
14. Kopfchaos, kaputte Beziehungen, leeres Gebet – was dir wirklich hilft (Dirk Egger CRV)
Mittwoch, 15. April 2026 · 1 h 42
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Shownotes
Hr. Dirk Egger CRV ist Ordensmann, Priester, Novizenmeister, Speaker, Lobpreisleiter und hat als Coach und geistlicher Begleiter schon unzählige Gespräche mit jungen Leuten geführt. In der heutigen Folge geht es u.a. darum, warum dich Menschen immer wieder triggern, wie du Konflikte besser lösen kannst und wie dein Gebet wieder lebendig wird!
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TIMESTAMPS
Vorspann
Einfach herrlich, dass Du da bist, Hr. Dirk!
Er ist kein Mönch!
Beichte hören und Frontflips
Warum er unauthentisch sein hasst
Innere Reife und geistliche Begleitung
Was jeden jungen Menschen umtreibt
Der Gamechanger für deine Konflikte
Mein Bruder treibt mich in den Wahnsinn
Tipps für gesunde Konflikte
Wie geht eigentlich Beten?
Hr. Dirk – einfach herrlich, dass Du da warst!
Ton: Joachim Zeuner
Schnitt: Theresa Haas
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Nicht lang denken, einfach springen und dann ist mir eingefallen, wenn ich jetzt gerade runterspringen würde, könnte es sein, dass es mir den Habit hochzieht und dann sieht jeder meine kurzen Hosen und deswegen war das dann der Front Flip. Beichte hören und Front Flips. Aber mir ist aufgefallen, Splitter und balke, es ist dasselbe Material. Also es geht vielleicht ums gleiche Thema. Zum Beispiel geht es oft um Personen also, die quasi das Problem sind, aber andere haben mit der Person gar kein Problem. Aha, und dann wird es spannend, wo ich sage, warum trifft dich das eigentlich so.
Das Schlimme war, ich habe mir so das Gebet versaut, weil ich schon beim Kreuzzeichen schlechtes Gewissen hatte, weil ich gewusst habe, ich schaffe das eh alles nicht mein liebstes Learning ist, du darfst Fehler machen, ich liebe das was. Hast du für Erlebnisse? Was hast du für Gespräche schon geführt? Du hast wahrscheinlich schon alles gesehen, oder? Herr Dirk, einfach herrlich, dass du heute bei mir im Podcast bist.
Ja Hallo, freut mich. Schön, dass du da bist. Wir sind hier in der Homebase in Passau. Das hier ist das Studio, dass ich mir extra aufgebaut hab für hier, ich bin ja eigentlich in Passau und freu mich so sehr. Kleiner Shoutout an die Homebase, die machen richtig richtig coole Arbeit mit Jüngerschaft und Heimatschaften und sogar obdachlosenarbeit, das ist richtig stark und ich darf hier einen der Räume nutzen. Und das freut mich riesig, weil voll praktisch und richtig, richtig cool geworden.
Also bin schon gespannt, wen ich alles noch vor der Kamera hier haben darf, kommen ja immer mal wieder auch super spannende Leute aus der für die Jüngerschaftsschule her sehr praktisch und du bist jetzt auch die ganze Woche da, hast schon über das Thema Heiliger Geist gelehrt, richtig cool und die J 9 Studien haben schon ein cooles Feedback gegeben und jetzt sitzen wir hier beim Podcast und können über andere Themen auch noch quatschen, richtig cool. Du, was ich immer faszinierend finde, du bist ja Augustiner chorherr, du kommst aus paaring ich hab mal gegoogelt, wo das überhaupt ist.
Weil aber du sagst immer, dass du kein Mönch bist, aber du schaust irgendwie aus wie einer. Was hat es damit auf sich? Genau, die Mönche haben ne andere Tradition vom Ursprung her. Da gibt es das Wort des Monarchos, der einzelne, und die haben sich entwickelt aus den Eremiten, die ganz alleine gelebt haben.
Und aus praktischen Gründen haben die sich zusammengefunden, haben dann Klösterlich zusammengelebt. Wir leben auch Klösterlich zusammen, aber unser Ursprung ist vom heiligen Augustinus, deswegen Augustiner Chorherrn der Priester und dann eben Bischof geworden ist. Von Hippo in Nordafrika und der aber nicht alleine leben wollt, also nicht wie ein Pfarrer alleine oder wie ein Bischof alleine in seinem Bischof sitzt, sondern der wollte mit seinen Freunden, die sich mit ihm bekehrt haben und so weiter gemeinschaftlich zusammenleben. Als Priester in Gemeinschaft.
Und das ist eigentlich der Ursprung, weil Priester ist nicht der Mönch, der alleine ist, sondern der Seelsorge macht nach außen, und das ist quasi der Unterschied und die Mönche, da war es eigentlich immer so, dass die Beten und arbeiten so das klassische, was man so kennt, das Benediktinische ideal. Und da gab es halt so ein 2.
Priester, die sich quasi die Sakramente für die Mönche gespendet haben, und bei uns ist eher ein Priesterorden. Also kleinere Gemeinschaften, die Seelsorge ums Kloster machen. Okay also, das heißt, du machst eigentlich ziemlich viel Seelsorge, so um das, was in Paring ist. Paring klingt irgendwie ein bisschen wie ein, wieso ein Kuhkaff, keine Ahnung, ich weiß nicht wie groß ist das. 300 Einwohnern.
Und wie groß ist dann euer Gebäude? Also so ein Riesending, dann in so einem? Kleinen Kuhkaff genau, also man sieht es eigentlich, man fährt vorbei, ist an einer kleinen Autobahn und kein Mensch weiß, dass da ein Kloster ist, weil das schaut halt aus wie man sieht, die Pfarrkirche. Und das Gebäude drumrum, das ist so ein vierflügeliges Teil. Manche Klöster haben ja mehrere Innenhöfe, und das weiß ich, bei uns ist das viel kleiner.
Ja oder irgendwelche Stifte. Also ich bin kürzlich bei Stift Melk vorbeigefahren, das ist einfach riesig, wenn man da irgendwie von Linz nach Wien fährt, dann ist auf der Autobahn, dann kommt das auf der linken Seite und das ist ja also da, da kann man nicht irgendwie vergessen, ah, da könnt ihr ja ist da ein Kloster oder nicht, so schon riesig und Chorherren heißt das, dass ihr viel singt? Also auch hat.
Das hat hat das auch was mit dem Namen zu tun, oder wie kommt in dieser, wie kommt dieser Name zustande? Genau, also eigentlich ist das Wort Chorherrn die Bezeichnung von außen gewesen, die eigentliche Bezeichnung. Die ist aber in Deutschland ungewöhnlich, sind die Regularkanoniker, also Kanoniker, sind Priester, die sich halt seelsorglich um eine Kirche versammeln, man kennt die Domkapitel zum Beispiel, sind Domkapitulare, und das sind säkularkanoniker Säkulum die Welt, das heißt.
Die kümmern sich um die Domkirche und haben aber jeder eigenes Eigentum, eigenes Konto, ne eigene Wohnung und Regularkanoniker, weil wir nach einer Regel leben. Klösterlich Zusammenleben auf der Augustinusregel und des Chorherrn, das ist eigentlich entstanden, weil die Leute dann gesehen haben, also das Wort Chor kommt ja nicht erstmal von den singen oder von den Chören, sondern vom vorderen Raum der Kirche, der Chor Raum aha, und die haben halt gesehen, da sind die Herren. Die im Chor da singen.
Und dann war das Halt so, dieser Begriff, genau. Augustiner Chorherrn OK, und was ich auch interessant finde, das hab ich, dass ich das dich das erste Mal kennengelernt hab. Boah wann war das vor 5 Jahren oder so glaub da hieß es immer, dass man dich Herr Dirk nennt, also nicht Dirk oder nicht Bruder Dirk oder Pater Dirk sondern Herr Dirk, was hat es da in der Aussicht? Genau das kommt genau das also das ist, gibt es ja auch nur bei unserem Orden.
Und es ist halt im Deutschen immer so blöd, weil man denkt, ja, heißt der jetzt Dirk mit Nachnamen oder hieß das, und es ist eben wie bei anderen Partner, Dirk, also diese Anrede und dann der Vorname und bei uns ist es Herr. Aber könnte man es trotzdem sagen oder ist es einfach nicht? Also stimmt es einfach nicht, oder?
Also. Ich korrigier es jetzt nicht, weil es ist immer kompliziert zu erklären, OK und du hast. Gesagt du machst ne ganze Menge Seelsorge ums Kloster rum. Jetzt bei 300 Leuten. Die da irgendwie drin wohnen, sind es dann immer diese 300 oder kommen von überall die Leute nach Paaring? Wie muss ich mir das vorstellen?
So ungefähr. Also wir haben natürlich ne Klosterpfarrei, die ist auch größer wie jetzt so das Dorf Paaring natürlich, da helfe ich aus und ansonsten ist die Seelsorge, also in Deutschland ist halt die Seelsorge standardmäßig erstmal nur pfarrseelsorge oder hauptsächlich und dann gibt es ja verschiedene Arten von Seelsorge. Und dadurch, dass ich jetzt eine Pfarrer bin, also voll in der Pfarrei bin, mit mit allen Aufwand, der dazu gehört, sondern nur so Mithelfe und auch einen Springer mache für die Mitbrüder, die die Pfarreien ums Kloster herum haben, habe ich Kapazitäten und mache halt viel Einzelseelsorge. Das heißt, einzelne Leute kommen zum Beispiel für Gespräche, fürs Gebet, sowas genau.
Aber ich weiß, dass du auch ziemlich viel unterwegs bist. Also du warst jetzt auf der Mehrkonferenz oder du bist jetzt hier bei uns. Zum Lernen oder auch wenn man auf deinen Instagram Account schaut. Dann kommt mir vor und immer irgendwas spannendes wo du dabei bist, so als könntest du es dir nicht nehmen lassen.
Ich weiß, dass du immer deinen deinen Chef fragen musst. Probst oder ab Probst Probst bei uns ja genau, also diese ganzen Bezeichnungen, da muss man sich irgendwie auch erst mal auskennen, aber jedenfalls was ich sagen möchte ist du kommst viel rum, du machst viele spannende Sachen. Ich, ich weiß nicht, ob es das bekannteste von dir ist, aber das ist bei mir am meisten. Hat sich eingebrannt als du.
Ich glaub mir nen Backflip gemacht hast auf dem was war das? Simson auf dem. Simson Festival Du hast nen Backflip auf dem Simson Festival gemacht? And front Flip. And front Flip o. K bin ich auch nicht. OK, was hattest du denn so n schnitzelbecken oder was in so n in so n schaumstoffding? Ja genau das hatten wir aufgestellt. War ein Jugendfestival für, ich glaub 16 bis mitte 20 jährige. Genau, und ich genau.
Und da gab es in einer Halle so verschiedene Action Dinger und einmal haben wir auch Lasertag gespielt, das war lustig. Ach. Und das erste Mal, dass ihr das gemacht habt. Und dann gab es halt diesen Turm und du konntest von dem Turm halt runterhüpfen auf so ein riesen Schaumstoff Ding, also da passiert gar nichts und es war trotzdem glaube ich 78 Meter hoch oder 10 Meter hoch gewesen, also so ein Ding krass und. Was jetzt?
Kann nichts passieren. Na kann, weil das Schaumstoffding ist auch 5 Meter, also da geht gar nichts an und und ich wollte das jetzt eigentlich nicht unbedingt machen, wie ich gedacht hab, ich bin nicht da zum Beichthören und irgendwie. Beichte hören und Frontflips. Genau. Und dann war aber für mich irgendwie, weil das ja Anfang des Jahres gewesen, ich gedacht, irgendwie. Würde ich mir diese haben paar so Challenges, also wenn mir spontan irgendwas einfällt, dass ich mir eine Challenge setze, bisschen aus der Komfortzone rauszugehen und dieser Turm, der war halt die ganze Präsent in der ganzen Halle, von überall hast du diesen Turm gesehen und da sind dann immer wieder Leute runterguckt und bei manchen
Leuten haben so ein paar gejubelt, so Freunde von denen oder so, oder wenn irgendeiner von den Moderatoren oder sowas oder irgend so ein Gebetshaus Promi oder so in die Richtung Runterguckt ist. Irgendwie habe ich mir gedacht. Ich will das probieren. Irgendwie hab ich bisschen bisschen Schiss davor, aber gedacht, genau den will ich überwinden, so und genau und ich wollte das eigentlich so zwischendrin mal machen, wenn ne Pause ist.
Aber wenn du halt mit so einem Habit dann auf das Ding gehst, dann haben natürlich alle das gesehen und dann haben dann 400 Leute da gejubelt und nicht so scheiße. Jetzt kriegt jeder mit. Genau das war eigentlich nur ne Challenge. Für mich ist es. Dann ist es dann so gewesen, wie wenn so n kleines Kind das allererste Mal auf n 5 Meter Turm steigt und dann steht so oben und die Leute die oben stehen sagen so.
Komm, spring doch und sie springen so. Na schaut dann runter und schon wieder hoch und ne und dann du jubeln unten alle jetzt spring doch war das war das so oder also hast du irgendwie nen Druck gespürt oder war es irgendwie eh entspannt? Hey ganz kurz wenn dir der Podcast gefällt, dann abonnier doch gerne den Kanal.
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Ja gut, ein bisschen Ding ist immer, weil ich nicht wusste, wie soll ich da überhaupt runterhupfen. Das war alles spontan, aber ich wusste nur nicht lang denken, einfach springen und dann ist mir eingefallen, wenn ich jetzt gerade runterspringen würde, könnte es sein, dass es mir den Hobbit hochzieht und dann sieht jeder meine kurzen Hosen.
Und deswegen war das dann der Frontflip und da wusste ich wirklich nicht, kriege ich das hin. Aber ich mir gedacht, irgendwie werde ich es schon schaffen, dass ich jetzt nicht direkt auf dem Kopf lande, weil gut, das ist eh super weich gewesen, aber trotzdem, und dann hat es dann im Endeffekt dann ganz gut ausgeschaut das.
Ist auch lässig. Na ich fand es sehr beeindruckend, also cool, dass es Social Media gibt, weil also für diese Fälle, weil dann wird es gefilmt und auch wenn ich nicht beim Simson Festival dabei war, konnte ich sehen. Na echt so cool? Also ich mag das, dass junge Priester immer cooler werden, kommt mir vor, also ich weiß nicht mein Bild von Priestern früher war leider eher geprägt von ältere Leute, die ziemlich lahm sind und die teilweise auch physisch faktisch ziemlich lahm waren, also mit Stalk irgendwie ganz langsam und ist eben verständlich, gell dass man immer älter wird, aber aber ich kenne auch viele coole ältere Priester, die noch richtig frische haben und lebendig sind und so. Ich hab auch mittlerweile schon
echt viele Schicksale gehört, dass Priester halt nicht langweilig sein wollen sozusagen, aber halt irgendwie halt, sie leben alleine, sie sind ganz einsam, sie sind immer der Pfarrer, da ist immer ne krasse Distanz zwischen dem Volk und sie haben wenig Freunde und wenn, dann haben sie nur priesterfreunde sie fahren selten in Urlaub und sie Verein sie vereinsamen immer mehr, es ist ja ist ja klar, also wenn jeder andere der es irgendwo vereinsamt, egal ob er Priester ist oder nicht. Der wird wahrscheinlich auch die Lebensfreude irgendwann verlieren.
