfüllen.

Und Rudi Völler hat ja immer das ausgeputzt, was Julian Nagelsmann kommunikativ, falsch gemacht hat, wo ihm Fehler unterlaufen sind, wo ihm Fehlerchen unterlaufen sind. Da kam dann immer wieder Rudi und hat die Wogen geglättet und hat das eingefangen, die Papa-Figur hat eingefangen, was der Sohn irgendwie falsch gemacht hatte.

Und ich glaube, das braucht Jürgen Klopp nicht an seiner Seite. Anna ist irgendwo im Publikum, habe ich gehört, oder? Das ist eine große Rolle, von Rudi Völler. Das ist eine große Rolle. Wie sieht man denn da die Rolle von Rudi Völler? Erst mal habe ich jemanden gefunden mit einem ganz spannenden Trikot. Magst du dich einmal kurz umdrehen?

Liebe Grüße nach Hause an Mario Basler. Das ist ein Tor. Das ist ein Tor. Wie kommt es zu diesem Trikot? Das habe ich gestern von einem Freund ausgeliehen bekommen. Das ist das Trikot von 1996. Ich wollte es unterschreiben lassen vom Herrn Basler. Wir sprechen über den Umbruch beim DFB-Team. Wie stehst du dazu, Rudi Völler? Sollte der jetzt in seinen wohlverstanden Ruhestand gehen?

Oder meinst du, das könnte funktionieren mit ihm und Jürgen Klopp? Meiner Meinung nach sollte Rudi Völler in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Der hat sehr viel geleistet für Deutschland. Ich glaube, es wird Zeit auf jeden Fall zu gehen, meiner Meinung nach. Obwohl ich den Rudi Völler auch sehr mag. Ich habe ihn auch schon mal selber getroffen.

Er ist ein sehr sympathischer Typ. Okay, also du sagst, das würde vielleicht nicht so ganz gut klappen. Wer sollte die Position denn dann bekleiden, deiner Meinung nach? Ich kann jetzt keinen konkreten Namen nennen, um ehrlich zu sein. Also mir fällt jetzt spontan kein anderer Name ein, aber ich denke, es wird auf jeden Fall Zeit. Ich schließe mich auch dem Herrn Draxler an.

Ich verstehe auch nicht, wie man so einen Vertrag aushandeln kann. Also wie man in der Überstehung von der Gruppenphase quasi als Erfolg verkaufen kann, verstehe ich nicht so ganz. Ja, also, Namen hat er noch nicht. In der Runde wird ja weiter diskutiert. Ein paar Namen, es haben sich ja durchaus auch so ein paar Namen immer mal wieder jetzt verfestigt.

Überraschenderweise auch viele TV-Experten dabei, also Per Mertesacker. Auch Schweini hat gesagt, ich würde mich nicht wehren. Wobei dann kamen noch so ein paar Nachsätze, bei dem glaube ich es eigentlich nicht. Was glaubt ihr denn, wer würde uns gut tun? Wer würde uns gut tun? Wer würde dem DFB gut tun? Welche Personen fallen dir ein, die jetzt die Nationalmannschaft nach vorne bringen, neben dem Bundestrainer?

Also uns Rudi bleibt immer uns Rudi. Jetzt haben wir schon über Generationenwechsel innerhalb der deutschen Nationalmannschaft gesprochen. Und nochmal, alle Verdienste und das größte Lob geht immer an Rudi Völler raus. Das ist ja keine Frage. Ich bin bei Stefan, Jürgen Klopp braucht jetzt keinen, der ihn korrigiert.

Er kennt den Trainer-Manager-Posten aus England, da hat er auch für sich gesprochen, braucht er keinen Sportdirektor, der ab und zu mal ein bisschen was korrigiert. Das schafft er schon ganz gut. Und dann eine Frage zu antworten, warum denn nicht? Es gibt doch, wenn die schon Interesse signalisieren, wie ein Per Mertesacker, der über...

Ich weiß nicht, wie lange war er jetzt im Nachwuchs von Arsenal? Hat er ein Jahrzehnt, glaube ich. Arsenal Nachwuchsschule, glaube ich, sieben Jahre geleitet, hat vorher da schon gearbeitet. Super viel Erfahrung natürlich dann gesammelt bei einem Top-Verein in England. Ist ein Weltmeister von 2014. Der hat total Bock und er würde gerne, das hat er ja auch gesagt, das, was er bekommen hat, wird er gerne zurückzahlen mit dem deutschen Fußball.

Weil ein Mats Hummels, der kann natürlich unbequem sein, weil er geradeaus ist, was ich da gut finde. Du brauchst auch Reibungspunkte und nicht jedem nach dem Schnabel reden, das mag ich. Und wenn Mats auch bereit wäre, da zu helfen in der kompletten Kombination, herzlich willkommen. Also das kann ja nur dann gut werden, wenn sie weiterhin so gerade bleiben, wie sie sich gerade zeigen. Also das sind sicherlich zwei Personalien, die ich total spannend finden würde, auch im Hinblick auf Verzahnung mit den Juniorenauswahlen.

Gehst du da mit? Gehe ich total mit. Und wir sehen ja auch nicht nur, wir auch gefreundet sind, sondern wir brauchen natürlich auch, wenn man sich für Rollen entscheidet oder für Menschen entscheidet, muss man gucken, was haben die zuletzt denn eigentlich gemacht. Und Pär Mertesacker war im Hintergrund, der hat das da richtig vorangetrieben in einem auch großen Club, auch in einem politischen Umfeld, aber allen akzeptiert, gute Arbeit abgeliefert.

International vernetzt. Der weiß, was die Basis, was auch gebraucht wird. Wir brauchen nicht so viel nur nach außen, wir brauchen auch nach innen Arbeit und da sehe ich jetzt bei Per Mertesacker, hätte ich ein ganz gutes Gefühl, weil ich einfach weiß, der kommt aus einem High-End-Job gerade im Nachwuchs.

Wir haben ein Thema Talente bis runter und ja, bei Trainern ist es immer so, dass auch Jürgen Klopp hat jetzt die andere Seite kennengelernt, ja, nämlich als Head-of und merkt auch, Kommunikation ist gar nicht so einfach, ja. Also das bedeutet auch da in seiner Rolle jetzt, wo er, wenn er es dann wird, als Nationaltrainer, braucht er aber auch noch mal ein anderer Konterpart, wo er sich auch was sagen lässt, wo die sich auch reiben können und wo es vielleicht nicht erst passiert, damit man danach einkehrt.

Das erdruh die, aber es darf nie so weit kommen mit diesen ganzen Themen, die passiert sind. Das ist eigentlich die Aufgabe, dass es nicht so weit kommt, dass ich bei meinem Personal weiß, wo die Stärken, aber auch wo die Schwächen liegen. Das heißt, die Arbeit fängt da eigentlich vorher an und in der Konstellation.

Ja, übrigens sehr viel. Was ist eigentlich mit Marcel Jansen? Also, nein. Steht nicht zur Verfügung. Ich vote für PR. Ja, es schwören ja viele Namen rum. Michael Zorc habe ich neulich mal irgendwie gehört, weil Verbindung zu Klopp, Verbindung zu Watzke. Man kann sich, also wie heißt es immer so schön in der Politik, es darf keine Denkverbote geben, Alfred, oder?

