
Ein Bayer und ein Halber – historische Zeitreisen mit Dr. Richard Loibl· Folge 18
Warum ein Vulkan Bayerns Superminister den Job kostete
Donnerstag, 25. Juni 2026 · 45 min
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Shownotes
Was hat ein Vulkanausbruch in Indonesien mit dem (angeblich) wichtigsten bayerischen Politiker aller Zeiten Maximilian von Montgelas zu tun? Mehr, als man meinen möchte. Das sagt jedenfalls Dr. Richard Loibl, Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte. In Folge 18 des History-Podcasts „Ein Bayer und ein Halber“ (/ein-bayer-und-ein-halber) reist er zusammen mit MGB-Redakteur Johannes Munzinger nicht nur durch die Zeit, sondern auch ans andere Ende der Welt, um seine steile These zu erklären.
Es ist der 10. April 1815. Knapp 11.000 Kilometer von München entfernt bricht auf der Insel Sumawa der Vulkan Tambora aus. Es ist die größte Eruption seit Beginn der Geschichtsschreibung. Ein ganzer Berg fliegt in die Luft. 140 Milliarden Tonnen Gestein bläst die Explosion in die Atmosphäre. Es ist der Beginn einer der größten Klimakatastrophen aller Zeiten. Das Jahr darauf geht als das „Jahr ohne Sommer“ in die Weltgeschichte ein.
In München sitzt zu dieser Zeit ein Staatsmann am Steuer, der noch heute ein bayerischer Säulenheiliger ist: Maximilian von Montgelas. Als eine Art Superminister hatte er über Jahrzehnte den bayerischen Staat modernisiert, zentralisiert und gelenkt. Alle Fäden liefen bei ihm zusammen. Aber war er wirklich so super?
Nicht in den Augen von Dr. Richard Loibl. Für ihn ist Montgelas eine der überschätztesten Gestalten der bayerischen Geschichte überhaupt. Im Podcast zeichnen er und Johannes Munzinger dessen Leben nach. Und der Historiker erklärt, warum er fest davon überzeugt ist, dass der Ausbruch des Tambora Montgelas zwar nicht den Kopf, aber zumindest die Karriere gekostet hat. Dabei steigt Dr. Loibls Blutdruck gehörig an, denn es geht auch um ein Thema, das ihn wie kaum ein anderes in Rage versetzt.
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Weil er einem Verein, einem Geheimbund angehört, der also in jüngster Zeit wieder höchst verdächtig zurückgekehrt ist vielleicht. Und vielleicht dem einen oder anderen Zuhörer stellt die Haare auf, wenn er es nur hört, denn der Manchela, der war ein Illuminat. Ja, genau. Ein Bayer und ein Halber. Historische Zeitreisen mit Dr. Richard Läubel.
Ein History-Podcast der Mediengruppe Bayern. Guten Tag, grüß Gott, servus miteinander und HW Deri. Willkommen zurück zu Ein Bayer und Ein Halber. Mit mir, eurem halben Bayern und dem Überbayern Dr. Richard Läubel. Servus, beiden miteinander. Heute geht es aber um einen noch größeren Bayern, nämlich vielleicht den Urvater des Bayern-Landes, wie wir es heute kennen.
Nämlich um Maximilian de Mangella. Aber bevor wir über den reden, reisen wir nicht nur in der Zeit zurück, sondern auch an einen weit entfernten Ort. Wir reisen nämlich ziemlich genau 111 Jahre zurück, aber 11.000 Kilometer entfernt. Es ist der 10. April 1815 in Indonesien und auf einmal reist die Welt.
Da bricht nämlich der Vulkan Tambora aus und macht einen Knall, wie man sie wahrscheinlich in der ganzen Geschichtsschreibung nie gehört hat. Der ist 3.350 Kilometer weit gehört worden. Diese Explosion war so unvorstellbar gigantisch, da sind 140 Milliarden Tonnen Gestein und Schwefel und Anderskreislingszeig in die Atmosphäre geblasen worden.
Und dieser Steinstaub legt sie wie ein Schleier um die ganze Welt. Und wir haben es letztes Mal von Klimaveränderung gehabt und auch das war eine gewaltige Klimaveränderung, denn ein Jahr später erlebt die nördliche Hemisphäre das Jahr ohne Sommer. Und jetzt kommt eine steile These vom Herrn Dr. Läubel, er hat mir nämlich gesagt, dieser Vulkanausbruch, für den er überhaupt nichts kann, der ist schuld dran, dass der Mangelar, der Vater des modernen Bayerns, seinen Job verloren hat.
Und Herr Dr. Läubel, Sie haben halt einen schönen Tag, weil Sie machen ja nichts so gern, wie an Säulien, Säulenheiligen zu sägen. Und dieser hoch angesehene Maximilian von Mangelar, dieser hoch gefeierte Politiker, der vielleicht größte Staatsmann, den Bayern je gesehen hat, Sie mögen ihn nicht. Also der größte Staatsmann Bayern, das ist natürlich auch schon wieder relativ und hängt von der Umgebung so ab.
Aber Spaß beiseite, ich schaue den Anders an, den Moschelau. Weil es ist eine Frage der Definition, was macht einen großen Staatsmann aus, an was denkt der. Der Moschelau war Ideologe, also da geht es bei mir schon einmal los, ich mag keine Ideologen, Pragmatiker, als Staatsmann muss man Pragmatiker sein.
Das ist übrigens der Grund, warum das, für den Vulkanausbruch kann er wirklich nichts. Das ist schon das Einzige. Das ist schon das Einzige, weil für die Bekämpfung der Folgen da hat er massiv versagt dann bei der Geschichte. Aber dazu kommen wir erst, weil wir reisen jetzt erst einmal, wir spulen nochmal zurück.
Es ist das Jahr 1759 und da kommt er in München auf die Welt, der Maximilian, und wo kommt der eigentlich her, was ist das vorne, weil er hat doch einen sehr verdächtigen französischen Nachnamen. Ja, er hat und nicht nur verdächtig, also sein Vater kommt aus Savoyen, der ist dann, das gibt es zu der Zeit auch häufig, dass der Adel halt verzieht, sozusagen im Dienste von Fürsten, der Vater ist nach München gekommen und aus dem Moschelau ist eigentlich ein Bayerischer, ein Bayerischer Jurist geworden, hat in Ingolstadt verabschiedet, studiert. Vorher in Straßburg, da sind wir wieder ganz nah in Frankreich.
