Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 230

Michael Sailstorfer: Tears 'n Trees

Freitag, 10. Januar 2025 · 46 min

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Shownotes

Habt ihr jemals die Wirkung besonderer Kunstwerke wie die eines außergewöhnlichen Dufts empfunden?

Sie beginnen mit einem fesselnden Auftakt, ziehen uns in die Tiefe mit einer überraschenden Herznote und hinterlassen schließlich eine Basis, die lange nachhallt – voller Beständigkeit.

Was geschieht, wenn Kunst genau diese Balance aus Leichtigkeit und Tiefe verkörpert? Wenn sie die Grenzen zwischen Mensch und Natur auflöst – zwischen Wolken und Wäldern, Asphalt und Emotionen? Wenn sie alltägliche Materialien zu poetischen Installationen transformiert, die unser Denken herausfordern und gleichzeitig berühren?

Heute habe ich die besondere Ehre, mit einem Künstler zu sprechen, der wie kaum ein anderer die Kunst sichtbar und fühlbar macht. Seine Werke spielen mit Bewegung, Raum und der subtilen Verbindung zwischen Mensch und Umgebung – stets durchdrungen von Humor, Tiefe und Experimentierfreude.

Genau darüber möchte ich heute mit Michael Sailstorfer (sailstorfer.com) sprechen.

Lieber Michael, bevor wir über Tränen und Asphalt sprechen, bin ich natürlich gespannt, mehr über dich und deinen Weg zu erfahren. Was hat dich ursprünglich zur Kunst geführt?

GOOD TO KNOW!

GAST: Michael Sailstorfer (sailstorfer.com)

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Music. Und herzlich willkommen zu meinem Podcast der Leichtigkeit der Kunden, Ein Salon-Podcast über Kunst, Kultur und Gesellschaft, Mein Name ist Claudia Linzel und ich freue mich sehr euch hier begrüßen zu dürfen. Fühlt euch eingeladen, mit mir in die Geschichten, Chancen und Herausforderungen einzutauchen, die meine Gäste als Zeitzeugen, und Gesellschaft prägen. Habt ihr jemals die Wirkung besonderer Kunstwerke wie die eines außergewöhnlichen Dufts empfunden?

Sie beginnen mit einem fesselnden Auftakt, ziehen uns in die Tiefe mit einer überraschenden Herznote und hinterlassen schließlich eine Basis, die lange nahe rallen, Voller Beständigkeit. Was geschieht, wenn Kunst genau diese Balance aus Leichtigkeit und Tiefe verkörper, Wenn sie die Grenzen zwischen Mensch und Natur auflöst, zwischen Wolken und Wäldern, Asphalt und Emotionen, Wenn sie alltägliche Materialien zu poetischen Installationen transformiert, die unser Denken herausfordern und gleichzeitig berühren, Heute habe ich die besondere Ehre, mit einem Künstler zu sprechen, der wie kaum ein anderer die Kunst sichtbar und fühlbar macht, Seine Werke spielen mit Bewegung, Raum und der subtilen Verbindung zwischen Mensch und Umgebung. Stets durchdrungen von Humor, Tiefe,

Freude. Genau darüber möchte ich heute mit Michael Salzdorfer sprechen. Lieber Michael, wir über Tränen und Asphalt sprechen, bin ich natürlich ganz gespannt mehr über dich und deinen Weg zu erfahren, was hat dich ursprünglich. Liebe Claudia, schön, dass du heute hier bist. Vielen Dank für die Einladung zum Podcast. Ich danke dir. Ja, ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem die Kunst eine wichtige Rolle gespielt hat. Wir haben, Von jeher Ausstellungen angeguckt, also ich war als Kind auf der Documenta bei den Skulpturenprojekten in Münster, bei der Bienal in Venedig im nahen Haus der Kunst in München, im Lenbachhaus. Das kommt daher, dass mein Papa in den 70er Jahren Kunst studiert hat

und der Kunstakademie in München zunächst beim Leo Kornbrust, Und so war eigentlich die Kunst so täglich Brot in meiner Kindheit War dein Vater auch als freischaffender Künstler tätig? Also mein Vater hat damals nicht nur als freischaffender Künstler wirklich gearbeitet, also die Kunst hatte natürlich immer eine wichtige Rolle oder einen wichtigen Stellenwert. Er hat aber nach seinem Studium an der Akademie den Steinmetzbetrieb von seinem Papa übernommen und war eigentlich handwerklich tätig.

Wobei ich wirklich sagen muss, dass mich das Handwerk und das mit den Händen machen, sehr geprägt hat. Also ich habe wirklich viel Zeit in dieser Werkstatt verbracht, habe irgendwie immer gebastelt und habe eigentlich so meine Ideen und Visionen eigentlich, Immer versucht irgendwie zu bauen und in die Welt zu bringen. Also ich habe wirklich viel Zeit da verbracht. Wie hat er dich geprägt? Ich glaube, wie man auf die Dinge guckt, Und dass die Kunst eine bestimmte Bedeutung hat und das habe ich eigentlich mitgenommen auch später in meinen Teenagerjahren. Ich kann mich erinnern, ich bin mit 16 alleine zum Kunstmarkt nach Köln gefahren. Ich glaube einfach, das Interesse und die Neugierde für die Kunst und ich glaube, das Wasser die irgendwie in eine Bereicherung, dass es da was gibt,

was irgendwie wichtig ist. Was würde ich denn von Anfang an klar, dass du auch Künstler werden möchtest? Oder gab's vielleicht auch mal eine Rebellion? Also ich glaube, rebellisch war ich durchaus immer ich habe das irgendwie relativ, Irgendwann auch wieder vergessen mit der Kunst und wollen natürlich andere Dinge wichtig irgendwie der Sport und die Partys und, das Ausgehen, aber so ich habe nach meinem Abitur Zivildienst gemacht und habe eigentlich in der Zeit, Was eigentlich eine ganz gute Zeit ist, nach dem Abitur drüber zu reflektieren, wo man so hin will und was man so machen will, entschlossen, dass ich mir das nochmal angucken will und habe eine Mappe gemacht für die Kunstakademie in München.

Und da wurde tatsächlich eingeladen zur Aufnahmeprüfung, Ich hatte parallel auch einen Studienplatz für Architektur an der TU in München und habe mich für die bildende Kunst entschieden, für die Bildhauerei, weil mich eigentlich die Freiheit gereizt hat, also nicht zweckgebunden zu arbeiten, sondern einfach so, Mit einer totalen Offenheit und Freiheit und Kreativität zu starten. Haben deine Eltern dich dann gefördert bei deinem Sinnenkünstler zu werden oder war's erstmal, oh je, Junge. Also ich glaube, die ist nicht so gut. Also meine Eltern, wie schwierig das ist, seinen Lebensunterhalt mit der Kunst zu verdienen, irgendwie mit dem Papa aus eigener Erfahrung.