Ja, gibt es hoffentlich auch nicht. Also, das ist gerade schon gesagt worden. Müssen wir eine Kommission jetzt einführen? Eine Trainerfindungskommission und andere Dinge? Nein, ich hoffe ja, dass es beim DFB zumindest irgendwann mal eine Idee gibt, die da zum Erfolg zurückführt. Das Wichtigste ist, glaube ich, dass man da strukturell denkt und nicht nur, jetzt kurzfristig wieder an die Nationalmannschaft.

Jugendarbeit muss reformiert werden. Und zwar von ganz unten bis zur Nationalmannschaft. Und da bräuchte es jemanden, der das macht. Und da wäre für mich auch Per Mertesacker sicherlich ein guter Name, der das von seinen Voraussetzungen her schon mitbringt. Und ich glaube auch, dass Jürgen Klopp das ähnlich sieht.

Also jetzt nicht unbedingt bei dem Namen, aber dass diese strukturelle Veränderung hergeführt werden muss, dass es eben nicht nur darum geht, Julian Nagelsmann durch ihn zu ersetzen, sondern eben bestimmte Dinge anzustoßen, die dann nachhaltig uns wieder zum Erfolg führen. Aber zunächst mal müssen die Gespräche geführt werden mit dem DFB und mit RB.

Ich habe einen bestehenden Vertrag mit Red Bull, habe mehrfach gesagt, wie gerne ich diesen Job mache, bin als Mensch so, dass ich normalerweise Verträge super gerne einhalte, aber habe durchaus auch gesagt, dass ich Interesse daran habe, an den Gesprächen habe, weil die müssen natürlich erst geführt werden.

Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil es natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hing. Julian ist ein außergewöhnlicher Trainer. Das wird er in seinem Trainerleben noch ganz oft beweisen dürfen. Und deshalb muss man einfach mal die Gespräche auch in gewisser Weise abwarten.

Das sind die einen Gespräche und die anderen. Mit meinem Arbeitgeber, mit Oliver Minstorf, muss ich natürlich auch reden. Weil ich weiß, dass ihm der deutsche Fußball auch am Herzen liegt und er dementsprechend sehr offen ist für diese Gespräche, aber geführt werden müssen ja trotzdem. Aber ehrlicherweise kann sich ja Oliver Minzlaff und kann sich Red Bull ja eigentlich nicht leisten, sozusagen im Weg zu stehen.

Es wäre ja kommunikativ und auch PR-mäßig ein Desaster, wenn es an irgendeiner Ablösesumme oder wenn man sagt, Tut mir leid, Nationalmannschaft ist uns nicht so wichtig wie Global Head of Soccer oder sowas, oder? Ja, Red Bull ist ja jetzt nicht der beliebteste Konzern im Fußballgeschäft. Aber wenn man jetzt auch noch Jürgen Klopp, den Heilsbringer verhindert, dann, glaube ich, gibt es richtig Rambazamba.

Also für das Dosenimperium eigentlich genau die richtige Situation, Fußball-Deutschland etwas zu schenken, nämlich Jürgen Klopp. Also wir haben jetzt ja am Anfang der Sendung Sie gefragt und die Fußballfans in Deutschland sind bei uns ja immer extrem wichtig. 66 Prozent sagen, jo, das ist das Richtige mit Jürgen Klopp.

Das ist ja schon ein ordentliches Votum. Also da ist viel Unterstützung da, zumindest bei allen, die mitgemacht haben. Und das sind ja immer große Zahlen bei uns. Also es lohnt sich auf jeden Fall, das ernst zu nehmen. 66% Zustimmung bei etwas über 5.000 Menschen, die damit abgestimmt haben. Und jetzt wollen wir noch hören, wie es sich am Dopafon anhört.

Jürgen Klopp, ja oder doch? Eher ein anderer. Klopp wäre die falsche Wahl. Er würde den DFB nur zu seinem DFB machen. Überlegt es euch gut mit Klopp. Ich glaube, dass Klopp die richtige Wahl wäre. Er würde es schaffen, dass Deutschland zu den absoluten Basics zurückkommt. Heißt die Mentalität, die deutschen Tugenden, aber auch der einfache Fußball, sprich hinterlaufen, flanken, Positionen halten.

Und wenn er das schafft, und das traue ich ihm zu, dann kann Deutschland auch wieder die allermeisten Nationen auf dieser Welt schlagen. Für die Top-Nationen brauchst du noch ein bisschen mehr, aber das kriegt er auch hin. Der größte Irrtum wäre zu glauben, Klopp sei einfach überall Klopp. Erfolg ist immer auch das Produkt eines passenden Umfeldes. Aber der DFB ist ein Verband, der sich zwar modern nennt, aber häufig erstaunlich alt denkt.

Ja, wenn nicht Jürgen Klopp, wer sonst? Ja. Ja, interessant. Wobei, du sagst gerade, 66 Prozent sind dafür. Ich wage mal die These aufzustellen, während seiner Zeit in Liverpool, also vor ein paar Jahren noch, wäre die Zahl, wenn da, eine akute Nummer gewesen wäre, da wäre Jürgen Klopp aber auch noch höher, eine viel höhere Prozentszahl als Bundestrainer erwünscht worden.

Ich glaube, es hat sich da auch ein bisschen was verändert, so diese Red Bull-Nummer. Das ist eine große Herausforderung. Das ist eine große Herausforderung. Liegt es an RB oder noch? Ich glaube schon. Viele Fußballfans, die diese Fußballromantik auch in sich getragen haben, und da mussten sie nicht Dortmund-Fan sein oder Liverpool-Fan sein, aber.

Jürgen Klopp stand ja bei seinen Engagements dann da für Powerfußball, für Traditionsvereine mit einer unglaublichen Geschichte. Und dann kommt der Cut, nachdem er aufhörte und sagte, ich muss jetzt mal mit Frau Ulla man ja durch die Welt reisen und um die Welt reisen. Und plötzlich kommt das Engagement bei Red Bull, also einem kompletten Konterpart von den Vereinen Liverpool und Dortmund.

Und bei wirklich großen Fußballfans und intensiven Fußballfans, glaube ich, ist das schon so ein bisschen etwas gebröckelt im Anschein von Jürgen Klopp. Ich glaube auch, da hat sich eine kleine Entfremdung aufgetan, weil er natürlich immer diese Figur für alle Romantiker war. Und dann geht er ausgerend zu dem großen Konzern. Und ich weiß auch, viele Leute haben das gar nicht so lustig gefunden, wie er mit Julian Nagelsmann indirekt umgegangen ist. Das Wörtchen noch ist ja schon besprochen worden.

Bei Magenta gab es ja diese große Werbekampagne. Da hat dann Jürgen Klopp auch schon dieses DFB-Jäckchen angehabt. Es sah aus wie Helmut Schön. Ich habe ihn dann gefragt, ob er jetzt schon Bundestrainer ist. Dann meinte er, nee, nee, die Jacke ist nur schön. Aber solche Dinge nehmen die Fans ja auch wahr und haben ihn bei manchen nicht mehr ganz so zum Helden gemacht wie zuletzt. Wie du sagst, zu Liverpooler Zeiten hätte er 100 Prozent bekommen, hätte noch Bundespräsident obendrauf werden können.

