Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 233

Jasmin Khezri – Illustration, Mode und die Kunst der Linie | Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst

Freitag, 14. Februar 2025 · 43 min

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Shownotes

Was macht Mode zeitlos? Wie wird eine Illustration zur Stil-Ikone? Und wie gelingt der Spagat zwischen Kunst, Kommerz und Individualität?

Jasmin Khezri ist Illustratorin, Kreativdirektorin, Modedesignerin, Herausgeberin und Schöpferin der ikonischen Kunstfigur Irma. Mit ihrer klaren Linie und einem Gespür für Trends hat sie es geschafft, Mode zu gestalten und zugleich Geschichten zu erzählen. In dieser Folge spricht sie über ihren facettenreichen Werdegang, geprägt von ihrer deutsch-persischen Herkunft und einer internationalen Karriere zwischen Illustration, Mode und Journalismus.

Wir erfahren, wie Irma zur Muse, Ratgeberin und Trendsetterin wurde, wie Khezri mit renommierten Marken arbeitet und welche Philosophie hinter ihren Kollektionen steht. Es geht um Haltung, Kreativität und die Kunst, sich selbst treu zu bleiben.

Welche Illustrationen oder Modefiguren haben euch geprägt? Und wo seht ihr heute die Schnittstelle zwischen Kunst, Mode und Gesellschaft?

Themen der Folge:– Jasmin Khezris deutsch-persische Herkunft und internationale Karriere– Die Entstehung und Philosophie von IRMASWORLD– Illustration zwischen Kunst, Mode und Lifestyle– Zusammenarbeit mit großen Marken– Modekollektionen und kreative Prozesse– Kunst, Kommerz und Individualität– Stil, Haltung und Zeitlosigkeit

Links & Credits:IRMASWORLD (irmasworld.com)

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Music. Und herzlich willkommen zu meinem Podcast die Leichtigkeit der Kunst. Ein Salon Podcast über Kunst, Kultur und Gesellschaft, Mein Name ist Claudia Linzel und ich freue mich sehr euch hier begrüßen zu dürfen, eingeladen mit mir in die Geschichten, Chancen und Herausforderungen einzutauchen, die meine Gäste als Zeitzeugen, Kultur und Gesellschaft prägen. Lasst uns über die Magie der Linien nachdenken, eine Linie so zart und minimal kann eine ganze Welt erschaffen, Pablo Picasso zeigte mit seinen Einstrich-Zeichnungen wie eine einzige ununterbrochene Linie voller Lebendynamik und Ausdruck sein.

Eine klare Linie verbindet Vorstellungskraft und Wirklichkeit. In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die klare Linie der Mode, wie sie uns Ausdruck verleiht, uns mit Ästhetik umhüllt und uns die Welt aus einer neuen Perspektive sehen lässt, was passiert, wenn eine solche Linie nicht nur eine Form, sondern auch eine Stimme wird, Wenn sie zu einer Figur wird, klar, elegant und voller Persönlichkeit, eine Figur, die uns Stil, Haltung und Selbstbewusstsein vorlebt Und wie wird Mode diese oft flüchtige Kunstform zu einem Spiegel der Gesellschaft, der uns inspiriert und zum Nachdenken anregt, Heute habe ich die große Freude, Jasmin Kathrin zu begrüßen.

Illustratorin, Modedesignerin, Artdirektorin, Herausgeberin von den Magazinen, Örmers World Satherbese Art and Luxury und realistate sowie Schöpferin der ikonischen Kunstfigur Irma. Jasmin hat es geschafft, Mode nicht nur darzustellen, sondern sie zum Erzählen zu bringen, ihre Arbeiten schmücken, renommierte Marken und Magazine und mit Irma hat sie eine Figur geschaffen, die zugleich Trendsetterin, Ratgeberin, unserer Zeit.

Liebe Jasmin, bevor wir tiefer in die Welt von eintauchen, möchte ich natürlich zuerst dich besser kennenlernen, kam es eigentlich dazu, dass du Illustration und Mode auch so einzigartige Weise miteinander. Danke dir, liebe Claudia, dass ich hier in deinem Podcast sein darf. Freue mich sehr, es fing einfach an mit an sich schon viel viel früher, als sich Artrektor beim Magazin Jetztwahl der Süddeutschen Zeitung, wo wir angefangen haben, Illustrationen zu schaffen, die ich damals in Form von eben einer Frauenfigur gezeichnet habe und es wurde plötzlich immer mehr die gleiche Figur, dieser immer gleich aus und damals war es eine rein dekorative, visuelle Umsetzung einer Frauenfigur, einer jungen Frau.

Es war damals, wo diese Techno-Bewegung startete und wir das durch Fotografie und aber auch vor allen Dingen durch Illustrationen im Jetzt-Jugendmagazin umgesetzt haben, dann verging das so viele Jahre, dass ich dort meine Illustrationen geschaffen habe und wurde dann Attraktoren von Mary Claire und hatte dort sehr oft so psychologische Themen illustrativ umgesetzt.

Und irgendwann rief eine Agentin aus Tokio an, also in der Redaktion von Marie Clair bei Gruner und Jahr, die wissen wollte, können sie mir den Kontakt zu der Illustratorin Irma machen? Woraufhin ich das gemacht habe, beziehungsweise gesagt, das bin ich und äh sie sagte ja, ich würde sie gern unter Vertrag nehmen und dann fing an sich meine internationale Umsetzung für Firmen wie Louis Vuitton oder Gior oder Shiseido für die Illustrationen umzusetzen für Schaufenster, Einladung, Packagings, aber nur für den japanischen Markt. Ich bin dann zeitnah auch nach Tokio gereist, ähm die Illustratorenagentur kennenzulernen heißen die und um ihr einfach ein Bild über den Markt zu machen, wo ich da zu der Zeit sehr viele Aufträge hatte und das hat mich wahnsinnig fasziniert und ich fing dann an zu schreiben, ich bin an sich keine ausgebildete Journalistin, ich habe auf der Parson School of Design Kommunikations

Design studiert, wo eben visuelle Umsetzung, dann mit Text verbunden worden, aber auf einer sehr künstlerischen Art und Weise. Das heißt, nicht der klassische Journalismus, sondern eher so eine Art äh Bild, Sprache. Und als ich in Tokio war, habe ich angefangen die Reisegeschichten, die ich erlebt habe in Tokio, ob das jetzt ein Restaurantbesuch war oder Museumsbesuch, den aufzuschreiben, aber es so zu schreiben, als ob Irma das erlebt Und das war so das erste Mal, wo ich Irma als Person gesehen habe. Vorher war es einfach nur meine Unterschrift, um dieser Zeichnung einen Namen zu geben.

