Familiensprechstunde mit Katia Saalfrank· Folge 38

Folge 37: „Ich kann einfach gar nichts!“ – Wenn Fehler das Selbstbild von Kindern erschüttern

Montag, 5. Oktober 2026 · 43 min

MP3

Shownotes

Fehler sind für Kinder nicht einfach nur Informationen. Fehler treffen Kinder in ihrer Emotion und erzählen für sie über ein Missgeschick oder ein Nicht-Gelingen.

Manchmal fühlt sich genau dieser Moment für ein Kind so viel größer und umfassender an, dass Freude und Motivation völlig abhanden kommt.
In dieser Folge sprechen Bob und ich darüber, warum Kinder an eigenen Fehlern so verzweifeln können, was Perfektionismus mit Selbstwert zu tun haben kann und weshalb gut gemeinte Hilfe manchmal gar nicht hilft.
Es geht um hohe Ansprüche an sich selbst, Geschwisterpositionen, Schulanfang, Alltagsdruck — und um die Frage, wie Eltern Kinder begleiten können, ohne das Erleben kleinzureden.

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In dieser Folge erwähnte Angebote und Informationen:

Bob auf Substack (substack.com/@netzlehrer)

Bobs neue Bücher findet ihr u.a. hier:
"Wie kommt mein Kind gut durch die Schule" (penguin.de/buecher/bob-blume-wie-kommt-mein-ki…) und
"Lesen. Schreiben. Ein Plädoyer für ein besseres Miteinander" (shop.duden.de/Lesen.-Schreiben.-Ein-Plaedoyer-…)

Mehr zu Bob findet ihr auf seiner Webseite bobblume.de

Weitere Angebote:

Wenn du mit mir in einer persönlichen Beratung oder einem pädagogischen Coaching online oder in meiner Praxis vertraulich sprechen möchtest, kannst du dich hier informieren: Video- oder Praxisberatung von Katia (familiensprechstunde-saalfrank.de)

Wenn du dich von mir persönlich aus- und weiterbilden lassen möchtest, kannst du dich hier informieren:
Kinder Besser Verstehen-Kurse (Pädagogische Grundausbildung für Eltern und Fachleute, Modul 1 - 3 Kleinkind/Schulkind/Pubertät) (katiasaalfrank.de/aus-weiterbildungen-nach-kat…)

Exklusive Ausbildung für Fachleute von Katia zum/zur bindungs- und beziehungsorientierten Eltern- und Familienberater:in (katia-saalfrank---familienberatung-144923794.h…)

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Sprecher 1 Herzlich willkommen bei der Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. In diesem Podcast geht es um Bindung und Beziehung. Um das Zusammenleben von Erwachsenen und Kindern und um das, was hinter dem Verhalten von Kindern wirkt. Ich bin Katja Saalfrank. Ich bin Diplompädagogin, Familientherapeutin und körperorientierte Eltern und Familienberaterin in eigener Praxis in Berlin. Ich bin Autorin, Podcasterin und Mutter von vier Söhnen.

Sprecher 1 Ich arbeite bindungs und beziehungsorientiert und begleite Menschen dabei, Kinder besser zu verstehen und sich selbst gleich mit. Ich freue mich sehr, dass du eingeschaltet hast. Schön, dass du da bist. Hallo und herzlich willkommen zu meinem Podcast Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. Ich freue mich sehr, dass ihr wieder mit dabei seid. Ich hoffe, es geht euch allen gut. Ihr seid wohl auf und.

Sprecher 1 Herzlich willkommen. Auch zurück, lieber Bob. Hallo. Wir sind heute zu zweit. Sprecher 2 Das sind wir. Sprecher 1 Wir haben uns dieses Mal richtig lange nicht gesprochen in meiner Wahrnehmung. Also, so lange ist es auch nicht. Aber es waren doch jetzt einige Wochen und du warst in Ferien und unterwegs und bist jetzt wieder in den Alltag eingetaucht. Ich habe schon ein bisschen was gehört. Wie geht es dir? Wie ist dein Erleben gerade?

Sprecher 2 Mir geht es wirklich gut. Es ist ja immer so, dass wenn man im Urlaub war und ich war ja wieder in den Bergen, das manchmal so ist, dass der erste Arbeitstag schon wieder einem alles nimmt, was man an Schönen heit aufgenommen hat, an Erholung, an Gelassenheit. Das war mir noch überhaupt nicht so, ich habe das Gefühl, ich bin noch relativ beschwingt.

Sprecher 1 Ach schön. Sprecher 2 Und das ist schon auch wichtig, weil jetzt kommt ja bald die Zeit, wo es dann wieder dunkler wird. Es ist schon ein bisschen bedeckt. Ich finde das jetzt aber gerade völlig okay. Aber jedenfalls freut mich das, dass das so ist. Und ich glaube, das liegt auch daran, dass wir sehr ergiebig Urlaub gemacht haben. Also 18 Tage, fast drei Wochen, unterschiedliche Orte, aber überall in den Bergen.

Sprecher 2 Und das heißt dann immer auf der einen Seite schon geile Hotels, leckeres Essen, viele Möglichkeiten, aber eben auch lange Wanderungen. Wir haben eine E Bike Tour gemacht, 60 Kilometer mit der Tochter. Das macht einfach dann richtig Spaß. Genau. Sprecher 1 Ach, richtig schön. Ja, ja, und das sind so viele innere Bilder, von denen man dann so zehren kann.

Sprecher 2 Absolut. Und jetzt bin ich natürlich schon wieder unterwegs gewesen. Also ich bin ja Vortragsredner, kann man gerade sagen. Fast schon hauptberuflich. Also naja, eigentlich hauptberuflich promoviere ich, aber irgendwie muss ich natürlich auch mein Geld verdienen und das ist dann auch gut gewesen, dass ich es zum Beispiel geschafft habe, in einer Woche, in der ich mal in drei verschiedenen Hotels geschlafen habe, trotzdem gut geschlafen habe und so das Gefühl hatte, es ist alles in Ordnung.

Sprecher 2 Also das ist echt super. Sprecher 1 Ja. Herrlich. Ach, schön, dass ich dich wieder habe. Dass wir uns wieder haben. Jetzt für diese Folge zumindest. Sprecher 2 Genau. Sprecher 1 Ja, und wir haben noch ein bisschen was offen. Als das letzte Mal hier warst oder wir zusammen waren, hatten wir die spontane Idee, du viel mehr dein Buch zu verlosen.

Sprecher 2 Genau. Sprecher 1 Erzähl mal, wie haben wir uns das gedacht? Sprecher 2 Genau dieses Buch. Wie kommt man Kind gut durch die Schule? Das ist ja für alle, wo es um die Einschulung geht. Aber auch weiterführende Schule ist für meine Tochter gerade auch relevant. Da passiert ja unheimlich viel und auch etwas, wie das so Dinge betrifft. Wie gehe ich um mit Noten, Was mache ich mit dem Druck, der kommen kann?

