
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 2
Kunst, Kultur und Identität – Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger
Freitag, 28. Februar 2025 · 56 min
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Shownotes
Kunst, Kultur und Identität
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger · die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!
Eine kulturelle Ausgangslage
Kunst und Kultur schaffen Räume, in denen Gesellschaft sich begegnet. Ohne feste Agenda, ohne unmittelbaren Zweck. Sie ermöglichen Austausch, Erinnerung und Zukunftsvorstellungen – oft leise, oft langfristig.
Diese Folge der Reihe Genau! Westfalen! nimmt das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen zum Anlass, über kulturelle Prägungen nachzudenken: darüber, wie Identität entsteht, wie sie sichtbar wird – und welche Rolle Institutionen dabei spielen.
Im Zentrum steht die Frage, wie kulturelles Erbe wirkt: nicht als abgeschlossenes Kapitel, sondern als fortlaufender Prozess.
Gäste
Barbara Rüschoff-ParzingerArchäologin, Landesrätin und Kulturdezernentin des Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung.Sie verantwortet seit vielen Jahren die strategische Ausrichtung und Förderung kultureller Projekte in Westfalen.
Weitere Gesprächsstimmen dieser Folge:
• Anne Karl (Kuratorin der Kaiserpfalz Paderborn (lwl-kaiserpfalz-paderborn.de/de)) – über die Ankerausstellung des Jubiläumsjahres 775 im Museum in der Kaiserpfalz
• Pauline Doutreluingne (Direktorin des Kunstvereins Arnsberg (kunstverein-arnsberg.de/?fbclid=PAZXh0bgNhZW0C…)) – über künstlerische Perspektiven in Westfalen
• Heiner Remmert (Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna (wlb.de)) – über das Projekt „Literaturland Westfalen“
• Jonas Riemer (Schauspieler und Initiator von Baddabäm (reset-muenster.de/baddabaem)) – über die Verbindung von Theater und westfälischer Identität
Kultur
Im Gespräch mit Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger wird Kultur als öffentlicher Erfahrungsraum sichtbar: als Ort, an dem unterschiedliche Gruppen zusammenkommen können, ohne sich festlegen zu müssen.
Kunst und Kultur erscheinen hier nicht als Erklärung der Welt, sondern als Angebot – als Möglichkeit, Zeit miteinander zu verbringen, Fragen offen zu halten und Perspektiven zu wechseln. Dieser Gedanke zieht sich als Haltung durch das gesamte Gespräch.
1250 Jahre Westfalen – Anlass statt Abschluss
Das Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wird in dieser Folge nicht historisierend betrachtet. Es dient als Anlass, über Gegenwart und Zukunft zu sprechen: darüber, was eine Region prägt, wie kulturelle Narrative entstehen und welche Verantwortung mit Förderung einhergeht.
Die 44 geförderten Projekte des Themenjahres stehen exemplarisch für unterschiedliche Zugänge: Archäologie, bildende Kunst, Literatur, Theater, Musik. Sie machen deutlich, wie vielfältig kulturelle Praxis sein kann – und wie Identität sich aus vielen Ebenen zusammensetzt.
Blicke, Wege, Prägungen
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger spricht über ihren eigenen Weg zwischen Archäologie, Verwaltung und Kulturpolitik. Dabei wird deutlich, wie stark Biografien institutionelles Denken prägen – und wie wichtig Vertrauen in Prozesse ist.
Kulturförderung erscheint hier nicht als Steuerung, sondern als Ermöglichung: als Rahmen, in dem Projekte wachsen können, ohne ihre Eigenständigkeit zu verlieren.
Vier Perspektiven
Die zusätzlichen Gespräche dieser Folge erweitern den Blick:
Archäologie als Ankerpunkt von Geschichte
Bildende Kunst als gegenwärtige Perspektive
Literatur als verbindendes Erzählen
Theater als unmittelbare soziale Erfahrung
Gemeinsam entsteht ein vielschichtiges Bild davon, wie kulturelles Erbe heute gelebt, befragt und weitergetragen wird.
Identität als Prozess
Diese Folge versteht Identität nicht als festgelegte Eigenschaft. Sie zeigt sie als etwas, das sich im Austausch formt: durch Geschichte und Alltag, durch Kunst, Sprache, Humor, Arbeit und Erinnerung.
Westfalen wird dabei nicht zur Kulisse, sondern zum konkreten Erfahrungsraum – offen genug, um größere Fragen zu stellen.
Links & Credits
1250 Jahre Westfalen (lwl-kulturstiftung.de/1250-jahre-westfalen)
LWL-Kulturstiftung (lwl-kulturstiftung.de)
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Genau! Westfalen! ist eine Gesprächsreihe über Identität.Ausgangspunkt ist das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen, welches Anlass für eine größere Frage bietet:Was prägt Menschen, Regionen und Gemeinschaften?
Identität entsteht aus vielen Bereichen: aus Geschichte und Alltag, aus Arbeit, Sprache und Humor, aus Kultur, Sport, Ernährung, Musik, Film und Literatur. Die Reihe nähert sich diesen Prägungen über konkrete Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven – ruhig, beobachtend, offen.
Die Reihe „Genau! Westfalen!“ im Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wurde gefördert von der LWL-Kulturstiftung und LWL-Kulturabteilung.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Kunst ist eine Form, dass sich verschiedene Gruppen ohne feste Agenda einfach im angstfreien Raum treffen können und Zeit miteinander verbringen können. Music. Hallo zusammen und herzlich willkommen zu die Leichtigkeit der Kunst, Mein Name ist Claudia Linzel und ich nehme euch mit auf eine besondere Reise durch 1250 Jahre Westfalen Gemeinsam mit der LWL-Kulturstiftung rücken wir in diesem Podcast Spezial genau Westfalen, die Geschichte, Kultur und Identität dieser einzigartigen Region ins Rampenlich, 44 geförderte Kulturprojekte von Ausstellungen über Konzerte bis zu Filmen, zeigen was Westfalen ausmacht hört rein und entdeckt die Vielfalt einer Region, die bewegt. Seit 775 und bis heute.
Welche Rolle spielt Kunst und Kultur in eurem Leben, Gibt es Orte, Menschen oder Traditionen in eurer Umgebung, die eure Sicht auf euch selbst verändert haben? Beeinflussen kulturelle Erfahrungen, unser Verständnis von Zugehörigkeit und Identität, Und wie prägt der Lebensraum, in dem wir verwurzelt sind? Die Art, wie wir uns mit anderen verbinden, In dieser Folge darf ich erneut mit einer Persönlichkeit sprechen, die die Kunst- und Kulturlandschaft Westfalens seit Jahren prägt, Doktor Barbara Parzinger. Barbara ist Archäologin, Kulturdezernentin des Landschaftsverband Westfalen-Lippe kurz LWL und Mitglied im Vorstand der LWL-Kulturstiftung, mit ihrer Leidenschaft für die Förderung westfälischer Kulturprojekte hat sie wesentlich dazu beigetragen, die kulturelle Identität Westfalens sichtbar zu machen.
Gemeinsam tauchen wir ein in die Frage, wie Kunst und Kultur das westfälische Selbstverständnis formen und werfen einen Blick auf spannende Projekte des Themenjahres. 1250 Jahre Westfalen. Liebe Barbara, bevor wir tiefer in die kulturelle Identität Westfalens eintauchen, möchte ich natürlich wissen, fühlst du dich westfälisch und wenn ja, was macht dieses Gefühl aus?
Ich fühle mich schon irgendwie westfälisch, das sage ich auch immer. Oder andere sagen, dass ist eine Westfälin, und ich finde das gut. Was macht das denn aus? Ist der typisch-westfälisch bist? Na, das hat irgendwas mit Wurzeln zu tun. Ich bin hier in Westfalen, geboren, also genau genommen in Münster, damals in der Frauenklinik, und habe meine Kindheit dann auch in Albersloh verbracht. Das ist nicht so weit von Münster entfernt. Das sind ungefähr fünfzehn Kilometer.
Da nicht in einem Dorf, sondern auf dem Land sozusagen das letzte Haus vorm Wald und so bin ich dann großgeworden und bin schon. In dieser Zeit sehr geprägt worden. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und was ich kaum gesehen habe, waren Menschens. Du bist Archäologin. Ja, das ist so gewesen, dass ich schon in meiner Kindheit immer eben viel im Wald war und dort ausgegraben habe, ausgegraben ist das falsche Wort.