Und dann wurde es plötzlich eine Geschichte zu der Person, die es dann gab und damals hat mir auch sehr meine Agentur, also Tieco Socials, hat mir da sehr geholfen und hat gesagt, das ist genau eine tolle Idee für den japanischen Markt, weil die Frauen wollen sich identifizieren und schreibt doch einfach mal weiter und so ging das dann und irgendwann zweitausend.

Habe ich dann meine ersten Kolumnen für Glamour geschrieben, Damals war Bettina Winrich die Chefredaktion. Die fand das eine tolle Idee. Wir lebten zu dem Zeitpunkt in London und ich habe einfach alles aufgeschrieben, was ich so in London erlebt da war damals Anfang 2tausend sehr viel los, nicht nur im Fashion-Bereich, auch tolle neue Hotels machten auf, Restaurants und somit hatte ich in Glamour mehrere, unter anderem eine Travel Kolumnen und später dann auch irgendwas Modeatelier und das war an sich mein erster Touchpoint, wo ich Irma im Zusammenhang mit Mode gesehen habt. Das war eine Kolumne wo man Ein It-Piece genommen hat, was gerade im Trend war und Irma hat gesagt, wie man das selber zu Hause nachmachen kann. Also an sich eine sehr altmodische Umsetzung einer Kolumne, aber das war sehr lustig und hatte auch

sehr viel Erfolg. Das ging mehrere Jahre und er ist peu a peu. Also auch weit davor war dann mal Theresa ein Kunde von mir, sprich einer der Ersten in Deutschland, die sich ja die sich getraut haben mit Illustration, also illustrativ Dinge umzusetzen. Ich habe damals für die, die Rechnungshüllen gemacht oder auch Packagings oder Grußkarten, die sie dann ihren Kunden verschicken konnte. Es war damals an sich ein ganz guter Move, so hat.

Onlineshopping irgendwie persönlicher gemacht, weil es war eine gezeichnete Sache dabei, wenn man etwas gekauft hat, also sehr persönlich, sehr liebevoll an sich gestaltet Das waren so die ersten Touchpoints und dann 2005 kam an sich der große Durchbruch mit einer kleinen Capsul Collection für Celine, die Damals war noch nicht Fibifeilo bei Celine, es war davor wo ich eine kleine Capsel Collection mit Orma-Illustrationen gestaltet habe, sprich es gab die T-Shirts, Bags all diese Dinge und meine Aufgabe war es, die zu illustrieren, dafür Illustrationen herzustellen und das war natürlich international toll.

Die Kampagne beziehungsweise die Capsel hieß allerdings nicht Irma, sondern Miss Lilly, weil Marketing Research gezeigt hat, dass der Name Lilly international besser funktioniert als Irma, für die Brand Celine und das war dann so die erste, ja die erste Kollaboration, die international war und dann kamen halt immer mehr. Das war am Anfang.

Eher sehr rein illustrativ. Natürlich für Glamour auch, wo ich geschrieben habe. Aber die Verbindung zu Mode, die war immer irgendwie da. Also ich habe immer T-Shirts handbemalt oder Polars gemacht. Ich hatte auch Aufträge, wo ich dann T-Shirts gestalten musste. Aber es war noch nicht, dass ich an Kollektionen gedacht habe. Das kam wirklich erst als die Pandemie startete du erzählt es grade der Beginn der na ja vielleicht nicht der Beginn aber die Hochphase der Techno-Bewegung und dann kommt.

Immer eine neue Kunstfigur, Irma ist so gar nicht neunundneunzig. Du jetzt, aber du kennst die alte Oma nicht. Also, Oma sah damals aus wie ein klassisches Technogirli. Und ich weiß noch, es war eine lustige Geschichte. Rebecca Kasati, ich und Johanna Adrian, Waren damals zur gleichen Zeit bei jetzt und haben dort gearbeitet und äh sehr stark auch das Heft visuell, aber auch inhaltlich, in eine Richtung gedreht. Und irgendwann hat der Stern, das war genau zu der gleichen Zeit, eine Geschichte über Girlies gemacht und da waren wir auch Teil dieser Geschichte und, Irma, also die Illustration sah damals.

Einfacher anders aus, ja? Sehr viel jünger. Wie halt damals ein Girlie aus der Techno-Szene aussah, mit Minis Girls, Superhighplateaus, Mini-Teas, also das, was jetzt grad wiederkommt, war damals an sich so das Ding. Mhm. Also äh sprang im Haar, also halt Girly und so sahen wir mal aus und das passte eben auch sehr gut zu der Zielgruppe, das Jugendmagazins. Das Tolle ist, dass wir natürlich bei so einem Jugendmagazin, was ich nicht am Kioskverkauf wirklich kreative Freiheit hat und das alles umsetzen konnten. Das heißt, ich konnte illustrieren. Das war damals nicht so normal, dass man in so Zeitschriften Illustrationen macht. Und ich habe gedacht, ob es vielleicht ein Vorbild gibt, eine also es gibt einen französischen Illustrator, der heißt Shiraz, Kiras geschrieben mit K. Der hat sehr viel für die Zeitschrift Louis

in Frankreich produziert. Der hat Laminets gemacht, die sind kleine, sexy süße Mädchen, die auch zu kleine T-Shirts und zu kurze Röcke tragen, die ihr eben für die Zeitschrift Louie gemacht hat, Und das hat mich schon sehr fasziniert. Ich war in Frankreich in der Schule, habe dort auch studiert. Das heißt, so dieses Französische Frauenbild, ja viel Haare, große Augen, super skinny, das war so schon.

