Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 248

In Touch – Hilti Art Foundation mit Dr. Karin Schick

Freitag, 20. Juni 2025 · 57 min

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Shownotes

In Touch – Begegnungen in der Sammlung der Hilti Art Foundation mit Dr. Karin Schick

Was bedeutet es, in Verbindung zu sein?Mit Kunst. Mit Geschichte. Mit uns selbst – und miteinander.

Die Ausstellung In Touch. Begegnungen in der Sammlung in der Hilti Art Foundation in Vaduz setzt genau hier an. Sie erzählt keine lineare Kunstgeschichte. Sie stellt Werke nebeneinander – und lässt die Unterschiede sichtbar bleiben. Nicht als Bruch. Eher als Einladung, genauer hinzuschauen.

Diese Podcastfolge ist vor Ort in Liechtenstein entstanden. Im Gespräch mit Dr. Karin Schick, Direktorin der Hilti Art Foundation, geht es um das Kuratieren als Haltung: um Nähe, Reibung und Resonanz. Um Entscheidungen, die nicht laut wirken – und dennoch den Blick verändern können.

In Touch entfaltet sich in drei Kapiteln: Connected, Same Same But Different und Across Time. Über hundert Jahre künstlerischer Arbeit treten in Beziehung – in Konstellationen, die nicht auf Eindeutigkeit zielen. Kandinsky trifft auf Sophie Taeuber-Arp, Corinth auf Graubner. Und plötzlich wirkt ein Werk nicht mehr wie ein einzelner Solitär, sondern wie Teil eines Gesprächs, das weitergeht.

Hilti Art Foundation

Im Zentrum steht eine Sammlung, die sich nicht als abgeschlossenes Archiv versteht, sondern als lebendiger Raum. Dr. Karin Schick spricht über Verantwortung, Sichtbarkeit und die Frage, wie man mit einem Kanon umgeht, der sich historisch oft sehr einseitig gebildet hat.

Dabei wird deutlich: Eine Ausstellung wie In Touch ist auch eine Entscheidung darüber, wie Kunstgeschichte heute erzählt werden kann, in einer Zeit, in der Fragen nach Zugehörigkeit, Differenz und kultureller Erinnerung längst über den Kunstbetrieb hinausreichen.

Dr. Karin Schick

Dr. Karin Schick ist Direktorin der Hilti Art Foundation. Sie studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik in Tübingen und war als DAAD-Stipendiatin in Boston. Berufliche Stationen führten sie unter anderem an das Kunstmuseum Stuttgart, das Kirchner Museum Davos sowie an die Hamburger Kunsthalle, wo sie von 2012 bis 2023 die Abteilung Klassische Moderne leitete.

Dr. Karin Schick realisierte zahlreiche Ausstellungen, Publikationen und interdisziplinäre Forschungsprojekte zur Klassischen Moderne – unter anderem zu Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Sophie Taeuber-Arp, Emil Nolde oder Andy Warhol.

Connected

Das erste Kapitel, Connected, setzt auf Verbindungen. Nicht als Harmonie. Eher als fein gespannte Linie zwischen Werken, Zeiten und Haltungen.

Es geht um das Gefühl, dass Kunst nicht isoliert existiert. Dass sie auf Vorbilder reagiert, auf gesellschaftliche Umbrüche, auf neue Bildsprachen. Und dass auch eine Sammlung eine Form von Netzwerk sein kann: sichtbar gemacht durch Nachbarschaften im Raum.

Same Same But Different

Im zweiten Kapitel, Same Same But Different, zeigt sich besonders deutlich, wie kuratorische Entscheidungen wirken können.

Ein Moment aus dem Gespräch bleibt hängen: Picasso hängt neben Verena Loewensberg. Für viele ist Picasso ein Name, der sofort „Moderne“ signalisiert. Loewensberg hingegen ist außerhalb der Schweiz deutlich weniger bekannt – und genau diese Konstellation wird zum Statement.

Dr. Karin Schick beschreibt diese Hängung als Spiel mit dem kunsthistorischen Kanon: Wer wird sofort erkannt? Wer muss erst entdeckt werden? Und was passiert, wenn Bekanntes und Übersehenes denselben Raum teilen?

Diese Passage macht die Folge besonders stark: weil sie nicht theoretisch bleibt, sondern konkret zeigt, wie Sichtbarkeit entsteht – oder ausbleibt.

Across Time

Das dritte Kapitel, Across Time, führt durch Zeitlinien, die nicht streng chronologisch sind. Eher wie Spuren, die sich kreuzen: Formen, die wieder auftauchen. Gesten, die sich verschieben. Gedanken, die nachwirken.

Hier wird deutlich, wie sehr sich Kunst über Jahrzehnte hinweg gegenseitig berührt – auch ohne direkte Verbindung. Namen wie Mondrian, Paul Klee, Max Ernst oder Max Beckmann tauchen im Gespräch auf, ebenso Hinweise auf Expressionismus und die Brüche des 20. Jahrhunderts.

Zur Folge

Gast: Dr. Karin Schick, Direktorin Hilti Art FoundationOrt: Hilti Art Foundation, Vaduz, LiechtensteinAusstellung: In Touch. Begegnungen in der SammlungLaufzeit: 16. Mai 2025 bis 12. April 2026

Themen dieser Folge

Sammlung und Verantwortung · Connected / Same Same But Different / Across Time · Sichtbarkeit und Kanon · Kuratorische Entscheidungen · Künstlerische Netzwerke · Moderne und 20. Jahrhundert · Resonanz, Nähe, Reibung · Kunstgeschichte als Gegenwartsfrage

Weiterhören – Klassische Moderne, Expressionismus und Sammlung

Wer dieses Gespräch über Ausstellung, Sammlung und kuratorische Entscheidungen weiterdenken möchte, findet in diesen Folgen Anschluss – mit einem Schwerpunkt auf Klassischer Moderne und Expressionismus:

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Kunstmuseum Basel (dieleichtigkeitderkunst.de/kunstmuseum-basel)– Die Sammlung Curt Glaser und die Ausstellung Zerrissene Moderne mit Dr. Anita Haldemann

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Mit anderen Augen (dieleichtigkeitderkunst.de/mit-anderen-augen) – Franz Marc Museum mit Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy und Jessica Keilholz-Busch

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Rendez-vous mit Kapoor (dieleichtigkeitderkunst.de/rendez-vous-mit-kap…)– Pinakothek der Moderne mit Dr. Oliver Kase

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Expressionismus und Arbeiten auf Papier (dieleichtigkeitderkunst.de/papierarbeiten-muni…) – Munich HIGHLIGHTS Podcast mit Thole Rotermund und Oliver Jahn

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Eine Frage der Herkunft (dieleichtigkeitderkunst.de/dldk-001)– LWL-Museum für Kunst und Kultur zum Thema Provenienzforschung mit Eline van Dijk

Links & Credits

Hilti Art Foundation (hiltiartfoundation.li)
Ausstellung: In Touch. Begegnungen in der Sammlung (haf.li/aktuelle-ausstellung)

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„Die Leichtigkeit der Kunst“ ist kostenlos verfügbar auf allen Plattformen:

Website (dieleichtigkeitderkunst.de) · Spotify (open.spotify.com/show/3bu58aRrqvrA0Q4b2ibZF5?s…) · Apple Podcasts (podcasts.apple.com/de/podcast/die-leichtigkeit…) · YouTube (youtube.com/@dieleichtigkeitderkunst)

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Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.

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Music. Und herzlich willkommen zu meinem Podcast die Leichtigkeit der Kunst, Mein Name ist Claudia Linzel und ich freue mich sehr, euch heute aus Lichtenstein begrüßen zu dürfen, Was bedeutet es in Verbindung zu sein mit Kunst, mit Geschichte, mit uns selbst und miteinander. Was trennt uns und was bringt uns einander näher, Wie fühlt es sich an, wenn Unterschiede nebeneinander stehen dürfen? Ohne sich aufzuheben? Wie lange wirken Spuren, Bilder, Gedanken nach?