Aber also deswegen tut es mir richtig leid um diese Leute, aber ich find es so cool, dass es viele Junge, viele junge Priester gibt, jetzt auch, die sichtbar werden, irgendwie auch die Social Media, die coole Sachen machen und das bringt irgendwie so ne neue junge Frische irgendwie in die Kirche rein, also versuchst du das auch so n bisschen vielleicht nicht aktiv cool zu sein, ne, dann ist man ja auch nicht mehr cool, aber. Ja, wie wie findest du das da?
Du hast ja auch eine ganze Menge junge geistliche Kollegen. Also ich mach es jetzt eben nicht bewusst absichtlich oder irgendwie so ne, weil da einer die Kamera drauf hält. Das ist dann eher zufällig, weil das Halt dann passiert und dann finden das Leute irgendwie cool oder so. Aber hattest du den Gedanken, ich hab jetzt einfach Bock das zu machen oder war da auch n kleiner Gedanke der gesagt hat?
Naja und wenn ich das jetzt als Priester mache, dann wird die katholische Kirche vorhin vielleicht weiß ich interessanter oder das gar nicht okay. Nein, gar nicht. Du hast einfach nur Bock, das zu machen. Ich habs. Bock gehabt, genau. Und dann haben die das Halt so mitbekommen und dann die Kamera drauf gehalten.
Genau weil also ich find das so unauthentisch, wenn ich das jetzt nur mach damit das jeder sieht oder so das ist komisch und da ist glaub ich auch kein Segen drauf, es kann trotzdem gehypt werden so ungefähr, aber auf Dauer ist da kein Segen. Oder es gibt Wartensleute, die dann irgendwo hingehen, damit sie vielleicht Berufungen schnappen oder so.
Und das hasse ich wie die Pest, weil ich war früher ja auch mit jungen Leuten unterwegs in einer Jugendgemeinschaft, einer katholischen und so, und ich, ich hab da so n Sensus gehabt, weil ich so Panik hatte vor dieser Berufung, ich wollte es eigentlich gar nicht, und dann, wenn jemand nur so weiß, ja nicht vom Blick, ich war da sehr empfindlich.
Wenn ich da gemerkt hätte, der wär jetzt nicht da, weil er es cool findet und weil er halt priesterliche Aufgaben macht und so weiter sondern für irgendwie Recruiting genau sowas in die Richtung. Da wär ich dann ganz allergisch gewesen. Genau deswegen. Also ich mag das selber gar nicht genau cool sein, es geht halt ums authentisch sein. Also ich hab auch Mitbrüder oder halt andere junge Priester die jung sind und die aber halt aus anderen Milieu kommen, anders geprägt sind, da wär es jetzt komisch wenn die jetzt einen auf Jugendlich machen.
Ich und bei mir bin ich auch nicht so aufgewachsen, ich habe gar keine katholische Prägung, deswegen habe ich auch gar kein Bild von einem Priester im Kopf. Erst später, aber, da hatte ich dann eh schon eine gewisse Persönlichkeit entwickelt und so, und deswegen bin ich da bisschen unvoreingenommener und vielleicht bisschen mehr, ich kann man sagen, und genau, man prägt sich ja dann noch mal bisschen selber, und dann kommt das priesterliche schon dazu, und dann ist so eine Mischung und ja. Du warst schon früher viel mit jungen Leuten unterwegs, aber du bist natürlich heutzutage auch viel mit jungen Leuten unterwegs und hast wahrscheinlich unglaublich viele Seelsorgegespräche schon geführt
mit jungen Leuten. Ich finde es immer, also ich mein, ich arbeite ja auch mit jungen Leuten und finde es immer faszinierend, was die bewegt und was die für Fragen haben im Leben und auch irgendwie das ganze Thema innere Reife sie sie wollen. Ich möchte natürlich für die, dass sie reif werden. Manchmal haben sie gar keine Vorstellung davon, was das bedeuten könnte, aber wenn sie denn mal lernen, irgendwie was das heißen könnte, dann wollen sie das natürlich auch. Sie wollen in ihrem Charakter wachsen, Sie wollen ihre Persönlichkeit mehr kennenlernen und besser damit umgehen et cetera.
Was hast du für Erlebnisse, was hast du für Gespräche schon geführt, du hast wahrscheinlich schon alles gesehen, oder? Gehört. Gehört es mir? Ja gut, der Begriff fällt ja jetzt nicht so direkt, aber es ist halt ganz klassisch einfach die Sachen, was soll ich machen nach der Schule, was soll ich machen mit dem Studium, was ich angefangen habe, warum habe ich überhaupt dieses Studium angefangen oder die Ausbildung, also es sind eher so diese Berufs berufungs Dinge, aber dazu gehört ja eine Reife, ich halte ja keinen Beruf und keine Berufung aus, wenn ich nicht auch innerlich reif und. Oder ich suche mir dann alle paar Jahre was Neues oder sowas und das ist auch so ein Zeichen von Unreife manchmal. Und deswegen sind das schon so
Themen, so ein Themenkomplex, der immer wieder kommt und und gerade mit der Reife, also als Überbegriff und was dazu gehört, habe ich mich halt selber viel beschäftigt, weil ich gemerkt habe, dass ich da nicht viel mitbekommen habe, also weder von daheim noch später, also ich habe immer so selber mein Ding machen müssen. Und da reift man jetzt nicht unbedingt genau. Und damals gab es jetzt auch noch nicht so viel Youtube Videos zur Selbstoptimierung oder so und sonst Sachen oder Coaching, Leute die da irgendwas ins Internet stellen, wie man sich seine Identität gut aufbaut oder sowas in die Richtung. Genau da hat mir viel gefehlt und durfte dann viel kennenlernen, eben auch durch den geistlichen Weg und. Weil letztendlich der Geistliche
Weg oder Spiritualität oder so hat auch viel mit mit Reifungsprozessen zu tun. Reife in Beziehungen, in der Beziehung zu Gott, in der Beziehung zu mir selber, in der Beziehung zu anderen und auch immer mit der Reflexion und nicht nur die Beichtvorbereitung irgendwie nur zu schauen, was habe ich wieder alles falsch gemacht, sondern auch zu schauen, was ist mir gelungen, was habe ich eigentlich für Talente, was hat mir Gott gegeben oder was möchte ich gern machen und ist das wirklich mein Ding oder ist es nur?
Irgendwie ne Euphorie, weil ich das irgendwo gesehen hab und da kommen halt viele so Themen zusammen und das zuordnen und da mal klar drüber zu sprechen und auch mal auch zu Sachen Nein zu sagen, da darf ich immer wieder helfen. Also das macht mir dann auch persönlich richtig Freude, es geht nicht drum irgendwen hinzuführen, vielleicht hat man das auch mal genannt, so die geistliche Führung, das finde ich fast so krass irgendwie, ich mag halt den Begriff lieber die geistliche Begleitung, ich begleite den.
Der lässt mich, die Person lässt mich ab und zu mal auf ihren Weg mit drauf schauen, in Abständen oder nur ein paar Mal oder so. Und ich geb meinen Senf dazu ab, wenn das gewollt ist. So ungefähr. Es gibt so einen Begriff, den ich schön find, wie diese Begleitung, das ist die sogenannte Hebammenkunst, dass ich quasi nur dem anderen helfe, selber sein Kind auf die Welt zu bringen oder so in die Richtung, dass ich ihm helfe, das zu entdecken, was er in ihm ist.
Und das weiterzuentwickeln oder so, und das Macht richtig Spaß. So ist ein Dienst, wo es überhaupt nicht um mich geht, und ich kann manchmal eine Erkenntnis dazugeben, meine Erfahrung teilen oder so, aber es ist eigentlich mehr zuhören und Sachen hervorlocken, sage ich mal. Die, wo ich merke, da spüre ich, was da wäre was dahinter, und das macht richtig Spaß. Cool.
Ich finde es stark, dass du das Thema geistige Begleitung ansprichst, weil also erstens für mich. Ich hab glaub ich 67 Jahre gewusst. Eigentlich wär es cool n geistlichen Begleiter zu haben, da war ich aber schon 24. Vorher hat mir niemand gesagt leider, dass es überhaupt so ne Möglichkeit gibt n geistlichen Begleiter zu haben. Vermutlich werden auch n paar Leute zuhören, die das auch vielleicht zum ersten Mal hören oder die es vielleicht mal irgendwo lose gehört haben.
Ah, da gibt es irgendwas oder da ist vielleicht jemand bei jemanden, aber ich vielleicht hab ich, da bin ich einfach da ganz unglücklich. Aufgewachsen, aber ich hatte, ich kannte auch keine Priester, wo ich mir dachte oder oder irgendwelche Leute, wo ich mir dachte, denen möchte ich mich jetzt auch geistlich anvertrauen, oder da gibt es überhaupt irgendwas, worüber ich sprechen möchte oder so.
Und dann habe ich erst mit 30 einen geistlichen Begleiter endlich gefunden sozusagen, und was für ein Reichtum das ist. Mal mich einmal im Monat eine Stunde oder sowas zusammenzusetzen mit jemanden. Der im geistlichen Leben viel weiter ist als ich und der mir auch helfen kann, mit allen möglichen Lebenssachen der meistens 2030 Jahre älter ist als ich und der einfach viel mehr Lebenserfahrung hat als ich und der das kostenlos macht. Also das ist ja eigentlich total großartig, aber es ist überhaupt nicht verbreitet, also in der älteren Generation, vielleicht war es noch n bisschen normaler, ich weiß nicht, vielleicht die 5060 70 jährigen, aber vielleicht auch nicht, also. Ist es sehr verbreitet, hast du
sehr viele Leute wo du sagst, na klar, sehr geistliche Begleitung ist total selbstverständlich in in meiner Generation oder in in dem Umfeld wo ich bin oder sagst du ja eigentlich ist es voll das Randthema aktuell, aber viele Leute, viele Leute könnten das eigentlich, also könnten es echt echt gebrauchen.
Mhm, also die Sehnsucht danach ist groß, glaube ich. Aber so wie bei dir, dass ich überhaupt weiß, dass es sowas gibt, da ist die Frage, ob das überhaupt so im Bewusstsein ist. Was ich merk ist halt gerade in den sozialen Medien. Jeder sucht sich so seine 40 geistigen Begleiter, irgendwelche Insta Channels und keine Ahnung was und youtuber die irgendwie meinen, dass sie sehr schlau sind und irgendwelche Sachen auch nur von anderen klauen und das reproduzieren und so kann helfen sind immer gute Sachen dabei, man soll man soll sich dadurch informieren, aber ne geistige Begleitung ist halt schön weil es halt verbindlicher ist.
Das ist eine Person. Die ich natürlich suchen muss, die ich mir erbeten muss. Also die laufen jetzt nicht an jeder Ecke rum, das ist das Problem eigentlich, aber es geht darum, dass ich mich halt ein bisschen binde, nicht an die Person, sondern eben dieses regelmäßige, immer der gleiche, dass ich auch nicht meine Lebensgeschichte jedes Mal neu erzählen muss. Sondern erkennt dich ja dann irgendwann. Genau.
Und dann kann der es auch besser einschätzen und so. Also mir geht es ja selber in der geistigen Begleitung so. Manche Leute hab ich schon jahrelang und die kenn ich dann. Da ist wirklich schon die kommen in Raum, da weiß ich schon, ah OK, heute kommt wieder ne Krise, irgendwas ist zur Zeit los oder bei manchen die kommen rein und dann merk ich oh cool ich glaub da hat sich irgendwas gelöst. Was ist passiert so in die Richtung und das ist halt schön also es ist so ne Art von ja schöne Art von Beziehung die man sonst nicht so hat auf so einer schon professionellen Ebene. Aber bei mir auf jeden Fall auch immer freundschaftlich. Also ich mach da jetzt nicht ein Bier auf Praxis und ja, was haben sie so in die Richtung,
sondern. Legen Sie sich mal bitte auch hier auf die Couch. Das ist auf die Couch. Weil das jetzt nicht genau, und das ist, das ist wunderbar, ich würd aber die Messlatte van Gassing Begleiter auch nicht zu hochsetzen, weil wir haben nicht viele genau will jetzt nicht über kirchenpolitiker reden, sonst werde ich grantig, aber.
Die Priesterausbildung ist einfach leider nicht da drauf ausgelegt. Also bei den meisten die ich kenne in der Ausbildung geht es halt um viel Theologie, viel verkopfte Sachen, aber so dieses Zwischenmenschliche oder das ganz normal menschliche muss noch gar nicht geistlich sein, eben reife menschliche Reife. Wie gehe ich mit meinem mit dem um, was in mir ist? Kann ich das überhaupt wahrnehmen, lass ich mich davon leiten oder kann ich selber leiten oder was auch immer, davon krieg ich es gar nichts mit und. Theologie schön und gut.
Man muss die Grundlagen wissen, das Fundament, aber dann bin ich in der Seelsorge. Die meisten Priester sind halt natürlich auch irgendwie Seelsorger, und da kommen am Anfang gleich irgendwelche Leute, die echte Probleme haben und je nachdem, was ich mitbring, bin ich nur so ganz brav aufgewachsen, hab nie viel mit Brüchen und und krassen Beziehungen oder irgendwas zu tun gehabt, ist dann klar, dass die bisschen überfordert sind oder halt dann nur so ganz oberflächlich irgendwie da sind oder sowas.
Kann halt schwierig sein. Darf ich dich kurz unterbrechen? Also weil das ich find das bezeichnend was du sagst, das eröffnet mir einen ganz anderen Horizont oder ne Klarheit, so hab ich das nämlich noch nie gesehen. Ich hab ja selber Theologie studiert und ich hab so n bisschen so eine irgend so ein Vertrauen in so altehrwürdige Institutionen, so wenn die irgendwie ne Ausbildung sich überlegt haben, dann dachte ich so unterbewusst auch.
Dann wird es schon irgendwie stimmen. Ja, aber du hast recht, also wenn man sich das anschaut, wie Priester ausgebildet werden aktuell, dann werden sie, also sie haben, die sie haben natürlich nach dem, sie sind im Priesterseminar, da gibt es n Spiritual et cetera, es gibt da viel Gemeinschaft und so, aber sie werden hauptsächlich also akademisch ausgebildet, und damit sie vielleicht danach auch studieren können. Es gibt viel pastorale Ausbildung glaub ich schon, aber ich bin mir nicht sicher, auf dieser psychologischen Ebene, oder?
Also weil du hast recht, ja dann ist so n Priester gerade frisch ordiniert und dann wird er in ne Pfarrei gesteckt oder als Kaplan jetzt gut da vielleicht kommen noch nicht so viele Leute zum Kaplan, aber aber wenn der keine keine seelsorgerliche psychologische Ausbildung hat, die Probleme die Leute haben nicht einordnen kann, den kann kann er denen ja gar nicht helfen. Also natürlich die Grundhilfe.