Sprecher 2 Wie fördere ich mein Kind? Sprecher 1 Hausaufgaben? Das ist das Hauptthema. Auch immer hier wieder. Ja im Podcast. Sprecher 2 Ich spreche an der Stelle im Buch von Hausfriedensbruch. Sprecher 1 Aber ja, das ist auch wirklich so, also du wirst das nicht glauben, obwohl du wirst wahrscheinlich schon glauben, aber wir sind ja jetzt in der Zeit, wo alle Bundesländer wieder zurück sind, in der in der Schulzeit und aus den Ferien. Und das Interessante ist ja, dass diejenigen, die als allererstes Ferien hatten, ja jetzt schon wieder fast die Herbstferien vor der Tür stehen haben.

Sprecher 1 Und das ist bei mir immer die Hochzeit. Weil dann so klar wird Bleiben die Kinder in ihrer Motivation oder haben die ersten Wochen schon dazu beigetragen. Und da tragen dann auch oft die Hausaufgaben zu bei. Ja, die einfach wirklich die Familien so belasten. Und wo ich wirklich immer wieder denke, wenn die nicht wären, das habe ich auch als Mutter ehrlich gesagt immer wieder gedacht, wenn die nicht wären, hätte man ein richtig schönes Leben.

Sprecher 1 Ja, also da kommt wahnsinnig viel Druck. Sprecher 2 So ist das. Und ich glaube ehrlich gesagt auch, dass Schule anders funktionieren müsste. Das wäre ein ganz anderes Thema. Aber jedenfalls, ich habe gedacht, dass es irgendwie blöd, dass man an einem Rad dreht. Also lese ich mir die Kommentare durch und gucke sozusagen in Anführungsstrichen, wer es am meisten verdient. Hat überhaupt nicht geklappt, weil alle, die schreiben, haben es irgendwie verdient.

Sprecher 1 Ja, und vor allen Dingen das müssen wir jetzt erst mal sagen, bevor wir über sagen, wie wir es uns gedacht haben. Es haben so viele kommentiert. Also vielen, vielen Dank für eure ganze Mühe, dass ihr uns zur Folge geschrieben habt, dass ihr auch noch mal so ein bisschen begründet habt. Warum also braucht ihr das Buch? Wie ist eure Situation?

Sprecher 1 Das war richtig spannend und Bob und ich, wir haben wirklich beide alle Kommentare gelesen. Sprecher 2 Total. Und man muss auch dazu sagen, dass wirklich jeder Kommentar von euch. Warum fragen alle nach Kommentaren? Also ich werde mal ganz transparent und offen das Podcast Business, wenn man so möchte oder Podcast insgesamt ist mittlerweile so groß, so vielfältig, so ein Urwald, dass viele Podcasts, auch wenn sie total gut sind, verschwinden. Also damit möchte ich euch nur sagen, wenn ihr Katja unterstützen wollt und diesen Podcast, dann haut in die Kommentarspalte das rein.

Sprecher 2 Und zwar auch unabhängig davon, ob es ein Buch gibt. Sprecher 1 Bitte. Ja und bitte auch bei bei Apple. Wir sind jetzt immer bei Spotify, aber auch bei anderen würde ich mich freuen. Und ich möchte es auch noch mal betonen, dass wir bisher auch keine Werbung geschaltet haben. Also wir sind hier natürlich dabei, auch eigene Projekte oder Bücher, hinter denen wir stehen, die wir aber natürlich auch selbst geschrieben haben und auch wissen, was wir da empfehlen, immer wieder empfehlen.

Sprecher 1 Aber wir machen das beide hier, wenn man so will, ehrenamtlich. Und ich weiß gar nicht, ob es das noch gibt, dass Podcasts nicht auch unterstützt werden. So jedenfalls die, die so vorne mitspielen. Sprecher 2 Ja, eher nicht. Das sind dann natürlich Liebhaber Projekte, das ist auch schön. Aber genau. Jedenfalls sind wir dann darauf gekommen, oder? Ehrlich gesagt habe ich Katja dann vorgeschlagen, wir machen das anders. Und zwar machen wir das so Wenn ihr jetzt diese Folge hört und da kommentiert habt zu dieser Folge, wo es die Bücher gab, und zwar war das Folge 32 Stopp bis hierhin und nicht weiter, dann schreibt eine Mail an Katja So, jetzt sag mir noch mal ganz kurz die Mail Katja.

Sprecher 1 Die Mail ist Podcast, Familiensprechstunde, Katja saalfrank de. Sprecher 2 Und sagt, was der Name ist, unter dem ihr kommentiert habt. Bitte an dieser Stelle nicht einfach noch mal da kommentieren, Das sehen wir ja. Das ist dann ja quasi nur drei Tage her oder so, und wenn ihr dann schreibt, ich sage jetzt mal ein Beispiel. Hallo, ich habe kommentiert unter MW, dann kriegt ihr alle ein Buch.

Sprecher 1 Genau, Aber dann wie machen wir es? Soll ich dir dann die Mail weiterleiten und du wirst dann sozusagen Kontakt aufnehmen per Mail, weil Adressen usw brauchst allerliebsten. Sprecher 2 Am allerliebsten ist das so ihr sagt Hallo, ich habe unter folgendem Namen auf Spotify kommentiert Hier ist meine Adresse und Katja leitet das an mich weiter und ich sorge dann für das Buch.

Sprecher 1 Das ist ganz toll. Also das heißt, wir machen keine wirkliche Verlosung, sondern alle, die kommentiert haben und das Buch haben wollen, bekommen eins. Ja, das ist toll, Vielen Dank, Bob finde ich sehr großzügig. Ja, toll. Sprecher 2 Ja, wir haben auch darüber gesprochen. Also ich muss natürlich irgendwie dann auch Post und so bezahlen, aber das mache ich jetzt einfach mal, weil noch mal, also es geht einfach darum, viele haben einfach geschrieben, also es ist ja auch so vielfältig. Mein Kind hat hat ADHS, wie soll ich damit umgehen mit den Problemen? Was für eine Schule soll ich überhaupt auswählen?

Sprecher 2 Mein Kind hat Motivationsprobleme. Es ist so vielfältig und so und dann mich hinzustellen und zu sagen, na ja, das eine finde ich schon wichtiger als das andere. sondern unterschiedlich genau, unterschiedlichste Familien, unterschiedliche Dinge. Wir hoffen einfach, dass ihr das wertschätzt. Und wenn ihr euch jetzt total freut, dann.

Sprecher 1 Freuen wir uns auch. Sprecher 2 Freuen wir uns auch. Aber genau, lasst einfach doch mal Kommentare da. Ja, für den Familien, für die Familien. Sprechstunde? Genau. Sprecher 1 Ja, Sehr schön. Also ich freue mich und ich würde sagen, wir starten jetzt einfach mal ein. Ich habe natürlich heute auch wieder eine Frage mitgebracht für Bob, die er gleich vorlesen wird. Und heute haben mir Sam und Cleo geschrieben und es geht um ihre Tochter Emma. Und natürlich heißen alle Beteiligten wieder anders. Sam hat mir geschrieben an Podcast, Familien, Sprechstunde, Katja, Saalfrank und Bob.