Im Wald gespielt habe, Löcher gebuddelt habe, da kann man buddeln sagen auf jeden Fall und immer mit großen Tüten nach Hause kamen und Knochen, Waren dann irgendwelche Knochenansammlungen von Hasen, die die da mal dann vergraben worden waren nach, ich habe immer irgendwelche Knochen gefunden. War auch sehr interessiert an Tierspuren und meine Mutter sagt dann immer, ich habe dann immer Engelspuren gesehen, also ich war sozusagen eine Fährtenleser ich habe das sehr interpretiert und habe schon immer gerne was ausgegrabt und das war eigentlich so ein bisschen, so meine Leidenschaft gewesen.
Aber dann, als ich in der Grundschule war, hatte ich ein wirklich, guten Grundschullehrer und der hat immer uns viel auch über Geschichte beigebracht und dann gab's Ausgrabungen in Alberslow und das fand ich unwahrscheinlich spannend. Da habe ich dann zu meiner Banknachbarin, zu meiner Freundin gesagt, sollen wir da mal hinfahren, uns uns das angucken und sie sagt, ah nee, das finde ich langweilig Aber ich fand das halt immer spannend und ich fand das immer gut und.
Na ja, dann ist man auf der Schule, dann macht man andere Dinge und ich war immer ziemlich gut in Mathematik und Physik und es war irgendwie so mein Lebensweg, Mathematik, Physik. Aber das war eigentlich schon für mich ich fand das dann doch ein bisschen langweilig und Archäologie fand ich faszinierend. Hatte auch noch eine bisschen andere Vorstellung davon, aber, War auch ein bisschen getriggert, in andere Länder zu reisen, fremde Kulturen zu erforschen, Wie ist das mit den Anfängen der Menschheit gewesen? Das waren wirklich Dinge, die mich interessiert haben und das war mir einfach auch zu wenig in irgendwelchen Büchern. Ich wollte da mit, Ich habe in Köln studiert und da gab's die erste Ausgrabung dort, die ich gesehen habe, wo man sich drauf bewerben konnte. Und dann habe ich gesagt, ja kann man, aber da muss man schon natürlich Hauptfachstudent sein.
Dann habe ich mich sofort umgeschrieben, ich glaube zum Entsetzen meiner Eltern. Mein Vater hat, Schon im vierten Semester immer noch behauptet, ich würde Physik und Mathematik studieren. Ich habe gesagt, Papa schon lange nicht mehr, aber die Ausgrabungen haben mich fasziniert. Ich war dann erst so in Deutschland an unterschiedlichen Stellen, aber ich wollte unbedingt nach Israel. Ich wollte in andere Länder und die Universität Köln, bot halt solche Grabungen an. Man muss sie sich natürlich bewerben, aber da war ich ein bisschen besessen. Ich wollte halt unbedingt mit, was dann auch geklappt hat. Aber sozusagen die Initialzündung war eigentlich, ja ein Interesse, mein Interesse an an diesem Fach und natürlich mein Interesse in andere Länder zu gehen, andere Menschen.
Deren Leben zu erforschen, das zu verstehen und, Bei Archäologie muss man eins wissen, es ist nie bequem und man ist nie in einem High-End-Hotel oder auch noch nicht mal in einem besseren Hotel. Das muss man dann auch alles aushalten, aber, Für mich war das immer faszinierend und bis heute reise ich unheimlich gerne und es muss immer was mit Kultur zu tun haben und ich gucke mir natürlich immer aus, ihr in einem unserer vorangegangenen Spräche, da hast du ja sehr ausführlich auch von deiner Erfahrung in Namibia die sich so ganz und gar nicht komfortabel sondern sehr sehr prägend auch angefühlt ja.
Aber du hast auch ziemlich viel hier in der Region gegraben. Du hast in Köln studiert, gerade auch in Münster. Genau, ich habe auch in Münster studiert. Oho, hast du denn hier den Spaten angesetzt? Eher, es ist natürlich so, hm erst hat man die großen Grabungen und dann hatte ich Kinder und dann kann man nicht mehr so einfach in die weite Welt und mal sagen, okay, nehme ich die Kinder mit oder ich sehe die jetzt mal Monate nicht, das geht nicht und das ist auch etwas, was ich nicht wollte.
Also habe ich hier weiter ausgegraben und dann der Landtagsverband Westfalen-Lippe. Ich fand das wahnsinnig cool, dass hier das Amt für Bodendenkmalpflege, Dann eben sogenannte Rettungsgrabungen machte, aber es wurde gegraben, da habe ich mich beworben und habe dann auch eine Stelle, das heißt natürlich im Rahmen eines studentischen Volontariats habe ich gearbeitet, war zeitlich befristet dann als Studentin auf Grabung beschäftigt.
Dann hatte ich relativ schnell auch Grabungsleitungen, als ich dann fertig war, Ja und dann habe ich die Kinder auch mitgenommen. Also wurde ein Loch gegraben der eingetiefte Sandkasten sozusagen und die Kinder haben auch gerne geholfen und haben dann mitgeschippt und haben das alles gemacht und, ja, das war natürlich die Ausnahme, dass ihr mitkommt. Ich ging ja dann ja auch vom Kindergarten und Schule und so weiter. Aber das war im Borken, in Schöppingen, in.
Insassenberg habe ich gegraben, also an vielen Stellen hier in Westfalen, aber dann hatte ich eben die Leitung und Grabungen sind auch unheimlich spannend. Man man fängt nicht einfach irgendwie an zu graben, sondern es ist so, man braucht einen genauen Plan. Wie gräbt man, was gräbt man, damit man auch das Gräberfeld oder was man auch gerade findet, erwischt. Man kann ja nicht gleich sagen, man begreift flächig aus.
Oder muss an bestimmten Stellen schauen. Heute gibt's moderne Untersuchungsmethoden, dass man vorher erstmal sozusagen den Boden abscannt und dann schon Strukturen im Boden sieht und dann gezielt graben kann. Aber alleine die Logistik, Wenn man ausgräbt, wo packt man den Abraum hin? Wo soll der Bagger den Abraum hinbaggern? Weil ein Bagger es am Tag sehr, sehr teuer.
Und wenn der Aushub an der falschen Stelle liegt und man muss den wieder umbaggern, dann hat man unter Umständen einen Tag verloren und das Ganze steht ja auch unter einem heftigen Zeitdruck, Also es sind sind ganz neue Einblicke für mich auch gewesen was Westfalen angeht und es müssen nicht immer die Massen an Goldfunden sein, sondern, Wir haben einfach im Rahmen der Rettungsgraben das Leben der Menschen ausgegraben hier aus der Region und das ist auch immer so, was so wichtig ist.
Den Menschen näher zu kommen, die hier früher gelebt haben. Warum haben sie hier gelebt? Wie haben sie gelebt? Ja, das finde ich weiterhin sehr, sehr spannend und das ist auch wichtig Was hast du denn da schon über die westfälische Identität herausgefunden? Also vielleicht waren's ja damals noch gar nicht die Westfalen. Meines Erachtens gibt es keine westfälische Identität. Sage ich mal ganz klar Menschheitsgeschichte ist immer so, dass Menschen, Irgendwo hingehen, um gut besser leben zu können oder sie werden vertrieben, aber sie suchen immer Orte, immer Lebensbedingungen. Westfalen hatte auch immer unterschiedliche Zuschnitte Das war immer anders. Es gibt da keine Kontinuität. Westfalen ist nicht ein festes Gebilde, sondern erstmals kam der Name auf eben durch eine Gruppierung und ob
Krieger waren, was sich genau dahinter verborgen hat, kann man auch gar nicht hundertprozentig aktuell sagen, da sind sicherlich weitere Forschungen für notwendig. Sicherlich die Menschen hier geprägt hat über lange Zeit oder sehen wir dann in den archäologischen Ausgrabungen die Bronze-Eisenzeit, da wohnen die Menschen verbrannt.
Nach dem Tod, man hat sie in Uhren bestattet, man hat den Leichenbrand aus der Asche heraus gelesen und hat ihn gesäubert und hat den Menschen, auch Brot mitgegeben, besonders gemahlenes Brot und auch Getränke, So und das heißt, damit ist ein Glaube an irgendein Jenseits verbunden, sonst würde man das ja nicht machen, irgendwas Menschen mitzugeben auf einem Weg.