Das ist bei jeder Seelsorge so, ist halt wirklich dieses Dasein und zuhören. Also ich muss jetzt die Leute nicht zu einer Lösung hinführen oder so, das wollen die brauchen, die auch erstmal noch gar nicht oder so, aber es ist ja gut, die Sachen auch mal einordnen zu können, deswegen so n psychologisches Grundwissen find ich es halt super wichtig muss jetzt kein Psychologe sein, überhaupt nicht, das ist n anderes Metier. Es überschneidet sich natürlich auch viel mit dem spirituellen, aber ich muss dann halt die Grenzen wissen und das ist halt für mich so ein wichtiges Thema, weil ich mich da immer schon viel beschäftigt habe.
Ich hatte Glück in der Schule schon Psychologie als so ein Wahlfach zu haben, eine richtig gute Lehrerin, deswegen habe ich mich da früh schon mit beschäftigt, dann selber für mich da viel mitgenommen, aber dann automatisch, was man selber für sich gelernt hat, das kann man dann auch bei anderen anwenden oder wenigstens erkennen.
Und während meinem Studium hab ich viel so Bücher gelesen, weil ich gewusst hab oder geahnt hab und das war auch meine Berufung, wo Gott mich berufen hat zum Seelsorger und ich hab gewusst, Theologie gut und schön, das lerne ich, ich hab mich davor schon viel beschäftigt mit mit so Grundlagenwissen und so weiter und hab dann gewusst. Aber wenn ich aus dem Studium komm, dann hab ich mit echten Menschen mit echten Problemen zu tun und darauf will ich vorbereitet sein und deswegen hab ich dann sehr viel selber gelesen und so weiter und genau.
Deswegen find ich das super wichtig. Und natürlich ist nicht überall so, aber ich weiß es in anderen Ländern die Priesterausbildung, ich hab n Mitbrüder aus Kroatien, die ist da ganz anders, sowohl das theologische bisschen anders ausgerichtet als auch das praktische, also die werden im Studium schon wirklich wie machen wir n beichtgespräch.
Und nicht wirklich mit Übungen und so weiter oder Workshop. Die haben Psychologie, Vorlesungen von mit echten Psychologen, also nicht irgendwelchen Theologen und so weiter also richtig praktisch und ich bin immer nur begeistert wenn der erzählt was der alles schon, also der hat in Kroatien studiert und ist dann zu uns gekommen ich gedacht Boah genial genial, das bräuchte man unbedingt und ja hoffe und bete, dass es in die Richtung mal irgendwie mehr geht.
Ja, ja, voll also. Und vor allem ist es ja auch. Es wär auch n super, die Priester sind ja in gewisser Weise das Aushängeschild der Kirche. Jetzt geht es wenig ist mir geht es jetzt wenig um den Ruf der Kirche, aber eigentlich das, was Leute, also mir geht es nicht um den Ruf im Sinne von, dass wir einen guten Ruf um des guten Rufes willen, sondern wir brauchen einen guten Ruf, weil das, was wir haben, ja wirklich gut ist.
Und wenn du dann Priester hast, zu denen du kommst, denen du dich vielleicht anvertraust und die dann wirklich was zu sagen haben, das dir in deinem Leben hilft. Sie müssen ja wie gesagt, du hast hast schon richtig eingeordnet, finde ich. Also sie müssen keine Therapeuten sein, sie müssen keine Coaches sein, ja, aber wenn sie n Grundwissen haben, dann dann gibt es der Qualität der Seelsorge ja so einen Boost. Und also ich merk das natürlich, ich bin jetzt kein Priester, aber ich hab selber viel Therapie in meinem Leben gehabt, also genommen und wenn ich jetzt mit jungen Leuten im Gespräch bin, dann hab ich das natürlich im Hinterkopf im Hinterkopf was ich erlebt hab und.
Und kann denen viel besser helfen und viel bin näher, viel näher dran an ihren Lebenssituationen oder kann sagen, Boah, das habe ich auch schon mal erlebt oder ich hab damit so bin damit so und so umgegangen oder diese und diese Prinzipien habe ich verstanden, was macht das mit dir oder hilft es dir oder so also mir kommt vor die Jugend heutzutage oder die jungen Leute, ja auch junge Erwachsene.
Die sind in vielen Punkten noch unbeschrieben, orientierungslos vielleicht ja, haben viele Fragen, geben sie vielleicht auch gar nicht so zu, weiß ich nicht, ja, aber also ich, ich hab den großen Vertrauens vorschuss gebraucht, um irgendwelchen Leuten meine Sachen zu anzuvertrauen, aber so gut, dass es Leute gibt wie dich, die sich damit beschäftigen, ja, also sagen OK, psychologisches Grundwissen ist wichtig. Ja, und sich mit innere Reife beschäftigen. Da waren wir eigentlich vorhin stehen geblieben. Innere Reife, du hast gesprochen von Beziehungsfähigkeit, eigentlich ja, Beziehung zu Gott, Beziehung zu mir selber, Beziehung zum nächsten, was ist dir da wichtig geworden oder was ist so eine, was so ein
typisches Ding, was immer wieder in der Seelsorge kommt. Also direkt von den Gesprächen her finde ich es spannend, dass es ganz oft so ne Dynamik ist. Die Leute kommen und dann kommt ganz oft der erste Satz. Boah, es ist erstmal alles durcheinander oder die entschuldigen sich schon. Boah ich hab so n Chaos im Kopf und ich muss dann immer sagen, ja ich bin das gewohnt, kein Problem.
Sehr gut. Einfach mal raus, einfach mal raus, weil da staut sich viel an an Emotionen, an Gedanken, an Befürchtungen, was weiß ich was alles und. Und für die ist es natürlich ein Chaos. Und weil es emotional so verbunden ist. Für mich ist ja neutral. Also ich habe die Leute gern, das ist meine Emotion. Jeder, der kommt, freue ich mich, aber ich kann es halt von außen sehen und ich kann dann eben filtern, was weiß ich, was ist jetzt wichtig oder okay das ist jetzt erstmal einfach nur normal, oder hoppla, da ist wirklich ein Problem, oder dass vielleicht so eine Lüge dahinter so eine Lüge über das eigene Leben oder über sich oder über Gott oder keine Ahnung, und ich mache mir dann oft Notizen.
Dass ihr einfach nicht Vergesst, wenn dann die Viertelstunde wortschwei zu Ende ist, kann man auch nicht alles merken oder manchmal so einzelne Keywords oder so richtig so kernsätze, wo ich merke, oh, da muss ich noch mal nachhaken, genau, und das also für mich macht es irgendwie Spaß in dem Sinn aber nicht.
Also ich will ja den Leuten helfen, es geht ja nicht darum, dass ich mir da irgendwelche Skills aneigne in dem Sinn, aber das ist einfach aus der Erfahrung her und für die ist das dann total spannend, weil ich. Dadurch den helf auch bisschen das zuordnen oder einzuordnen, dass sie, wenn sie sagen, Ah und keine Ahnung, dass in der Beziehung ich bin immer so grantig und keine Ahnung was wo ich sag ja, aber in der Situation ist es auch völlig normal und die dann OK krass, weil sie denken also ganz oft im geistigen Leben denkt man ne negative Emotion ist entweder schon Sünde oder darf man nicht haben oder so wo ich sag ne Emotion ist immer neutral, wir sind Menschen ne ne Emotion ist einfach ne Reaktion auf den Reiz.
Und wenn mich einer blöd anmacht oder oder mich übergeht oder irgendwas passiert, ist klar, dass das jetzt nicht die super Emotionen, dass ich nicht nur neutral bin, sondern dass dass sich da was prägt in mir und das einzuordnen, das das hilft denen total und eben von mir aus von außen, weil ich bin ja nicht in der Situation drin und deswegen würde ich sagen, was, was so ein Grundding ist, bei aller Seelsorge und eben was mit Reife zu tun hat, ist erstmal. Die Wahrnehmung des eigenen Inneren also was ist da eigentlich los?
Und es fängt oft an, dass man merkt an äußeren Symptomen, ob es jetzt was psychosomatisch ist. Das ist dann schon ein bisschen schwieriger oder was schwereres, aber keine Ahnung, dass die Leute sagen, ich bin so gestresst, gut, das ist irgendwie jeder in unserer Gesellschaft, das ist halt noch mal zu schauen, ja, woher kommt das und und wie spüre ich das, was sind vielleicht die Reize, die dazu gehören und den Leuten dazu helfen, das noch mal vielleicht. Bisschen anders zu formulieren.
Gut Stress, das ist so ein allgemeiner Begriff. Ist da Angst. Mit dabei ist der Frust. Mit dabei ist da eine Befürchtung für irgendwas keine Ahnung und da merken die ich, also ich kann denen da helfen, das bisschen besser wahrzunehmen, das ist noch gar keine Lösung, oder also da ist noch gar nicht das Problem gelöst oder so, aber das ist schon so, jetzt kann ich es mal anschauen, weiß nicht ob du Viktor Frankl kennst.
Ganz berühmter Mann aus Österreich. Der seine eigene psychologische Schule ausgebildet hat, die Logotherapie. Ich darf das lernen, also bin dann bald fertig mit der Ausbildung dazu und der hat das so schön beschrieben mit dem Wort der Selbstdistanzierung, also dass die Person zu sich selber oder vielleicht zu den Emotionen oder zu einer Situation in Distanz geht und dann quasi wie von außen mal so drauf schaut, und das geht für einen alleine, man kann das üben, aber manchmal ist es schwierig und da darf ich dann oft helfen und.
Zu sagen, Hey schau doch das mal von der Situation an oder was denken die andere Personen darüber irgendwie so, so ein bisschen der Person zu helfen, um es wahrzunehmen und dann auch einzuordnen und das finde ich, ist der erste Schritt. Ich habe es wahrgenommen, dann sehe ich es mal und dann kann ich damit was machen, dann kann ich sagen, ist es gut oder es ist einfach eine normale Emotion, die halt dazu gehört, wie gehe ich mit der Emotion um. Das ist dann eigentlich so das Ding. Also ne ne starke Emotion kann mich theoretisch auch zur Sünde verleiten oder ich sag OK ich muss es mal aushalten, ich muss es auch mal runterschlucken in manchen Situationen, ich soll es nicht verdrängen oder ich lass
es in einer anderen Situation zu und hol mich da mal aus in meinem Kopfkissen ab und zu in die Richtung und danach bin ich wieder frisch und und bin wieder dabei und genau also Emotionen ist ein ganz wichtiges Thema. Und das ist mir so n wichtiges Thema, ganz persönlich, weil ich da nie was drüber gehört hab.
Also wie geh ich mit mir selber um, da bin ich gar nicht geprägt gewesen, aber natürlich hat jeder Mensch Emotionen, das ist klar und dann ist so die Standardsache man drückt alles weg, man verdrängt alles und so und dann kommt das aber irgendwann hoch und das dann, da hatte ich selber dann Krisen in meiner Jugend und so weiter mal n Paar so Umstände die nicht so gut waren, aber ich wusste nicht wie ich damit umgehe, ich war super schüchtern, ich hab mich, ich hätt mich nie irgendwem anvertraut. Ich habe immer alles so mit mir selber ausgemacht, jetzt auch nicht so das beste und und später habe ich dann gelernt, eben erstmal, dass es Gott gibt, dass ich eh nie alleine bin, einsam mit meinem Zeug, dass er
eigentlich da ist, dann Gott sei Dank mein erster Zugang Jesus als mein bester Freund und dann konnte ich mit ihm wenigstens mal drüber reden und so weiter und aus dem heraus hat sich dann viel entwickelt, dass ich mir auch mal wem anders anvertrauen kann, meinem Freund oder eben dann später mal einem Priestern geistigen Begleiter, den ich. Bei mir zum Beispiel ganz früh schon gefunden habe Gott sei Dank.
Und ja, das hat viel geholfen. Ja, ich finde es echt krass, weil der Umgang mit Gefühlen, der muss gelernt sein und das, was du gerade gesagt hast. Man drückt es irgendwie runter, man tut es unter den Teppich kern. Ich lehre total gerne über das Thema Konfliktmanagement oder Konfliktkommunikation eigentlich, weil wenn du in der Jüngerschaftsschule ein Zimmer teilst und wenn du und wenn du dann 9 Monate aufeinander hockst und.
Oder keine Ahnung, ich ich bin verheiratet. Natürlich ist nicht alles immer rosarot, du wohnst irgendwie zusammen über Jahre, du lernst die Person sehr gut kennen und natürlich reibt man sich, weil man ist ja nicht dieselbe Person. Also ich hab ich hab übers Leben lernen im Leben lernen müssen dürfen, dass Konflikte das Normalste der Welt sind, weil ich bin einfach anders als die andere Person, also einerseits ich bin nicht anders, weil ich hab. Ich bin erstmal jemand anderes.
Ja, vielleicht bin ich auch n anderes Geschlecht und dann andererseits ich hab ne andere Erziehung gehabt, ich hab andere Standards die für mich normal sind, ich hab andere Selbstverständlichkeiten ja ich hab andere Freundeskreise gehabt, wie auch immer, ich hab vielleicht ne andere Kultur et cetera ja natürlich clasht es ja natürlich gibt es die ganze Zeit Missverständnisse wenn ich jetzt irgendwie Leute höre die sagen ich bin jetzt schon keine Ahnung so und so lange mit meiner Freundin zusammen und wir haben noch nie gestritten.
Dann dann denk ich mir, seid ihr dieselbe Person, seid ihr euch so ähnlich, dass ihr euch nie streitet oder hast du es super gut gelernt? Ja, da kommt Wut oder Angst oder was auch immer, Trauer, ah runter oder unterm Teppichkern ah, da hat jemand was gemacht, das hat mich geärgert. Na lieber unterm Teppichkern Ah, die Wahrheit ist halt wie du es selber gesagt hast. Ja im Umgang mit Gefühlen, wenn du es nicht wenn du es immer runter stopfst.
Irgendwann explodiert es, irgendwann kommt es raus, irgendwann ist man immer nur noch genervt von der einen Person und kann gar nicht mehr dieses Gespräch führen, dass es vielleicht einfach gebraucht hätte. Das kurze am Anfang, du hast wahrscheinlich mit ziemlich vielen Konflikten auch zu tun, oder?
Also viele Leute kommen zu dir und sagen hab n Problem mit meiner Frau, hab n Problem mit meiner Freundin, hab n Problem mit meiner Oma, ich weiß es nicht genau mit der Oma hat man grundsätzlich nie Probleme, Omas sind immer cool aber was redest du denn dann? Also wie ich schon gesagt hab ich ich lass sie ja erst mal reden oder ich frag dann noch mal nach, worum geht es denn eigentlich?
Also es geht nicht darum, dass ich denen gleich einen Ratschlag geb, man sagt so n Ratschlag ist trotzdem n Schlag und kann n Schlag sein, eher wenn sie wirklich fragen was soll ich jetzt machen, dann ist cool, dann ist die Tür offen, dann darf ich rein sprechen ansonsten erstes reden und ich glaub du merkst es selber wenn du mal bequem redest.
Schon beim Reden allein, dass du es mal formulierst, gehen ja dann schon 1000 lichter an und dann denkst du, OK, egal was der sagt ich, ich weiß schon irgendwie jetzt schon die Richtung und das ist eigentlich eben diese diese Grundlage bei so geistigen oder überhaupt Gesprächen, die so in die Tiefe gehen, genau, aber da ist es auch, warum der Konflikt, warum die Reibung, es geht ja drum, es reibt sich ja irgendwas.