Aber 66 Prozent kann sich immer noch sehen lassen. Und wenn wir schon beim Bundespräsidenten sind, dann ist es nicht mehr weit zum Bundeskanzler. Und da haben wir in unserer Rubrik gleich Anna Dollack. Sauber analysiert. Der Leistungscheck wird Ihnen präsentiert von MEDA. Berufskleidung im Rundum-Service.

Ja, dass sich der DFB gegen Paraguay nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat, da war man sich eigentlich in der ganzen Nation einig. Wobei einer, der war im ersten Schritt ein bisschen anderer Meinung. Wollen wir mal drauf schauen auf den Post von Bundeskanzler Friedrich Merz. Der hat nämlich folgendes geschrieben, auch wenn das Ausscheidenschmerzt, was für ein Spiel, at DFB-Team.

Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch. Da hat der eine oder andere gedacht, hoppla, was hat der denn für eine Partie gesehen? Hat im Nachgang allerdings gesagt, das war so ein bisschen ein Abstimmungsfehler dieser Post. Trotzdem ist das vielleicht so ein bisschen das Spiegelbild der deutschen Gesellschaft, dass man Scheitern nicht unbedingt im ersten Schritt einsehen möchte.

Und das gilt ja für viele Bereiche. Wir bleiben jetzt aber hier beim Sport, beim Fußball und schauen da mal auch verschiedene Meinungen rund um den Kern des Tieffunks. Oli Kahn ist da zum Beispiel folgender Auffassung. Er sagt, wenn drei Trainer mit unterschiedlichen Ansätzen immer am selben Punkt scheitern, dann liegt die Ursache tiefer. Ja, also was ist denn jetzt eben dieser Kern des Scheiterns? Beim DFB ist man weiterhin auf intensiver Suche.

Sauber analysiert. Der Leistungscheck wurde Ihnen präsentiert von MEBA, Berufskleidung im Rundum-Service. Jan, Alfred, wir haben ja vorhin schon mal drüber gesprochen, als Jo Kimmich gesagt hat, wir hätten gern das Volk stolz gemacht, in der Phase, wo wir das brauchen. Jetzt hat der Anna das noch so ein bisschen angedeutet. Scheitern ist kein Thema mehr. Leistungsbereitschaft generell vielleicht nicht mehr so hoch angesehen wie früher.

Darüber wollen wir vielleicht gleich auch noch mal ein bisschen sprechen, denn die Erfolge oder Misserfolge der deutschen Fußball-Nationalmannschaft strahlen immer aufs Land aus. Wir haben es 2006 erlebt, was mit diesem Turnier hier durchs Land ging. Von 54 wollen wir gar nicht reden, das war noch mal eine ganz andere Situation, aber auch extrem wichtig. Das und vieles mehr gleich hier bei uns im Doppelpass, im FireRocks.one-WM-Doppelpass. Und Sie können jetzt noch mal gewinnen, also unbedingt mitmachen, lohnt sich.

Und wir sind gleich zurück, hier in München. Bis gleich! Beim Fire on Stop 1 WM-Doppelpass in München im Airport Hilton sind wir mit Heiko von Hadeln und Band und unserer Runde. Und wir haben gerade aufgehört, da hat uns Anna Dollack nochmal diesen verunglückten Tweet des Bundeskanzlers vorgetragen. Er hat ja dann nochmal einen anderen nachgeschossen.

Es waren Abstimmungsfehler, da waren mehrere vorbereitet und man hat dann den Falschen gesendet. Wie auch immer, aber man könnte den Eindruck haben, man gibt sich in Deutschland mit zu wenig zu früh zufrieden. Vielleicht wir auch. Wir haben nach der EM ja auch gesagt, wenn der Kukurea, den Ball, wenn das dann abgepfiffen wird usw., dann kommen wir ja weiter.

Und wir hätten jetzt ehrlicherweise, ich habe es ja auch die ganze Zeit gesagt, ja, okay, dann kommen wir auf Frankreich. Hätten wir gestern Abend gegen Frankreich verloren. Hätten wir wahrscheinlich auch nicht gesagt, dass das eine Katastrophe war. Die Frage ist nur, sind wir vielleicht in unserem Anspruchsdenken irgendwie, da schon falsch gepolt? Nee, findest du nicht?

Lass erst mal hier ja beantworten, dann komme ich. Dann mache ich das Thema kaputt wieder. Ja, okay, dann lass ich erst. Ja, natürlich. Okay. Na, ich glaube schon, zum einen mal zu dem Handspiel nochmal, was da mit Kokorella war. Es ist ja noch nicht einmal besagt, dass das überhaupt Elfmeter gegeben hätte, weil davor hätte es auch abseits von Füllkrug damals sein können oder ein Handspiel von Füllkrug, was auch immer.

Wir haben uns da in Deutschland darauf festgebissen, haben uns irgendwas eingeredet, dass wir ja eigentlich der gefühlte Europameister wären durch diese Nummer und haben uns damit zufrieden gegeben. Ich habe das Gefühl, dass wir generell auch, wenn ich das sehe, was vom Bundeskanzler kam, glaube ich, dass wir ein Stück weit auch kritikunfähig geworden sind.

Ich habe ein paar Leute jetzt auch gehört in den vergangenen Tagen, die sich hingesetzt haben und sagen, wir müssen aufpassen, wir können jetzt nicht Julian Nagelsmann die ganze Zeit nur kritisieren, wir können jetzt nicht nur die Spieler kritisieren und so weiter. Ja, was sollen wir denn sonst tun? Sollen wir jetzt sagen, dass das ein grandioses Feuerwerk war, was wir da abgeliefert haben? Nee, wir waren die Lachnummer dieser Weltmeisterschaft zumindest mal bis dahin.

Und da glaube ich schon, dass Deutschland ein bisschen wieder dahin kommen muss, dass wir uns mehr an Leistung orientieren, dass wir uns mehr daran orientieren, was Anspruchshaltung angeht und was. Ja, einfach generell wieder, dass wir für etwas stehen. Und ich habe das Gefühl, momentan suchen wir gerne nach Ausreden, also jetzt nicht nur im Fußball so generell gesellschaftlich, aber sind ein Stück weit kritikunfähig geworden.

Und deshalb, wir müssen dahin, dass Deutschland wieder für etwas steht und vor allem auch im Fußball und dass wir sagen, pass auf, wir haben eine gewisse Erwartungshaltung und die müssen wir auch erfüllen. Und wenn wir die nicht erfüllen, dann waren wir einfach schlecht und dann muss es Konsequenzen geben.

Dr. Schweinsteiger hat gesagt, wir sind nur noch Mittelmaß. Ja, ich würde da gerne was zu sagen, weil der Fußball und die Nationalmannschaft, sagt man, ist ja immer ein Spiegelbild auch der Gesellschaft. Und man hat ja auch den Eindruck, dass wir in Deutschland gerade generell nicht so ganz viel gebacken bekommen.

Und deswegen ist dieser Tweet des Bundeskanzlers, auch wenn er den Flagg nicht selbst abgesetzt hat, aber irgendwie passt der gerade 100%. Wie Faust aufs Auge, ja. Das mag eine Kleinigkeit sein, ist aber glaube ich keine. Ich sage, ein Land, das in der Grundschule die Bundesjugendspiele abschafft, mit der Begründung, dass die Schlechteren sich nicht zurückgesetzt fühlen sollen.