Und das finde ich insgesamt sehr spannend, Orte und Regionen werden auch immer stark von Religionen geprägt und wenn wir uns insgesamt das Christentum anschauen, dann ist das eine Zeit, die dann Westfalen In den unterschiedlichen Zuschnitten auch immer sehr, sehr, sehr stark geprägt hat und dann eben immer wieder die Landschaft, Es hat zwar Klimaveränderungen natürlich auch gegeben, aber die Böden sind die Böden geblieben und das waren nicht unbedingt reiche Böden. Es waren eher arme Böden, Auch im archäologischen Befund sind es hier nicht reiche Menschen.
Und trotzdem sind die Menschen hiergeblieben, haben hier gelebt, leben hier bis heute, aber diese westfälische Identität und das ist jetzt westfälisch, Ich sehe das persönlich sehr kritisch. Jetzt ist die Region ja durchaus bekannt für ihren Hausschweifenden Ackerbau für den Glauben immer noch. Also da hat sich gar nicht so viel verändert, Ich glaube schon, dass ich heute eine Menge verändert hat. Also im Mittelalter und natürlich denken wir hier an die Wiedertäufer in Münster, es gab auch schon immer radikale Bewegungen, andere Phänomene wie Hexenverfolgung ähm haben sich hier sehr, sehr lange gehalten und als andere Region schon das lange abgeschafft haben, sind hier nochmal richtig viele Hexen und Hexer verbrannt worden. Hexenbürgermeisterhaus
In Lemgo ist da ein gutes Beispiel dafür. Also sagen wir mal so, man hat den Wandel nicht immer so schnell vollzogen. Das kann man sicherlich sagen, aber das hängt sicherlich auch wieder mit Kommunikation, mit Landschaften, wie eng sitzen die Menschen zusammen. Und natürlich, wenn man dann an westfälischen Knochen, Schinken und Pumpernickelding, da sind auch Dinge natürlich im kulinarischen, die hier in der Region entstanden sind, die man sicherlich sagen kann, ja, das ist was Westfälisches oder auch der Schnaps.
Aber die richtige Identität, ich tue mich da immer ein bisschen schwer mit, weil ich bin ja auch von Haus aus Wissenschaftlerin und, Das sind mehr so ein wie die Rheinländer sagen, so ein Gefühl, also auf das jetzt wirklich wissenschaftlich belegbar ist, weiß ich nicht mir doch das kulturelle Gefühl dieser Region, wenn ich an Westfalen denke, dann denke ich sofort an westfälischer Frieden. Ja, ist dieser Friedensschluss, immer noch spürbar hier in der Region? Ja, ich glaube, dass der westfälische Frieden etwas absolut herausragendes ist für diese gesamte Region.
Und natürlich nicht nur durch viele Veranstaltungen, sondern das macht man sich immer wieder bewusst, dass es diesen westfälischen Frieden gab und was das einfach für eine Meisterleistung war. Ähm zu verhandeln in sehr komplizierter Zeit mit ganz unterschiedlichen Partnern ja, ich finde, dass ein Paradebeispiel, wie man befrieden kann und es zeigt, dass man einfach miteinander reden muss und über dem Ganzen steht ja eine gewisse Form von Vertrauen, sonst geht's ja überhaupt nicht.
Und ja, sicherlich ein Beispiel dafür, dass man diesen westfälischen Frieden wirklich sehr, sehr gut in andere Regionen auch bringen sollte und dass man bis heute sehr viel, davon lernen kann. Ein weiteres Projekt, was jetzt in zwei Jahren 50-jähriges Jubiläum feiert, sind die Skulpturprojekte. Ja. 77 die ersten, damals mit Klaas Oldenburgs, Giant Poolballs, die ja heute noch sichtbar sind am Aasee. Ja. Wie sehr prägt es die Region auch im überregionalen, internationalen Sinne gar? Skulpturprojekte sind unwahrscheinlich wichtig.
Der Ausgangspunkt war ja von Klaus Bußmann und Caspar König, dass hier Kunst im öffentlichen Raum eingesetzt wurde und stand und die Münsteraner fanden das ganz furchtbar. Also ist doch keine Kunst. Volkes Stimme. Und das Ziel war, denen klarzumachen, wie Kunst sich wandelt und wie auch Kunst im öffentlichen Raum aussehen kann. Das ist nicht nur irgendwie der Bronzebrunnen mit drei Hasen ist, sondern das Kunst einfach noch deutlich mehr ist. Und die münsteraler fanden das blöd.
Deswegen ja auch äh durch alle gesellschaftlichen Schichten ging das ja durch. Man hat versucht, die Kugeln dann in den Aasee zu rollen. Das war alles ein Ärgernis und um Studierende auf. Wir werfen die Dinger jetzt in Aasee. Diese Aggression, die man hatte, hat Skulpturprojekte natürlich auch bekannter gemacht. Dass es alle 1 Jahre ist, ist deshalb gut, weil Casper König die Auffassung auch so vertrat und ich glaube, da ist viel dran, dass ich nach zehn Jahren Kunst irgendwie immer wieder mal neu erfindet.
Und nach zehn Jahren ist es auch noch mal so ein Kraftakt, um zu gucken, wo stehen wir mit der Kunst, In der Zwischenzeit, nachdem sie immer wieder versucht haben, in den ersten Ausgaben das zu verhindern. Für die Menschen das in Münster jetzt toll? Das hat auch wirtschaftliche Aspekte, weil, die Stadt wird bevölkert, alle Hotelzimmer sind lange ausgebucht, die Kaufleute freuen sich, alles wunderbar und man hat sich auch ein bisschen mehr mit der Kunst auseinandergesetzt, Das zeigt mir eigentlich, wie wichtig es ist, Kulturprojekte weiterzuführen, gerade auch was den demokratischen Dialog angeht, weil die Kunstwerke, Das hat man ja auch bei der Brunnenskulptur gesehen, dass es ehrenamtliches Engagement gibt. Man wollte diesen Brunnen, diese
Kunstskulptur unbedingt halten und auch die Denkmalpflege, die eigentlich nichts dann in den Bereich eigentlich platzieren lässt, weil wir im Bereich der Promenade sind und das natürlich einen eingetragenes Bau-und Bodendenkmal ist hat gesagt okay, ja es ist so viel Engagement, das ist toll. Es ist ein Ort, wo sich die Menschen treffen. Also Kunst macht sehr, sehr viel mit den Menschen, Und fördert genau diesen Dialog, über den sprechen wir grade beim westfälischen Frieden. Das ist wichtig. Menschen unterschiedliche Haltung kommen zusammen, diskutieren, fühlen sich wohl.
Verständnis für andere zu haben, tolerant zu sein. Das sind für mich, Eigenschaften, die wir dringend brauchen, damit eine Gesellschaft heute auch funktioniert. Und Kunst ist eine Form, dass sich verschiedene Gruppen ohne feste Agenda einfach, angstfreien Raum treffen können und Zeit miteinander verbringen können. Inwieweit fließen die Skulpturprojekte denn in deine Arbeit? Das ist ja meine Aufgabe. Wir machen das ja zusammen mit der Stadt Münster.
Und unsere Verantwortung war erstmal den gesamten Prozess aufzusetzen. Das heißt, als Kasper König da war, war er einfach. Die nächsten Projekte macht Casper König in der Zwischenzeit ist Caspar König verstorben, aber es war auch vorher so, dass er gesagt hat, nein, das kann ich auf keinen Fall mehr machen.
Ich war oft bei ihm. Wir haben viel miteinander gesprochen, weil ich das auch wichtig finde, nicht zu sagen, ach jetzt kommt was Neues. Kasper König ist jetzt nicht mehr da und tschüss. Sondern wichtig ist dann aus seinen Erfahrungen zu lernen, mit ihm zu sprechen, Dinge abzuwägen, zuzuhören, ja, Dinge mitzunehmen, zu gucken, wie wie geht's denn jetzt überhaupt weiter, Wir haben dann auch mit dem Team der Skulpturprojekte eine Findungskommission zusammengestellt, haben internationale Findungskommissionen gehabt.