Und dann ist die eine Möglichkeit, dass ich es auf die andere Person beziehe, weil der so blöd ist. Und der hat die Macke und die Charakterschwäche kann auch sein. Zum Konflikt gehören immer 2 dazu, das ist klar, aber ich kann den anderen ja eh nie ändern, das ist ja die Grundweisheit natürlich, und deswegen sage ich, OK, kann sein und ist blöd und tut mir auch leid, muss ich natürlich ein bisschen empathisch drauf eingehen, ist klar, das andere ist aber, wenn du an der Situation was ändern willst, dann dann kannst du an dir was ändern. Und da ist halt die Sache zu schauen, wo reibt sich es bei mir zum Beispiel geht es oft um Personen also die quasi das Problem sind, aber andere haben
mit der Person gar kein Problem, aha, und dann wird es spannend wo ich sag warum trifft dich das eigentlich so oder warum trifft dich dieses Verhalten eigentlich so krass, sogar wenn das ich sag mal im krassesten Fall sogar wenn es sündhaftes Verhalten von einer anderen Person ist, also quasi so gut man es sagen kann objektiv falsch ist. Trotzdem trifft mich das ja.
Und wir haben ja alle ne Sehnsucht danach, irgendwie im Frieden zu sein, ne Ruhe zu haben und dann zu schauen, was trifft mich da eigentlich. Und das ist eigentlich ziemlich spannend, weil die Leute dann erstmal quasi umkehren und zu schauen, OK, das ist die Person, aber was ist bei mir eigentlich da, also auch da wieder die Hilfe zu schauen, was geht da im mehr mehr ab und ein so n so n Grundmuster was ganz oft ist ist natürlich so ne Aggression oft die Reibung.
Kann so n bisschen aggressiv sein. Ob ich das Rauslasse oder nur innerlich spüre und hinter der Aggression steht ganz oft ne Angst. So wird es fast nie einer bezeichnen, bei Angst ist auch so n krasser Begriff, aber Angst hängt da mit dem deutschen Wort Enge zu tun. Also ich fühle mich irgendwie beengt oder man könnte es auch noch mal weicher formulieren, zu sagen, das ist ne Situation, die mir einfach unangenehm ist und das macht quasi Angst und Angst ist so n Thema, da springen dann so Mechanismen an. Über die man jetzt nicht ganz bewusst nachdenkt. Und.
Fight of Light. Ganz genau diese. Freeze. Genau diese 3 f zum Beispiel oder ganz spannendes Thema, die Angstabwehrmechanismen gibt es noch so ganz spezielle und die sind cool, weil da merkt man, die kenne ich alle aus dem eigenen Leben, zum Beispiel, dass ich meinen Fehler auf einen anderen Projektier die Projektion, die sogar Jesus dann schon gesagt hat, ist ganz biblisch, wo er sagt. Du siehst den Splitter im Auge deines sechsten, aber du siehst den Balken nicht in deinem eigenen Auge und es wird immer so gelehrt und gepredigt.
Ja, es geht generell um Fehler, schau doch auf deine Fehler und so weiter und sofort, aber mir ist aufgefallen Splitter und balke es ist dasselbe Material. Also es geht vielleicht ums gleiche Thema, vielleicht indirekt, wenn ich keine Ahnung. Du hast schon gesagt, ich bin oft in den Medien, bin oft sichtbar und so weiter und ich weiß, ich Trigger damit ganz viele Leute die sagen, Boah, der ist mir so selbstbewusst und oder der hat seine Berufung gefunden und so deswegen junge Männer die die machen oft so n Abstand von mir ja.
Interessant. Ist ganz spannend. Gut, da kann ich auch nichts machen, das das hilft nicht, da ist es vielleicht so was weiß ich n junger Mann, der selber nicht weiß, soll ich heiraten, soll ich n geistlichen Weg einschlagen, soll ich was weiß ich was machen. Und da sehe ich jemand, der das schon gefunden hat.
Ich gebe auf Zeugnis auch von diesem Weg, den ich da gehen durfte, und dann kann das was triggern, aber das und dann sagen ja der, der stellt sich immer dar, der ist immer so präsent in den Medien und was weiß ich was, also projizieren das so auf den anderen, und dabei liegt der eigentliche Triggerpunkt bei einem selber, also das löst nur was aus bei ihm selber und und da kann es eben sein, das ist diese Unsicherheit bei diesem Thema. Und der andere?
Der sieht so aus, wie wenn der sich hundertprozentig sicher ist. Und dann kracht es so n bisschen. Also das finde ich ein super spannendes Thema, dass man über die Reibungspunkte, wenn man möchte, als Chance sehen kann über sich selber was zu lernen und selber zu sehen, was da drin vorgeht. Eben wieder erstmal die Wahrnehmung und dann kann ich damit was machen. Aber so wichtig so ne wichtige Arbeit. Also viele Leute, ich mein ich seh es hier in den in den J 9 Studenten.
Die hier bei uns im Home sind die in der Beziehungsfähigkeit so viel wachsen können, weil es ich meine, jeder hat irgendwie eine Erziehung, gell und jeder wächst in irgendeiner Familie auf und die haben alle irgendeine Art von Konfliktmanagement oder Umgang mit Gefühlen gelernt. Ja, der eine hat vielleicht gelernt, Gefühle darf man mit, also die darf man gar nicht ausdrücken, ja vielleicht irgendein strenger Vater, der sagt, was du bist wütend.
Du darfst nicht wütend sein oder du oder du ein. Ein Indianer kennt keinen Schmerz oder was auch immer. Ja, junge Jungs weinen nicht oder keine Ahnung was auch immer, ja oder du darfst keine Angst haben, du Angsthase. Und dieser Umgang mit Gefühlen jetzt ich hab jetzt mein zweites Kind kommt jetzt dann bald auf die Welt und ich hab jetzt kürzlich n Hörbuch fertig gehört das.
Gewünschteste Wunschkind treibt mich in den Wahnsinn. Extrem guter Titel und das Geschwisterbuch für alle, die zuhören und entweder n Geschwisterchen kriegen bald oder schon mehrere Kinder haben. Mir sind die Augen aufgegangen, ist unglaublich und da geht es auch ganz viel um die Frage, wie Kinder mit Gefühlen umgehen und es gibt eine Situation, die ganz am Ende des Buches. Da das ist echt faszinierend, weil ich, ich hör da zu und denk mir, na ja, was, was sollen wir denn noch sonst anderes machen? Die Situation ist eine Mutter ist beim Einkaufen und die hat 3 Kinder mit also und das jüngste Kind, der kleine Sohn, der will unbedingt einen Schokoriegel, wenn sie, als sie gerade bei der Kasse sind.
Und weil der hängt die, die Wissen ja auch, wie die das machen, ne die Discounter, die hängen schön genau auf Augenhöhe von den Kindern und dann läufst du irgendwie an diesen Überraschungseiern noch vorbei und na ja, die wollen auch nur Geld machen und na ja, und und was passiert? Die Mutter sagt natürlich nein, es gibt keinen Schokoriegel, vielleicht sagt sie es noch n bisschen freundlicher, so heute, heute gibt es, heute kaufen wir keinen und der Junge schreit los und schmeißt sich auf den Boden und kriegt den übelsten Wutanfall. Und dann war so die Frage ja, wie reagiert, wie reagiert man jetzt darauf und ich hab so ganz von der Intention her würde ich wahrscheinlich reagieren, so wie
ich halt geprägt war von früher, ich hätt den am Arm gepackt, dann hätt den Rausgezerrt und hat den halt mal gescheit zusammengeschissen hier schreibt man dich rum und du was was fällt dir ein mich hier so zu demütigen vor diesen ganzen Leuten oder so und hey das ist noch deine Schwester und dein anderer Bruder und die müssen jetzt warten und du schmeißt dir auf den Boden, ja die. Das wär wahrscheinlich so ne typische Reaktion gewesen. Dann hab ich mal ne andere Reaktion gehört, die ich ganz witzig find, aber die auch nicht hilfreich ist. Anscheinend laut dem Buch und zwar wenn das Kind sich auf den Boden schmeißt und so.
Nö nö, nö nö, NÖ, auf dem vielleicht mit den Fäusten auf dem Boden klopft einfach auch sich auf den Boden schmeißen und so und aber nicht so sehr um das Kind nachzumachen um es zu beschämen, sondern eher um dem Kind zu zeigen. Was es da eigentlich gerade macht. Und es ist n bisschen lustig zu meinen, sozusagen so und und beide Sachen sind natürlich in dem Buch nicht vorgekommen als Lösungen, sondern, und das fand ich krass, die Perspektive des Kindes einnehmen. Das Kind kann, bis es 4 Jahre alt ist, gar nicht von außen auf sich schauen, das wusste ich nicht. Aber das geht einfach vom Gehirn her geht es einfach nicht, physiologisch geht es nicht und die Vorstellung, dass ich das Kind Schelte für eine Sache, die
es getan hat, wo es ist, aber von außen gar nicht beobachten kann, das bringt nichts, also das Kind bleibt zurück und keine Ahnung, aber was macht, was passiert eigentlich im Kind, das Kind will jetzt nicht trotzig reagieren und und entscheidet sich jetzt, ich werd mir jetzt aber diesen Riegel mit meiner Wut erkaufen, sondern. Das Kind ist überfordert mit seinen Gefühlen und dieser Wutanfall, der es nicht absichtlich macht, ist die einzige Möglichkeit, noch zu leben. Das ist die einzige Möglichkeit, dass es noch hat und die einzig richtige Reaktion auf diesen Wutanfall ist. Also, das Kind ist quasi das Opfer seines eigenen, seine eigenen Gefühle in gewisser Weise, weil sie ja nicht irgendwie schon gefühlskontrolle
Kontrolle hat wie wir. Und das einzige, was man machen kann, ist dieses Kind begleiten in seinem Wutanfall, also sich daneben setzen und sagen, Mensch, du hast es gerade echt schwer, oder? Boah, das ist jetzt, das hat dich gerade richtig wütend gemacht und du wolltest es haben, gell und boah, ich versteh das, wenn man was nicht bekommt, dass dass man dann wütend wird und und hey, du darfst wütend sein und so für die umstehenden Leute denken sich wahrscheinlich, was macht die da?
Wieso setzen Sie sich jetzt auch noch zu dazu und gibt auch noch Verständnis diesem Kind? Aber diese Vorstellungen von entweder Gefühle dürfen nicht in der Öffentlichkeit ausgedrückt werden oder wenn das gemacht wird, dann nur so, dass es gesellschafts tauglich ist oder so was also da, da liegt ja irgendwie so ne Decke über uns. Noch krasser ist es, wenn du in der heiligen Messe bist. Hast du ein Kind dabei und das nur einen kleinen Mucks macht und dann drehen sich gleich die alle um und schauen dich schon böse an, warum hast du überhaupt dein Kind mitgebracht? Also wir, wir lernen das irgendwie in der Gesellschaft, so Runterzudrücken.
Und ich kann mir vorstellen, jetzt bei dem Beispiel, so wie jeder reagieren würde, wie du auch gesagt hast, so intuitiv das Kind hat, hat dieses Problem und dann wird es auch noch geschimpft, das weiß ja gar nicht, dass jetzt was Blödes gemacht hat, sondern wie wenn mir der Arm weh tut und ich hab Schmerzen und dann sagt einer, du darfst keine Schmerzen haben und schimpft mich in den Schmerzen und dann lerne ich.
Ich, ich deck alles weg, weil ich krieg für alle Emotionen, für alles, wo ich innerlich irgendwas spür, krieg ich noch einen auf den Deckel, so ungefähr und mit dieser Empathie, das find ich cool, also das muss man glaub ich echt voll trainieren, dass man sich überwindet, nicht so zu reagieren sondern drauf einzugehen, also empathisch zu reagieren, sich. Nebendranschweißen.
Das ist Hyperempathisch, das ist alles. Aber ich glaub, wenn ich im Erwachsenen so Rede, der wird sich vielleicht voll aufregen. Weil der ja reflektieren kann. Und wenn ich dann super empathisch bin, denk ich ja, was will der denn? Ja, das hab ich vorher noch stehen. Also es gibt da so psychologische Schulen, die das auch so meinen und und wenn du das liest, denkst du, boah nee, dann hau ich dem direkt einen rein, also bisschen was davon ist wichtig, dieses Spiegeln eben ja, wie ich es vorhin auch gesagt hab, wenn mir jetzt einer mit seinem kopfchaos Kopfkino da kommt.
Dann hau ich dem alle nur Lösungsvorschläge hin oder so, sondern ich bin schon empathisch, aber dann kann man eben wegen dieser Selbstreflexion halt weitergehen, aber bei Kindern eben total spannend, also richtig interessant und das ist halt Prägung schon im Allerfrühesten Kindesalter und ich glaub wir sind alle noch so geprägt, also die wenigsten haben so krasse Eltern gehabt, die da anders mit umgegangen sind.
Ja, genau, und ich mein, wenn es, wenn es einmal passiert, dass du halt irgendwie geshatet wirst. Aber wenn es halt immer passiert oder fast immer. Ich meine auch auch Eltern vielleicht, wenn jetzt Eltern zuhören oder werden der Eltern oder so. Man kann sich natürlich entspannen, weil wir sind so aufgewachsen und von morgen und von heute auf morgen wird sich das nicht ändern, das kann man sich irgendwie vielleicht immer mal wieder reinziehen, ja das die Gedanken erneuern und ich werde, ich werde jetzt, also ich bin jetzt mit dem Buch fertig geworden mit dem Hörbuch und habe es gleich wieder angefangen, weil ich mir dachte, OK, also jetzt kriege ich, jetzt kriege ich dann das zweite Kind und.
Es geht jetzt in dem Podcast ja eigentlich gar nicht um Geschwister und so, aber eher so wirklich eine super Empfehlung, sich damit zu beschäftigen, weil das ist auch interessant, das habe ich auch so nicht gesehen. Wenn ein Kind, ein Erstgeborener ein Geschwisterchen bekommt und auch alle bei allen anderen Geschwistern ist es zu einem gewissen Grad so, dann passiert die sogenannte Nachgeburtliche Geschwisterkrise.
Das bedeutet, dass das für das erste Kind das völlige, alleinige Aufmerksamkeit jetzt für ein 2 Jahre von Vater und Mutter erhalten hat. Ist es wie, als würden Vater und Mutter Fremdgehen mit einem anderen Kind, und das ist also, wenn wir schon heutzutage irgendwie spüren, was es bedeutet, wenn jetzt keine Ahnung meine Frau fremdgehen würde oder sowas, das ist der Schmerz, den dieses Kind haben kann. Wenn es das so wahrnimmt, ja.