Sprecher 1 Ich übergebe jetzt mal an dich. Sprecher 2 Liebe Katja und falls auch anwesend grins. Lieber Bob, ja in dem Fall grins zurück, ich bin anwesend. Vielen Dank für euren tollen Podcast, der in den letzten Jahren zu einem Fixpunkt in der Woche geworden ist und aus dem wir schon unzählige interessante Anregungen zu den unterschiedlichsten Themen mitnehmen konnten. Nun haben wir in unserer Familie auch zunehmend eine Situation, zu der wir sehr an Deinen, euren Gedanken und ein paar neuen Blickwinkeln interessiert sind.

Sprecher 2 Im Mittelpunkt der Geschichte steht unsere Tochter Emma, sieben Jahre alt und im Augenblick kurz vor Abschluss ihres ersten Schuljahres. Sie hat 110-jährige Schwester. Emma ist ein fröhliches, lustiges Aufgewecktes und immer aktives Mädchen, das mit einem für ihr Alter stark ausgeprägten logischen Denken und einer schnellen Auffassungsgabe gesegnet ist. Neue Dinge zu tun und zu lernen, fällt ihr generell sehr leicht und sie hat auch die Ausdauer, sich eigenständig in ein Thema richtiggehend zu vergraben, wenn sie Gefallen an etwas gefunden hat.

Sprecher 2 Zum Beispiel hat sie mithilfe der ausrangierten Leseanfänger Bücher ihrer Schwester mehr oder weniger selbst sich das Lesen beigebracht, sodass sie bereits zur Einschulung fließend lesen konnte. Den Schulstoff der ersten Klasse konnte sie mit Leichtigkeit bewältigen. Diese großartigen Talente werden schon seit dem Kleinkindalter zunehmend von einer weiteren, stark ausgeprägten Eigenschaft begleitet Perfektionismus. Sie hat an sich selbst und alles, was sie tut, ein unglaublich hohen Anspruch und die Erwartung, dass alles perfekt und möglichst gleich beim ersten Mal funktionieren muss.

Sprecher 2 Und was das Schlimmste für sie ist, wenn sie selbst einen Fehler macht. Das zeigt sich in unterschiedlichen Situationen. Sie sitzt am Tisch und versucht, ein Tier oder ein anderes bestimmtes Motiv von einer Vorlage abzumalen. Merkt sie dann während des Zeichnens, dass das Ergebnis nicht ihren Vorstellungen entspricht, bricht sie in Tränen aus, ist frustriert und wütend auf sich selbst und die ganze Welt und ist kaum mehr zu beruhigen.

Sprecher 2 Dasselbe, wenn sie mit ihrer Schwester oder uns irgendein Brett oder Würfelspiel spielt und nicht gewinnt. Das hat zur Folge, dass sie selbst bei fast keinem Spiel mehr mitspielen möchte. Oder wenn sie dann doch zwischendurch mal mitspielt, wie restlichen Mitspieler richtiggehend Angst davor haben, was passiert, wenn es für sie nicht mehr so läuft wie erhofft. Lässt man sie aber zu offensichtlich gewinnen, durchschaut sie das blitzschnell und wird ebenfalls wütend.

Sprecher 2 Oder auch ganz banale Alltagssituationen. Sie setzt sich zur Hausaufgabe hin und stellt fest, dass sie das benötigte Aufgaben Buch in der Schule vergessen hat. Kompletter Weltuntergang. Ebenso, wenn sie in einer vermeintlich einfachen Matheaufgabe doch mal einen Fehler macht. Oder wenn sie nicht gleich versteht, worum es geht und wir mit Erklärungen helfen müssen, was in all diesen Situationen auffällt Sie verliert völlig den Blick auf das, was sie eigentlich Positives erreicht hat und fokussiert sich ausschließlich auf ihre vermeintlichen Fehler oder Unzulänglichkeiten.

Sprecher 2 Sie sagt da regelmäßig Dinge wie Ich kann einfach nichts oder sucht einen vermeintlich anderen Schuldigen im direkten Umfeld, was dann leider sehr oft ihre Schwester oder wir als Eltern abbekommen. Es tut uns in der Seele weh zu sehen, wie unzufrieden sie in diesen Situationen mit sich selbst ist und wie sie sich gar nicht mehr über die großartigen Dinge freuen kann, die sie selbst erreicht und sich erarbeitet hat.

Sprecher 2 Sie ist sich selbst ihres Problems voll bewusst und vermeidet teilweise aktiv Tätigkeiten und Situationen, die sie in der Vergangenheit stark frustriert haben. Steckt sie dann erst einmal in der Wut und Frustration fest, hat sie als bisher beste Strategie erwiesen, mit wenigen Worten sie zu begleiten und ihr Zeit zu lassen. Das kann auch mal 30 Minuten oder länger dauern und es fällt entsprechend manchmal Schwäche, selbst geduldig zu bleiben.

Sprecher 2 Hilfe und konkrete Unterstützung beim auslösenden Thema lehnt sie sehr deutlich ab. Sie möchte die Sache in jedem Fall selbst lösen. Ebenso kann sie überhaupt nicht leiden, wenn wir zu viel beschwichtigen, erklären oder relativieren. Meine Frau und ich haben parallel viele unterschiedliche Ansätze versucht, um sie möglichst weniger streng mit sich selbst werden zu lassen und eigene Fehler besser zu akzeptieren.

Sprecher 2 Wir haben unter anderem Folgendes versucht Gezieltes Thematisieren eigener Fehler im Alltag, regelmäßige Fest eingeplante Brettspiele, um sie ans Verlieren zu gewinnen frühzeitiges Unterstützungsangebot bei gefährlichen Aktivitäten, das gezielte Unterbinden bestimmter Aktivitäten. Aber nichts davon hat einen spürbaren oder anhaltenden Effekt gebracht. Einiges davon war ganz im Gegenteil eher kontraproduktiv. Uns würden nun deine eure Gedanken dazu interessieren. Wie können wir sie auf dem Weg zu einem gesünderen Umgang mit ihren eigenen Fehlern und den normalen menschlichen Unzulänglichkeiten unterstützen und dabei ihren Fokus mehr auf die Erfolge als auf die Misserfolge lenken?

Sprecher 2 Konkret beschäftigt uns dabei zum einen Wie können wir am besten reagieren, wenn sie schon mitten in einem Wutanfall steckt und zum anderen gibt es Ansätze, um dem Perfektionismus schon präventiv den Nährboden zu entziehen, bevor es überhaupt zur Frustration kommt. Viele Grüße, Sam und Cleo.

Sprecher 1 Wow Bob, vielen Dank fürs Vorlesen. Das war eine sehr lange Mail. Ihr seht das nicht. Aber Bob atmet gerade einmal tief durch. Also wir sind natürlich immer sehr dankbar, wenn ihr die Situation umfangreich beschreibt. Und gleichzeitig ist glaube ich da auch noch mal die Herausforderung, wirklich zu gucken, was ist wichtig für uns zu wissen und was entlastet euch auch?