Das geht nur um, kriegen alle nur noch eine Teilnahmeurkunde. Ja, aber wir haben früher um Urkunden gekämpft. Aber jetzt sollen die Schlechteren sich nicht zurückgesetzt fühlen. Also schaffen wir die Bundesjugendspiele in den Wettkampf ab. Ein Land, was das tut, wird keine Eliten hervorbringen und wird auch keine Leistung produzieren auf Dauer. Ja.

Ist interessant. Also offensichtlich gibt es hier zumindest vom Publikum da Zustimmung für deine These. Und wir sprechen ja vielleicht gleich doch mal über die Nachwuchsarbeit, was die Franzosen uns voraushaben. Die Franzosen bilden Eliten heraus, die ziehen die zusammen und ganz konzentriert nur Eliten.

Und wir fangen eben an und richten uns eher nach den Schlechteren und nicht nach den Besten. Und das ist, glaube ich, ein Grundproblem in Deutschland. Jetzt bin ich gespannt. Also, ich halte das Ganze für ein schreckliches Journalistenthema. Das ist so feuilleton. Wir müssen das große Bild zeichnen. Wir müssen jetzt schauen, was hat die Mannschaft mit dem Land zu tun? Was hat das Land mit der Mannschaft zu tun?

Die Basketballer sind höchst erfolgreich. Da hätte man ja auch sagen können, das liegt an diesem wunderbaren Land. Nein, jetzt muss man wieder alles schlecht reden. Glaubt Ihnen irgendjemand, dass die Kollegin an Kamera 3 jetzt schlechter arbeitet, weil Deutschland früher ausgeschieden ist? Ich bin jetzt wahrscheinlich gerade im Goldenen Schnitt hier zu sehen, wunderbar, die macht doch jetzt keine schlechtere Arbeit.

Ich bin in Amerika zu jeder Schalte frühmorgens aufgestanden, hätte ich auch sagen können, meine ich nicht, weil Deutschland so ein schlimmes Land ist. Also dieses immer in Verbindung setzen sehe ich ehrlicherweise nicht, weil Leistungsbereitschaft fängt bei jedem Einzelnen an. Und wenn man unbedingt Leistung bringen möchte, was man sollte, dann muss man sich selbst hinterfragen und nicht das große Bild versuchen zu zeichnen, Die Nationalmannschaft ist schlecht, deswegen habe ich auch keinen Bock mehr.

Nein, ich kann dich schon verstehen, nur wir haben jetzt tatsächlich ja beim Fußball, bei unserer Sportart Nummer 1, bei unserem Aushängeschild Nummer 1 seit 10 Jahren keine Erfolge mehr. Wir haben auch, wenn wir uns die Olympischen Spiele anschauen, wir rutschen im Medaillenspiegel weiter zurück. Und man könnte ja schon vielleicht fragen, ob das was passiert.

Wir machen weniger Sport in der Schule. Hannes Wolf, der mit dem Nachwuchskonzept herumgeht, versucht ja auch dafür zu sorgen, dass die Kinder wieder mehr Sport machen. Ganz generell, dass wieder mehr gekickt wird, dass wieder mehr Ballkontakt wird. Also wir haben ja schon ein paar strukturelle Themen.

Kann dich verstehen mit dem Feuilleton, dass man immer gleich sagt, ja, weil der Bundeskanzler so ist, ist der Bundestrainer auch vergleichbar. Da gehe ich etwas mit. Aber so grundsätzlich finde ich den Gedanken, wie wichtig ist uns denn Leistung und wie wichtig ist uns denn Wettkampf? Wie wichtig ist uns Leistungssport?

Ist uns das noch so wichtig wie früher, als wir zum Beispiel auch noch zwei deutsche Starten hatten, als der östliche Teil ja wahnsinnig drauf Wert gelegt hat? Also die Diskussion kann man ja schon auch mal, wenn man so einen großen Bogen schlägt, rund um die Nationalmannschaft mal führen. Ich bin ein großer Freund des Föderalismus. Man hat das auch schon sehr scharfe Kanten.

Da sind wir dann sicherlich auch beim Sport, beim Leistungssport. Das ist auch schon länger her. Das sieht man gar nicht. Vielen Dank. Zu meiner Zeit sind das, was auch ausgefallen ist, als erstes waren auch Sportstudien. Das war schon immer so. Da haben wir natürlich auch noch strukturelle Probleme, warum auch hier und da die Sportstudien ausfallen.

Ich bin ein großer Freund des Föderalismus. Manchmal hat der Föderalismus aber wirklich sehr scharfe Kanten. Und da sind wir dann sicherlich auch beim Sport, beim Leistungssport. Jeder versucht natürlich dann. Seine Prämissen durchzusetzen. Man guckt nicht mehr so auf das große Ganze. Warum müssen sich in Deutschland drei Städte um Olympia bewerben?

Warum kann man das nicht bündeln und sagen, wir stehen alle zu Hamburg oder alle zu München? Nein, weil natürlich Geld im Umfluss ist und jeder möchte dann ein Stück vom Kuchen haben. Also da sind natürlich auch schon strukturelle Probleme einfach da, weil viele einfach auch nicht bereit sind, ihr großes Ego mal zurückzustellen, um allgemein im Leistungssport noch mehr voranzukommen.

Und ich finde, wir sollten uns auch mal hinterfragen, auch den Medienschaffenden. Du hast eben Olympia angesprochen. Ja, die ersten drei Plätze, die scheinen natürlich immer im Licht. Eins, zwei, drei. Aber ich kann mich auch an Olympische Spiele erinnern, wie in Paris. Da gab es Top-Leistungen, die dann mit Platz 5 oder 6 belohnt worden sind. Und die kritisieren wir immer und verteufeln das.

Warum haben wir keine Medaille? Obwohl es Top-Leistungen sind von Athleten und Athletinnen, die sich vier Jahre auf Olympia vorbereiten. Also das möchte ich auch mal in den Mittelpunkt stellen, dass es auch immer noch gute Leistungen sind. Da hast du recht. Aber wenn man es im Fußball in Deutschland in drei Weltmeisterschaften nicht unter die besten 16 schafft, dann ist es zu wenig. Ganz kurz, Georg, du musst dich zusammenreißen. Wir machen nämlich jetzt schnell einen Spot, nicht mal 90 Sekunden und dann sind wir gleich wieder da.

Wir sind schon wieder zurück beim Pirates Club One WM-Doppelpass. Wir haben gerade so einen kleinen Exkurs gehabt. Ganz generell Leistungsbereitschaft, Leistungssport in Deutschland. Vom Fußball kurz zum Olympischen Sport abgedriftet. Aber wir wollen noch mal zurück zu dem, was uns ja ganz generell bedrückt.

Haben wir und warum haben wir nicht mehr so viele Talente, so viele Weltklassespieler wie früher? Und wie können wir das für die Zukunft ändern? Über den Nachwuchs und die Bemühungen beim DFB Norman Soledad. Die Nationalmannschaft am Boden. Weltklasse, das war einmal. Die Mittelklasse zeigt uns inzwischen die Grenzen auf.