Ja, und ist auch, weil sie das sagt, mit dem Frankreich ist Zeitlebens der französischen Kultur sehr verbunden. Und auch der französischen Philosophie und auch der französischen Ideologie. Also er war ein Aufklärer, bekennender, sogar radikaler Aufklärer. Sie sagen, war das was Schlechtes? Nein, ist nichts Schlechtes, aber es hat wie alle Dinge, hat es zwei Seiten.
Es gibt übrigens auch Aufklärer, In der Kirche, das tut man meistens auf Zeiten, es gibt Aufklärer, die gemäßigt sind und es gibt radikale ideologische Aufklärer, da gehört der Moschel auch dazu. Und. Da erreicht er sicherlich mit dem, aber das wollte ich eigentlich noch sagen, das sieht man auch daran, weil er einem Verein, einem Geheimbund angehört, der also in jüngster Zeit wieder höchst verdächtig zurückgekehrt ist vielleicht.
Und vielleicht dem ein oder anderen Zuhörer stellt die Haare auf, wenn er es nur hört, denn der Manchela, der war ein Illuminat. Was heißt jetzt das eigentlich? Ja, Illuminato ist einfach nur ein Erleuchteter, wenn man so will. Erleuchtet halt von der Aufklärung, das ist also ungefähr eine gleiche oder ähnliche sprachliche Wurzel.
Und das zeigt auch schon die Überheblichkeit, sie haben sich halt so als die Super-Elite gesehen, die jetzt was Neues machen, weil auch im staatlichen Bereich. Und die Chance kriegt er, der Manchel auch, weil er der leitende Minister wird von jemandem, der auch mehr Glück wie Verstand gehabt hat. Das war der erste bayerische König, der Max I. Josef, der so in der Erbfolge irgendwie so ganz weit hinten an zwölfter Stelle war und dann stirbt aber die ganze Verwandtschaft mehr oder weniger weg.
Der letzte bayerische Kurfürst Karl Theodor ist kinderlos. Der vorletzte Bayerische Kurvester, Max III. Josef war auch kinderlos. Jetzt kommt er sozusagen aus zwei Brücken. Auch im französischen Grenzraum wieder, ist auch sehr frankophil. Und da kommen jetzt die Widersprüche, ich muss aber vor die Franzosen flüchten, weil der Napoleon heute und überhaupt die französischen Befreiungskriege schnappen sie die linksrheinische Pfalz, die ja zu Bayern gekehrt hat.
Die Pfalz war früher Mannheim, war die Hauptstadt und später ist es ja nur noch Speyer und Ludwigshafen dann zu unserer Zeit und im 20. Jahrhundert. Also die linksrheinische Pfalz wird von den Franzosen besetzt. Der Max-Josef muss weiter, hat aber, da ist es eigentlich schon klar, dass der Amoy Kurvist zumindest von Bayern wird.
Und der Manchelau siebt sich da ganz gut an. Und der Max kann auch brauchen. Und die zwei sind das Duo, das Bayern durch die nächsten 20 Jahre führen wird. Jetzt haben wir das letzte Mal, wie wir über Bayern geredet haben, waren wir in den 1770er-Jahren. Da hat gerade in Mitteleuropa eine furchtbare Hungersnot gewütet.
Wie geht es Bayern jetzt in diese 1780er, 1790er, wo der Mangelar langsam mit Max, dem vierten Josef, von sich reden macht? Also schlecht. Aber das ist immer wieder das Faszinierende an Bayern, dass das Bayern eigentlich immer nur eine relativ kurze Zeit braucht, um wieder in den Tät zu kommen. Das hängt natürlich mit dieser großen Fruchtbarkeit des Landes, vor allen Dingen Niederbayerns zusammen, einer der Kornkammern Europas.
Aber es ist Bayern schon einmal besser gegangen. Und man darf nicht vergessen, wir haben eine Reihe von Kriegen hinter uns gebracht. Der Bayerische Kurfürst Maxi Manuel wollte seinen Sohn zum König von Spanien, machen, beziehungsweise erben lassen. Da sind wir, wie die Verwandtschaftsbeziehungen damals waren, nämlich kompliziert. Ja, kompliziert.
Eigentlich sitzt er dort Habsburger, aber die Habsburger Linie stirbt aus. Und er ist mit der Tochter vom letzten Habsburger verheiratet. Und da gibt es wirklich einen Sohn, und der ist als Erbe auserkoren. Oder hat der Maxi Manuel tatsächlich das Pech, dass der einfach stirbt? Prozitär überhaupt eingebildet. Sonst wäre Spanien halt noch wurscht.
Ja, genau. Dann dachten die, was weiß ich, aus den Maske-Rügen. Sangriert. Sangriert war es Blut. Nicht zu sehr spanisch feindlich werden, Herr Dr. Leube. Und da gibt es einen langen Erbfall gekriegt, spanischen Erbfall gekriegt, bis 1714, wo Bayern auch lange von den Österreichern besetzt wird, die sich nicht sehr anständig aufgeführt haben.
Entschuldigung. Es können sich nichts mehr dafür. Es sind so Sachen passiert, wie die berühmte Sendlinger Mordweihnacht, wo die österreichische Armee gegen alles Völkerrecht die Bauern da abschlachtet. Dann ist eine Zeit lang in Ruhe, dann kommt der nächste Krieg, nämlich 1742 der österreichische Erbfolgekrieg dieses Mal. Entschuldigung.
Nein, also da können Sie jetzt garantiert überhaupt nichts dafür, weil das ist eigentlich ja auch geregelt, der Karl VI. Hat seine Tochter, die Maria Theresia, durch die pragmatische Sanktion zur Nachfolgerin bestimmt, hat alle rundherum bestochen, aber wie er dann gestorben war, war es die Nachbarstaaten sowas von scheißegal, was da vorher zugesagt worden ist und der bayerische Kurfest, der Karl Albert.