Mein Role Model damals, so wie ich auch immer darstellen wollte und wie ich auch selber sein wollte, sehr wahrscheinlich, hat mich das schon damals inspiriert und ich habe mir damals Bücher gekauft von Shiras, weil ich die einfach toll fand, wie er illustriert hat. Inhaltlich gesehen war es sicherlich, aber das kam erst später nicht visuell gesehen, meine Großmutter, die Oma hieß, das war überhaupt, ich musste ja dieser Figur einen Namen geben und dann habe ich überlegt, wie nenne ich die und da gab's damals so, Modenamen in der Zeit, ja, Zoe war mal im Gespräch. Dann habe ich gesagt, ich weiß nicht, was mache ich, wenn die Mode vorbei ist. Es muss irgendwie einen persönlichen Touchpoint haben und ich wollte nicht

Als Jasmin nennen, weil dann jeder sofort gesagt hätte, ah du malst dich, was eh die Leute sagten, weil Oma hat lange braune Haare, wie ich auch immer hatte. Und meine Großmutter Irma die war ein großes Vorbild, weil. Die hat viel gesammelt, die war mit dem Bildhauer Karl Filz verheiratet, war in dieser Künstlersiedlung in Düsseldorf sehr angesiedelt. Mein Großvater war Professor an der Akademie und später im Bauhaus. Das heißt, da waren so, Elemente, die gut zu Omas Leben passten, obwohl das natürlich sehr auf Deutschland bezogen war. Meine Großmutter war Einkäuferin von dem Modehaus von Konfektionshaus Peek und Cloppenburg, In den 50erjahren, also sehr, sehr früh. Das heißt, die ist äh sehr, sehr früh hat sie eine Abteilung aufgebaut, sprich damals die Kostümabteilung. Das waren

Damals so das Gängigste, was man in der Damenoberbekleidung hatte und ist dafür gereist nach Paris, hat äh Modelle gekauft bei Nina Ritchi, bei Chanel, Und ist dann mit diesen Prototypen nach Berlin gefahren. In Berlin waren früher in den fünfziger, 60er Jahren die Produktion, die Modeproduktion und hat dann das nachmachen lassen, also mit anderen Worten kopiert. Natürlich abgeändert, Und das hat mich sehr fasziniert, wenn sie davon erzählt hat und sie hatte natürlich auch immer Kostüme an was sie bis zu ihrem Tod immer noch hatte und wie sie das getragen hatte, fand ich immer sehr faszinierend. Also modisch gesehen war das schon irgendwie, eine Inspiration und dein Großvater? Mein Großvater habe ich nie kennengelernt, der ist im Krieg gefallen und,

Der hat halt Skulpturen gemacht, hat an der Akademie in Düsseldorf studiert. Und hat sehr viel da gearbeitet, aber er konnte sich an sich nicht so wirklich weiterentwickeln, weil er zu früh gestorben ist, aber dieses Leben, was sie damals geführt haben in der Siedlung Golsheim, die ja denkmalgeschützt ist in Düsseldorf dieses Leben, wo auch meine Großmutter lange noch nach dem Tod meines Großvaters mit meiner Mutter gelebt hat, ist ist sehr bezeichnend für für alles, was was danach kam. Meine Mutter hat darüber auch ein Buch geschrieben.

Über ihr Leben in der Siedlung Golzheim, über das Ganze damals war in Düsseldorf eine große Künstlerbewegung. Also da gab's den Malkasten und ich kenne das halt nur aus Erzählungen von meiner Großmutter und meiner Mutter. Bist du in Düsseldorf geboren und ich bin in Kaiserswert geboren und war dort auch, bis ich vierzehn, 15 war.

Und bin dann nach England ins Internat gegangen, was zu einer Zeit war, wo das überhaupt nicht Mode war, dass man sein Kind nach England schickt. Es hat sich aber so ergeben und war dort in der Schule, was mir nicht so gefallen hat, weil es doch sehr rough war und sehr sehr anders und bin hinterher nach Südfrankreich gegangen, wo meine Eltern auch gelebt Und, Ich konnte dort dann in eine Schule gehen und einen Abschluss dort machen, was was für mich besser war. Dein Vater ist Persa, richtig, genau. Wie sehr hat dich diese Kultur geprägt zu diesem Zeitpunkt, als ich in Frankreich lebte, sehr, das war, Mitte der achtziger, Anfang der Achtziger. Es war auch gerade als Teheran sehr viel passierte. Der Schar starb ja schon weit vorher, wo viele persische Kinder,

Also iranische Kinder müsste man sagen. Nach Paris oder nach Südfrankreich kamen, weil ihre Eltern hatten dort Ferienhäuser und die mussten halt vom Land raus und die lebten dann dort. Und so waren wir alle so ein bisschen, also ich lebte damals alleine, weil meine Eltern mein Vater arbeitete, dieser Zeit noch in Deutschland. Das heißt, ich war auch viel alleine dort und die waren auch viel alleine dort, weil ihre Eltern noch in Teheran waren. Und da entstand natürlich so eine Gruppe.

Und da entstand natürlich auch viel Austausch der Kulturen und wir waren ja alle Gast in einem fremden Land, also sprich in Frankreich, was uns alle sehr geprägt hat. Also ich ich liebe Frankreich, bin, sehr diesem Land zugezogen und ich glaube, das kommt aus dieser aus dieser Zeit, das ganze Kulturelle weit nach hinten gesehen, also zum Beispiel die Kleidung, die Kostüme, die Musik, das ist etwas, was ich später dann erst aufgenommen habe, als ich meine Kollektion kreiert habe, sprich jetzt erst vor der Pandemie, wo ich angefangen habe, mir zum Beispiel Jagdkleidung aus Kurdistan anzuschauen.

