Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 228

Prof. Dr. Patricia Rahemipour: Kosmos Museum

Freitag, 13. Dezember 2024 · 1 h 08

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Shownotes

Kosmos Museum – was bedeutet Museum eigentlichursprünglich, und was verbarg sich hinter dieser Vision? Wie hat man Museen einst gedacht, und welche Rolle spielen sie heute in unserer Gesellschaft? Wie tragen sie dazu bei, unser kulturelles Erbe nicht nur zu bewahren, sondern auch Menschen verschiedener Generationen und Kulturen miteinander in den Dialog zu bringen?

Welche Aufgaben übernehmen sie als Orte der Forschung und sozialen Begegnung, um gesellschaftliche Veränderungen und aktuelle Diskurse anzustoßen?

Und wie schaffen sie es, Brücken zu schlagen – zwischen emotionalen Erlebnissen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und gemeinschaftlichem Austausch?

Um diesen Kosmos näher zu erkunden, freue ich mich ganz besonders, heute Prof. Dr. Patricia Rahemipour zu begrüßen – Direktorin des Instituts für Museumsforschung der Staatlichen Museen (smb.museum/museen-einrichtungen/institut-fuer-…) zu Berlin. Mit ihrem Projekt ‚Kosmos Museum‘ zeigt sie, wie Museen als forschende und soziale Räume Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit geben können.

GOOD TO KNOW!

GAST: Prof. Dr. Patricia Rahemipour, Direktorin des Instituts für Museumsforschung

LINKS: Sonderheft „Ausgerechnet Museen“ (smb.museum/fileadmin/website/Institute/Institu…)

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Music. Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast Die Leichtigkeit der Kunst Mein Name ist Claudia Linzel und ich freue mich sehr, hier auf spannende Persönlichkeiten der deutschsprachigen Kunst und Kulturszene zu treffen. Kosmos-Museum. Was bedeutet Museum eigentlich im Ursprung? Und was verbarg sich hinter dieser Vision?

Wie hat man Museen einst gedacht und welche Rolle spielen sie heute in unserer Gesellschaft. Wie tragen Sie dazu bei, unser kulturelles Erbe nicht nur zu bewahren, sondern auch Menschen verschiedener Generationen und Kulturen miteinander in den Dialog zu bringen, Welche Aufgaben übernehmen sie als Orte der Forschung und sozialen Begegnungen, um gesellschaftliche Veränderungen und aktuelle Diskurse anzustoßen?

Und last liest, wie schaffen sie es, Brücken zu schlagen zwischen emotionalen Erlebnissen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und gemeinschaftlichem Austausch, Um diesen Kosmos näher zu erkunden, freue ich mich ganz besonders, heute Professor Doktor Patricia Rahemippur zu begrüßen. Des Instituts für Museumforschung der staatlichen Museen zu Berlin.

Sie zeigt, wie Museen als forschende und soziale Räume Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit geben können. Liebe Patricia, bevor wir tiefer in die Museologie eintauchen. Wie sah denn deine erste Berührung mit der Kunst? Den Museen aus. Gab es einen Moment, der dein Weg in die Museumsforschung geprägt Wie schön, ja, danke, dass ich hier sein darf. Ja, was soll ich sagen? Meine erste Begegnung mit dem Museum kann ich jetzt gar nicht so genau rekonst ihren ich weiß aber den prägendsten Moment den nehme ich auch. Den nimmst du, ne? Das Hygienemuseum in Dresden tatsächlich. Da war ich schon relativ groß. Also da war ich tatsächlich schon dem, Studium im zweiten Semester glaube ich und, zu dem Zeitpunkt im Museum für Vor und Frühgeschichte in Dresden im japanischen Palais oder war das das Denkmalamt? Auf jeden Fall habe ich dort gearbeitet für ein paar Monate und habe mir das deutsche Hygienemuseum angesehen und ich fand das,

so beeindruckend, dass ein relativ. Unattraktives Thema unglaublich senografisch, räumlich, breit aufgegriffen worden ist und hatten der interessante Erzählung hat mich gefesselt, hat mich mitgenommen und was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, ist, dass da natürlich auch schon wichtige deutsche Museumsmacher, sage ich jetzt mal, in Anführungsstrichen tätig waren und das natürlich auch mit ihrer Arbeit wahnsinnig geprägt haben. Es hätte also auch schiefgehen können, wenn ich in anderes Haus gegangen wäre. Aber dadurch war für mich relativ schnell klar, ich möchte gerne, meine Liebe zu Dingen, die ich im Studium der Archäologie ohnehin schon ausgelebt habe, verbinden, Präsentation von Dingen und der Übersetzung in Räume und der

Weg äh war da nicht ganz gradlinig, aber er war vorherbestimmt. Oh ja, den hören wir uns doch gleich mal näher an. Wann war das denn ungefähr, als du den Weg ins Hygienemuseum in Dresden das war, dreiundneunzig, vierundneunzig, ja? Genau, so um den um den Dreh. Also ich habe erst angefangen Medizin zu studieren, war da auch, fast bis zum Physikum dabei, habe aber dann gemerkt, ah nee, das ist ein Beruf, der mich als Person verändert.

Also der mit mir was macht. Ich finde das Thema wahnsinnig spannend. Ich find's toll, mich um die Gesundheit von Menschen zu kümmern oder auch um die Krankheiten von Menschen zu kümmern. Das war nicht der Punkt. Also es war alles toll. Aber ich habe gemerkt, wenn ich in diesem Beruf bestehen will, dann muss ich was mit meiner Persönlichkeit machen, damit, ich das durchhalte. Mhm. Und damit ich auch wirklich von Nutzen bin sozusagen und da habe ich dann relativ früh festgestellt, nee, bin ich nicht bereit zu, also ich möchte, nicht weniger empathisch sein. Ich möchte nicht weniger mitleidig sein, also nicht, dass alle Ärzte unempathisch sind, aber ich bin überempathisch wahrscheinlich und dann habe ich halt mein zweites Steckenpferd. Also das nach der Medizin war klar, Geschichte, Archäologie, das ist etwas, was mich

Fesselt und mitnimmt. Bist du schon durch deine Kindheit, durch dein Elternhaus? Archäologisch geprägt ich komme aus dem Arbeiterhaushalt im Ruhrgebiet ganz klassisch also da war jetzt keine akademische Vorbildung, Vorprägung dabei. Mich da hin mitgenommen hat. Nee was ich ja habe und hatte sehr, sehr unterstützende Eltern, die alles, was meine Schwester und ich, die ist nur ein Jahr jünger, entschieden haben, mitgetragen haben und gesagt haben, ja super, macht ihr das und Schafft ihr auf jeden Fall. De facto waren wir dann wirklich somit die ersten, die überhaupt Abitur gemacht haben und dann angefangen haben zu studieren, also wie Tragweite, was das mit der mit einer Familie macht, die so eine Veränderung dann ja auch durch, macht

meine Schwester und ich gar nicht verstanden, weil unsere Mama es geschafft hat, uns immer mitzugeben, dass das ganz normal ist, was wir tun und alles, was wir anfangen, wird schon gut werden, Und das ist ein Selbstbewusstsein, das braucht man, glaube ich, auch, um dann da durchzukommen. Ich bin dann noch ein paar Mal Während des Studiums ins Stolpern geraten, was das Thema anging, weil ich mir.

Zum Beispiel keine Promotion zugetraut habe, für eine ganz lange Zeit. Also ich habe ganz lange damit gehadert, nicht nur, weil ich gedacht habe, ach ich will das nicht, sondern eher kann ich das überhaupt? Also was bedeutet eine Promotion, ne, sich also wirklich was Neues zu erarbeiten in der Wissenschaft, die du studiert hast, schon was Besonderes, finde ich. Und da hat man, glaube ich, dann noch mal gemerkt dass ich woanders herkomme, falls dieser Laufer dann nicht mehr Teil der Selbstverständlichkeit, ne? Also das war dann noch ein Stück zu weit. Also es gab auch mal ein Gespräch mit meiner Mama und mir, Weil ich wollte Museumsvolontariat machen und ich war eben damals war Volontariat geknüpft an einer Promotion und,

Ich habe ihr dann halt erzählt, ja weißt du, dann muss ich erst diesen Doktor machen und dann den muss ich auch so schnell wie möglich machen, damit ich nicht so alt bin, wenn ich fertig bin und wenn ich dann fertig bin, dann kann ich dieses Volontariat im Museum mich dann drauf bewerben und da dann, arbeiten und ja aber Kind, du hast doch schon so viel Zeit in deiner Ausbildung.

Verwendet irgendwie. Jetzt musst du doch auch mal irgendwann fertig sein, ne? Also für sie war das diese Zeitspanne, die da immer zusammenhängt, irgendwie dann überhaupt nicht mehr, Sie waren nicht mehr blass, ne, sie hat gesagt so, nee, jetzt muss irgendwie, langsam muss es sich auch auszahlen, dass dann was zurückkommt. Also noch mehr investieren, hat sie dann nicht mehr verstanden. Das hatten sie hat sich natürlich auch nicht dagegen gewehrt, aber, Das hat dann dazu geführt, dass ich, Museumsvolontariat zum Beispiel gemacht habe. Also die Promotion habe ich dann später noch angefangen und auch beendet, aber das hat bei mir glaube ich länger gedauert als bei anderen. Andere wären da so ein bisschen straighter, durchgelaufen. Was hat dich denn dann

an der Archäologie fasziniert. Ich wollte das deshalb, weil ich äh weil ich an den Dingen interessiert bin tatsächlich und die Idee einer Disziplin, die davon abhängt, Wie man die Dinge zum Reden bringt, um das mal so ein bisschen übertrieben zu formulieren. Die finde ich wahnsinnig faszinierend. Gar nicht so sehr, weil's um Geschichte ging. Also das war gar nicht unbedingt der erste Punkt so nach dem Motto, ich blicke in vergangene Zeiten oder sonst irgendwas, sondern wirklich die Frage der Methodik. Also ich habe ein Objekt. Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen, die irgendwas beschreiben, was mit diesem Objekt zu tun hat.