Sprecher 1 Also das war auf jeden Fall jetzt an der Grenze. Bitte noch mal, Kleiner. Der arme Bob liest und liest und ihr müsst es natürlich auch hören. Also ich hoffe, es war jetzt nicht zu lang für uns alle. Natürlich. Der Vorteil ist, dass wir jetzt wirklich auch umfassend eine Perspektive haben und jetzt auch Gedanken äußern könnten. Und ich habe tatsächlich einige Punkte, die ich gerne anbringen möchte.

Sprecher 1 Ich finde ja, Fehler ist ja immer gerade in der Schule vor allen Dingen etwas, was ja auch schwarz auf weiß auch dann da steht, weil man ja im Verhältnis zu agiert. Also deswegen ist das ja auch etwas, was oft für Kinder. Dann werden sie in die Schule kommen, immer wieder noch mal zu einer Hürde wird, weil sie eben dann mit Kritik auch umgehen müssen an sich selbst oder eben auch an dem, wie sie die Dinge tun oder auch welche Ergebnisse sie haben.

Sprecher 1 Weil im Verhältnis zu dem, was gefordert ist, oder im Verhältnis zu dem, wie es in dem System richtig wäre, eben ein Fehler entsteht. Zum Beispiel bei Mathematik kann man das ja sehr klar sehen, dass man sich verrechnet hat, dass unterm Strich sozusagen ein Fehler entstanden ist. Ja, ich überlege gerade, wie ich anfange, als ich würde erst mal anfangen und vielleicht magst du dann ergänzen.

Sprecher 1 Bob Oder willst du erst was sagen? Ich weiß es nicht. Du hast jetzt so gut. Sprecher 2 Ich sag kurz etwas, weil einfach, damit du Bescheid weißt, vorher Bescheid. Ja, ja. Also wirklich Bescheid wissen über die Relevanz dieses Themas für mich. Denn anstatt dass da steht, dass es immer ist, ist es eins zu eins meine Kindheit. Ach, alles. Also sozusagen wirklich absolut alles. Ich habe in der achten Klasse noch ein Referat über John F. Kennedy sollte ich machen.

Sprecher 2 Waldorfschule. Das heißt, ich habe das von Hand geschrieben. Ich habe also von Hand eine Seite geschrieben, den A4. Und ein Wort fand ich nicht schön zusammengeknüllt. Wutanfall. So, ich habe regelmäßig bei Brettspielen das ganze Brett abgeräumt. Ich habe Heulkrämpfe gekriegt, wenn ich im Hockey verloren habe. Und als kleine Pointe Ich habe es geschafft, mich von diesem Perfektionismus zu befreien.

Sprecher 2 Aber all das, was alles, was da steht, von der Auffassungsgabe von selbst beibringen. Ich konnte mit vier Jahren den Zauberlehrling auswendig. Ich habe noch mal meine Mutter gefragt, weil ich mir unsicher war wie. Also mit ihr hatte er alte Hexenmeister. Kann ich auch immer noch, aber eins zu eins. Also herzlichen Dank, dass du jetzt sozusagen gleichzeitig mit Emma, die ja natürlich auch nicht so heißt und mit meinem mit meinem inneren Kind von vor.

Sprecher 1 Von vor vielen Jahren. Sprecher 2 Bin ich nochmal viel, genau vor vielen Jahren sprichst. Sprecher 1 Ja, Also dann. Ich bin mal gespannt, weil natürlich keine Situation so ist oder die Konstellationen ja immer auch unterschiedlich sind. Also ich gebe mal ein paar Impulse rein und du kannst ja mal gucken und vielleicht auch dann zum Ende noch mal sagen, wie hast du es denn überwunden? Weil das ja vielleicht auch dann etwas ist, was für Sam und Cleo interessant sein könnte oder sie entlasten könnte.

Sprecher 1 Also ich will jetzt mal hier, wenn wir über Emma sprechen, auf jeden Fall zum einen noch mal sagen, wenn vieles sehr früh leicht fällt. Ja. Also. Oder ich fange noch mal an, Ich. Ich will den ersten Schritt erstmal machen, um noch mal zu sammeln. Was könnte denn dazu beitragen, dass es überhaupt so ist? Und da fällt mir dann eben schon auch ins Auge.

Sprecher 1 Da steht ja, sie hat eine schnelle Auffassungsgabe und das könnte eben auch ein Punkt sein, denn viele, wenn vieles früh leicht fällt, dann dann ja, geht man ja über diese Prozesse auch viel schneller drüber mit üben und langsam besser werden usw. Ja und das nicht können wird dann nicht als ein Erfahrungsmoment erlebt, sondern als so ein Bruch im Selbstbild.

Sprecher 1 Das könnte etwas sein, was dazu führt, wenn man eben sehr schnell die Dinge aufnimmt, dass es dann eben sehr groß strittig ist und dass man dann innerlich auch eben große Schritte von Ich gucke mir was an und es ist dann perfekt eben hat und nicht dazwischen diesen Graubereich von ich. Ich gehe langsam Schritte oder kleinschrittige Schritte und werde immer besser.

Sprecher 1 Ja. Sprecher 2 Kann ich da kurz was zu sagen? Sprecher 1 Ja klar. Sprecher 2 Ich habe für das Eltern, worüber wir kurz gesprochen haben, sehr viel recherchiert und da gab es eine englische oder englischsprachige Erziehungswissenschaftlerin, Rebecca Windsor, die, ich glaube über 70.000 Schülerinnen und Schüler befragt hat, wie ihre Haltung zum Lernen ist. Und sie hat dann rausgefunden, dass es die sogenannten Passenger gibt, dass ihre Kategorie, also die so im Autopilot sind, resistent, die sich gegen die Schule wehren, Explorer, was alle möchten, die so interessiert sind.

Sprecher 2 Und jetzt kommt das Shiva, also Leute, die oftmals von Seiten der Schule und manchmal auch von Seiten der Eltern so als perfekt wahrgenommen werden, die aber genau das Problem haben, was du gerade beschrieben hast, nämlich dass sie zwar einerseits strebsam sind, sich anstrengen wollen, gefallen wollen, andererseits das Erreichen von bestimmten Teil, Schritten und Zielen sehr, sehr eng mit ihrem eigenen Selbstwertgefühl verknüpft ist.

Sprecher 2 Und deshalb ist das so spannend jetzt gerade für mich, dass du das gesagt hast, weil sich da eben zeigt Ja, es geht hier nicht um so eine Relativierung, wie wir das vielleicht früher aus der Schule auch kennen, wie Sarah Du hast eine eins minus, stell dich doch nicht so an! Ich wünschte, ich hätte eine eins minus, sondern für diejenigen, die dann sozusagen eine Zielsetzung haben, fühlt sich das dann total existenziell an?

