Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

GP10: Verschütteter Wein im Wert von Millionen Euro, das beste Eis der Welt und die Causa Remoulade

Samstag, 22. August 2026 · 31 min

MP3

Shownotes

Diese Woche ist auf der Gemischten Platte einiges los: Auf dem Weingut von José Moro fehlen im Februar 2024 plötzlich 60.000 Liter Wein im Wert von ca. 2,5 Millionen Euro. Was genau es mit damit auf sich hat? Das müsst ihr euch schon selbst anhören. Und dann geht es um Lillys Lieblings-Bestellung im Eiscafé: Spaghetti-Eis. Wer hat das eigentlich erfunden? Klar ist: Es muss OHNE Sahne gegessen werden. Ein Thema hat unsere Hörerinnen und Hörer in der letzten Woche stark beschäftigt: Remoulade. Deshalb öffnen Lilly und Flo diese Food Crime Akte noch mal und besprechen eine Sprachnachricht, die ihnen geschickt wurde.
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Lilly, was liegt denn heute auf der gemischten Platte? Verschütteter Wein im Wert von 2,5 Millionen Euro und die Geschichte vom besten Eis der Welt. Das ist die gemischte Platte. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Rilsa und Lili Temmel. Sorry, ich habe gerade überlegt, ob du das in der richtigen Reihenfolge gesagt hast, aber hast du.

Ich habe mich auch kurz überlegt. Hallo, guten Morgen. Schön guten Morgen. Herzlich willkommen zur gemischten Platte an diesem tollen Samstag, den 22. August. Leute, der Sommer, der ist schon fast um. Das finde ich persönlich nicht gut. Deswegen habe ich im zweiten Teil der heutigen Folge ein sommerliches Thema dabei.

Damit wir alle nochmal schön in Schwung kommen. Schön. Das beste Eis der Welt. Hast du schon eine Ahnung, worum es gehen könnte? Nee, sogar nicht. Das beste Eis der Welt. Das ist ja ein sehr subjektives Thema. Weil jeder und jeder hat ja irgendwie so eine Eisdiele, wo man sagt, das ist das beste Eis der Welt.

Ich bin mal gespannt, was deine persönliche ist. Da können wir dann später drüber sprechen. Das werden wir. Das werden wir ganz gewiss tun. Bin ich auch gespannt, was ihr alle dann von meiner Wahl des besten Eises der Welt haltet. Aber zu Beginn, falls du nicht noch irgendwas hast, Flo, was du hier am Samstag mit uns allen teilen möchtest?

Ich habe später eine Reaktion auf einen Foodcrime dabei. Also wir werden vielleicht über zwei Foodcrimes sprechen. Das Thema Remoulade ist ja heftig diskutiert worden und ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht bin von unserer Community, aber ich würde sagen überrascht. Ich bin wirklich auch überrascht davon, dass so viele Leute Remoulade auf dem Brötchen feiern.

Da waren wir ja völlig sicher und uns einig, dass das ein Foodcrime ist und verteufeln das. Aber ihr scheint das ja zu mögen. Ich finde das auch spannend. Ja, ich habe auch überzeugende Argumente gelesen, dass natürlich so ein dickes Stück Butter jetzt auch nicht gut ist, dass Margarine noch schlimmer ist, gehe ich überall mit, aber naja.

Und, naja, wir kommen später noch zum Thema Remoulade und da gibt es auch Feedback. Ansonsten habe ich, glaube ich, nichts. Na gut, dann fangen wir einfach an, würde ich sagen. Und ich freue mich auf die Reaktion zur Remoulade, dann nochmal zum Ende. Aber erstmal fangen wir an mit einem Fall. Jawohl.

José Moro ist stolz auf sein Weingut in Castillo de Duero in der Provinz Valladolid, nordwestlich von Madrid. Ich hoffe, ich habe alles richtig aufgesprochen. Ich weiß nicht, ob es, doch, es heißt schon Valadolid, nicht Valladolid. Oh, oh, also mein, wirklich mein sehr rostiges Spanisch, ich würde sagen Valladolid.

Weil doch LL. Ja, da haben wir auch schon mal. Wir sind in Deutschland und da sagt man auch Lorette de Mar. Oder Barcelona. Barcelona. Auf jeden Fall befinden wir uns in dieser Provinz. Uns wird ja immer vorgeworfen, dass wir zu viel Engel sprechen. Jetzt können wir immer sagen, hier wird Deutsch gesprochen, das ist Valladolid.

Si, si claro. Egal, wir fahren es mit uns. Wir sind auf jeden Fall auf einem Weingut, nordwestlich von Madrid und dieses Weingut wird betrieben von José Moro. Und hier will er das Beste aus dem Boden herausholen und Weine mit Seele und einer einzigartigen Frische herstellen. Mit der Rebsorte Tempranillo als Aushängeschild präsentiert sein Weingut ein Sortiment von fünf Weinen.