Und die einzige Möglichkeit herauszufinden, ist der Vergleich ist das Abklopfen von Funktionalitäten, ist das Sprechen von Wissenschaftlerinnen untereinander und so weiter. Also das hat mich an der Archäologie am allermeisten interessiert und deswegen habe ich zum Beispiel ein auch relativ schnell von der klassischen Archäologie, die ich in Münster angefangen habe zu studieren, umgeschwenkt auf die prähistorische Archäologie.

Weil das A noch weiter weg war von den schriftlichen Zeugnissen und viel weniger kunsthistorisch. Angelegt war er, zumindest in Münster, also inzwischen haben sich die Studiengänge ja massiv verändert, aber in Münster war's damals tatsächlich eine. Wir haben äh sehr ausgeprägte kunsthistorische Herangehensweise in der klassischen Archäologie und da hat mir die priesterische Archäologie viel mehr gelegen, ne. Also ich habe diese Objekte und ich muss jetzt gucken oder ich habe diesen Kontext auf einer Grabung, es ist ja nicht das einzelne Objekt, sondern es ist immer der Befund und, Wo lag das im Grab und warum und so weiter und dass ich die Möglichkeit bekomme, mir darüber selber Bilder von Dingen zu machen. Das fand ich total faszinierend. Finde ich bis heute. Gab es besondere Momente mit besonderen,

Nee. Am Anfang ist man zu überwältigt, weil man so wenig mit diesem Fach zu tun hat und ich habe, glaube ich, ein Semester gebraucht bis bis ich irgendwie auch nur ansatzweise drei, vier Sätze in der Vorlesung so als selbstverständlich nehmen konnte und äh wo es ach so davon redet der, also klar, ne, also.

Und sich so langsam diese Puzzle zusammensetzen, weil man immer mehr Begriffe mitnimmt und plötzlich baut es einen nicht mehr um, wenn dann irgendwie diese Schlagwörter fallen und man kann sich auf den Rest, der gesagt wird, konzentrieren. Ich hatte mal es gab viele kleine Momente, die mich da besonders ja dann auch bei der Stange gehalten haben, weil natürlich auch klar war, Das ist jetzt kein Fach, wo du so ganz logischerweise am Ende des Tages irgendwie auf eine Crowd von HR Recruitern triffst, die sagen, Sie sind grade mit ihrem Archäologiestudium fertig geworden. Wollen Sie vielleicht mit mir anfangen, ja? Sondern dass du da schon relativ zielstrebig sein musst. Also es waren äh fast immer Grabungen, wo das passiert ist, obwohl ich wahrscheinlich,

die Archäologin bin die Grabung am wenigsten interessant finde. Ich glaube ich wirklich noch nie gehört. Ich war wirklich nie gerne auf der muss ich echt sagen. Das liegt aber auch daran, dass die Grabung als solche, also du hast diese Überraschungsmomente, dass du irgendwas findest, mit denen du nie gerechnet hast, ja?

Die sind ja vergleichsweise selten, ne. Das ist das irgendwie also ein Archäologe oder eine Archäologin weiß relativ genau, was sie da tut, wenn sie sich an ein Feld macht und, ob das wirklich da drunter ist, aber da gibt es so einen Erwartungshorizont von A bis. F oder so und irgendwie dazwischen spielt sich das dann ab und dann bist du schon überrascht, wenn's dann bis H geht, aber eigentlich ist es selten so, dass du den Z-Fund machst. Also das ist irgendwie so das Es ist ganz, ganz selten. Das ist aber auch nicht schlimm, weil das ja trotzdem toll ist, dass du merkst, dass diese Wissenschaft wirklich auch was kann.

Also sie kann antizipieren, sie kann vorwegnehmen, sie kann diesen Erwartungshorizont formulieren und so weiter, aber im Feld hast du selber relativ wenig Arbeit mit den Objekten. Also du du holst sie raus, Ja, du bist dafür verantwortlich, dass sie gut rausgeholt werden, dass sie gut dokumentiert werden, dass der Befund als Ganzes da ist, dass der Abraum ordentlich durchsucht wird, was auch immer, ne. Also diese ganzen Sachen, aber das wirkliche Arbeiten, Tim Befund dem, was du da gesehen hast. Das fängt ja erst danach an. Du nimmst das mit ins Landesamt oder wo auch immer und dann wird geguckt, okay, was für vergleichbare Fundorte gibt es?

Gibt es dieses Objekt schon? Ist das einzigartig und so weiter und so fort. Deswegen hat mich eigentlich das danach immer viel mehr interessiert, als. Das wirkliche Vorort arbeiten und trotzdem, gab es diese wahnsinnigen Momente bei einer Grabung, wo man so sehr allgemein Fragen plötzlich gegenübersteht, also Michelsberger Kultur.

Steinzeitlich im hessischen, eine Grabung und du stehst plötzlich vor einem großen Feld von Funden und Befunden und das sind halt eben auch Tote dabei. Unterschiedlichsten Formen und du musst dir einfach die Frage stellen, ist das okay, dass wir das hier ausgraben kann ich das vertreten, gehört das mit zur Arbeit und warum tue ich das eigentlich, ne? Also es gab in den 80ern vielleicht ein Buch, das äh heißt der Archäologe und der Tod. Und das ist aber eigentlich eher so ein pathologisches Begleitheft, ne, also dass einem so ein bisschen Rat gibt, wenn sie eine Wasserleiche finden, dann sieht das übrigens so aus, ne? Also so in die Richtung, aber diese ethisch-moralische Frage, die da eigentlich auch

drinsteckt und jeder Archäologe sich stellt, das war das, was mich zum Beispiel dann. Auf dieser Eingabeung umgehauen hat, auch auf einer anderen Grabung, wo wir dann tatsächlich unvermutet auf Wasserleichen gestoßen sind, weil das Grundwasser viel höher war als wir erwartet haben und dadurch, dass höher war, waren bestimmte Bestattungen. Das waren Mittelalterliche Grabungen, waren bestimmte Teile dieser Ausgrabungen eben im Wasser und eben natürlich auch die bestatteten im Wasser und das hat eben bei grade jüngeren Bestattungen dazu geführt, dass sie eben wie Wasserleichen waren, ne, so kannst du dann weitergraben.

Was machen wir jetzt damit? Also wie gehen wir damit um? Das hat mich immer wieder auf diese Frage zurückgeworfen und das waren so aha-Momente, wo ich dachte, boah krass. Ja, man muss es im Prinzip abstrakt behandeln, ne? Aber es funktioniert wahrscheinlich gar nicht. Hm, meins abstrakt im Sinne von sich entfernen von dem Menschen, der hinter.

Glaube ich noch nicht mal. Also ich finde, wenn man behutsam und sorgfältig und respektvoll ist und sich auch genau überlegt, warum man zum Beispiel diese Grabung macht. Grabungen sind ja häufig auch Rett Grabung, also die erste in Hessen, von der ich eben erzählt habe, das war eine Rettungsgrabung, das heißt da wird danach der Bagger durchgegangen und dann wird nichts mehr von dem Gräberfeld da gewesen und, Das ist ja auch nicht der Sinn der Sache, ne? Also dann konnten wir so sozusagen durch die Grabung, die Gebeine sichern, wir konnten sie respektvoll behandeln und wir konnten sie tatsächlich dann auch wiederum übergeben in etwas Neues, ne?

Ich finde, man muss sich die Frage halt einfach ganz übergeordnet Stellen, Unter welchen Bedingungen gräbt man aus, warum haben wir aus und ist es etwas, was die Wissenschaft voranbringt und das ist ja sozusagen eine Grundhaltung in der Archäologie, dass die Objekte eigentlich erstmal im Boden, gut aufgehoben sind und auch dahin gehören, weil der Zeitlauf so ist und wir kommen ja erst ins Spiel, wenn die aus irgendeinem Grund der Zerstörung ausgesetzt sind.

Dann gehört der respektvolle Umgang gerade mit bestatteten und so weiter ganz natürlich dazu. Und dann hat man ja noch Abstufungen. Dann hast du plötzlich eine Brandbestattung. Da kommt dir das gar nicht so sehr in den Kopf, weil du halt eine Urne hast und du hast die Asche, wenn sie überhaupt noch da ist, die war da drin oder Reste der Asche sind da drin, ne, aber das gehört ja in das Gleiche, ne? Und dann gibt's natürlich auch Grabungen, wo hm menschliche Überreste zum Beispiel ganz, unerwartet auftauchen, also für Archäologen jetzt nicht so unerwartet, aber wenn man als junge Studentin aus so einer Grabung arbeitet, durchaus, also du gräbst eine Siedlung aus und dann ist zum Beispiel ein Neonaht, also ein frühgeborenes Kind, ist dann dort mit auf dem Müll gelandet, weil's eben noch nicht

ein Alter hatte, in dem die Menschen, die da gelebt haben, gedacht haben, dass eine Bestattung notwendig wäre. Aus welchem Grund auch immer. Aber dann hast du plötzlich eben Gebeine von Babys, von Säuglingen, von Babys, die im fünften, sechsten Monat zu früh geboren wurden, ne, die aus vielen Zufällen heraus.

Überhaupt erhalten geblieben sind, weil das ja ganz dünn ist und eigentlich relativ schnell auch vergeht und so. Das ist so spannend, wenn du erzählst, ich tauche ganz tief ein, sag hast du auch Auslandserfahrungen gemacht? Ja, ich habe längere Zeit natürlich auch italienische Grabungen sind irgendwie ja auch, aber das ist der Bereich der klassischen Archäologie, das heißt, da krebst du normalerweise als prähistorikerin ja auch nicht. Ich habe paar Jahre in in Norwegen gelebt und da habe ich da gegraben. Ist aber gar nicht so leicht als Deutsche in Norwegen Ausgrabungen mitzumachen? Oder war es damals nicht? Und ich habe auch mal eine ganz kurze Zeit in Israel auf einer Grabung gearbeitet, aber wie gesagt, ich war ja nie so eine Grabungsmaus.