Wobei das wahrscheinlich in den siebziger Jahren noch viel schwieriger war als Anfang der Zweitausender, als ich studiert habe. Aber wir haben einen Deal gemacht tatsächlich. Also die haben gesagt ich habe gesagt, ich will das unbedingt machen. Und ich habe das Gefühl, das ist so meine Sache und ich bin gut dadrin, Und wir hatten den Deal, dass ich, wenn es irgendwie am Ende des Studiums so aussieht, als könnte ich mein Leben damit bestreiten, dann mache ich damit weiter und wenn das irgendwie noch Brotlosigkeit aussieht, dann setze ich noch das Architekturstudium da oben drauf.

Und dann habe ich mich natürlich wirklich ins Zeug gelegt, und habe wirklich viel gearbeitet, damit ich dahin komme. Und das sah auch ganz gut aus. Bei wem hast du studiert? Ich habe angefangen zu studieren beim Nikolaus Gerhard, also Münchner. Und habe dann zum Olaf Metzel gewechselt im fünften Semester, würde ich sagen. Warum war dir das wichtig? Ich fand einfach wichtig, so verschiedene Ansätze zu sehen und verschiedene Klassen zu sehen und eigentlich möglichst viel Input zu haben so im im Rahmen des Studiums. Ich bin auch nach ich glaube zum sechsten, sieb Semester bin ich nach London gegangen und habe meinen Master gestartet, um, und ich glaube, ich habe relativ früh gemerkt, dass man so die da selber die Fäden in der Hand hat bei diesem Studium,

niemand eigentlich sagt, was man so zu tun und lassen hat und dass man eigentlich aus eigenem Antrieb versuchen muss, so viel wie möglich, aus dieser Möglichkeit des Kunststudiums zu machen und drum habe ich natürlich versucht, verschiedene Professoren zu erleben, ob mir verschiedene, Kurse angeguckt, Kunstgeschichte und top auch versucht dann nochmal in eine andere Stadt zu gehen wie London. Wer hat dich die Londoner Zeit geprägt? Hm, ich fand die Stadt natürlich unglaublich spannend. Also das war Anfang der Zweitausender, zweitausenddrei, zweitausendvier, London hat wahnsinnig tolle Museen. Irgendwie war Chapel Gallery, die Sirpant Gallery, die Tate Es gab wirklich tolle Ausstellungen, da zum Beispiel das von Olaf Eliason in der Turbinenhalle der Tät es gab spektakuläre Ausstellungen bei ähm Hogston Square und ich glaube die Kunstszene war sehr turbulent zu der Zeit.

Und spannend und ich glaube, für mich war auch interessant, das Englische Kunststudium mitzuerleben. Sehr viel theoretischer ist und sehr viel didaktischer als ein Kunststudium in Deutschland. Und ich glaube, diese beiden Pole waren, sehr wichtig für mich. Also dieses Studium an der deutschen Kunsthochschule was sehr direkt ist, was sehr handwerklich ist, wo's eigentlich immer ums Machen geht, Und in England gibt's sehr viel darum, um die Hintergründe und die Kunst zu diskutieren und ich glaube beides war sehr bereichernd. Jetzt hattest du dort einen Aha-Moment? Ich glaube in London hatte ich erstmal eine Blockade sogar. Oh. München war so ein bisschen Punkrock. Da ging's drum irgendwie die Dinge zu machen. Der Olaf Metzel meint ja immer, mach erstmal, dann gucken wir die Sachen an, wenn die im im Atelier stehen. Davor müssen wir gar nicht dadrüber reden.

Und da ging's eigentlich drum, dass Kunst vom Machen kommt. Und zu den anderen Weg zu nehmen, der hat mich, glaube ich, erst mal so ein bisschen blockiert und ich glaube, ich musste erst mal lernen. Diese Blockade zu überwinden und mir wie eine Art Brücke zu bauen, um, auch von hintenrum starten zu können. Geschafft? Ich habe mir, glaube ich, ein Konzept gemacht. Ich habe damals mit einer Serie gestartet, die Unterwasserskulpturen.

Und die Unterwasserskulpturen sind eigentlich gebaute Skulpturen, die aus Styropor gebaut sind, überzogen mit Epoxidharz, Fieberglas, eigentlich wie ein Surfbrett, eine leichte Struktur, die überzogen ist, die schwimmen kann und dann hat die ein Gegengewicht, ein Betongewicht, was diese leichte Skulptur, wenn mandiert in Gewässer wirft, also in mehr, dann zieht Das Betongewicht ist Skulptur nach unten und eigentlich war die Befreiung die, dass man sagt, man kann bauen, was man da will, Wenn's jetzt irgendwie nicht so gut ist oder theoretisch nicht so viel Sinn macht, dann wirft man's einfach über Bord, versenkt das Teil, es hat irgendwie ein Konzept, du machst die Kunst irgendwie für die Fische oder wen auch immer oder eroberst einen neuen Raum für die Kunst, also Unterwasser und dadurch befreit man sich auch wieder von dem von der Schwere und dem Ballast und das war damals so eine.

Ich würde sagen so eine Hefeststellung, mich von dem Ganzen zu befreien. Ist das auch heute noch, oder über all die Jahre, einen Mechanismus, den du für dich entdeckt hast oder gibt es diese Momente gar nicht glaube, die Momente gibt's immer, also es gibt immer verschiedene Strategien. Und ich glaube in dem kreativen Prozess gibt's manchmal so ein bisschen Körner im Getriebe. Das ist ja auch das Leben und Manchmal muss man diese holprigen Pisten überwinden und dann helfen manchmal so leichte Konzepte. Bist du in den Momenten eher verzweifelt oder denkst, okay, daraus wächst jetzt was ganz Großes. Das ist ein wichtiger Prozess Ich bin immer wieder verzweifelt. Mhm. Also weil ich glaube, mein mein zum einen bin ich selten zufrieden. Mhm. Zum anderen ruhe ich mich selten

aus, auf dem, was ich da gemacht habe, wenn ich das Gefühl habe, eine Werkgruppe funktioniert irgendwie für sich sehr gut Dann wird mir das glaube ich relativ schnell langweilig und ich habe das Gefühl, okay ich muss jetzt hier stoppen und was Neues starten, dann folgt vielleicht kurz ein Moment der Verzweiflung und der Arbeit und dann.