Weil plötzlich haben die haben die nicht mehr so viel Zeit und und dann gibt es halt Kinder, die werfen dann Sachen und die Kratzen das Neugeborene oder oder die, die wollen, müssen irgendwie damit umgehen, aber die sind halt nicht 20 und können sich darüber irgendwie Gedanken machen, wie wie kann ich jetzt mit meinen Gefühlen umgehen, sondern also der Umgang mit Gefühlen ist so entscheidend und es kann eigentlich nicht genug Orte geben oder Menschen geben, von denen man das irgendwie lernen kann, ja. Ich find das auch spannend im Kloster, weil wir auch in Gemeinschaft leben und deren, ich sag mal nur mal im Unterschied zur J 9, da ist es auch in Gemeinschaft voll, eng und so weiter aber ich sag mal
eben, weiß nicht, du weißt es besser, im Notfall kann ich immer sagen, in paar Monaten ist vorbei, hab ich wieder meine Ruhe und bei uns ist ja ne Lebensentscheidung, da weiß ich werd mein Leben lang mit denen zu tun haben, mal mehr mal weniger, je nachdem wo man eingesetzt wird als Priester und so aber. Das ist eine Lebensentscheidung und ich kann mich dann ständig daran reiben und an dieser Reibung aufreiben. Oder ich nehme das echt als Lebensschule und Chance zu sagen, so sehen wir das Halt, so, soll jetzt nicht so hypervergeistigt sein, aber zu sagen, Gott spricht zu mir durch diese Reibungen, oder man sagt auch, der Mitbruder ist ein Werkzeug Gottes für Meine Heiligkeit oder Heiligkeit, was heißt das, das ist so ein
Überbegriff, sich kein Mensch was vorstellen kann. So ein Bild, dafür ist jeder Mensch ist wieso ein Rohdiamant und Rohdiamantischer als wieso ein dreckiger Kiesel, also irgendwie unscheinbar und und komisch und und der muss geschliffen werden, der muss in Form gebracht werden und dann noch poliert und so weiter und danach glänzt er und und was weiß ich was alles und diese Reibung, die ist immer unangenehm, auch für den Rohdiamanten, aber was am Ende rauskommt, das ist halt das schöne und ich muss jetzt nicht perfekt werden, dass ich heilig bin und dann in den Himmel komme, also um das geht es nicht, sondern dass ich das zulasse und dann schaue, wo reibt sich es.
Wie ich schon gesagt habe, und dadurch was lernen kann, darum mich einstellen kann auf andere und ich muss sagen deswegen Gemeinschaftsleben ist sehr oft sehr anstrengend, aber ich muss sagen, ich wäre geistig nie so gereift und gewachsen, wenn ich nie in Gemeinschaft gewesen bin, davor habe ich jahrelang alleine im Studium gelebt, ganz alleine und war immer gemütlich und so, ich war viel auch in Gemeinschaft also.
Apostolatik gemacht, coole Aktionen und was weiß ich was alles war dann immer froh, wenn ich dann wieder in meiner Bude war, meiner Studentenbude ganz alleine und dann war der Schritt ins Kloster, wo du ständig mit Leuten zu tun hast. Man hat schon so eine Klosterzelle, wo man für sich ist, aber du lebst halt mit denen und ich hab das Gott sei dank früh versucht zu lernen das anzunehmen und als Chance zu nutzen und ich sehe halt so ne Früchte wenigstens bei mir was man die Mitbrüder. Genau, aber ich hab, ich hätte da nie so viel gelernt. Ganz spannend und interessant ist dann auch wieder im Kloster, was man dann noch so lernt, bin halt kein Einzelkind, ich hab n Bruder 2 Brüder eigentlich der
Ältere, war aber schon außer Haus wo ich klein war, aber Unterschied zwischen Mitbrüdern die Geschwister haben und Mitbrüder die Einzelkinder sind, das ist so interessant sind natürlich alle unterschiedlich, ist ja auch nicht immer jedes Einzelkind ist so n hyperegoist also das geht so nicht aber.
Manchmal merkt man das, dass manche gleich so einen Blick für andere haben, so voll teilen oder erstmal den anderen und dann sich selber anschauen und so um manche Mitbrüder, die die Einzelkinder sind erstmal sich selber und dann so ein Beispiel, was mir so einfällt bei einem Mitbrüder, ohne dass das jetzt gleich negativ ist, aber das muss ich erstmal mit Bedenken, dass ich nicht denke, der Egoist hier, der schaut nie auf die anderen oder zerteilt nie oder so finde ich super spannend.
Also Kloster ist eine coole. Psychologische Feldstufen. Ja, ich mein. Aber hier in diesem Haus ist es ja ähnlich. Also die Leute sind zwar für 9 Monate da, aber natürlich sagen wir ihnen, hey, du kannst natürlich jetzt schon irgendwie versuchen, noch zu überleben, die letzten 6 Monate oder du kannst lernen es anzusprechen oder du kannst lernen damit umzugehen und hey übrigens wir würden dir auch, also wenn du möchtest helfen wir dir gerne einen Weg zu finden, wie du es entweder damit umgehen oder es ansprechen kannst. Und das ist dann immer der Game Changer für die, weil die vielleicht plötzlich merken, ah, es gibt ja noch mehr Möglichkeiten, als es nur unter den Teppich zu kehren oder A ist.
Das ist auch eine Große, ein großer Schmerz tatsächlich, viele haben die Erfahrung gemacht, wenn ich mal einen Konflikt anspreche, meistens ist er natürlich ein bisschen ungünstig angesprochen, vielleicht klage ich ihn gleich an, so, du hast das und das gemacht, aber wenn ich es mal anspreche, dann wird die Beziehungsqualität danach leiden und schlechter. Also oder oder ich werde verlassen, wenn ich, wenn ich irgendwie meine Bedürfnisse kommuniziere, meine Grenze ziehe oder vielleicht sage, irgendwie mich verletzlich mache, dann werde ich verlassen.
Also, und das ist ja auch in Freundschaften, ist das ja, passiert es ja immer wieder unter den jungen Leuten, jetzt in der Familie wird es nicht verlassen, aber in deinen Freundschaften geht es ganz schnell so, du hast nur einen kleinen Konflikt, das ist viel zu anstrengend, na, kein Bock mehr auf die Person und hier lernen sie.
Hoffentlich, dass sie Konflikte ansprechen können und dass danach die Beziehungsqualität sogar besser ist, weil man hier reingeht mit der, mit der mit der Ansage, Hey, irgendwas steht zwischen uns, aber ich, ich schätze dich so, dass ich wieder klar sein will mit dir und das ist der absolute Game Changer für alle Konflikt Kommunikation kommt mir vor, vor allem auch in in Ehen oder in Beziehungen. Dass du sagst, OK, wie funktioniert ne gute Beziehung? Na ja, nicht konfliktfrei funktioniert nicht, aber wenn du dann sagen kannst, wow, da war echt was, das hat mich echt verletzt, aber du bist mir so wichtig, dass ich das mit dir klären möchte und ich will mit dir wieder klar sein und das schaut dann ganz anders aus.
Du bist jetzt in der Seelsorge, wahrscheinlich hast du auch ziemlich viel Beziehungsdrama, was was du da hörst. Wahrscheinlich die delikatesten Sachen auch, oder? Da sind ja viele viele Leute die die zu dir in die geistliche Begleitung kommen und weiß nicht ob du jetzt die letzte Rettung bist, aber vielleicht manchmal keine Ahnung, aber was hast du da, was hast du da für Erfahrungen gemacht?
Also es kommt halt alles hoch eben an Emotionen, an Konflikten und so weiter und was ich fast allen immer sag ist halt das das Grundproblem wirklich ist, dass wir Kommunikation nicht gelernt haben. Weil das gesellschaftlich, soweit ich es halt weiß, gut, das ist jetzt Niederbayern, Oberpfalz, da wo wir jetzt sind und je nach Familie, also man kann es jetzt nicht pauschalisieren, aber so im Großen und ganzen muss man sagen, wie lerne ich denn Kommunikation oder wie lerne ich Wahrnehmung von Gefühlen und so weiter wenn dann durch Prägung von daheim und wenn die meistens halt nicht so ideal ist, dann sind die wenigsten, die sich dann später noch mal einfach für sich damit beschäftigen.
Die meisten Leute, die leben halt ihr Leben und ihre Beziehungen und sonst wie und die fangen hoffentlich dann an, spätestens dann, wenn man in so einen Konflikt kommt und so und die, die Halt kommen und Hilfe suchen, das ist eh schon der Jackpot. Also die meisten machen es, glaube ich gar nicht, da endet der Konflikt im Chaos oder man geht sich aus dem Weg oder man lebt halt irgendwie aneinander vorbei oder was auch immer, aber die, die haben ja schon den Villen zu sagen, es ist nicht gut, aber ich will auch nicht, dass es so bleibt und. Genau.
Und da ist eben ganz viel Kommunikation. So wird jetzt auch schon gesagt, dass das ein Konflikt und ich will den Ansprechen, das ist auch schon der Jackpot, Leute, die die überhaupt da mal drüber reden und nicht den anderen einfach nur meiden oder so, und das erlebe ich ganz oft, dass die Leute mir dann sagen, das und das und das ist das Problem oder wie auch immer, und ich habe es ihm doch gesagt und er sagt, er hat genau recht mit seinem Punkt.
Was er gesagt hat, war super, aber wie er es gesagt hat, da merke ich schon wie er drüber redet oder die Person drüber redet, merke ich das kann voll den Druck aufgebaut haben mit diesen du Botschaften voll der Vorwurf es ist gar nicht so gemeint, die wollen das eigentlich wirklich auf den Punkt bringen weil es emotional ist weil man es nicht gelernt hat und dann mit diesen du Botschaften drücke ich den anderen voll ins Eck und jeder der ins Eck gedrückt wird der der verteidigt sich oder oder wird dann selber aggressiv oder so und dann sage ich sie haben voll recht aber ich glaube es geht nur ums wie. Und da gibt es halt verschiedene Methoden, die, die ich gern mag, wo ich selber super Anfänger
bin. Aber ich weiß, dass sie super ist. Ist die gewaltfreie Kommunikation einfach, man muss es jetzt nicht nach Schema f da durchziehen, aber dieses erstmal auch wieder wahrnehmen, was ist in mir eigentlich los? Ich bin aggro dahinter, vielleicht ist n Bedürfnis, ich bin nicht gesehen, ich fühl mich verlassen oder was weiß ich was alles also da da ist wirklich ganz viel im Hintergrund. Und dann, wenn ich das bisschen angeschaut habe, mir überlegt habe, dann kann ich so ein Gespräch führen und mein Haupttipp ist immer, du musst ein Gespräch nicht spontan können von so einem Konfliktgespräch, sondern du kannst dich darauf vorbereiten, ich muss es da nicht auswendig aufsagen, was ich mir
vorbereitet habe, aber dass ich mir selber erst mal im Klaren bin, um zu wissen, was würde ich sagen und dann noch mal überlege, wie spreche ich es eigentlich an, dass der andere nicht gleich voll ins Eck gedrängt wird, sondern irgendwie, dass die Karten auf dem Tisch sind. Oder ein Tipp, der mir selber aufgegangen ist.
Mal in so einem Gespräch, wo ich gesagt habe, sie können dem Gespräch, also im Konfliktgespräch oder wenn was geklärt werden müsste, sie können den an Rahmen geben zu sagen, Hey, ich würde gerne was mit dir besprechen, aber du musst nicht darauf antworten, ich würde es nur gern was loswerden und du kannst dann entscheiden, wir können dann noch mal später drüber reden oder sonst wie, hört sich jetzt total künstlich und komisch an, aber auch das kann voll den Druck rausnehmen. Weil wenn jetzt jemand n Konflikt anspricht, sogar wenn er es sehr nett macht, denke ich. Oh Gott, hier ist n Konflikt, ich muss ja ne Lösung oder man bezieht es auf sich und ist angegriffen oder irgendwas und wenn ich diesen Rahmen schon
geb, dann kann ich eben durch ne gute Vorbereitung schon ganz viel Druck rausnehmen. Die Karten liegen am Tisch und dann kann man gemeinsam drauf schauen und das finde ich ein schönes Bild, aber es ist natürlich n Learning, man muss dran bleiben, man muss sich überwinden ja genau. Ich find es total sympathisch, dass du gerade gesagt hast, dass du selber an Anfänger noch bist. Also weil ich lehre jetzt schon seit Jahren diesen jungen Leuten und ich hab auch schon ganz viele Konflikte mediiert, also als dritte Person quasi, wieso ne Art Schiedsrichter geschaut, dass die Regeln eingehalten werden, dass die sich irgendwie schlussendlich verstehen, dass die sich nicht die ganze Zeit noch mehr missverstehen, also
natürlich nur, wenn es wirklich ganz schwere Konflikte sind oder oder schon über Monate oder so, man kann es irgendwie nicht selber lösen, dann hat man bei uns die Möglichkeit ne dritte Person noch irgendwie reinzunehmen. Und das mach ich immer wieder und hab so viel Erfahrung und so. Und wenn ich dann zu Hause mit meiner Frau mich streite und dann ist alles weg, dann denk ich so wie kann sie das Wagen und und dann dann fang ich an irgendwelche Anklagen und erst dann im Nachhinein, wenn ich dann wirklich wirklich wieder von außen drauf schauen kann, dachte ich mir, oh Gott, meine Konflikt, meine eigene Konfliktkommunikation ist so madig und das fand ich jetzt grad sympathisch, dass du auch sagst, ja, bin ich eigentlich
auch Anfänger? Die Prinzipien verstehen ist das eine, aber es selber umsetzen zu können, ist echt noch mal ne neue, ne andere Challenge. So ist es ja, aber das erdet einen auch wieder. Sonst finde ich auch wichtig in der Seelsorge oder überhaupt auch in Freundschaften, in Gesprächen mit anderen, dass ich mich nicht über den anderen Erheb und ihn jetzt bemutter und sag ja und so oder als Oberlehrer dann komm, sondern eben man kann die Prinzipien teilen, wo man wo einem selber ein Licht aufgegangen ist und so, aber. Dann halt ermutigen und man braucht selber auch die Ermutigung zu sagen, OK, das hast du jetzt wieder fünfmal versaut, aber bleib dran und überleg es dann noch mal und so. Ja, innere Reife, echt ein
Dauerthema, eine Ding, eine Sache, die bei uns auch wichtig ist und die dir sicherlich auch wichtig geworden ist über dein Leben und auch in deiner Begleitung zum Thema Innere Reife ist das Gebetsleben. Also du hast vorhin gesagt, Beziehung zu mir selber, ja, das ist da, ist wichtig, da muss man reifen. Beziehung zum anderen haben wir schon besprochen. Kommunikation, Konflikte et cetera, aber du hast auch gesprochen von Beziehung mit Gott, dieser Dreisatz, den haben wir bei uns in der Jüngerschaftsschule auch, das ist immer der Versuch zu erklären, was wir überhaupt machen, irgendwie beziehungsfähiger werden und ja, und das Thema Gebet, du bist Augustiner Chorherr, jetzt hätte ich fast wieder Mönch gesagt,
ich. Und. Singst oder betest viel mit deinen Brüdern, mit denen oder wie nennt man die? Nennt man die Brüder mit Brüder mit Brüder, OK, gut, mit Brüder, du betest viel, auch beruflich du du stehst Messe vor, das ist natürlich auch Gebet und Leute kommen vermutlich auch zu dir mit diesem Ding OK, wie kann ich eigentlich beten oder ist das eine häufige Frage?