Ich habe mich da auch nicht drum gerissen. Ich habe wirklich ich habe zugesehen, dass ich meine Stunden voll kriege. Man muss ja ein bestimmtes Stundenkontingent haben, um den Abschluss machen zu dürfen. Die habe ich vollgekriegt und danach waren dann noch ein, zwei Grabungen, damit das Geld im Sommer stimmt. Also man verdient ja auch Geld. Das bist du natürlich auch ein Stück weit Medizinerin, ob abgeschlossenes Studium oder nicht. Vergiss es. Was für dich nicht so, wenn du deinen Leichen.

Geborgen hast, dass die Medizinerin auch ein bisschen durchgegangen ist. Nö. Nee, nee, das hatte ich nie. Also bei solchen Ausgrabungen sind's ja Gräberfelder, das heißt äh du gräbst einen Friedhof ne, also da gehst du sowieso erstmal davon aus, dass die meisten Menschen, die da bestattet wurden, einer natürlichen Tosesursache zum Opfer gefallen sind sozusagen oder eine Krankheit hatten oder was auch immer. Das ist ist natürlich hochspannend. Es gibt natürlich auch viele andere Volumen, die sich genau darauf spezialisiert haben und gucken irgendwie, was erzählen diese Krankheiten ja auch für uns. Es es gab mal die lustige Geschichte noch, während ich studiert habe, dass ein Studienkollege sich,

mit der Pestinfiziertheit äh bei der Ausgrabung eines Gräberfeldes, weil er eben mit einer am Pest, verstorbenen Personen in Kontakt gekommen ist und offensichtlich haben diese Bakterien noch in den Knochen überlebt und dann ist er halt krank geworden und ich fühle mich mal schlechter und ist dann zum Arzt gegangen und erst so eine ausführliche Anamnese, hat dann angeblich dazu geführt, dass man ja ist ja logisch, der wird sich mit der Pest und dann hat er entsprechend Antibiotika bekommen und das ist getestet worden und dann ist er auch wieder gesund geworden. Also das ist so eine Riesengeschichte irgendwie, die damals kursierte, die die einer dem anderen immer mit aufgerissenen Augen erzählte, aber.

Nee, das stand für mich tatsächlich nie im Vordergrund. Das tut's jetzt tatsächlich erst seit Kurzem wieder, weil ich mit einem Forschungsbeirat für die Südtiroler, Museen und da die Vertreterin für das Archäologie-Museum, wo ja der Ötzi liegt. Das ist hochinteressant, weil die haben natürlich die ganzen Mediziner von der Uni Innsbruck, von München und so weiter mit drin und versuchen einfach wirklich sozusagen das, dieser Mumie, Jetzt hast du mich voll durchschaut. Ich war vor, weiß ich nicht, anderthalb, zwei Jahren, nämlich genau dort. Und war total fasziniert, was alles anhand dieser kleinen und sie ist ja wirklich klein. Wer? Klein, Leiche herausgefunden werden kann über das damalige Leben und,

Im Landesmuseum Württemberg ist ja auch diese wunderbare archäologische Dauerausstellung. Wie ging denn da in deinen Weg weiter? Also klar, wir gehen nicht aufs Feld, sondern du gehst ins Museum. Yeah, also. Das war damit klar, das habe ich jetzt deutlich ne. Also kein Plan des Denkmalamts. Das war für mich völlig klar, dass da da werde ich nicht enden. Da will ich da nicht hin. Nee du, ja, mein ganzer Lebensweg war eigentlich immer davon geprägt, dass ich, also viele glückliche Zufälle und unglaublich nette Menschen, die mir zum richtigen Zeitpunkt vertraut haben und gesagt haben, Da können wir uns vorstellen, dass du uns unterstützt. Also ich habe das Studium zu Ende gemacht und bin dann erst für zwei Jahre in Leipzig gewesen und habe

da an der Sammlung für Vor und Frühgeschichte, also an dem entsprechenden Lehrstuhl gearbeitet. Der hieß damals Professor für Frauen Frühgeschichte, glaube ich. Und ich bin angestellt worden von der damaligen Professorin, die gesagt hat, ha, irgendwie plant die Uni uns abzuwickeln oder zumindest uns noch kleiner zu machen, als wir schon sind und ich brauche jemand, die sich um die Sammlung kümmert die sie sich gleichzeitig auch darum kümmert, das, was wir tun, in die Öffentlichkeit zu bringen, also bekannt zu machen und diese Stelle habe ich gekriegt, Direkt nach dem Studium und dann habe ich da zweieinhalb Jahre gearbeitet, ganz viele Veranstaltungen gemacht und habe auch gemerkt, das ist tatsächlich das, was mir wirklich viel Spaß bereitet, ne. Also den Menschen,

zu sagen nahebringen, warum es wichtig ist an bestimmten Objekten zu forschen, warum es wichtig ist, Kontexte zu erkennen und so weiter und wir haben da ganz viele unterschiedliche Sachen gemacht und. Danach habe ich mit der Promotion angefangen und habe gleichzeitig angefangen fürs deutsche archäologische Institut zu arbeiten, auch immer in so Kontexten, ah da ist eine große Konferenz, eine große Ausstellung, irgendwas, was.

Mit dem Thema Wissenskommunikation zu tun hatte, immer noch sehr fokussiert auf meinen Fachbereich, aus dem ich kam, aber eben dann tatsächlich schon diese Wissenskommunikation im im Fokus hauptsächlich. Gleichzeitig habe ich als Beraterin und Coach gearbeitet in der Organisationsberatung, weil das habe ich so gegen Ende meines Studiums noch gelernt, also da bin ich mit Leuten in Kontakt gekommen, die gesagt haben, hast du Lust irgendwie bei uns nach einer kurzen Ausbildung ein bisschen einzusteigen und was mitzumachen und so und das war natürlich auch eine gute Absicherung, weil ich Habe ja vorhin erzählt, ich komme nicht aus einer Familie, die einfach so mit Geld hinter mir hätten herräumen können

und deswegen war klar, ich muss sicherstellen, dass ich irgendwie auch relativ schnell Geld verdiene und das waren gute Mischungen in der Archäologie verdiente man da nicht so viel, aber ich konnte das machen, was mir totalen Spaß macht und das andere habe ich auch gern gemacht, aber nie so gerne wie mein Fach und da konnte ich dann immer drei, vier Tage arbeiten und wusste, okay, das Monatspolster reicht jetzt erstmal wieder für Miete und so weiter. Ja und dann kam mein Sohn auf die Welt und dann bin ich auch schon nach Berlin gegangen und habe dann immer, hier in unterschiedlichen Konstellationen gearbeitet, bevor ich dann.

Ja, ich glaube, insgesamt, ich war dann in der FU und äh wie wie das alle machen in meinem Fach, ne? Also Stellen, die ein Jahr, mal ein halbes Jahr, dann mal wieder drei Jahre, also so, ne, also eins nach dem anderen und parallel dazu dann halt immer diese Dissertation mitgeschleppt und gleichzeitig dann ja auch noch unser Kind, auch das größer wurde und so.

Ja, das war so ein bisschen also ich fand die Zeit tatsächlich auch schon während der Zeit nicht im sondern während der Zeit wahnsinnig anstrengend. Also ich fand's total anstrengend, allen gerecht zu werden, ne. Also diese Qualifizierungsarbeit, du hast einen Arbeitgeber, der von dir was erwartet und das Fatale an diesem befristeten Stellen ist ja, dass diese Vorschusslorbeeren in dem Moment, wo einen Arbeitsvertrag unterschreibst, schon wieder verschlissen sind, ja, sie sind weg und das heißt, muss ich jedes Mal wieder irgendwie in der Anerkennung nach oben arbeiten und dann ist die Stelle rum.

Kommt die nächste, dann geht's wieder von unten los und das fand ich wahnsinnig anstrengend. Also da irgendwie so mit diesen Bällen zu jonglieren und deswegen war es natürlich ein Riesenglück, als ich dann irgendwie nach wirklich vielen Jahren an botanischen Garten Gekommen bin und da erst zwei Jahre lang als Referentin für den Direktor gearbeitet habe und dann die Abteilung Wissenskommunikation frei wurde und ich hatte durch die unterschiedlichen Projekte auch viele Erfahrungen, Ausstellungen gesammelt und eben im Thema Wissenskommunikation und dann hat sich der botanische Garten tatsächlich getraut, eine Archäologin auf die Stelle Leitung, Museum und Abteilung Wissenskommunikation zu setzen.

Ja auch nicht selbstverständlich ist. Ja, das war eben vielen anderen positiven Erlebnissen. Dann wirklich so der erste feste Schritt in diese Richtung. Ich bleibe im Themenbereich Museum und Wie übersetze ich Wissen in 3D sozusagen? Das Wort Wissenskommunikation taucht immer wieder auf. Mhm. Hast du schon früh gemerkt, dass es Lücken gibt Es gilt, Sichtbarkeit zu schaffen, warum es die Wissenskommunikation so wichtig Ja, weil die ist mir deshalb so wichtig, weil man könnte ja jetzt auf verschiedenen Ebenen, also entweder äh philosophisch, persönlich, psychologisch, wie auch ich ich mache mal die persönliche Schiene. Also A wenn man mit etwas selber sehr verhaftet ist, so wie ich mit den Kulturwissenschaften.

Also und ich würde sagen, ich habe mich schon immer für alles interessiert, deswegen habe ich auch immer mich von links nach rechts aufstellen können, weil ich finde Botanik auch total spannend, Medizin und dann die Archäologie und dies und das und so weiter. Also ich konnte mich eigentlich nie entscheiden, aber.

Brenne für die Kultur. Es ist wirklich so, dass mich die Kultur einfach total interessiert und gerade dieses Thema Kultur und Museen finde ich super toll. Und dann will ich natürlich, dass die anderen das auch verstehen dass die anderen das auch so sehen Das kann ich am besten erreichen, indem ich Gutausstellungen machen, indem ich gut Wissen kommuniziere und indem ich das gut rüberbringe. Und der andere Aspekt kommt vielleicht irgendwie auch so ein bisschen aus meiner, ganz persönlichen Geschichte, woher ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die eben wenig Interesse daran haben oder schon interessiert sind, aber das nicht so selbstverständlich in ihren Alltag eingebaut haben oder was auch immer. Das heißt, ich möchte das,

breiter tragen und ich habe ja das Elitäre der der Kunst und der Kultur genau so erlebt Ja, also das hat mir ja manchmal auch Steine in den Weg gelegt an verschiedenen Stellen, weil ich irgendwie bei bestimmten Selbstverständlichen Themen mich erstmal einarbeiten und einlesen musste und ich habe diese Ausschlüsse so deutlich zu spüren bekommen.