Kommt irgendwie was Neues in Fluss, was eigentlich der Moment ist, der, glaube ich, in meiner kreativen Arbeit der Schönste ist und ich glaube drum, Mag ich auch diesen kurzen Moment der Verzweiflung, dieses Soundcode im Getriebe und wenn das Ding wieder läuft, dann ist es ein unglaublich schöner Moment, der sehr bereichernd ist. Lernst du mit diesen Momenten umzugehen und auch vielleicht, das gute Vertrauen, es wird schon gut gehen. Ja, das lerne ich so langsam, würde ich sagen. Aber ich wäre net 6undvierzig im Januar und ich glaube, ich bin in einer Phase, wo ich dieses Vertrauen, langsam lerne, würde ich sagen. Du warst dann in London und ich selber habe Anfang der Nullerjahre in London gelebt und es hat sich,

Durchaus die Frage gestellt, sollte ich nicht hierbleiben. Wie ging dir das und warum bist du zurückgekommen London war auch sehr anstrengend. Unteuer. Mhm. Also wir haben damals in London im Eastend in der Fashion Street neben der Bricklan in einem Ein-Zimmer-Studio-Apartment gewohnt mit 20 Quadratmetern, Was zu der Zeit ungefähr doppelt so teuer war wie dann unsere 120 Quadratmeter Wohnung in Berlin, in die wir 205 gezogen sind und das war glaube ich einfach der Grund. Also meine Idee war.

Oder ist auch heute noch Beethower zu sein und große raumgreifende Skulpturen zu machen und ich hätte damals in London nicht die Möglichkeit gehabt, mir ein Studio, oder in den Lebensmittelpunkt zu schaffen, in dem das möglich ist, also finanziell, nach dem Studium. Mhm. Und in Berlin war damals einfach die Situation so, dass es Anfang der 2tausender immer noch große, bezahlbare, Wohnungen, Atelierräume, Leerstände gab.

Und das war natürlich attraktiv für junge bildende Künstler hier Fuß zu fassen und, zu starten und ich glaube, darum war auch diese Kunstszene Anfang der Zweitausender immer noch so lebendig und inspirierend, weil das ein Alleinstellungsmerkmal dieser Stadt war zu der Zeit. Bist du von London direkt nach Berlin gegangen oder erstmal zurück noch in den Süden?

Ich war kurz noch mal in München, um mein Diplom zu machen. Also ich glaube ein halbes Jahr. Und bin dann nach Berlin und habe unsere Wohnung am Rosa-Luxemburg-Platz renoviert. Warst du nicht auch mal Ateliernachbar mit Thomas Rendmeister? Wir wollen eine Weile, Atelier Nachbarn, also relativ lange, ich würde sagen, über einen Zeitraum von bestimmt 15 Jahren waren wir Ateliernachbarn im ehemaligen Joe May Filmstudio.

In der Libermannstraße in Weißensee. Und konntet ihr euch gegenseitig freundschaftliche Ratschläge geben, aneinander wachsen? Wie wichtig sind Künstlerfreundschaften? Also ich schätze sehr die Arbeit von Thomas und ich habe natürlich immer verfolgt, was er da macht, Und ich glaube, das war anfangs in der Zeit auch so, dass es irgendwie, dass sehr viele Künstler in.

Berlin waren gestartet sind und dass es sehr viel Austausch auch gab, also zwischen den Künstlern, wo man sich so gegenseitig, beeinflusst und geprägt und motiviert hat. Erinnerst du dich noch an eine ganz frühe Anekdote? Vielleicht zu Beginn deiner Karriere, die dir heute noch Mut schenkt? Ja, ich glaube, dass manchmal in, In wichtigen Situationen Dinge passiert sind so aus dem Blauen heraus, die irgendwie, andere gute Dinge in Bewegung gebracht haben. Also ich kann mich erinnern, ich habe 205 meine Diplomarbeit realisiert in der ist lange her mittlerweile in in der Kunstakademie, was wirklich ein Aufriss war. Ich habe im, Im Eingangsbereich, im Westdebüll einen Betonwürfel gegossen. Die Arbeit hatte den Titelreaktor, also es waren Würfel mit einer.

Kantenlänge von zwei Meter zwanzig mal zwei Meter zwanzig mal zwei Meter zehn unglaublich schweres Teil. Ich habe dort eine Verschalung gebaut, Wir haben das vor Ort gegossen, es kommen Betonlaster, dann haben wir das von dem Betonmischer mit Eimern in die Akademie getragen und wir haben diese Verschalung gefüllt mit dem flüssigen Beton, Und beim ersten Versuch ist die Verschalung geplatzt und es ist alles ausgelaufen. Und beim nächsten Anlauf hat's geklappt, also im Wald ist wieder abgebaut, nochmal gebaut, vollgegossen und das sind Betonwürfel.

Und oben sind 36 Mikrofone eingegossen und die Mikrofone sind angeschlossen an den Verstärker und Lautsprecher. Und wenn Menschen durch diesen Raum laufen, dann fängt der Reaktor an zu brummen. Also es funktioniert wie ein Tonabnehmer und der Sound breitet sich im ganzen Raum aus. Und im ganzen Gebäude und man kann das überall spüren und, Ja, es war auf jeden Fall aufregend, diese ganze Produktion. Ich kann mich auch erinnern, dass ich am Tag des Diploms einen Brief von der Akademie bekommen habe, dass ich für sämtliche Gebäudeschäden, Haftbau bin, weil das so, glaube ich, so beängstigend war, dieses Teil.

Auf jeden Fall stand ich am Tag des Diploms da und war irgendwie wahnsinnig stolz, dass ich das dahinbekommen habe, und in dem Moment hat mich der Jan Hott angerufen, also damals neuer Direktor von Martha Herford und hat mich gefragt, ob ich eine Außenskulptur, realisieren will für diesen Museumsneubau, Und manchmal kommen so Momente zusammen, wo man irgendwie was erreicht hat und dann ergeben sich aus der Energie und aus dem Moment neue Dinge und das waren glaube ich immer so tolle Momente, die einen auch irgendwie, bestätigen und ja bekräftigen, irgendwie da weiterzumachen. Überraschen dich deine Werke auch? Das kann ich auf jeden Fall bejahen, also wenn die Werke überraschen mich und ich mag auch wirklich diese physische Auseinandersetzung mit dem Material. Also,

quasi diese im Machen entstehen auf oft Dinge, die man nicht da planen kann. Also dieser Reaktorwürfel, von dem ich erzählt habe in der Akademie, bekam dann irgendwie auch Risse und der Beton war irgendwie nicht gleichmäßig und das hat glaube ich auch zur Qualität dieses Werkes beigetragen, dass das einfach eigentlich auch rough war und irgendwie teilweise kaputt und das war wirklich wie so ein.