Sprecher 1 Absolut ja. Schön. Also ich finde das gerade ganz interessant, dass wir das nicht so in den luftleeren Raum jetzt sprechen, sondern dass du auch noch mal sagen kannst, das empfinde ich auch so und dass man es wirklich ernst nimmt, weil dieser Bruch im Selbstbild, im Selbst Bild hat ja dann auch etwas mit dem Selbstbild in der Schule zu tun, mit dem Selbstwert auch zu tun, mit dem Selbstgefühl auch zu tun.

Sprecher 1 Also insofern ist das wirklich etwas, was man ernst nehmen kann und wo man vielleicht dann auch mit den Maßnahmen, die jetzt Scham und Cleo beschrieben haben, eben gar nicht zu dem gewünschten Ergebnis kommt. Ja schön. Sprecher 2 Was ist eigentlich gerade los in der Bildung und beim Lernen? Und wie verändert Technologie die Art und Weise, wie wir Inhalte aufnehmen? Da habe ich beispielsweise darüber geschrieben in die Macht des Spiegels, der nur noch nickt. Da geht es darum, was Social Media mit unseren Kindern macht oder den Pisa Shop. Wie kann man den eigentlich einordnen jenseits der medialen Takes, die jeder kennt, aber die auch oft voneinander abgeschrieben werden?

Sprecher 2 All das mache ich in meinem Sub stecken als Hub Stack kann man sich vorstellen, ist wie ein Social Media Netzwerk. Der Unterschied ist aber, dass es quasi eigentlich hauptsächlich ein Newsletter ist. Und wenn ihr jetzt sagt, ich kriege sowieso schon so viele Mails, dann verstehe ich das. Der Punkt ist aber Hier kann man richtig schöne Texte schreiben. Man kann Experten einbinden, was ich auch immer wieder mache, zum Beispiel mit Audio oder mit Video.

Sprecher 2 Und man kann eben dafür sorgen, dass man vom Algorithmus unabhängig ist. Das heißt nicht darauf hoffen muss, dass irgendein Video viral geht. Wenn euch das interessiert und ihr auf dem Laufenden bleiben wollt, was gerade so in der Bildung passiert und wie wir das anders denken können für die Kinder, dann könnt ihr mein Substack Newsletter abonnieren und zwar einfach über den Link in der Bio.

Sprecher 2 Der heißt Stimme für Bildungswandel. Und wenn ihr mich ein bisschen kennt, wisst ihr warum. Ich freue mich sehr, wenn ihr das macht. Und übrigens, kleine Sache wenn ihr da drauf geht, dann steht da, dass man ein Abonnement auch bezahlen kann. Das kann man aber überspringen. Das ist nur für diejenigen, die sagen, wir möchten das unabhängige Schreiben von Bob auch zusätzlich unterstützen.

Sprecher 2 Ihr könnt es aber auch einfach nur so beziehen. Ich freue mich wirklich über jeden von euch, der mit dabei ist. Und jetzt geht es weiter. Sprecher 1 Das zweite, was mir hier noch mal auffällt, ist die Geschwister Position, denn sie ist die Jüngere. Und vielleicht erlebt Emma in dieser Familienkonstellation immer wieder. Auch die anderen können schon mehr und sind sowieso schneller als ich. Und dann kommt zu diesem großartigen Ja diese dieses Ich, Ich kann das schon. Ich habe eine schnelle Auffassungsgabe, kommt dann immer wieder dieses Gefühl, die anderen sind schneller, die waren zuerst da und ich bin eigentlich immer die, die Hinterherkommt und dann könnte das das noch verstärken.

Sprecher 1 Das könnte noch mit einem Punkt sein. Ja, das kann man ja jetzt nicht verändern und es ist auch nicht super dramatisch. Aber es gehört eben auch mit zur Konstellation, dass da immer wieder ein Erleben ist, dass man eben die Jüngere ist, dass man die Zweite ist. Ich kenne das Gefühl tatsächlich nicht nicht so gut, weil ich ja die Älteste von Fünfen bin.

Sprecher 1 Aber ich kenne es aus der Konstellation auch meiner Kinder, dass da natürlich die Diskrepanz immer wieder oder dass das Aufblicken, das Nach vorne Blicken von dem Älteren einfach immer wieder, ja noch mal ganz, ganz wichtig ist und eine Rolle spielt. Sprecher 2 Ja, und in gewisser Weise Also Sören Kierkegaard, der holländische Philosoph, sagt, dass das Schlimmste für das eigene Glück der Vergleich ist. Jetzt ist das ja nicht, dass das zwangsläufig bei jedem Geschwisterpaar so ist. Aber wenn man sozusagen tendenziell schon das Gefühl hat, also mir geht es darum, alles eigentlich sofort zu zu erlangen, dann kann dieser Vergleich das Ganze natürlich noch mal zusätzlich verstärken.

Sprecher 1 Absolut. Ein weiterer Punkt ist, dass wir uns noch mal klar machen müssen, dass es eben bei diesem kleinen, schritt igeren Lernen erfolgen, die auf dem Weg zum Ziel wahrgenommen werden. Ja, so dieser Gedanke dahinter steckt. Ah, interessant. Hier muss ich noch mal hinschauen. Ja, und das ja überhaupt nicht klappt bei dieser Aufstellung. Wenn man, wenn man sozusagen so eine schnelle Auffassungsgabe hat und da eigentlich schon gleich am Ziel sein möchte, sondern ich kann gar nichts und ein einziger Fehler sozusagen wird, dann ist keine Information, sondern es fühlt sich als Bedrohung an, weil das ganze Selbstwert eben betrifft.

Sprecher 1 Also dieser Gedanke, den ich, glaube ich mal bei dir auch gelesen habe, das fand ich ganz interessant, dass ich. Ich kriege es nicht mehr ganz zusammen, aber du hast irgendwie so was gesagt wie von Ich kann das nicht hinzu. Ich kann das noch nicht und es macht diesen Zwischenschritt, weißt du, das fand ich ganz spannend. Irgendwie. Jetzt auch, als ich die Frage gelesen habe und da mich mit beschäftigt habe.

Sprecher 1 Und dann sehe ich das bei dir. Dass du das formuliert hast, fand ich irgendwie sehr hilfreich. Sprecher 2 Ja, du spielst auf sozusagen die kürzeste Fassung der sogenannten Growth Mindset Theorie von Carol Drag an, die besagt Im Grunde genommen hat sie zunächst mal wissenschaftlich, ohne daraus eine Beratung zu machen, herausgefunden, wie, wieso manche Kinder und Jugendliche, wenn sie etwas nicht können, aufhören und frustriert sind und manche weitermachen. Und der Grund dafür war und ich muss das jetzt natürlich extrem zusammenfassen, dass es Kinder und Menschen gibt mit einem sogenannten fixed Mindset.

Sprecher 2 Und interessanterweise kann Fixed auch bedeuten entweder kann ich was, dann bin ich super talentiert oder ich kann es nicht, dann bin ich dumm. Das heißt, es gibt ganz viele Eltern, die den Fehler machen, immer nur die Note zu würdigen oder zu sagen Ja Mensch, du bist aber auch super in Mathe und nicht, und das ist sozusagen so ein bisschen Teil der Lösung, Anstrengung und Strategie, also dieses was aus Ich, ich kann es noch nicht.

