
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 269
Rupprecht Geiger im Emil Schumacher Museum | Julia Geiger und Rouven Lotz | Kunstpodcast
Freitag, 27. Februar 2026 · 1 h 21
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Shownotes
Rupprecht Geiger im Emil Schumacher Museum
Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Im Emil Schumacher Museum in Hagen ist die Ausstellung „Rupprecht Geiger – Farbe. Licht. Energie“ zu sehen. Die Einzelausstellung versammelt Arbeiten aus unterschiedlichen Jahrzehnten und macht die einzelnen Werkphasen nachvollziehbar.
Im Mittelpunkt dieses Gesprächs mit Julia Geiger und Rouven Lotz stehen drei Ebenen:
– die künstlerische und persönliche Entwicklung
– die Arbeit im Archiv und im Museum
– die kuratorische Entscheidung für diese Ausstellung sowie die Zusammenarbeit zwischen München und Hagen
Biografische Linien: Architektur, Krieg, Malerei
Rupprecht Geiger wurde 1908 in München geboren. Sein Vater war der Maler Willi Geiger.
Nach Beendigung der Schulausbildung beginnt Rupprecht Geiger 1926 ein Architekturstudium an der Kunstgewerbeschule München. Er studiert dort bis 1929 in der Architekturklasse des Neoklassizisten Eduard Pfeiffer.
Im Anschluss ist Geiger als Architekt tätig. Während des Zweiten Weltkriegs entstehen erste malerische Arbeiten.
Nach 1945 setzt er seine künstlerische Tätigkeit fort und arbeitet abstrakt. Im weiteren Verlauf seines Schaffens konzentriert er sich zunehmend auf Farbflächen.
Ausstellung im Emil Schumacher Museum
Die Ausstellung im Emil Schumacher Museum zeigt unterschiedliche Werkgruppen aus verschiedenen Jahrzehnten. Frühere Arbeiten stehen neben späteren großformatigen Farbfeldern.
Im Gespräch geht es um diese Entwicklung:
Wie entwickelt sich Geiger vom Architekten zum Landschaftsmaler hin zum Farbfeldmaler?
Wie verschieben sich Formate?
Welche Rolle spielt das Rot?
Die Werke werden nicht chronologisch abgearbeitet, sondern in Beziehung zueinander betrachtet.
Archiv Rupprecht Geiger und Werkpflege heute
Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Julia Geiger wird deutlich, dass Werkpflege Gegenwartsarbeit ist. Als Leiterin des Archiv Rupprecht Geiger in München begleitet sie Leihanfragen, wissenschaftliche Projekte und institutionelle Kooperationen.
Archivarbeit bedeutet in diesem Zusammenhang Abwägung. Welche Kontexte tragen das Werk weiter? Welche Kooperationen sind sinnvoll? Und wie bleibt ein Œuvre offen für Forschung und Ausstellungspraxis?
Es wird deutlich: die Verantwortung eines Künstlernachlasses liegt nicht allein im Bewahren, sondern im kontinuierlichen Entscheiden.
Kuratorische Perspektiven im Emil Schumacher Museum
Rouven Lotz beschreibt die kuratorische Entscheidung für die Einzelausstellung in Hagen. Das Emil Schumacher Museum widmet sich seit Jahren der abstrakten Kunst nach 1945 und bietet einen institutionellen Rahmen, der auf Dialog setzt.
Die Folge thematisiert sowohl die Ausstellung, als auch die strukturellen Fragen hinter Werkpflege, Institution und Präsentation.
Langfristige Perspektive
Geigers Werk steht exemplarisch für eine künstlerische Haltung, die sich nicht an kurzfristigen Entwicklungen orientiert. Über Jahrzehnte hinweg bleibt die Auseinandersetzung mit Farbe zentral.
Die Ausstellung im Emil Schumacher Museum macht diese Konsequenz sichtbar und eröffnet eine Perspektive auf Dauer, Präzision und Konzentration.
Themen
Rupprecht Geiger · Farbfeldmalerei · Rot in der Kunst · Architektur und Malerei · Nachkriegskunst · Archivarbeit · Künstlernachlass · Ausstellungspraxis · Emil Schumacher Museum
Gesprächspartner:innen
Julia Geiger ist Leiterin des Archiv Rupprecht Geiger in München.
Rouven Lotz ist Direktor des Emil Schumacher Museums in Hagen.
Das Gespräch wurde auf dem Museumsgelände in Hagen im Februar 2026 aufgenommen.
Ort: Emil Schumacher Museum, Hagen
Ausstellung: Rupprecht Geiger – Farbe. Licht. Energie
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Diese Episode ist Teil einer Reihe von Gesprächen aus dem Emil Schumacher Museum.
Weitere Folgen widmen sich:
– InformELLE – Künstlerinnen des Informel im Emil Schumacher Museum (dieleichtigkeitderkunst.de/informelle-emil-sch…)
– Abstraktion & Ambition – Paris 1955 im Emil Schumacher Museum (dieleichtigkeitderkunst.de/paris-1955-emil-sch…)
– Jean Fautrier – Genie und Rebell im Emil Schumacher Museum (dieleichtigkeitderkunst.de/jean-fautrier)
– Design.Impuls – Design und Zeitgeschichte im Emil Schumacher Museum (dieleichtigkeitderkunst.de/designimpuls-emil-s…)
Weitere Gespräche zum Thema Künstlernachlass & Archivarbeit:
– Die Kunst der Nachlassverwaltung mit Dr. Loretta Würtenberger (dieleichtigkeitderkunst.de/loretta-wuertenberger)
– Archivarbeit (dieleichtigkeitderkunst.de/?s=Archiv)
Links & Credits
Archiv Rupprecht Geiger (archiv-geiger.de)
Emil Schumacher Museum (esmh.de/web/de/esmh/index.html)
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Der Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst erscheint seit 2020 kostenfrei auf allen gängigen Plattformen. Die einzelnen Episoden widmen sich Kunst, Ausstellungspraxis, Institutionen und künstlerischen Entscheidungen im direkten Gespräch.
Diese Folge zu Rupprecht Geiger entstand als persönliches Gespräch vor Ort im Emil Schumacher Museum in Hagen. Ohne digitale Distanz entwickelt sich ein Austausch, der Zwischentöne, Gesten und Argumente gleichermaßen sichtbar bzw. hörbar macht.
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Willkommen zu die Leichtigkeit der Kunst. Einem Podcast über Kunst, Kultur und Gesellschaft, Ich bin Claudia Linzel und freue mich sehr, euch heute aus Hagen begrüßen zu dürfen, aus dem Emil Schumacher Museum. Was bedeutet es, einem Thema über Jahrzehnte treu zu bleiben? Aus Überzeugung und aus Aufmerksamkeit, Diese Folge kreist um genau diese Form von Beständigkeit, um Menschen, die sich nicht abwenden, wenn etwas vertraut, sondern genauer hinsehen und im bleiben eine Bewegung entdecken, Ruprecht Geiger hat sein Leben der Farbe gewidmet, nicht als Dekoration, sondern als Konzentration.
Als Energie, die einen Raum verändern kann. Als klare Entscheidung in einer Zeit des Neubeginns nach neunzehnhundertfünfundvierzig, die Ausstellung Ruprecht Geiger, Farbe, Licht, Energie, im Emil Schumacher Museum zeigt die Konsequenz seines Weges. Von frühen Arbeiten bis zu jenen intensiven Farbfeldern die ganze Räume tragen können.
Kunsthistorikerin und Enkelin des Künstlers Julia Geiger leitet heute als Hüterin seines Werks, das Archiv Geiger in München. Rückwärtsgewandt, sondern in der Gegenwart mit Blick in die Zukunft. Ihre Aufgabe ist es, ein ever lebendig zu halten und Entscheidungen zu treffen, die es offen halten, Eine Haltung, die auch rufen, Lotz, Direktor des Emil-Schumacher-Museums sehr vertraut ist. Gemeinsam mit Julia hat er diese Ausstellung kuratiert, und er setzt sich täglich mit Archiven, Nachlässen und der Verantwortung gegenüber einem Werk auseinander. Diese Folge fragt danach, Freude an Beständigkeit entsteht und welche Fragen sich stellen, wenn man über Jahre, Jahrzehnte ein ganzes Berufsleben mit einem Werk verbunden ist,
Ein Gespräch über Farbe und Haltung, über Verantwortung und Aufmerksamkeit. Liebe Julia, lieber Rouven. Ich freue mich so sehr, euch hier im Emil-Schumacher-Museum zu begegnen. Julia, wie schön, dass du aus dem Archivgeiger in München nach Hagen gekommen bist. Und Ruven, vielen Dank, dass diese Begegnung hier möglich geworden ist.
Ich freue mich natürlich immer zu dir zu kommen, diesmal schon zum fünften Mal, ein Jubiläum. Ich bin sehr stolz. Ich glaube, es gibt nur wenige Häuser oder KollegInnen, die dich so oft begrüßen durften und ich bin sehr stolz, dass du dich entschieden hast, wieder zu kommen. Und eben, das weiß ich natürlich auch, grade hier, Julia Geiger zu begegnen und ich weiß, dass du dich auf diese Begegnung besonders vorbereitet und gefreut hast und Dafür darf ich aber danke sagen. Also schön Claudia, dass du hier bist, natürlich freue ich mich, dass Julia hier ist. Danke liebe Ruven und Claudia, vielen herzlichen Dank, dass ich an diesem Podcast teilnehmen darf.
Vielen Dank, ihr zwei für diese schönen Worte. Auch ich möchte mich natürlich bedanken, dass ich heute hier sein darf und gleich mit dir starten, liebe Julia. Du bist mit Kunst, mit Werk, Material und wahrscheinlich vielen Gesprächen über Kunst aufgewachsen. Was fasziniert dich nach wie vor an der Kunst so sehr?
Also ich bin zwar mit Kunst aufgewachsen. Ich würde sagen, dass mein Vater mich langsam an die Kunst herangeführt hat. Wir waren immer wieder in verschiedenen Städten in Italien, Frankreich, Deutschland haben uns dort die Kirchen angeschaut, die Architektur haben auch sehr viele Ausstellungen, auch teilweise regionale Ausstellungen angeschaut, aber wir waren auch auf der Expo in der Schweiz oder auf der in Venedig.
Die Kunst hat mich natürlich begleitet, wobei ich wirklich zu Kunstgeschichte gefunden habe, als ich nach Deutschland umgezogen bin. Nach dem Abitur bin ich nach München umgezogen und Deutsch zu lernen. Das war der erste Grund. Es war nicht klar, dass ich in Deutschland bleiben werde. Ich habe sogar ein Pferdestudium in Frankreich weitergemacht und als ich die Frage stellte, welches Fach ich studieren sollte, habe ich mich für die Kunstgeschichte entschieden.