Da aufgerissene Reaktor, oder auch diese Arbeit der Tränen, diese Tränenskulpturen, die wir auf dieses Haus geworfen haben. Ich glaube, man kann nicht planen, was da passiert, wenn man's nicht gemocht hat. Und das sind so Dinge, glaube ich, selber überraschen, begeistern und die mir auch Freude machen. Mit welchem Material arbeitest du besonders gerne?

Ich glaube es ich kann mich nicht auf ein physisches Material festlegen. Ich glaube, das schönste Material ist das Gefühl letztendlich. Das ist aber eine tolle Aussage und gibt es Materialien, an denen du dir quasi die Zähne ausbeißt? Schwer zu sagen, weil ich wirklich nicht an Materialien denke. Also wenn ich mit einem neuen Kunstwerk starte. An welche Themen denkst du gerne, wenn du mit einer Arbeit startest? Also eigentlich geht's um Grundgefühl. Also was irgendwie da ist, Und was glaube ich irgendwie eine Notwendigkeit generiert, ein physisches Kunstwerk zu schaffen? Also ich denke zum Beispiel irgendwie an die Arbeitszeit ist keine Autobahn. Das ist ein Autoreifen, der, von einem Elektromotor angetrieben ist, sich an einer Galeriewand aufreibt und das Grundgefühl ist glaube ich irgendwie die Vergänglichkeit oder zu sagen, also

Die Idee für die Arbeit hatte ich während meiner. Los Angeles, man steht permanent im Stau, man kommt da nicht so vorwärts und gleichzeitig vergeht die Zeit und man bekommt langsam graue Haare und man Verraucht so seine Ressourcen auf und ich glaube, darum geht's zum Beispiel bei der Arbeit. Und das sind oft so die Motivationen oder die Momente, neues Kunstwerk zu starten. Ist Vergänglichkeit ein großes Thema? Die ist ja irgendwie immer da. Also ich glaube, die Zeitlichkeit spielt in vielen Werken eine Thematik. Und das Gefühl von Heimat?

Du hast so viele Orte schon erlebt? Ich glaube, das Wort zu einer bestimmten Zeit auch eine wichtige Thematik Also ich glaube, das war so eine der ersten Werkgruppen, die ich da während meinem Studium gestartet habe oder kurz danach, weil ich glaube ich auch in einer Phase war, wo ich irgendwie mich an den Begriff abgearbeitet habe oder wo ich auch auf der Suche war, wo man sich so.

Niederlassen will und sich sein seinen Standort schafft. Was bedeutet denn Heimat für dich? Ja Heimat hat glaube ich was mit der Verbundenheit zu tun. Ich glaube, das kann zum einen der Ort sein. Wo man seine Wurzeln hat, wahrscheinlich bleibt der Ort auch immer eine Art Heimat und dann kann das natürlich der Ort sein, den man sich irgendwann selber geschaffen hat und mit denen man sich neu verwurzelt.

Nach einer bestimmten Zeit. Geht es dir hier in Berlin so? Ja, ich bin seit fast 20 Jahren in Berlin, Also ich würde sagen, Berlin ist ein Ort, mit dem ich verbunden bin und den ich auch sehr liebe. Mhm. Gehst du in deinen Prozessen eher so vor, dass du an einen Ort kommst und merkst, hier möchte ich etwas schaffen oder, Findest du es interessanter zurückzukehren ins Studio und dir dann deine Gedanken zu machen? Hm, ich glaube, ich mache beides, aber, wenn's darum geht eine Ausführung zu realisieren an einem bestimmten Ort ist der Ort eigentlich immer, ausschlaggebend. Also ich glaube, ich versuche immer auf den Ort und auf die gegebene Situation zu reagieren.

Und ja mich eigentlich auch von dem Ort inspirieren zu lassen, was der da braucht. Gibt es Orte, die du gerne noch mal bearbeiten würdest? Oder von denen du träumst? Ich glaube, die gibt's bestimmt. Ich glaube, die Ideen hat, glaube ich, jeder Künstler bestimmte Ausstellungsräume oder Museen, die man gerne bespielen will.

In der Zukunft. Wie wichtig ist dir Humor? Ähm ich glaube, der ist einfach da manchmal Und der Song ist ein guter grimmst mich an. Der ist einfach da. Der der kommt mit. Der Schalk. Also das Gefühl, dass die Betrachter den Humor brauchen. Um sich sofort mit der Arbeit zu verbinden. Das ist wie ein einfacher Einstieg ist oder ist der Humor einfach einen Bestandteil der der da ist. Ich glaube, der ist einfach da und der ist eine Tür. Also wie du gesagt hast, der Humor ist, glaube ich, eine Tür, die, Einstieg in das Kunstwerk ermöglicht Wie liefen Kritik um? Schlicht. Sagt er und grinst wieder. Nee, die ist manchmal auch einfach da. Mhm. Also ich glaube, die Auch mit. Mhm und ist das eher noch mal so ein sündender Moment? Ist noch besser machen zu wollen jemand macht's ja eh so gut, wie man kann. Ich glaube, man kann's nicht eben recht machen. Mhm. Die Kritik kommt einfach und ich glaube,

Nicht jeder findet die Dinge, die man macht, gleich gut und das ist glaube ich ein Teil von dem, Von dem Leben, was man da führt. Wie wichtig sind Titel für dich? Ich weiß gar nicht, ob du OT-Werke ob ich noch nie gemocht. Also ich glaube, die Titel sind immer wichtig. Ich glaube, dass es endlich wieder Humor. Also die Titel sind eine ein Einstieg. Das sind eine Tür und ich glaube, die sind natürlich auch Richtungsweisend, Für den Betrachter des Kunstwerks in welche Richtung er mit dem Denken starten könnte. Also kommt der Titel vor, dem immer zuerst. Also die Idee, das Bild für das Werk und der Titel ist manchmal auch nicht ganz leicht zu finden.

Aber ich glaube beim Titel gibt's meistens drum was die Initialzündung war für die Arbeit. Drum heißt zum Beispiel das Haus, auf dass du die Tropfen fallen heißt auch Tränen, weil darum ging's von Anfang an Und ich glaube, das bildet einfach den Einstieg. Und kannst du arbeiten, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht fertigstellen lassen? Gedanklich noch mal zur Seite legen und, ein paar Jahre später hervor und im weiter drin arbeiten oder sind die dann einfach verworfen? Nee, das mache ich relativ häufig.