Die will ich gerne aufheben und es gab einen Erlebnis mit meinem Mann. Da waren wir im Rhönisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz. Das ist schon 100 Jahre her und, Wir standen vor einer Vitrine. Es waren Fibeln ausgestellt. Das sind so paar etragene. Wir sagen immer so, Sicherheitsnadeln. Das ist eigentlich eine Gewandnadel, die auch ein Schmuck ist, aber eben.

Vor allen Dingen da auch dazu diente eben das Gewand zusammenzuhalten. Also er hatte auch tatsächlich eine eine echte Funktion und die sind immer weiter ausgeschmückt worden und dann waren da diese Fibeln und wir standen vor der Vitrine und ich war so boah sind die toll und Guck mal, mit Almadin Einlagen und dies und das und so und mein Mann guckte mich an und sagte, ja, du kannst dir auch vorstellen, wie das damals aussah. Und ich dachte, aha.

Ah also für mich hat das Museum diese Leistung nicht bringen müssen, weil ich das mitgebracht habe, aber für ihn hätte es diese Leistung bringen müssen, nämlich so Okay, wo sind die denn paarig getragen worden? Weil das war die einzige Information. Stand drauf, irgendwie einmal DIN-Einlagensilber, so und so alt, Fundort das und das und dadrunter wurden paarig getragen.

Das war alles, was aus diesem Objekttext stand, ne? Da war keine Zeichnung oder sonst irgendwas, ne? Ja, also ich glaube, es sind diese drei Aspekte, die Wissenskommunikation bei mir immer so zentral machen. Dann muss die Stelle hier im Institut für Museumsforschung ja quasi wie für dich gemacht worden sein. Endlich können all die Gedanken übertragen werden in die Öffentlichkeit gebracht werden. Auf jeden Fall. Also es ist auf jeden Fall ein Goldstücke. Ich bin auch jeden Tag demütig und finde das toll und freue mich da drüber auf jeden Fall. Also dass man genau diese diese ganzen Gedanken, diese ganzen Aspekte, die irgendwie meine Arbeit da irgendwie auch ausmachen oder unsere Arbeit hier im Institut ausmachen, dass die hier so

berücksichtigt werden können und dass man sich da so viel Zeit auch mit beschäftigen darf, das ist ja auch ein totales Glück Also wer hat denn schon das Glück, sich irgendwie den ganzen Tag mit dem Thema das total spannend finde zu beschäftigen? Das sind nämlich schon so war auf jeden Fall das Institut für Museumsforschung ist jetzt nicht so ein so ein ganz ganz ganz, ganz geläufiger Griff, der ich weiß, Milch.

Wer sich damit so ganz gut auskennt, vielleicht magst du's einmal und Geschichte und die Aufgaben erzählen. Ja, es ist auch kein Thema, dass man abends am Buffet irgendwie mal schnell unter den Tisch kriegt. Das bedarf immer der Erklärung, das weiß ich auch. Das war früher im botanischen Garten leicht, da habe ich einfach gesagt, ich leite das botanische Museum und alles oh.

Super. Da konnte sich natürlich jeder was drunter vorstellen. Also Institut für Museumsforschung, das gibt es jetzt seit etwas mehr als 40 Jahren. Es ist neunzehnhundertneunundsiebzig gegründet worden und die erste Aufgabe des Instituts war, so ein bisschen die Museumslandschaft zu monitoren, was Zahlen angeht, also mal zu gucken, wie viele Besuchende gibt das, wie viel Mitarbeiter in wie viel Museen insgesamt und so weiter und es wurde an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz angesiedelt in den staatlichen Museen zu Berlin, damit man einen außeruniversitären Blick auf diese damals hieß es noch Institut für Museumskunde. Also es ging tatsächlich wirklich um die Frage der der Kunde, also welche,

der deutschen Museumslandschaft haben wir eigentlich und das Institut war aufgefordert, diese Kenntnisse zusammenzusammeln und dann auch weiterzugeben, wenn's kann und so weiter. Was ist denn der Unterschied zwischen Kunde und Forschung? Wer das eine ist Kunde ist im Prinzip nur, Nicht mehr lange Kenntnis von etwas. Mhm. Was da ist und Forschung geht natürlich noch mal rein.

Ne? Forschung geht rein und sagt, okay, das heißt aber auch, ich spanne den Bogen auch in die Zukunft und muss gucken, was kommt oder was ist es, was die Museen heutzutage besonders beschäft Und wie kann man die Museen in ihrer Entwicklung zum Beispiel unterstützen, sodass sie dem auch gut begegnen können oder welche Aspekte werden gerade diskutiert und wir stellen eine Plattform bereit oder was auch immer. Also.

Museumskunde ist dann auch geändert worden. Ich glaube 204 ist dann der Name Institut für Museumsforschung etabliert worden und wichtig ist eben, dass es ein außer universitäres Forschungsinstitut ist, so ähnlich wie die Max-Planck-Institute ja auch außer universitär sind. Wir sind also nicht in erster Linie dazu da Studierende auszubilden oder Studentinnen.

Bestimmten Themen über Vorlesungen und Abschlussarbeiten zu begleiten, sondern unsere Aufgabe ist wirklich Forschungsprojekte zu entwickeln und wir betonen immer, dass wir sagen, anwendungsorientierte Forschung. Und deswegen ist unser, wir forschen mit und über Museen also wir forschen ganz eng mit Museen zusammen, wenn die zum Beispiel sagen, oh Wir haben eine Ausstellung gemacht. Die ist ganz toll geworden und irgendwie bleibt aber keiner bei diesem Game stehen. Ich verstehe es einfach nicht, ne. Also dann machen wir ein bisschen Besucherforschung, gucken uns an, okay, wo haben die Aufenthaltszeiten, wo lesen sie? Wo gehen sie ganz schnell durch, was ist barrierefrei, was ist nicht barrierefrei und so weiter und so fort und helfen dann eben durch so ganz konkrete Begleitforschung dem Museum in diesem Moment.

Machen aber auch Forschungen über Museen, indem wir uns zum Beispiel angucken, wie sich die Museen historisch entwickelt haben, wo die herkommen, weil, Podcast heißt ja, die Leichtigkeit der Kunst, aber, ist ja so, dass Kunstmuseen und Kunsthistorische Museen und Museen für Ethnographie oder Museen für Alltagskultur auch, was ja auch eine Form der Ethnologie ist und so weiter und so fort, ne? Also die, Sind ja unglaublich unterschiedlich in dem, was sie tun müssen und tun können und leisten und dann ist es ein Unterschied, ob du in Süddeutschland oder in Norddeutschland das Museum hast und so weiter und so fort und all das mit zu beobachten und auch forschen, zu unterstützen, gehört mit dazu.

Machen ganz unterschiedliche Forschungsprojekte. Wir machen die Statistik für alle Museen in Deutschland. Wir machen. Gerade ein Forschungsprojekt, wo wir uns damit beschäftigen, wie zum Beispiel. GPT helfen kann, die MuseumsmitarbeiterInnen in ihrem täglichen Leben zu unterstützen, also wie wie man das so zielführend einsetzen kann, dass es für MuseumsmitarbeiterInnen, Während der täglichen Arbeiten eine echte Hilfe ist. Wir gucken uns aber auch an, wie entwickeln sich Depots?

Museen. Also ist das ein wichtiger Punkt oder ist sehr weniger wichtig. Wir sind in Beratungsgremien und unterstützen die Museen dann wiederum ganz konkret. Also wenn sie eine digitale Entwicklung mitmachen wollen, das ist auch ein Schwerpunkt von uns, ganz viel Digitalentwicklung in Museen. Langzeitarchivierung. Wie erschließen wir Daten? Wo brauche ich 3D, wo nicht und so weiter und so fort. Also das sind sind so ganz viele Aspekte und, Das, was jetzt noch relativ jung dazugekommen ist, ist die enge Verbindung mit der Gipsformerei der staatlichen Museen zu Berlin, die ja äh unfassbarer Ort ist. Also es ist ein unglaublich schöner Ort, weil du eben diese Gips von so vielen Objekten hast du es aber auch die Modelle, du hast die Formen und so weiter und so fort und was uns auch immer beschäftigt

Ist die Frage, wann wird ein Objekt, ein Museumsobjekt und im Prinzip ist die Gipsformerei wie so ein lebendes La boah, was das angeht. Also dass wir da jetzt mit dem IFM auch noch so eng verknüpft sind, das macht's total spannend und ein letzter Punkt vielleicht noch, wir beschäftigen uns auch damit.

Wie man zum Beispiel immaterielles Kulturerbe in Museen sammeln kann. Also wir haben ja jetzt sehr viel von Objekten gesprochen die ganze Zeit, also von etwas, was sehr haptisch ist und aufm Tisch liegt oder unten drunter und so weiter, aber die Museen sammeln ja nicht nur Objekte, sondern sie sammeln auch Wissen über Objekte ne, also das ist mir bei der naturwissenschaftlichen Sammlung im botanischen Garten das erste Mal richtig aufgegangen, als ich dachte so, ah ja klar, wir haben ja nicht nur die Herr Barbelege hier.

Sondern wir wissen auch, dass diese Pflanze heilend ist oder dass diese Pflanze schädlich ist, wenn sie in zu großer Menge eingenommen wird oder geraucht wird oder was auch immer. Und wo kommt dieses Wissen eigentlich hin Also wo packen wir das hin im Museum? Oder packen wir's überhaupt irgendwohin oder, Geben wir denen auch die Credits, die das Wissen irgendwann mal entwickelt haben und etabliert haben. Äh das sind ja meistens dann die Herkunftskulturen, mit denen man zu der Zeit gar nicht so eng im Kontakt war, ne und wo man heute in Kontakt wieder aufhören muss. Also, ihr merkt, es lässt sich nicht in einem Satz erklären, weil es so wahnsinnig vielfältig ist, aber es ist unglaublich Gespannt. Du sagtest gerade, es wurde gegründet Ende der siebziger Jahre. Mhm. Was war denn die Initiative? Die Initiative war tatsächlich, dass der deutsche Museumsbund, der etwas älter ist,

hat gesagt, wir müssen die Museumslandschaft besser kennen, um sie als Lobbyverband unterstützen zu können und uns fehlen irgendwie Zahlen und Und dann hat gibt's auch eine Geschichte, da hat der damalige Vorsitzende oder Präsident des deutschen Museumsbundes, hat wohl angeblich immer mit seiner Frau am Küchentisch gesessen und jedes Jahr eine Gesamtstatistik der Museen gemacht, damals waren.