Ich wollte ein paar Jahre lang, Etwas studieren, was mir gefällt. Ich wollte viele reisende Unternehmen und Städte und Museen und viel nach Italien fahren. Ich wusste aber überhaupt nicht, ob ich dann später in diesem Bereich bleiben werde. Aber es war mir klar, ich möchte mich mit diesem Thema auseinandersetzen, mit uns im Allgemeinen und irgendwann mit der Kunst von meinem Großvater von Ruprecht. Du bist in der Nähe von geboren und aufgewachsen, Wann hat sich deine Familie entschieden, nach Frankreich zu gehen Die beiden Söhne von Ruprecht Geiger sind Anfang der 70er Jahre nach Frankreich ausgewandert. Sie sind richtige Aussteiger und haben dort eine Kommune, gegründet, die nicht sehr lange,
Existierte zwei Brüder in der gleichen Kommune kann natürlich zu gewissen Streitigkeiten führen, aber sie haben wirklich ein Hippie-Leben gelebt, Ich bin ein Blumenkind, könnte man sagen. Und dann tatsächlich war die Frage, wann ich den Weg nach Deutschland mache. Ich wusste schon, das ist ein Teil von mir, aber zu Hause, wo du nie auf Deutsch gesprochen ich konnte übrigens, nicht mit meinem Großvater kommunizieren, meine Großmutter sprach sehr, sehr gut französisch, das heißt, sie war mein Sprachrohr. Wenn ich in Deutschland war und dann bin ich einfach drei Tage nach deinem Abitur Deutschland, wollte sie Seite von mir besser kennenlernen.
Und bin in München hängen geblieben. Ruprecht Geiger hat er in deiner Jugend in Frankreich. Eine künstlerische Rolle in deinem Leben gespielt oder stand da eher der Opa im Vordergrund? Mein Großvater Ruprechts war an erster Stelle mein Großvater. Ich habe ihn einmal im Jahr besucht, manchmal zweimal zu Ostern, im Sommer. Wir waren.
Mit meiner Schwester zusammen für zwei Wochen in den Sommerferien. Diese langen, französischen Sommerferien, die nie enden wollen, waren wir dann im verregneten Bayern und haben tatsächlich dann Sachen gemacht, die Kinder und Jugendliche mit ihren Großeltern machen. Wie waren in den Bergen? Wir haben Himbeere gepflückt, waren im Tierpark in München. Wir waren aber immer ein paar Tage tatsächlich am Chiemsee, in über seinem Chiemsee. Das war eine sehr schöne Zeit. Es hat wahnsinnig viel geregnet.
Und mein Großvater verschwand jeden Tag für mich damals in sein geheimnisvolles Atelier. Für ein paar Stunden. Wir durften ihn auch nicht stören. An ein Erlebnis erinnere ich mich ganz gut. Wir waren am es regnete wieder so viele, viele Tage. Er hatte ein kleines Atelier auch in dem Haus, in der Bax, Und dann durften wir, meine Schwester und ich mit ihm collagieren. Das war ein ganz besonderes Erlebnis, weil normalerweise, wie schon gesagt, durfte man ihn nicht stören.
Ein weiteres, sehr schönes Erlebnis, was ich auch sehr gerne erzähle, ist, Immer noch am Chiemsee, wo wir auch mittlerweile sehr viel Zeit verbringen, auch mit meiner Familie. Wir sind immer wieder zum Chiemgau-Hof gegangen, zum Essen abends. Und Metropecht, mit Muni, mit meiner Schwester, manchmal war mein Vater auch dabei und dann kam der Sonnenuntergang.
Und als Kinder mussten wir mindestens zehn Minuten, wenn nicht mehr, schweigen Er hat uns auch aufgefordert, nicht zu sprechen, dass wir uns auf diesen Sonnenuntergang konzentrieren. Man hatte immer den Eindruck, er tankt da Kraft, und Farbe und Energie, das war ganz spannend und ihr als Kinder? Also wir fanden schon anstrengend, dass wir so lange schweigen mussten, aber mittlerweile mache ich das auch. Jedes Mal, wenn ich am Chiemsee bin, sind wir zum Sonnenuntergang.
Am Strand. Wie hast du deinen Opa damals wahrgenommen? Hast du das Gefühl gehabt, da hieß es, oh da kommt der Geiger oder war das oh, Herr Geiger kommt mit seinen Enkeltöchtern, mit seiner Familie. Hast du gespürt, wie er wahrgenommen worden ist? In Übersee am Chiemsee war es eher so, dass er viel im Garten war. Er hat nie so viel gearbeitet und gemalt wie in München.
Ganz bodenständig, also alle haben ihn ganz, begrüßt. Er war schon bekannt. Er hat ja auch immer wieder Ausstellungen. Und natürlich auch sehr vielen Künstleraufsausch, mit Künstlern aus der Umgebung. Die kamen vorbei oder besuchte sie. Wobei, wenn wir da waren, weiß er eine Familienzeit Die Kunst waren immer präsent. Einmal hat ein Freund der Familie gesagt, die Kunst sie saß immer am Tisch und war der wichtigste Mitglied bei euch, bei den Geigers. Es war auch so, aber so viele Ausstellungen haben wir tatsächlich nicht angeschaut und uns zu unterhalten war kompliziert. Er konnte kein Französisch, ich konnte kein Deutsch. Darf ich eine bisschen belustigte Frage stellen?
Wie wird Geiger auf Französisch ausgesprochen? Da in Frankreich heiße ich. Ich finde wunderschön. Also Frau nee, du hast eben was ganz Interessantes gesagt. Du bist dann zum Studium nach Deutschland gekommen, weil du deine deutsche Seite kennenlernen wolltest. Welches Bild von Deutschland hattest du außer, Warmherzigkeit und Regen. Also ich glaube, dass ich sehr geprägt bin von meiner Großmutter. Ich werde oft mit ihr verglichen. Sie hatte einen organisatorischen Talent.
Hat sich sehr viel um das Werk ihres Mannes gekümmert im Laufe der Jahrzehnte. Sie hat auch sehr gerne die Sachen geordnet Das war für mich etwas sehr bewundernswert in der Hippie-Kommune. Da weiß natürlich nicht so immer in geordneten Bahnen und ich glaube, ich brauchte diese Nähe zu meiner Großeltern, um mich vielleicht besser zu finden, um oder besser kennenzulernen. Jetzt bist du, In den Neunzigern nach München gegangen, in die Stadt von Ruprecht Geiger und hast Kunstgeschichte studiert.
War das eine Herausforderung oder vielleicht eine Chance als Enkelin eines so bekannten Künstlers, Nach München zu kommen, um Kunstgeschichte zu studieren? Als ich meine Magisterarbeit über Ruprecht geschrieben habe über diese frühen Jahre und der Weg zur Abtraktion hat mir mein Professor damals gesagt, ich sollte meinen Namen ablegen.
Weil ich einfach immer identifiziert werde mit der Geigerfamilie Und mich nicht loslösen kann von dem geigerischen Einfluss Ich sehe es anders, ich sehe es anders als eine große Chance ich sehe es auch mittlerweile als er meine Lebensaufgabe und das Werk von meinem Großvater zu kümmern Ich habe tatsächlich auch geheiratet zwischendurch, aber ich habe meinen Namen behalten. Ich bin eigentlich die letzte Geige. Meine Schwester trägt einen anderen Namen. Meine Cousine hat einen Doppelnamen. Und ich sehe, es wirklich als eine Ehre.
Diesen Namen tragen zu dürfen. Klar, ich bin nicht nur die Enkelin, ich bin auch eine Kunsthistorikerin, ich habe für zwei Weltverzeichnisse recherchiert teilweise rausgegeben. Ich kuratiere auch einige Ausstellungen. Ich habe angefangen für meinen Großvater 99 zu arbeiten. Wir haben heute 226 ich glaube ich bin in Anführungszeichlein Die Expertin in Geige Sachen, was die Werke angeht, nicht über die Theorien, aber was die Werken angeht, also Ich freue mich, wenn jemand mich vorstellt als Enkelin, aber als auch Nachlassverwalterin, Hüterin des Werkes meines Großvaters und das ist nicht nur weil Geigerblut in meinen Adern fließen. Vielleicht kann ich da sekundieren.
Wir haben uns ja kennengelernt, weil ich hier aus dem Emil-Schumacher-Museum, das den Nachlass von Emil-Schumacher verwaltet, wo ich nur angestellt bin und kein Familienmitglied von euch. Gehört habe. Immer wieder wusste, dass es euch gibt in München oder dich gibt, aber das wusste ich in dem Augenblick noch nicht. Ich wusste nur, es gibt dieses Archivgeiger und den Nachlassgeiger, der dort gepflegt Wird und verwaltet wird und als ich irgendwann mal wusste, ich habe so zwei, drei Tage Zeit in München, habe ich muss auch sagen, recht spontan an das Archiv Geiger geschrieben, sehr geehrte Frau Geiger, ich bin in München, ich mache das und das und ich würde mich freuen, wenn Sie Zeit hätten, dass wir uns mal kennenlernen, weil ich diesen Ort
sehen wollte, verstehen wollte, wie die dort arbeiten, was die machen. Aber das Interesse hatte ich ja nur, weil ich wusste, dass es da eine professionelle Nachlassverwaltung gibt und ich von Haus zu Haus gewissermaßen mal gucken wollte, was machen die anderen und wie wie geht das da? Und ich habe also gar nicht an da ist jetzt eine Familie, die ist jetzt spannend zu sehen, wer da jetzt von der Familie ist, sondern ich habe tatsächlich an, die Nachlassarbeit gedacht, die dort professionell betrieben wird. Ich würde ja die Chance, Gerne nutzen hier im Podcast auch ausführlich über deinen Großvater zu sprechen.
Ruprecht Geiger ist der Sohn eines damals sehr bekannten Künstlers gewesen. Geiger. Willi Geiger ist 1878 geboren und war ein Schüler von Franz von Stuck Er war zu seiner Zeit für seine grafischen Arbeiten auch für seine Ex Libris sehr bekannt und portraitierte, in den 20er Jahre viele Prominente, also auch die Gebrüder Manns zum Beispiel.
Er hatte eine Professur in München, später in Leipzig und dann kam die Nazi-Diktatur. Er wurde als eine der ersten Professoren in Deutschland fristlos entlassen. Uns zog sich nach München zurück, und natürlich auch an den Chiemsee, wo er seine Motive anpassen mussten. Er hat sich auf die Blumenmotive konzentriert, Blumen kann man sehr, sehr viel sagen und man ist regime treu.
Das war die Tragik eigentlich diese Zeit, diese ein Jahrzehnt war's verlorengegangen ist und nach dem zweiten Weltkrieg wurde er rehabilitiert. Er bekam eine Professur an der Kunstakademie in München, die zerbombt war, aber noch wichtiger äh bekam ein Atelier und die Möglichkeit weiterzu malen, wie er es wollte. Gibt es die Möglichkeit.
Seine Werke auch zu sehen? Sind sie auch Teil des Archivs? Das Server von Willi Geiger ist auch Teil des Nachlasses, aber nicht so bekannt alle deutschen Museen haben mehrere Werke von ihm im Lembachhaus sind mehr als 100 Werke. Und du, du sorgst auch dafür, dass das övere aufrechterhalten wird? Also wenn Anfragen zu Wille kommen, beantworten wir Sie auch. Es sind sehr viele Expertise, Anfragen.
Und ja, wir versuchen ihn natürlich auch auszustellen. 2tausend4 haben wir begonnen auch kleine Ausstellungen in diesem Haus, was ich vorhin erwähnt habe am Chiemsee in der Barks zu organisieren mit dem Werk von Willi. Wir haben schnell bemerkt, dass nie so viele Leute kommen und haben Ruprecht ins Boot geholt äh und machen oft äh dialogische Ausstellung zwischen den beiden. Es gibt viele Parallele und so haben wir die Möglichkeit, immer wieder wie dieses Werk zu zeigen.