Also das ist Ideen gibt, die manchmal auch zehn Jahre da liegen oder 15 und aus irgendeinem Grund kommen die manchmal dann nochmal um die Ecke und dann verändern die sich vielleicht und äh entstehen dann in dem Moment neu. Wann hast du gemerkt, dass du ein Team brauchst, dass du ein Studiomanager brauchst und und und. Ich glaube relativ früh. Also ich bin irgendwie zweitausend.

Nach Berlin gezogen und zu der Zeit habe ich relativ viele Ausführungen gemacht und ich habe irgendwann gemerkt, Also ich habe davor habe ich natürlich alles selbst gemacht und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich an dem Punkt angelangt bin, wo ich nicht alle Dinge selber bewältigen kann, und wo ich einfach Unterstützung brauche. War das der Moment, wo du verstanden hast, ich bin wirklich Künstler? Ich kann nicht sagen, dass ich ein Team brauche.

Oder ein großes Team um mich als Künstler zu definieren. Also ich glaube, mit dem Team ist ein neuer Spagat entstanden. Also ich glaube, um so ein Team im Studio, zu koordinieren, braucht man manchmal was anderes als irgendwie der Künstler braucht. Also als Künstler braucht man eine Freiheit, Flexibilität, Kreativität, Und so ein Studio zu leiten braucht manchmal irgendwie Struktur.

Souveränität und einfach mit Klarheit und ich glaube, was ich gelernt habe in der Zeit, dass ich zwischen diesen zwei, Das ist ein Spagat ist, und dass ich quasi im besten Fall mir darüber bewusst bin und umschalten muss zwischen diesen zwei zwischen dem Künstler und dem der das Studio führt. Dem Arbeitgeber. Exakt. Mhm. Also ich glaube, das sind zwei unterschiedliche Charaktere. Mhm.

Ja, das eine hat auch was mit einer großen Verantwortung zu tun. Und mit einem Plan, den man da hat, glaube ich und mit einer Struktur, Und als Künstler, das hat er natürlich auch was sehr. Das hat was mit der Freiheit zu tun und ich glaube, ich versuche natürlich mir diese Freiheit zu bewahren, an Tagen und denen ich vielleicht nicht ins Studio gehe und denen ich alleine da bin und ich glaube, dieser Punkt braucht irgendwie eine Planung, aber, Es sind zwei verschiedene Dinge. Wenn du einem jüngeren Künstlerkollegen einen Tipp geben würdest, der gerade so in den Anfängen steht, was würdest du ihm raten? Versuch dir deine Freiheit zu bewahren, irgendwie den Kopf freizuhalten und, heute die Grundkosten deiner Studioführung gering. Mhm. Wie machst du das, dass dein Kopf frei bleibt? Gehst du spazieren oder du hast eben erzählt, du warst so als Jugendlicher auch recht sportlich? Ja, das mache ich immer noch. Also Sport ist, glaube ich, auch ein wichtiger Moment in meinem Leben.

Und ich glaube, das ist natürlich auch eine Möglichkeit, seinen Kopf freizuhalten. Kannst du denn abschalten? Das kann ich ziemlich gut. Ich habe in meiner Einleitung die Wälder auch angesprochen. Die ja für dich auch eine ganz besondere Rolle spielen. Wald, Putz. Ja, wie gesagt, ich bin ja da aufm bayerischen Dorf aufgewachsen und ich habe meine Kindheit oder einen großen Teil meiner Kindheit auch da in den umliegenden Wäldern verbracht.

Und ähm als ich angefangen habe Kunst zu studieren habe ich natürlich überlegt, mit was starte ich da? Oder was ist was könnte ein Grundstein sein? Und die erste Skulptur, die ich dort realisiert habe, 2000 war die Arbeit Waldputz. Ich bin tatsächlich dann nach Hause gefahren. Die Arbeit habe ich hinter dem Haus meiner Eltern, also im angrenzenden Wald realisiert. Die Arbeit hat, wie du gesagt hast, den Titel Walputz 2000 und die Idee war, ein Kunstwerk zu schaffen.

Durchwegnehmen von Material. Also ich wollte nicht ein Kunstwerk schaffen bei dem neues Material hinzugefügt wird, sondern als Ausgangspunkt oder ein Startpunkt wollte ich eine Art Reinigung, machen und das war eigentlich auch eine skulpturale Fragestellung, wie kann ich durch, Wegnehmen von Material, durchputzendes Waldbodens in einem natürlichen Raum einen künstlichen, Raum schaffen, also eine minimale Skulptur und ich habe den Waldboden geputzt auf einer Fläche von vier Meter achtzig mal vier Meter achtzig und zwei Meter fünfzig hoch.

Und dadurch entsteht eine minimale Skulptur die natürlich auch wiederum eine Bühne für die Zärtlichkeit ist, also die Natur kann sich diesen Kubus wieder zurückerobern, was einige Jahre gedauert hat und war quasi mein Eingriff wieder, sozusagen. Ist ja ein interessantes Format. Das hat sich so ergeben. Also das war ich bin da hingegangen und habe geguckt, wie stehen die Bäume da?

Und habe eigentlich versucht, so anhand der Abstände der Bäume, die ja irgendwie wie so, dieses Quadrats waren einen guten Ort oder eine gute Abmessung zu finden und dann hat das natürlich auch irgendwie einen Bezug auf einen möglichen Wohnraum oder auf eine, auf eine Größe, die irgendwie dem Körper entspricht und ich fand den Moment eigentlich auch ganz gut, dass was auch ein Aspekt ist meiner Arbeit und dass Fußgänger oder wer auch immer da vorbeigekommen ist, nicht genau weiß, was ist an der Stelle passiert? Hat da jemand einen Bauplatz abgesteckt, ist irgendwie ein Unfall mit Chemie oder was auch immer passiert und irgendwie dieser Moment der Irritation, wenn du an so einem Ding vorbeigehst, was ja Kunst im öffentlichen Raum relativ oft macht, also,

unbedarf da passant, kommt da vorbei, wird damit konfrontiert. Muss sich Gedanken über dieses Kunstwerk machen und du gehst natürlich, wenn du jetzt bewusst ins Museum gehst, weißt du, dass dass du es mit dem Kunstwerk zu tun hast, da wirst du von Kopf gestoßen und Bist quasi auf freier Wildbahn damit, auf dich gestellt und das finde ich glaube ich auch interessant. Und kurz darauf gab es doch auch eine Arbeit in der Bäume eine große Rolle spielten. Bäume, die sich auf dem Kopf drehten. Äh die Arbeit ist aus einer ähnlichen Zeit.