Der deutsche Fußball hat seine Krise weiter zementiert. Wir waren Fußball-Deutschland. Um wieder Fußball-Deutschland zu werden, müssen wir richtig jetzt ran an die Nummer. Es muss sich etwas ändern, das steht fest. Und Jürgen Klopp soll diese Dinge verändern. Und am Ende möchte ich Ihnen Flügel verleihen.

Doch mit Flügeln allein wird sich der deutsche Fußball nicht freispielen können. Es braucht dringend neue Spielertypen. Viel zu selten kommen gute junge Talente aus den hiesigen Leistungszentren. In anderen Ländern reifen deutlich mehr junge Leistungsträger heran. Vielleicht ist die Nachwuchsförderung bei uns zu verkopft. Zu viel Taktikschulung, zu wenig Zweikampfhärte oder zu viel Nagelsmann, zu wenig Maggat.

Die Mischung macht's wahrscheinlich. Das neue DFB-Jugendkonzept von Hannes Wolf wird in ein paar Jahren womöglich gute Techniker hervorbringen, die den Ball wollen und mit ihm umgehen können. Aber können sie auch Widerstände brechen, Krisen meistern und Zweikämpfe führen? Eine einfache Regel ist, du musst die Zweikämpfe suchen.

Du musst sie finden und dann musst du sie führen, mit aller Intensität. Klopp wird das künftig einfordern. Vom Nachwuchs und von der jetzigen Spielergeneration. Aber wann trägt das Früchte? Wir fragen, wie schnell kann Jürgen Klopp den deutschen Fußball aus der Krise führen? Das ist ja auch ganz generell eine Frage für Jürgen Klopp als Trainer.

Wie viel kann er da erreichen? Wie schnell kann er mit seiner deutschen Nationalmannschaft, wenn er denn, wir gehen ja alle davon aus, wenn er denn der Neue wird, wenn er dann die Mannschaft führt, kann er da Erfolge herbeiführen? Oder müsste sein Verdienst, seine Legacy, wie man heute sagt, dann irgendwann sein, dass wir in 10, in 14 Jahren sagen, sagen, ja zum Glück hat Klopp die Aufbauarbeit geleistet und davon profitieren wir jetzt.

Was würdest du denn sagen, Marcel, als Insider, der selber als Spieler diese Systeme durchlaufen hat, dann als, Was fehlt uns ganz grundsätzlich in der Nachwuchsarbeit, um wieder eine breitere Basis an Klasse-Spielern hervorzubringen? Steine kommen da ins Rollen. Da hat Hannes Wolf nicht unrecht. Die Intensität, das hat er ja genauso gesagt, ist viel zu gering in der Jugend.

Es gibt viel zu wenig Zweikämpfe. Deshalb auch die Veränderung anpassender Spielform. Weil wir viel mehr wie im Straßenfußball offensive Zweikämpfe, viele Zweikämpfe. NLZ haben viel zu lange in Schablonen gedacht. Sie waren technisch gut ausgebildet, taktisch. Aber man sieht es auch in der Fußball-Bundesliga.

Das Defensivverhalten, wie ich verteidige, das ist schon echt schlecht geworden. Da waren wir mal ganz woanders auch. Und genau diese Intensität und auch dieser Straßenfußball zu übertragen, das geht nur durch Wiederholung, das geht durch intrinsische Motivation. Das geht um ein Umfeld, was es fördert. Und wenn wir eben Leistung muss auch zugelassen werden.

Das heißt, du bekommst auch mal Charaktere, die dann ein bisschen auch anstrengender sind als Kinder und Jugendliche, weil sie vielleicht nicht mit ihren Emotionen mitgewinnen und verlieren, weil sie unbedingt gewinnen wollen. Und die werden dann schnell, ja, subventioniert. Als Problem aussortiert. Als Problem aussortiert.

Aber da steckt ja halt ein Ehrgeiz. Und ich kenne es auch bei mir noch aus der Jugend, da schießt es mal drüber. Und das zu formen, zu lenken und auch zu wollen und einzufangen und auch zu führen, daran liegt die Lösung. Und da muss aber eben auch, und das ist gut, da musst du halt oben mal anfangen.

Thema Intensität. Ja, als Deutschland darf ich schon auch in der Gruppenphase mal beim Gegner richtig hoch anlaufen und darf mal zeigen, dass ich im Anlaufen und in der Intensität direkt hier gut ins Spiel kommen will. Und da, glaube ich, kann Jürgen Klopp definitiv helfen, ja. Alfred, du hast diese Woche einen Text geschrieben.

Wo du auch ein bisschen Bezug nimmst auf das französische System. Du hast es gerade auch schon angesprochen. Ich habe mich selbst auch noch mal wirklich damit beschäftigt. Wie machen die das? Du hast alleine in dem Text gesagt, alleine 99 Spieler spielen bei dieser Weltmeisterschaft, die in Frankreich geboren und ausgebildet wurden.

Die spielen dann für Senegal, Kongo, was weiß ich. Aber allein schon diese Zahl ist beeindruckend. Und der große Unterschied zu unserem System ist ja, dort wird die Elitenausbildung im Jugendfußball zwischen 13 und 15 Jahren findet in diesen Fußballschulen statt. Die haben zehn Zentren. Das bekannteste ist Claire Fontaine in Paris. In jedem Jahrgang werden 25 Spieler.

In die jeweiligen Zentren verpflichtet. Also man schaut sich an, wer sind die größten Talente. Es sind also 250 Spieler pro Jahrgang. Und dann werden die drei Jahre ausgebildet. Und zwar von Montag bis Donnerstag. Die sind nur Freitag, Samstag, Sonntag zum Spielen wieder in ihrem Heimatverein. Und sonst macht das der Verband.

Und jetzt bringen die offensichtlich mit, diese Art und Weise, das zu machen. Weltklassespieler noch und nöcher raus. Also auch bei dieser WM war es ja so, wenn man guckt, wen hat Deschamps nicht mitgenommen, da denkst du ja auch, das ist ja Wahnsinn, was da noch für eine Qualität ist. Also müssen wir wirklich noch Grund legen daran und sagen, ist unser System mit diesen 50 NLZ, die bei den Vereinen angegliedert sind, vielleicht ist das überhaupt der erfolgversprechende Weg?

Also wir reden ja alle vier Jahre immer das Gleiche, immer wenn wir scheitern, reden wir über die Nachwuchsarbeit, aber es hat sich nie was geändert. Dieses Konzept schon von Hannes Wolf und Anders, das ist tatsächlich schon gut. Aber wir haben weiterhin die Verantwortung bei den Nachwuchsleistungszentren in den Clubs. Da hat man das Gefühl, jeder Trainer trainiert irgendwas anderes.

Es gibt keine klaren Anordnungen, wo wollen wir eigentlich hin? Und die Franzosen haben das halt gebündelt, weil der Verband sich da zuständig fühlt. Der Verband hat Claire Fontaine geschaffen 1988. Seitdem hat Frankreich die Erfolge. Das fasert nicht auseinander, sondern sie werden konzentriert. Mit einem klaren Bekenntnis zur Elite werden die dort ausgebildet.