Das ist auch ein langer Prozess und die haben Vorschläge gemacht. Die sind da diskutiert worden, auch nicht irgendwie an einem Nachmittag, sondern es ist intensiv und lange diskutiert worden und auf dieser Basis ist dann die künstlerische Leitung ausgesucht worden. Also, Ich bin sehr, sehr eng mit den Skulpturprojekten verbunden, Und meine Aufgabe ist es erst mal das Geld zu besorgen, damit der Rahmen da ist und dafür zu sorgen dass Kunst weiterhin und Kultur eine Freiheit hat, für diese Freiheit trete ich ein, dass man nicht sagt, okay, ja, jetzt geben wir Geld, aber wir wollen noch mal mitbestimmen und haben wir dieses Recht und jenes Recht. Natürlich, wir haben, wunderbar besetzen Beirat nicht nur mit Künstlerinnen, sondern auch mit anderen Personen aus dem gesellschaftlichen Leben und Kulturinstitutionen, aber ansonsten ist es wichtig, diese Kunstfreiheit zu haben, das künstlich beliebig wird,
sondern dass die Kreativität der Künstlerinnen und Künstler dann auch ihre Wirkung entfaltet. Und deshalb. Ist meine Aufgabe, eher eine Organisatorische, aber die ist auch in dem Zusammenhang nicht ganz unwichtig. Vielleicht kannst du mir in dem Zusammenhang ja auch deine Aufgabe, deine Rolle in der LWL-Kulturabteilung näher erklären, und was die LWL-Kulturabteilung ist, kann ich gerne machen. Ich fange vielleicht mit dem Einfachen an. Ich war ja, wie ich schon gesagt habe, Archäologin oder bin immer noch Archäologin. Ich bin angefangen, weil, der Bodendenkmalpflege. So in der Archäologie und fand das super, Da war mir der LWL, was der LWL war irgendwie so ein bisschen das unbekannte Wesen. Ich wusste auch nicht, was alles mit zusammenhängt. Krankenhäuser. Ja. Und dann, weil das ist ja auch alles dezentral. Mhm.
Und dann hatte ich die Möglichkeit halt an dem archäologischen Museum in Herne mitzuarbeiten und mir ist eben der Bereich Vermittlung immer total wichtig, dass man auch sagt, Ja äh ich finde, es sind ja spannende Geschichten und wie kriegt man diese spannenden Geschichten, die da sind an viele Menschen herangetragen und kann man das auch spannend vermitteln und nicht irgendwie nur Fund in Vitrine?
Auf jeden Fall hatte ich dann das große Glück, in diesem Team mitzuarbeiten, Und dann hat mich auf die Leitung beworben und habe die Leitung des archäologischen Landesmuseums in Herne auch bekommen. Und dann habe ich natürlich dadurch deutlich mehr Einblick erhalten, was ist der LWL. So, die große Museumslandschaft, die Fachämter, da sind. Also wir kümmern uns nicht nur um Archäologie und Denkmalpflege. Wir kümmern uns um Filme, Das Medienzentrum. Dann haben wir das Museumsamt, was 700 Museen in Westfalen-Lippe betreut, berät und fördert.
Dann haben wir noch die Aufgabe, dass wir die Kommunalarchive betreuen. Da unterstützen wir die gerade insbesondere im Bereich der Digitalisierung und sind da wirklich auch deutschlandweit führend. Und dann haben wir noch das Institut für Regionalgeschichte, was sich mit der Geschichte Westfalens intensiv beschäftigt. Schwerpunkt ist da sicherlich auch die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit, aber auch, was geschieht eigentlich gegenwärtig?
Dann haben wir 18 Museen, bald werden es sogar noch mehr, also eine Menge. Und trotzdem sind wir in diesem ganzen Gefüge LWL, ein kleines Rettchen. Das gibt den ganzen Bereich der Sozialhilfe, Kinder und Jugend, den sogenannten Maßregelvollzug. Da haben wir den Bau- und Liegenschaftsbetrieb, natürlich die Kernverwaltung, das ist relativ viel.
Sage immer, wir sind mit unserem Etat und der ist auch schon nicht klein, die Marketingabteilung des Landschaftsverbandes, weil ungefähr 75 bis80 Prozent aller Pressemitteilungen kommen aus der Kultur. Wenn man dann den Gesamthaushalt sich anguckt, man spricht dann von 6 Milliarden Euro, dann fragt mich meine Mutter, sag mal, Bärbel, was machst du denn mit diesem ganzen Geld?
Schön wird. Ja, sie sagt immer, Bärbel zu mir. Was machst du denn mit diesem ganzen Geld? Also, Der LWL ist riesig. Eine ganz wichtige Institution. Und als ich meine erste Stelle beim LWL hatte, die nicht eine studentische Arbeit war oder, Drei Wochen graben, da wollte man den Verband gleich abschaffen. Da habe ich gesagt, nein, das kann doch nie sein. So schrecklich kann ich doch gar nicht sein.
Dass ich jetzt hier bin und man möchte den Landschaftsverband gleich abschaffen. Das ist natürlich erfolgreich verhindert worden, was auch wichtig ist, weil grade die Förderung der ländlichen Räume, wird durch den LWL sichergestellt und es führt dieses große Bundesland sehr, sehr wichtig. Ja, Landesrätin, ich habe dann die Aufgabe.
Mich um diese ganzen Einrichtungen zu kümmern, das kann ich natürlich nicht alleine, dafür habe ich die Referatsleitung und natürlich hat jedes Museum auch einen eigenen Leiter, aber wir haben halt auch viele Förderprogramme, dafür Gibt's dann auch Personen, die sich darum kümmern, aber auch diese strategischen Überlegungen, wie geht es mit der Kultur in Westfalen weiter, Wo wollen wir in zehn Jahren stehen? Wir haben ein kulturpolitisches Konzept und haben aufgeschrieben, wo wir dann hin wollen, Die Wahlen sind alle fünf Jahre, dann ändert sich das Westfalenparlament.
Dann hat man eine neue Zusammensetzung und damit man trotzdem über seinen Leitfaden behält, haben wir dieses Konzept gemacht, was natürlich dann auch wieder ständig angepasst wird, Also meine Aufgabe ist schon, ich sehe mich als Anwältin der Kultur, um die Rahmenbedingungen im Bereich Kultur. Gut arbeiten zu können, weiterhin sicherzustellen und das Ganze, innovativ weiterzuentwickeln, weil die Welt entwickelt sich weiter, die Gesellschaft entwickelt sich weiter und dann muss sich auch Kultur anpassen, Und diese, Richtungsentscheidung natürlich in Abstimmung mit der Politik. Logisch, das treffe ich nicht alleine, aber ich mache Vorschläge dazu. Das ist meine Aufgabe. Und viele haben mich gefragt, wo machst du das denn?
Er ist schon als Archäologin ein Museum machen, bisher gar nicht mehr so viel auf den Ausgrabungen und dann sozusagen dann in die Verwaltung hineingehen. Warum machst du das? Ja und für mich war immer ein Punkt, dass ich gesagt habe, ich weiß nie, wer irgendwie mal Chef ist in der Kultur, Und wenn die nicht für Geld sorgen, dann können wir nichts machen.
Und dann habe ich gedacht, äh dann mache ich sie lieber selber oder bewerbe mich da oben, dass ich sicherstellen kann, dass man in der Kultur arbeiten kann und ich komme in die Ausstellung. Ich komme auch auf die Ausgrabung, gucke mir besondere Exponate an. Ich finde, der Landschaftsverband hat wunderbare Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kulturbereich, die unheimlich engagiert sind und äh richtig was Tolles wuppen. Und da bin ich sehr, sehr stolz drauf, dass ich diesen vielen, vielen Menschen, dass wir da gemeinsam die Kultur entwickeln und sichtbar machen wir sind oft auf unterschiedlichsten Podien, deutschlandweit, aber auch international nicht nur ich, viele, viele mit der Mitarbeitenden auch, weil wir einfach diese Expertise haben und mit unserer Fachkompetenz uns da einbringen können
und dann gibt es ja auch noch die LWL-Kulturstiftung. Ja. Die Stiftung ist so gegründet worden, dass man gesagt hat, 50 Prozent der Mittel, können dazu genutzt werden, den Haushalt des Landesverbandes zu entlasten um 50 Prozent gehen für Fremd Projekte, also nicht vom Landschaftsverband oder Kooperationsprojekte können dafür eingesetzt werden.
Ja und wir haben dadurch die Möglichkeit, die großen Sonderausstellungen, also LWL-intern auf den Weg zu bringen. Haben heute einen beträchtlichen finanziellen Aufwand. Es geht darum, dass man die Exponate transportiert von A nach B. Das muss ja auch in bestimmten Fahrzeugen passieren. Versicherungssummen und vieles mehr. Die Ausstellungsgestaltung, die Museumspädagogischen Programme und vieles mehr.