Acrostime. Und wie verändert sich unser Blick, wenn wir nicht urteilen, sondern zuhören, anschauen, nachspüren, Die Ausstellung in, der hält die Art Foundation, lädt ein genau das zu erkunden. Als Einladung zur Berührung, zur Differenz, zur Resonanz, Über 100 Jahre künstlerischer Arbeit entfalten sich hier in drei Kapiteln. Connected, Sam Samba Different und Across Time.

Was wir sehen sind Werke und Geschichten, Erzählungen von Nähe und Distanz, von Form und Freiheit, von Harmonie und Reibung, Kandinsky trifft auf Sophie Täuber ab und Graupner aufkorinnt In leisen Spannungen, mutigen Gesten und offenen Konstellationen. In dieser Folge spreche ich mit Doktor Karin Schick der Direktorin erhielt die Art Foundation über Sichtbarkeit und Verantwortung über künstlerische Netzwerke, gesellschaftliche Umbrüche und über die Fragen, was bleibt und was entsteht neu, wenn wir uns berühren lassen? Was bedeutet es in Touch zu sein, als Mensch, als Institution, als Gesellschaft.

Was trennt, was trägt und wie können wir lernen auch das nicht als Widerspruch, sondern als Einladung zu verstehen. Liebe Karin, vielen Dank, dass ich heute bei dir sein darf. Was hat dich einst zur Kunst, Es hat bei mir nie diesen einen Moment gegeben oder das eine Erlebnis. Es gibt ja, Kolleginnen, Kollegen, die erzählen einem wunderbare Geschichten von dieser einen Sekunde oder diesem Erlebnis und dann hat sich alles für sie eröffnet, das war bei mir nie so. Ich bin allerdings aufgewachsen in einem Umfeld, das Gestaltung für sehr wichtig gehalten hat Auf der einen Seite die Architektur auf der anderen Seite das Goldschmiedehandwerk. Ich habe ganz früh eigentlich Kontakt gehabt zur gestalteten Schönheit, zu Objekten, die einen faszinieren und die überdauern.

Und gleichzeitig hatte ich ganz früh vielleicht eher eine Neigung sogar noch zur Literatur und vor allem zur Lyrik als zu bildenden Kunst. Mhm. Dieses Interesse wirklich an Kunstgeschichte im Sinne von Geschichte der bildenden Kunst kam eher später bei mir. Ich hatte auch keine Familie, die ständig ins Museum ging. Also das ist bei mir eher entstanden, sogar während des Studiums.

Ich habe Kunstgeschichte, Philosophie und deutsche Literatur studiert und das war am Anfang so eine Mischung von allem und gerade Philosophie hat mich auch sehr interessiert, also dieses Zusammenkommen von, Objekt und etwas, das man, sinnlich erlebt und gleichzeitig das Nachdenken darüber und die Vielfalt und Komplexität, in der dieses Objekt ist und aus dem es stammt, dachtest du denn mal ein Objekt oder vielleicht auch ein Gebäude, das dich so berührt hat, dass du da tiefer drüber nachdenken wolltest? Dass du den philosophischen Gedanken dahinter erspüren wolltest?

Also ein Beute fällt mir da nicht ein, aber es ist bei mir so man wird ja auch häufig nach Lieblingskünstlern gefragt. Oh, schwere Frage, habe ich nicht. Wollte ich auch nie haben. Eigentlich ist es immer das, womit man sich am meisten beschäftigt grade, dass einen auch so ausfällt, aber es geht mir bis heute so, dass ich vor, Gemälden von immer Tränen in die Augen bekommen. Ich finde das einfach so eindrucksvoll wie wie er ganz Auge und ganz intellekt ist. Das gibt's bei ganz wenigen, Künstlerinnen und Künstlern, bei denen mir das eigentlich so geht. Und dann hast du ja recht schnell festgestellt, dass du ein besonderes Aufgehobensein in der klassischen.

Findest. Ja, es war bei mir von Anfang an so, eigentlich während des Studiums, ich ich habe mich immer wieder auf diese Zeit, konzentriert oder ich kam immer wieder auf diese Zeit zurück Ich habe einfach gemerkt, das ist meine Zeit, es ist dieses ausgehende 19. Jahrhundert. Mitte zwanzigstes vor allem aber auch dann letztlich das ganze 20ste, dass ich einfach ungeheuer faszinierend finde, weil in wenigen Jahrzehnten, gefühlt alles auf einmal passiert. Eine ganze Welt explodiert. Eine künstlerische Welt, Im Umbruch ist aber natürlich die ganze Welt im Umbruch ist. Also eine Zeit, die von zwei Weltkriegen erschüttert ist und eine Zeit, Um 19hundert, Anfang 2. die eigentlich nur aus Umbrüchen besteht. Eine ganze Gesellschaft, die sich neu zusammensetzt, Revolutionen, die stattfinden in verschiedenen Ländern,

und auch durch die Naturwissenschaften die Erkenntnisse in der Physik, in der Chemie, in der Biologie und in der Psychoanalyse so vieles neu gedacht wird, eine Zeit der Industrialisierung, der Emanzipation, also eigentlich wird die ganze Tradition in Frage gestellt und das spiegelt sich eben auch in der Kunst, an welchen Stationen deiner Biografie, also diese Nähe ganz besonders gespürt?

Ja ich war ja an verschiedenen Stationen und es gibt so Ausstellungen, die einem tief im Gedächtnis bleiben und interessanterweise sind das an jeder Station spezifische andere Momente, weil jeder Ort, jedes Museum, jede Institution auch andere Voraussetzungen hat. In Davos zum Beispiel, Da habe ich ja sechs Jahre auch gearbeitet am Kirchner Museum gab es eine Ausstellung, die mich immer noch sehr beschäftigt und zwar die Teppiche von Dieter Roth die er gemeinsam mit Ingrid Wiener und Wally Export realisiert hat und parallel dazu habe ich die Teppiche von Lise Guya und Ernst Ludwig Kirchner gezeigt. Die entstanden sind sehr viel früher, ganz andere Art der Zusammenarbeit. In Stuttgart ist es die Ausstellung über Otto Dix Darstellung seiner Frau Martha.

Die auch unterfüttert war mit Kleidung, mit Schmuck von Martha, mit einer Präsenz von ihr, mit Fotografien von Hugo Erfurt, dass es mir sehr im Gedächtnis geblieben und in Hamburg gab's einige Ausstellungen, die mir immer noch sehr, sehr wichtig sind, zwei große Beckmann-Ausstellungen, und eine Ausstellung, die mir auch als Kuratorin sehr wichtig war, war zu Anitaie, Eine Hamburger Künstlerin, die wenig bekannt ist, aber ein großartiges Werk hinterlassen hat.

Das so ausgebreitet zu sehen, 200 Werke einer, einer Künstlerin, die man kaum kennt. Das war besonders. Also es sind auch so Momente, die man durchaus als historisch empfindet. Grade Anita Reh, wir haben einen großen Katalog auch herausgebracht, auch in englischer Sprache, das erste Werk, das auf Englisch überhaupt zu ihr geschrieben wurde und parallel mit Maike Brunz damals das große Kennerin von Annita Reh in Werkverzeichnis neu In dem Moment weiß man eben, dass man auch, gemeinsam eine Grundlage schafft für das Weitere erforschen dieser bedeutenden Figur, die sonst vielleicht auch dem Fang dessen irgendwie anheim, fällt und diese Arbeit, die man macht, ist eine wunderbar kreative Arbeit und eine Gedankenarbeit, aber man ist eben ein Glied in der Kette,

der Kunstgeschichte und und hat eine gewisse Zeit, in der man, etwas beitragen kann und auch vielleicht Spuren hinterlassen kann und manchmal spürt man das. Du warst viele Jahre an der Hamburger Kunsthalle, Nun bist du hier nach Lichtenstein berufen worden. Was war dein erster Gedanke? Was hast du mit der Hildi Art Foundation in Verbindung gebracht und mit Lichtenstein, Lichtenstein und Kunst.