Wie es die vernäht, was was ist so besonders daran, ja? Da gibt es Schößchen, wo man gar nicht denkt, das ist ein Jagdgewand für ein Herrn. Und das habe ich aber dann in die Darmkonfektion gebracht, also habe Dinge übernommen und auch wenn man sich deine Kollektionen anschaut, man erkennt so viel Liebe zum Detail, so viel Farben, frohes, auch die Materialien, du arbeitest sehr viel mit Wolle, mit natürlichen.

Ja, natürlich habe ich mich damals gefragt, als ich das angefangen habe, brauchen wir noch ein Fashion-Label, zumal ich sehr viel über Mode geschrieben habe und mich damit beschäftigt habe. Und da habe ich gesagt, wenn ich etwas mache, möchte ich etwas machen, was wirklich nachhaltig ist. Also nicht nur, wo ich sage, okay, wir benutzen organic cotton oder wir lassen alles hier machen, sondern wir produzieren auch nur dann, wenn es wirklich gewollt wird. Und so habe ich ein Konzept kreiert, was, ich habe einen Onlineshop, der international liefert und in diesem Onlineshop kann man Dinge bestellen, die hier in Deutschland, also in München, im Atelier produziert werden.

Und innerhalb von fünf Tagen, manchmal sind's auch acht verschickt werden können. Die ganzen Materialien, so sich aus Baritalien, aus den Stoffmühlen oder ich arbeite sehr viel mit Peer Frey, mit Archivstoffen zusammen. Die quasi nicht mehr nachproduziert werden, die ich dann kaufe, ich arbeite viel mit Restestoffen von der Savaro, also an sich Herrenstoffe, besonders wenn es um Hemden geht, was ich sehr schön finde, diese sehr femininen Schnitte von mir mit Herrenstoffen zu kombinieren, dieser Kontrast ist für mich sehr spannend, weil Herrenstoffe auch fester sind, mehr Stand haben.

Viel mehr solide sind und an sich auch, finde ich, so eine eigene Sprache sprechen. Also ich versuche die Sachen, die ich mache, sind an sich sehr klassisch, zum Teil auch konservativ, aber eben wie du schon sagst, durch Details, durch Farben, durch Stoffe, durch durch Vintageknöpfe, das sind so unsere Attribute, die ich so reinsetze, um sustainability, zu zeigen oder einfach Dinge zu produzieren, die, die auch wirklich gebraucht, beziehungsweise die man gerne haben möchte, weil was brauchen wir schon? Wo ist die Schnittstelle zwischen Irma und Jasmin Kiesri Collec Also ich denke mal sicherlich ganz einfach die die Farben, die Art wie ich mit Farben umgehe, wie ich Farben zusammenstelle. Ich habe mit Orma auch sehr viel Collagen gemacht, wo man ja unterschiedliche

in der Hand hat und collagiert, so ist das auch ganz oft mit den Stoffen. Also dass ich weiche Stoffe mit härteren, raueren nehme, Seide oder leichtes Cotton mit Tweets zusammenmische. Das könnte man an sich so als Parallele sehen. Aber ich denke mal, ganz stark die die Farben, die Farbwelt. Welche Werte möchte Irma vermitteln? Sie steht ja für so eine No-Schalance, für eine Leichtigkeit.

Sie passt super in den Podcast. Ich möchte an sich mit meiner Kolle Also natürlich Leichtigkeit in erster Linie symbolisieren, aber es ist lustig, weil ich habe sehr viele Frauen, die meine Kollektion kaufen, die an sich in Jobs sind, die eher alles andere als Leichtigkeit symbolisieren. Das sind Juristinnen, Architekten Beraterin hast, also ganz unterschiedliche Frauen.

Die oftmals denke ich, dass auch wie so eine Art Rüstung sehen, aber Rüstung im positiven Sinne, nicht dass die jetzt kämpfen möchten, sondern dass sie sich wohlfühlen, wenn sie irgendwo stehen und einen Vortrag halten Es ist eine Mode, die sicherlich sie hat verspielte Femininelemente, aber ich würde nicht sagen, dass sie zu verspielt ist, absolut nicht. Sie ist natürlich auch für Frauen gemacht, die die so eine gewisse ja so ein sehr starkes Selbstbewusstsein schon mitbringen und an sich genau wissen, was ihnen steht ob das Farben sind, ob das Materialien sind, aber es ist immer wieder überraschend, wenn jemand in den Showroom kommt und er sieht, die Sachen kennt sie vom Netz und er erfasst sie dann an. Also die

Die Überraschung, die positive Überraschung, die ich immer erlebe, oh, ist das ein toller Stoff. Also die Stoffe sind an sich mein Haupt, ingrudient, meine Hauptzutat für die Kollektion, Irma eigentlich dein Alter Ego? Ich glaube irgendwann geworden. Am Anfang überhaupt nicht. Natürlich habe ich immer immer, Ich weiß noch, als ich angefangen habe, bin ich damals gab's Social Media noch nicht und ich bin dann äh wenn ich gereist bin zu Dior oder wo auch immer hingegangen und das war damals noch alles so schön und so toll gemacht, genäht und einfach fantastisch von der Haptik, Und dann bin ich nach Hause gegangen und habe das immer.

Gemalt und dann habe ich mir natürlich in dem Moment gewünscht, oh dieses Kleid hätte ich gerne. Ich kann's mir leider nicht erlauben. Also zeichne ich es, also male ich es. Und Irma ist irgendwann sicherlich ein Alter Ego geworden, wo sie hingereist ist. Klar, oftmals bin ich da auch gewesen, aber oftmals war ich da auch gar nicht, sondern ich habe mir gewünscht, dort zu sein.