Und wir, da hat sich der DFB halt gedrückt, wir machen das, die Klubs machen das schon. Und wenn Jürgen Klopp Verantwortung für den deutschen Fußball hat, Dann ändert er das, obwohl er vielleicht davon nichts haben wird, sondern eher sein Nachfolger und der nächste Nachfolger. Aber der deutsche Nachwuchsfußball muss dringend reformiert und muss vor allen Dingen zentriert werden.

Ich weiß nur nicht, wer es beim DFB machen soll. Da ist bei mir jetzt die Hoffnung, dass Jürgen Klopp wenigstens da ein Bewusstsein schafft, dass da was geändert wird. Marcel hat ein richtiges Stichwort gesagt, Schablonen. Ich war gestern bei mir zu Hause auf dem Dorffest, habe einen alten Freund kennengelernt wieder.

Ich hätte einen Freund kennengelernt. Das ist wiedererkannt. Du hattest ihn zwischenzeitlich vergessen. Ich war ja so lange in Amerika. Man muss der Bevölkerung ja mal den Puls messen. Und. Der macht Jugendsichtungen. Und er hat mir erzählt, 2 Stunden 36 Grad. Und nach seiner Station kam ein junger Spieler, 12, 13. Er hat jedes Tor gemacht, aus jeder Position.

Egal wo, abgezogen, Ball drin. Beim Stoppen hatte er ein bisschen Probleme, aber er hat jedes Tor getroffen. Hat es aber nicht weiter geschafft. Also von meinem Spätzl hat er die beste Punktzahl bekommen, aber bei den anderen ist er durchgefallen, weil die gesagt haben, ja, sowas wollen wir ja nicht.

Ja, der schießt zwei Tore, alles schön und gut, aber wir haben ja gewisse Vorgaben, die sollten wir schon einhalten. Also dieses Schablonendenken, das ist bei uns schon größer als woanders. Was glaubst du, wie groß ist die Reformbereitschaft im DFB, was diese ganzen Themen angeht? Also das wäre ja ein Paradigmenwechsel komplett. Also 180 Grad würden wir anders arbeiten, wenn es plötzlich zentral funktionieren sollte. Wir haben den Föderalismus, auch im DFB haben wir den Föderalismus.

Aber trotzdem, glaube ich, wird die Erkenntnis immer unverrückbarer, wir müssen ran. Also sagt ja Jürgen Klopp auch, wir müssen ran. Es ist nicht nur der Wechsel von Nagelsmann zu Klopp, sondern wir müssen wirklich was verändern. Ja, ich glaube, dass man zuerst ans Personal ran muss und dann schaut, welche Personen eignen sich dafür, um...

Einen Transformationsprozess oder wie man auch immer es beschreiben möchte, um den durchführen zu können. Und deshalb bin ich ja der Meinung, wenn man jetzt einmal feucht durchwischt, dann mit einem großen Schrupper, damit man einfach mal wirklich von oben anfängt, die richtigen Leute installiert, die bereit sind, für Änderungen, die sagen, ja, wir wollen anpacken, weil wenn ich jetzt die falschen Leute installiere, dann brauchen wir ja gar nicht über Konzepte oder Inhalte reden, sondern wenn, dann muss ich die richtigen Leute, die von vornherein sagen oder sich committen für das Ganze, zu sagen, wir sind bereit, jetzt hier was zu ändern, dann sage ich, dann sind es die richtigen Leute.

Weil wenn wir jetzt wieder nur halb gar an das Ganze rangehen, ja, dann sitzen wir in wahrscheinlich spätestens in zwei Jahren wieder hier und sagen, ja, was machen wir jetzt mit der Jugend? Können wir ein bisschen was ändern oder können wir nichts ändern? Ich glaube, es liegt an Personen und deshalb ist ganz entscheidend, welche Personalauswahl jetzt getroffen wird, von ganz oben bis ganz unten.

Trotzdem haben wir, Marco, ja, die U-Trainer teilweise hervorragende Arbeit machen, teilweise, Wir sind U-17 Weltmeister geworden, das ist noch gar nicht so lang her. Gestern hat die U-19 verloren gegen Spanien 0 zu 4, ist aber trotzdem im Halbfinale bei der Europameisterschaft. Die U-Trainer haben die Spieler ja nur relativ kurz, also einen beschränkten Zeitraum des Jahres.

Also anders als in Frankreich. Die U-Trainer haben die Spieler ja nur relativ kurz, also einen beschränkten Zeitraum des Jahres. Heißt. Wenn ich das jetzt besser baue, ändert sich ja nicht zwangsläufig, was die Ausbildung der Spieler angeht. Da müsste man ja dann die Vereine, damit die Liga, die DFL, die jetzt Bundesliga heißt, mit reinnehmen.

Ja, also interessant, als Georg gerade so anfing, und es hängt an Personen. Irgendwie kommt mir auch so ein Satz sehr bekannt vor, gerade aus dem politischen Leben, wie oft ich da jetzt schon gehört habe, ja wir wissen ja, was wir machen müssen. Das wissen wir ja. Ja, der Reformbedarf ist bekannt. Aber dieser schwere Tanker ist halt sehr unbeweglich geworden.

Und wir sind dann nicht mal in der Lage, Reformen wirklich mal durchzuziehen, weil wir auch da an vielen Stellen Egos haben, die sehr an ihrem Job hängen, die ja nichts aufgeben wollen. Das ist ja im Sport genauso. Ich habe es ja eben gesagt, im Fußball ist es ja genauso. Also wenn wir ja Veränderungen wollen, weil wir das ja wissen, an vielen Stellen, wir müssen was verändern, weil es vielleicht in Frankreich besser gemacht wird, in Norwegen, in Spanien oder in Südamerika.

In Portugal, kleines Land, in Kroatien. In Telerant hinaus zu schauen. Wenn ihr das doch alles wisst, ja dann macht es, dann schiebt eure Egos an die Seite und fangt an zu arbeiten und dann fangt an zu verändern und kommuniziert es. Und ich glaube, dann tragen auch viele das einfach mit, weil du musst mutig sein, wenn du was verändern willst.

Also mach es und erzähl nicht immer drüber. Das ist dann schon schwierig. Aber wie soll der Verband eine solch umfassende Jugendreform hinkriegen, wenn er es nicht mehr schafft, eine Viertliga-Reform zu kriegen, dass jeder Meister aufsteigt? Ja, absolut. Ich glaube nur, dass die Fußballfans in Deutschland mitgehen würden.

Wenn man wüsste, okay, jetzt gibt es eine grundlegende Veränderung. Das heißt vielleicht, wir spielen jetzt erstmal bei den nächsten Turnieren nicht um Titel mit. Aber wir haben einen Weg, der uns vorgezeichnet wird, der erfolgversprechend ist, glaube ich, würden die meisten mitgehen. Aber ganz kurz, warum sollen wir dann nicht auch um Titel mitspielen?

Also ich finde doch, eine Veränderung heißt doch nicht zwangsläufig. Wir müssen jetzt mal 20 Jahre warten, bis wir erfolgreich sind. Sondern es kann doch daraus auch eine Energie entstehen und alle haben Bock mitzuziehen. Wir haben bei den Nationalmannschaften auch nicht immer die Besten gehabt, sondern wir haben häufig einfach eine richtig gute, funktionierende Mannschaft gehabt.