Und dafür nutzen wir dieses Geld. Wir machen da auch immer einen Plan, welche großen Sonderausstellungen wollen wir in den nächsten fünf Jahren haben und wie können wir mit dem Geld der LWL-Kulturstiftung, Haushalten, wie können wir das machen? Wie können wir diese Ausschüttung dann dafür nutzen? So und dann haben wir die externen Projekte. Das ist Unterstützung von Ausstellungsprojekten oder auch von Buchprojekten. Es geht im Bereich Theater, Tanz, alles mögliche. Das ist uns auch wichtig, Wir haben Richtlinien, aber sie sind nicht so eng gefasst, dass man da auch so ein bisschen, ja, so unterwegs sein kann, dass man Spielräume hat, weil auch Kultur entwickelt sich weiter, natürlich und dann, wenn man so ganz eng gefasste Fördergrundsätze hat
Dann ist man nicht mehr offen für was Neues. Vor einigen Jahren gab's dann den Themenschwerpunkt 1700 Jahre jüdisches Leben 2024 gab's das Themen ja post-koloniales Westfalen und in diesem Jahr eben 1250 Jahre Westfalen. Was macht dieses Projekt für dich so besonders? Erstmal vielleicht zu den Themenschwerpunkten. Die haben die Themenschwerpunkte gesetzt, weil oft kleinere Städte, Gemeinden, kleinere Museen, gar nicht trauen so einen großen Antrag zu stellen, weil sie sagen, wir haben nicht das Personal, um das abzuwickeln et cetera. Und wir wollten einfach durch diese Themenschwerpunkte eine größere Sichtbarkeit, auch wenn man viele Sachen gemeinsam macht, dann sind die viel sichtbar, als wenn man nur ein kleines Projekt macht
Da das bei 1700 Jahre jüdisches Leben so gut funktioniert hat, haben wir gesagt, das machen wir auch bei dem Kolonialismusprojekt, Da hatten wir viele Projekte weit über 100 Veranstaltungen. Es war einfach wunderbar. Und bei 1250 Jahre Westfalen war es so klar, das Ereignis ist eindeutig historisch fixiert, Da gibt's nix dran zu rütteln. Das ist eindeutig so. Wir haben gesagt, machen wir jetzt klein oder ziehen wir das größer und dann war die Entscheidung, dass wir's größer ziehen. Es gibt eine zentrale Ausstellung dann in Paderborn und das ist jetzt so nah nach Kolonialismus war, ist einfach dem Jubiläum geschuldet. Das muss man eindeutig so sagen. Aber wir haben bei diesem Jubiläum, so viel Anträge auf Förderung bekommen,
wie wir das bisher zu einem Themenjahr noch nie bekommen haben. Also das Interesse ist riesig groß und die Bandbreite und die Vielfalt ist auch Wahnsinn und das finde ich unwahrscheinlich schön und freut mich, dass wir die Möglichkeit haben, die kommunale Familie auch mit solchen Projekten zu beglücken. Kannst du mit mir tiefer eintauchen, wie viele Projekte gefördert werden, vielleicht magst du ja auch erzählen, welche Fördersumme dahinter steckt Ja, wir haben insgesamt 44 Projekte, das sind aber viele, viele Veranstaltungen deutlich, deutlich mehr als diese vierundvierzig. Also es geht in die Hunderte an Veranstaltungen, Dann haben wir eine Fördersumme von drei Millionen zur Verfügung gestellt und das ist auch die höchste Fördersumme, die wir bislang dann hatten
um das halt alles zu finanzieren. Also wir finanzieren die Projekte auch nicht zu hundert Prozent, sondern es müssen auch immer Eigenanteile dabei sein, das Zentrale dieses ganzen Jubiläums ist die Ausstellung in Paderborn sieben sieben fünf. Die einfach zeigt, noch mal, wie ist das wirklich mit dem Anfang, mit der Ersterwähnung gewesen und das ist auch eine zu Beginn natürlich archäologisch stark geprägte Ausstellung, die die Zeit nochmal der Franken und Sachsen nochmal beleuchtet und dann auch neue Ergebnisse darstellt, trotzdem auch die Befragung zum Thema Westfalen aufgenommen hat. Das hat sie auf die Ausstellungsgestaltung ausgewirkt Das ist auch eine sehr sinnliche haptische Ausstellung. Wir kommen natürlich dann auch nachher im Heute an. Wir bleiben nicht in den Anfängen stehen, obwohl da natürlich ein ganz großer Schwerpunkt drauf liegt.
Ja, also wir haben die zentrale Ausstellung, damit man sich sozusagen erstmal aufschlauen kann, ähm was verbirgt sich hinter diesem Jubiläum? Dann haben wir vielfältige Projekte. Uns war es wichtig, von der NWL-Kulturstiftung wirklich alles abzudecken, keine Lücken zu lassen, ob wir alles abdecken. Fragezeichen, aber keine Lücken zu hinterlassen. Das Kulinarische spielt eine Rolle, die Literatur spielt eine Rolle.
Dann spielt ganz klar auf das Thema Identitäten eine Rolle, wo ich ja sage, finde ich schwierig Gefühle, wie fühlt man, wie sieht man, Thema Kabarett, kommt da auf jeden Fall vor, Und es sind so viele Veranstaltungen, die dann einfach Spaß machen. Man kann einfach Spaß haben und kann, was lernen und trotzdem gute Gefühle haben und wir sind ja auch sehr stolz darauf, dass der Bundespräsident überzeugt werden konnte, dass er erstmal die Schirmherrschaft übernimmt aber dann auch zur Eröffnung kommt, was richtig, richtig gut ist. Wir werden die Ausstellung im Hohendom zu Paderborn eröffnen.
Ja und diese Vielfältigkeit, alles zuzulassen, diesen bunten Mix zu haben bei diesen vielen Dingen, das halte ich für sehr gute Sinn. Viele, viele Veranstaltungen in ganz Westfalen-Lippe und das finde ich auch sehr wichtig und gut. Ich weiß, du magst die Worte Identität und Fahrplan nicht so gerne. Wenn du in die Zukunft schaust. Wie siehst du, wie diese Region hier in die Zukunft getragen werden kann? Ich sage nicht Identität und Fahrplan. Ja, das ist ganz entscheidend, wie die Wirtschaft funktioniert und wie auch die Landwirtschaft sich weiter ausprägt.
Landwirtschaft spielt hier eine große Rolle, Es sind gute Entscheidungen gewesen, dass es hier viele Hochschulen und Universitäten gibt und da liegt meines Erachtens die Zukunft. Bildung und, Ja, die Bereitschaft, etwas zu bewegen und zu arbeiten. Ohne Arbeit wird es nicht gehen, Der Freiraum muss weiter gewährleistet sein, um neue Ideen entwickeln zu können. Sollte keine Denkverbote geben.
Kunst und Kultur haben in diesem Raum auf eine ganz ganz große, wichtige Bedeutung und werden's auch immer haben, einmal um die Geschichte zu bewahren, weil wer seine Geschichte nicht kennt, Das ist sicherlich dann schwer, sich mit der Zukunft wirklich auseinanderzusetzen. Man kann die Gegenwart wesentlich besser verstehen, wenn man, Ja, ein Blick in die Vergangenheit geworfen hat und deshalb ist die Baukultur auch so wichtig, weil jedes Gebäude hat eine Geschichte.
Und erzählt Geschichten und haben Menschen gelebt, Haben Entscheidungen getroffen und zur Identität, wenn ich das Wort jetzt nehme, eines Ortes, einer Region gehören eindeutig auch, Baudenkmäler und in einer Umfrage haben wir mitgeteilt bekommen, dass auch gerade jungen Menschen sehr, sehr wichtig ist, ihre gebaute Umwelt und auch Denkmäler, weil sie in bewegten Zeiten, wenn man sich viel bewegt, auch immer wieder so einen Ankerpunkt bilden, Man kann sich nicht von seiner Kindheit und Jugend irgendwie komplett verabschieden. Das holt einen immer wieder ein und so ist, gebaute Kultur wichtig für die Erinnerung und auch wieder für das Gefühl, ich bin hier großgeworden, die Identität, die vielbeschworene.
Ist meines Erachtens am stärksten geprägt eben durch Landschaft und durch das, was hier gebaut worden ist. Und wenn ich jetzt mal beim Gefühl bleibe, dann kann ich auf jeden Fall aus tiefstem Herzen sagen, dass ich mich in deiner Gegenwart, wahnsinnig wohl fühle, dass ich mich immer freue, dir wieder zu begegnen, neue Gespräche zu den unterschiedlichsten Themen zu führen. Ich bin dir von Herzen dankbar, jetzt auch für diese Zeit, die du mir hier geschenkt hast, um tiefer in die kulturelle Identität.