Jito Rosado, Jito, Chepa 21, Malabrigo und Orsajo. Auch da. Ich habe keine Ahnung, ob ich das jetzt richtig ausgesprochen habe. Auf der Website des Unternehmens heißt es über die Weine, sie alle spiegeln mit jedem Glas eine sortengerechte Verarbeitung, die Frische der Tempranillo-Traube, sowie das Know-how und die Erfahrung ihres Schöpfers José Moro wieder.

Die Weinberge liegen auf einer Höhe zwischen 750 und 900 Metern und sind nach Norden ausgerichtet. Beides Faktoren, die eine schrittweise Reifung der Trauben ermöglichen und ihnen Komplexität und Frische verleihen. Die Höhe ist von so großer Bedeutung, dass die Trauben eher nach der Höhenlage als nach dem Alter des Weinbergs klassifiziert werden.

Das Projekt umfasst 50 Hektar eigene Weinberge auf lehmig, sandigem, tonigen oder kalkhaltigen Böden. Auf dem Weingut gibt es einen Verkostungsraum mit atemberaubendem Blick auf den Fasskeller, eine Terrasse, die einen herrlichen Ausblick auf die Natur bietet, sowie eine Lobby mit einem spektakulären Panoramafenster, das die Modernität des Komplexes mit der Tradition des Weinbergs verbindet.

Das hast du jetzt aber schön zitiert von der Website. Ja, ne, hab ich gut gemacht. Ja. Und von José Moro und seinem Weingut habe ich Fotos dabei. Sehr schön. Man vergisst das ja oft, wie hoch Madrid liegt. Also ich war noch nie in Madrid und in der Gegend, aber das ist was, was so irgendwo in meinem Hinterkopf ist, dass die Gegend um Madrid sehr bergig und sehr hochplateauig ist.

Was natürlich für Wein fantastisch ist. Fantastisch ist, richtig. Und wir haben ja hier häufiger auch schon mal Werbung für die Weine von Vinos gemacht. Und das sind ja auch vornehmlich spanische Weine. Deswegen sind wir den spanischen Weinen ja eher zugetan. Deswegen dachte ich, passt das in die heutige Folge rein.

Ja, also das ist ein Mann, dem würde ich meine Trauben vertrauen. Er erinnert mich an irgendeinen, er sieht ein bisschen aus wie so ein Fußballtrainer, oder? Also wenn er jetzt da Real Valladolid trainieren würde oder irgendwie die zweite Mannschaft von Real Madrid, würde ich auch sagen, klar. Ich finde, er hat so ein bisschen was Sportlehrerhaftes. Ja.

Sieht er nicht ein bisschen aus wie der französische Nationaltrainer? Die Dichon, die Dichon. Oder? Ja, so ein bisschen, aber das Gesicht ein bisschen länger gezogen. Also Typ Mann. Die sieht die schon. Er hat graue Haare, einen blauen Anzug, ein glatt rasiertes Gesicht. Eher so drei Tage, so ein Tagesbart, oder? Ein Tagesbart, ja.

Also kommt ja drauf an, wie schnell der Bartwuchs ist. Dunkle Augen, ja, sehr freundliches, offenes Gesicht. Und er hat einige Weine offen, sieht man da links. Also bei dem kann man verkosten, noch und nöcher. Richtig. Und dann zeige ich dir auch mal, wo das Ganze hier spielt und stattfindet. Ich finde es ein wunderbares Foto.

Wow, also wirklich ein schickes Gebäude inmitten einer Weinlandschaft. Es sieht aus wie eine Mischung, da haben wir ja gerade drüber gesprochen, aus Produktionshalle, aber in der Mitte sieht es so aus, als würde es da in diesen Shop oder Laden oder Restaurant reingehen. Also es gibt, sagen wir mal, es gibt noch schönere Weingüter oder Weingüter, die noch mehr auf, Besucher und hier sitzt man und genießt den Wein ausgelegt sind, aber die Landschaft ist schon beeindruckend, so leicht hügelig, leicht wellig, wir sind wahrscheinlich eher im Spätherbst oder Winter, weil der Wein ist so dunkelrot, fast braun eigentlich die gesamte Landschaft, aber schön, ja, schick, schick.

Es ist eher ein modernes Gebäude, das stimmt. Es gibt natürlich Weingüter, so wie ich sie mir in Frankreich zum Beispiel vorstelle, die so uralte Anwesen eigentlich sind, mit alten, schönen Chateaus. Das ist jetzt wirklich modern. Aber das ist ja auch das, was sie sagen. Das habe ich doch zitiert von der Website.

Irgendwie hier Modernität und trotzdem Know-how und ja, also da befinden wir uns. In der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 2024 passiert auf dem Weingut von José Moro aber etwas Dramatisches. Denn gegen halb vier Uhr nachts werden hier ungefähr 60.000 Liter Wein verschüttet. Der Wert 2,5 Millionen Euro.

Aber sie selbst. Ich zeige dir jetzt ein Video, Flo, und wie immer, beschreib gern mal, was du da siehst. Verschüttet klingt ja erstmal wie ein Unfall. Als wäre das eigentlich nicht gewollt gewesen. Deswegen bin ich jetzt mal gespannt, wie wir das irgendwie, obwohl die Werner wahrscheinlich Überwachungskameras etc. haben.