Die sich einfach so aufgeladen hat, positiv, dass sie weit gekommen ist im Turnier. Also Veränderung heißt doch nicht Stillstand oder Rückwärtsgang oder alles ist, so quälend. Nein, es bedeutet auch Energie und erstens doch mutig sein, das zu machen. Der Appell. Wird hoffentlich... WM-Doppelpass. Ein Thema wollen wir noch kurz besprechen. Lothar Matthäus hat, gesagt, ja Mensch, 94, da haben wir Dokus gesehen.

Er war ja selbst dabei, 94, bei der WM in den USA. Und die Situation sei jetzt nicht viel anders gewesen mit Frauen im Camp und ähnlichem. Wir haben nochmal einen Ausschnitt aus dieser ARD-Doku von 94, wo Mario Basler das auch sehr deutlich bestätigt. Gomorra. In dieser Mannschaft, in diesem Hotel, es haben viele gemacht, was sie wollten. Aber Berti Vogts hat eben irgendwas immer wieder geduldet und dadurch hat er die Kontrolle verloren.

Und das war vielleicht ein großes Problem, weil das bekommst du als Mannschaft mit. Daran schließt sich meine Frage an Stefan Kumberger, der dabei war, ein bisschen zumindest als Begleiter. natürlich nicht. Ich durfte nicht ins Teamhotel. Nein, das ist schon richtig, aber du warst an der Wake Forest Universität, hast teilweise bei den Trainingseinheiten, zumindest solange sie offen waren, zugeschaut, die Pressekonferenzen miterlebt und viel gehört.

War das tatsächlich ein Thema, ein großes Thema, so wie Lothar das sagt, es ging oft darum, welche Freundin, welche Lebensgefährtin darf, wohin mit, in welchem Flieger und anderes und es war ja nach jedem Spiel, gab es ja einen Familientag. Ja, also der Unterschied ist, 1994 haben die Spieler gemacht, was sie wollten.

Jetzt war es so, dass diese Familientage ja auch von oben gewünscht waren und auch vom Bundestrainer mitgelebt wurden. Selbst seine Familie dabei. Genau, selbst die Familie dabei. Es sind halt so Sachen, die fliegen dir immer dann um die Ohren, wenn es sportlich nicht läuft. Also das hatten wir jetzt schon öfter, diese Familientage. Die gab es auch während der Europameisterschaft.

Was aber natürlich schon passiert ist. Meine Familie ist noch nicht da. Wieso ist die Familie jetzt schon da? Also die unterschiedlichen Reisepläne unter den Spielern und deren Familien. Das wird natürlich thematisiert und alle glücklich kriegt man auch nicht. Ist das ein Thema oder nur ein Thema im Misserfolg? Also müsste man auch das wirklich mal überdenken?

Warum macht man da so eine Familienreise draus, in Anführungszeichen? Ja, ist ja wie mit dem Friseur, der dann immer mal vorbeikommt. Ja, das ist, müssen wir ein bisschen aufpassen. Es gibt da nicht schwarz und weiß trotzdem. Und das können vielleicht die, die vor Ort waren, ein bisschen empfinden. Bei uns gab es das auch.

Aber es war für alle gleich. Es wurde alles top organisiert und zwar gezielt. Weil eins darf nicht zu kurz kommen. Familie ist extrem wichtig. Erst recht, wenn man eben in so einem Druck ist bei so einem Turnier. Man will was erreichen. Aber was natürlich sich auch entwickeln muss, ist natürlich die Mannschaft untereinander.

Und wenn natürlich viel die Familie da ist, macht man als Mannschaft weniger. Zumal ja alle nicht im gleichen Klub spielen. Sollte ja auch so ein Turnier genau dafür so ein bisschen. Und das hatten wir. Also ich durfte halt wirklich eine gute Zeit mitmachen oder Zeitspanne von 2,5 bis 2,14. Wir haben auch viel als Mannschaft gemacht, wo wir unter uns waren.

Und das war schon extrem wichtig, dass du das lebst, gerade bei so einem kurzen Abschnitt. Und da muss die Balance stimmen. Und wenn es so ist, dass es zu viel von dem anderen gab, dann fehlt etwas, wie finden sich die Spieler, wie unterhalten die sich mal über das Spiel, sag mal mit der Taktik auch selber.

Also wir haben uns da schon, hatten eine gute Mischung aus jungen Spielern, erfahrenen Spielern, aber haben auch viel gemeinsam gemacht. Und wenn das zu kurz kommt, ist es nicht gut, dann hast du viel Ablenkung halt natürlich auch. Und sollte das, Alfred, an Erfolg und an... Siege geknüpft sein, also dass man sozusagen sagt, komm, wenn wir das Achtelfinale erreichen, dann kommen die Familien vorbei.

Oder ist das eine Diskussion? Nein, nein, nicht an Erfolg. Es muss nur, was Marcel sagt, richtig, es muss von vornherein klare Verhältnisse sein. Wann kommen sie und wie? Aber die Praxis sieht dann ja auch, das war 1994 auch schon so, die sieht ja so aus, ruft die Frau an, mein Taxi ist nicht gekommen und kümmere dich mal und so weiter. Und das bringt ja die Unruhe.

Also in Malente gab es zum Beispiel keine Familientage. Da wollten die, glaube ich, auch nicht unbedingt hin. Nein, da wollten die auch nicht hin. Ins enge Bettchen da zu schlüpfen. Anna. Perfekte Vorbereitung, präsentiert von Volt. Ja, und wir legen den Fokus jetzt auf den letzten Deutschen im Turnier ein. Einen gibt es ja noch.

Thomas Tuchel, der trifft mit seinen Engländern heute Nacht um zwei im Achtelfinale auf die Mexikaner. Und dass die Engländer überhaupt so weit gekommen sind, da können sie sich wieder einmal bei Harry Kane bedanken. Mit einem Doppelpack hat er sie gerettet, hat das Spiel gedreht gegen die Dominikanische Republik.

Steht jetzt bei 13 Toren bei 3 Weltmeisterschaften. Und mit einem Augenzwinkern ist der ja auch sozusagen halber Deutscher als bester Torschütze der Bundesliga. Ja, und Thomas Tuchel, der weiß natürlich auch, dass er auf Harry Kane immer zählen kann. Allerdings ist der jetzt gar nicht mal so gut gelaunt, der Trainer vor dieser Partie, denn der sieht Mexiko mal definitiv im klaren Heimvorteil.

Das Aztekenstadion, das liegt tatsächlich auf 2200 Metern Höhe. Also das wird eine richtig fette Umstellung für die Engländer. Denn die Mexikaner haben auch drei ihrer vier WM-Spiele in ihrer Hauptstadt spielen können. Und außerdem haben die bisher jede Partie gewonnen und das ohne Gegentor. Und mit solchen Fans im Rücken wird das für die Engländer eine richtig harte Aufgabe. Vielen Dank.

Die perfekte Vorbereitung wurde präsentiert von Volt. Vielen Dank, Anna. Wir wollen vorausschauen auf dieses Spiel der Engländer in Mexiko. Dein Kollege Mani Sedlbauer musste ihn zurücklassen. Du musstest ihn zurücklassen. Er ist früh aufgestanden in Mexiko. Oberlippenbart hat er sich wachsen lassen.