Er erklärt Österreich den Krieg und fällt in Böhmen ein und will österreichischer Kaiser werden. Haut aber nicht recht hin, weil die Maria Theresia ist nicht blöd. Und ja, da wird er auch zurückgeschlagen. Und 1777 gibt es dann zu guter Letzt den Bayerischen Erbfolgekrieg, weil der Max III. Josef stirbt.
Und da gibt es dann den Kartoffelkrieg und die Österreicher greifen ein und stehlen uns. was mir jetzt als Niederbayern heute noch körperliche Schmerzen bereitet. Es wird uns das bayerische Innenviertel gestohlen. Entschuldigung. Da wirklich, Entschuldigung, da nehme ich es auch, mit Scherding, Ried und Braunau. Und wenn du jetzt als Niederbayer umfährst, spürst du halt schon auch sozusagen Ängste, bayerische Warnschaft.
1777, gutes Stichwort, als hätten wir es ausgemacht, haben wir aber tatsächlich nicht. Das ist genau das Jahr, wo der junge Maximilian dann einen ersten Posten bekleidet nach seinem Studium, nämlich er wird Bücherzensur und soll aufklärerische Schriften entschärfen, ausgerechnet. Das prägt aber auch Menschen, weil so war der Zeitlebens, der hat sich innerhalb kürzester Zeit in die andere Richtung tragen können. Aber das ist doch genau das Pragmatische, was Sie vorher gefordert haben, oder? Das ist mir jetzt ein bisschen zu.
Er kann es mir nicht recht machen ich gebe es ja zu also er hat ja das will ich ihm gar nicht absprechen, Er hat schon aus diesem Bayern einen relativ modernen Start gemacht. Er hat, Gleichheit vor dem Gesetz eingeführt. Alles der Reihe nach, da müssen wir uns jetzt erst hinarbeiten, Herr Dr. Leube. Achso, wir sind auch schon so weit.
Nein, also er arbeitet jetzt erst einmal zu. Ich möchte jetzt endlich mal zum Ding Kritik kommen. Sie können gleich noch genug schimpfen. Jetzt können Sie gleich 25 Minuten schimpfen. Jetzt machen wir nur ein bisschen locker. Also er arbeitet so. Er muss recht fleißig gewesen sein. Ich glaube, das können nicht einmal Sie bestreiten.
Da arbeitet sie hoch zum engsten Berater von dem Herzog Maximilian Pfalz, zwei Brücken. Und dann, 1796, verfasst er eine wichtige Schrift, nämlich die Ansbacher Memoire. Was ist das? Da ist das Reformprogramm eigentlich festgelegt worden, weil da war klar, dass der Max Neuer Kurfürst wird. Und da schreibt er jetzt auf, wie er den Staat umbauen will.
Und wenn man das genau gelesen hätte, dann hätte man schon gesehen, welches Unreil sich da anbahnt. Gehen wir mal in die Grundzüge, bevor wir das Schimpfen anfangen. Was will dieser Manchelau und was will Max IV. Josef? Also sie wollen beide einen aufgeklärten, modernen Staat, wo man halt die Reste dessen, was man für Mittelalter hält, sozusagen verräumt.
Also diesen stehenden Staat, den großen Einfluss des Adels, übrigens auch den Einfluss der Kommunen. Das ist auch eine der ganz großen Kennzeichen dieser reformischen, dieser marschelauschen Reformen, dass er Zentralist ist bis zum Äußersten und dass alle Entscheidungsgewalt, an München, an den Königshof gezogen wird und die Kommunen eigentlich werden degradiert, zu Ausführern von kurfürstlichen, königlichen Belegen.
Dann löscht er, da bin ich jetzt natürlich als Historiker, da geht es jetzt. Schon massiv an, dann löschen sie die historischen Wurzeln im Grunde aus, weil sie, die alten Regionen, Niederbayern, Oberbayern, Oberpfalz, dann nach den Napoleonischen Kriegen unsere Beute sozusagen, Franken, Schwaben, weil sie das wegnehmen.
Und das wären lauter Kreise, die nach Flüssen benannt werden, Regnitzkreis und Donaukreis und Iserkreis und so weiter. Er. Also da geht er viel zu weit mit den Sachen. Und das Allerschlimmste ist natürlich, aber ich darf jetzt wahrscheinlich auch noch nicht sagen, das Allerschlimmste, was die Herrschaften anrichten.
Es geht um Klöster, es geht um Klöster. So viel sei verraten. Ich darf gerne mal was vorlesen vom Herrn Mangelaar. Und das klingt für mich recht sympathisch, was er da sagt. Nämlich erfordert, gleichmäßige Vertretung, Ausdehnung der wesentlichen Menschenrechte auf alle Klassen der Gesellschaft, gleiche Steuerpflicht ohne irgendeinen Unterschied.
Dies sind die weisen Opfer, die zu bringen, ich nicht aufhöre, Sie, die privilegierten Stände Bayerns, zu ermahnen. Sie sind durch die Gerechtigkeit diktiert und durch die Umstände geboten. Klingt doch pfundig. Ja, ist natürlich, aber das deutet sich auch schon an, dass er halt ein Zentralist ist. Die ganze Kleinstrukturiertheit Bayerns und die Dezentralisierung, das war ja weggemacht. Ich habe aber auch viele Vorteile gehabt, das Ganze.
Und wenn man dann natürlich schaut, also nichts erfüllt der Religionsfreiheit ein und so weiter, dass jeder für den Militärdienst verpflichtet ist. Und da geht es aber dann schon an, wenn man sich die Realität anschaut, die Realität hat so ausgeschaut, dass da brutale Musterungskommissionen durchs Land gezogen sind.
Und wenn es jetzt du aber reicher Bäcker oder Metzger warst und den man entsprechend das Backschisch hingeschoben hat, dann hat der Musterungskommissar deinen Buben sozusagen auf die Seite getan, dann ist doch der dritte Bauer nicht von links hinten gekommen. Wie bei Orwells Animal Farm, manche Tiere waren schon damals gleicher als andere.
So ist es. Alle waren gleich, aber manche ein bisschen gleicher. Und dann bei der Religionsfreiheit. Bei den Juden, wenn man sich das anschaut, was da Artenbestehen, die da sind, die sind natürlich zutiefst und massiv von einer Art Geheimpolizei da beobachtet worden und auch eingeengt worden. Also ein Niederlassungsrecht hast du nur gekriegt als junger Jude, wenn vorher ein anderer verstorben ist und das Niederlagsrecht aufgegeben hat.