Genau. Damals äh haben wir gesprochen von einer Zahl von ungefähr, Ich glaube, ja, so um die 1200 oder so insgesamt. Inzwischen gibt's ja über 7.000 Museen in Deutschland. Das war also irgendwann hat auch er gemerkt das geht so nicht mehr und dann ist eben in Initiativ gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz überlegt worden, okay, wie können wir diesem Umstand begegnen, dass wir alle den Bedarf haben, dass auch irgendwie in die ja in den Griff zu bekommen, und dann war eben die Idee des Institut und da hat der Gründungsdirektor hat dann von sich aus auch schon gesagt irgendwie so ja eigentlich wäre Besucherforschung auch ganz intelligent, wenn man da mal was machen würde und so ne und dann sind immer mehr Aspekte dazugekommen und dann ist das Institut ganz ganz lange Jahre von meinem Vorgänger Bernhard Graf geleitet worden.

Eben vor allen Dingen auch diese Beratungskomponente, diesen direkten Austausch mit den Museen und so weiter, sehr forciert hat und ich habe jetzt, seit ich da bin, ich musste nicht mehr viel neu erfinden. Da war schon so viel da. Ich hab's noch mal ein bisschen anders sortiert vielleicht und gesagt da ist es glaube ich wichtig, dass wir auch mal ein Instrument haben, um Nein zu sagen zu Projektanfragen, einfach weil natürlich auch viel auf uns zukommt, aber ich glaube, äh wir können uns ganz gut in den Bereichen nicht nur profilieren, sondern vor allen Dingen, Museen unterstützen in ihrem Dasein. Von 1000 auf über 7000 Museen, wann ist denn ein Museum, ein Museum? Da gibt es tatsächlich gar keine Vorbehalte, also eigentlich kann jeder sagen, dass er Museum ist. Ich habe letztens einen weißen See

irgendwie auch ein Second Hand Shop, der sich Museum nennt. Das darf der aber auch ne, also gibt's keinen keinen Hinderungsgrund, ist keine geschützte Bezeichnung, aber wenn wir jetzt es gibt unterschiedliche Perspektiven. Wir haben am Institut eine sogenannte, Abgrenzungsdefinition, wo wir sagen, wir unterscheiden, Museen von Nicht-Museen durch diese Abgrenzung. Das ist eine Sammlung. Sie müssen offen sein. Es sollte ein Haus existieren. Und da merkt man schon in dieser letzten Formulierung, dass wir uns da auch ein bisschen entfernen von dem, was zum Beispiel sagt die ja gar nicht mehr auf dieses es existiert ein Haus, sondern die eher in die Richtung gehen, also die ist sehr.

Sehr stark getragen von so ethischen Herausforderungen, den Museen begegnen müssen und da spielt dieses physische Haus nur eine total untergeordnete Rolle. Für uns ist es aber tatsächlich, zum Beispiel etwas, also diese räumliche Abgrenzung, die geöffnet werden kann zu bestimmten Öffnungszeiten, ist für uns auch ein Aspekt, der wichtig ist. Und ganz, ganz, ganz grundsätzlich, es muss eine Sammlung da sein. Das ist der Punkt. Und ab wann werden die aufgenommen bei uns in die Statistik, also wann sind sie Teil dieser Statistik?

In der Regel ist es so, dass die Häuser tatsächlich sogar inzwischen an uns herantreten, weil sie ja wissen, dass das Institut gibt und sagen, wir sehen uns auch als Museum. Könnt ihr uns bitte mit verzeichnen oder könnt ihr uns bitte mit in die Statistik mit aufnehmen? Wir haben einen guten Draht zu den Museumsberatungsstellen in den Ländern, die natürlich auch noch mal neue Museumskomplexe, die es gab, so eine, also vor allen Dingen in den 90ern gab's noch mal so richtig so eine Museumsexplosion. Zahlenmäßig, die habe ich natürlich live nicht mitbekommen als Mitarbeiterin oder Kollegin, aber da ist die Datenbank schon explosionsartig gewachsen.

Wortmuseum. Ich habe mal gehört, Museum. Mosaion. Mosajo genau. Die Ursprünge des Museums Es gibt nicht die eine Museumsgeschichte. Das muss man mal ganz klar sagen. Ich glaube, das wird auch immer heute ist eine große Tagung, zur welche Rolle spielt Museumsgeschichte eigentlich? Da wollte ich nachher auch noch hin Also Museumsgeschichte. In Europa ist es natürlich was anderes, als wenn man von Lateinamerika sprechen oder von Indien und so weiter und so fort. Das finde ich ist mal ein ganz wichtiger Punkt. Und in Europa ist diese Gründung von Museen oder die Entstehung von Museen ganz stark getragen worden aus einer Elite heraus, die es sich leisten konnte, bestimmte Dinge kuriose Dinge, ungewöhnliche Dinge, alte Dinge, Dinge die die Welt noch nie gesehen hat zu sammeln und dann wurden die in den sogenannten Wunderkammern ausgestellt, ne und die Wunderkammer wird immer sozusagen als Nukleus der Museumsgründung

beschrieben, ne? Also es ist Menschen gab, die Sachen gesammelt haben und die haben die dann natürlich nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sondern ihren Freunden. Oder denen diese beeindrucken wollten. Schloss in Innsbruck zum Beispiel, ne, solche Geschichten. Heutzutage gibt es ja sogar wieder, also es gibt in Paris jetzt einen Jagdmuseum, das auch diese Wunderkammeridee aufgreift und wieder versucht, irgendwie sichtbar zu machen, ne. Also dieses Erstaunen an der Welt. Also ich komme irgendwo rein und sage mich hier alles, was hier da ist, ne und dann hat sich das immer weiter entwickelt, einfach dadurch, dass ich auch Fachdisziplin rausgebildet habe, ne? Und dass man sich dann plötzlich auch unterscheiden wollte von den anderen, dass die Archäologen zum Beispiel verstanden haben.

Dass die Steinzeiten wahrscheinlich älter sind als die Metallzeit also diese Differenzierung, dass man das dann auch sichtbar machen wollte. Und dann waren sie eine Zeit lang vor allen Dingen für Forscher und Interessierte zugänglich, die sich dann zum Beispiel im botanischen Museen hat, man sich dann angemeldet hat gesagt, ich würde gerne mit dem Herr Bar arbeiten und normalerweise ist ein Herr Flachware Ne, also du hast ja wirklich diese Blätter, die kannst du ganz gut zwischen zwei andere Blätter quetschen und dann werden sie ausgelegt und dann sind sie sehr spart doch gut aufzubewahren, aber Dummerweise haben Pflanzen ja oft auch Samen und auch gar nicht so kleine Samen und da ist es zum Beispiel so, dass die ersten Samensammlungen, die dann auch neben den Blättern gesammelt wurden, um die Pflanze auch etwas vollständiger abzubilden, die Kunst dann nicht mehr in so einen Karton

ne, so die waren halt nicht flach, sondern die sind halt groß und rund und unförmig und so. Und deswegen ist man dann dazu übergegangen, dass man sie ein bisschen anders präsentieren muss und damit die Interessierten und Forschenden drauf zugreifen können, dass man dann diese Räume hatte, wo das Schauherbar war und so weiter, ne? Und wie gesagt, es gibt eben nicht diese eine.

Museumsentwicklung. Es gibt ganz, ganz unterschiedlichen Museumsentwicklungen, die eine Rolle gespielt haben, die großen, die wir heute fassen können, sind eben aus den Wunderkammern hervorgegangen und dann in die einzelnen Fachdisziplinen aufgespalten worden, beziehungsweise noch nicht mal zu Beginn unbedingt die Fächer, sondern vielleicht sogar zu Beginn eher so Sammelkategorien wie die Archäologien und so weiter sind ja auch oft noch zusammen dargestellt worden und ausgestellt worden und dann sind sie auseinander dividiert worden.

Und es gibt natürlich einen Riesenunterschied zwischen Kunstmuseum und kulturhistorisch mal sehen. Das darf man auch nicht vergessen. Das hat noch mal einen ganz anderen Aspekt, weil die sind ja woanders entstanden. Die sind nicht in den Wunderkammern entstanden. Die sind viel eher in den Wohnzimmern der Leute entstanden, wo sie halt ihre Gemälde hängen hatten und, die dann irgendwie tatsächlich an jemanden übergeben wollten der es länger aufbewahrt und zeigen kann und so. Man darf auch nicht vergessen, dass das Aufnahmegerät, das du jetzt hier aufm Tisch liegen hast, das kann ja auch Teil einer Museumssammlung werden, aber ein Kunstobjekt ist ja entstanden, also nur zu dem Zweck entstanden, dass es entweder in einem musealen oder einem anderen ausstellerischen Kontext

Verwendung finden, also deren Funktion ist ja das Zeigen und die Interaktion zwischen demjenigen oder derjenigen, die sich das anguckt und Im Objekt als solchen, das Aufnahmegerät hat heute erstmal die Funktion Dinge aufzunehmen und vielleicht übermorgen die Funktion, Das ist ein Mini-Museum. Wir sammeln hier ganz viele Geschichten. Genau. Genau. Und werden Sie später du machst eigentlich immaterielles auch überlegt, so hm könnte man, könnte man auch auf jeden Fall. Könnte man auch auf jeden Fall. Was zum Beispiel schade ist, was ich irgendwie als totale Leerstelle empfinde, ist, es gibt irgendwie leider keine gute Dokumentation von Ausstellungen, Ist etwas, was ich jetzt totale, also es gibt so so große Museumsmacher, ne, von denen dann immer die Rede so, weißt du noch,

sich die Ausstellung von XY und so, die kann sich nicht mehr angucken, Das ist etwas, wo ich denke, da könnte das Institut noch mal irgendwie einen guten Dienst leisten, auch für zukünftige Studierende oder für Menschen, die sich mit Ausstellungen beschäftigen, nicht einfach nur den Ausstellungskatalog in die Bibliothek zu stellen, was wir ja jetzt ja auch schon machen, sondern tatsächlich auch dieses, Wir sind Räume gebaut worden. Warum hat diese Ausstellung so einen Einfluss gehabt, Nächste des gleichen Hauses dann nicht mehr. So was war der unschädlich? Muss man das noch Das finde ich unfassbar interessant jetzt habe ich doch ein Kneipenthema. Die Typen da nicht immer wegrennen.