Was ich noch erwähnen wollte, es gibt Aquarelle aus den 30er Jahren, wo man nicht weiß, ist es von Ruprecht oder von Willi, natürlich kann man anhand des Pinselduktus das dann erkennen, aber sie sind sich sehr, sehr nahe. Ruprecht ist das einzige Kind von Willi und seiner Frau? Er ist das einzige Kind. Er wurde anscheinend sehr verwöhnt, so erzählt man sich das in der Familie und man kann wirklich sagen, dass Willi ihm.
Die Kunst in die Wiege gelegt hat. Er fungierte nicht als Lehrer, der ihn vielleicht korrigierte. Ich habe mal meinen Großvater gefragt und wie war das? Wie war dein Verhältnis zum zum Vater, zum bekannten Vater damals und der sagt, er ist zwar ein richtiger Freund und er hat mir viel beigebracht, aber er hat nicht machen lassen.
In der Ausstellung in Hagen gibt es auch ein Jugendbuch, die Familie Geiger hat Anfang der zwanziger Jahre. Einen neuen Anfang gewagt in Spanien, und sie sind anderthalb Jahre auf der iberischen Halbinsel geblieben, waren dann auf den Kanaren noch in Teetouren eine spanische Enklave damals und Ruprecht begleitete seinen Vater auf seine Städte, Erkundungstouren, Willi hat damals sehr viel El Grey kopiert und studiert, Und Ruprecht ging anscheinend nicht mal richtig in die Schule, in der Zeit, sondern begleitet es einen Vater. Das war auch natürlich die erste Begegnung mit der Mediterrane Lich, mit diesen starken Farben.
Und ausgeprägten Konturen als Jugendliche, er ist 15 Jahre alt, führt er ein Skizzenbuch, Was in der Ausstellung zu sehen ist und da sieht man auch schon eine Begabung. Ganz wenige 15-jährige zeichnen, malen, akquirieren so schön. Irgendwann kam ja die Entscheidung, ich muss einen Beruf wählen. Trotz seiner künstlerischen Begabung hat er sich nicht entschieden, an die Kunstakademie zu gehen, sondern, ein Architekturstudium aufgenommen. Ich denke, dass jeder einen gewissen Abstand auch zum Elternhaus braucht, Und vielleicht brauchte er diesen Abstand auch zum Vater, der so bekannt war. Es ist sehr schwierig, immer sich zu behaupten als Kind von einem Künstler, der einen gewissen Rum schon hat Sich aufs durchzusetzen oder sich einen Namen zu machen erwählte Architektur,
aber fand am Ende doch Zukunft. Autodidaktisch autodidaktisch. Das heißt, er studiert Architektur, absolviert eine Maurerlehre, die war damals Bestandteils des Architekturstudiums, also eine Praxis bezogene Ausbildung, zwei Jahre lang und dann beginnt erst 37 in verschiedenen Architekturbüros in München zu arbeiten unter anderem bei Oswald Eduard Biber. Dort lernt er die Tochter von Oswald, Monika, die damals auch Architektur studierte, Sie heiraten und bekommen zwei Söhne und dann kommt der zweite Weltkrieg und Ruprecht wird auch eingezogen.
Im Grunde beginnt doch da auch der Nukleus der Ausstellung. Ja wir haben in der Ausstellung ein, Kabinett gebaut, dass wir mit Stoff abgeschirmt haben, um die Exponate darin vor allem vor Tageslicht zu schützen und dadurch ergab sich ein Raum, den wir. Irgendwann mal scherzhaft als Nukleos bezeichnet haben, aber es könnte nicht besser treffen, was wir da zusammengestellt haben, denn in diesen vor allem frühen Werken die man dort finden kann, das Skizzenbuch aus der Jugend, ein Tagebuch aus dem Krieg, aber auch Aquarelle und spätere Graffitezeichnungen.
Zeigt Eben die DNA des gesamten künstlerischen Schaffens von Ruprecht Geiger. In diesen frühen Werken ist alles angelegt, was sich im späteren Werk dann entfaltet. Und gleichzeitig, kann man dieses späte Werk vor allem dann besonders gut verstehen ohne viele kunsthistorische Erklärung, wenn man sich diese Objekte anschaut.
Und wenn man die späten Farbfelder von Ruprecht Geiger aus dem ganz späten Werk sieht vorher aber diesen Nukleus angeschaut hat. Dann muss man nicht mehr viele Worte machen. Dann braucht man keine großen Erklärungen mehr und kann sich mit diesen großen leuchtenden Formaten, identifizieren. Dann lasst uns doch noch ein bisschen hier in diesem Nukleus bleiben. Also wir sehen das Skizzenbuch eines jugendlichen 15-jährigen in Spanien.
Wir sehen ein Tagebuch, haben die Möglichkeit, sogar ein paar Zeilen darin zu lesen, Sehen schon eine Zeichnung, die wir auch als etwas größerformatiges an der gegenüberliegenden Wand, hängen sehen. Julia, was hat es denn mit dieser Zeichnung auf sich? Also der Krieg kam, wurde Ruprecht eingezogen. Er hat ein wenig seine Ausbildung aus Habotiert als Soldat und er musste zuständig für Zukunft Telefonverbindungen dienen.
Und ging mit der deutschen Armee über Polen, 60 Kilometer südlich von Moskau. Dort verbrachte er den Winter einundvierzig zweiundvierzig, Und er führt in der Zeit ein Tagebuch, wo er natürlich die Grausamkeiten des Krieges beschreibt einerseits, aber auch seine Himmelbeobachtungen, die Farben, Spieler im Himmel?
Und dieses Tagebuch versieht er mit kleinen Bleistiftzeichnungen. Manchmal auch mit Farbenangaben. Es ist ein Ausschnitt aus der Landschaft, Es ist ein Blick aus dem Fenster. Er ist natürlich dort untergebracht in irgendeine Unterkunft und schaut in diesem kalten Winter, das ist der Winter einundvierzig, zweiundvierzig.
Man muss sich vorstellen, was äh äh da auch erlebt hat äh beschreibt auch zum Beispiel ein Tagebuch die Leichenberge, die dann im Frühling zum Vorschein kommen. Und schaut einfach aus diesem Fenster und guckt in die Landschaft und zeichnet aquarelliert und malt sogar. Landschaftausschnitt. Es ist ganz schön in der Ausstellung auch zu sehen, wie er von der kleinen Skizze im Tagebuch über ein Aquarell, was natürlich farbige so ein bisschen größer zu einem fertigen Gemälde kommt. Also diesen Schritt, wie man von Entwurf zum fertigen Werk kommt, kann man sagen, dass diese Zeit ihnen dort maßgeblich auch für sein, weiteres Werk geprägt hat Also wenn man ihn gefragt hat, oh in späten Jahren, Ruprecht woher kommt eine Kunst, wann hast du dich entschieden, natürlich auch Künstler zu werden. Er war Architekt vom Beruf, dann hat er immer
die russische Landschaft erwähnt. Später wird er auch die Kriegsjahre als sein Ottodidaktisches Studium der Malerei bezeichnen. Man könnte sich sogar die Frage stellen, wäre überhaupt Maler geworden, wenn es keinen zweiten Weltkrieg gegeben hätte, wenn er nicht in diese Notsituation gekommen wäre. Er aquarelliert in der Zeit in Russland sehr viel, also spannend ist, dass die Landschaften, die in Polen entstanden sind äh noch Menschen beinhalten. Man sieht Soldaten man sieht natürlich auch Panzer, Flugzeuge und die verschwinden immer mehr in den Hintergrund und er konzentriert sich immer mehr auf diesen Farbenspiele im Himmel.
Es werden richtig menschenleere Landschaften. Mit diesen Arbeiten, es entstehen nur drei Gemälde während des zweiten Weltkrieges. Geht er zum Kriegsministerium und lässt sich dann als Kriegsmaler einsetzen. Es fand nun natürlich auch wahrscheinlich das Leben gerettet. Er hat einen Auftrag die Siege der deutschen Armee in heroischen Darstellungen zu verewigen er wird in die Ukraine geschickt zuerst, 43 und anschließend nach Griechenland. Er ist im Korint, in Athen, in Nau Pia, wo er mehrere Monate verbringt und wir zum zweiten Mal natürlich die Familie Geiger ist immer wieder in den Süden gereist, aber zum zweiten Mal einen längeren Zeitraum mit diesem mediterranen Licht.
Und Farbphänomen konfrontiert. Er hat das Glück, dass er dem Krieg überlebt. Kommt mit einem der letzten Zügen nach Deutschland zurück, muss die letzten Monate des Krieges in Übersee am Chiemsee verbringen, wo er die Dächer von Fabriken bemalt, damit sie nicht zu Ziele für die Flugzeuge werden. Dass sie sein letzter Auftrag als Kriegsmale. Sein Entschluss ist aber gefasst er möchte Künstler und Maler werden. Rückblickend hat dann Ruprecht aber auch von dieser Zeit in Russland, als eine Art Therapie gesprochen. Er brauchte dieses Malen, diese Beschäftigung mit der Kunst als Ventil, um einen gewissen Abstand von der Realität, von der grausamen Realität zu bekommen.
Es ist nicht auch so, dass er vielleicht bei allem Abstand, den er zum Vater finden wollte, als er Architektur Für sein Studium gewählt hat, doch auch ganz klar ein künstlerisches Fach gewählt hat. Es ist zwar angewandte Kunstarchitektur, aber doch ist die Ausbildung zum Architekten ein künstlerisches Fach. Und es gehörte die Maurerausbildung dazu, aber der Anspruch von Architekten ist ja durchaus auch zu Recht, dass sie gestalten und schöpferisch tätig sind und als er dann im Krieg dieses Tagebuch schreibt.
Hat er sich ja doch entschieden, das, was er eben auch schon in sich trug, zeichnen zu können, zu einem wichtigen Element seines intimsten Ausdrucks zu machen, das Tagebuch zu führen und nicht nur Worte zu schöpfen, sondern auch Zeichnungen von dem, was ihn bewegt hat, zu machen und ich könnte mir vorstellen, dass es gar kein speziellen Moment der Entscheidung gibt, jetzt möchte ich auch Künstler werden, sondern das steckte sowieso schon in ihm und nach und nach reifte das in diesem Prozess und wurde ihm vielleicht auch bewusst, eigentlich bin ich das längst und als er sich um diese Position als ein Kriegsmaler, bewirbt und dann tatsächlich auch einen solchen Auftrag bekommt und nach Griechenland geschickt wird, da ist dieses Künstlersein ja längst schon in ihm drin und
bricht sich Bahn. Also es ist ja kein Moment, in dem er wie ein, Ein 16-jähriger Schüler sich für einen Ausbildungsfach entscheidet, so jetzt möchte ich gerne Maler werden, sondern es ist nicht eigentlich so, dass diese vielen Umwege dazu geführt haben, letztlich auch das Kriegsschicksal, aber letztlich nur wie ein Katalysator ihn zum Künstler werden zu lassen, der er vielleicht schon war.
Oder der er werden musste. Es ist natürlich eine ganz andere Zeit, sowohl meine Großmutter als mein Großvater, wenn sie auf Reisen waren in den dreißiger Jahren, hatten immer ein Gießen wurde dabei. Mhm. Meine Großmutter hat auch egal, ob sie in den Bergen waren oder in Italien ist, in unzählige kleine Zeichnungen entstanden, entweder los Rudel in Form von Büchern. Wir haben heute unsere Handys und vielleicht früher waren's die Fotoapparate für sie, weil es die Möglichkeit immer wieder Momente festzuhalten.