Zeichnen ist etwas, was sehr entspannt ist und so gesehen, wenn ich im Akt des Zeichnens bin, entspanne ich, Und, Dann bekommt es mein Alter Ego. Zeichnest du Hände? Alle Sachen sind händisch mit Bleistift, Tinte oder mit Gouache gezeichnet, werden dann eingescannt. Es gibt unterschiedliche Arten wie Orma umgesetzt ist. Für Packagings oder eher abstraktere oder Sachen, die sehr viel vergrößert oder vervielfältigt werden müssen, ist sie zwar gezeichnet, handgezeichnet, wird dann aber mit schwarzer Tusche reingezeichnet. Diese schwarze Tuschzeichnung wird gescannt, und dann wird sie am Computer koloriert und dieses Kolorieren am Computer gibt dieses ja plastische.

Und für vervielfältigen, so kennt man sie zum Beispiel von Mai Theresa. So kennt man sie aus den Kolumnen von Glamour. Immer mehr mache ich aber diese freien Arbeiten. Es ist natürlich auch eine Zeitgeschichte, ne. Du machst es schneller, wenn du einfach deinen Tuschkasten aufmachst und Blatt Papier nimmst, wenn du reist, du brauchst nicht einen Scanner, weißt du, du machst es, du brauchst nicht diese Geräte alle, um um sie reinzuzeichnen, tauschst du dich mit ihr auch aus? Nein, gar nicht.

Oma macht, was ich will oder ich mache, was sie will. Leider ist kein da ist kein Austausch. Nein. Mhm. Das kann ich nicht sagen. Kennt Irma denn auch Traurigkeit? Ich würde sagen, nein, ich hatte während der Pandemie sehr viele Leserbriefe bekommen, wo wo mich Frauen um Rat gebeten habe, was ich dann aber weitergeleitet hatte beziehungsweise was für einen Rat viele identifizieren sich mit, weil sie gezeichnet ist, was wahnsinnig schön ist, was eine große Gruppe von unterschiedlichen Frauen, Typen und Charakteren abholt. Das ist an sich eine sehr schöne Geschichte, aber, Ich sehe mich nicht in der Position, dass ich jetzt psychologischen Rat gebe oder äh was auch immer, das das möchten wir an sich gar nicht. Dazu ist es dann auch, muss ich ganz ehrlich sagen, zu oberflächlich. Wir haben aber.

Das haben wir in den letzten Jahren gemacht. Wir haben sehr oft Events, die wir die wir hosten, wo ich unterschiedliche Frauen einlade und entweder für andere Firmen wiederum oder im Rahmen von meiner Kollektion oder von und dieses Zusammentreffen von gleichgesinnten Menschen, gleichgesinnten Frauen ist sehr, sehr schön und die holen sich jetzt kein Rad, vielleicht schon, das weiß ich nicht, aber sie lernen sich kennen, sie tauschen sich aus und das ist für mich an sich der nächste Schritt, noch stärker gehen möchte. Ich möchte Omas World nicht nur als Magazin sehen, sondern als Plattform.

Wo Dinge stattfinden, ob das Events sind, so wie du vielleicht gesehen hast in letzten Jahr, ob das der Christmas Market, den ich im organisiert habe, wo ich unterschiedliche Frauen, die Artisanal arbeiten, Produkte erschaffen, zusammenbringe und so dass sie Omas World, also sprich im Rosewood quasi so eine Art Showcase ist, um diese Frauen vorzustellen. Mein Leserin, meinen Kunden, damit die wiederum etwas Neues erfahren und das hatte ich im Oktober auch schon mal gemacht. Da war es mit einer Keramikerin, die zwischen Kärnten und Rom lebt, und einer Schmuckdesignerin aus Kopenhagen, also diese Welt, die wir quasi zweidimensional in unserem Magazin vorstellen, die möchte ich gerne dreidimensional machen, noch viel viel stärker.

Eigentlich ist Irma ja schon Mitte 20, aber in Wahrheit ist sie ageless. Wie schaffst du es, dass sie über einen so langen Zeitraum ihre Aktualität, ihre Eleganz. Ja ihre Liebenswürdigkeit bewahrt. Ich meine, es gibt so viele unterschiedliche Strömungen. Ich glaube, es ist ganz einfach. Also ich bin ein sehr guter Beobachter. Ich liebe es, Dinge zu beobachten und die setze ich in Orma um, also ist wie so eine Art Leinwand des jetzigen Zeitgeschehens oder des Zeitgeschehens, in dem wir grade sind und da bediene ich mich aus den unterschiedlichen Kategorien wie Kunst, Film, Musik, Literatur, Literatur eher nicht so stark. Ich würde eher sagen, hauptsächlich die Kunst und die Mode.

Und das Reisen natürlich, weil Oma ist eine Reisende. War sie schon immer, bevor das Thema so groß wurde, wie es jetzt zur Zeit gerade ist, die Menschen reisen wahnsinnig gerne und dieses in, Aktion sein, dass es sehr ja wie soll ich sagen zeitlos, Ja, das ist äh mobil, Mobilität. Das wollen wir alle sein. Und das möchte ich auch sein als als Mensch. Ich möchte, obwohl ich natürlich nicht 20 bin, möchte ich einfach diese Mobilität zeigen und das auch Frauen zeigen, dass das an sich der Schlüssel ist, ja?

Zu vielen Dingen. Als Reisende, welche Orte sind ganz, ganz wichtig. Man hat ja so seine Lieblingsorte und ich finde, man kann das gar nicht so jemanden empfehlen, weil es gibt Menschen, die lieben Abenteuerreisen, die sind sehr nah mit der Natur. Es gibt Menschen, die möchten mehr Städte erleben, oder die möchten äh luxuriöse Reis machen oder Abenteuerreisen, je nachdem. Ich persönlich, Kann nur sagen, was mir gefällt, aber es ist an sich eher so, dass mittlerweile wir Arbeiten natürlich sehr sehr viel mit Reise, Unternehmen zusammen, mit Hotels und da ergibt sich natürlich eine Art.

Reise-ID, Identity kann man sagen, ja, was einem gefällt. Ich liebe Frankreich, das merkt man, wenn man irgendwas world liest aber ich bin sehr offen für alle Arten von Reisezielen würde ich sagen. Irma und selbstverständlich auch du, Ihr werdet wahnsinnig authentisch, glaubwürdig wahrgenommen. Wie schaffst du die Balance zwischen einer authentischen Darstellung?