Gefühl einzutauchen. Vielen, vielen Dank für deine Zeit. Ja, vielen Dank auch. Mir macht das auch viel Spaß. Ich könnte noch Ewigkeiten weiter erzählen. Aber nicht beim nächsten Mal. Ja, sehr gerne. Bis bald, liebe Barbara. Bis dann, tschau. Ihr Lieben, nach diesem inspirierenden Gespräch mit Dr. Barbara möchte ich mit euch noch tiefer in das Themenjahr 1250 Jahre Westfalen eintauchen, denn hinter den 44 geförderten stehen engagierte Menschen, die mit ihren Ideen und ihrer Kreativität dazu beitragen, die Geschichte, Kunst und Kultur dieser Region lebendig zu machen.
Mit vier ganz unterschiedlichen Stimmen aus der westfälischen Kulturszene möchte ich euch einen kleinen Vorgeschmack auf das Jubiläumsjahr bieten. Beim Auftakt Netzwerktreffen hatte ich die Gelegenheit mit Anne Karl, Kuratorin der Kaiserpfalz Paderborn, Polin Dudrelin, Direktorin des Kunstvereins Arnsberg, Heiner Remmert, Leiter des westfälischen Literaturbüros in Unna sowie Jonas Riemer, Schauspieler und Initiator von Baderbäm ins Gespräch zu kommen.
Gemeinsam werfen wir einen Blick auf ihre spannenden Projekte, tauchen in ihre Biografien ein und ganz nebenbei erfahren wir, was für sie persönlich eigentlich typisch westfälisch ist. Lasst uns also eintauchen in ihre Geschichten und Projekte. In die facettenreiche Kultur Westfalens. Liebe Anne, die Ankerausstellung des Themenjahres findet bei euch in der Kaiserfalls statt. Lass uns das Gespräch daher gern mit dir beginnen.
Ja, also wie du schon grade gesagt hast, ich bin Anne. Ich komme ursprünglich aus Franken, also aus Bayern und bin dort auch aufgewachsen. Und bin dann zum Studium nach Kiel gezogen, habe dort Archäologie studiert, also ich bin Archäologin, und dann nach dem Studium habe ich wieder in Bayern gearbeitet in der Denkmalpflege und dann war so die Frage bei so Projektarbeiten halt dann, die früher oder später kommt, wo geht's jetzt als nächstes hin?
Und Kreis ab Pfalz ist aber in der Archäologie schon ein Begriff, also grade die Kaiserpfalz des Großen. In der Mittelalterarchäologie und dann habe ich mich da beworben aufm Volontariat, und habe das dann auch bekommen und bin so nach Westfalen gekommen vor zweieinhalb Jahren und. Nach dem Volontariat stand eben dieses große Projekt dann zur Sonderausstellung und dafür wurde ich dann tatsächlich übernommen als Kuratorin und bin seitdem in dem Projekt und arbeite.
Erklär uns doch mal bitte das Museum in der Kaiserpfalz. Mhm. Also Westfalen hat drei archäologische Museen. Eins davon ist eben in Paderborn in der Kaiserpfalz und da wird quasi die Entwicklung der Menschheitsgeschichte vom 5.6. Jahrhundert ungefähr bis heute, dargestellt anhand von archäologischen Objekten. Das heißt, da hat man dann Schmuckstücke oder Gebrauchsgegenstände und all diese Sachen, die man eben im Boden findet, die Archäologen ausgraben und, die in ihrer Gesamtheit ergeben, dann ein ein Bild von einer, Sozialgesellschaft, von Politik, von einzelnen Menschen, aber auch von Gruppen und, Das sind ja quasi unsere Vorfahren. Das ist ja quasi die Geschichte von Westfalen und das wird in diesem
wunderbaren Haus ausgestellt. Also ich glaube, das erste Ausstellungsstück dieses Gebäudes ist das Gebäude selber. In Paderborn hat Teil der Große, seine Kaiserfalls gebaut und 200 Jahre später Heinrich der Zweite eben auch seine Kaiser-Pfalz und. Auf den Fundamenten von der Kaiser-Pfalz von Heinrich dem Zweiten, wurde in den siebziger Jahren Das heutige Museum eben wieder aufgebaut. Hat man damals sehr viel Geld in die Hand genommen, um das quasi zu rekonstruieren. Lieber Heiner, weiter geht's, Ich bin von Hause aus Literaturwissenschaftler. Ich lese, seit ich lesen kann und ich habe Wissenschaftlichen auch ein Theaterschwerpunkt und das ist natürlich was, was da sehr schön zusammenkommt in meiner Arbeit überhaupt, aber gerade eben auch bei diesen verschiedensten Veranstaltungsformaten, die wir als westfälisches Literaturbüro machen
letztlich bringt man Literatur auf die Bühne und ja kann gleichzeitig dafür recherchieren und in die Tiefe gehen und Programme kuratieren und das ist als Gesamtpaket für jemanden, der, Wie ich mich so verstehe, so halb theoretiker, Heilpraktiker, einfach ein ideales Berufsfeld. Also ich bin da sehr, sehr glücklich. Meine Rolle ist eigentlich jetzt, um im Theaterschön zu bleiben, auf der anderen Seite von dem Regietisch, das heißt, wir denken uns das aus. Wir, die Mittel dazu, was auch wichtig ist. Wir haben ein super Team, was das alles organisiert und dann sorgen wir uns aber die Künstler, die Moderatorinnen, die MusikerInnen, wie wir's brauchen, eben für die jeweiligen Formate. Also das machen wir dann nicht selber
Ja, ich bin Leiter des westfälischen Literaturbüros. Ich habe da angefangen 2011 mit auch einer Netzwerkstelle für das. Literaturlandwestfalen. Das ist eins von verschiedenen Projekten, die bei uns angesiedelt sind. Wir sind also von Haus aus noch Einrichtung der Literatur und Autorinnenförderung in ganz Nordrhein-Westfalen mit dem Schwerpunkt auf Westfalen und auf den Hellweg und dieses Netzwerk Literaturland Westfalen ist also auch der Grund, warum ich hier heute bin.
Neben vielen Marketingaktivitäten, die wir da machen neben interner Vernetzung der literarischen Szene in Westfalen und Lippe machen wir in unregelmäßigen Abständen auch gemeinsame Festivals und das passiert eben auch 2tausend52 wieder und das jetzt eben passenderweise dann in den, Schwerpunktsjubiläumsjahr, Die Kulturstiftung hat sich da erfreulicherweise bereit erklärt, gleich mehrere Projekte dieses Festivals zu fördern. Das heißt, ich sitze hier sozusagen für per, das Dach im Dach, wenn man sozusagen will, auch wenn das Bild vielleicht ein bisschen schief ist. Ähm das heißt, ähm ich komme jetzt nicht mit einem eigenen Projekt des westfälischen Literaturbüros.
In der Tasche, sondern sagen für dieses gesamte Netzwerkfestival, was da geplant ist. Liebe Polin und du, ich komme ursprünglich aus Belgien, aber ich lebe schon seit 2007 in Berlin. Davor war ich ganz weit weg in China eigentlich. Ich habe Synologie studiert und bin irgendwann dann in Berlin gelandet und, In Westfalen bin ich tatsächlich für den Kunstverein Einsbeck gekommen. Es ist einen ganz spannenden Ort schon seit 30 Jahren internationale Ausstellungen, Projekte im öffentlichen Raum.
Ganz spannende Projekte macht und sie trauen sich viel zu. Und ich finde es einen ganz tollen Ort und seit 2022 bin ich die künstliche Leiterin von Kunstfrei in Arnsberg. Aber ab und zu mache ich auch mit Projekten Firmenprojekten sozusagen. Also ich bin auch eine Firmenmacherin. Aber hauptsächlich Kuratorin tätig. Ich glaube, ich habe ein großer Interesse der Welt zu erkennen, also Welten im großen Sinne.