Ist natürlich auch ein Zitat auf den Waldputz. Die Arbeit, auf die du an Spitze ja den Titel fährst, habe ich zum ersten Mal gezeigt 211 in der Kästner Gesellschaft in Hannover Und dann 212 in der Berlinischen Galerie. Das sind 5 Bäume, die kopfüber von der Decke hängen an Elektromotoren befestigt sind und die Motoren, bewegen die Bäume, die werden zu großen Besen und die Fäden so ihr eigenes Laub Und führen eine Art Tanz oder Ballett im Raum auf. Und nehmen natürlich auch den Raum in Beschlag. Schaben an den Galeriewänden.

Auch die bekommen Spuren und es geht natürlich auch um eine Zeitlichkeit und um eine Performance. Trittst du gerne mit Betrachtern deiner Werke in Interaktion? An der Stelle nicht, aber, sehr oft dann in anderen Situationen. Zum Beispiel? Ich erinnere mich an eine Arbeit, die wir realisiert haben, wo ich sehr viel Austausch hatte mit Passanten, die Arbeit, Anti-Herbst.

Von 2012, das von der Arbeit, die ich realisiert habe, im Rahmen der Emscher-Kunstbiennale in den Rheinauen in Duisburg-Walzum und dort dann eine prächtige Esche und diese Esche habe ich mit meinem Team begleitet im Herbst in den Winter hinein, und jedes Blatt, das diese Esche verloren hat im Herbst und im Winter haben wir wieder eingesammelt war verfärbt von grün nach gelb oder orange. Die Blätter haben wir wieder grün lackiert und mit Kabelbindern wieder an den Baum gepinnt. Also das waren am Ende wahrscheinlich etwas über 100.000 Blätter, und es geht eigentlich so drum, den den Lauf der Zeit, den Herbst aufzuhalten und quasi einen, perfekten grünen Baum da zu erhalten. Eine Art von Renaturierung sozusagen. Wenn man sich so deine,

Berge, die Titel näher anschaut, fällt mir immer wieder das Wort Träne auf. Also die Träne ist eine abgeschlossene Werkgruppe. Mhm. Also die erste Tränenarbeit mit dem Titel, Tränen habe ich realisiert zweitausendfünfzehn. Und die abschließende Arbeit, glaube ich, 220 ist ein Parfum mit dem Titel Tier so ein Asphalt, Die Trainer hat natürlich zu tun mit einer Schwere, mit einer Traurigkeit. Also ich würde sagen, jedes Kunstwerk, was ich gemacht habe, kann ich als Tagebucheintrag bezeichnen, Und ich habe am Ende der Tränenserie ein paar Fragen gemacht, weil ich den Moment schön fand, dass ich die Traurigkeit auflöst, in was Schönem mit einem Duft.

Die Arbeit hier so ein Asphalt ist ein Parfüm, gleichzeitig eine Skulptur, die quasi vom Benutzer, in die Welt hinausgetragen wird und ein Endpunkt für die Trennserie bildet. Und die erste Arbeiter-Trennserie ist eine Videoarbeit. Man sieht ein Haus im bayerischen Dorf Wiesen, was da steht und man sieht in Eisengegossene Tränenskulpturen, Die in dem permanenten Regen auf dieses Haus fallen und in einem Zeitraum von zwei Tagen dieses Haus zum Einstürzen bringen. Wie bist du darauf gekommen? Ich hatte seit Längerem dieses Bild im Kopf von Tropfen, die eigentlich einen Lebensraum oder.

Sinnbild für den Lebensraum alltypisches Haus zum Einstürzen bringen. Und ich glaube, man kann das aus verschiedenen Blickwinkeln sehen, man kann das aus einer ökologischen Sicht sehen, man kann das irgendwie, Vielleicht aus einer psychologischen Sicht sehen, auf ich mag dieses Bild des Hauses, was doch diesen äußeren Umstand zerstört wird. Und ich hatte dieses Bild im Kopf und habe parallel zu dieser Zeit befreundete Sammler getroffen. Friedrich Gräfling und Johanna Stämmler Und die haben zu der Zeit dieses Haus gekauft inwiesen und wollten an der Stelle ein neues Haus bauen und haben mich gefragt, ob ich mit diesem alten Haus oder mit dem Haus was zum Abbruch freigegeben ist, ein Kunstwerk machen will. Und so kam eigentlich das eine zum anderen, ich habe Ihnen dieses Projekt vorgeschlagen und dann haben wir das,

zusammen realisiert und das Ergebnis ist die Videoarbeit Tränen, die ich gerade beschrieben habe. Und ähm, bietet er, stelle ich mir eigentlich etwas nicht wegnehmendes, interessant, dass du dann ein Haus im Prinzip zum Einsturz bringst. Ja, aber ich würde sagen, es ist wahrscheinlich eine Umformung von Material, also.

Für mich ist es eine biltorische Arbeit, also eine Transformation und ich würde sagen, die Materialität wird irgendwie umgeformt, aufgearbeitet und das Ergebnis ist ein bisschen neuer Wert, vielleicht irgendwie ein poetischer Wert der da steht in in Form dieser Videoarbeit. Vor einiger Zeit da war ich mal in Süddeutschland in den wunderbaren Peter Berg Apartments und ich glaube ein altes Pastorenhaus und, Zur Begrüßung steht dort eine riesengroße Rakete.

Von dir. Die Arbeit ist aus einer Werkgruppe der Brenner. Das sind eigentlich ich glaube, da gab's verschiedenste Skulpturen. Das ist ein Flugzeugtank. Sieht aus wie ein Torpedo und den habe ich umgebaut in den Holzofen. Also eine Art Kanonenofen und ähm, Eigentlich ist eine Transformation, eine Umwidmung. Also ich fand eigentlich die Idee gut, dass man dieses Teil, was natürlich für die Kriegsführung benutzt wird, so ein Kampfflugzeugteil nicht mehr dafür benutzt, sondern dass es eben auch was Positives wird.

Also ein Teil, was irgendwie sozial wird, wo man sich aufhält, was Wärme spendet und dann, Irritiert das Ding natürlich auch, wenn wenn so ein Tank in einem kleinen Ort wie Waldkirchen neben der Kirche steht, scheinbar bedrohlich wirkt und diese Gedankenspiele, die da in Gang gesetzt werden, finde ich natürlich interessant.

Also vor allem die Irritation und die Wärme Ich finde auch das Bild sehr intensiv. Du hast zwei Türme mit einer unterschiedlichen Botschaft nebeneinander stehen. Das hat mir damals unheimlich gut das nimmt natürlich diese diese Kirchensituation da auf. Mhm. Wie wichtig ist die Spiritualität? Ich würde sagen, die ist irgendwie wichtig, aber ich kann nicht genau sagen wie, oder in welcher Form.