Oh, also mich hast du sofort gehört. Ja natürlich, es gibt so viele bedeutende Ausstellungen. Ja. Das ist doch die Frage, nein, also wir wollen das tatsächlich, wir planen das tatsächlich schon. Ich habe das schon gesagt, als ich irgendwie hier angefangen habe, ich habe zweitausendneunzehn am Institut angefangen und das war das Erste, was ich gesagt habe, weil wir nämlich alte Ausstellungsplakate sammeln, also die sind bei uns im Institut zum Beispiel.

Uns werden irgendwie deutschlandweit immer mal wieder Plakate zugeschickt von neuen Sonderausstellungen oder ähnlichem und die kommen bei uns in das Archiv der grauen Literatur so heißt das und da haben wir auch Flyer und Postkarten oder sonstige Sachen, das wächst so langsam aber stetig und ich eigentlich. Auf der einen Seite diese Sammlung total interessant und auf der anderen Seite dachte ich immer so, ja, aber what for? Also irgendwie, es muss schon, Können Sie sich einfach nur sammeln, weil's irgendwie toll aussieht, sondern wir müssen uns schon überlegen, was wir damit wollen und dann habe ich irgendwann mal gedacht, so eigentlich müssen wir was eine Art Ausstellungsarchiv machen und da sind wir grade dran, hoffen, dass wir dafür dann irgendwie auch noch mal Geld einwerben können und

dann irgendwann mal. Mhm. Da hören wir uns auf jeden Fall wieder. Ich höre auf jeden Fall. Wir sind hier im schönen Dahlem bietet ihr hier auch Ausstellungen an? Also was wir ganz konkret mitgestalten, ist der sogenannte Forschungscampus Dahlem. Mhm. Das hört sich jetzt grade nicht nach Ausstellung an. Ist auch kein Museum und kein Ausstellungsort im Sinne, sondern was wir gemerkt haben, ist, dass also Es gab früher die Museen in Dahle und da haben das ethnologische Museummuseum für asiatische Kunst, ihre Regelaustellungen gehabt und war auch zu Westzeiten der zentrale Museums Standort in Berlin. Hier ist jeder gewesen, der nach Berlin kam. Hier wurde mal dem Nofrete ausgestellt, die Gemäldegalerie war hier.

Ganz bedeutender Ort, der auch architektonisch ganz bedeutend ist. Inzwischen ist in Anführungsstrichen nur noch das Museum europäischer Kulturentier und hat Ausstellungen und die anderen Ausstellungen sind ins Humboldt-Forum gewandert. Jetzt haben wir aber immer noch diese tolle Architektur. Und wir wollen diesen Standort nutzen und das machen wir jetzt seit einem Jahr relativ intensiv und davor auch schon, aber da konnten wir leider wegen Corona und anderer Umständen nicht so richtig, fliegen wir versuchen diese Museumsforschung, von der wir jetzt irgendwie schon gehört haben heute, sichtbar zu machen.

Wir wollen zeigen, wie Wissen in Museen generiert wird. Also wie kommen wir eigentlich dazu, dass eine Ausstellung, es wird ja inzwischen auch vom Wissenschaftsrat als eigene Forschungsleistung, als Publikationsleistung, anerkannt, also wie kommt es dazu, dass wir zu diesem Wissen kommen, weil, Wir haben dieses Jahr eine Studie gemacht, die hieß Vertrauen in Museen und haben bevölkerungsrepräsentativ alle Menschen gefragt, was denkt ihr? Kann man Museen vertrauen, ja oder nein? Ne, also der Institutionenmuseum. Und die Rückmeldung war ja und zwar so, ja das direkt hinter Freunden und Familie an Platz 2 kam. Also Usepaper, politische Gremien. Die Politik, die Regierung als solche und so weiter und so fort, sind alle hinter den Museen. Die Museen sind wirklich an Platz zwei hinter Freunde und Familie. Das muss man sich mal vorstellen. Und äh wir haben dann

uns überlegt, woran kann das liegen? Also woran liegt das, dass die Menschen, den Museen oder dieser Institution so sehr vertrauen und. Es gibt zwei Thesen, die wir dazu im Moment haben. Die eine ist, Ja, weil sie als unabhängig wahrgenommen werden, also als neutrale Absender. Sie werden nicht als in Auftrag von XY, sagen wir jetzt das und das wahrgenommen und B Weil wir Wissen selber generieren, also weil wir forschen, weil wir faktenbasiert arbeiten und so weiter und so fort und das wollen wir in diesem Forschungscampus sichtbar machen, zusammen mit anderen und da kann man auch hingehen, da zum Beispiel einen Denkraum zur Zeit und Zeitlichkeit, wo wir uns mit dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen, um zu zeigen, so denken Museen, wenn sie gerade mal montags zu haben, vertrauen.

Gibt es da einen Unterschied zwischen privaten Museen, staatlichen Museen und vielleicht auch zwischen archäologisch orientierten Rousinen, zeitgenössisch orientierten Museen? Alle, gleiche Ranking. Also wir haben die Trägerschaften, das ist ja dieses öffentliche oder privat. Die haben wir nicht weiter unterschieden in der Studie. Das ist auch etwas, was die Menschen in der Regel gar nicht wissen.

Sie wissen ja nicht, wie das Museum Brücke Museum. Also ich kann dir jetzt sagen, wie das Brückemuseum getragen ist hier in Berlin, wie's verankert ist, aber. Die normale Besucherin, der normale Besucher weiß es ja in der Regel nicht, deswegen haben wir da nicht unterschieden. Was wir aber auch schon unterschieden haben in dieser Untersuchung, ist, was für ein Museum ist das, ne, also welche Sammelkategorie ist da wichtig? Die Kunstmuseen landen ein bisschen weiter hinten, was aber eben auch ein bisschen an der Art der Sammlung hängt, ne, was ich eben auch erzählt habe, weil da spielt Forschung eine andere Rolle. Spielt eine Rolle, aber eine andere Rolle.

Und relativ weit vorne sind die Naturkundlichen und die Technikmuseen und, botanische Gärten sind auch mit drin. Die sind auch relativ weit vorne, was was das Vertrauen angeht, aber es ist nicht so, dass diese Spreizung so groß ist, dass die anderen jetzt nicht genannten Sammelkategorien, rausfallen aus dieser Gesamtliste, Erst-Freunde, Familie, dann Museen und dann die und die Institutionen, sondern da ist ein bisschen Unterschied, ein bisschen Varianz, aber in alle ist das Vertrauen extrem hoch bei sieben Komma 8 und Freunde, Familie beacht oder irgendwie so was muss ich noch mal genau nachgucken. Die Zahl kann ich jetzt nicht sagen. Und kann man von dieser Zahl auch Rückschlüsse auf die Besucherzahlen ziehen?

Also je höher, das Vertrauen ist, umso mehr Besucher sind auch da? In äh Relation zur Größe des kannst du überhaupt nicht. Du kannst sogar, also das fand ich jetzt war für mich der beeindruckendste Befund dieser Studie. Sogar diejenigen, die von sich selber sagen, sie gehen eigentlich nie ins Museum.

Vertrauen dem Museum total. Ist witzig ja. Also die sogenannten NichtbesucherInnen sagen von sich selber und das ist dann, gibt's da auch so Abstufungen, die muss in der Statistik auch machen, damit die Zahlen auch wirklich valide sind und wenn du die letzten 24 Monate nicht in einem Museum warst, dann gilt du als Nicht-Besucherin und ja auch dieser Gruppe der Menschen, die befragt wurden, haben ganz viele gesagt, na Museum finde ich super vertrauenswürdig. Teilt ihr das nach Bundesländern auf? Also vielleicht ist das auch ein bisschen absurd. Haben wir jetzt in dieser Studie nicht gemacht, weil also in dem Moment, wo du Bevölkerungsrepräsentativ unterwegs bist, guckst du ja, wie sieht der Durchschnitt der BundesbürgerInnen in Deutschland aus, ne, also wie viel Menschen sind so und so alt und so weiter, dann hast du bestimmte Cluster, die so festlegst.

Dann legst du meistens auch Wohnort Cluster fest, also klein, mittel, Großstädte, dann suchst du heraus, welche Geschlechter möchte ich mit abbilden oder kann ich mit abbilden? Da hast du natürlich männlich weiblich als die großen Kategorien, aber natürlich auch Menschen, die sich als non-binär bezeichnen und so weiter und so fort und dann kommst du irgendwann zu einer sogenannten Bevölkerungsrepräsentativenumfrage, Das waren über 1tausend Menschen und die kannst du dann nicht mehr auf Bundesländer verteilen, weil das entspricht dann nicht mehr diesem Gedanken Wo weißt du? Also es ist andersrum. Und um noch mal zu der anderen Frage zurückzukommen, ob wir Ausstellungen machen, ja, wir beteiligen das dann eben. Ich hab's nicht vergessen. Das ist so spannend, was ich okay. Äh.

Ja, wir machen auch Ausstellungen. Also wir beteiligen uns an Ausstellungsformaten. Wir probieren auch gerne neue Formate aus und das ist das Tolle, wenn du an so einem Ort wie ein Forschungscampus hast oder auch diese enge Zusammenarbeit mit der Gipsformerei kannst du auch mal Sachen ausprobieren. Da kannst du auch mal gucken, scheitern, vielleicht auch eine gute Idee ist, ne? Also das muss nicht alles zwingend immer so fast for it sein, sondern wir wir gucken als Institut dann auch ganz konkret.