Aber deine Großmutter war auch auf dem Weg Architektin zu werden, also auch künstlerisch. Ja, künstlerisch angehaucht natürlich, aber auf jeden Fall, es ist sehr interessant zu sehen, dass es in der Familie Geiger ganz klar war, man hat ein Skizzenbuch, man hat immer Bleistifte dabei, das gehört dazu.
Das kann ich leider nicht, aber wie ist das für dich? Enkelin, wenn du diese Tagebücher siehst, durchblätterst, liest. Liest du diese Zeilen dann als Kunsthistorikerin oder als Enkelin? Ja, eigentlich bin ich in der glücklichen Lage, beides zu machen. Ich kann sowohl diese Bücher oder diese Archivalien, aus der Sicht eine Kunsthistorikerin sehen. Er ist einordnen, in sein Gesamt äh ver gleichzeitig natürlich erinnert mich diese Kunstwerke, oder Tagebücher, Skizzen und so weiter an unsere Gespräche, also an die Gespräche, die ich mit meinem Großvater geführt habe, an seinen Aussagen und es gibt auch Werke, die mich an die Zusammenarbeit mit ihm, erinnern. Wenn wir den Bildern der Landschaftsmalerei weiter folgen.
Sehen wir ganz surreale Bilder, ein Experiment nach dem Zweiten Weltkrieg steht die Frage, wie die Künstler arbeiten sollen. Wie soll man denn arbeiten nach? Der Nazizeit, nach der Nazi-Diktatur und nach diese grausamen Kriegserlebnissen, Viele Künstler entscheiden sich für die Abstraktion, aber der Weg zur Absaton braucht eine gewisse Zeit und tatsächlich die ersten zwei Nachkriegsjahren macht Ruprecht eine stilistische Orientierungssuche.
Er malt, surreale Landschaften, es gibt kubistische Ansätze. Er muss übrigens auch sehr viel verarbeiten von dem, was er erlebt hat im Krieg Es sind viele Werke, die dann Griechenland oder an Russland betiteln werden, Diese Stichorientierungssuche, das ist wie wenn er alle Stile die erkannte innerhalb von kürzesten Zeit ausprobieren sollte.
Als sie die Zeit, wo er natürlich in einem sehr engen Austausch ist mit seinen Künstlerkollegen. 48 sind die ersten Gespräche zur Gründung von der Gruppe C neunundvierzig. Mit viel Baumeister in der Galerie Stangel in München. Er tauscht sich aus mit John Anthony Trades, ein britischer Atasché, der ihn auch sehr fördern wird später. Der wird Und er hat auch Austausch.
Und 9zehnhundertachtundvierzig, 49 entsteht die Werkgruppe der sogenannten. Es ist ein gewagtes Experiment, wie er später diese Wehrgruppe bezeichnen wird, 14 Gemälde mit ihrer jubulären Formaten, also nicht mit dreistöckigen gewöhnlichen Formaten, sondern mit irregulären Formaten, In der Bildkomposition sind diese Werke natürlich sehr nah an den russischen Landschaften einen kleine R-Zone und dann diese Modulation im Himmel von einem Farbton zum anderen.
Also mit vielen, vielen Nuancen. Dann vielleicht eine architekturstaffage und eine Nierenwolke. Er empfindet aber das Experiment als zu gewagt. Es ist entstanden im Atelier von seinem Vater, wo er einmal in der Woche immer Mittwoch arbeiten kann in den ersten Nachkriegsjahren und er vergisst einfach, dass diese Gemälde entstanden sind.
Und erst nach dem Todesvaters 19einund7. Entdeckt er, die wir Gruppe wieder. Er ist natürlich in seine künstlerischen Entwicklung viel weiter, benützt auch andere Farben und natürlich auch viel Großformate. Aber er greift auf dieses Experiment zurück und beginnt ab Mitte der 70er Jahre geometrischen Formen, zusammenzusetzen. Du hast gerade von 149 gesprochen. Ja also Ruprecht beruflich darauf. Er ist auch Namensgeber von der Gruppe. Er ist Begründer der Gruppe Zen 49 die Künstlergruppe 14 hat sich als Aufgabe gemacht die abstrakte Kunst durch Bild und Wort zu verbreiten. Das ist das Ziel von dieser Künstlergruppe und es passt natürlich ganz gut, in der Zeit und auch im Gesamtschaffen von Roprecht. Er hat ja anfangs weiter als Architekt gearbeitet.
Wie hat er denn dieses zerbombte München wahrgenommen? Es muss doch so grau und trist gewesen sein. Man konnte damals nicht als Architekt arbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ein Fahrzeugbauten ganz schnell in die Höhe gestellt. 47 ist aber die Revierungsreform und ab dem Zeitpunkt bekommt er einige wenige Aufträge. Er muss die Familie finanzieren und wird bis Anfang der 60er Jahre tatsächlich als architektädlich sein. Es sind ein paar Siedlungen in und um München entstanden, steht davon noch das ein oder andere, was man vielleicht mal von außen anschauen könnte erstehen einige Häuser noch, allerdings auch wenn sie unter Denkmalschutz sind, wären sie peu a peu abgerissen. Es entspricht nicht mehr ganz unserer Vorstellung von Wohnen heute,
Aber wenn man sie anschaut oder die Grundrisse und Aufrisse, dann sieht man auch das gewisse Parallele zu seiner Malerei gibt Mhm. Es gibt eine sehr schöne Anekdote, die Ruprecht auch verewigt hat in einem Bild und in eine Tafel. Er geht durch die grauen Ruinenlandschaft von München am Promenadenplatz, alles in Schutt und Asche.
Und plötzlich sieht er ein Mädchen. Ein Army-Mädchen aus einem Jeep aussteigen und sie trägt einen roten, pinken Pullover. Und ihn hinterlässt eine Farbspur hinter sich. Es ist eine Signalfarbe. Es ist vielleicht auch ein Zeichen der Hoffnung und es prägt ihn so sehr, Dass er, irgendwann ein Bild malt, aber es geht weiter mit der Geschichte. Hiller von Rebuy, die Direktorin vom Guggenheim Museum, fragt OTO und Ether Stangel, welchen Künstler in der amerikanischen Zone, unterstützt werden sollten. Sie nennen viele Namen und natürlich auch ein paar Namen von Kunsthistorikern.
Und unter den Künstlern Isruprecht Geiger. Er bekommt ein Care-Paket, darin befinden sich Lebensmittel, Kaffee. Die so wichtig waren und ein pinkeln Lippenstift. Der natürlich nicht für Ruprecht bestimmt war, sondern für seine Frau für Monika. Er nimmt aber den Lippenstift an sich heran und es entsteht ein Gemälde mit diesem Lippenstift. Das heißt, es ist gemalt und an eine Stelle, spurte er eine weiße Spur, eine weiße Kurve mit diesem pinken Lippenstift. Es ist leider mit der Zeit jetzt verblasst und man sieht aber auf der Rückseite der Leinwand so fettige Rückstände von diesem Lippenstift Und dieses Erlebnis, dieses sogenannte Farberlebnis ist für ihn so wichtig, dass er dann um 1970 auf eine Tafel das Farberleben nicht beschreibt.
Wie ich das gerade erzählt habe Uns in der Mitte mit Tagesdurchfarbpigmenten, mit pinken Tageslöschfahrpigmenten diese Farbspur nachfährt. Und es war für ihn so wichtig, dieses war bei Lenis. Er hat es immer wieder erwähnt und wir haben das Glück, dass beide Werke sich noch im Archiv befinden und dass wir sie jetzt für die Ausstellung in Hagen im kleinen Nukleusraum zeigen können. Spielt dort das erste Mal die Farbe Rot. Er sagt, ja Rot macht heil, Rot ist Wärme, Liebe, Kraft.
Energie. Obrigkeit braucht, wie viele Künstler ein Markenzeichen und er wird immer wieder als Marke der Farbe Rot bezeichnet. Also rot war von Anfang an da, aber auch nur partiell. Und wenn man das Werkverzeichnis der Gemälde und Objekte durchblättert, sieht man, dass die Farbe Rot, eigentlich ab Mitte der 70er-jahre richtig präsent wurde, Also wie schon gesagt, vorher ein bisschen und dann fast nur noch. Wobei, man muss sagen, dabei Ruprecht Geige, es gibt so Aussagen von ihm, wo, gelb, orange, aber auch violett sind Abwandlungen der Farbe Rot. Das heißt, alle diese Farben sind eigentlich rote Farben.
Ganz schön frech, die Behauptung. Gelb sei rot, oder? Ja, also Ruprecht ist kein Theoretiker. Er schreibt immer wieder in seinen Skizzenbüchern, Aussagen wie. Droge äh Unterschiede zwischen Geist und Materie. Das Spannende an seinem Werk ist tatsächlich, dass er sich immer wieder neu erfindet. Sein Thema ist ganz klar schon in den ersten Nachkriegsjahren entscheidet er sich für die Farbe. Wie kann man die Farbe am besten wiedergeben?
Wie kann man die Farben isolieren von äußeren Störungen, Wie kann man die Farbe erfahrbar machen für uns als Betrachterinnen und Besucherinnen von Ausstellungen? Es geht ihm um die Farbe. Aber er erfinde sich immer neu Er findet immer einen neuen Umgang mit der Farbe umzugehen sei es wie er die Farbe aufträgt auf die Träger, gesprüht, getupft, gerollt, sei es mit welchen, Farbpigmenten erarbeitet Anfang der 50er Jahre ist er eine der ersten Künstler, der mit Tagesleuchtfarben arbeitet. Nur am Anfang nur partiell auf seine Kompositionen um einen Teil der Komposition zu betonen, zu verstärken, diese Farben, die er aus den USA von Freunden bringen lässt, in kleinen Dosen. Er ist wirklich ein Pionier auf diesem Gebiet, muss man sagen.
Diese Tageslöschfarbpigmenten wurden in den vierziger Jahre, für militärische Zwecke in den USA entwickelt, um Markierungen vorzunehmen. Das sind Signalfarben. Man kann nur hinschauen, Werbung entdeckt dann die Tagesleuchtfarbpigmenten für sich und lobrecht ist eine der Ersten, der diese dann in der bildenden Kunst in Deutschland Anfang der 15. Jahre verwendet.
Ab 65 ist der Professor in Düsseldorf. Er arbeitet nicht mehr als Architekt und, verdienen natürlich besser und ab dem Zeitpunkt arbeitet er fast ausschließlich mit diesen Pigmenten, die mittlerweile wirklich ein Synonym für seine Malerei Sehen wir auch eins der ersten Werke aus dieser Tagesleuchtfarbpigment Serie Das erste Werk, wo Ruprecht Geiger die Tageslöschbar Pigmenten anwendet, befindet sich auch in der Ausstellung im Eingangsbereich. Es ist eine Modulation von Rot zu pink und diese oberen pinken Streifen ist mit diesen Tagesläufbarpigmenten bemalt.
Ich würde gerne etwas erzählen über die Tagesleuchtfahrpigmenten. Sie sind chemisch hergestellt die kommen in der Natur gar nicht vor und auf diesem Weg zum Portrait der Farbe sind sie besonders geeignet, um die Farbe zu wiedergeben. Ähm sie reflektieren einen höheren Anteil an Lichter als herkömmlichen Naturfarbpigmenten und Rubresch versucht immer wieder, einen gewissen Abstand zu realisiert zu gewinnen, zum Beispiel er verwendet kaum grün.