Ja man ist ja die Summe seiner eigenen Ereignisse und der und manchmal ergibt sich daraus etwas, was man selbst ja nicht vorher gesehen hat, also dass ich angesprochen würde, hängt sicher damit zusammen, dass mein Schwerpunkt eben die klassische Moderne ist. Und teilweise auch die zeitgenössische Kunst und, hängt sicher auch damit zusammen, dass ich schon einmal in dieser Gegend gelebt habe, da wo es ist eine Stunde von hier entfernt und man vielleicht dachte, ja sie hat ein Gespür oder hat ein Verständnis für die Region und Gegend und ich habe mich sehr gefreut, Über diese Anfrage und ich hatte auch sofort Interesse.

Weil ich die Sammlung etwas kannte und auch Lust hatte auf eine beweglichere Situation. Es ist wunderbar in einem großen Haus, einem öffentlichen Museum zu arbeiten und ich habe vieles davon genossen und mitgenommen, aber ich bin eben auch jemand, die agil, und beweglich arbeiten möchte und da ist es schon sehr hilfreich, wenn man schlankere Strukturen hat und wenn man auch einfache Entscheidungswege hat und wenn man gemeinsam etwas bespricht und ein Konzept bespricht und das entscheidet, dass man dann einfach machen kann und umsetzen kann und es nicht, viele Hürden gibt oder viele Fragen oder oder Schwierigkeiten, sondern, man tun kann und man wollte jemand, der machen will und ich wollte machen und und wir haben uns gefunden, glaube ich. Wenn wir jetzt mal,

intouch gehen mit der Sammlung. Wie würdest du die Sammlung beschreiben? Es ist ja eine relativ junge Sammlung, also im Vergleich zu einer musealen Sammlung, die 150 oder 200 Jahre alt ist. Sehr umfangreich ist es immer noch eine junge Sammlung, aber es ist auch so, dass es eigentlich zwei Sammlungen sind. Also es gibt die Sammlung dass Martin hielt die Family Trust, die sich der klassischen Moderne widmet, also 1880 bis 195 ungefähr und die zweite Sammlung ist eine private Sammlung und zwar die von Michael und Carolin Hieltie die sich eher der zeitgenössischen Kunst wid Die Trust-Sammlung ist auch wirklich europäische, klassische Moderne während in der privaten Sammlung auch andere Regionen und Nationen und Kontinente eine Rolle spielen.

Was mir sehr daran gefällt, ist, dass ich aus beidem schöpfen kann und beide Sammlungen auch miteinander verweben kann und verbunden sehen kann. Da sind mir keinerlei Grenzen gesetzt und, Das ist etwas, was ich auch von Anfang an gerne tun wollte, also sie nicht als separate Entitäten zu verstehen, sondern wirklich als als einen großen Korpus, aus den man schöpfen kann. Jetzt war ich ja vor einiger Zeit schon einmal hier, in diesem Jahr feiert das Museumsge sein 10 Jubiläum.

Durch den gleichen Eingang in den man in das Museumsgebäude der Hiltie Art Foundation kommt, gelangt man auch in das Kunstmuseum Lichtenstein, welches in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum feiert. Ich könnte mir vorstellen, dass man nach zehn Jahren, auch mal überlegt, das ein oder andere neu zu gestalten, Um all unsere Hörer und Hörerinnen einmal mitzunehmen, die vielleicht noch nicht hier waren, wir kommen also in dieses wunderschöne Gebäude rein.

Und steigen erstmal eine Treppe hinab. Hervorragend visualisiert durch verschiedene Icons und Zeichen. War das schon immer so? Da drückt mich meine Erinnerung. Nein, das ist eine aufmerksame Beobachtung. Das hat sich ein bisschen gewandelt. Das ist wirklich so, dass man nach. Zehn Jahren Tätigkeit in diesem Gebäude auch eben in dieser sehr besonderen und wunderbaren Public-Private-Partner schicken im Kunstmuseum Liechtenstein auch neue Akzente setzen wollte. Also unsere Stiftung wollte wirklich drüber nachdenken. Wie ist unser Auftritt? Wie sieht man uns? Wie nimmt man uns wahr?

Und dieser gemeinsame Eintritt ist ja durchaus speziell. Das heißt, wir haben Wege gefunden jetzt außerhalb des Gebäudes schon mal drauf hinzuweisen, dass es eben diese gemeinsame Partnerschaft mit dem Eingang gibt und wenn man dann im Foyer ist, sieht man jetzt auch einen Turbo mit unserem Logo und auch einem Bildschirm, das heißt, man kann sich schon besser orientieren, glaube ich als früher.

Das ist auch schön, dass wir das gespiegelt bekommen von den Aufsichten, von der Kasse, auch von den Besucherinnen und Besucher. Dass man uns jetzt ein bisschen leichter findet. Wir haben auch ein neues Leitsystem innerhalb des Gebäudes und das hilft glaube ich schon sehr für auch so eine gewisse Frische und unseren neuen Eindruck. Wir haben auch. Das ist dir vielleicht aufgefallen, die Lichtsituation ein bisschen, das hatte zum Teil technische Gründe, weil nach zehn Jahren auch einfach andere Lichtsysteme existieren, dass man sie auch nutzen könnte und wir haben eben mit einem Lichtplaner zusammen an dem Licht gearbeitet, Was mir auch sehr wichtig war, weil.

Bei der Kunstbetrachtung und beim Kunsterleben, auch wenn man sich im Raum bewegt, das Licht eine ungeheuer wichtige Rolle spielt und eigentlich die Atmosphäre schafft fürs Sehen und fürs Erleben. Ja, ich habe gar nicht den Eindruck gehabt in einen Keller hinabzusteigen, sondern es war einfach ein Gefühl von eine andere Ebene.

Ja, also daran lag mir sehr. Ich wollte gern, dass es eine Wärme hat, aber auch eine. Transparente und leichte, sehr häufig so, nur zumindest bei mir ist es so, dass wenn man sich vorstellt, wie könnte eine, Sammlungspräsentation oder eine Ausstellung sein, dann habe ich eigentlich zuerst das Gefühl.

Davon, wie die Atmosphäre ist. Wenn wir nun eintauchen in in uns mit den Werken hier verbinden. Also diese Treppe hinunter und sehen direkt ein wunderbares Werk von Kandinsky. Also wir tauchen ein, wir kommen in diese Ebene und sehen gegenüber gleich ein Werk von Vasili Kandinsky von neunzehnvierunddreißig, also aus dieser frühen Pariserzeit, aber eigentlich eher, Beteres Werk in seinem Oewee und das ist auch ein wie so ein, Visual Icon für unsere Ausstellung geworden, weil es eben, Genau das darstellt, von dem die Ausstellung handelt, nämlich dieses intouch, diese Begegnung, so einen Moment des Kontakts, zwei Figuren, die wie Schlüssel, Schlossprinzip ineinander greifen, ineinander sich fügen,

und auch der Titel, den Kandidsky gewählt hat, spricht darauf an und das ist interessant, weil das sowohl Zwischenbereich heißen kann, als auch zwischen zwei, also zwischen zwei Figuren, Menschenobjekten, Und da dachte ich, das ist eigentlich ein gutes Bild, um den Gehalt dieser Ausstellung zu tragen.

Ich habe auch den Eindruck, dass alle Werke sowohl in ihrer Farbigkeit als auch in ihrer Formgebung miteinander harmonieren, Es gibt kein Gefühl von Konkurrenz. Was war dir besonders wichtig, diese ausgewählten Werke in den Dialog zu bringen? Also diese erste Ebene, die wir betreten, ist ja auch der Beginn des zwanzigsten. Jahrhunderts. Also die Ausstellung hat so ein bisschen einen chronologischen Faden.

Es war mir sehr wichtig, deutlich zu machen, dass gerade in den 20er Jahren so viele verschiedene, Stile, künstlerische Haltungen, Ausdrucksweisen, Parallel existieren und gleichzeitig da sind und gleich wertig sind und auch als gleichwertig erachtet wurden und dass es keine Konkurrenz wirklich gab. Es gab natürlich Manifeste und Äußerungen und auch Fäden und Konkurrenzen zwischen den Künstlerinnen und Künstlern, aber im Auftreten war man sich eigentlich klar, dass man als moderne Künstlergemeinschaft in die Zukunft streitet und gemeinsam auch die Fesseln von Tradition abwerfen will. Also dieses gemeinschaftliche Element war glaube ich, ganz wichtig, dass Vereinigungen gegründet wurden, dass man gemeinsam Ausstellungen gemacht hat und zwar

über diese stilistischen Grenzen, die wir heute sehen würden, hinweg, also dass auch die konkreten mit den surrealistischen Künstlerinnen und Künstlern, dass die expressionistischen. Den Bauhauskünstlern ausgestellt haben. Das schien damals kein Hindernis gewesen zu sein. Wichtig war vor allem, dass man sichtbar ist.