Aber vielleicht in Form von dem Bauchgefühl. Würdest du das bearbeiten wollen? Könnte passieren, also Würde ich nicht ausschließen. So wir beobachten das Ganze mal in zehn Jahren. Weißt du eigentlich welche Arbeit von dir mich sofort gefesselt hat? Welches ist es? Brain. Mhm, die Gehirne. Brains ist eine Werkgruppe.

Hat sich aus den Knoten entwickelt und im Endeffekt sind die Brands Knäuel aus aufgewickelten Seilen. Und mir eigentlich ist es ein Gedanke, den man nachhängt und den man nicht loslassen kann. Also der immer wieder da kommt. Welche Gedanken hast du immer wieder? Das kann ich nicht auf den Punkt bringen. Jetzt nimmt sie wieder da gibt's verschiedenste, Es gibt da ein Material, das ich auch ganz interessant finde. Zucker und Salz und Zähne kannst du mir aus der Werkgruppe noch was erzählen? Ja also da gibt's die Salzzähne. Mhm. Die haben den Titel Salt Die sind entstanden 220.

Für einen bestimmten Anlass und zwar für die Ausstellung Studio Berlin im Berghain, Und die waren platziert im Raucherbereich vom Berghain, also in diesen, Außentreppen, Edelstahltreppenunterlagen zweiunddreißig, Zähne aus Salz, jeder Zorn ungefähr 30 Zentimeter lang verteilt, Und zum einen geht's natürlich um das Materialsalz, dem die Vergänglichkeit eingeschrieben ist. Salz kann sie natürlich auflösen, wenn das mit, Feuchtigkeit in Kontakt ist und diese Mobilität oder das Auflösen steckt natürlich auch in den Zähnen, also irgendwie der Verfall und die Veränderung und die Zähne haben für mich auch viel mit dem, Unterbewusstsein zu tun, also man träumt von zehn, ein Verlust, irgendwie eine Veränderung und und ich fand's irgendwie eine passende Arbeit für diese Ausstellung im Bergheim, wo's auch um,

Nachtleben geht und das Salz, den Schweiß und genau, das war eben die Arbeit für die Studio-Berlin-Ausstellung, die während Corona führt, glaube ich, über ein Jahr in veränderter Form da lief und Kinder meinten, Papa, du kannst ja nicht nur Zähne aus Salz machen, du musst auch, Süße Zähne machen aus Zucker, die man auch essen kann. Und dann habe ich ein Projekt gestartet mit dem Titel Mintis, was tatsächlich.

In Zusammenarbeit mit wie viel, mit dem Bonbon-Hersteller. Da hat mich der Alexander Müller-Vivil irgendwie sehr unterstützt dabei und das Kunstwerk heißt Mintis zweiunddreißig Zähne, Minzbonbons in einer Packung, die man quasi essen kann. Den Moment dieses surreale einen Zahn quasi aufzuessen, Das fand ich eigentlich einen tollen Moment an der Sache. Inspirieren dich deine Kinder häufiger zu arbeiten? Auf jeden Fall. Also ich mag diesen den Austausch mit ihnen, diesen sehr freien und kreativen und, spontanen Umgang mit der Kunst und wir haben auch schon einige Arbeiten zusammen realisiert im Studio. Die sind auch oft dabei.

Und ich würde sagen, Seymer und Liv inspirieren mich sehr. Glas und Kinder ist ja so eine nicht ganz einfache Kombination. Ich arbeite selten mit Klaus. Also der Tränentrockner. Das ist glaube ich eine der wenigen Arbeiten aus Glas. Bei dem quasi Bierflaschen in, in Tränenform umgeformt werden oder verformt werden und ich muss dazu sagen jetzt auch schon relativ groß, 11 und 14 und die, sind geübt darin, mit der Kunst umzugehen, auch mit Glas. Siehst du dich an deine Kindheit erinnert, wie du in dem Bereich deines Vaters tätig warst und die Freude, die du da verspürt hast? Ich glaube es schon, also vor allem Liv ist auch sehr kreativ.

Geliebt, Dinge zu machen, die näht irgendwie Kleider schon jahrelang und irgendwie so der der handwerkliche Umgang und dieser befreite Umgang mit den Dingen. Ich glaube, da gibt's auf jeden Fall auch Parallelen. Würde ich sagen. Perfekt. Im Spätsommer 23 hattest du eine sehr poetische Ausstellung in Teheran.

Magst du etwas zum Entstehungsprozess der Arbeit? Erzählen? Der Teheran war wirklich interessant eigentlich. Also das war ein prägendes Erlebnis, weil ich habe da eine Ausstellung realisiert in der Argo Factory in der Payment Foundation. Und zunächst, also wir haben die Ausstellung über mehrere Jahre geplant, da war eigentlich eine größere Retrospektive Ausstellung geplant mit mehreren Raumgreifenden Installationen.

Und ähm ich war mit meiner damaligen Studioleitung aufm Weg nach Teheran, Und wir sind dort gelandet und man hat uns die Einreise verwehrt, Ins Land. Wir hatten ein Arbeitsvisum und eine Einladung von der Payment-Foundation und als wir da gelandet sind, haben uns die, Einreisebüro gesorgt, dass ein, Museumsbesuch keine Arbeit ist in dem Fall und wir sind nicht akzeptiert und saßen eine Nacht ohne Pässe in diesem Office und wurden am nächsten Tag in äh Lufthansa-Maschine nach Frankfurt gesetzt und sind wieder zurück nach Deutschland geflogen, wo wir irgendwie vom Bundesgrenzschutz in Empfang genommen wurden und die uns gefragt haben, was da denn passiert wäre, wussten wir auch nicht so genau und dann,

War ich irgendwie vor die Wahl gestellt, wie ich weiter damit umgehen soll und mein erster Impuls war natürlich, okay, ich kann diese Ausstellung da nicht machen. Dann habe ich überlegt, dass man ja die Ausführung nicht für irgendwie dieses politische Regime oder was auch immer macht, sondern für die Menschen vor Ort, die, und äh habe dann versucht, eine Ausstellung zu entwickeln, die ich von Berlin aus realisieren kann und, auf einfache Art und Weise den ganzen Ausstellungsraum bespielt. Und so ist die Arbeit to the people entstanden.