In seinem Schaffen, weil für ihn ist diese Farbe zu besetzt. Man denkt bei grünen Farbflächen an Natur, An Berge, an Wälder und deswegen entscheidete sich gegen diese Farbe, weil es ihm zu nah an der Natur ist und für diese chemisch hergestellten Farbpigmenten. Du hast es eben schon kurz angesprochen. In den 60er Jahren war er dann für, ich glaube, zehn, elf Jahre an der Düsseldorfer, Kunstakademie, Boys war Kollege von Norbert Krickew wurde berufen.
Was weißt du aus seinen Erzählungen von dieser Zeit in Düsseldorf? Es war eine sehr bewegte Zeit, es war eine sehr spannende Zeit für ihn auch diesen, Austausch mit den Künstlerkollegen ever befreundet, auch mit den Zero-Künstlern, hat viel getauscht, Und es führt natürlich auch zu einem Austausch der Ideen. Spannend ist auch, der Umzug nach Düsseldorf bringt sehr viele technische Errungenschaften wie sich.
Sie ist eine Zäsur in seinem Leben und er beginnt zum Beispiel die Farbe zu sprühen, mit der Luftdruckspritzpistole. Er möchte in einen total anonymisierten Farbauftrag, damit man keine Anchef des Künstlers erkennt kein Pinselduktus, sondern dass die Farben nur für sich sprechen kann Also nehmen diese Anwendung der Lufthochspritzpistole beginnt ja tatsächlich ausschließlich mit den Tages-Löschfahrpigmenten zu arbeiten. Er reduziert sehr stark seinen Formen und Vokabular.
Auf archäpischen Formen, sei es Rechteck oder gedrückte Kreis und bindet tatsächlich auch ab dem Zeitpunkt seine Pigmente Es trocknet schneller. Er hatte zehn Jahre lang mit Ölen gebunden und das Öl als Bindemittel schluckt sehr viel von der Leuchtkraft der Farbe und es geht natürlich um diese Leuchtkraft Beim Acryl verändern sich die Pigmente am wenigsten.
Sehr spannend ist tatsächlich, es gibt die 68er Studentenrevolution. Äh nehmt anscheinend nie so richtig daran teil, ist ja auch Professor. Schaut, ja, wahrscheinlich. Er schaut einfach aus der Wärme zu. Spannend ist aber, dass er in der Zeit äh anderthalb Jahre lang bis zwei Jahre, nur mit den Farben gelb, weiß und grau arbeitet. Das verbindet man natürlich mit der Magier der Farbe Rot gar nicht. Mhm.
Aber dies ist, diese Phase brauchte er eine Zeit lang und das ist auch die protektivste Phase übrigens in der Zeit, es entstehen unzählige Gemälde und es entstehen auch sehr, sehr viel Druck grafische Editionen erarbeitet mit der Galerie Willbrand in Köln und mit anderen und er produziert in einem Tempo. Das ist unglaublich.
Ist das eigentlich auch die Zeit, in der Ruprecht Geiger und Emil Schumacher aufeinandergetroffen sind? Das muss in der Zeit gewesen sein, weil Sie haben auch diese Arbeiten getauscht War natürlich auch nicht dabei, aber soweit ich das aus der Biografie von Emil Schumacher beobachte, ist es natürlich ganz einfach, diese Künstler sind sich auf den Biennalen, Dokumenta, begegnet in den Galerien, haben auch gegenseitig die Ausstellungseröffnungen in Galerien besucht und, in welchen Kreisen auch immer, kommen die aufeinander und sie haben sich gewiss, ganz oft getroffen auf diesen Veranstaltungen. Also wir wissen ja, dass Ruprecht Geigert in Guckenheim Award gewonnen hat. Emil Schumacher hat ihn für die immerhin für die National Section Germany dann auch
in einem Jahr gewonnen. Also es gibt ganz ähnliche Ehrungen oder auch ganz ähnliche sagen wir von außen kommende Wahrnehmung der Künstler. Und dann gibt es natürlich passend auch gleiche Einladungen zu den gleichen Events und also das kann man festhalten, scheinen irgendwie einen Draht zueinander entwickelt zu haben, dass es dazu führte, dass sie dann in irgend einem Moment, das war Anfang der 70er Jahre auch sich entschieden haben oder sich gegenseitig jedenfalls Werke geschenkt haben, die ausgetauscht haben und das ist natürlich die schönste Form von künstlerischer Anerkennung gegenseitig. Ich möchte ein Werk von dir haben, mich interessiere mich für das, was du machst. Und ganz kurz nur die die Ausstellung.
Dokumentiert das gerade, dadurch, dass wir Ruprecht Geiger im Emil-Schumacher-Museum zeigen können, wann beide Eartres sich angucken kann, kann man ganz klar sehen, formal ästhetisch sind sie auf den ersten Blick völlig unterschiedlich und dann wenn man genauer hinschaut, passen sie perfekt zueinander. Sie äußern sich verschieden, aber Sie verstehen, was der andere jeweils macht und das ist ja richtig spannend. Beide kommen ja auch aus der Landschaft, wie wir gerade erfahren haben. Genau, ja, das ist genau richtig und man kann bei beiden.
Manchmal muss man sich vielleicht ein bisschen stärker anstrengen, aber eigentlich kann man bei beiden immer wieder auch auf die Landschaft zurückkommen und kann sagen, auch wenn sie vielleicht nicht mehr konkret abgebildet ist, gerade in den großen Farbfeldern oder den späten von Geiger, das wäre ja, Ich will nicht sagen Unsinn, aber es wäre schon frech, wenn ich jetzt sagen würde, ja klar, das ist auch noch eine Landschaft, aber man kann doch immer wieder darauf zurückkommen. Gab es denn einen Moment, wo Ruprecht Geiger auch in Hagen eine Rolle gespielt hat?
Oh ja, das erzähle ich besonders gerne als Julia Geiger und ich im Grunde schon verabredet hatten, wir wollen eine Geigerausstellung in Hagen machen. Habe ich das hier natürlich meinem Stiftungsvorstand erzählt und dreiköpfiger Vorstand, die schon von mir wissen möchten, was ich in nächster Zeit plane und die selbstverständlich auch ein Vetorecht haben, unter wusste ich gar nicht, ob denen das gefällt oder wie sie darauf reagieren würden. Ich sah aber auf einmal Sternchen in den Augen eines meiner Vorstände und wusste im ersten Moment noch nicht so genau warum.
Sich sofort, seine Frau hatte in den siebziger, 80er Jahren gemeinsam mit einer Partnerin hier in Hagen eine Galerie in dieser Galerie ist natürlich Emil Schumacher gezeigt worden. In dieser Galerie sind dann aber auch Künstler wie Dieter Roth oder Tapies gezeigt worden. Also, die angesagten, wichtigen Künstler, die in dieser Zeit überall wahrgenommen worden sind, sind nach Hagen gekommen, nicht nur im Osthaus-Museum, sondern auch in dieser Galerie oben.
Die es eine ganze Weile hier in der Stadt gegeben hat und Diese Verknüpfung sorgt dafür, dass wir vor 40 Jahren, also genau 9zehnhunderteinundachtzig, schon mal einer. Ruprecht Geiger Ausstellung hier in Hagen hatten, Trupprecht Geiger und Emil Schumacher warnen natürlich dann bei dieser Ausstellungseröffnung auch wieder zusammengekommen.
Das gibt es als Fotos dokumentiert und es wird auch in Hagen immer noch von denen, die sich daran erinnern können, erzählt, wie viel Spaß die beiden miteinander hatten. Es war auch Heinrich Siegmann mit dabei, also ein Kollege aus dem jungen Westen von Emil Schumacher und das muss sehr schön gewesen sein und natürlich musste ich gar nicht lange über eine Geigerausstellung diskutieren mit meinem Vorstand als Julia und ich verabredet waren, war das, ohne dass ich das wissen konnte hier schon durch.
Wir haben sehr sehr viel über, Ruprecht Geigers Jugend gesprochen. Wir haben über die Kriegsjahre gesprochen. Wir haben über die ersten Jahre bis hin an die Düsseldorfer Akademie gesprochen. Wir haben über die Shape Canvas gesprochen. Wir sind noch gar nicht so intensiv auf die Farbräume eingegangen. Ruprecht stellen sich die Frage, immer wieder wie man die Farbe isolieren kann von äußeren Störungen. Und eine Antwort sind seine sogenannten Farbräume, wo man, Farbe tanken kann. Es sind sehr sehr viele unrealisierte Skizzen und Modelle entstanden und ein paar wenige von diesen Farbräumen wurden dann auch tatsächlich realisiert.
Der erste Raum, der gezeigt wird, ihm im Vorpommernmuseum in Essen 75 ist eine Farbtonne 3 Meter Durchmesser mit auch eine Decke, alles ist in rot bemalt und wenn man die Tür zumacht, gehen Leuchterfröhren an und man isst, umgeben von der Farbe Rot. Man sollen in diesem Raum meditieren. Ruprecht sieht die Farbe als Lebenselixier, die Farbe ist positiv besetzt, Vital, seine Kunst bleibt jung, es ist auch wahnsinnig spannend zu sehen, wie, er seinen letzten Gemälde schafft, im hohen Alter, er ist fast 102 Jahre alt geworden und trotzdem dieser Gemälde sprühen vor Vitalität und vor vor Leben. Es ist ganz wichtig wahrzunehmen, dass die Kunst, sowohl von Ruprecht Geiger als auch von Emil Schumacher. Eine Kunst ist die,
aus der Dingwelt stammt, also keine für die Wahrnehmung der Farbräume bei Ruprecht Geiger ist Natürlich wichtig, dass man die Idee der begehbaren Räume sich vor Augen führt und umringt es von der Farbe, aber die Gemälde selber hängen im Raum als Körper und sie sind, Ganz ähnlich wie die Farbraumkörper von Gotthard Graupner dreidimensional treten als viel dickere Leinwände oder Keilrahmenkonstruktionen von der Wand in den Raum und Sie sind auch.
Plastisch gemalt, selbst wenn Acrylfarbe verwendet worden ist, ist diese Acrylfarbe kein dünner, lasurartiger Film auf der Leinwand, sondern wirklich, in den Raum tragen, ganz zart natürlich. Also es ist es ist ganz wichtig, Die Malerei von Ruprecht Geiger und Emil Schumacher ist eine Malerei, die von der Hand kommt, von dem Körper und die auch körperlich bleibt.
Es sind Objekte, die der Dingwelt entstammen und auch zur Dingwelt gehören keine psychologisch wirkenden. Transzendentalen Erfahrungen, die es in der Farbweltmalerei der Amerikaner gibt, die bei Marc Roscode zum Beispiel oder oder auch die Lichtinstallation von James Torrell, die man ganz anders auch nochmal empfinden kann, Es handelt sich bei diesen, Gemälden von Ruprecht Geiger, die die Farbe in den Raum leuchten lassen, um die auch geradezu physische Erfahrbarkeit von Farbe.