Okay, war jetzt so mittel, erfolgreich, dann müssen wir das nächste Mal einen anderen Weg. Aber das hat den Vorteil, diesen Fehler müssen wir nicht 16 Museen machen, die im Zweifel gar nicht so, die dann gar nicht die Kapazitäten haben, das aufzufangen oder sonst irgendwas und da können wir im IFM sagen, so, da hat die Forschung gezeigt, oh funktioniert nicht so. Also könnte ein einzelnes Haus mit einer neuen Ausstellungsidee auf euch zukommen, Mit der Bitte, probiert es doch einmal aus. Ja, das ist auf jeden Fall eine Variante. Wir müssen natürlich bei solchen Sachen immer gucken, das nutzen und Ertrag sich irgendwie die Waage halten, ne, also gerade bei 7000 Museen ist dann das Engagement, das echte inhaltliche Engagement etwas limitiert, sage ich mal, aber wenn das irgendwie verbunden werden kann mit etwas, was wir dann auswerten können und wo wir dann am Ende sagen können, okay, daraus können wir zum Beispiel eine Art Template

entwickeln, auch im Sinne Nachhaltigkeit das woanders nutzbar ist und so weiter, dann ist es für uns total interessant und es kommen auch tatsächlich sehr, sehr regelmäßig Museen auf uns zu und sagen, Wir wollen gerne eine Ausstellung machen zu dem und dem Thema könnt ihr mit uns gemeinsam das Konzept angucken Ob das gut ist? Findet ihr das überzeugend? Habt ihr Ideen für neue Formate, dass das Eine mit Unterkommen auch so fragen könnt ihr das Konzept machen?

Für unser Haus, also könnt ihr euch da das schaffen wir nicht, das geht nicht, also. Letztes Jahr bei zwei Museen. Och, das tut einem dann auch leid, weil's irgendwie so mal abgesehen davon ist, auch gerne mache, aber ist halt dann nicht meine zentrale Aufgabe für andere Museen, die Ausstellungen zu entwickeln, ne, aber dass wir da mit draufgucken und so, das passiert sehr, sehr häufig auch grade was so Extraformate angeht und so, dass wir sagen, ah, guck doch noch mal, ob ihr das vielleicht mal drei Leute zusammen, ne so, okay da können wir jetzt vielleicht nicht so unterstützen, aber ich weiß, die und die haben gerade das und das gemacht. Ruf doch da mal an. Spielst du eine Art Zukunftsforschung auch eine Rolle, dass ihr schon,

den Blick in die Glaskugel werft und Empfehlungen ausspricht Also Empfehlungen sind so ein klassisches Ding. Das kommt ja auch viel vom deutschen Museumsbund zum Beispiel oder Deutschland macht das, ne, als International Council, die sagen so, wir wir haben Empfehlungen zur Museumspraxis. Wir haben Empfehlungen zu Berufsgruppen im Museum und so weiter und so fort. Das machen wir weniger. Wir sind eher so eine Art Thinkt für die deutschen Museen, also versuchen Dinge schon anzudenken, die wir vorher wie ein um noch mal so ein Buzzword zu bringen.

Trendscout rausgefunden haben. Mhm. Also das Thema Vertrauen war war so ein ein Aspekt, dass wir gesagt haben, wir müssen wirklich mal also so eine Studie, die fällt ja nicht vom Himmel, sondern das hat ja einen Vorlauf. Da diskutieren wir hier im Haus. Irgendwie macht es Sinn, da nochmal hinzuschauen. Wenn ja, warum und wie können wir das irgendwie eigentlich auf den Weg Bringen oder wir haben jetzt gerade eine Zeit lang das Thema Emotionen im Museum verfolgt, weil, Weil wir glauben, dass dass die Emotionen ganz viel damit zu tun haben, wie Museen wahrgenommen werden, aber auch, weil Emotionen etwas ist, was in unserer Jetztgesellschaft eine große Rolle spielt und.

Glaube, es ist wichtig ist, dass Museen das auf eine sehr kluge Art und Weise adressieren, ne? Und und nicht so unmittelbar oder überrascht oder wie auch immer. Also insofern versuchen wir da so ein bisschen unsere Nase irgendwie hier und da reinzuhalten, Dann daraus ein Projekt abzuleiten, das dann mit seinem Projekt Ergebnis möglicherweise wiederum Hinweise für die Arbeit in der Zukunft geben kann.

Auch das immaterielle, was ich vorhin gesagt habe, ne, das ist etwas, das trifft die Museen. In spätestens fünf bis zehn Jahren müssen wir alle eine Antwort auf diese Frage haben und, Es kann nicht die Antwort sein, ach dafür sehe ich hätten wir auch noch mal mitsammeln können. Spätestens jetzt hier durch den Podcast. Genau du dein wanderndes Museum hier dabei hast das finde ich einen ganz tollen Begriff.

Wie kann man Emotionen noch mehr drin oder die Menschen über die Emotionen noch mehr bekommen. Ich die Frage ist ja auch erstmal die, darf ich das ne, also ich habe äh Gedenkstätten, Bodelsbacher Konsens, da ist es ja ganz klar so, Mach das bitte nicht, weil diese Betroffenheitsemotion, die bringt ja überhaupt nichts. Also sie hält kein Wissen fest.

Die gaukelt vor, dass sich Menschen einfühlen könnten in das, was jemand erlebt hat, der in Auschwitz war, was natürlich totaler Humbug ist und so weiter und so fort, ne? Also da muss man auch vorsichtig umgehen mit diesem Thema Emotionen und Museen. Aber also vielleicht noch mal einen Schritt zurück wo wir herkamen, war eigentlich Sinne im Museum. Das ist ja etwas, was als Trend schon in der Museumsentwicklung schon länger zu fassen ist. Wie kann man eigentlich alle Sinne im Museum ansprechen. Und dann gab's ein großes Euro Projekt, das hieß Oteuropa, das sich damit beschäftigt hat, wie kann man eigentlich Gerüche in Museen integrieren? Also wie kann man zum Beispiel rekonstruieren, wie ein Schlachtfeld gerochen hat oder wie

Wie kann man rekonstruieren, wie ein alter Frauenhandschuh gerochen hat oder brauchen wir das überhaupt im Museum und so weiter und. Wir haben von dem Projekt gehört, da war der Antrag schon durch und so weiter, aber da hat mir sofort gedacht, okay toll, super. Das müssen wir auch, weil weil ich erlebe es, dass alle Sinne in Museen angesprochen werden, da Kommt auch noch mal das botanische Museum sozusagen als Beispiel mit rein. Ich erinnere mich an einen Vortrag, den ich mal gehalten habe, weil ich gesagt habe, ich find's eigentlich gar nicht so interessant in einem botanischen Garten Digitalformate mit anzubieten. Ich finde, wir brauchen keine App im botanischen Garten. Also wir können digitale Unterstützung hier und da

und dann kam ausm Publikum die Frage, ja weißt du, das ist ja ein totaler Quatsch, weil also wenn ich im Winter komme Ja, wenn ich im Winter komme, dann sehe ich ja gar nicht, wie die Pflanze blühende Pflanze aussieht und es riecht auch ganz anders. Das müsst ihr doch bereitstellen und dann habe ich halt damals in der Rolle der.

Leiterin des Museums, habe ich ja gesagt und wo soll man wiederkommen, tut mir leid, also ne so ich finde, es gibt bestimmte Dinge, die haben auch ihre Zeit und die muss man sich dann auch nehmen. Und wenn ich dann möchte, dass ein botanischer Garten all meine Sinne anspricht in einer bestimmten Art und Weise und der leistet das von sich aus, ohne dass man sich da ausstellungstechnisch Mühe geben müsste, Dann äh holt euch das bitte zur richtigen Zeit ab. So, jetzt gehen wir aber noch mal in ein kunsthistorisches Museum, also ein kulturhistorisches Museum, da haben wir das Objekt, aber also das ist der einzige Sinn, da wird einfach das visuelle angesprochen. Das Hören kommt ganz oft dazu, Also es wird ja immer mehr, dass das Hören auch mit adressiert wird, über was auch immer, aber eher über.

Informationstext über einen Off-Text aber nicht darüber, dass ich zum Beispiel höre, wie es raschelt oder wie es knistert oder was auch immer. So und dann die Gerüche und in dem Moment, wo du anfängst, sich mit Sinnen zu beschäftigen, kommt dann irgendwann das Thema Emotionen ganz automatisch um die Ecke, weil Sinne bedeutet immer auch eine emotionale Reaktion, entweder Freude, Ablehnung oder was auch immer und es gibt ganz viele Möglichkeiten für Museen, das noch stärker zu adressieren, Auch aus der Bildungsforschung raus, weil es wichtig ist, du musst manchmal mehrere Sinne ansprechen, wenn du wirklich den Effekt haben willst, dass das was gesehen wurde auch mitgenommen wird. Also das irgendwie in die Erinnerungstaschen mit nach Hause genommen wird.

Andererseits darfst du es aber eben auch nicht übersteigern. Also da musst du du musst halt genau wissen, was du tust, weil Traurigkeit ist zum Beispiel ein extrem guter Learner, also ein Moment, wo du traurig bist, nimmst du unglaublich bewusst wahr, was um dich herum geschieht, aber du nimmst auch nur also es hat A die Gefahr des Kipppunkts also dass du zum Beispiel mit dem Museumserlebnis was Negatives verbindest, weil da war ich ja so traurig, weil ich das ja so schlimm fand und da will ich eigentlich nie wieder hingehen. Das wollen wir sehen ja nicht. In der Regel wollen sie ja, dass die Leute wiederkommen. Aber es ist auch wichtig Traurigkeit zu ermöglichen, weil das mit zu den Objekten gehört oder zu der Geschichte, die ich erzähle. Und dann hast du auf der anderen Seite ein selektives Lernen. Also deswegen ist sind diese Emotionen so wichtig. Du musst

angucken. Du musst dir angucken, was hat es mit Lernbeziehungen zu tun? Was hat das überhaupt mit der Beziehung, Mensch, Objekt zu tun. Was hat das mit der Beziehung zum Museum zu tun, um daraus dann wieder bestimmte Formate ableiten zu können, um, Emotionen zu ermöglichen. Das ist auch ein Grund, warum zum Beispiel die invasiven Häuser, die sich auch warum die so einen großen Erfolg haben, weil die Natürlich.