Also es lässt sich in der Theorie alles sehr gut. Auch bei den Verfassungen übrigens. Wir haben ja tatsächlich. 1808 und dann 1818 zwei vergleichsweise liberale Fassungen. Wenn man es jetzt mit Österreich vergleicht, das braucht noch zwei Generationen, um überhaupt etwas herzubringen, was sich so ein bisschen Verfassung schimpfen kann. Preußen übrigens das Gleiche.
Also das kann man ihm natürlich zugutehalten. Aber immer wenn man sie eingräbt und die Details anschaut, dann wird es schwierig. Sie haben schon angedeutet, er war kein Freund der Verwaltung und wie das Land regiert worden ist. Eines seiner berühmtesten Aussprüche ist ja... Der sicherste Beweis dafür, dass Bayern das irdische Paradies Deutschlands ist, liegt in der Tatsache, dass diese Provinz bisher imstande gewesen ist, eine Regierung zu ertragen, die allgemein als die schlechteste aller Regierungen Europas anerkannt ist.
Ehrlich, hat das zum Beispiel auch gesagt. Anscheinend, ja. Ich kenne es nämlich, als Zitat von einem Gesandten von Napoleon. Dann ist es zumindest ähnlich von der Aussage. Man könnte sagen, ein Spion Napoleon, den hat er hergeschickt, wie er Bundesgenossen sucht. Das glauben wir im Zweifel einmal lieber Ihnen als mir. Also liebe Zuhörer, im Zweifel glauben Sie am Dr. Lohr. Nein, ich muss einmal nachprüfen.
Wir führen jetzt einmal einen Faktencheck ein. Ja, da holt man uns so einen Buchhalter ein. Aber da steht es ähnlich drin, bei diesem französischen Gesandten. Der schreit nämlich auch, das Bayern ist ein irdisches Paradies, aber regiert von Idioten. 1799, drei Jahre nach diesen Memoiren, Karl Theodor gibt dann Löffel ab und Max IV. Josef zieht einen München und mit ihm Mangelat als graue Eminenz Bayerns quasi.
Die legen aber ganz schön los. Also nicht nur graue Eminenz, das ist wirklich der leitende Minister. Superminister trifft es besser, stimmt, der dann auch drei oder vier oder fünf Ministerien auf sich vereinigt, der eigentlich der einzige Minister ist. Nachdem er die Ministerien überhaupt erst gegründet hat. Ja, teilweise. Also es hat schon so eine Art Ministerien, hat es vorher schon gegeben, also dürfen wir die Vorzeit auch nicht so schlecht machen.
Er hat halt dann einen relativ modernen Zuschnitt da eingeführt. Er führt dann auch eine Reform des Beamtentums durch, die aber auch irgendwo stehen bleibt. Also das eigentliche bayerische Beamtentum, wir fühlen uns ja zurück eigentlich auf Max II. Josef 1848, weil da geregelt worden ist, was für einen Beamten entscheidend ist, nämlich...
Die Pension. Na natürlich. Und Arbeitszeitverkürzung wahrscheinlich. Nur die Pension. Ja, also da ist schon was los, das Ganze. Er hat massiven Trunk natürlich aus Frankreich. Und das ist vielleicht mit dem Max, mit dem König, sein größtes Verdienst. Max lässt man manchmal so hinten runterfallen, also ein König, ein Max I., wobei der nicht blöd war.
Die zwei miteinander bringen Sieg genau zum exakten Zeitpunkt, von der Seite Österreichs auf die Seite Napoleons überzuwechseln und dann später, wie der Zenit Napoleons gesunken ist, exakt zum richtigen Zeitpunkt, ein paar Wochen vor der Völkerschlacht von Leipzig, von der Seite Napoleons, auf die Seite Österreichs wieder zurückzugehen.
Absoluter Pragmatiker, ich sag's ja. Ja, also das waren wirklich gute Manöver. Wenn man sich das jetzt auch wieder im Detail anschaut, wer das Ganze, also es geht auch um das Resultat dieser Politik, dass Bayern tatsächlich um ein Drittel vergrößert ist. Also die Franken und Schwaben bleiben uns aus dieser napoleonischen Zeit, wobei es da ganz böse Bayern natürlich gibt, wo wir jetzt ausdrücklich distanzieren, davon, die sagen, wie blöd kann man denn sein, Tirol verlieren und Franken peuten.
Da halte ich mich als Österreich jetzt raus, das sind innerbayerische Querellen. Es gibt den österreichischen Spruch, gibt es übrigens auch, Der ist wirklich jetzt gleich wieder Slowenien nach Kärntenpoeten und Slowenien verlieren oder so. Ich darf gerne nur ein Skandaldatum Ihnen nennen und gerne wissen, was Sie da verhalten.
Es ist nämlich der 30. Juli 1801 in München und da passiert etwas Ungeheuerliches, nämlich Johann Balthasar Michel, der als Wein- und Pferdehändler kriegt in München das Bürgerrecht. Ja, was ist jetzt daran so schlimm? Ja, der Schlimme ist, der war Protestant. Da ist natürlich ein Verdienst dieser Zeit, dass man die Religionsfreiheit, wie bei dem Fall der Juden auch schon geschildert, dass man das eingeführt hat, die haben das Bürgerrecht und was die Protestanten betrifft, sind die wirklich frei und, gleichberechtigt, weil die Juden halt unter den genannten Prämissen vielleicht teilweise.
Auch da gibt es nichts dagegen zu sagen. Das wird dann auch in den Verfassungen bezeichnet. Dann garantiert und festgelegt. Und überhaupt sind diese Verfassungen natürlich auch eine bayerische Besonderheit. In Bayern schwören die Könige als Einzige in Europa, schwören auf die Verfassung und lassen sich nicht krönen. Das gibt es nur in Bayern.
Und das kommt nicht daher, weil dieser kunterbunte Staat da zustande gekommen ist, den ich mir irgendwie zeigen muss, sie gehören alle dazu und das verbindende Element ist die Verfassung. Da bin ich noch ganz auf der Seite, vielleicht nicht Moschelas, aber auf der Seite des Königs. Und jetzt kommt was, nehmen Sie bitte Ihre Blutdruckmedikamente ein und auch, liebe ehemaligen Gymnasiasten, weil jetzt kommt der bekannteste, sperrigste Begriff der deutschen Sprache überhaupt, 1803, der Reichsdeputationshauptschluss.