Ich glaube erstens auf jeden Fall bin ich jemand, die Kulturen austauschen möchte, aber ich glaube in Firmen kann man wirklich auch. Leute, durch den Perspektiv den anderen, Dinge sichtbar machen. Und ich glaube, das ist etwas, was mich auch verbindet mit meiner Arbeit als Kuratorin. Da geht es auch darum, Leute einzuladen, und Dinge total dünn, Dinge, die man entdeckt hat, die man gerne teilen möchte mit ein größeres Publikum, Und wo man auch Welten entstehen lassen kann sozusagen, wo sie Imagination, unsere Vorstellungskräfte angeregt werden und wo man einfach auch Übel ist das reale hinausgehen kann. Lieber Jonas, jetzt bist du an der Reihe. Wo kommst du denn weg? Ich komme tatsächlich aus Münster,
Also ich bin in Recklinghausen geboren, hier in der Nähe und bin in Münster aber aufgewachsen. Also ich bezeichne Münster tatsächlich als meine Heimat, aber ich war dann lange weg. Wo? Also ich habe in Leipzig Schauspiel studiert. Mhm. Und war danach fünf Jahre Festangestellte im Badischen Staatstheater in Karlsruhe und dann hat's mich tatsächlich zurück nach Münster gezogen, habe hier gewohnt, weil er freischaffend tätig in Österreich, in der Schweiz, in Karlsruhe noch viel.
Genau und dann habe ich gedacht, ach, wäre irgendwie schön, wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und deswegen habe ich mich mal hier am Theater gemeldet und war dann sieben Jahre Festangestellt am Theater Münster 1250 Westfalen. Liebe Anne, was werden wir denn bei euch im Museum in der Kaiserpfalz sehen? Also das ist, eigentlich einen Überblick über die Geschichte Westvereins.
Man kann keinen Gesamtumfassenden Überblick machen, sondern es ist, sind tatsächlich Highlights aus der Geschichte Westfalens und wir beginnen 775 mit der Ersterwähnung, und seit 775 hat sich Westfalen, unfassbar geändert. Also das geht über Gebiete, die man heute gar nicht mit Westfalen assoziieren würde. Also es geht bis zur Nordsee zum Beispiel mal.
Oder es geht auch um Besitzansprüche, politische Besitzansprüche, wo man dann sagt, hä, was will denn jetzt ein Bayer in Westfalen, und all diese ja, was will er denn da? Ja, lustigerweise ist unser Team auch zur Hälfte aus Bayern. Also es sind, eine Hälfte Westfalen, die andere Hälfte Bayern, das ist immer ganz witzig Aber auch darum geht's zum Beispiel. Wie sehen sich die Westfalen selber und wie werden sie von anderen gesehen?
Und das wurde ja über die Geschichte immer mal wieder auch in Schriftstücken festgehalten und das versuchen wir so ein bisschen aufzuarbeiten. Oh, das finde ich interessant. Wie sehen sich denn die Westfalen selber über die Jahrhunderte? Also ich muss dazu gestehen, dadurch, dass ich die Bayerin in dieser Ausstellung bin, beschäftige ich mich mit dem Konzept relativ wenig. Da ist mein Kollege eher der der Experte. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, dann wird's Westfalen in, Reiseberichten oder Briefen von außenstehenden, sehr zerrissen als rückständiges Bauernland bezeichnet und äh wo wirklich irgendwie keine intelligenten Menschen wohnen, mit denen man nichts anfangen kann und keine Kultur und,
Und daraufhin sagen dann wiederum Westfalen, hey, stopp, so ist das doch gar nicht. Wir sind supertoll, wir haben Kultur, wir haben Entwicklungen, wir haben ein wunderschönes Land. Wir sind, wir sind charakterstark, wir haben äh wunderschöne Landschaften auch. Und das äh sind so Westfalenbilder, die dann auch vermittelt werden. Heine, beschreib du doch mal das Projekt Literatur Landwestfalen. Das ist einerseits ein könnte, unschönen Begriff der Leistungsschau dafür benutzen, dessen, was also in Westfalen literarisch überhaupt passiert. Da sind sehr viele verschiedene.
Einrichtungen dran beteiligt. Das geht von Archiven und Literatur, Museen bis hin zu Slamveranstaltern und Schreibwerkstätten, Ausrichtern, Musical haben wir dabei, Alles, was mit dem Wort zu tun hat, kommt sowieso in diesem Netzwerk zusammen und organisiert und konzipiert eben zusammen dieses, Festival, das unter dem Titel Aufbrüche steht, also Aufbrüche in dem Sinne verstanden, dass wir einerseits unsere eigenen Strukturen so ein bisschen aufbrechen wollen, dass man an neue Zielgruppen, Jüngeres, diverseres Publikum, ran will, ein bisschen das auch nutzt mal sich neu zu erfinden, zu experimentieren und das idealerweise so, dass das nachhaltig auch Effekte zeigt.
Gleichzeitig ist es auch als Brückenschlag in andere Künste oder auch in andere gesellschaftliche Bereiche gedacht. Das heißt, wir haben Veranstaltungen dabei, die in den Sport reingehen, die in die Politik reingehen, die in andere künstlerische Formen eben, übergehen. Das geht dann von Ausstellungen, von.
Workshops mit Kindern und Jugendlichen zu klassischen Lesungen, zu literarischen Spaziergängen. Wir haben ein Projekt, das ist ganz abgefahren äh Bubble Ball im Spiel, also wo man sozusagen Fußball spielt in so einer aufgeblasenen Kugel, das Ganze mit literarischen Segmenten ähm Das heißt, es ist also ein großer Spaß, der da stattfindet und es ist über ganz Westfalen und Lippe verteilt über drei Monate von März bis Mai mit einer großen Kernveranstaltung, Anfang, April auf dem Kulturguthaus Nottberg, dem Museum für westfälische Literatur.
Und die westfälische Rolle in der Literatur? Ja, also Westfalen hat da durchaus eine reichhaltige Geschichte, also der Klassiker, den wir wahrscheinlich alle aus der Schule kennen, ist Anette von Droste-Hülshoff, die ja jetzt auch im Center for Litwitcher in Havesbeck sehr modern aufbereitet wird seit einigen Jahren. Auch die sind im übrigen mit einem Festivalprojekt dann auch dabei. Wir haben aber auch in der Gegenwart also sehr bekannte Autorinnen und Autoren, die äh aus Westfalen stammen oder hier eben äh auch noch wirken, also sei das Burkhardt Spinnen der Jahresjury Vorsitzender für den Preis war sein, dass Leute wie Klaus-Peter Wolf, der aus Gelsenkirchen stammt und regelmäßig einen Krimi-Bestseller nach dem anderen.
Ist Westfalen auch Krimiland, das muss man auch sagen, also jetzt nicht nur durch Mord am Hellweg Es gibt erstaunlich viele oder erfreulich aus unserer Perspektive viele KrimiautorInnen, die tatsächlich hier landen. Ich weiß nicht, ob man hier Mordinstinkte entwickelt, wenn man hier länger ist, ob vielleicht die ein oder andere Ecke, ganz so spannend ist, dass man sich denkt, ich muss das mit dem Krimi irgendwie ein bisschen mehr Spannung reinbringen, aber da ist Vilsberg nur eins von sehr, sehr vielen Beispielen. So habe ich noch nie darüber nachgedacht, dass Westfalen da so mit seinem Blutrünstig. So krimi-intensiv unterwegs ist. Ja, also das ist äh sehr, sehr eindeutig. Als wir mit dem Netzwerk gestartet sind, wir haben so verschiedene Sparten
auch mal gestartet, haben das auch versucht, so ein bisschen das Programm ein bisschen zu sortieren. Das geht naturgemäß immer so ein bisschen schief. Man muss dann doch irgendwie alles in Schubladen einordnen Aber Krimi ist so neben der Kinder- und Jugendliteratur und nicht zuletzt in Poetrys ähm muss man auch sagen, nee, wirklich ähm.
Stärksten Vertreten des Genre. Liebe Polin, erzähl doch mal mehr von dem Projekt im Kunstverein Arnsberg. Ich habe ein Projekt vorgeschlagen mit dem Kunstverein Arnsberg, das heißt Versümpfung und es geht auch wirklich darüber, um einerseits gehen in der Vergangenheit vor Millionen von Jahren war Westfalen ein tiefes Meeresbecken. Dann würde es eine Moor- und Waldlandschaft und jetzt in Zeiten von einer langsamen Erwärmung, und ah ganz drastische Klimaeffekte.