Sichtbar konnte man sein, wenn man sich organisiert hat und faszinierend für mich eben auch über die Ländergrenzen hinweg Also die erste Wand, die wir sehen, wenn wir in den Saal kommen, zeigt Kunstschaffende in Paris Alle in Paris 1920er Jahre und keiner von denen ist Franzose oder Französin Wir können ja mal ein paar Namen in den Ring werfen. Also wir haben mit Kandinsky einen Russen, der aus Deutschland kommt und jetzt in Paris lebt. Wir haben Sophie Toll beerbt, die Schweizerin Corolda, US-Amerikaner, der belgische Syrialist, Juan Miro, der aus Spanien nach Paris kommt und Piet Mondrian ist auf der Wand auch zu sehen, der ja ein berühmtes Atelier in, Paris hatte das auch zur Quelle von Inspiration für viele Kunstschaffende wurde bei dem Call da. Wo ist denn da der Point?

Ja, es ist ein wunderbares Objekt. Also ich muss sagen, in unserer Sammlung sind mehrere Werke von Alexander Korder auch große Mobiles, die von der Decke hängen und raumgreifend sind, aber ich wollte sehr gern dieses kleine Objekt in der Ausstellung sehen. Es ist ein roter Sockel mit einer Spitze und auf diese Spitze.

Legt man ein zweites Objekt, das ein Drahtgestänge ist und es muss exakt an diesem Punkt positioniert sein, damit diese Balance entsteht zwischen Sockel und diesen Draht Gestell und das bewegt sich dann frei, kann auch frei drehen und daran sind befestigt kleine, weiße, kreisrunde Scheiben. Und für Colder, der fasziniert vom Kosmos war und von so einer Sphärenharmonie und Weltenharmonie war das auch ein Sinnbild für, Die Welt für den Kosmos und, alle diese Werke, die heute so für uns brav an der Wand hängen, sind ja in sich kleine Weltentwürfe, sind kleine Revolutionen, stellen eine Welt dar, wie man sie sich, wünscht für die Zukunft. Den Magret finde ich auch besonders beeindruckend. Man sieht zwei Personen, die versuchen, sich zu umarmen.

Der Abgrund ist nur ein Fußtritt entfernt. Mhm. Ja, diese zwei, wie aus Holz geschnittene Figuren, die sich gegenüberstehen und eigentlich einen Arm haben, sich die Arme reichen, aber es ist wie ein Arm Da kann man natürlich drüber rätseln, ist, dass das Alter Ego ist, dass der andere Teil meiner selbst ist, dass eine andere Figur, mit der ich in Kontakt trete.

Und als Turialist ist Magrid natürlich interessiert an der Tiefe unserer Seele, also an dem, was sich verbirgt in auch den Untiefen äh der menschlichen Seele. Aber fasziniert hat mich an dem Bild auch. Dass es eine ganz starke Struktur hat durch Stäbe, die eben vertikal durch das Bild verlaufen Und daneben hängt zum Beispiel Piet Mondrian als konkreter, konstruktiver Künstler, der eben in den Doppellinien und in den kleinen Farbflächen sehr geometrische, Harmonie schafft und doch sprechen die miteinander. Das eine hat Das belebte Moment in der Farbigkeit, also der Monrian und der Margret hat eben eine starke Struktur, die uns auch drüber nachdenken lässt, dass die Seele, in ihren Urgründen auch nicht chaotisch ist, sondern durchaus strukturiert und Momente der der Ordnung hat und weiß man, ob all diese gezeigten Künstler, Künstlerinnen,

Kannten Sie sich? Sie kannten sich alle. Eigentlich sind alle in diesem Raum irgendwie miteinander bekannt oder befreundet gewesen haben mal miteinander ausgestellt, haben sich unterstützt, also Sophie Täuber-Arb zum Beispiel nimmt Vasili Kandinsky, auf, als er in Paris ankommt und eigentlich keinen Kontakt hat. Also er wohnt nicht bei den Arts, aber sie unterstützen ihn sehr. Sie laden ihn ein zur Ausstellung, sie laden sie ein abends zum zum Essen, also es gibt einfach diese menschlichen Verbindungen Roan, und Alexander Korolder sind eng befreundet.

Ich finde diese Momente sehr berührend, wenn man merkt, das sind Menschen, die jeder eine eigene Existenz haben, ein eigenes Leben haben, aber natürlich in dieser sehr speziellen Geschichte mit Krieg und Exil und neue Heimat finden müssen, so aufeinander angewiesen sind, aber da auch bereit sind, diesen Kontakt einzugehen und sich zu stützen und welche Sehnsucht spricht aus ihm, wenn man überlegt, dass der Erste Weltkrieg endet und, Eine Menschheit und ich spreche jetzt von der europäischen Situation vor allem, weil unsere Sammlung eben die europäische Moderne zeigt. Wenn sich die Menschheit klar wird drüber, dass sie eine Welt in Schutt und Asche gelegt hat und, man mit Begeisterung zum Teil in diesen ersten Weltkrieg zog auch Künstler in den ersten Weltkrieg zogen mit Begeisterung.

Dann diese Ernüchterung zu spüren und die Erkenntnis, dass das eben nicht, mit wehenden Fahnen weitergeht, sondern in einer Katastrophe geendet hat. Sich dann klar zu machen, dass man eigentlich neu anfangen muss. Und es ist ja in den zwanziger Jahren der Begriff neu, begegnet einem ja überall. Der neue Mensch, die neue Welt, der neue Mann, die neue Frau, alles ist neu, ne? Und man versucht wirklich, eine Welt aufzubauen aus Ruinen Und es ist auch kein Zufall.

Dass man zurückkommt zum Beispiel zu mathematischen Gesetzen, zu Gesetzen der Statik, der Physik und dass das Konstruktive und konkrete in der Kunst da zur Blüte kommt. Man hat gemerkt, dass das Pathos vor dem Ersten Weltkrieg in der Kunst, in der Lyrik, in der Musik, in der bildenden Kunst zu nix gutem geführt hat und man versucht.

Eine Welt zu entwerfen, die vielleicht verlässlicher, berechenbarer ist mehr Fundament bietet, und gleichzeitig hat man parallel dieses Abtauchen in die Abgründe der menschlichen Seele. Also es sind diese Pole, in denen man sich wieder neu zu orientieren versucht in der Welt. Ich habe auch den Eindruck mit Blick auf den ersten Weltkrieg. Wie ist das Vertrauen da, welcher Nation, welchem Nachbar, welchem Mensch kann man vertrauen und egal wie die Paarungen abgebildet sind. Es hat immer was von Handreichen und eben auch über die Nation hinweg Für mich hat dieser Raum was, ja, so steht so ein bisschen Synonym für Frieden. Das gefällt mir ausgesprochen gut, ausgesprochen gut gefällt mir auch der Blick in die Natur,

Das friedliche, jedoch kurz vorm ersten Weltkriegen. Also wir haben eine Gruppe von drei Gemälden In der Mitte ist ein Bild von August Macke neunzehn dreizehn gemalt, badende Mädchen, ist ein kleines Bild und es zeigt eine Lichtung mit drei weiblichen Figuren, die in einem See baden. Und rechts ist ein Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner mit einem Paar, das in Gespräch vertieft scheint Und links ist ein Gemälde von Max Beckmann. Macke und Kirchner malen ihre Bilder neunzehn dreizehn, also kurz vorm ersten Weltkrieg und das Gemälde von Max Beckmann ist während des Exils in Amsterdam neunzehn zweiundvierzig dreiundvierzig, während des zweiten Weltkriegs entstanden. Alle drei Bilder zeigen uns pflanzliche Elemente, Landschaft, Natur.