Ja freilich also. Wir haben jetzt die ganze Zeit über so Psychosachen geredet. Gehört natürlich auch dazu, aber zuallererst bin ich mein Ordensmann, Geistlicher und Priester, und das heißt auch geistliche Begleitung, weil für was anderes geht es in der Psychotherapie oder zum Coaching oder sonstwie und deswegen Gebet ist auf jeden Fall das Thema und eben diese Beziehung zu Gott und das Schöne ist halt Beziehung zu Gott, das ist schon so ein Begriff, den man halt in der klassischen Volkskirche so gut wie gar nicht irgendwie hat.
Da ist es halt irgendwelche antrainierten Traditionen, die alle nicht verkehrt sind. Das ist alles wunderbar, aber ich kann das alles äußerlich machen oder wirklich aus einer inneren Beziehung heraus, und das ist halt das Hauptthema für ganz viele, die halt entweder aus dieser Tradition kommen und sagen, ich quäl mich quasi ab mit irgendwelchen Gebetsformen, aber irgendwie ist es leer oder was auch immer oder die einen anderen Zugang gefunden haben und dann sagen, ja, ich hab immer frei gebetet auf einmal. Fallen mir keine Worte mehr ein oder es fühlt sich auch total leer an und genau das den Menschen zu zeigen was in Beziehung da ist zu Gott und diese Fähigkeit dazu und dass ich da auch nicht irgendwelche,
dass es kein Schema f gibt, dass es keine Tricks in dem Sinn gibt oder sowas oder wie man es richtig und falsch machen kann. Das ist mein liebstes Learning von Jüngerschaft. Ich durfte selber Jüngerschaftsschulen machen und mit begleiten und so weiter mein liebstes Learning ist, du darfst Fehler machen, ich liebe das, ich habe das schon paar mal in Gruppen gemacht oder mal bei Predigten oder so, wo ich gesagt habe, schauen Sie meinen Nachbarn an und sagen Sie ihm in die Augen, du darfst Fehler machen und die Reaktion war immer. Total die Heiterkeit, eine Leichtigkeit, irgendwie ein Lachen und so, wo ich sage, das ist jetzt keine lustige Botschaft, aber das das nimmt so einen Druck raus und das ist das tolle und das sollte Beziehungen
eigentlich ausmachen. Natürlich machen wir Fehler und keiner will Fehler machen, aber wenn ich mir so einen Druck mache, dann lerne ich auch aus den Fehlern kaum und mach es dann doch immer wieder oder vermeide halt dann die ganze Zeit eine Beziehung und das kann bei Gott eben das gleiche sein und das Schöne ist, dass wir Menschen sind.
Dass unser Gott auch Mensch geworden ist in Jesus Christus. Und ja, dass wir dadurch durch menschliche Beziehung auch was lernen können über die Beziehung zu Gott und deswegen mein mein Hauptbild, was ich immer bringe in der Seelsorge, ist immer ein Vergleich, ja, schauen sie doch mal an, wie keine Ahnung, wenn es darum geht, ja, wie kann ich da gescheit beten, wie kann ich mir die Gebetszeit gut halten oder so was, die ich mir jetzt vorgenommen habe, wo ich sage, wie verbringst du denn Zeit mit ihrem Partner? Und so gut?
Dann kann es sein, dass da schon Mangel ist. Vielleicht ja, aber sonst immer Fernseher einschlafen, genau. Und da ist halt Zeit miteinander verbringen. Miteinander reden und wenn es nur immer oberflächlich ist, ist klar, dann wird es irgendwann bisschen flach. Das ganze aber zu sagen, Hey, wie geht es dir, wie geht es dir eigentlich wirklich? Und dann fangen tiefe Gespräche an mit dem Partner, mit einem Freund, wie auch immer und genauso ist es bei Gott und dann kann man immer sagen.
Stell dir vor, Gott, frag dich am Anfang der Gebetszeit. Hey, wie geht es dir? Und dann fängst du einfach an zu reden, das ist fast schon zu billig, so geht es einfach und dann komme ich schon in meine Themen, das hat dann eben ganz viel zu tun mit, ich nehme dann auch erstmal kann lernen wahrzunehmen, was da eben in mir vor ist, wenn mir vorgeht, was deine Emotionen sind, was ich heute erlebt habe, Konflikte.
Wo mich was total ankotzt oder so in die Richtung und da dann auch wieder, wo dann viele meinen ja vor Gott muss ich ganz fromm reden, wenn ich schon frei bete oder so, es muss ganz fromm sein, das muss perfekt sein oder so, weil ich sag, also weiß ich nicht ob sie mit Ihrem Partner immer nur fromm reden und immer nur blumig oder so was, sondern da kommt auch mal ja wenn der Partner sagt, irgendwie warst du heute in der Arbeit und er sagt, Boah, das ist so ein Kack heute und der Chef wieder sich aufkühlt wie die Sau und so weiter und das ist zwar kein schönes Gespräch. Aber der Partner merkt, Hey, das ist wirklich was in dem vorgeht, und das, finde ich, ist doch ein Anzeichen von Liebe, dass ich dem anderen das Anvertraue,
sogar das Negative in mir. Und gut, das soll nicht immer nur dabei stehen bleiben und dann darf man aufs Positive kommen und bei Gott ist es quasi das gleiche und sind die Klage Psalmen oder also in. Der der Psalmenist, der klagt ja auch ständig über alles Mögliche. Er bleibt doch nicht stehen. Ganz oft ist dann so der halbe Psalm ist so Klage, Klage, Klage.
Und dann kommt in der Mitte und jetzt denke ich wieder an deine früheren Wunder und und jetzt ist es ist nicht alles gut, aber ich wechsle meine Perspektive, weil die Psalmen sind das Gebetbuch der Bibel. Und auch die Schule des Betens einfach und ich. Also es gibt manche Psalmen, die sind so krass zu beten, wenn ich so innerlich mitgehen will, da kommt. So ein Lob und ich so AH, schöner Psalm und dann voll die Verfluchung von irgendwem mit deinem Feind ist ich so okay krass, was ist jetzt los und auf einmal 2 Verse weiter schon wieder so ein Lob und ich glaube boah das ist ein ein Wechselbad der Gefühle, aber genau das ist das Menschliche, weil wer betet schon immer fromm, wer regt sich
nur auf im Gebet, das ist immer ein ein Durcheinander und das ist so schön zu sehen, das ist Wort Gottes sogar, also Gebet von Psalmisten und und so dürfen wir auch beten, also wir dürfen eben auch. Das negative rauslassen bei Gott es gibt einen Vers, in dem Psalmen, der kommt paar mal vor, glaub ich in der Bibel, wo es heißt, schüttet euer Herz vor Gott aus und ich hab mal nachgeschaut, was heißt dieses Wort ausschütten auf Hebräisch und was ist damit noch gemeint, das heißt ausschütten, das heißt aber auch komplett leer machen, also wirklich ohne irgendwas zurückzuhalten, auslernen und dann noch, und das ist coole, noch ne geistige Bedeutung, ein trankopfer Darbringen. Gut, das Wort Opfer ist immer
ein bisschen schwieriger. Anderes Wort für Opfer ist die Hingabe. Also ich gebe es auch Gott hin, und das ist so tief einfach und und einfach das, was da ist. Und wenn ich gut drauf bin, dann lobe ich Gott, und wenn da ein Konflikt innerlich ist oder irgendwas komisch ist, dann gebe ich das auch Gott hin, und das ist schon mal der Anfang, das ist da, und aus dem heraus kann so in die Ruhe kommen, es ist schon mal eine gewisse gesunde Lehre in mir, ich habe es mal rausgelassen, der Dampfer ist mal abgelassen.
Und dann kann alles Mögliche kommen. Dann kann ich in die Stille gehen oder in der Stille kann ich dann auch mal wirklich hören, worauf Gott mich aufmerksam macht oder ergibt mir eine Lösung, eine Idee oder was auch immer. Ich habe das dieses, wie geht es dir noch nie. So also dieses am Anfang des Gebets ist, dass mir Gott sagt, Hey, wie geht es dir, geht es dir heute oder vielleicht sogar, wie geht es dir heute wirklich, das finde ich, ist ein wunderschöner Gedanke, ich habe es nicht so explizit so konkret, aber.
Wenn ich bete, dann fang ich meistens an in mein Tagebuch und schreib einfach mal drauf los, was heute war, was mich beschäftigt hat oder so. Und ich find es ne großartige Sache mal. Anzukommen. So weil ansonsten verhaspel ich mich in irgendwelchen frömmen gebetspraktiken und denk mir, oh, jetzt hab ich einen Rosenkranz gebetet, jetzt hab ich einen mehr oder so keine Ahnung. Ja also und.
Das finde ich richtig cool. Das würde ich auch jedem empfehlen, der zuhört. Tagebuch schreiben ist nicht out, nicht uncool, aber ich möchte auf was anderes hinaus, und zwar ich habe schon so viele Leute gehört, die gesagt haben, wenn du betest, dann bete so oder dann kannst du so starten oder du, das kannst du noch in dein Gebet einbauen und hey, mach doch noch ne fürbitliste oder jetzt habe ich gerade John Aldridge im Kopf, der sagt. Starte doch ganz am Anfang mit Jesus. Ich gebe dir alles und jeden hin. Sorge du so, das ist ja ein super Staat, wie man ins Gebet kommt.
Jetzt hast du gesagt, ein super Staat wäre zum Beispiel Hey, stell dir vor, dass Gott sagt, Wie geht es dir und dann gibt es aber noch so 100 andere Leute die sagen, Hey im Gebet ist es eine super Sache, wenn man noch das einbaut und im Gebet hey wenn du noch das einbaust und wenn du noch deine wenn du deine Fürbitliste hast und dann machst du noch eine kleine 5 Minuten dank und dann dankst du noch irgendwie für sein Geweis.
Es ist ja wichtig, Dankbarkeit zu dings zu zu üben und schlussendlich stehe ich dann mit all diesen Ratgebern stehe ich dann davor, dass ich irgendwie OK meine Gebetszeit die nächsten 2 Stunden wird jetzt extrem durchgetaktet sein, weil ich will nämlich jede einzelne Sache will ich irgendwie einbauen, weil jede einzelne Sache für sich ist ja cool. Und und geht mir auch eher so.
Ist auch für mich eingängig so, Oh ja klar, ist ja super, wenn ich irgendwie Jesus sage hier, ich geb dir wieder alles oder und ja, da hast du das auch n bisschen, dass du denkst, da bist du jetzt wieder inspiriert das zu machen und da wieder das Gewete Leben verändert sich ja immer auch, aber was sagst du dazu im Erschlagen von Ratschlägen?
Ja, genau das ist das ja. Also genau, es sind eben nur Möglichkeiten, die man machen kann. Ich find halt, es sollte halt gar kein Druck sein. Es kann auch sein, geh ins Gebet und mach einfach gar nichts oder einmal hat mir in einem Vortrag hab ich es mal gehört wo einer gesagt hat das heißt er Lehre uns beten und das kann ich jedes Mal am Anfang sagen, weil ich nie weiß wie man gescheit betet, egal wie lange ich schon also du hast es mit Gott oder du hast es nicht durchgespielt, das ist das Gebetsgame.
Doch, doch, natürlich, das ist alles. Aber ich hab dann auch. Eben mal ne ganz andere. Aber ich hab es mal ausprobiert zu sagen, ich geh einfach ins Gebet und mach gar nichts und schau was dann kommt, wo wozu Gott mich einlädt, was zu tun und so. Das ist aber auch Sau anstrengend manchmal, weil ich will dann auch irgendwas beten oder ich muss mich dann so bremsen oder keine Ahnung was ja also ich weiß am Anfang, das war für mich auch 1 der ersten Themen, wo ich in geistliche Begleitung gegangen bin. Ich war da noch nicht lang im Glauben und katholisch und so. Und ich hatte dann wirklich so 100 Gebetszettel, die man so bekommt auf frommen Veranstaltungen oder in irgendwelchen Kirchen liegen so
Dinger aus, die waren alle cool und ich dann, boah, das muss ich mitnehmen, das muss ich auch nur beten, da zum Heiligen Josef und da zur Mutter Gottes und da das und keine Ahnung was oder in ausweglosen Fällen dieses Gebet keine Ahnung oder das Demutsgebet oder was irgend so n Zeug halt. Und ich hatte dann wirklich. Eben mein geistiges Tagebuch.
Und das war schon so dick, weil lauter so Zettel drin waren. Und ich hab mir da wirklich so n bin halt so eine, ich brauch mal so Schemata und so Übersichten und so und hab mir da aufgeschrieben was ich wann bete, also genau wie du es gerade gesagt hast. Und das Schlimme war, ich hab mir so das Gebet versaut, weil ich schon beim Kreuzzeichen schlechtes Gewissen hatte, weil ich wusste ich schaff das eh alles nicht und auf der anderen Seite hab ich das freie Gebet kennenlernen dürfen, ganz am Anfang auch das charismatische dieses. Ganz offene und so weiter und ich habe im August, das ist ganz wichtig, also dieses auch, wie es mir geht, dass ich locker mit Gott rede, und ich habe immer gemeint, ich muss erst mal dieses Pensum abarbeiten und
dann kann ich noch frei beten, und ich weiß ja, der erste Tipp, den mir mein geistlicher Begleiter damals gegeben hat, war, du nimmst die Zettel und schmeißt die alle Weg, und er hat gesagt, du fängst mit dem freien Gebet an, und dann kannst immer noch ein Vater unserer irgendwas beten, und das war für mich voll die Überwindung, ich habe echt diese.
Mir wertvollen Zettel, die schon fast heilig waren, für mich genommen und er hat wirklich gesagt, schmeiß die weg. Das heißt nicht, dass die schlecht sind, sind alles tolle, es gibt tolle Gebete, aber die sind glaube ich jetzt einfach noch nicht dran und dann habe ich die echt weggeschmissen und auf einmal ist so voll die Last von mir abgefallen und das erste Mal wo ich dann wieder gebetet habe so richtig ich darf, ich darf einfach sein, ich darf einfach bei Gott sein und dann hat sich das eben entwickelt und.
Und eben entwickelt wie eine Beziehung. Du redest jetzt mit deiner Frau bestimmt auch ganz anders wie am Anfang, wo ich kennengelernt habe, da gab es bestimmt Zeiten, wo man sich mehr angeschwiegen hat oder was auch immer und so ist es auch mit Gott, das ist was Lebendiges, Wir haben einen lebendigen Gott, der zwar immer gleich ist, aber immer gleich cool und lebendig, und wir sind auch lebendig, wir haben auch verschiedene Phasen in unserem Leben und das spiegelt sich auch im Gebet wieder, und deswegen gibt es da kein richtig oder falschbeten oder gut und und schlechtbeten oder so in die Richtung. Generell, wenn man so ständig sein Gebet bewertet, dann versaue ich mir das.
Das hat mir einer so schön gesagt, er hat gesagt, ja, wenn ich, wenn ich meine Frau Küsse, dann bewerte ich nicht ständig, wie spröde sind die Lippen und wie schmeckt die der Speichel oder keine Ahnung, was so in die Richtung, da versaue ich mir den Kuss oder den das Schöne, den Zauber in der Liebessprache und so weiter und deswegen, wenn ich mit Gott red wenn ich das ständig bewerte, also mach ich da die Beziehung vielleicht nicht kaputt, aber. Ich bin gar nicht im sein.