Wer kennt ihn nicht? Jeder kennt den Begriff, aber was war jetzt das eigentlich? Also da sind wir jetzt schon mitten in den napoleonischen bzw. In den französischen Befreiungskriegen. Besetzung der linksrheinischen Gebiete, haben wir ja schon gesagt. Und jetzt wird der Friede vermittelt und der Ausgleich. Und als Ausgleich wird den Staaten, die Gebiete links des Rheins verloren haben, wird gestattet, ihre Hochstifte und Klöster zu säkularisieren und aufzuheben.
Und das ist Ihr Lieblingsschimpfwort, die Säkularisation. Ich merke schon, wie es eine Farbgrün. Also die Säkularisation ist wirklich ein ganz verheerendes Kapitel in der bayerischen Geschichte. Und da muss man jetzt auch wieder sagen, wo man eigentlich Toleranz gut brauchen hätte können. Und das haben sich natürlich, die Aufklärer ja immer, auf ihre Fahnen geschrieben.
Aber da ist jetzt die Ideologie durchgebrochen, das war der Erbfeind. Und jetzt hat man die Chance gekriegt, mit diesem Mönchsgesindel in Diktion der Aufklärung da sauber aufzuräumen. Da gibt es in Wien den schönen Spruch, was ist der Unterschied von Wien vor und nach der Säkularisation? In Wien hat es vor der Säkularisation 20.000 müßigehende Mönche gegeben. Vielen Dank.
Und nach der Säkularisation 100.000 müssigehende Soldaten. Sie haben ja schon einmal gesagt, das war auch verheerend für die Bildung in der breiten Fläche in Bayern. Warum? Weil die Klöster gestanden sind für Bildung in den ländlichen Räumen. Die haben Schulden unterhalten. Die sind gestanden für Sozialwesen in den ländlichen Räumen, haben krankenhausähnliche Institutionen unterhalten, haben die Rolle von Banken übernommen, weil halt ihre grunduntertanen Kredite gehabt haben.
Schönes Beispiel in Niederallteich, wenn am Grundholten sein Bauernhof abbrennt ist, hat das Kloster kostenlos das Bauholz zur Verfügung gestellt, um den wieder aufzubauen und hat nach 10 Jahren steuerfrei, abgabenfrei gestellt. Und wenn sozusagen, wenn man zum Beispiel gesehen hat in der Grundherrschaft auch, da sind jetzt ein bisschen zu viele Buben da, die die kommen in die Bauern, helfen nicht unter, hat das Kloster gesagt, na gut, da lassen wir jetzt einmal 150 auf unsere Kosten zur Handwerker ausbilden.
Also es waren halt wirklich so große Unternehmen, da kann man es ein bisschen vergleichen, wie später die großen Spinnereien und Wehvereien, die einfach für ehrende Leute gesorgt haben, die ja eigentlich. Sozialreformen lang vor dem Bismarck da schon durchgeführt haben. Und diese Wirtschaftseinheiten sind da einfach blind, ohne Nachdenken zerschlagen worden.
Und da ist ja, nur damit man das sieht, also aus dem Eck, wo ich herstammte, ich bin ja ein Niederalltag, ein Klosterschüler, von daher bin ich da natürlich... Schwer befangen. Schwer befangen und befangen bin ich eigentlich nicht, aber emotional bewegt, weil das Niederalltag das hat man in der Geschichte wirklich nicht auf dem Bildschirm ich sage da immer nur zwei Zahlen damit man das ermessen kann der Nationalpark Bayerischer Wald hat bei seiner Gründung 1971, eine Fläche gehabt von 12.000 Hektar, Nur der Waldbesitz des Klosters Niederallteich hat um fast vor 1803 14.000 Hektar.
Das hat alles sich der Bayerische Staat unter den Nagel gerissen. Wir haben jetzt in der Musikausstellung in Freyung ein ganz tolles Beispiel, dass man sieht, was waren das für Idioten. Da haben sie aus Benedikt-Bohren die Glocke ausgerissen. Dann haben sie aber die Glocke gar nicht verscherbeln können.
Und dann hat die ganze Ortschaft zusammengezahlt und dann haben ganz einfache Knechte und Mägde, haben der Burg Kreuzer, was soll der übrigen haben können. Da an den bayerischen Staat bezahlt, dass sie die Glocken wieder gekriegt haben. Und also 100.000 Gulden kann man da nachweisen, sind da wieder einer gekommen für den Glockenverkauf. 100.000 Gulden, jetzt bauen sie auf.
Wenn man das vergleicht, wieder mit einer Zahl, der letzte Abt des Klosters Niederallteich, Gubitz hat er geheißen, hat als einziger die höchste Pension gekriegt des Staates, die ausgeschrieben war für ehemalige Kloster, nämlich 120.000 Gulen im Jahr. Also da sind wir die ganzen Relationen in alles zusammen.
Wirtschaftlich gesehen war diese Säkularisation ein völliges Desaster, weil, dümmste, was man eigentlich anrichtet, noch mal ein Beispiel, es bleibt natürlich, also das ist ein völliges Überangebot am Markt, da wird das Grund aussiegespüßen, kauft irgendwann. Das muss man sich vorstellen, auf einmal sind 300 Klöster und Bierbesitztümer auf dem Markt, ja wer soll das alles kaufen?
Ja genau, wer soll das alles kaufen? Und was heißt das, man verscherbelt es? Man verscherbelt es oder es bleibt liegen und da hat es den Fall gegeben, gerade in Niederbayern, sehr virulent, dass man dann, dann haben die Beamten gesagt, ja es ist ein Zaubleib, wenn das alles liegen bleibt und fragen wir halt einmal die örtlichen Größen, sprich die Bäcker, Metzger und Wirth, ob die da nichts anfangen können, haben gesagt, ja, können wir schon übernehmen, die ganze Chance.