Scheint das Moorlandschaft wieder zurückzukommen und es ist hat sich einerseits bewiesen, dass es ganz, wichtig ist in der Streit gegen den Klimawandel und für ganz viel CO2 auf für mehr als als Werde et cetera und es sind Büffe auch gegen Trockenheit, gegen viele, negative Folgen von dem Klimawandel und dem dem Moor ist so besonders auch spirituell auch. Es hat so viel, ich glaube, es ist eine auch unsere, Viele von uns waren sehr verbunden auch mit mit das Moor und das ist etwas so wie so ein, Phantomschmerz, das uns das uns fehlt und ich möchte gerne mit dem Kunstverein Arnsberg und mit ein paar, sehr spannende Künstlerinnen aus der ganze Welt, aus Brasilien, aus Chili, aus Belgien Tiefe in diese ökologische Feuchtgebieten,
der Vergangenheit, und Zukunft gehen sozusagen. Mit welchen Künstlerinnen arbeitest du zusammen? Also der Künstler, die wir RSS jetzt vorstellen in zweitausendfünfundzwanzig, ist Adriano Amara. Dann haben wir eine Künstlerin aus, die heißt Patricia und dann machen wir ein großes Symposium wo auch meine Studenten aus Berlin aus dem Masterprogramm Raumstrategien teilnehmen, ganz für ach Biologen und Ökologen aus Westfalen eingeladen würden und.
Auch noch als letzte ein belgisches Künstlerpaar, Elisa Ehrers, Rondo, die ah, sich sehr viel mit dem Moor auseinandergesetzt haben, eine ganz spannende Rauminstallation und ein kleines Moor in einem Kunstverein bauen sozusagen. Warum war es dir wichtig, Dich mit Versumpfung bei 1250 Jahre Westfalen zu beteiligen. Hm.
Also wenn ich den Aufruf gesehen habe, dachte ich, ich spannend, dieses genau diese 1250 Jahre so ganz präzise und ich habe dann auch gelesen, was da alles stattgefunden hat und dann vielleicht auch nicht wirklich so weil so kleine Fakten und Daten sind. Aber mir interessiert's Zeit für mehr auf eine Länge so von was ist, wenn man wirklich.
Ich bin sehr an Geschichte interessiert und ich wurde auch ich fand es spannend auch zu wissen, was hier passiert ist vor all diesen Jahren, also, dann so ein bisschen recherchiert habe, habe ich auch gelesen, dass eigentlich hier in diese Gegend, dass es ganz viele Sumpfe gab und das ist auch ein warum die Leute hier deutsch sprechen in kein Französisch, weil die weil die Soldaten und die Leute, die die Bevölkerung, Sumpfen, die Kanten, den Sümpfen sehr gut und die Römer hatten nicht, die kamen ausm vier trockenen Gegenden und die konnten halt diese Streite, diese Kriege in dem Moor überhaupt nicht nicht gewinnen und das ist auch ein Grund dafür, politisch gesehen, warum wir welche Sprache sprechen, warum wir welche Bräuche haben und.
Und ich glaube, aber dann später geht's viel von unserer Geschichtsschreibung schon, viel von unserer Geschichtsschreibung schon aus der römische Perspektive erzählt worden. Also es ist et cetera, die alles erzählt hat aus der christlichen Sichtpunkt, aber ich denke, wenn wir Geschichte, haben die Form der anderen Perspektive von der Entwicklung aus oder von dem germanischen Stamm aus, dass wir eine ganz andere Geschichte, erzählt bekommen würden vielleicht für Spirituelle ist und die die noch mal ganz anders ist und jetzt langsam durch Archäologie et cetera entdecken wir auch viel mehr, also man denkt an diese Moorleichn und so, die man in Norddeutschland et cetera zurückgefunden hat, kann man plötzlich 2000 Jahren zurück.
In der Zeit gehen und über Sachen lernen, die wo wir wirklich nichts vermissen und dann denke ich, es gibt so eine Lücke, wird unsere eigene Geschichte, und ich denke, Kunst ermöglicht das auch verschiedene Vorstellungen auch in die Zukunft hinein äh zu transportieren und uns zu öffnen, nicht nur für das, was wir kennen, aber für das, was wir entdecken möchten. Bada bam Lieber Jonas, erzähl mir mehr davon. Genau, ich bin hier für den Reset EV, Und wir machen ein Projekt, das nennt sich bei der WM Show für parabolitische Abendunterhaltung, Grand Tour Westfalen.
Also Badabam ist eine konstruktive Mixed Arts samstags Abends Unterhaltungsshow, die so an der Schnittstelle funktioniert zwischen Kunst und verschiedenen Kunstsparten Wissenschaft und Journalismus. Wir nehmen uns immer quasi so ein komplexes Schwerpunktthema und versuchen das wieder, schwieriges Wort niederschwellig zu beackern. Also ich sage das mal so, ne. Wir nutzen den den Deckmantel der Unterhaltung, um komplexe Themen mit den Menschen zu beackern den Menschen deshalb, weil wir auch wirklich versuchen Partizipativ zu sein, die Leute quasi, die Show mitgestalten zu lassen. Was ist denn Reset EV? Reset EV ist ein ist ein Mixed Art Label, das seit mich glaubt 2019 auch einen eingetragenen gemeinnütziger Verein ist, also ist quasi ein Kulturverein, der vor allen Dingen für auch für Kulturvernetzung steht, also es gibt zum Beispiel Pianeo, das ist ein Festival für Neo Classic, es,
Die Landpartie, das ist quasi wo Konzerte im Münsterland, vor allem glaube ich, hauptsächlich im Münsterland stattfinden an verschiedenen Orten. Da passiert dann aber auch immer noch im mixed Arts, also unterschiedliche verschiedene, kleine Kunstgeschichten, Performancegeschichten sozusagen oft in Kombination mit einem großen oder zwei großen Konzerten. Jetzt gibt es AV Picknick, also AV steht für Audio visuell, also eine audiovisuelle, Konzertreihe ist es an verschiedenen Orten auch in Münster und Umgebung. Genau und gibt noch viele andere Projekte.
Und wie bist du da involviert? Mit Ruth Messing zusammen sind wir jetzt seit zwei Jahren Mitglied. Mitglieder und haben dann irgendwann dieses Projekt bei der dem Verein vorgestellt und die haben gesagt, ja mach das mal Oder versucht mal und so sind wir da jetzt involviert, genau. Grand Tour, das sind ja große Worte. Mhm. Du Grins. Es war eine lange Reise dahin. Mhm. Dieses Wort zu finden. Wir hatten ursprünglich einen anderen Titel. Ich bin froh, dass es der nicht geworden ist, weil dieser andere Titel etwas zu viel wollte und ein bisschen so finde ich ein bisschen so, Menschen tonmäßig rüberkam und und dann haben wir gedacht, irgendwie so, wir würden halt gern so einen großen Aufschlag machen.
So, weil wir auch viel wollen, ne, mit dieser Show. Wir wollen Kunst machen, wir wollen aber auch irgendwie politisch bilden, wir wollen irgendwie Vereine und Initiativen einbinden, wir wollen konstruktiv sein, wir wollen partizipativ sein, also, Eigentlich quasi man merkt schon und das Ganze ist ja ungeprobt. Also quasi alle Akteurinnen kommen erst in dem Moment zusammen, wo die Show dann auch wirklich stattfindet und Dafür braucht es ein großes Wort. Also es kann nur scheitern. Eierlegende Wollmilch, aber wenn ich so cool, Also wenn man das als Showname hätte, fände ich's auch irgendwie ganz schön. Ich denke drüber nach, für eine neue, weil keiner für den Tipp. Ja.
Ihr vier. Vielen Dank, dass ihr euch hier spontan Zeit genommen habt, um mehr über euch, eure Projekte und eure Gedanken zu Westfalen zu erfahren. Ich freue mich auf eure Projekte und all das, was dieses Jubiläumsjahr mit sich bringen wird. Gerne. Vielen Dank, dass ihr bei dieser besonderen Folge von Die Leichtigkeit der Kunst Genau Westfalen dabei wart, diese Podcastreihe entsteht im Rahmen des Förderschwerpunkts 1250 Jahre Westfalen, der LWL-Kulturstiftung in Kooperation mit der LWL-Kulturabteilung und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, ein großes Dankeschön an die LWL-Kulturstiftung, die dieses Projekt möglich gemacht hat, ihr möchtet mehr über das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen erfahren? Dann schaut doch mal vorbei unter WWW Punkt
1250 Jahre Westfalen Punkt DE oder folgt der LWL-Kulturstiftung auf Instagram unter, LWL-Kulturstiftung DE. Tschüss und bis zum nächsten Mal, eure. Music.