Ich bin die ganze Zeit so im drüber nachgrübeln und so weiter und deswegen genau schmeißt die Gebetszettel erst mal weg und die können dann irgendwann mal wieder kommen. Aber du bist in gewisser Weise Beta von Berufs wegen her, weil du hast. Deine fixen Zeiten, du hast du stehst der Messe vor, du hast wahrscheinlich auch einige Räume oder Örtlichkeiten oder Abende, da Barmherzigkeit oder was auch immer, wo du der Gebetsleiter bist.
Und trennst du das? Also ist das für dich ne ne andere Qualität, wenn du im Chorgebet stehst wie im Vergleich zu? Du sitzt vielleicht in deiner Zelle und machst irgendwie noch ein freies Gebet ich als ich als ich ich für in meiner Zeit in Augsburg, wo ich auch im Gebetshaus immer mal wieder war, war also auch n bisschen die Frage, wir sind einige Stunden im Gebetsraum.
Mache ich jetzt da meine Gebetszeit, meine private sozusagen? Oder mache ich die noch mal separat? Noch mal extra haben wir hier im Haus auch die Frage, können ein paar Stunden Gebet für als Arbeitszeit aufschreiben und es ist, so mache ich jetzt meine Gebets, meine, wann mache ich meine private Gebetszeit und so, also es wird immer getrennt zwischen für diese Berufsmissionale so. Es wird immer getrennt zwischen privater Gebetszeit, so ich irgendwo vielleicht in an Örtlichkeiten, die völlig nichts mit meiner Arbeit zu tun und dann aber noch die Gebetszeit in meiner Arbeit so also trennst du das. Ist das für dich alles 1, vor allem auch, weil das Chorgebet oder die Psalmen, die das Stundengebet ist ja jetzt kein freies Gebet, sondern es ist ein
fixes Gebet, und dass man halt auch entweder runterrattern kann so, weil man halt, das ist halt irgendwie das Ding, was man halt macht, oder wo man vor allem im Herzen dabei ist. Mhm, mach ich irgendwie Sinn? Ja ja, ist genau richtig, das ist die Frage die man sich. Immer stellen muss auch am Anfang, quasi wie wie bete ich, wie bete ich das, was ich eh bete, also eben für die Berufsbeter guter Begriff, also eben das Chorgebet, total strukturiert, alles ist vorgegeben, da gibt es nichts freies in dem Sinn, auch die Melodien, die wir singen, wir singen alles auf Latein.
Dann Latein noch mal eine Fremdsprache. Also man sollte schon ein bisschen Latein können, weil es sonst schön ist. Wenn ich gar nichts verstehe, und das kann alles ein Hindernis sein, dass ich merke, ich mach das nur äußerlich, aber deswegen ist ja das Schöne dieses ganz regelmäßige Beten, gut, ich weiß nicht, wer jetzt von den Zuhörern Zuschauern Latein betet und so oder das Previer überhaupt betet, das Stundengebet aber vielleicht für die Frommen, die den Rosenkranz beten oder so, wenn ich das ganz regelmäßig mach. Dann bin ich voll drin, da muss ich nicht über jedes Wort noch mal nachdenken oder so in die Richtung. Mein Tipp ist auch, die Geheimnisse am Anfang sagen und dann durchrattern nicht und dann
wird so gebetet, nur die Deutschen wiederholen ständig das Geheimnis, mich bringt das immer so raus, weil ich dann wieder in den Kopperlander ich bin doch schon im zweiten Geheimnis und keine Ahnung so in die Richtung und durch dieses Durchrattern und so weiter und wenn ich es regelmäßig mach, die Form ist vorgegeben, das mache ich aber in der Form kann ich dann so eine Freiheit entdecken. Das ist auch in den Psalmen so.
Ich muss da nicht unbedingt an alles denken, was jetzt da gesagt wird. Wir haben es gerade besprochen, da kommen in einem Psalm 5 verschiedene Emotionen vor, ich hab vielleicht entweder gerade gar keine, bin halt in Ruhe oder hab vielleicht n Grand und dann kommt ständig der Lob und wo ich sag, ah das beißt sich irgendwie mit dem wie es mir geht und so, sondern dass ich halt merk, ich kann auch die Gedanken fließen lassen, nicht abschweifen aber. Ich kann in die Gegenwart Gottes kommen, und das ist eigentlich so der Trick an der Sache, dass die Aufsichtsreform bleibt mir total.
Die Hilfe ist überhaupt die Tagesstruktur im Kloster eben strukturiert zu leben, so eine Ordnung reinzubringen und in der Ordnung die Freiheit zu entdecken und in der Ordnung könnte man auch sagen, dann auch Gott zu entdecken, weil ich, wie gesagt, ich kann das komplett äußerlich mitbeten, alles richtig machen und perfekt mitsingen und was weiß ich was.
Aber komplett gar nicht an Gott denken, so in die Richtung. Oder? Ich versuche halt immer wieder, das als Chance zu nehmen und je regelmäßiger, desto weniger muss ich dran denken und dann kann ich innerlich mich auf die Gegenwart Gottes einstellen, genau wie du sagst, das ist das offizielle Gebet, auch das Pflichtgebet könnte man sagen, wie auch immer das Berufsgebet, und dann braucht es aber trotzdem auch immer noch eine persönliche Gebetszeit, also es hilft nicht nur das zu beten. Aber schön ist an Vorformulierten gebeten. Das ist nämlich dann wieder da, können dann die Zettel wieder rauskommen, als wir gerade geredet haben, wenn ich wirklich durch eine echte Trockenphase gehe, die auch gut ist im geistlichen Leben, die auch
wichtig ist, die auch Gott zulässt unter bestimmten Bedingungen, dass ich dann wieder auf so vorformulierte Gebete zurückgehe, dass das Gebet nicht abreißt, nur weil ich merke, boah, mir fallen jetzt keine Worte ein oder das, was ich sage, ist so leer, was ich mir frei formuliere, sondern. Jetzt bete ich mal wieder einfach was durch und bete einfach mal im Psalm durch oder so in die Richtung. Genau, also das ist total die Hilfe, dass man einfach dran bleibt, dass man am Ball bleibt und genau die persönliche Gebetszeit da ist.
Immer mein mein Tipp, also alles aus eigener Erfahrung, aus eigenen Fehlern, aus denen ich lernen durfte und wo ich sage, es gibt Sachen, die möchte ich einfach beten, zum Beispiel hast du vorhin schon gesagt, so eine Fürbitliste. Ich hab gemerkt, ich hab so ein Herz eines Fürbitters für verschiedene Themen, die mir einfach so am Herzen liegen, Personen und und Anliegen und was weiß ich was und hab dann irgendwann gemerkt, Boah das fällt mir nie ein also ich komm da nicht, kann mich nicht an alles erinnern im Gebet und so hab ich mir ne Liste gemacht, das heißt nicht, dass ich die jetzt Stück für Stück durchlese, sondern ich geh die einmal am Morgen durch. Ich bete währenddessen auch in
Sprachen so eine Gebetsform, wo ich da nicht so viel denken muss, da bete der Heilige Geist und und bete quasi durch, weil der weiß dann, was die Person braucht. Ich bete für die, das ist was ganz regelmäßiges, ganz kurz, und das ist einfach fest, das mache ich schon seit keine Ahnung 12 Jahren oder so, jeden Tag ziehe ich das durch, durch die Gnade Gottes und irgendwie bisschen Selbstdisziplin, die ich sonst nicht habe, aber da ist es mir halt wichtig.
Genau. Und dann habe ich auch noch andere Gebete, wo ich sage, was weiß ich am morgen dem Herrn meinen Tag hinzulegen, ihn um seinen Segen zu bitten, um Schutz, um dass ich seinen Willen tue, irgendsowas in die Richtung, und da hatte ich erst so vorformulierte Gebete, die zwar gut formuliert waren, aber wo ich gemerkt habe, das sind nicht meine Worte, oder das ist so altmodische Übersetzung von dem lateinischen Gebet oder keine Ahnung was, und mein Tipp ist immer, schreib dir dein eigenes Morgen und Abendgebet.
Formulierte es selber. Ich habe das 400000 mal umgeschrieben, es hat sich so entwickelt, manchmal ist es weggekommen, manchmal was dazu gekommen, manchmal habe ich was abgeschrieben, manchmal waren es meine eigenen Worte und das Ding bete ich einfach, damit fange ich an, gleich an der Bettkante in der früh, weil da sind Sachen drin, wo ich sage, die will ich einfach jeden Tag Gott sagen oder will ihn darum bitten oder will überhaupt so den Tag halt beginnen, das ist ein ganz fester Teil von meiner persönlichen Gebetszeit und.
Vor allem in der Früh. Da kann ich nicht frei beten, dass mein Kopf so platt ablesen geht und bisschen mitvollziehen, aber da kann ich nicht irgendwie irgendwelche frommen Gedanken da erspinnen. Genau, und dann braucht es aber unter dem Tag natürlich auch noch irgendwie was persönliches und für mich ist es dann eher abends nach dem Tag, wo halt viel los war und so weiter, dass ich da noch mal diesen Tag vor Gott bringe und da ist eh alles drin, also wie es mir geht, Personen mit denen ich zu tun hatte, die Gemeinschaft, was los war. In der Seelsorge, was passiert ist und so weiter einfach wieso ein Nachhausekommen eben zum Partner, so stelle ich es mir jedenfalls idealerweise vor, wo
man noch mal drüber redet und das ist dann wirklich so ganz, ganz persönlich und wirklich, wo ich mein Herz teil, wo ich, wo ich mein schreien nicht anfange, sonst erschrickt mein mein Zimmer nach was, das ist jetzt nett, aber wo ich es halt rauslassen kann und das alles in dieser Struktur von den gebeten und und gemeinschaftszeiten die wir haben.
Genau also von dem jetzt ist alles durchsetzt mit Gebet und es kommt auf mich drauf an, wie ich es fülle, wie ich mich drauf Einlass. Und das Allerwichtigste ist aber halt das Leben in dieser Gegenwart Gottes sitzt bei uns einfach, wo ich ins Größte eingezogen bin, war es so interessant, weil es ja so klein ist.
Du bist immer nur ein Gang weg von der Kirche so ungefähr, und ich habe immer gedacht, also es ist, wie wenn Jesus bei mir im Wohnzimmer ist, oder ich bin im Wohnzimmer von Jesus so in die Richtung, so nah war ich nie. Und das hilft einem auch in dieser Gegenwart Gottes zu sein, weil ich weiß, 3 Wände weiter so Tabernakel, da ist Jesus da so ungefähr, und letztendlich ist er ja noch viel näher, weil seit der Taufe lebt er in mir, und das ist wunderbar, also diese Gegenwart Gottes, die befreit, wo ich nichts leisten muss, wo ich geliebt bin, wo er mit einem Lächeln bei mir ist, wo er auch. Alles aushält, wo der Immanuel ist, der Gott mit mir. Egal durch was ich durchgehen muss, der auch mit mir leidet, der total empathisch ist.
Wenn ich für das kleine Kind an der Kasse brüll, weil ich nicht weiß, wie ich mit dem innerlich umgehen soll, das ist einfach das schöne, aber ich merke, ich komme ins Schwärmen, ja großartig gerne mehr. Ja, na also. Gebet ist mir kommt vor, also. Viele Fragen. Sich was ist Gebet oder wie geht Gebet?
Und ich frag mich das auch heute noch ehrlicherweise. Dass ich mir denke, boah, ich, ich, ich hab mir so eine Routine etabliert, dass ich eine halbe Stunde pro Tag bete. Schon seit jetzt über 2 Jahren glaube ich also, und ich hab es so bis auf 67 Tage einigermaßen geschafft, durch die Gnade Gottes, manchmal bin ich so n ganz bisschen schludrig, dann mach ich irgendwie nur 25 Minuten, oder oder ich bin die ganze Zeit abgelenkt oder was auch immer, aber ich versuche mich jeden Tag hinzusetzen und wenn es um 23:30 Uhr ist.
Oder keine Ahnung, so manchmal sogar schon nach 00:00 Uhr, wenn ich kurz vorm Schlafen gehen irgendwie noch Grad zur Reihe. Eigentlich kann ich ohne Gebet jetzt nicht mehr nicht ins Bett gehen, also ich, ich muss mal ne halbe Stunde mit dem Herrn machen und wie gesagt, manchmal ist es so, ich mach es halt um es zu machen und natürlich bringt es bringt es in Anfang auch irgendwie n bisschen was, aber ich hab es doch oft, dass ich am Anfang einer Gebetszeit erstmal ankommen muss und erstmal mir wieder bewusst machen muss, was ich da eigentlich mache. Weil ich bin mit meinem Kopf den ganzen Tags überall und dann erstmal zur Ruhe zu kommen.
Johannes Hatter hat mal gesagt, dass er. Jeden Tag. Also wenn er. Wenn er, wenn er jeden Tag nur eine einzige Stunde Zeit fürs Gebet hätte, der macht ja 4 Stunden glaub ich oder so, dann würde er 95% der Zeit machen um anzukommen und irgendwie zur Ruhe zu kommen und. Minikörperwahrnehmung und kontemplatives Gebet und dann vielleicht noch 5 Minuten am Ende irgendwas anderes, weil er einfach das Üben möchte in dieser liebenden Gegenwart einfach nur zu sein, ohne was zu tun, ohne was zu geben. Und er sagt selber, dass er halt meistens ne halbe Stunde braucht, um überhaupt erstmal runterzukommen und er macht es aber jeden Tag und ist da total geübt drin ich. Ich mach mir manchmal die Arbeit
gar nicht, sozusagen runterzukommen. So, ich denke ja, komm halbe Stunde, hau mal schnell durch, dann geh ich noch schnell schlafen und dann oder was weiß ich mal. Ganz ungünstig ist es hab ich gelernt, weil die halbe Stunde ist nicht festgelegt, die ist jetzt nicht jeden morgen um 7 so, weil ich gemerkt hab jeder jeder morgen mit Kind ist halt unterschiedlich und dann kann es halt sein, dass um 7 irgendwas anderes gebraucht wird, also mach ich es irgendwann am Tag ich sollte es mir vorher kleinplanen hab ich gelernt weil sonst.
Wird es meistens irgendwie in die Abendstunden geschoben, weil ja jetzt hab ich keine Zeit, jetzt hab ich keine Zeit, aber ich hab auch gelernt, wenn ich es in der Mitte des Tages mache, also zwischen der Arbeit sozusagen, da hab ich überhaupt kein Kopf, da brauch ich wahrscheinlich ne Stunde wahrscheinlich um runterzukommen und ich will ja gar nicht runterkommen, weil ich will ja in der Spannung des der der Arbeit quasi drin bleiben. Also wenn ich komplett aussteige und dann komplett wieder einsteigen muss, dann merk ich, boah das ist irgendwie auch anstrengend, jedenfalls denk ich das gerade. Aber ist es.