Und dann haben die das an nachgeborene Bauers- und Handwerkersöhne verscherbelt, aber die haben viel zu kleine Grundstücke gemacht, weil die das mehrer See eingekassiert haben. Und das führt dann dazu, dass in Niederbayern zum Beispiel die größte Räuberbande Süddeutschlands, die ist in Niederbayern unterwegs, hat über 100 Mitglieder, Weil die können von dem nicht leben, was die Hilfe da herbringen.
Ich muss sie jetzt bremsen, weil ich merke, Sie könnten nur stundenlang über die Säkularisation schimpfen, aber wir müssen ja nur über den Zwillingsbegriff der Säkularisation reden, denn das Wort kommt ja nie allein, es geht danach immer um die Mediatisierung. Und immerhin, die Reichsstädte kommen zu Bayern und Bayern dehnt sich ja massiv aus und es wird ja richtig drum standen, drum Land.
Also ein Drittel, das dazukommt quasi, mit den Reichstädten, wenn man es jetzt wirtschaftlich wieder betrachtet, kommen natürlich in erster Linie riesige Schuldenberge, das ist das, was man mit Nürnberg nicht sagen darf, da gibt es dann echt Ärger, aber es ist leider wahr, aus Nürnberger Sicht leider wahr, dass da ein gewaltiger Schuldenberg da war, den natürlich der Freistaat Bayern, also damals das Königreich Bayern, das haben wir natürlich übernommen und bezahlt haben.
Bei der Mediatisierung, das kann man aber ganz ähnlich sehen wie die Säkularisation, Mediatisierung ist quasi der fürstliche Besitz, der Fürstbischöfe und der Adelsherrschaft, wobei er sich am Adel aber letztlich nicht ratraut, weil das kommt erst 1848 mit den Reformen, die der Max II. Dann da durchführt und das kann man, wenn man sich das wieder im Detail anschaut, da gibt es mittlerweile gute Untersuchungen, Da sieht man, dass die Bauern diese Chance, sich freizukaufen, überhaupt nicht genutzt haben. Weil ich sage, was soll denn das? Was heißt das Freiheit? Wie?
Was bringt mir das? Was ist da der monetäre Ertrag? Ja, nichts war er. Weil es so schlecht eben nicht war, wie man da tut. Also insgesamt, wenn man das anschaut, ist dadurch ein wahnsinniges Überangebot geschaffen worden. Und man hat das Land sozusagen, was Kultureinrichtungen, Sozialeinrichtungen betrifft, völlig entvölkert, deswegen nochmal.
Und was Kultur betrifft, das kann man sich jetzt anschauen in Freyung auch gerade, wenn der Mozart, sagen wir mal, von Wien nach Regensburg gefahren ist. Dann ist er auf der Donau gefahren und der Mozart hat alle 40 Kilometer circa, hat die Station machen können und hat seine Werke, eines seiner Werke, aufführen können. Der ist aber nur allein gereist.
Warum ist das gegangen? Weil alle Kirchen und die Bischofskirchen sowieso, weil die Orchester und Chöre gehabt haben. Und deswegen ist der Mozart da hingegangen, hat er eine Notenbladel hingeschmissen. Und die haben es drauf gehabt. Ja, und dann ist ein wenig geübt und dann haben die das gespielt. Und da sieht man diesen gewaltigen kulturellen Reichtum, der in der Breite da war. Und jetzt kommen wir wieder zum Punkt Zentralisierung.
Das Land ist sozusagen ausgeraubt worden und der Ertrag, der viel geringer war, wie man gemeint hat, Beispiel Pensionen und so, hat er zahlen müssen. Der Ertrag ist in die Stadt München und in die Einrichtungen des Staates investiert worden. Und natürlich noch dazu, wenn man die Zeit vorher schaut, in militärische Ausgaben, weil man ja Napoleon für jeden Feldzug 30.000 Mann stellen musste.
Im Gegenzug, weil man ja clever mit Frankreich angebandelt hat, Januar 1806 hat der Max IV. Josef plötzlich einen neuen Namen. Er heißt nicht mehr Max IV. Josef, sondern König Maximilian. Der Erste. Wie geht es dann weiter? Was macht jetzt dieser erste Mann im Staat, Mr. Mangella, die nächsten zehn Jahre?
Ja, sie reformieren unter Weidem, also meinen sie, dass das Reformen sind. Wie gesagt, es kommt sowas, es werden die regionalen historischen Bezüge ausgerottet. Schönes Beispiel sind da diese Flusskreise anstelle von den historischen Bezeichnungen in Franken, Mainfranken, Schwaben, was halt da so üblich ist, Niederbayern.
Und die Kommunen werden wirklich degradiert und nicht machte. Das ist das Nächste, wo man also sagt, das ist alles, wird alles zentralisiert dann da. Da ist ja sehr darüber gelobt worden, dass er es geschafft hat, dieses zentrale System überhaupt auszubauen. Jetzt können wir schon langsam überlenken zum Tambora.
Weil der Tambora ist die Probe aufs Exempel, ob das hinkaut hat oder nicht. Denn, also wir haben es schon gesagt, 1815 fliegt ein Berg in die Luft und zwar ein gescheiter Berg. Also der war vorher 4.300 Meter hoch, danach bloß noch 2.800 Meter ungefähr. Und wie gesagt, eine Hülle legt sich um die Atmosphäre und das Jahr ohne Sommer folgt.
Und es folgt wieder das, was wir in der kleinen Eiszeit gehabt haben, nur kürzer, aber dafür verstärkt. Nämlich die schlimmste Hungersnot des 19. Jahrhunderts, brutale Niederschläge. Schnee im August im Inntal. In Altötting hat es so brutal gehagelt, dass die Rinde vor die Baum geschlagen hat. Und die Welt hungert. Was kann jetzt der Moschela dafür?
Beziehungsweise, was hätte er jetzt dem besser machen sollen? Also erstens einmal ist die Vorratshaltung, die man im Kurfestentum noch gemacht hat, aufgegeben worden. Übrigens eine schöne Parallele in die Jetztzeit. Ich kann mich noch gut erinnern, wie man in Augsburg. In die Luftschutzbunker unter die Parkhäuser, wie man da die Masken und so weiter ausgeräumt hat und für das Textilmuseum gesichert hat, weil man gesagt hat, brauchen wir jetzt nicht mehr, der Krieg ist vorbei.