Und gleichzeitig einem, Produkt, das verkauft. Hä, das ist äh eine gute Frage, die ist auch sehr schwierig zu beantworten. Auf der anderen Seite ist es an sich ganz leicht. Also wir überlegen an sich, wir sollten vielleicht mehr strategisch überlegen, aber es ist sehr aus dem Bauch heraus. Es ist sehr, was wir in unserem Team besprechen, wie wieso die Tendenzen sind. Die Werbung ist an sich der Kunde der etwas kauft, der glücklich ist. Wir versuchen, wir legen sehr, sehr großen Wert auf Customer Services. Also die Kunden können uns schreiben. Sie kriegen sofort Nachrichten zurück. Selbst ich Beantworte persönlich meine ganzen Direct Messages, weil ich das sehr wichtig finde. Oder vielleicht anders gefragt

bei Kooperationen. Was ist dir wichtig bei einer Marke, dass sie Teil von Irma werden darf. Das ist gewachsen über die Jahre. Als ich mit angefangen habe, habe ich nicht gesagt, oh, ich möchte nur für die Luxusbranche arbeiten. Das war so überhaupt nicht. Das ist wirklich gewachsen und wenn ich drüber nachdenke, ist es ganz stark, durch die Reise gewachsen. Ich bin damals sehr, sehr viel gereist und habe mich sicherlich, ich habe keine Backpacking-Reisen gemacht, sondern sicherlich Reisen in sehr schöne Hotels.

Sie muss nicht unbedingt immer teuer sein, aber sie hatten so ein gewissen Lifestyle. Wenn man das so sagen darf und dann. Sieht man das natürlich auch, wie es optisch übersetzt ist, welche Typografie ich nehme für meine Artikel, Das zeigt ja und das sind ja alles Signale, die wir setzen können, um zu sagen, ah, ich bin eher ein Luxury Produkt oder ich bin eher ein Mainstream-Produkt. Irma Wanny-Mainstream. Irma ist viel zu nieschig, um Mainstream zu werden, Das machen andere sehr viel besser, glaube ich. Vor ein, zwei Jahren würde ich sagen, bist du dann auch corporate publisher geworden. Du hast, Das Magazin Irmas World, du arbeitest für Sutabys, so haben wir uns ja auch kennengelernt. Mhm. Ich habe an sich schon immer Magazine gemacht,

Also ich habe immer als Art Direktor Magazine gemacht, habe dann irgendwann gesehen, ja das ist toll, das ist an sich nur die Oberfläche, aber man kann thematisch nicht viel verändern, beziehungsweise da ist ja dann die Chefredaktion davor, was sehr gut funktioniert, wenn beide kreativ denken, aber oftmals ist es nicht immer so, ist ja klar, und habe dann angefangen zunächst erst mal zweitausendsieben mein digitales Magazin zu machen, was sich inhaltlich sowie optisch komplett, gemacht habe. Mittlerweile sind wir ein Team von Leuten, die für mich arbeiten, für uns arbeiten.

Die schreiben, die die Grafik machen, all das und so kam es dann vor zwei Jahren, dass Sassibis in München mich gefragt habe, ob ich mir vorstellen könnte, das, was ich digital mache, auch im Print umsetzen können. Das Omas Work Dot com Magazin, da geht es hauptsächlich um Reise, um Design, um auch um Fashion, es gibt Interviews mit interessanten Persönlichkeiten, es gibt Hotelbesprechung. All diese Dinge, ja, die man in Zeitschriften liest und wollte damals, dass wir das für, für sie umsetzen und das habe ich dann zunächst für das realistdate Heft gemacht, habe daraus ein Magazin gemacht was ich finde optisch sehr ansprechend ist, was sehr modern ist, was sehr viel über Leben, über Wohnungen, über Menschen, über Orte erzählt und dann ein Jahr später habe ich dann art in Luxury gemacht für Sassibes.

Und da ging's natürlich hauptsächlich um Kunst, was ein wunderbares Thema ist und diese beiden Hefte betreuen wir seitdem. Welche Rolle spielt Kunst für dich? Ah, Kunst ist wahnsinnig wichtig. Kunst war an sich immer in meinem Leben. Also ich bin immer in Museen gegangen. Damals, als ich mein erstes Jahr auf der in Paris war, war Sich an sich nur im Louvre und habe diese Figuren gezeichnet. Es hatte fast was meditatives, weil ich fand's an sich ehrlich gesagt ziemlich langweilig, diese Figuren zu zeichnen. Ich wäre viel lieber in den Tholerien und habe dann Frauen gezeichnet, wie sie toll, schick angezogen waren. Also das war viel spannender. Aber ich habe natürlich kapiert, ich muss erst den Ursprung checken

bevor ich einen Schritt weiter gehe. Man lernt wahnsinnig viel über Proportionen und so war ich an sich immer, ich war früher auch mit meinen Eltern, wir sind in Museen gegangen, ich war in Malschulen als Kind, diese klassische Sache, die man mit Kinder macht. Als ich meine Kinder bekommen habe, waren wir nur im Museum, weil mich haben die Spielplätze gelangweilt. Ich habe da immer gedacht, was mache ich, da sitze ich da die ganze Zeit und so sind wir, einfach in Museen gegangen und ich habe dann oft auch andere Kinder mitgenommen, Freunde von denen und die fanden das ganz spannend und ich fand es auch toll dann Geschichten zu erzählen anstatt Bilderbücher anzuschauen, haben wir dann.