Sehr positive Museumserlebnisse, also in Anführungsstrichen sage ich das jetzt bewusst nicht, weil ich denke, die einen sind echter als die anderen oder die einen sind wichtiger als die anderen, sondern einfach weil, für mich de facto keine Museum ist. Es ist ein Ort, der der Räume etabliert, die sehr positive Gefühle hervorrufen. Aber es gibt sie und sie sind erfolgreich und obwohl sie wahnsinnig viel Eintritt kosten. Ich habe auch immer gedacht, dass die eversiven Ausstellungshallen, Räume, wie auch immer. Für viele junge Menschen vielleicht auch eine Art Eintrittstor sind in die Kunst, um dann weiter einzutauchen in, Kunst und Kulturgeschichte? Kannst du das bestätigen, oder? Oder dass ich nicht also ich weiß nicht, ob es da irgendwas zu

Ehrlich gesagt vielleicht auch noch zu jung, ne? So dann gibt es die ja noch gar nicht. Doch, die gibt's schon ein paar Jahre, also jetzt gibt's ja grad diese äh Studie vom in Den Haag, genau. Also so okay, wir wissen jetzt, dass das Original bei Menschen viel mehr Emotionen auslöst als eine Kopie. Und die haben ein gemacht und Blutdruck gemessen und dies das und so weiter. Aber was selten erwähnt wird ist, äh du hast auf der einen Seite das Originale, auf der anderen Seite wurde aber nur ein Plakat aufgehängt.

Also so ein Plakat wirkt natürlich nicht so. Wenn wir jetzt aber so ein invasives Bilderlebnis wie gibt's ja alles mögliche Munkwelten oder sonste was, ne. Wenn du das dein gegenlegst, dann weiß ich nicht, ob das da nicht genauso stark wäre und so weiter. Also ich könnte mir vorstellen, dass das funktioniert, so Schritt eins in in die Museumsrichtung.

Kam mir aber auch, was oft im Museum irgendwie so eine Hemmschwelle ist, wo sie den Namen ja so die haben ja so Treppen. Die sind eher so woah gehst du hoch, fühlst dich wieder wie eine 13-jährige und weißt, okay, wenn ich jetzt hier runterfalle, dann haben's alle gesehen. Mhm. Ne, also die die machen ja auch so Sachen, ne, so so diese Architekturen von Museen und so weiter. Und das Zweite ist halt, dass du diese Benimmregeln in Museen, die ja so unsichtbar, aber trotzdem so da sind, ja? Die machen auch ganz viel mit dem Museumsbesuch. Ich glaube, da muss man noch ganz viele Aspekte mit dazu, fräsen, um dann wirklich deswegen bin ich mir gar nicht sicher, ob das so gut zu untersuchen ist, was du gerade gesagt hast.

Könnt ihr mir schon vorstellen, dass dass es vielleicht irgendwie Leute gibt, die diese Verbindung herstellen, aber, Am meisten stellen wir eigentlich fest, dass die familiäre Bindung die größte Rolle spielt. Also wenn du als, Kind ein positives Museumserlebnis hast, am besten mit deiner Familie, dann kommst du auch, nachdem du die schwierige Antimuseumsphase zwischen siebzehn und 25 hinter dir gelassen hast, kommst du auch wieder ins Museum zurück Weil das ein Ort ist, den du mit was Gutem verbindest. Auch mit einer Emotion. Ja. Mhm.

Auf jeden Fall. Jetzt haben wir natürlich sehr viel über Kosmos, Museum gesprochen über die Arbeit des Instituts. Warum spielt denn das Wort Kosmos für dich noch eine besondere Rolle? Kosmos, ja. Also Ich hab's vorhin schon mal kurz angedeutet, ich glaube. Wenn man fragt, was mich jetzt am meisten so fesselt an der Arbeit, die ich tue, dann ist es tatsächlich diese Vorstellung davon, dass man, eine der Hauptaufgaben von Museen ist ja ausstellen. Ich übersetze das zweidimensionale ins dreidimensionale, also wie kriege ich's in einen Raum, Ja und das kann dieser Kosmosbegriff ganz abfangen finde ich. Also der beschreibt das ganz schön ne und es ist wirklich eine Welt und wir können Welten entstehen lassen.

Wir haben verborgene Welten in unseren Sammlungen. Es gibt die Forschung, die wir so unglaublich viel also es ist wirklich das Museum ist eine ganze Welt. Und der Kosmos der Museen, also auch der Vielfalt der Museen. Das finde ich ist ja eigentlich das Spannende. Also ich meine wir wir reden hier von 7000 Museen, über 700 plus Ausstellungshallen in Deutschland.

Und dann haben wir plötzlich das Gießkannenmuseum gibt es ein Museum, das sich mit bestimmten Sparten beschäftigt und und warum? Macht die das. Also das ist doch ähm hat das noch einen Aussagewert, ja und dann plötzlich erzählen die ja beim Gießkannenmuseum die Geschichte wie die Zimmerpflanzen entstanden sind und was für eine Rolle der Kolonialismus spielt. Also wenn man wirklich andere Welten betreten will, dann ist der Cosmos, Museum oder der Kosmos der Vielzahl der Museen. Es ist so faszinierend und so weit greifend, also mich haut das nach wie vor um und ich glaube, All das liegt auch ein bisschen daran, dass Captain Picard das Holo-Deck erfunden hatte und wir uns alle und ich finde, das ist auch ein kleines Museum.

Ja, genau. Ich finde, auch wenn man diese Vielfalt der Welt und die Vielfalt der Objekte und so weiter kennenlernt, Das ist so ein Geschenk und das sollte einen so demütig machen und das sollte einen auch so klarmachen, dass es kein besser oder schlechter gibt und wir haben's glaube ich in der Studie zum Vertrauen haben wir geschrieben, Museen tragen auch bei, mit dem Vertrauen, das ihnen entgegengebracht wird zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und dafür ist dieser Kosmos-Museum.

Total wichtig. Hättest du für die Kurator innen, die hier hoffentlich zuhören, noch einen Tipp, um eine Ausstellung so zu kuratieren, so aufzubauen, Dass sie einfach gerne gesehen wird, dass die Besucher gerne kommen Das ist eine total gute Frage. Also ich find's gut, wenn ich einen Tipp geben würde, dann würde ich sagen, liebe Kuratorinnen, diese wunderbaren Objekte, die ihr in euren Sammlungen habt und mit denen ihr arbeitet und so weiter und so fort. Wenn ihr die sichtbar machen wollt und wenn ihr das, was euch fasziniert irgendwie transportieren wollt, dann versucht Dabei immer an die Besucherinnen zu denken. Das machen die aber auch schon alle. Das muss man denen gar nicht mehr sagen. Also die, die ich kenne, haben das total bewusst im Blick. Aber ich war letzte Woche in Halle und ich habe mir ein Museum angeguckt. Da wurden

Zum Beispiel Ziegen als Nutztiere ausgestellt Schweine und und so weiter. Das ist eine relativ alte Dauerausstellung und äh Dekoratorin hat gefragt, findet ihr, wir sollen das überarbeiten, weil die Kinder fremdeln damit, wenn die sehen, dass hier zum Beispiel ein ausgestopftes Ferkel ist und dann sehen die, aber warum ist das Ferkel denn nur zwei Tage alt?

Merke Die Kinder, die sich diese Ausstellung angucken, Moment mal, da ist tatsächlich ein Tier getötet worden, nur um hier dann als Dermoplastik zu sehen zu sein und so weiter und so fort und, findet sie schwierig und sie merkt auch, sie kommt zunehmend an ihre Grenzen beim Reden mit den Kindern und ob sie Ausstellungen nicht komplett neu machen sollen, damit es kindgerechter ist, also besser passt zum Gegenüber.

Und es waren eine Bildungsdidaktikerin und ich als externe Beraterin dabei und wir haben beide spontan gesagt, nein, auf keinen Fall, Dieser Bruch ist total wichtig und das ist auch gut, dass die Kinder mal ein Museum sehen, wo's eben nicht in gefälligen, hübschen Farben irgendwie darum geht, ihnen zu sagen, dass die Welt gut ist und dass alle Schweine leben, bis sie alt und äh grau sind, sondern nein, die werden einfach oft auch viel zu Forschungszwecken ge oder sie sind halt irgendwie geschlachtet worden, um früh gegessen zu werden und so und das ist grade gut finde, dass das Museum so aussieht, wie es aussieht.

Vielleicht das zur Erklärung. Liebe Patricia, ich freue mich so sehr, dass ich jetzt in deinen Kosmos ein bisschen, einblicken durft, viel erfahren habe, dass du dir hier so viel Zeit genommen hast und schon so wunderbar austauschen konnten. Danke für deine ja die ganze Zeit geredet. Seien wir mal ehrlich.

Na ja, aber ganz ehrlich zur Museumsforschung kann ich auch nicht wirklich viel beitragen. Vielen Dank, dass ich da sein durfte. Danke dir, es hat mir viel Spaß gemacht. Mir auch. Music. Die nächste Folge erscheint in einer Woche. Und um sie nicht zu verpassen, folge der die Leichtigkeit der Kunst gerne auf deiner Podcast-App, Wenn dir diese Folge gefallen hat und dir auch die weiteren Episoden zusagen, dann hinterlasse doch gerne fünf Sternchen sowie eine wohlgesonnene Bewertung, Ich freue mich auch über Empfehlungen, Fragen, Kritik und natürlich auch weitere Themenvorschläge oder Gesprächspartnerinnen. Dazu kannst du gerne die Social Media Kanäle von die Leichtigkeit der Kunst nutzen, oder eine E-Mail an folgende Adresse schreiben. Info at die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE,

Danke fürs Zuhören und tschüss, bis zum nächsten Mal. Deine. Music.

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