Sprecher 2 Kinder mit einem Growth Mindset sind nicht der Auffassung, wenn was nicht gelingt, dass es einfach daran liegt, dass sie kein Talent haben, sondern dass sie sich weiter anstrengen müssen. Das heißt, die knobeln dann auch weiter und machen weiter usw Und ich glaube, das ist in dem Fall tatsächlich spannend. Aber ich habe einen ganz anderen Punkt auch noch mal und da wird mich deine Meinung zu interessieren, denn oftmals hier stehen ja auch total nachvollziehbare Lösungen, gezieltes Thematisieren eigener Fehler im Alltag, festangestellte Brettspiele, frühzeitige Unterstützungsangebot bei in Anführungsstrichen gefährlichen Aktivitäten.

Sprecher 2 Das ist ja alles prima. Was mich aber interessieren würde, ist die Frage nach dem Modell, weil Carol Drag sagt, zum Beispiel. Man kann den Kindern zwar kognitiv das Growth mindset versuchen einzu impfen, wenn man aber gleichzeitig zum Beispiel beim Sprechen über andere zeigt, dass man daran eigentlich nicht glaubt, dann wird es ein Problem. Also Beispiel Ich sage dem Kind Ach, du kannst es nur noch nicht oder so und dann geht es irgendwann um eine Freundin, einer Freundin und so und ach so, das Kind, die Sarah, ja gut, aber die ist ja jetzt auch nicht die hellste Kerze auf der Torte oder so, Was will ich damit sagen?

Sprecher 2 Ich glaube also, ich weiß es nicht. Sprecher 1 Konsistent sein? Sprecher 2 Genau. Genau. Und es ist küchenpsychologie. Mein Vater war Perfektionist und der konnte seinen Eltern nie recht machen. Niemals. Nie. Der war immer nicht gut genug. Ich. Ob ich das gefunden habe oder nicht, weiß ich nicht. Weil bei mir, bei meinen Eltern war es ja nicht so, aber ich glaube schon, dass es einen ganz großen Unterschied macht, wie man selber ist.

Sprecher 2 Und das wäre so eine Frage. Katja an dich auch, ob du das auch so siehst, dass sozusagen die eigene, die eigene Tätigkeit bei was auch immer der Eltern bei einer Mail schreiben, bei einem Telefonat, beim Kochen möglicherweise auch reflektiert werden sollte, weil das ja auch etwas ist, was die Kinder ganz viel mitkriegen.

Sprecher 1 Absolut. Also ich glaube schon, dass es da so was wie eine wie eine Haltung auch gibt, die durchkommt beim Kind, also nicht nur in den Handlungen, sondern auch in den in der Haltung. Und das, was ja Sam und Cleo hier probieren, ist zu sagen es ist doch nicht so schlimm, also geh doch mal mit deinen Fehlern um. Und das ist natürlich auch eine sehr kognitive Haltung.

Sprecher 1 Ja, und mir sind zwei Sachen wichtig. Das eine ist, noch mal auf Emma zu gucken, weil Emma ist ja in der entwicklungspsychologische Entwicklung in der Autonomie weiterhin auch mit ihren sieben Jahren. Das heißt, sie will zunehmend die Dinge selbst machen und sie will selbst gut sein. Ja, und sie hat natürlich trotzdem noch. Gerade wenn ihr was wichtig ist, geht ja die Fähigkeit der Assoziation so ein Stück weg, weil man auf diese Areale, die das bereitstellen und verknüpft haben, ja, weil die, weil die, weil diese Zugänge dann über die Emotionen verdeckt werden.

Sprecher 1 Wenn mir etwas ganz, ganz wichtig ist, dann habe ich da Wut und Ärger und Trauer und Schmerz, dass ich das nicht hinbekomme. Und das muss man sich noch mal klarmachen, dass es ja immer im Grunde ein klares Bild im Kopf hat. So soll die Zeichnung aussehen, so soll das Spiel laufen. Unabhängig davon, dass wenn es nicht so aussieht, mein Selbstwert in Frage gestellt ist.

Sprecher 1 Mein Selbstbild. Ja, und sie kann dieses Bild also einmal von der Vorstellung, wie es laufen soll, aber auch von der Vorstellung, wie ihr eigenes Bild ist, von sich noch nicht flexibel verändern? Ja, und im Wutanfall erst recht nicht, weil eben dann diese ganzen Bereiche blockiert sind, die für Denken, Einordnen, umplanen usw zur Verfügung stehen. Ja.

Sprecher 2 Da muss ich kurz was nachfragen. Ja, wenn du das sagst und ich finde da ergibt sich ja ein Bild raus. Also dieses ich kann das für mich selbst noch nicht hinterfragen und kritisch reflektieren, wenn man so möchte oder relativieren. Deshalb. Deshalb ist es für mich existenziell und das ist gerade nur so angedeutet. Aber das heißt ja, die Relativierung von außen nützt dann auch nichts, oder im Gegenteil, wenn es mir doch so unglaublich wichtig ist und jemand versucht, mich von außen zu relativieren, dann habe ich eher eine Irritation, als dass mir das hilft.

Sprecher 1 So ist das. Und das wäre jetzt jetzt vielleicht schon der zweite Schritt vom ersten. Aber was eben wichtig wäre, wäre eine Anerkennung dessen. Also nicht so sehr auf der Handlungsebene ein Verhalten von Emma zu wollen und auch selbst zu handeln, sondern es zu sagen, Das fühlt sich gerade richtig schlimm an! Du wolltest, dass es genau so klappt. Du hattest das Bild im Kopf, Ja, und jetzt ist es anders geworden.

Sprecher 1 Oder auch das fühlt sich richtig groß an für dich gerade. Sprecher 2 Ist das so was, wie man so Spiegeln nennt, was man so Spiegeln auch erst mal nennt, wie du es jetzt gerade formuliert hast. Sprecher 1 Genau. Also ein Spiegeln, das wäre sozusagen die das Instrument und das was, worum es geht, ist die Anerkennung dessen, was immer gerade erlebt. Ja, weil das geht ja nicht weg, nur weil ich es wegrede. Und man kann das auch nicht üben. Ja, also was ich besonders schwierig finde, aber wahrscheinlich haben. Sam und Cleo das schon gemerkt, dass das nicht funktioniert.

Sprecher 1 Sie haben ja auch gesagt, einiges davon ist richtig. Destruktiv auch. Ja. Also verlieren kann nicht geübt werden. In dem Sinne ja. Also nicht mit dem Ziel, dass es dann besser wird, wenn ein Kind innerlich sowieso häufig das Gefühl hat, zu verlieren. Ja, und das damit meine ich jetzt nicht nur sozusagen die Fehler, vermeintlichen Fehler, die jetzt immer wahrnimmt, sondern auch das Gefühl hat, sie ist nicht so, wie sie ist.