Bilder gesehen und ich habe mir irgendwelche Geschichten überlegt oder von den Künstlern erzählt. Also, Kunst ist ein ein großer Bestand. Aber ich würde nicht sagen, dass ich das jetzt auch akribisch jetzt verfolge, wenn ich in einem Land bin, was ich nicht kenne, gehe ich erstmal ins Museum. Ist für mich ein Weg, wie ich ein Land kennenlerne, genau wie ich erstmal, schön essen gehe, um den Geschmack des Landes zu also diese visuelle und ja über die Sinne etwas zu erkennen finde ich sehr spannend und da finde ich steht die Kunst sehr im Vordergrund für mich gibt es einen Moment, der dir da besonders in Erinnerung geblieben ist. Also ich denke, meine erste Reise, als ich nach New York geflogen bin. Und es gibt so Momente, da macht's so Klick

in einer, ja, damals kann man nicht sagen, Karriere, da war ich ja noch Studentin. Als ich in Guggenheim war und danach, Downtown gefahren bin und mir Book Stores angeschaut habe. Und dieser Zusammenhang, plötzlich alles war da so schön und dann bin ich die Straße untergegangen, da gab's so ein Restaurant und die Menükarte, die draußen im Showcase war, dieser eben auch so schön aus. Das kannte ich vorher.

Selbst aus Paris nicht. Da war alles damals sehr französisch, aber dieser neue Einfluss, ja, von Farben, von Typografie, von Kunst, dass das Zusammenspiel habe ich an sich das erste Mal in Amerika. Kennengelernt oder gesehen. Und dann war für mich auch klar, ich muss aus Paris weg, weil das bleibt zu eng, und bin dann nach Los Angeles gegangen. Da gab's auch eine Dependance der Universität von von Parson School die hieß in Los Angeles Oders Parison School of Design und da habe ich mir gedacht, dass an sich toll nach LA zu gehen war.

In LA gab's damals die großen Filmplakate, alles, was du als Grafiker machen willst, tolle Grafikdesigner kamen aus Los Angeles, also musste ich in diese Stadt und da waren sehr, sehr viele Schlüsselelemente, ja. Da gab es die Werbung, die dort ähm Hollywood Bulle war, die du auf den Bildboards gesehen hast. Das hat mich wahnsinnig inspiriert. Dann natürlich auch äh Grafiker wie David Carson.

David Carlson mein großes Vorbild, Surfer aus ich San Francisco oder Kamel. Ich weiß gar nicht mehr, wo er herkam. Der hat damals Typographie genommen, die komplett verzerrt und in anderen Contents gesetzt und das hat mich damals sehr, sehr fasziniert und so habe ich damals auch sehr stark. Meine Arbeiten gemacht. Ich habe auch den Eindruck, wenn ich mir deine Werke anschaue, dass das Licht eine unheimliche Kraft hat oder einen unheimlichen Einfluss hat. Das wirkt alles vom Licht geküsst, Leid, ja Licht ist das war ein großes Thema in Los Angeles. Ich meine äh jeden Tag scheint die Sonne, äh die Farben sind komplett anders, die Farben sind alle etwas verblichener, sie sind nicht Vibrand wie in London

was ein kühles Licht hat Sie sind eher verblichener, sie sind jeder, der in Los Angeles mal zum Sonnenuntergang oder Aufgang war, weiß, dass alles wie ein Schleier ist. Und diese Farbigkeit, die hat mich damals sehr geprägt und die ist auch heute besonders, würde ich sagen, meiner Sommerkollektion zu sehen, ja, wie die Farben sind. Klar, ich habe im Winter ein starkes Rot, aber ich habe im Sommer mehr durch die Sonne verblichene Farben.

Das stimmt. Mhm. Diese Momente, die sind so licht geküsst dass man das Gefühl hat, man taucht quasi mit in dein Werk in das Licht ein. Das ist schön, das ist auch so soll es sein. Ist, wie du schon sagst, diese Leichtigkeit, ich meine, so wie die Figur über die Jahre gewachsen ist, ja, dieses leichte und dieses.

Elfenhafte, das ist durch die Illustration sehr verkörpert. Nichtsdestotrotz, es sind keine schweren Themen, die bespricht. Es sind Reisethemen. Natürlich berichte ich von schönen Reisen und Orten, wo die Menschen gerne sein möchten grade und deswegen sehen die Zeichnungen auch so aus. Du spielst wahnsinnig viel mit Formen, mit Farben, mit unterschiedlichen Typografien.

Das ist, glaube ich, kommt aufgrund von meiner meinem Studium, vom Paris and School of Design, weil da hat man sehr viele Regeln gelernt, also zum Beispiel wir haben gelernt, wie wie setzte ich, wie schreibe ich Typografie, Und dann haben wir die Regeln komplett über Bord geworfen und haben unser Ding gemacht. Jeder sehr künstlerisch umgesetzt. Das ist, glaube ich, die Philosophie von der Person School.

Die damals in Deutschland überhaupt nicht war, Also ich weiß, mein erstes Vorstellungsgespräch bei Mendell und Obera ein sehr, sehr gutes Büro damals. Da habe ich mich vorgestellt und bin weinend rausgegangen, weil irgendwie mal eine Mappe auseinandergerissen, hat gesagt, das geht doch gar nicht. Was machen Sie mit der Typografie und so? Und ich habe sicherlich meine ersten Jobs auch bekommen.

Dann letztendlich, weil es anders war. Es musste halt passen. Es hat auch sehr gedauert, mich hier anzupassen am deutschen Markt. Aber mittlerweile ist das ja gar nicht mehr so. Es ist ja sehr international alles. Es ist sehr offen und äh mein Magazin ist ja auch international. Ich habe ja nicht nur den deutschen Markt, wir haben auch unsere Kollektion wird bis nach Soul verkauft nach Indien haben wir neulich ein Paket verschickt, also dieses internationale ist mein Anker, Da fühle ich mich wohl. Das ist eine Plattform, wo man nicht eine Richtung gehen muss, wie du grad sagst. Ich meine, die klassische, deutsche Bauhaus Typografie ist wunderschön, ja? Oder die Schweizer, die Helvetica, das hat alles eine Berechtigung,

Es ist nicht unbedingt meins. Was macht dich so sicher? Also nach dieser ersten Niederlage, da sagt so eine tolle Institution, nein, das gefällt uns nicht. Was gab dir die Sicherheit als junge Frau weiter daran zu glauben, den Weg, den ich gehe, der ist richtig. Also ich glaube, die Mobilität, wenn man das so sagen will, wenn etwas nicht funktioniert, dann dann erstarre ich nicht, sondern ich bin mobil, beste Beispiel ist, wann habe ich mit der Kollektion angefangen, als alle aufgehört haben zu arbeiten, als es damals hieß in der Pandemie, Büros müssen geschlossen werden, Mitarbeiter dürfen sich nicht treffen. Das war für mich ein Startschuss. Let's do it.