Hast du diese Erfahrung auch, dass du, ich meine, du betest viel, gell. Aber es ist auch viel angeleitet, aber wenn du dann dich hinsetzt in deine Zelle, dass du da so immer voll die Gnade, ja, ich bin sofort da beim Herrn und was auch immer, und jetzt erfrickt mich jetzt gerade, wie es mir geht und ich und ich, ich spüre irgendwie so, also auch wenn ich ihn jetzt nicht nachspüre, hab ich auf jeden Fall im Kopf diese völlige Klarheit erlächelt das ist das, was du alles gerade gesagt hast. Oder ist es eher so?
Was ist deine, was ist deine Erfahrung? Ja, schön wäre es, wenn es so einfach wäre. Obwohl zu schön, wäre es nett, weil ich glaube es wäre langweilig, wenn es dann immer gleich ist. Dann ist ja nicht dieser lebendige Gott, wenn du nach Hause kommst, deine Frau jeden Tag an der gleichen Stelle sitzt, immer die gleiche Frage fragt, dann sagst du, ey, was ist denn mit dir los? Das ist so wie ein Computer, genau, irgendwann gibt es die AI Frauen und für die Männer die gibt es wahrscheinlich schon bestimmt schon irgendwo.
Aber das ist keine. Liebe, Liebe ist. Was Lebendiges mit Spannungen. Und das macht das Leben eben schön, wunderbar und genau. Und so ist es eben auch mit Gott. Also ihr habt das gemerkt, ich hab vorm Kloster schon angefangen, diesem kontemplativen Gebet, wenn ich dann schon erste Erfahrungen gemacht und ich weiß nicht, ich hab mir da halt Student meine Zeit gehabt, meine Bude alleine in Ruhe.
Und ich weiß nicht das erste Mal, wo ich gesagt habe und jetzt zieh es durch. Jetzt will ich mal regelmäßig in die Stille gehen, das war wirklich ohne irgendwas zu sagen, einfach nur mal Stille und ich habe mir dann den ganzen Abend Zeit genommen, ich habe immer abends so meine Gebetszeit gemacht und ich war glaube ich eine Stunde bis ich und ich habe nur gewartet und ich habe mir gar nichts vorgenommen, ich habe gesagt, ich mache jetzt ganz frei und wenn ich 5 Stunden bete ist mir auch egal und ich war eine Stunde lang da gesessen.
Bis ich dann gemerkt habe, und jetzt bin ich mal angekommen, das war so krass, das war so erschreckend. Auf der einen Seite, wo ich gemerkt habe, und da habe ich mir immer annähernd den Stress und die Sachen im Kopf gehabt wie jetzt so ungefähr, das war total krass, aber dieses Ankommen, das war so eine, ich kann es nicht anders machen, wieso eine Erfrischung, das war wirklich, wie wenn du am Wochenende Ende mal so richtig 19, Stunden ausschlafen kannst und danach keinen Termin und ohne Druck und dann einen fetten Kaffee. Ihn gemütlich und dann geht es los. So ungefähr also hab ich schon ewig noch mal gehabt, so in die Richtung, aber so war diese Erfrischung, ob ich ja gar nichts gemacht hab und der Tag
lang war und das war schon abends und so und da hab ich richtig Bock drauf gehabt das öfter zu machen und da hab ich, das weiß ich nicht paar Wochen lang immer wieder durchzukommen glaub jetzt auch nicht jeden Tag weil ich hab gemerkt beim zweiten Tag war ich schon nach 20 Minuten drin. Und boah krass, weil ich mich schon wieder drauf angeschnallt hab. Oh Gott, jetzt ne Stunde wieder warten bis es wieder so ist und ich glaub da gibt es auch sowas wie keine Ahnung, diesen Trainingseffekt könnte man sagen, dass ich es, wenn ich es regelmäßig mach, dass es dieses Pendel von diesem Oh Gott, jetzt kommen erst mal die 1000 Gedanken in den Kopf und so, bis sich das setzt, dass es schneller geht, so ein Bild dafür, was mir geholfen hat
damals auch war, ich komme vom Land, da gibt es immer so mal so einen kleinen Weiher, sagt man, so einen kleinen See. Wenn du dann Stein reinschmeißt oder du hüpfst rein in den Weiher, dann siehst du erst mal gar nichts, weil der Schlamm irgendwie hochkommt und so weiter wenn du jetzt mit so einer Schwimmbrille quasi Taucherbrille drin wärst, wenn du wartest, ein paar Minuten auf einmal setzt sich der Schlamm und dann hast du einen klareren Blick und das ist für mich total das wichtige Bild geworden, dieses quasi ich spring ins Gebet rein, in die Stille und dann kommt erst mal alles hoch vom Tag war keine Ahnung was mich nervt was?
Was ich gern hätte oder keine Ahnung, solche Sachen. Und dann macht man sich da voll den Kopf rum und das und das und keine Ahnung und und im Moment halt so die Zerstreuung, dass ich dann diesen Gedanken irgendwie meine Hinterhergehen zu müssen oder was auch immer, aber das Bild war für mich so cool, einfach warten, einfach mal abwarten und dann klärt sich das, also wird klar und dann kann es sein, dass wirklich n Thema ist wo ich sag das muss ich aufschreiben dann also bei mir ist so, da fallen mir Sachen ein, die ich mir eigentlich.
Vergessen, aber aufzuschreiben, irgendeine Erinnerung, irgendwas, was ich machen muss. Und da ist der Trick. Ich schreibe mir das Ganze auf den Zettel und weiter geht es, da muss ich noch mal nachdenken. Nach der Gebetszeit ist das Safe, da kann ich damit was machen oder es wird klar und dann merke ich eben, dass ich sehe dann durch den Weiher und sehe zum Beispiel einen fetten Autoreifen, wo ich merke, der gehört hier einfach nicht hin, hier ist Natur, das ist irgendwas komisches. Und das kann sein.
Irgendein Thema in meinem Leben, vielleicht eine Sünde, wo ich merke, das sollte ich mal vor Gott bringen oder ein Thema oder einen Fehler, den ich gemacht habe, wo ich merke, da müsste ich mich bei wem entschuldigen oder keine Ahnung was, und dann merke ich, das lässt dann Gott zu, das kann ja auch sein, dass ich sage, Oh, das ist was Negatives, ich will jetzt hier positive Weibs im Gebet oder so, aber da merke ich, Gott lässt es zu, damit ich damit dann was mache.
Und das, was ich da erkenne, das ist viel klarer und deutlicher und mit einer Ruhe wie diese 1000 Gedanken vorher. Genau. Und wenn ich das regelmäßig mache, dann geht es schneller, also dann komme ich schneller an, auch natürlich, je nachdem was an dem Tag war. Kann auch sein, dass man wieder länger dauert, aber ich bin großer Ermutiger und muss mich auch selber immer wieder ermutigen, das wieder mehr durchzuziehen und so weiter aber das ist halt keine Technik oder so in die Richtung, sondern das ist wieso ein Lebensstil. Und, und den kann ich halt überall machen. Ich weiß nicht, ich habe eben da in der Uni, manchmal hatte ich ganz lange Tage, war dann oder wo ich meine Magisterarbeit geschrieben habe oder was weiß
ich, was alles, wo du den ganzen Tag an der Uni bist, wo auch immer 100 Leute um dich herum und so weiter und manchmal habe ich war ein oropax, Ich liebe diese Erfindung, eine der besten Erfindungen der Menschheit, weil du einen ganzen Sinn quasi fast komplett ausschalten kannst. Augen kannst so zumachen und die Ohren zu und dann bist du komplett so.
So für dich, das hab ich manchmal gemacht, mitten in der Bibliothek, wo ich merkte ich brauch jetzt ne Pause, weil der Kopf voll ist oder was auch immer und da ist jetzt auch keine Kapelle oder so, aber ich bin mal kurz zurück zu Gott oder so einfach Augen zu, einfach ankommen und dann wieder weiter und oft merkt man halt wirklich diese Erfrischung und das war für mich ganz was Wichtiges so ne Erfahrung und das mein ich, das kann ich zum Beispiel nicht im Chorgebet also ich versuche das. In diesen Pflichtgebeten quasi da auch anzukommen. Aber da geht es eher dann um andere Gewohnheiten, zum Beispiel ein ganz einfacher Trick, wir bestehen ja aus Körper, Psyche und Geist, und das hängt alles zusammen. Also ich kann über meinen Körper
mich auch einstellen aufs Gebet und so weiter und für mich ist so, ich kann nicht so lang knien, ich hab so spitze Knie, hab sofort Schmerzen und da bin ich die ganze Zeit nur abgelenkt und denke immer an die Schmerzen, deswegen ist für mich das aufrechte Sitzen. Am besten ohne mich anzulehnen. Das ist am Anfang n bisschen anstrengend, weil man die Muskulatur nicht hat, die ist mombi Muskulatur ist da weg, also durchs Handy schauen und keine Ahnung was und dann ist es eben dieses aufrechte Sitzen und das hab ich immer gemacht, also damals schon vorm Kloster, in diesen Gebetszeiten.
Und dann hab ich gemerkt, wenn ich mich aufrecht hinsetze und die Augen zu mach, bin ich fast schon automatisch im Gebet. Ich hab mich richtig so hin konditioniert, aber das ist ganz spannend, hab ich dann gemerkt und beim Chorgebet mach ich es genauso ich ich setz mich hin kurz die Augen zu und dann bin ich schon da, also nicht immer, aber na ja war ja immer öfter so ungefähr und dann bin ich in so. Einer Grundhaltung.
Ist jetzt nicht, dass ich eben das Lächeln Gottes sehe oder irgend so was in die Richtung, aber weil ich eben damit schon viele Erfahrungen gemacht hab, auch schöne Gebetszeiten auch. Emotionale Gebetszeiten oder so bin ich dann so drin und das finde ich auch so ein so ein wichtiger Tipp eigentlich, und das kann ich quasi überall anwenden und wenn es ist, ich bin mitten in der Arbeit oder so, keine Ahnung, ich suche mir eine Ecke in der Pause oder so und kann das über den Körper zum Beispiel, manche machen das eben im Knien, die können länger knien, wunderbar, und dann knien die sich halt kurz irgendwo hin und so und sind kurz da, also über das körperliche kann ich da so ankommen. Und eben in diese Gegenwart
Gottes. Und natürlich ist klar, das kann natürlich auch aufkommen, wäre jetzt ein Riesenthema in einem anderen Podcast, also in die Richtung, dass ich sage, ja, wer ist denn dieser Gott, bei dem ich ankomme, wenn ich sage, in der ständigen Gegenwart Gottes, und ich aber intuitiv durch meine Erfahrung oder durch so eine Prägung, die unbewusst ist, ein komisches Gottesbild habe, sage ich also zum komischen Typen will ich eigentlich gar nicht hin, und ich will gar nicht von dem ständig beobachtet werden, das ist klar.
Also da merkt man, Gebet hängt so viel auch am am an mehr einer Beziehung zu Gott. Wir haben jetzt ganz viel über das mich das ich geredet bei der Beziehung zu Gott, aber es geht da natürlich um den, um den es eigentlich geht und auf der einen Seite kann ich ihn nie ganz erkennen, das ist klar, wir sind nur Menschen, er ist halt viel mehr und viel größer und und so weiter aber er hat uns ja schon so viel gezeigt von sich.
Und, und das ist auch so ein Standardthema in der Seelsorge erstmal das Gottesbild ist auch natürlich in der Jüngerschaftsschule gleich die erste Woche, weil es wirklich das absolute Fundament ist. Wenn ich, wir haben es am Anfang schon mal besprochen, du hast es genannt, dieses, wenn der Papa streng war oder die Eltern oder so, dann ist das so eine automatische, eben von der Psyche so eine Prägung, das, was ich als Autorität kennengelernt habe, als was Übermächtiges für das Kind zum Beispiel, was sehr abhängig ist von den Eltern oder so. So wie die Eltern sind eben meistens auch der Vater. Das projiziere ich ganz automatisch schon auf Gott. Also wenn der Vater nur mir Anerkennung gegeben hat, wenn ich was gut gemacht habe oder
so, ist klar, beim Beten will ich dann voll die Leistung bringen, ich muss jetzt gut beten, damit der Papa im Himmel nett ist zu mir, und das ist mir nicht bewusst. Das sind die unbewussten Prägungen, das ist so, so blöd dann eigentlich, deswegen reden wir drüber, auch in der Seelsorge, deswegen zeige ich manchen Leuten, erzähl das so.
Das ist das eine oder was er ganz oft auch ist, dass Emotionen das Zwischenmenschliche gar nicht viel stattfindet daheim oder der Vater nie da war oder so war zum Beispiel bei mir, meiner Kindheit. Mein Vater war ganz viel am Arbeiten, Montag bis Samstag fast immer durch, und das hat mich später auch geprägt, wo ich gemerkt hab, im Gebetsleben, ich war schon gläubig, ich hab echt ne Bekehrung und Erlebnisse gehabt und so weiter und trotzdem hab ich gemerkt, da ist so n Hang drin, hört er überhaupt zu wenn ich mit ihm red.
Und das war so tief drin. Also bin immer noch dran. Das sind so Prozesse, die vielleicht ein Leben lang gehen oder so, immer wieder zurückzukommen. Nein, Jesus haben wir heute zum Beispiel in der Messe gehabt, diesen Satz, Jesus sah sie und hatte Mitleid mit ihnen, er war wirklich dabei und, und das muss ich mir auch immer wieder ins Bewusstsein rufen, zu sagen, der ist wirklich da, und das ist für mich dann so eine Lösung, ist auch ein Heilungsprozess gewesen zu sehen. Er ist wirklich da, unabhängig, wie es vielleicht oft bei meinem Papa war.
Gut, der war schon auch da, das war jetzt nicht ganz schlimm, aber ich kann mir vorstellen, wenn Menschen ohne Vater aufwachsen oder so was, was da fehlt, was da fehlen kann und dann auch in der Gottesbeziehung, kann natürlich voll die Heilung sein, dass ich merke, ich habe einen Papa im Himmel oder es kann ein Heilungsprozess sein, dass ich merke. Irgendwie.
Wenn ich das, das hat mir gefehlt, bei meinem eigenen Vater sozusagen, ja. Ja, wenn man betet, dann wird man echt sehr konfrontiert mit allen möglichen. Und Beten ist ja auch ein riesiger Weg zu innerer Reife und auch zu innerer Heilung, weil man so an so viele Punkte gestoßen wird. Das Thema Wer Gott ist, das müssen wir tatsächlich vielleicht mal in einer anderen Folge machen, wir sind jetzt schon am Ende angekommen.
Und ich find es aber stark. Also für mich steht so, also was steht für mich jetzt über dieser Folge, im Nachhinein haben wir gar nicht, haben wir gar nicht geplant, aber dieses Thema Innere Reife und dass es echt mit diesen Beziehungen zu tun hat, zumindest selber und zum zum anderen Konfliktmanagement haben wir geredet und zu Gott, ja und wenn man in diesen Beziehungen wächst, dann dann wird man immer Heiler, auch, ja reifer ist ja auch Heiler, also wirklich danke für deine Insights. Müssen wir unbedingt wiederholen? Richtig, richtig cool.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast und mir bleibt am Ende eigentlich nur zu sagen, Herr Dirk, einfach herrlich, dass du heute bei mir im Podcast warst. Sehr gerne jetzt gefreut.