Wir begrüßen nach Mexiko. Manni Sedlbauer, das ist der Applaus aus München. Schöner guten Morgen nach München. Wie viel Uhr ist es denn bei dir? Ich habe jetzt, es sind, glaube ich, acht Stunden oder so, oder? Zurück? Genauso in acht Stunden. Es ist jetzt 5.23 Uhr in Mexico City. Du siehst erstaunlich frisch aus.

Wie ist es denn mit der Höhenluft? Macht die dir zu schaffen? Genauso wie den englischen Spielern von Thomas Tuchel. Ganz im Ernst, wie ist dein Blick nach vorne auf dieses große Duell und den letzten deutschen Trainer im Turnier? An sich muss man sagen, ist England natürlich immer noch der klare Favorit.

Ich denke, jeder mexikanische Spieler, der da heute Abend in der Startwelt stehen wird, der wird es nicht mal schaffen in den Kader von England. Und trotzdem ist Mexiko so ein Stück weit so ein kleiner Favorit. Erstmal dieses Aztegen-Stadion, wir haben es gerade gehört, 2200 Meter Höhe im Vergleich. In England ist der höchste Berg, liegt ungefähr so auf 1000 Metern, knapp 1000 Meter. Da ist die Luft schon ganz schön dünn.

Da wurde auch im Vorfeld viel gearbeitet. In Unterdruck kam man mit speziellen Sauerstoffmasken bei den Engländern, um sich da irgendwie vorzubereiten. Aber Thomas Tuchel hat schon gesagt, so richtig kann man das eigentlich nicht simulieren. Also das wird schon eine sehr harte Aufgabe für die Engländer und die Fans der Mexikaner.

Sowas habe ich wirklich noch nie erlebt. Am Abend davor, ich war so bis Mitternacht bis 1 Uhr Ortszeit unterwegs und was die für eine Energie haben. Da gab es schon am Vorabend Autochor so Fangesänge. Also die sind komplett durchgedreht. Und wenn ich mir jetzt vorstelle, da sind etwa 80.000 Menschen in diesem Aztekenstadion, in diesem legendären Stadion. Die meisten in grün, weiß und rot. Dann kann man sich vorstellen, was da auf die Three Lions zukommt.

Und für Thomas Tuchel ist das natürlich ein Stück weit ein Schicksalsspiel. Nun hast du ja auch dieses Schicksal geteilt. Das ist eigentlich ein schönes Schicksal der WM-Journalisten, viel durch die Gegend fliegen zu können. Du hast, glaube ich, auch alle drei Länder jetzt besucht. Erlebst du in Mexiko noch eine andere WM-Stimmung als zum Beispiel in US-amerikanischen Großstädten?

Ja, zu 100 Prozent. Also das geht schon los am Flughafen, wenn man einfliegt nach Mexiko. Ja, da stehen die Menschen an den Flughäfen vor den Fernsehern, gucken sich jedes Spiel an. Da läuft nicht Baseball oder American Football, wie das in den USA oft der Fall war. Dann kommt man in die Stadt, man sieht Leute in Trikotsumlauf und was, wie gesagt, da gestern Nacht los war.

Sowas habe ich noch nie erlebt und das zeigt, die Mexikaner sind wirklich das Land von den Seiten, was da wirklich ganz vorne mit dabei ist und die Mexikaner sind richtig heiß auf diese Partie heute Abend und dann, hoffen sie natürlich auch auf ein Weiterkommen ihrer Mannschaft und ja, die Energie hier ist wirklich Wahnsinn.

Wenn du mit englischen Journalisten sprichst, mit Kollegen sprichst, wie groß ist der Druck auf Thomas Tuchel, wenn er heute verliert, ist er wahrscheinlich auch weg, oder? Ja, also wenn man sich mit denen unterhält, dann sind sie tatsächlich ganz klar dieser Meinung. Thomas Zuchler hat von Anfang an ja einen schweren Stand in England.

Der ist sowas wie Nobody's Darling. Er kann es irgendwie niemandem so richtig recht machen. Auch seine Kader-Nominierung hat ja für enorm viel Kritik gesorgt. Und ja, es war nicht nur ein Traum der Engländer oder es ist nicht nur ein Traum, diesen Titel nach Hause zu holen, sondern es war schon so ein Stück weit Anspruchshaltung, nicht nur der englischen Journalisten, sondern auch der Bevölkerung.

Und wenn man jetzt natürlich gegen Mexiko im Achtelfinale rausfliegen sollte, dann dürfte es auch für Thomas Tuchel sehr, sehr schwer werden, weiterhin der Trainer, der Nationaltrainer von den Three Lions zu bleiben. Manfred Zillbauer, vielen, vielen Dank für den Moment. Ich hätte ja gesagt, leg dich nochmal hin vor dem Spiel. Aber du bist ja gleich bei WM aktuell wieder am Start. Folgt direkt nach unserer Sendung.

Also noch ein Espresso schnell ziehen und dann weiter geht's im Text. Liebe Grüße nach Mexico City und viel Spaß dann auch beim großen Spiel im Aztekenstadion. Und wir machen einen Spot, 15 Sekunden sind wir wieder da. Stoppen Sie mit zu Hause. Bis gleich. Was kommentierst du das eigentlich? England? Nee, ich kommentiere das spürt am Brasilien gegen Norwegen. Ist auch nicht so verkehrt.

Ich trau den Norweger dann was zu. Wann ist das? Wie viel Uhr? 22 Uhr Anstoß. Das geht ja noch. Das geht. Es ist mittags. Also vom Biorhythmus her tatsächlich, das ist wirklich mittags. Und England, glaubst du, die schaffen das? Mexiko ist nicht einfach, ne? Nee, ist nicht einfach. Und Sie haben ja auch schon im Spiel vorher gesehen, wo die Probleme liegen. Also ich bin auch gespannt, ob sie es als Mannschaft ziehen. Ich glaube es nicht. Ich glaube die Mexikaner. Das Stadion hat natürlich eine Wucht. Das ist unfassbar. Ja.

Also wer halt schon mal da war. Die Höhe, es ist das Klima, es sind diese Fans. Es ist schon beeindruckend. Was ich, sonst könnten wir auch noch stundenlang drüber reden, dass sich da Besitzer, es gibt ja Besitzer von Logen da in diesem Stadion, die sich sogar gegen die FIFA durchgesetzt haben, durften ihre Logen behalten.

Aber die FIFA wollte dann sehr viel Geld für das Essen und Trinken, haben sie danken und nein gesagt, aber das sind 14.000 Leute. Die in ihrem Eigentum sozusagen heute im Aztekenstadion sitzen. So, jetzt kommen wir zu den Spenden. Ich hoffe, dass unser Publikum sehr großzügig war, Anna. Was hast du denn eingesammelt? Da ist tatsächlich heute einiges zusammengekommen.

Wir fliegen einfach mal ganz schnell drüber und sagen ein fettes Dankeschön an Prellos Erbach-Taunus. Diana und Raimund Adresek aus Ostbildern, den SG Freisinger Jugendtrainer des TSV Gammating, den Kartclub St. Leon Konstantin Grüß.

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