Ich finde Mobilität ist ganz, ganz wichtig, wenn es nicht mehr weitergeht. Wenn man eine Absage bekommt, wenn etwas, was man kreiert hat, nicht funktioniert. Ich habe keine Angst vor Niederlagen. Niederlagen sehe ich eher als, als Neubeginn für etwas. Also ich mache auch Teile in der Kollektion. Neulich ein ein Kleid entwickelt. Da hat eine Kundin gesagt, oh Gott, das Kleid ist ja grauenhaft, Ja und dann habe ich mir das noch mal angeschaut. Sie hat gesagt, sie hat Recht. Das stimmt. Das machen wir anders. Also ich finde dieses Nachaußengehen, Dinge zu zeigen, seinen Mitarbeitern auch wirklich, die Möglichkeit zu geben, wirklich ihre Meinung zu sagen. Man muss natürlich einen Faden haben. Man muss eine Richtung gehen, sonst wird man verrückt. Aber ich glaube, diese Mobilität verhilft einem sehr von einem Schritt in den anderen zu gehen, an Stelle

zu verstarren. Hast du Mechanismen, um diese Perspektive dann zu wechseln, um den Faden zwar dennoch festzuhalten, aber vielleicht eine neue Farbe zu verleihen? Ah, ich denke auszuprobieren ist sicherlich etwas, aber man sollte schon. Besonders, wenn man das schon so lange macht wie ich, eine Art Toolbox haben, ja? So, ich nenne das jetzt mal so, Art Leitfaden haben, wie man nicht nur arbeitet, sondern auch sein persönliches Leben lebt, finde ich, hilft einem.

Du arbeitest gerne in dreier Motiven. Du hast zum Beispiel. Eine Detailaufnahme, dann kommt ein Moment der Bewegung, ein Moment mit Menschen, vielleicht sogar aus dem Bild rauslaufend oder reinlaufend und im nächsten sieht man so einen All-over-Blick und Ich habe das Gefühl, dass diese Trilogie deiner Werke ja. Immer eine kleine Geschichte erzählen, Ich finde es spannend, Geschichten mit Bildern zu erzählen. Ähm dafür brauche ich, Kontraste überhaupt generell Kontraste finde ich sehr interessant und wenn ich ein Ein close up neben eine Landschaftsstelle, dann erzeuge ich Dimensionen, und das wiederum erzeugt Spannung. An sich eine ganz einfache Geschichte. Außerdem erzählen Doppel- oder Trippelbilder sofort mehr, als wenn ich nur ein Bild zeige. Also ich kann damit manipulieren, wie das

Bild, was rechts steht, durch das Bild, was links steht, eine ein Gesamtgefühl erzeugt das ist ein Mittel aus der Toolbox, würde ich mal sagen. Wir nehmen Ende des Jahres 24 auf, welche Perspektiven hast du für fünfundzwanzig? Ah ja, es wird sicherlich weiterhin sehr viele Pop-ups geben in verschiedenen Städten.

Das ist etwas, wie wir quasi unsere Inhouse PR machen, so kann man's sagen. Wir Uns mit Menschen, die gleichgesinnt sind, die auch wie wir arbeiten, aber aus einem anderen Bereich oftmals, ob das jetzt eine Schuldesignerin ist oder eine Schmuckdesignerin oder eine Floristin oder ein Restaurant, was auch immer und die laden uns dann ein und wir präsentieren in diesem Rahmen unsere Kollektion. Ich war zum Beispiel bei der Leslie Sturm in Zürich. Vor ein paar Wochen, die eine Interior-Designbüro hat.

Und wo wir unsere Kollektion einfach nur präsentiert haben, um dort den Menschen zu zeigen, was wir machen. Und das funktioniert an sich sehr gut, weil wir sind vor Ort, wir erzählen unsere Geschichte, die Menschen können unser Produkt kennenlernen und das möchte ich an sich noch verstärken. Ich schaue sicherlich, ob es irgendwelche Konzepte gibt, die müssten aber wirklich sinnvoll gestrickt sein, wie man Retail neu definieren kann, wie es spannend ist, dass die Leute wieder einkaufen gehen in die Geschäfte gehen, was erleben und ich möchte natürlich immer diesen Aspekt, die Kollektion, das Produkt mit der Kunst, sprich meine Illustration-Art, es ist ja keine wirkliche Kunst, es ist ja eine angewandte Kunst, das in Verbindung zu bringen, das stelle ich mir sehr spannend vor und das möchte ich an sich für das neue Jahr auch noch so ein bisschen manifestieren, also noch stärker zeigen.

Und ich finde, wir haben heute einen wunderbaren Blick in deine Toolbox werfen dürfen. Wunderbare Geschichten, Inspirationen erfahren dürfen. Liebe Jasmin, ich danke dir, dass du dir am 26. Dezember Zeit genommen, Da bin ich in München. Liebe Claudia. Alles Gute. Danke. Music. Um sie nicht zu verpassen, folge der die Leichtigkeit der Kunst gerne auf deiner, Wenn dir diese Folge gefallen hat und dir auch die weiteren Episoden zusagen, dann hinterlasse doch gerne fünf Sternchen sowie eine wohlgesonnene Bewertung, Ich freue mich auch über Empfehlungen, Fragen, Kritik und natürlich auch weitere Themenvorschläge oder Gesprächspartnerinnen. Dazu kannst du gerne die Social Media Kanäle, Leichtigkeit der Kunst nutzen oder eine E-Mail an folgende Adresse schreiben. Info at die Leichtigkeit.

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