Und der Strahlkraft von Farbe, wie sie einen Raum dominieren kann, indem man als Mensch, als menschliches Wesen sich aufhält. Warum meint ihr, spielt für Künstler dieser Zeit die Farbe eine so wichtige Rolle. Es hat ja fast was Spirituelles, Farbe in die Welt zu tragen. Ja, es ist einerseits etwas Spirituelles, andererseits ist es aber auch ein Moment, in dem die Farbe so befreit und die Malerei so befreit, sind von dem, wofür sie vorher eigentlich geschaffen wurde. Man hat immer ein ein Narrativ gedacht, immer an einen Zweck, warum Farbe eingesetzt worden ist, um etwas zu bilden, darzustellen. Farbe war immer eigentlich nur das Mittel, um etwas zu transportieren und im 2. Jahrhundert gelingt es,
den Künstlerinnen die Farbe zu isolieren und so frei zu machen, dass sie selbst genügt, dass die Farbe selbst zum Thema der Malerei und der Kunst wird. Und es ist so wichtig, dass man das in diesen Bildern. Sehen kann, weil das genau das Ergebnis eines Generationenübergreifenden Prozesses in der Kunstgeschichte war. Es gibt ganz viele Stränge, die in andere Richtungen führen. Es gibt ganz viele bedeutende, Kunstwerke und Strömungen Die sich nicht um die Isolierung von Farbe und Material bemüht haben, die die Farbe weiterhin konventionell eingesetzt haben, um etwas zu erzählen, mit Hilfe der Farbe, aber die Kunst und über die wir hier gerade sprechen, die wir hier verhandeln, die hat es eben vermocht
Farbe aus sich selbst heraus in den Vordergrund zu stellen. Wisst ihr, was jetzt war? Ich würde mit euch ja so gerne auch über diese gewaltige Farb Kraft sprechen, die uns schon von der Sekunde des Betretens des Ausstellungsraumes Entgegenwirkt und für so viel Freude und Energie sorgt. Ich bin ganz ehrlich, das erste Mal in meinem Leben als.
Gastgeberin eines Podcasts über Kunst fehlen mir die Worte einer Empfindung so in Worte zu fassen, dass sie beschreibt was sich da gerade erlebt habe. Ich weiß nicht, wie's euch geht. Ähm ich würde am liebsten sagen, Kommt einfach alle nach Hagen und lasst diese Farbe, diese Werke auf euch wirken. Also ich glaube, ich kann das.
Ich kann das nur bestätigen. Es geht uns allen so. Es ist einfach sehr schwer über die Wirkung, die solche Gemälde haben auf einen selbst haben zu sprechen. Das ist etwas, was Emil Schumacher mit Maler, Maler beantwortet hätte, wenn man ihn gefragt hätte. Weil das eben das ist, was nur Maler oder Malerinnen natürlich, nur KünstlerInnen mit ihrer Arbeit, mit ihrem Schöpfungsvermögen transportieren können. Diese Wirkung entzieht sich, einerseits dem Wort und andererseits ist es natürlich unsere Aufgabe, so etwas in Worte zu fassen, um es zu vermitteln. Natürlich, Ich würde auch am liebsten sagen, Leute, kommt alle nach Hagen, schaut euch diese Werke in unserem Saal an und überzeugt euch, wie großartig die Leuchtkraft ist, wie großartig es auch sich anfühlt, wenn man einem,
Werk, das im Grunde nur aus einem gedrückten Kreis und einem. Quadrat oder Rechteck besteht an der Wand vor sich sieht und es ist, Ein leuchtendes einem entgegen strahlt, dass man so aus der realen Welt, aus dem Alltag, aber auch aus ganz vielen Situationen nicht kennt. Es gibt Geschichten da weiß man Ruprecht Geigert in seiner frühen Zeit ein Plakat gestalten sollen, die Aufhängung dieses dass.
Was in dieser Ausstellung zu erleben ist, ist tatsächlich eine Steigerung von Farberlebnis, wie sie mir nur in dem Werk von Obrecht Geiger überhaupt bekannt ist und es gibt Farbfeldmalerei, es gibt sehr sehr großartige Kunst, die psychisch wirkt, physisch wirkt, aber es ist ein ganz besonderes Erlebnis, sich vor diese Werke zu stellen und das ganze Schaffen von Ruprecht Geiger.
Wir haben lange über diese prägende Phase in Russland gesprochen, wenn man sich diese zwei Aquarelle anschaut, auch diese Tagebuchskizze oder das kleine Gemälde auf einer Holztafel und man sieht, wie Ruprecht Geiger noch lange bevor die Tageslicht Pigmente verfügbar waren, schon die Leuchtkraft einzelner Farben in einem solchen Werk aus einer Landschaft herausbrechen lässt, dann sieht man da, wo das alles hinführt und dann in den Werken der 90er Jahre sich Bahn gebrochen hat, die einfach so überwältigend ist, wie man sie möglicherweise nur im Mittelalter vor einem Altargemälde auch so empfunden hat.
Wir haben über die Farbräume gesprochen, wo die Besucher der Ausstellung meditieren können. Und irgendwo haben wir im großen Raum in der Hagener Ausstellung versucht, ein wenig das nachzuempfinden. Wir haben auf eine Seite pinkrote Töne und auf der anderen Ehe orange, gelbe Töne und man kann sich, wenn man, es zulässt, wenn man sich darauf, einlässt, kann man wirklich die Farbe spüren, auf sich wirken lassen. Man muss nur die Zeit einplanen und tatsächlich sich darauf einlassen einfach, dass die Farbe auf einem überspringt.
Ich würde gerne eine Anekdote aus den späten Jahren noch erzählen. Ich habe meinen Großvater eigentlich als eher ältere Mann kennengelernt. Ich bin nach Deutschland sechsundneunzig, das hat sich gesagt. Er war schon fast 90 und habe ihn begleitet. Bis zu seinem Tod. Ich durfte ab 2005 richtig im Atelier arbeiten, also ihn begleiten, Collagen, Ihm vorlegen, er hat sehr, sehr viele Plakate, unsere Grafiken noch signiert. Die Signatur bedeutet, dass das Werk vollendet ist und ein paar Mal durfte ich ihn beim Malen.
Zu schauen. Bei den kleinen Formaten er war oben, er brauchte mehr Licht, äh das Archiv ist auf zwei Ebenen. Aber ich durfte auch bei der Bemalung von vier großformatige Werke dabei sein Ruprecht hat Deutschland auf der Plenale in Sao Paulo 2002 repräsentiert und hat für diese Biennale vier monumentale Werke geschaffen.
Er musste immer die Malfläche, zum Beispiel, pink an einem Stück bemalen, weil die Modulation als wichtigstes gestalterisches Prinzip, in seinem Evre muss in einem Zug bemalt werden, Wenn die Luftfeuchtigkeit sich im Raum ändert, weil man eine Pause macht, entsteht ein Knick in der Modulation und das hat ihm überhaupt nicht gut gefallen. Das heißt, er muss diese Flächen, diese großen Flächen auf einmal malen, vier, fünf Stunden. Er war Mitte neunzig.
Und es war so spannend zuzuschauen, wie er diese Leinwände oder diesen Arbeiten seine gesamte Energie und Kraft, übergeben hat und diese Energie und Kraft springt in so eine Ausstellung auf den Betrachte auf uns zu in meiner Einleitung bin ich auf das Thema Beständigkeit eingegangen. Liebe Julia, du widmest seit fast 20 Jahren dein Leben, Deinem Großvater, dem Künstler Ruprecht Geiger, lieber rufen, ich weiß nicht, seit wie vielen Jahren, aber ich weiß, dass deine erste Begegnung mit Emil Schumacher schon in deinem Studium stattfand oder schon noch davor?
Ich habe ja im Podcast schon stundenlang gefühlt, über mich geredet, das würde ich, bisschen Runterdampfleute, aber ich habe vor, Ja, vor 15 Jahren angefangen oder vor 16 Jahren angefangen für das Emil-Schumacher-Museum zu arbeiten. Davor habe ich schon während des Studiums für das Osthaus oder im Osthaus Museum gearbeitet und ich kam tatsächlich als Student nach Hagen in dem Jahr, in dem Himmel Schumacher verstarb und.
Themen als ganz junger Anfänger, Kunsthistoriker waren auch ganz andere Themen, sodass sich die Bedeutung von Emil Schumacher zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht so richtig überschaut habe. Es war ein wichtiger Künstler, der aus Hagen kam in Hagen war. Aber ich habe das alles in den Jahren danach erst wirklich, überschaut und dass ich einmal im Emil-Schumacher-Museum arbeiten würde, war nicht vorgegeben. Bei mir war es ein bisschen ähnlich, weil Ich muss sagen, ich wusste nicht, dass mein Großvater so bekannt war damals.
Als äh Kind und Jugendliche und irgendwann kam ich nach Deutschland und dann habe ich gemerkt, wie die Resonanz war, wie viele Ausstellungen er gemacht hat, auch im Ausland, auch in den neunziger Jahre, Paris, äh dann später Sankt Petersburg, Das war mir nicht so ganz bewusst und erst im Nachhinein kann ich sagen, okay, da war schon auf der Kunstszene in Deutschland ein so bedeutender Künstler. Ja Ich habe ja für Ulrich Schumacher oder mit Ulrich Schumacher etwas über zehn Jahre ganz eng zusammengearbeitet. Ulrich Schumacher und seine Frau haben das Pech, dass sie keine eigenen Kinder hatten.
Und in diese Rolle bin ich auch nicht in die Gefahr gekommen, in diese Rolle zu geraten, aber trotzdem war ich dann durch Zufall die Person der Ulrich Schumacher dann im Grunde auch das Wissen über seinen Vater, soweit er konnte, vermittelt hat natürlich. Kann man das nicht, wenn man von außen kommt nicht, aber auch nicht als Enkelin komplett aufnehmen, aber man wächst dann ab einem gewissen Moment da so rein und empfindet dann auch ganz persönliche Identifikation mit der Bedeutung eines Werkes, aber eben auch mit dem Weitertragen der Geschichte oder der der Verantwortung auch. Jetzt arbeitet ihr beide Ja seit fünfzehn, 20 Jahren ganz eng mit diesen zusammen. Da entwickelt ihr ja auch eine Verantwortung, das jeweilige Övre lebendig zu halten. Man muss immer am Ball bleiben
Jede Anfrage, die ankommen muss, beantwortet werden. Früher oder später aber eher früh, weil es sind hunderte von Künstlern, die erwarten, dass sie auch ausgestellt werden, man sich mit ihrem Werk befasst. Man muss Publikationen immer wieder herausgeben. Man muss wirklich von sich sprechen lassen. Im Falle von Ruprecht ist es tatsächlich so, dass wir in seinem ehemaligen Atelier, sein Werk betreuen und ein Ort des Austausches geschaffen haben. Ähm das ist auch der Entstehungsort von vielen seinen, Werken, Gemälden, Zeichnungen, Skizzen. Äh wir nennen uns zwar Archiv, aber es ist wichtig, dass man die Möglichkeit hat, mit dem Werk von Rubreich sich auseinanderzusetzen. In den Museen in Deutschland werden normalerweise 0,5 % der Bestände gezeigt. Das heißt, es ist ganz klar, dass immer wieder Ruprecht Geiger gezeigt wird, aber
gibt viele Werke, die sich im Depot befinden und deshalb ist es wichtig, dass man so einen Ort hat, wo man auch recherchieren kann über Ruppreichgeiger, wo man sein Werk anschauen kann. Und man muss auch natürlich versuchen, dass der Künstler uns an Evre in die Gegenwart geholt wird. Man kann natürlich immer wieder Retrospektiven machen, aber es ist auch wichtig, ja logische Ausstellungen zu machen. Obrech ist vor 16 Jahren verstorben. Wie bleibt sein Werk aktuell, indem man ihnen zeigt, vielleicht.
Äh jungen Positionen damit auch Künstler und Künstlerinnen sich mit diesem Werk befassen, mit dieser Farbe mit seinem Övre. Ich bin nach meinem Besuch bei euch sehr beeindruckt gewesen, als ich gesehen habe, dass es eben nicht einfach nur was schon viel wäre und auch toll wäre, aber nicht einfach nur das übrig gebliebene Atelier mit den tollen Beständen und dann auch noch einem Archiv ist, sondern.