Und in gewisser Weise eine Fröhlichkeit, ein Eintauchen menschlicher Figuren in diese Welt und man spürt auch, Diese Sehnsucht nach dem Paradies in ihnen, also das back to nature, das wir heute kennen, ist damals genauso angestrebt gewesen. Und gleichzeitig merkt man, in diesen Bildern und sieht man auch über die Formen, über die Art, wie die Dinge, aneinander grenzen spitze Formen, Schraffuren, kantiges merkt man auch die Anspannung, die da drin steckt und man spürt sehr deutlich, dass es eben schon eine Utopie ist und dass es nicht so einfach sein wird, sich mal zurückzuwünschen in diesen Ursprung, in das, wo alles noch gut war, eben in dieses Paradies. Jetzt musst du mich mal in die Hand nehmen

Wegmann fand doch die ganzen blauen Reiter, Brücke und so weiter, Künstler ganz und gar nicht toll. Und jetzt hängst du ausgerechnet Mann neben Macke. Du überlegst dir immer was. Hat sich's zuerst über das Motiv, über die Darstellung und als ich dann weiter recherchiert habe, fand ich es wirklich sehr eindrucksvoll, da was festzustellen, dass Beckmann und Macke eine Beziehung haben. Also es ist richtig, Beckmann und Franz Mark liefern sich ein Wort Duell neunzehn zwölf, glaube ich, darüber, wie die Kunst wirklich auszusehen hat und Beckmann ist letztlich voll der Verachtung für das, was er Plakatkunst nennt. Also diese flache Malerei, weil Beckmann ja immer nach Plastizität und Räumlichkeit strebt und nimmt das nicht als wirkliche Konkurrenz für ihn selbst und seine Art des Denkens war.

Wen er ausnimmt, ist August Macke, dessen Werk schätzt er sehr, Und dieses Werk von August von neunzehn dreizehn, das bei uns in der Ausstellung hängt, war auch in der ersten Ausstellung der freien Sezession in Berlin zu sehen, Zusammen mit drei weiteren Werken von Macke Und wenn man dann schaut, wer diese Ausstellung kuratiert hat, wer in Gremium ist, federführend gewesen ist, dann war's der junge Max Beckmann. Das heißt Max Beckmann, hat dieses Werk von Macke mit rausgesucht und in diese Ausstellung gebracht und es hängt eben 1914 noch in dieser Ausstellung als Macke, als Soldat im Feld stirbt Und das sind dann Begegnungen oder Überschneidungen der Biografien der Künstler, die für mich wirklich berührend sind, vor allem angesichts der Tatsache, dass das Werk von Beckmann, das in dieser Ausstellung Nebenmacke hängt,

entsteht im Exil in Amsterdam, als Beckmann zum zweiten Mal Erfahrung mit Krieg macht. Aber eben auch wieder dieses pflanzliche Element, in eine erotische Figurensituation überführt. Und wie passt der Paul Klee in einerseits diese Paarungen und andererseits, Zum Thema Natur. Wir zeigen in diesem Saal von Paul Klee ein ganz wunderbares Bild 1938 entstanden Zank Doet. Also ein schon ein toller Titel, Sankt Duett, ne. Also man merkt, dieses, Zusammenspiel, das Disput aber auch Versöhnung beinhalten kann und es sind diese typischen, ja Umrandungsfiguren, zeichenhaften Figuren, die er in der Zeit malt und zeichnet, Und er tut das eben in der Zeit, in der auch eher nachdem er aus Deutschland weggehen musste wegen der Nationalsozialisten in Bern lebt und arbeitet, in sein Spätwerk arbeitet und in Bern ist als,

1937 eine große Ausstellung zu Kandinsky in Bern veranstaltet wird und Kandinsky kommt eben aus Paris, nach Bern und genau das Gemälde, das rechts von Klee hängt, ist in dieser Ausstellung in Bern zu sehen. Und, Kandids Klee ist leider krank, kann die Ausstellung nicht besuchen, aber Kandinsky trifft die Frau. A Lilly Klee vor diesem Bild und besucht dann natürlich auch Paul Klee, den Krankenklee.

Und die beiden, die ja, Enge, Kollegen und Partner in der Bauhauszeit waren und gemeinsam in Dessau ein Meisterhaus bewohnt haben, treffen sich wieder. Und dieses Bild war anwesend, wenn wir aus dem ersten Raum connectet, diese wirklich wunderbare, lange Treppe hinaufschreiten auf ein sehr zeitgenössisches Werk von Berta Fischer, ist sie nicht die Tochter von Konrad Fischer?

Ja, sie stammt aus der Galeristenfamilie Fischer und lebt meines Wissens heute in Berlin und es ist ein ganz wunderbares Werk Pecho heißt das, also eines dieser Acrylglasobjekte, dieser farbigen Acrylglasobjekte und das ist wie so ein es schillert, verändert sich auch je nach Lichteinwurf und man man geht so drauf zu und das lockt einen so ein das ist halt so was Spielerisches eigentlich an der Wand.

Ich meine, das war damals auch noch nicht da ist auch neu, ja. Wir kommen in den zweiten Raum der Ausstellung, den du benannt hast, mit Same same but different. Und hier staune ich wieder über deinen Mut. Natürlich Picasso erkenne ich sofort und daneben hast du je einen Werk gehangen von Verena Löwensberg.

Bitte verzeih meine Unwissenheit. Ich glaube, ich habe von ihr noch nie etwas gehört. Äh das freut mich, wenn du das sagst. Oh Gott sei Dank. Denn diese Vierergruppe, ist auch schon ein Spiel mit dem kunsthistorischen Kanon, denn er tappt jeder meint Pablo Picasso sehr zu gut kennen. Das ist so der Künstler der europäischen Moderne, der wirklich noch vielen Menschen was sagt, zumindest dem Namen noch.

Und Verena Lövensberg ist in der Schweiz sehr bekannt und in den angrenzenden Ländern eine wunderbare Künstlerin, ein Mitglied der Züricher Konkreten. Und es hat mich von Anfang an gereizt, die beiden zusammenzubringen und diese Vierergruppe zu bilden. Denn streng genommen ist es kunsthistorisch, was ganz anderes, eine ganz andere Haltung, eine andere Herkunft, eine andere Absicht, aber ich finde, wenn man sich unvoreingenommen, diese Werke anschaut und miteinander vergleicht, findet man so viel Gemeinsamkeiten und so viel gemeinsamen Nenner, dass der Vergleich einen selber wieder auflädt und und einfach zum Nachdenken bringt. Also Picasso vereinfacht ja die Figur, also abstrahiert von der Natur und ist eine sitzende Frau, aber durch seine Vereinfachung wird,

der Kopf zu einem Kreis, die Brust zu einem Kreis und die Formen werden, Geometrisiert, die Farben vereinfachen sich immer mehr auf die Grundfarben. Bei der Verena Löwensberg wie bei den anderen konkreten Künstlern sie gehen ja nicht von der Natur aus, es geht nicht drum eine Menschen oder eine Landschaft, ein Baum, einen Gegenstand darzustellen, sondern es geht drum, eine in sich stimmige Komposition und eine eigene Harmonie zu schaffen. Aber in der Formen- und Farbklaviatur, sind die beiden Kunstschaffenden sehr nahe beieinander und man sieht auch die.

Feinheit und die Klugheit und die Kraft dieses Zurückhaltenden Werks von Verena Löwensberg vielleicht noch stärker neben Picasso und es macht mir einfach eine irrsinnige Freude, dass sie überhaupt nicht abfällt, sondern sich komplett behauptet und dann sieht man eben auch ein Gemälde von Pablo Picasso, das schmales Hochformat auf der ganzen Fläche so parallele Streifen zeigt.