Also fällt mir jetzt rein bei der Gelegenheit. Also diese Vorratshaltung ist aufgegeben worden und, dann hat der Manchel auch massiv natürlich oder völlig unterschätzt, welche Auswirkungen diese Katastrophen haben, weil überall hat man schon gesagt, oh, da müssen wir uns jetzt bevorraten, das ist jetzt nicht so schnell vorbei.
Wie die ersten Ernten ausgefallen sind. Ja, genau. Und da hätte es Möglichkeiten gegeben, das ist ja später auch genutzt worden, dass du zum Beispiel aus Österreich, das war nicht so arg betroffen in manchen Regionen, oder auch aus der Schweiz und weiteres Süddeutschland, hättest du da Getreide, holen können, hat es Vorräte gegeben. Dann machen wir nicht.
Warum nicht? Ja, weil er nicht wollte und weil er Geizkragen war. Und auch kein vorausschauender Minister, weil es ihn nicht interessiert hat. Da sind wir eigentlich beim Punkt. Den hat es ein moderner Staat interessiert, aber die Leute, die da drin gewohnt haben, sind ja am sonstigen vorbeigegangen. Das ist der Moschel.
Dann, wie es gar nicht mehr anders geht, wie auch der König sagt, spinnst du ein wenig, du würdest schon langsam in die Gänge gehen, wird das Finanzministerium beauftragt, also da muss ich schon lachen, das Finanzministerium wird beauftragt, Getreidevorräte in Russland und in Holland aufzukaufen. Ja, dann haben die Munter aufgekauft dann und dann sind die Hälfte von den Wegstrecken.
Zurück gewesen und dann haben sie festgestellt, hoppala, das ist jetzt auf einmal verbilligert, das Ganze. Und das kann ja nur heißen, dass die Krise vorbei ist. Und dann haben sie es verkauft zum halben Preis. Dann waren sie wieder daheim, dann war die Krise aber nicht vorbei. Und tausende Tote. Nach dem Motto, der Freistaat Bayern, also ist dann das Königreich Bayern und unser glorreiches Finanzministerium lernt aus Fehlern ja Pfiffkass.
Dann das Jahr drauf, weil also das zieht sich ja länger als das 1816, aber, 1816 ist das Schlimmste und 18 sind wir aber noch lange nicht am Normalzustand Aber es normalisiert sich ein bisschen mehr, Aber wer es nicht überlebt, zumindest politisch, ist ja dann der Maximilian von Moschela und in der Geschichtsschreibung wird das immer dargestellt, er sei dann ja 1817 einer ganz miesen Intrige zum Opfer gefallen und, diese Emporkümmlinge haben es gar nicht erwarten können, dass sie endlich absageln.
Jetzt bin ich aber mit meiner Story noch nicht fertig, da gehört jetzt nämlich noch das Ohne dazu, dass die tatsächlich dann 1817 ist dann wieder das Finanzministerium beauftragt worden, im Ausland Getreide aufzukaufen. Diesmal war, wenn ich mich richtig erinnere, Österreich dran, dann Dürfen Sie jetzt drei Minuten, was passiert ist.
Sie haben die Vorrichte aufgekauft in Österreich, haben sie auf den Rückweg begeben, was war? Preis ist wieder gefallen. Preis ist wieder gefallen. Und? Verscherbelt. Also wie blöd kann man denn sein, oder? Also so ein Fehler zweimal zu machen. Und da ist dann jetzt wirklich in vielen zu blöd geworden, ein König, der hat natürlich den Moschel auch eng verbunden, war über fast 20 Jahre gemeinsame und aus ihrer Sicht für den Start nicht erfolglosen Jahren, sondern eigentlich erfolgreichen Jahren, waren die zwei natürlich verbunden.
Sie waren sehr verbunden durch die gleiche Zuneigung zu Frankreich. Und da hat aber dann sogar der Max I. gesagt, es reicht aber. Und natürlich hat es das, was sie auch schildern, die Intriganten im Hintergrund auch gegeben. Aber sind es wirklich Intriganten? Da hat ja der spätere König Ludwig I. dazugehört, der den Moschel auch sowas von dick gehabt hat. Ich glaube, der Ludwig I. hat einen noch dicker gehabt als ich.
Weil der nur Franzosenhasser war. Ausgewiesen. Das war seiner ganzen Philosophie völlig zuwider, dass da einer ist, der alle historischen Bezüge da aufbricht. Weil der Ludwig kapiert hat, dass Identität ganz was Wichtiges ist. Und der Moschelau hat einfach diese Identität ausgelöscht, weil er halt lauter Bayern als Staatsbürger wollte. Und der Ludwig, der Erste, hat gesagt, mir völlig wurscht.
Und unter welcher Fassort, dass sie selig werden. Sie sollen Franken bleiben und Bayern halt ein wenig wehren. Aber wie das Ganze abläuft, ist mir wurscht. Sie sollen ja nicht Wurzeln bewahren. Und der Ludwig I. ist dann natürlich, der kommt ja 1825 zur Regierung und erkennt natürlich Hubsala im Land draußen. Das schaut voll scheiße aus, weil die ganzen Klöster nicht mehr da sind.
Und jetzt sieht man, welcher großer Fehler da gemacht worden ist. Weil was tut der Ludwig I., gründ gleich mal 100 Klöster wieder neu. So, Herr Dr. Räubel, jetzt schnafen Sie mal durch, jetzt kommen Sie mal ein bisschen ab. Der böse Mann ist jetzt weg, er ist jetzt abgesägt worden. Und ich würde mich jetzt gerne konfrontieren mit einem Urteil, das seine eigene Frau, die Ernestine, über den Manchelau abgeben hat.
Die hat nämlich mal gesagt, ich übersetze es mal auf gut bayerisch, nämlich, als Außenminister kannst du dir gar keinen besseren vorstellen. Als Innenminister hat er schon gepasst und als Finanzminister gehört er eigentlich aufgehängt. Eine sehr intelligente Frau kann er mich fast hundertprozentig anschließen.
Was ich da sagen wollte, Herr Munzinger, wenn man, weil ich ja, wie Sie mittlerweile ja schon merken, sehr austriophil bin, manche werden ja sagen, man hat es eigentlich nicht besser gewusst mit der Säkularisation. Das haben ja alle so gemacht. Da muss ich sagen, nein, es haben nicht alle so gemacht.