Das sind 1000 Rosen, die in 1000 Wasserflaschen stehen und im Museum verteilt sind, quasi als Geschenk für die Ausstellungsbesucher. Dass sie sich jemals sehen können. Ich habe die nicht live gesehen. Aber ich habe natürlich irgendwie viele Aufnahmen mhm. Davon gesehen und das war eine viehbesuchte. Ausstellungen, die auch glaube ich viel besprochen wurde und viel geteilt wurde. Und die Erfahrung in Dubai? Ja, ich arbeite in Dubai mit einer Galerie seit langer Zeit mit Kapp und 12 und bin momentan auch dabei meine vierte Einzelausstellung dort zu planen, die im April eröffnen wird. Woran arbeitest du gerade? Also ich arbeite zum Beispiel an einem neuen Duft Airy Electric. Mhm. Der quasi Nachfolgeduft von Tiers und Asphalt ist,

zusammen mit dem Gesta schön, der eigentlich ein komplettes Gegenteil ist. Also da da geht's um Leichtigkeit, was Elektrisierendes, Energie, was glaube ich auch ein Auftakt darstellt für eine neue Werkgruppe, an der ich momentan arbeite. Magst du schon mehr erzählen? Ich glaube, das ist wirklich in der, in der Entwicklung, in der Testphase, Und das fällt mir schwer, da drüber zu sprechen, wenn die Dinge nicht handfest da stehen, um noch mal auf mein Studium zurückzugreifen.

Erst müssen die Dinge im AT stehen, bevor man drüber sprechen kann Was ist denn für dich der besondere Reiz an der Kreation eines Duftes? So flüchtig, vergänglich. Also ich finde diesen Prozess wahnsinnig toll. Also ich habe mit dem Gesa schön den ersten Duft gemacht. Hier so ein Asphalt, das war ein Prozess von zwei Jahren und als ich da gestartet habe, habe ich gemerkt, dass ich, kein Vokabular habe für die olfaktorischen Sinneseindrücke und in dem Prozess habe ich mir eigentlich dieses Vokabular zusammen mit dem GesA, erarbeitet und zum einen sind es irgendwie wahnsinnig schöne Termine, also wo man versucht, Sinneseindruck des Riechens irgendwie zu folgen.

Und dann ist irgendwie die Idee des Duftes als Skulptur mit seiner Flüchtigkeit und auch mit seiner Präsenz, begleitet mich eigentlich auch von Anfang an meiner bildhauerischen Arbeit. Wir haben über diesen Reifen gesprochen, Zeit ist keine Autobahn, Der Autoreifen, der sich an der Wand abarbeitet, der natürlich für die Vergänglichkeit steht, aber der Reifen behauptet auch seine Präsenz.

Und seine Anwesenheit im Raum und zwar über den Duft. Also der macht die Burnouts an der Wand und eigentlich ist es eine sehr ökonomische Skulptur, die eigentlich klein ist in dem Format, aber über den Duft des Reifenabriebs den kompletten Raum füllt. Und eigentlich dadurch eine sehr große Skulptur wird und diese Idee, oder diese, na, vielleicht diese Fragestellung, was Skulptur sein kann und wie ein Duft auch zur Skulptur werden kann. Das interessiert mich irgendwie, Also das das geht auch zum Beispiel zurück auf ein Zitat, was ich gelesen habe von Andy Warhol, der sagt, ich bin schüchterner Charakter, aber ich würde ganz gerne manchmal, wenn ich einen Raum betrete, genauso viel Raum einnehmen wie eine Laute, eine extrovertierte Person.

Und aus dem Grund trage ich die Parfum auf, um eine große Präsenz im Raum zu haben und ich glaube. Diese diese Aussage habe ich versucht, auf manche Skulpturen anzuwenden, also wie den Präsenz haben können im Raum, über den Geruch, über den Sound. Und ich glaube, das ist auch ein Grund, warum ich mich gerne mit Düften beschäftige. Hast du schon immer gerne die Welt auch riechend erschlossen? Ich habe relativ früh gemerkt, dass Ich viele meiner Erinnerungen an dich habe an, Düfte gekoppelt sind. Urlaub in Frankreich, das Lavendelfeld, London ist eher so semi-lecker vielleicht vom Geruch. Wir haben sehr viel persönlich gesprochen. Auf jeden Fall. Ist das okay für dich? Ich glaube ich kann das ja nicht trennen voneinander. Also ich glaube, ich bin mir bewusst drüber, dass mein Leben und meine Arbeit ist ja verboten,

Und ich habe das Gefühl, ich kann das auch nie wirklich trennen voneinander. Mhm. Drum muss es okay sein. Mhm. Kannst du gut sagen, jetzt ist eine Werkgruppe abgeschlossen? Ja, das kann ich ziemlich gut. Also ich kann gut eine Werkgruppe abschließen, Wobei ich nicht ausschließen würde, dass die irgendwann wieder reanimiert wird, Also ich glaube, ich liebe neue Werkgruppen zu starten. Ich glaube, dass die Dinge, die ich da gemacht habe, sind irgendwie mein Vokabular.

Was ich glaube ich auch immer wieder gerne benutze, um vielleicht neue, neue Geschichten zu erzählen. Also ich glaube, oder um die vielleicht auch noch mal umzuformen oder neu zu benutzen. Wie spürst du denn, dass eine Werkgruppe abgeschlossen ist, tritt auf einmal eine Müdigkeit ein oder es auf einmal ein neues Projekt da, für das du brennst? Ich glaube, eine Werk Gruppe ist abgeschlossen, wenn ich mich mit dem Thema abgearbeitet habe. Also wenn das Thema irgendwie für mich abgeschlossen ist und wenn ich das Bedürfnis habe eine neue Thematik aufzumachen. Dann würde ich das doch jetzt als Brücke nehmen, um mich bei dir zu bedanken. Ja, ich freue mich, dass du dir die Zeit genommen hast Nee, vielen Dank. Ja, es hat Spaß gemacht. Ja, mir hat das auch Spaß gemacht und ich glaube, ich werde niemals deinen humorvollen Blick vergessen. Mit dem du hier immer rüber spinnst. Der ist ja auch wichtig. Ja, der ist im Affen.

Music. Für heute. Ich danke euch von Herzen fürs Zuhören. Die nächste Folge von Die Leichtigkeit der Kunst erwartet euch in zwei Wochen, Wenn euch diese Episode gefallen hat, freue ich mich riesig über eine Bewertung mit fünf Sternchen und ein paar liebe Worte. Teilt den Podcast gerne mit anderen Kunstliebhaberinnen, die sich von Geschichten und Begegnungen inspirieren lassen möchte, Fragen, Anregungen oder Ideen für neue Gäste und Themen? Schreibt mir doch einfach eine Nachricht über die Social Media Kanäle oder direkt an, Die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE. Ich freue mich schon darauf, euch in der nächsten Folge wieder mitzunehmen in die wunderbare Welt von Kunst, Kultur und.

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