Ungewöhnlich für ihn in der Darstellung und ich bin da so ein bisschen auf der Bin da auch noch am Recherchieren, auch mit Kolleginnen, die gerade über die Gruppe Circle Ikare in Paris arbeiten, weil ich fest davon überzeugt bin, dass auch Pablo Picasso der Große, der sich ja immer selbst erfindet und neu entwirft, natürlich in die Ateliers und in die Ausstellung und Galerien geht und was die Jüngeren machen. Und ich bin überzeugt davon, dass er genau beobachtete, was die konkrete Kunst und konstruktive Kunst grade liefert Und er auf seine Weise das einbaut, ausprobiert für sich und integriert in sein eigenes Werk. Weshalb dieses Bild von ihm, das da an der Wand hängt, im Prinzip inspiriert ist von den Vorläufern von Verena Lünsberg, die neben ihm hängt, ne und das finde ich so schön, weil diese klaren Strukturen, die wir im Rückblick.

In die Geschichte der Kunst, anwenden und ja auch irgendwie brauchen. Man muss das ja strukturieren, ne. In jeder Wissenschaft braucht's irgendeine Ordnung, aber wir müssen uns auch klar werden drüber, dass diese Grenzen nicht fest sind, sondern dass sie Durchlässig sind und vor allem eben in der Zeit selber absolut durchlässig waren. Ich würde ja mal zu gerne wissen, wenn wir jemanden ohne jeglichen kunsthistorischen Hintergrund vor diese Werke stellen würden, welches Werk denn die größere Anführungskraft hätte. Ja, es ist interessant, also unsere Besucherinnen und Besucher sprechen unheimlich stark an auf ein relativ kleines, quadratisches Werk von Verena Löwensberg, dass in diesem, eigentlich trägen, quadratischen Format eine irrsinnige Dynamik entwickelt.

Sie war ja Weberin, Tänzerin und man hat das Gefühl, dieses kleine Bild ist wie ein Bühnenbild, fast wie, Eine Anweisung für Tänzer sich zu bewegen und da merkt man eben auch, wie konnte das nur so malen, weil sie selbst ein körperliches Empfinden von Bewegung hat. Ich bin fest davon überzeugt. Insofern steckt in diesem Bild natürlich auch körperliches drin, genauso wie in der Körperdarstellung bei Pablo Picasso. Jetzt wirst du mich wahrscheinlich wieder ertappen. Ich habe immer gedacht, konkreten sind ganz stark an Theorien gebunden.

Jetzt sehe ich hier ein Zitat von Verena Löwensberg, indem sie diesen Gedanken völlig, über den Haufen wirft. Ja, in der konkreten Kunst ist es wirklich so, dass es ganz klare Grundlagen eigentlich gibt, dass es auch Theorien gibt und auch ja, Anweisungen, Manifeste. Aber es gibt doch einige Künstlerinnen und Künstler, die das immer wieder durchbrechen und vielleicht auch spüren, dass es die Freiheit braucht für, diese neue Schöpfung. Für mich interessant schon, dass es eben vor allem vielleicht so viel teurer Arb und Verena Löwensberg sind, die sich diese Freiheit immer wieder gönnen, also auch bei Sophie Täuber ist es so, dass man immer wieder ein Fisch, ein Schiff oder oder eine Flagge oder so einen kleinen Menschen sieht, den man erst auf den zweiten Blick innerhalb dieser Geometrisierten Komposition erkennt,

und auch bei Löwensberg ist es so. Und das Zitat ist eben wirklich, ich habe keine Theorie, ich bin darauf angewiesen, dass mir was einfällt. Was ja auch spielerisch ist, ne und so so fein und so klug und und so überlegt, wie sie gearbeitet hat, ist das natürlich schon auch eine gewisse Ironie, die da mitschwingt.

Aber anzuerkennen, dass man's eben nicht durchgängig planen kann, sondern dass es manchmal auch einen Funken braucht, der wo auch immer herkommt, hat auch eine Größe. Ihr habt hier in äh diesem zweiten Ausstellungsraum Different ein weiteres Werk von Max Beckmann hängen mit den Clowns Und ich stelle mir vor, das ist dafür bestimmt der Moment, der die Kinder besonders anspricht oder? Ja, also wenn man und seine mahlweise kennt, die ja durchaus robust und sperrig sein kann, seine Clowns sind ja nicht unbedingt, die lustigen und für Kinder so attraktiven, aber du hast Recht, wenn Beckmann Figuren malt, dann haben die so eine Intensität und so eine Ausdruckskraft und in diesem Gemälde klauen mit Frauen und kleinem Clown sieht man eben vier Figuren, einen sitzenden, älteren, großen Clown, also auch physisch größer. Im Hintergrund zwei stehende Frauen, die,

in merkwürdiger Gestik ihre Hände erhoben haben. Man weiß nicht, deuten sie auf was mahnen sie? Weisen sie auf was hin? Verwarnen sie? Und davor sitzt so ein kleiner Clown, der ein Musikinstrument in der Hand hat und er ist vielleicht, Der Einzige, der einen fast anschaut aus dem Bild raus. Er guckt so ein bisschen zur Seite, aber er ist so der Kontaktpunkt.

Und wir haben ja einen Media Guide in der Ausstellung auf Deutsch und Englisch und, Wir haben eben die Möglichkeit auch so was wie Interviews und Oral History da einzuspielen und, Es hat mich unheimlich gefreut, dass ich die Enkelin von Max Beckmann Mayen Beckmann bereit erklärt hat zu sprechen, auch über dieses Bild, denn sie hat eben mehrere Jahre in ihrer Kindheit vor, Verbracht. Sie beschreibt das unglaublich schön, weil es eben im Esszimmer hing und sie als Kind direkt gegenüber immer diesem Bild saß. Links der Vater, rechts die Mutter und wenn Gäste da waren, saßen die auch dabei Und sie führte dann eigentlich bei jeder Mahlzeit ein Zwiegespräch mit diesem kleinen Clown und hat sich mit dem unterhalten, ne und sie beschreibt eben auch schön, dass sie an genau diesem Bild wirklich sehen gelernt hat.

Und und sie beschreibt, wie die Nuancen von Grün und Blau und Gelb da drin sind. Warum die Figuren so aussehen, wie sie aussehen, wie die zueinander stehen, also hat als ich glaube neun oder zehnjährige eigentlich in täglicher Auseinandersetzung und Begegnung mit diesem Bild für sich, so die Kunst entdeckt. Und solche Geschichten liest man in keinem Kunstgeschichtsbuch und das hat mich einfach sehr gefreut und berührt, dass eben auch, unsere Kontakte der Stiftung mit den Nachlässen ähm auch zum Beispiel wunderbar Kitty Kemmer vom Nachlass Gotthard Graupner, die spricht zu Werken von Gotthard Graubner, eingeladen, denn das sind Geschichten die hört man sonst nicht. Die erfährt man sonst nicht und dass sie bereit sind, das zu teilen, eben mit allen Besucherinnen, Besuchern, die kommen und den Media Guide nehmen und sich das anhören. Das hat uns unheimlich gefreut.

Hm ich freue mich auch über den Anblick des Meeres bei Same Same but different, es sind ja vier Gemälde, die da zusammen sind, also von Emil Nolde ein Meer, von Otto freundlich Schiff im Sturm. Von Feininger eben auch einen Raddampfer im Sturm, und von Max Beckmann eine dieser Sehnsuchtslandschaften, nach der Erinnerung gemalt Boote am Strand, die erkennt man sehr gut. Die erkennt man sehr gut, ganz unterschiedliche Blicke auf das Meer und auf das Schiff im Meer oder am Meer, Das Motiv ist im Prinzip gleich, aber die Darstellung und die Umsetzung und die Atmosphäre, der Ausdruck ein völlig anderer bei Otto freundlich. Das Bild heißt Schiff im Sturm und man sieht eigentlich beides nicht. Man sieht weder das Wasser noch das Schiff, sondern man sieht, wie ein großes große Voge, eine Welle, aber eigentlich wie,

auch prismatisches Licht, In verschiedenen Farben, das sich so aufspaltet und einzelne Farbfelder entsprechend eben der Gestaltung, wie man sie bei ottofreundlich in vielen, vielen Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Pastellen kennt. Die sich ja ableiten auch aus den Kirchenfenstern von Chartre, und seinem Erleben als frühem Künstler, wo er sich mehrere Monate dort aufgehalten hat und beeindruckt war von diesem Licht, durch dieses Glas, das farbige Glas auf den Boden fällt und die Spiritualität dieses Lichts, das ja im Mittelalter auch angestrebt war Und diese Komposition.