Es hat in Österreich auch einen Aufklärer gegeben als Kaiser, das war der Josef II. Und der Josef II. hat schon in den 1770er Jahren säkularisiert und hat aber nur die Klöster aufgehoben, die quasi nicht lebensfähig waren und die sich auch nicht, an der Allgemeinheit beteiligt haben, sondern reine Bettklöster waren.
Und diese großen, sinnvollen Wirtschaftseinheiten, wie zum Beispiel, wenn man die Donau runterfährt und fährt auf das Melkzuh, da sieht man, Hopsala, was ist denn jetzt das? Diese Dinge hat der Josef II. stehen lassen. Aber er wird ja bis heute in den Himmel gelobt. Also ich erinnere mich noch an Edmund Stoiber zum Beispiel oder überhaupt die bayerische Staatsregierung seit jeher.
Also der Monschela, der ist ja der Heiligtum. Also der Monschela ist tatsächlich so eine Stoiber-Geschichte. Da ist er besonders hochgegeben. Hängt auch ein bisschen damit zusammen mit der bayerischen Landesgeschichte. Der Eberhard Weiß hat seinen ersten Band. Schon da kommt eine große Biografie über Monschela.
Aber der Stoiber und vor allen Dingen der Finanzminister Valtelhauser, die waren ja auch die Hauptakteure bei dem komischen Denkmal, das ist da beim. Bayerischen Hof da aber anders steht, für die war er auch das große Vorbild weil sie das Bayern in ihrer Zeit reformieren wollten und auf das moderne Bayern quasi noch mal was draufsetzen, wollten, interessanterweise finde ich, ist wie bei Moschel auch, war in manchen Teilen durchaus erfolgreich.
Bei einer der größten Reformen war es aber auch ein totaler Reinfall, den man eigentlich wieder zurücknehmen hat müssen, nämlich beim berühmten. G8, wo eigentlich alle Kulturpolitiker schon gesagt haben, ja, Leute, los das halt. Die sollen halt das ein bisschen langsamer angelassen, die ganze Geschichte ist eh schon Stress nur und sollen da ein wenig Zeit haben, dass sie sich entscheiden.
Nein, es hat dieses Jahr auch gegeben müssen und ist krachend gescheitert. Was bleibt übrig von der Zeit von Manchela, außer dass Sie immer einen Herzkarschball kriegen, wenn man seinen Namen sagt? Immer glaube ich nicht, weil mehr als Sie im Herzkarschball kannst du nicht erlauben, glaube ich. Mei, was bleibt übrig? Man muss halt die Fortsetzung sehen. Es ist insofern dieses moderne Bayern geschaffen worden, wenn man den territorialen Bestand sieht.
Es ist um. Dieses Bayern ist nordorientiert worden, das geht letztlich auch schon auf diese Zeit zurück, dann ganz massiv auf Ludwig I. Und hat damit seine alte Ausrichtung, die ja entsprechend der wichtigsten Raumachse der Donau, vor allen Dingen eine Ost-Ausrichtung in Richtung Österreich war. Diese alte Ost-West-Ausrichtung ist zerstört worden.
Und von daher ist alles konsequent, wie das dann weitergeht, dass Bayern in das Deutsche Reich einmündet, in das Preußen-dominierte, militaristische Preußische Reich. Auch Österreich orientiert sich um. Übrigens, die neue große, wichtige Handelsroute ist nicht mehr die Donau in Österreich, sondern ist die Verbindung Prag-Krakau-Triest.
Was bedeutet das für das alte Zentrum des Reiches? Das ist sozusagen das Mittel, das große, traditionsreiche Mittelgebirge an der Donau entlang, das von Regensburg bis vor Wien reicht. Das Innenviertel kann man dann auch dazunehmen, man kann Südmeeren dazunehmen, man kann Südböhmen dazunehmen. Dieser politisch.
Engstensverbundene Raum rückt, wird Randgebiet. Und alles, was danach kommt mit eiserner Vorhang und so, ich will jetzt nicht sagen, dass der Moschela am eisernen Vorhang kommt, aber, diese Entwicklung geht halt einfach in diese Richtung, dass sie dieser alte zusammengehörige Raum im Grunde aufteilt.
Bayern ist nordorientiert, Österreich ist ost- und südorientiert und das tut jetzt sozusagen einem begeisterten Europäer und auch Weitler wie mir, tut das weh und deswegen kann ich nie ein Freund von Moschelau werden. Das heißt, Sie sind fast ein bisschen froh, dass den Tambourat zerrissen hat? Nein, auch wieder nicht so weit gegangen.
Ja, liebe Leute, lieber Dr. Läubel, der Spuk hat ein Ende. Mir steckt mein Dr. Läubel jetzt ins Sauerstoffzelt und dass er wieder ein bisschen runterkommt. Und ja, vielleicht ist er nächste Woche dann wieder, als nächstes Monat wieder ein bisschen milder gestimmt. Schauen wir mal, da reden wir vielleicht über was Seichtes, irgendwas, wo Sie sich ruhig bleiben können. Ja, wird sich was finden dann.
Herr Dr. Läubel, vielen Dank, dass Sie da waren, dass sie mit mir über ihren Lieblingsfeind und über ihr Lieblingshaussbild Mangelar und Säkularisation einmal ausführlich gerät und geschimpft haben. Liebe Zuhörer, bei euch bedanke ich mich für die Aufmerksamkeit. Bleibt uns gewogen und bis zum nächsten Mal. Auf Wiedersehen.
Wenn ihr die nächste Folge nicht verpassen wollt, dann lasst gerne ein Abo da. Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Lob? Dann schreibt uns gerne an podcast.mgbayern.de oder hinterlasst uns eine Bewertung. Ein Bayer und ein halber historische Zeitreisen mit Dr. Richard Läubel ist ein History-Podcast der Mediengruppe Bayern.
Host und Recherche Johannes Munzinger und Dr. Richard Läubel. Konzept Dr. Richard Läubel, Johannes Munzinger und Martin Wanninger. Redaktion Johannes Munzinger. Produktion Anja Kurz. Sprecherin Katharina Czava. Mit Musik von ScoreSquad über Soundtaxi. Besonderer Dank an Walter Berndl.