Sprecher 1 Okay, mit dem, was sie da mitbringt, weil die Eltern wollen es ja verändern. Ja, dann ist so dieses gezielte Brettspielen ja eher Druck als Entlastung. Und es wird nicht sozusagen eine Frustrationstoleranz geübt, sondern eine Not wiederholt. Und ich will dazu noch mal sagen also aus meiner Sicht, es ist ja leider ein weit verbreiteter Irrtum, aber aus meiner Sicht ist es wirklich ein Irrtum, dass Kinder möglichst früh, weil das versuchen sie ja mit möglichst vielen Frustrationen konfrontiert werden sollten, um dann gut mit Enttäuschungen umgehen zu können.

Sprecher 1 Also wenn ich nur möglichst viele Enttäuschungen möglichst früh dem Kind das ist ja auch künstlich, so ein Brettspiel, das muss man ja nicht spielen. Ja, also wenn ich das an das Kind heran trage, dann können Sie später oder auch in der Situation das irgendwie lernen. Und das Gegenteil ist der Fall. Also wenn wir wollen, dass Kinder Frustrationen in dieser Welt gut verarbeiten können, dann brauchen sie nicht möglichst viele Frustrationen in der Kindheit, sondern möglichst viel Geborgenheit, Sicherheit, zugewandte Bindungs und Beziehungspersonen in dieser Zeit und ganz viel die Erfahrung mit ja, ich sag mal Zufriedenheit und diesem wunderbaren, satten Gefühl angenommen und geliebt zu sein mit dem, was man mitbringt.

Sprecher 1 Und Emma bringt Wut mit. Ja. Sprecher 2 Ja, ja, dein Wort in das Ohr der Gesellschaft, weil das Ja, also das ist, glaube ich, einer der größten Missverständnisse, auch in Bezug auf Leistung usw, die als völlig falsch verschrien als Kuschelpädagogik verschriebene Bedürfnisorientierung beispielsweise oder jede Form der Begleitung man gesagt wird Ja, aber dann werden wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Da müssen Sie doch sozusagen hart für werden, da müssen sie durch.

Sprecher 2 Nach der Logik müsste man Kinder auch schlagen, weil sie vielleicht irgendwann mal in eine Schlägerei kommen. Das ist völlig, völlig absurd eigentlich. Insofern ist das so wichtig, dass du das sagst, dass das Gegenteil richtig ist. Resilienz. Es steht nicht durch Druck Ausübung, sondern durch den Aufbau von Fähigkeiten und Potentialen.

Sprecher 1 Ja, und durch eine Zuwendung und eine Hinwendung. Und deswegen eben, und das ist sozusagen es geht um, ja, es geht um Beziehungs und um Selbstwert Erfahrung. Ich bin mit dem okay, was ich mitbringe, also nicht sozusagen Fehler trainieren und die auszuhalten, sondern Räume zu schaffen, in denen Emma eben nicht beweisen muss, ja, dass sie nicht schnell, nicht richtig, nicht perfekt sein muss, sondern angenommen ist, beteiligt und verbunden ist.

Sprecher 1 Und dass sie, dass man es nicht klein macht. Ja, also ich sehe, dass du jetzt wütend und enttäuscht bist. Wir müssen das jetzt nicht sofort lösen. Ja. Du musst jetzt auch nicht weitermachen. Ja. Wir schauen später noch mal, ja. Und du bist nicht falsch, nur weil etwas nicht geklappt hat. Ja, und? Ist. Es ist gerade schwer. Und ich bin bei dir.

Sprecher 1 Also. Ich würde sogar so weit gehen, dass ich noch mal die Frage stelle. Warum müssen wir Brettspiele spielen, wenn wir gerade ein Kind gegenüber sitzen haben? Was, wie du es vorhin auch von dir erzählt hast, im Grunde regelmäßig beim Verlieren dann auch alles vom vom Tisch fegt. Ja, jetzt könnte man sagen ja, man muss das trainieren. Warum also warum, wofür?

Sprecher 1 Spielen soll ja was Schönes sein. Und ein Brettspiel kann was sehr Schönes sein, wenn es was Regelhaftes gibt und wenn man miteinander im Spiel ist. Viele Brettspiele sind aber ja tatsächlich auf Einzelgewinner ausgelegt, wie zum Beispiel Mensch ärgere dich nicht oder so! Ja. Sprecher 2 Aber, aber das ist ein total gutes Ding. Katja Jetzt fällt mir der Name nicht ein und ich weiß jetzt auch nicht, das ist jetzt nicht die Lösung, aber nur weil du es gerade gesagt hast, es gibt ganz tolle kooperative Spiele also. Und die richtig Spaß machen und man und man gewinnt zusammen, aber man verliert auch zusammen. Wir hatten es gerade auch vom Modell Charakter.

Sprecher 2 Ja, dann kann man wirklich, dann sind ja Leute. Vielleicht ist es wird nicht 123 funktionieren, aber ach Mensch, ich hatte so ein tolles Ich wünschte ich ich könnte sagen aber dann baut man zusammen und. Und so weiter. Und jetzt nicht Siedler von Catan mäßig das ja gegeneinander und und dann sieht Emma vielleicht auch okay, Mama hat jetzt auch verloren.

Sprecher 1 Ja, oder vor allen Dingen. Man kann gemeinsam sich über das Gefühl definieren, Also Mama darf sich auch ärgern. Und es gibt sozusagen eine Form von Regulation in der Gruppe und nicht ich alleine. Ja, weil ich. Ich könnte mir schon vorstellen, dass Emma auch nicht nur darunter leidet, dass sie Fehler macht, sondern eher daran, was sie denkt, was ein Fehler über sie selbst zu erzählen scheint.

Sprecher 2 Genau. Also diese Genau das ist schön. Diese selbst, diese Selbsterzählung. Ja. Sprecher 1 Ja, genau. Und also das. Ich finde das ein so schönen Vorschlag von dir, noch mal nach Kooperations spielen zu gucken, wie man in der Gruppe spielt und wo, wo es wirklich um etwas gemeinsames geht, weil da könnten eben diese nährenden Botschaften gut rüberkommen. Ja, ich finde noch mal, weil du hast vorhin diese Frage gestellt wie wie gehen wir eigentlich um mit uns selbst?

Sprecher 1 Ja, dieses, dieses Vorleben, was du vorhin meintest, da habe ich jetzt noch mal so drüber nachgedacht und ich finde das noch mal einen wichtigen Punkt, die diese Alltags Atmosphäre, die wir mit unseren Kindern gestalten, die fließt ja auch in das Selbstbild mit ein. Ich glaube, das ist das, was du auch meinst. Ja, und wenn ich da jetzt mal noch mal so ganz praktisch in den Alltag reingehe, könnten jetzt Sam und Cleo noch mal schauen, wie gehen wir denn mit scheinbar losgelösten Situationen von diesem Fehler Ding um?