Aus Farbfeldern, die man bei ihm immer wieder findet, lädt er eben mit einer ganz eigenen Bedeutung auf. Er war überzeugter Kommunist, und er beschreibt seine Überzeugung auch aus kosmischen Kommunismus, also dieses Spirituelle, dieses Weltumfangende und dann versteht man eben auch, dass diese Komposition nicht einfach nur, schöne Farbzusammenstellungen in einer Fläche sind, sondern wirklich meinen und bedeuten, es gibt so was wie ein Subjekt, ein Individuum, es gibt ganz viele Einzelne, die alle unterschiedlich sind Aber es gibt auch was wie Gemeinschaft und Gesellschaft und ein Zusammenspiel dieser Einzelnen, und das ist eben der Wunsch, dass das auch gelingen soll und gelingen möge, Und umso tragischer ist natürlich dann auch die Biografie von Otto freundlich, der im Konzentrationslager ermordet wird für seine politische Gesinnung und für seine Kunst,

und das erinnert uns eben auch daran, dass diese Werke, nicht harmlose Gestaltungen sind, sondern absichtsvoll und mit einem Inhalt und mit einem Ziel, dass eben auch gesellschaftlich ist, Und politisch sein kann. Erkennt man das auch bei Ernst Ludwig Kirchner? Ja von Ernst Ludwig Kirchner ist in dem Saal ein großes quadratisches Gemälde zu sehen.

Der Weg zur Staffel, also der Gang zur Staffelalbuch, wo er gelebt hat 1919 im Sommer und Ernst Ludwig Kirchner kann man nicht wirklich als politischen Künstler beschreiben. Das hätte er selbst auch nicht gemacht, aber der Gang in die Schweiz zum Beispiel war absolut politisch. Also er ist ausgebildet worden zum Soldaten und war aber nie im Krieg, weil er eben während der Ausbildung zusammenbricht und dann durch mehrere Sanatorien hindurch in die Schweiz kommt.

Und sein Interesse wahr, In die Schweiz zu kommen, weil sie politisch neutral ist. Und da ist er 20 Jahre geblieben. Er hatte immer Angst davor, dass wieder ein Krieg kommt oder dass er in den Krieg müsste Aber man merkt eben auch, dass er fremdelt mit dieser Welt. Also der hat grade noch die Prostituierten aufm Potsdamer Platz gemalt und ist jetzt in einer Region, die ihm fremd ist, ist aufm Land, Steht zwischen den Kühen und zwischen den Milchbauern, sieht die Berge und das ist ihm natürlich vollkommen fremd. Ist eine ganz andere Welt und Es gibt ja auch Fotografien von ihm. Ich glaube, er hat in den 20 Jahren nie seinen inneren Städter aufgegeben.

Also er geht einfach wirklich im Mantel mit dem Hut und dem Skizzenbuch und dem gezückten Bleistift durch diese Natur und hält sie fest, aber er ist nie zum Bergsteiger geworden, er ist nie zum Wanderer geworden. Das war nicht seins. Aber dieser Berg ist eben wie eine Pyramide innerhalb dieses Quadrats und man spürt dass er fasziniert ist von dieser Natur und von der Kraft, die die ausstrahlt und die ihm übrigens auch Kraft, gibt. Also auch das beschreibt er im Tagebuch, wie er sich auflädt in dieser Natur. Hier haben wir schon kurz drüber gesprochen.

Jedes einzelne Werk steht für sich und im Miteinander konkurrieren sie nicht, sondern entfalten ihre komplette Wirkung. Man kann miteinander nebeneinander wirken, und trotzdem funktioniert das Gemeinsame, wie du sagst. Same same but different. Äh mich freut das sehr, wenn das spürbar ist und ich hab's jetzt auch in den Führungen so erlebt eben und jeder sieht wirklich was anderes und entdeckt andere Partnerschaften und Begegnungen, aber es ist mir schon ein großes Anliegen, erstens mal, den nicht mehr lebenden Künstlerinnen und Künstlern gerecht zu werden und sie wirklich strahlen zu lassen.

Und dafür auch Nachbarschaften zu finden, die das möglich machen, Das ist ja unsere Aufgabe dann, wenn wir kuratieren, aber auch grade wenn man zum Beispiel mit Schulklassen oder gerade jüngeren Menschen durchgeht. Also ich habe ja auch einen Siebzehnjährigen Sohn und wir reden da häufig drüber zu vermitteln, dass grade die Kunst eben ein Vorbild sein kann oder ein Raum ist, in dem dieses, parallele Miteinander des Verschiedenen möglich ist und lebbar ist und auch nicht unbedingt zum Konflikt führen muss, dass man sich auch Streiten kann darüber, wie man das findet und das aussieht und man das bewertet oder was man wichtiger findet oder dass das doch hier nix zu suchen hat. Empfangduell. Ein Tankduett

aber es kommt nicht zum Krieg und diese Auseinandersetzung auch auszuhalten und den Disput und dieses Miteinander irgendwie vielleicht zu. Einer Lösung oder was verbindlichen zu kommen, das kann man an der Kunst schon auch üben. Und dann kommen wir in die dritte Etage und es haut mich fast aus den Latschen. Du stellst Graubner Loves Corint gegenüber.

Im ersten Moment denkt man, Was hat sie sich denn dabei gedacht? Und je tiefer man eintaucht und je tiefer wir dir zuhören, umso mehr verstehen wir diese tiefe Verbindung. Was hat dich so gereizt und wie bist du eigentlich darauf? Aufmerksam geworden. Ja, in dem Saal sind eigentlich die frühesten und die spätesten.

Bilder der Ausstellung, also Lovis Korint eben als deutscher Impressionist und auch expressionist im Spätwerk, und Gotthard Graubner als zuletzter Künstler eigentlich in unserer chronologischen Reihe ein zeitgenössischer Künstler. Ich, hatte in Hamburg eine enge Verbindung zu Lowis Korint in der Abteilung klassische Moderne gibt's eine wunderbare Gruppe. Ich halte ihn für einen großartigen Künstler und habe mich sehr gefreut ihm hier wieder zu begegnen.

Sind drei Werke glücklicherweise in Figurenbild, ein Stillleben und eine Landschaft, ist ein schönes Spektrum und auch von neunzehn vier bis neunzehn zweiundzwanzig, und die freie Malweise diese lockere Pinselschrift von fand ich. Sehr verwandt eigentlich. Gotthardt Graubner, der in seinen Farbraumkörpern, wie er sie nannte, also diesen riesigen Kissenbildern, ja auch ganz frei.

Farbschichten übereinanderlegt und einen wie atmenden Raum von Farbe schafft in diesen Schichten. Und in diesen Farb, Kombinationen und Nuancen vor allem von Farbe. Und ich hatte irgendwie den Eindruck, das könnte interessant sein. Bin der Sache aber mir nachgegangen und habe dann eben ein Foto gesehen vom Atelier von Gotthard Graubner, mit einer Wand, an der uns Postkarten gepinnt sind, also so, wie wir das auch machen, was uns interessiert, nimmt man mit und da findet man den eben. Er war ein großer Verehrer der venezianischen Kunst, also Tizian, Tintoretto und man findet aber auch, Paula Moderson Becker interessanterweise und ganz hinten sah ich ein Selbstbildnis von.

Und ich dachte, oh, das könnte interessant werden. Und dann nahm ich eben Kontakt mit Kitty Kemmer auf, vom Nachlass Gotthard Graupner in Düsseldorf. Und habe mich erkundigt und sie sagte, ja ja, äh hat Corince sehr geschätzt. Und es gibt sogar ein großes Gemälde bei uns im Depot als Hommage an Lovis Korint. Ist ein wunderbares Bild, sieht fast aus wie Monesis Seerosen.