Was so toll ist, ist eigentlich könnte man sich, wenn man dann bei euch ist und umschaut und sieht, wie viel wir würden das im Museum als Museumspädagogisches Programm bezeichnen, Bildungs- und Vermittlungsabteilungen haben wir und das habt ihr ja im Grunde auch alles und ihr macht das den Räumen des Künstlers und man meine Fantasie war, so was wäre jetzt, wenn Ruprecht Geiger hier um die Ecke käme und sehen würde, wie viele Menschen hier schon in seinem Atelier rumgemacht haben und eingedrungen sind und mit seinen Farbpigmenten Rumgewühlt haben, denn ihr habt ja auch sogar diesen Pigmentraum, in den man gehen kann. Das ist natürlich der authentische Raum des Künstlers und gleichzeitig lebt, bis heute vor. Der Künstler ist nicht mehr da. Er braucht diesen Raum nicht
mehr, kann man ja auch sagen, aber es kommen immer wieder viele Leute, weil ihr sie ruft und sie kommen aber auch, weil sie dort die die Chance haben, das zu erleben, was du vorhin so schön erzählt hast, dass du. Bei deinem Großvater auch mal was machen konntest und ins Atelier durftest und diese Chance gebt ihr heute ganz vielen Menschen, die vielleicht nicht aus der eigenen Familiengeschichte die Möglichkeit hätten, mal in ein Künstleratelier zu gehen und dieses Archivgeiger ist also nicht nur ein ein Ort für Experten sondern tatsächlich auch für in dem vermittelt wird oder erfahrbar wird. Wie fühlt es sich an, wenn man in ein echtes Künstleratelier gehen darf und die Sachen anfassen darf? Und es
beschädigt oder zerstört den Ort nicht, sondern es macht hält ihn lebendig. Also anfassen dürfen die Leute das nie. Die es ihnen gibt. Also natürlich das Malmaterial. Ja, das Archiv ist ein ganz besonderer Ort, weil natürlich man kann dort, die Werke anders betrachten als in einem Museum Manis viel näher, sie ist unmittelbarer Ort der Entstehung der Entstehung, aber tatsächlich auch die Nähe zwischen dem Werk und dem Betrachter oder der Betrachterin, das ist einfach diese Unmittelbarkeit. Im Museum, Darf man die Werke natürlich nicht anfassen, im Archiv auch nicht. Das ist sehr wichtig, aber, Der Boden ist übersät mit Farbklecksen, äh spritze überall.
Wir haben noch viele Kinderführungen und die sind begeistert. Sie sehen, oh, das ist einfach so farbig hier und da konnte Kunst entstehen. Und wir machen auch Workshops für Erwachsene vor Ort, Teambuilding und so in diesen Räumlichkeiten und es kommen alle möglichen Personen, die gar nichts mit Kunst anfangen können eigentlich, aber die natürlich in diese Umgebung plötzlich kreativ werden und es tolle Kunstwerke, die sie nach Hause mitnehmen. Und jetzt will ich als, Kollege gar nicht widersprechen. Es ist wirkt es ist ja meine ganze Begeisterung, habe ich ja hoffentlich zum Ausdruck gebracht, aber das ist natürlich etwas, was wir im Museum auch machen möchten. Wir versuchen auch Publikum nahe ranzubringen. Nahbarkeit herzustellen und wir haben museumspädagogisches Programm. Wir haben einen Raum, in dem man.
Auch in der Farbe wühlen darf, arbeiten darf mit den Werken. Wir haben ganz wunderbare Vermittlerinnen, die das können und natürlich ist es nicht in dem Atelier des des großen Meisters oder der großen Meisterin sondern es ist in unseren Museumsateliers Aber wir haben auch einen Raum, in dem wir das Atelier von Emil Schumacher immerhin nachgestellt haben. Man hätte jetzt die Accessoires aus dem historischen Atelier oder dann historisierten Atelier in säurefreie Kartons legen und dokumentieren können, aber schon jede Künstlerfamilie wird das wahrscheinlich bestätigen, ob die Menschen einfach oder kompliziert sind, ob sie hochgebildet sind oder einfach nur spielende Kinder, das Künstleratelier zu betreten
zu besichtigen ist ein besonderer Moment und wenn man in das Haus einer Künstlerin oder eines Künstlers kommt, dann möchte man das auch gerne. Und das versuchen wir hier mit so einem modellhaft eingerichteten Raum und einem Film, der projiziert wird, da sieht man Emil Schumacher bei der Arbeit, zumindest.
Ein bisschen anzudeuten und dann natürlich unsere Ausstellungsräume sind gewissermaßen, Nicht mehr die Atelierwand, sondern das Ziel eines Kunstwerkes. Es soll irgendwann an eine Wand, wenn es ein Gemälde ist, an eine Wand kommen, dort aufgehängt werden und es ist nicht unbedingt das einzige Ideal für ein Kunstwerk an einer Museumswand zu hängen, aber es ist ein mögliches Ziel und das ist das, was wir hier zeigen können und eben natürlich auch das Werk vermitteln.
Über Ausstellungen auch vergleichende Ausstellungen oder indirekte Vergleiche, so wie wir's im Moment haben und die Nachlassarbeit, die Julia Geiger gerade beschrieben hat, bei uns natürlich ebenso eine Rolle ganz wichtig ist natürlich auch immer wieder die Expertise Anfrage aus dem Kunsthandel. Wir selber handeln nicht, aber wir.
Sind immer wieder Teil der Ereigniskette, wenn wir dann bestätigen, dass es sich um ein authentisches Werk handelt oder aber auch, neulich wieder gewesen, schreiben müssen. Das ist leider kein Werk von Imilschumacher, ist das uns vorgelegt worden ist und das ist bitte auch dem Kunsthandel zu entziehen ist, damit es nicht wieder passiert.
Nehmen wir das dann auch in unsere Dokumentationen auf und haben dann dokumentiert, dass es uns dann und dann von da und dort vorgelegt worden, wenn es ein zweites Mal auftaucht, muss man schon fast davon ausgehen, dass jemand das absichtsvoll tut. Und das ist unsere Aufgabe als Nachlass verwaltende Julias und meine, darauf zu achten auch im Grunde als Schutz für den Markt das oder zu helfen darauf zu achten, dass Fälschungen nicht im Markt kursieren und wenn unsere Arbeit gelingt, dann werden solche Werke natürlich dem Markt auch tatsächlich dauerhaft entzogen. Also wir arbeiten auch mit dem LKA in München, sind ganz eng. Es gibt so einen Fall von Fälschungen.
Viele Urkundefälschungen vor ein paar Tagen war ich in der Galerie Ludorf, habe mir eine angeschaut. Es ist sehr, sehr wichtig, dass man beobachtet, was auf dem Kunstmarkt kommt auch die Preisentwicklung ist auch wichtig, es widerspiegeln natürlich den. Bekanntheitsgrad des Künstlers. Für uns ist es auch sehr wichtig zu erfahren, Wo sich die Werke befinden, wir arbeiten mit den Auktionshäusern zusammen. Wenn Werke nach 30 Jahren auf den Markt kommen und wieder mal in eine private Sammlung für die nächsten 30 Jahren verschwindet, aber wir bräuchten doch für eine Ausstellung in Hagen, dann können wir einfach die Provenienz nachvollziehen und vielleicht an dieses Werk rankommen. Also ist auch ein Teil unserer Arbeit.
Nicht nur bestätigen. Sind hier ausschließlich Werke aus dem Archiv Ruprecht Geige ausgestellt? Wir haben die meisten Werke für diese Ausstellung in Hagen beigesteuert, aber es ist immer schön, diese Werke mit anderen zu konfrontieren. Heißt, es sind vier Sammlungen, aus denen wir weitere Werke herangezogen haben, um auch diesen Dialog zwischen den Werken aus dem Archiv, die immer wieder natürlich gezeigt werden und anderen Werken zu haben.
Ja, es ist auch etwas, wofür wir als Museum natürlich allen Leihgeberinnen natürlich zuallererst im Archiv Geiger danken müssen, aber eben auch den anderen Leihgebenden, denn es, Ist etwas ganz Besonderes, dass wir die Werke aus dem Archiv Geiger und direkt aus dem Nachlass des Künstlers bekommen können, aber natürlich jede Ausstellung, die gemacht wird, hat Besonderheiten, Spezialitäten oder neue Ideen und hier ist ja die Bedeutung von Julia Geiger zu unterstreichen, die natürlich die Expertin für Ruprecht Geiger ist die mit ins Team gekommen ist und ohne die ich diese Ausstellung so nicht hätte realisieren können, aber natürlich, dann einer Expertin auch die eine oder andere Idee für eine Kombination, die dann natürlich nur mit
besonderen Werken möglich ist, die sich dann eben oft auch in privaten oder anderen öffentlichen Sammlungen befinden und die dann auch nur dort sind und wenn diese Leihgeber, ob es Institute sind oder private Sammlerinnen, wenn die dann bereit sind, sich von ihren Werken zu trennen, uns die anzuvertrauen, dann ist das immer ein besonderer Moment, in dem auch wir uns sehr freuen, wenn dann eine Zusage kommt, weil wir wissen, unser Konzept geht auf und wir können diese oder jene Erzählung tatsächlich umsetzen und unserem Publikum anbieten.
Also ich will das nicht übertreiben, aber die Dankbarkeit ist dann wirklich auch ehrlich und groß und ähm so erzählen wir das natürlich auch gerne, dass wir Leihgaben von verschiedenen Richtungen haben. Sagt mal, ihr setzt euch so lange mit diesen Werken auseinander, tauchen da Fragen auf? Die neu sind, die euch nochmal einen neuen Blick auf das gewähren? Das kann ich ganz klar bejahen, denn, Wenn ein künstlerisches Örver, ein schöpferisches Örvere wirklich gut ist, dann lohnt sich der dritte und der vierte Blick auf einzelne Werke. Das ist Eigentlich immer wieder möglich, etwas Neues zu entdecken und gerade wenn man für einen bestimmten Künstler Künstlerin spezialisiert ist, hat man seine Erzählung und man weiß längst,
was man gerne erzählen möchte, aber es gibt doch immer wieder Momente, in denen man denkt, ach Mensch, das habe ich ja noch gar nicht bedacht und das ist ja noch großartiger oder noch ein Aspekt, eine Facette mehr und das macht eben ganz große Kunst auch aus, dass man immer wieder sich selbst überrascht sieht, was noch zu entdecken ist. Im Archiv sind sehr viele.
Werke von Ruprechtsentwürfen und so weiter und äh wir haben sie ja auch noch nicht alle archiviert, das heißt es sind sehr, sehr oft solche Entdeckungsmomente, wo man sagt wow, das kannte ich noch nicht und klar, dann hat man neue Rückschlüsse und es ordnet sich langsam in das Gesamtöver ein. Das bleibt eine sehr spannende Arbeit, Ja, wir haben in unserer Sammlung natürlich auch ein paar Werke anderer Künstler und er ist im Zusammenhang mit der Ausstellung habe ich dann ein Werk von Geiger auch gesucht, weil wir wussten, dass die beiden Werke getauscht haben und ich habe es dann auch gefunden.