Sprecher 1 Also aufstehen, anziehen, frühstücken, Schulsachen packen, losgehen. Wie viel Tempo, wie viel Erwartung, wie viel Korrektur, wie viel Kritik, wie viel Druck entsteht dort? Ja, also wo muss sie funktionieren? Also Oder wo müssen die Kinder funktionieren? Wo müssen sie richtig oder oder angepasst reagieren? All das kann ja auch mit einfließen, sozusagen in dieses Selbstbild. Bin ich richtig? Bin ich schnell genug, Genüge ich?

Sprecher 1 Ja, und überhaupt jetzt nicht als Kritik sozusagen, sondern einfach als Reflexionsfragen. Ja, so wo im Alltag entsteht bei uns Druck, ohne dass wir es vielleicht merken? Wie gestalten wir Übergänge gerade auch mit Emma? Ja, weil sie ist die Jüngere. Und man hat ja, da kommen die Kinder ja auch in ein System rein, was dann schon auch für ein anderes Kind auch schon gut funktioniert hat.

Sprecher 1 Also wie oft geht es um Tempo, wie oft um richtig machen, wie oft um funktionieren, Ja, wo korrigieren wir, obwohl wir eigentlich nur unterstützen wollen? Welche Botschaften könnten bei Emma ankommen? Ja. Erlebt sie im Alltag Momente, wo sie nicht schnell, nicht passend, nicht ich überspitzt mal richtig sein muss? Ja, also das könnten noch mal so fragen auch an euch, Sam und Cleo sein, wo ihr noch mal so für euch hingucken könnt.

Sprecher 1 Wo könnte denn Druck entstehen? Welche Botschaften werden unabhängig von von diesem Perfektionismus, der ja jetzt hier Thema ist, auch in anderen Situationen im Kontakt? Einfach ist ja kein losgelöstes Thema so, sondern Selbstwert. Selbstbild entsteht ja immer im Kontakt, auch von Atmosphäre und in Zusammenhang auch mit dem, wie wir was gestalten. Ja, ja, das sind so die Impulse und die Gedanken, die ich dazu hatte.

Sprecher 1 Und ich finde, wir haben eine Menge gesammelt. Habe ich was vergessen? Gibt es noch was, was du ergänzen möchtest? Sprecher 2 Ich Ich glaube, dass das ist wirklich gut. Ich glaube, was wir ja gemacht haben, ist auch so diese vielleicht Einordnung, so ein bisschen mehr, dass man nicht nur auf die Oberfläche schaut, wenn man so möchte. Also was passiert, was kann ich beobachten, woran kann das liegen und wie kann ich das irgendwie im Gespräch lösen? Sondern so Ja, erst mal eins unter die unter die Oberfläche.

Sprecher 2 Warum ist das eigentlich möglicherweise so? Was hat das mit dem Selbstbild zu tun, mit Identifikation, mit einem vielleicht fixed mindset? Und wie können wir das versuchen, auch aus anderen Perspektiven zu lösen? Das, was du gerade gesagt hast mit den Übergängen, ist ja auch schon wieder so ein schöner Impuls, damit man so nicht das Gefühl hat, wir müssen da jetzt irgendwie was reparieren, sondern es ist so ein bisschen eine größere Form der Betrachtung und des gemeinsamen Lebens.

Sprecher 2 Also ich finde. Sprecher 1 Und ich würde auch noch mal vielleicht zum Abschluss sagen, dass ich natürlich das total nachvollziehen kann, also was es haben und Cleo da beschreiben und dass es auch schwer auszuhalten ist als Eltern. Also weil man denkt Mensch, das ist doch nicht so schlimm. Ja, und ich kenne das auch als Mutter. Gerade bei den Hausaufgaben ist das ja auch dann wirklich auch ein Riesenthema, wenn man irgendwie was erklären möchte oder wenn man sagt Schau doch hier noch mal hin und dann sozusagen die ganze Situation sofort gesprengt wird und gleichzeitig auch diesen Prozess eben zu begleiten und nicht so sehr zu sagen ja, ist doch nicht so schlimm.

Sprecher 1 Oder auch zu sagen, wir wollen eine Fehlerkultur haben. Ich sage ja ganz häufig Ich weiß nicht, ob du den Ausspruch noch kennst, dass es im Grunde ja keine Fehler gibt, sondern Umwege und Umwege die Ortskenntnis vor allen Dingen erhöhen. Also wir gehen an an Stellen vorbei, zu denen wir gar nicht wollten, aber haben natürlich trotzdem eine Erkenntnis daraus und kommen dann auch darüber irgendwie zum Ziel.

Sprecher 1 Und wie gesagt, Fehler entstehen ja immer nur im Verhältnis zu einer Erwartung, zu einem System. Ja, also das darf man sich ja auch noch mal klar machen. Sprecher 2 Das muss viel mehr in die, in die Schule. Es gibt ja diese Kurzfassung Fehler sind Helfer, die finde ich da total schön, weil weil es ja tatsächlich so ist. Ja.

Sprecher 1 Ihr Lieben, das war die Familiensprechstunde für heute. Wir haben ausführlich schon über die Kommentare bei Spotify und bei Apple gesprochen. Ihr könnt gerne eure Fragen weiter an Podcast, Familiensprechstunde etc. hat ja sei frank .de senden. Und ja, wir freuen uns, wenn ihr weiter kommentiert, auch wenn es erst mal vielleicht keine Bücher mehr gibt. Schauen wir mal für heute sage ich Auf Wiedersehen, Ich danke euch.

Sprecher 1 Wir danken euch für euer offenes Herz, für euer offenes Ohr. Bleibt weich und liebevoll mit euch selbst und euren Kindern. Auf Wiedersehen, lieber Bob. Auf ganz bald Und bis nächste Woche. Sprecher 2 Bis bald. Sprecher 1 Tschüss. Sprecher 1 Das war die Familiensprechstunde mit Katja Saalfrank. Eine neue Folge gibt es jeden Montag. Überall dort, wo es Podcasts gibt. Und wenn du magst, nimm dir jetzt noch einen Moment Zeit für dich. Zeit, das Gehörte nachwirken zu lassen. In Kopf, Herz und in deinem Körper. Vielleicht hat sich etwas gezeigt. Eine neue Perspektive oder eine leise Bewegung nach innen. Spüre gerne nach und entschleunigen noch mal, wenn du selbst eine Frage hast, die du hier in der Familiensprechstunde teilen möchtest, schreib mir gerne an Podcast, Familiensprechstunde etc. Hat ja saalfrank de.

Sprecher 1 Alle Zuschriften werden natürlich anonymisiert. Hinweise zur aktuellen Folge sowie Informationen zu meinen Kursen und Ausbildungen und allen Angeboten findest du in den Shownotes. Schau dich dort gerne um. Ich danke dir von Herzen, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir viele gute Erfahrungen und Verbindungsmomente. Und nicht vergessen es gibt keine schwierigen Kinder, sondern nur schwierige Situationen.

Sprecher 1 Bleibt nicht damit alleine. Schon ein Gespräch kann Veränderung bringen. Ein Austausch entlasten, um Fragen zu stellen, kann neue Wege öffnen. Deine Katja.

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