Aber dann gehört es doch hier leider zu wir hätten's sonst eingefügt, aber es war ein schöner Moment dann zu merken, es es gibt wirklich eine Grundlage auch für so einen Vergleich und es ist nicht nur mein Blick da drauf. Und es ist wirklich ein Erlebnis, finde ich, zum Beispiel ein spätes Weichenseebild von Lovis Korint, das ganz freies und bestimmten Partien überhaupt nichts mehr beschreibt und bezeichnet keinen Baum und kein Berg, sondern wirklich, freie Farbe auf Leinwand ist und daneben eben, ein Bildpiran von Gotthard Graubner, also die Stadtpiran in Slowenien, in Isttrin, die auch von der Landschaft inspiriert ist und rechts davon Herbstnacht, auf der Insel Hombruch entstanden, die ja Natur und Kunst als Konzept zusammenführt und ein Nachtbild ist genauso wie der Walchensee von Korint ein Nachtbild ist, in dem der Mond über den See glitzert.

Weißt du, was ich für ein Gefühl habe, wenn ich auf das Bild Peran schaue? Da kriegt man ein Gefühl dafür, warum man sagt, man möchte in die Kunst eintauchen. Es ist sicher kein Zufall, dass Graubner seine Formate auch groß, wählt. Es gibt ja auch kleine Farbraumkörper von ihm, aber es hilft, glaube ich, uns mit unserer Körperlichkeit, wenn wir diesen Werken gegenüberstehen, sehr dass sie so groß sind und dass sie einen so umfangen, umfassen und dass man so wirklich fast physisch eintaucht. Sie kommen einem ja auch entgegen, also vierzehn, 20 Zentimeter tragen die schon aus der Wand heraus. Also es ist sowas zwischen, Gemälde und Skulptur eigentlich und dadurch, dass sie diese, spannungsvolle Nuancen reiche, bewegte Oberfläche haben, hat man auch das Gefühl, dass sie sich wirklich bewegen und Graubner sagte auch, die Art. Also es ist wie ein unser Körper begegnet einem Körper.

Im MediaGuide kann man auch die Vorgeschichte dieser Serie Peran hören die Kittica wunderbar erzählt. Sie sie war eben dabei. Also sie ist Slowinen. Über sie ist Gotthard Graupe eben in diese Gegend. Und Piran als Stadt war, erzählt sie lange unter venezianischer Herrschaft und hat auch ein Feeling, ein bisschen von Venedig. Sie waren da wohl häufiger im Sommer, im Urlaub und sie erzählt eben dass die Inspiration für diese Serie Peran entstand während eines Aufenthalts. Sie hatten gerade gegessen, sie waren im Restaurant, sie gucken aufs Meer, entscheiden sich ins Meer zu gehen, zu schwimmen, schwimmen gemeinsam zurück auf diese Stadt, Landschaft, Pirans und es leuchtet und diese verschieden farbig eingetönten Häuser,

schimmern zusammen im Sonnenlicht und das Meer glitzert und er sagt wohl neben ihr, das muss ich malen. Das das muss ich malen, und sie kommen zu Hause in Düsseldorf an und er legt los und malt eben diese Serie Peran und natürlich sieht man nicht die Stadt Da drin und da drauf, aber es ist die Atmosphäre, die er mitnimmt und die er wohl auch gleich hat, irgendwie ins Bild bringen müssen.

Man merkt, dass du in die Atmosphäre dieser Sammlung schon erst nach einem Jahr so tief eingetaucht bist, so tief aufgesogen hast und so wunderbar den Gästen, dem Publikum, den Besuchern des Hauses mitgeben kannst. Das ist eine wahre Freude, ich bin so glücklich hier nach Lichtenstein gekommen zu sein, um diese Ausstellung erleben zu dürfen. Wenn ich jetzt an all die.

Fünfzigtausende Hörende, die diesen Podcast hören und überlegen, hm, wann wäre denn eigentlich ein guter Moment, um mal nach Liechtenstein zu kommen? Ja, also es lohnt sich natürlich im aus Franken. Aber es ist in der Tat so, es ist eine Ausstellung, die eigentlich ein Jahr andauert. Es gibt allerdings eine Veränderung in dieser, 3 Etage in diesem also den Begegnungen über 100 Jahre hinweg. Im Moment ist eben Gotthard Raupen und Lowis Korin zu sehen, aber ab 26. November gibt's einen zweiten Dialog und zwar der Paul Klee begegnet. Mhm.

Ist mit 22 Werken in unserer Sammlung vertreten, also wirklich ein großes Konvolut und wir haben eben auch fünf Werke von Paul Klee. Und ich ging zu auf Johns Calley und habe ihn gefragt, ob er Interesse hätte, ob er sich das vorstellen könne, ob er Spaß auf den Dialog hat, und war sehr gespannt auf seine Antwort, weil ich nicht sicher war, was er was er meint. Hier wird 80 dieses Jahr und ich habe mich unheimlich gefreut, als ich eine E-Mail bekommen habe. Hießt do that.

Und jetzt werden wir also im zweiten Halbjahr diese Begegnung zeigen, Und es war dann sehr schön, als er schrieb, also you know I have a clear two, ich habe selbst einen Klee und dann habe ich nachgefragt, ja was ist das? Ist das ein Werk auf Papier? Nein, es sei ein Gemälde, Und wir haben dann herausgefunden, dass er einen Clown, einen Clowndarstellung, Clown mit Kind von Paul Klee hat und er bringt also seinen eigenen Klee mit von 1931 und wir haben in der Sammlung ein Clownbild von Klee von 1929 und es begegnen dich zwei Clowns.

Und Paul Klee sich dann in unserem Gebäude wieder berühren werden. Genau. Was für eine schöne Klammer jetzt hier auch für diesen Podcast. Du sag mir noch, was verbindest du eigentlich mit Leichtigkeit? Ja, wenn wir uns mit Kunst befassen und gerade in die klassischen Moderne kann es manchmal schwer werden, weil es keine einfache Zeit ist und einfach historisch auch eine schwere und schwierige Zeit ist oft.

Diese Leichtigkeit kommt für mich dann eigentlich ans Licht, wenn ich den Eindruck habe, dass obwohl die Künstlerinnen und Künstler nicht mehr leben, sie anwesend sind. Und wir ihnen helfen können, ihren Auftritt zu haben, denn jedes Werk ist ja eine Einheit für sich. Also sie haben's hinterlassen und sie können keinen Einfluss mehr drauf nehmen. Und umso mehr empfinde ich immer diese Verantwortung dem gerecht zu werden, aber wenn man es als zu schwerwiegend wie so ein Buckelgeist sieht, dann fehlt einem auch dieses Spielerische, also gerade zum Beispiel beim Zusammenkommen von der Löwensberg von Bicasso. Das freut mich einfach diebisch, ne. Als das ein Moment von Leichtigkeit, Man sieht's wo wo das wirklich mal so ein bisschen ins Trubeln gerät das Ganze.

Und jammern einfach auch Spaß haben kann davor und Freude hat am eigenen Erleben und Sehen. Das ist das Leichte. Mhm. Ich kann's so sehr nachvollziehen. Liebe Karin, vielen, vielen Dank, dass du mich so wunderbar durch diese Ausstellung geführt hast. Sie hat mich doch schon auf eine ganz besondere Art und Weise berührt.

Und ich freue mich, dass du dir Zeit genommen hast, dass wir uns hier in den Liechtensteiner Alpen so intensiv austauschen konnten. Ja, vielen Dank für deine Zeit. Ich habe mich auch sehr gefreut. Auf bald. Auf bald. Music. Das war's für heute. Die nächste Folge erscheint in einer Woche. Und um sie nicht zu verpassen, folge der die Leichtigkeit der Kunst gerne auf deiner, Wenn dir diese Folge gefallen hat und dir auch die weiteren Episoden zusagen, dann hinterlasse doch gerne fünf Sternchen sowie eine wohlgesonnene Bewertung, Ich freue mich auch über Empfehlungen, Fragen, Kritik und natürlich auch weitere Themenvorschläge oder Gesprächspartnerinnen. Dazu kannst du gerne die Social Media Kanäle von die Leichtigkeit der,

oder eine E-Mail an folgende Adresse schreiben. Info at die Leichtigkeit der Kunst, Danke fürs Zuhören und tschüss bis zum nächsten Mal. Deine Claudia. Music.

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