Wir haben es jetzt erst inventarisiert, aber sind natürlich besonders stolz darauf, dass wir das jetzt hier in in unserem Museum haben. Julia, dein ganzes Leben beschäftigst du dich ja mit deiner Familie, die letzten Jahre ganz intensiv mit deinem Großvater. Kannst du das in Worte fassen? Das ist schon eine Herausforderung, sich mehrere Jahrzehnte mit einem von einem Künstler auseinanderzusetzen, aber ich sehe das als meine Lebensaufgabe, Das ist eine sehr, sehr schöne Lebensaufgabe, weil das Werk von Droprecht, Ist sehr lebendig. Es sind so viele Facetten, die man neu entdecken kann. Und äh ich finde es faszinierend. Einerseits beispielslos und beispielshaft dass sich jemand über sieben Jahrzehnte mit einem Thema auseinandergesetzt hat. Diese Kontinuität, diese Konsequenz,
sich einem Thema zu widmen, dass sie's einfach wunderbar und richtig inspirierend. Es ist mir auch ganz wichtig zu sagen, dass ich als. Vertreter des Imel-Schumacher-Museums und Austragenden Hauses mit Julia Geiger, eine wichtige, Kollegin hatte die über diese Ausstellung gewacht hat, aber gar nicht im Sinne von ähm Kontrollzwang, sondern wirklich in einem kollegialen Austausch immer wieder auch unterstützt hat, dass wir Geiger in der richtigen Weise erzählen können mit einem ganz präzisen Verständnis auch für Sprache. Die Texte, die wir in dem Katalog gemeinsam herausgeben, sind ja von sich aus schon wunderbar geschriebene Texte von großartigen Kollegen, die auch sehr schön formulieren können, aber es ist für uns natürlich auch wichtig, dass wir steuern wollen, wie wird das
eure dieses Künstlers erzählt und das braucht, Kunsthistoriker, Fachwissenschaftler, die sich auskennen und die in der Lage sind, ein solches Evree nicht nur zu interpretieren, sondern auch in der angemessenen Weise zu kommentieren und weiterzugeben. In der Ausstellung sehen wir Beschreibungen Jahreszahlen.
Titel, sofern es welche gibt, nur im Nukleus. In den um den Nukleus herum aufgehangenen Werken, keinerlei Beschriftung. Wieso finden wir keine Titel in der Ausstellung? Hier ist es auch ein gewagtes Experiment. Wir haben die Ausstellung aufgebaut und als die Werke alle hingen und in den Raum strahlten, habe ich einfach ganz freches Ofen gefragt.
Ob wir vielleicht die Titel weglassen könnten. Ruprecht hat alle seine Werke ab 48 auf der Rückseite signiert, unbetitelt Übrigens nummeriert, weil er die Farbe an sie sprechen lassen wollte. Und wenn man eine Signatur unten, rechts oder links hat, dann Automatisch die Augen in Richtung Signatur wandern. Und genau das Gleiche ist es natürlich bei den Bildigen. Man schauft oft nicht auf das Werk an sich, sondern guckt, welche Technik und so weiter.
Und wir haben einfach gedacht, das ist ein Experiment. Wir versuchen zwei Wochen. Es ist eigentlich egal, wann diese Werke entstanden sind. Es geht um die Farben. Natürlich in mehr oder großen Formaten und wir sollen uns Das war der Wunsch meines Großvaters auf die Farbe konzentrieren, uns auf die Wirkung der Farbe einlassen, wenn es nach ihm gehen, Würde, sollten wir noch meditieren, Farbe danken und mit diesen getankte Energie.
In deinen Alltag wieder zurückkehren. Es ist ja auch eine Entscheidung der Künstler sowie Ruprecht Geiger als auch Emil Schumacher gewesen ihren Werken, entweder Titel als Zahlen abstrakte Zahlenkombinationen zu geben oder Worte, die wir gar nicht übersetzen können als Bildtitel zu wählen, eben weil sie mit den Titeln nicht vorgeben wollten wie ein Werk.
In einer bestimmten Weise interpretiert wird, sonst hätte jedes Bild ja heißen können, Bergsee oder Höhlensystem oder was auch immer. Aber die Titel sind 333 Schrägstrich zwölf. Also ist jetzt ein Beispiel, das nicht stimmt. Aber da kommt ja her, dass der Künstler selber gar nicht wollte, dass das Bild mit einem Wort oder mit einem Narrativ verknüpft betrachtet wird, ich glaube, es ist ein schönes Experiment, die Werke an den weißen Wänden. Hier in dem Fall ist es besonders gut, dass sie weiß sind zu betrachten und einfach in ihrer Leuchtkraft im Raum wahrzunehmen und nicht abgelenkt zu sein von einem Flecken an der Wand, den letztlich das schönste Label auch bildet. Wart ihr euch von Anfang an einig? Nein.
Bei Ruprecht ist jetzt tatsächlich so, dass äh für beide diese Assoziationsmöglichkeiten indem er seine Gemälde, fortlaufend nummeriert. Er möchte, dass wir uns auf die Farbe konzentrieren und nicht nach einer griechischen Landschaft oder Sonnenuntergang suchen. Und das ist bei Emil Schumacher ähnlich, der einfach dann Worte lautmalerisch sich ausgedacht hat, weil er doch irgendwie diese Worte brauchte, um zu wissen, welches Bild ist denn jetzt gemeint? Also er brauchte das, aber trotzdem, zählt er mit den Worten nichts und die Frage ist gemein, aber auch lustig, wir haben eigentlich ganz knapp vor Fertigstellung unserer Hängung entschieden, dass wir die die Schilder in einem Großteil weglassen möchten und ich war gar nicht dafür, ich bin Museumsmensch durch und durch und ich möchte gerne vermitteln und ich möchte meinen Ausstellungs
Besucherinnen gerne alles erzählen, was es zu erzählen gibt und dazu gehört natürlich eigentlich auch ein Schild, in dem ich eine Datierung vorgebe oder auch einen Hinweis auf die Technik gebe und Es ist mir ein spannendes Experiment, aber es ist mir auch im ersten Moment nicht leicht gefallen, dieser Idee nachzugeben. Ich habe zwar spontan ja gesagt, aber ich brauchte innerlich eine Sekunde, um das mitzugehen. Ich gehe das jetzt mit und ich bin sehr gespannt, wie unser Publikum darauf reagieren wird.
Ich freue mich auch drauf und ich finde es aber richtig, dass wir das jetzt so gemacht haben. Also ich danke dir wirklich dafür, dass wir dieses Experiment ausprobieren können und schauen, wie die Leute reagieren, wie die Besucherinnen reagieren. Während sie auf dieses Experiment sich einlassen. Nur auf die Farbe zu schauen oder kommen dann die Beschwerden? Dann können wir natürlich das Konzept anpassen. Ich danke dir für die Idee und für das sagen wir den Anstoß von außen, ein solches Experiment zu wagen und wir freuen uns jetzt glaube ich gemeinsam darauf, wie reagiert wird und wir können darauf reagieren.
Was mich ja noch interessiert, du hast ja eben erzählt, dass du auf das Archivgeiger zugegangen bist mit der Idee einer gemeinsamen Ausstellung. Wie war das denn für dich, aus Hagen eine Anfrage. Ich möchte gern die Geschichte erzählen. Ja da bekomme ich einfach eine E-Mail von einem Ovenlotz aus dem Emil Schumacher Museum in Hagen. Wo ist denn der Hagen?
Und dann denke ich mir, Ja, okay. Er wollte natürlich sehr spontan in drei Tagen kurz vorbeikommen und es war eine sehr, sehr schönes Gespräch und Begegnung und dann bin ich gleich ins Depot gegangen und habe ihm ein paar Werke gezeigt. Wir haben das Glück, dass ein Teil des Depots sich in den Archivräumen befindet und dass man sofort auf diese Werke zurückgreifen kann. Der war Total begeistert und drei Wochen später hing schon das erste Werk in der ersten Durchbruchausstellung in Hagen, also alles sehr, sehr spontan und ja, als da dann die Idee kam natürlich eine Geigerausstellung zu machen, war ich Feuer und Flamme, weil ich ich war natürlich dann noch in Hagen, haben mir dieses tolle Museum angeschaut.
Und war wirklich von den Räumlichkeiten begeistert, auch natürlich mit dem Tageslicht, Oberlicht, was sehr, sehr wichtig ist für die Werke von Ruhrprecht Geiger, weil sie leuchten halt noch Stärke und die Zusammenarbeit war wirklich sehr kollegial auf Augenhöhe Also wirklich Ruven, herzlichen Dank. Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht, Wir haben auch immer sehr viele Sachen spontan entschieden, auch äh Mehrwert an unserer Zusammenarbeit und ich glaube, das sieht man auch in der Ausstellung. Wir hatten ein paar Mehrwerke und haben sie dann doch weggelassen in der Diskussion, haben wir gesagt nehmen wir dieses oder dieses und am Ende ist es doch das Dritte geworden. Manchmal ist es besser etwas wegzulassen, um alles im Ganzen gut zu erzählen.
Ich kann den Dank nur erwidern und ich möchte auch unbedingt Franziska Straubinger erwähnen, die natürlich in deinem Team ganz wichtig ist und es ist, glaube ich, an an mir, dass auch der Dank so erweitert wird, liebe Julia. Ich danke dir für die schöne Kooperation. Ich Ich danke auch Franziska Straubinger, die als Kolleginnen ungemein wichtig war und dieses Projekt immer wieder vorangetrieben hat.
Wir haben hier im Museum bei mir natürlich auch lauter KollegInnen, denen ich danke, das mache ich an einer anderen Stelle, aber Franziska soll einmal erwähnt sein und jetzt schon zum dritten Mal. Es ist ganz wichtig, dass wir das sagen, dass wir diese Ausstellung Hand in Hand gemacht haben, dass wir.
Wunderbar zusammengearbeitet haben. Es ist die dritte Zusammenarbeit nach dieser ersten spontanen Leihgabe haben wir die Paris 55 Ausstellung gemacht und wer konnte ahnen, als ich dich besuchte? Dass ihr dann schon Leihgeber sein würdet, nicht nur für diese spontane Situation, wo ich dachte, Mensch, es würde ein Geiger ganz wunderbar in meine nächste Hängung passen, sondern auch dass dann diese thematische Ausstellung von einer Leihgabe auch wieder aus dem Archiv Geiger abhängen würde und die kam dann natürlich auch ich glaube auch gern gegeben nach Hagen und in dieser Zeit wurde immer klarer, dass wir zu einem größeren Projekt zusammen finden müssen.
Und ich freue mich umso mehr, dass natürlich eine Begleitpublikation einen sehr schönen Katalog erschienen ist zu der Ausstellung, wo man natürlich nur nachempfinden kann, wie die Werke von Ruprecht leuchten. Es ist immer sehr, sehr schwierig, diese Tageslöschfahrpigmenten zu wiedergeben, ihm auch sehr Druckverfahren, aber es ist eine schöne Publikation.
Geworden und nach Ende der Ausstellung kann man natürlich auch noch weiterhin da reinstöbern. Und ich würde auch natürlich jedem empfehlen, in diesem hervorragenden, Katalog noch tiefer in das Leben und Werk und Wirken von Ruprecht Geiger einzusteigen, auch unbedingt, um diese wunderbaren Texte zu lesen und um auch die Zeit nach den siebziger, 80er Jahren noch die kennenzulernen, die wir jetzt hier in Ermangelung der Zeit gar nicht näher durchleuchtet haben, aber weißt du was, Julia, ich komme dich einfach in München, Ja, wunderbar. Du willst herzlich eingeladen. Und dann machen wir einen zweiten Teil. Vielen Dank für eure.