Was? Okay, das ist wirklich, also, das ist ja wirklich komplett absurd. Wir sehen eine Person, die komplett weiß ist. Es ist so eine Nachtsichtgerätaufnahme, es ist alles grau und die Person hat wahrscheinlich irgendwas Helles an. Dann öffnet die den Weinbehälter und der Wein schießt wirklich in einem fetten Strahl raus.

Die läuft dann durch diesen Strahl, als wäre nichts gewesen, läuft zum nächsten, macht den nächsten auf. Boah, das ist ja krass. Okay, wer ist diese Person? Was passiert hier? Weil ich hatte recht, es ist auf jeden Fall nicht gewollt gewesen, dass dieser Wein verschüttet wird, sondern es war ein Attentat auf den Wein. Ja.

Als die Polizei am Morgen des 18. Februars, das ist ein Sonntag, auf dem Weingut eintrifft, staunen sie nicht schlecht und beginnen sofort mit den Ermittlungen. Denn der Schaden ist erheblich. Auf den Bildern der Überwachungskameras ist zu sehen, wie der Täter innerhalb weniger Minuten die Hähne von bis zu fünf Edelstahltanks öffnet, drei davon mit je 20.000 Litern Inhalt. Der Wert?

Ungefähr 2,5 Millionen Euro. Und das Auffällige? Der Eindringling hatte sich Zugang zu dem Gebäude verschafft, ohne die Alarmanlage auszulösen. Schlösser wurden ebenfalls keine aufgebrochen. Irgendwie muss die Person unbemerkt in den Pumpenraum und die Lagerräume gelangt sein und sie bewegt sich erstaunlich souverän durch die Räume, so als ob sie nicht zum ersten Mal dort gewesen ist.

Und deswegen an dieser Stelle eine Frage an dich, Flo. Hast du eine Vermutung? Boah, schwierig. Also da sind wir ja wieder in so einem Feld, wo sich möglicherweise jemand hat rächen wollen. Ansonsten sehe ich da gerade nicht viel. Weil klar, wenn die Person da nachts reinkommt und möglicherweise Alarmanlagen überlisten kann, weiß, wie...

Also auch der Handgriff sitzt auf jeden Fall, ne? Also das ist, die Person hat jetzt nicht lange danach gesucht, wo man diesen Tank öffnet und wie das geht, sondern da saß jeder Handgriff und, dann ging es halt ja das Einzige, was so ein bisschen verwirrend ist, dass die Person da nicht wusste, dass man vielleicht nicht durch den Strahl direkt durchlaufen soll. Das ist wirklich so absurd.

Kleine Weindusche abbekommen. Dass die Person irgendwie aus dem inneren Kreis stammt, möglicherweise dort gearbeitet hat, eine Verbindung zur Familie hat, liegt natürlich nahe. Wie gesagt, der Mann sieht vertrauenswürdig aus. Ich weiß nicht, wer ihm schaden möchte. José Moro hat eine Idee, wer das gewesen sein könnte.

Aber er muss diskret und stillschweigend vorgehen, um die Ermittlungen der Guardia Civil nicht zu behindern. Doch im Juni 2024, also ein paar Monate später, ist es dann soweit. Die Polizei hat einen Verdacht und eine Person wird festgenommen. Am 27. Juni wird eine ehemalige Mitarbeiterin des Weinguts festgenommen.

Sie war wenige Wochen vor dem Vorfall entlassen worden. Ein Racheakt. José Moro erklärt, dass die Frau das Unternehmen drei Tage vor der Tat verlassen hatte, obwohl ihre Kündigung 15 Tage im Voraus zugestellt worden war. Sie war ein Jahr dort angestellt gewesen und es gab nie irgendwelche Auffälligkeiten.

Seines Erachtens seien sie auch im Guten auseinandergegangen. Es gab einfach nichts mehr für sie zu tun in seinem Unternehmen. Doch damit nicht genug. Nachdem sie entlassen worden war und mutmaßlich in das Weingut eingedrungen war, hatte sie sich auf eine neu freigewordene Stelle beworben. Zu dem Zeitpunkt ermittelte die Polizei aber bereits gegen sie und sie wurde nicht angestellt.

Die Vermutung ist, dass sie die Zeit nach dem Erhalt ihrer Kündigung dazu genutzt hat, ihren Plan zu schmieden. Denn anders als andere Angestellte, die nach Kündigung häufig gar nicht mehr zur Arbeit kommen und sich krankschreiben lassen oder ähnliches, ist sie die letzten Wochen noch brav zur Arbeit erschienen.

In dieser Zeit soll sie Schlüssel nachgemacht haben und sich irgendwie Zugang zu sämtlichen Alarmanlagencodes verschafft haben. Sie und ihr Mann werden festgenommen, der Mann wird aber relativ schnell wieder entlassen. In dem Fall liegen noch keine rechtskräftigen Urteile oder abgeschlossenen Gerichtsverfahren vor. Deswegen weiß ich nicht, was aus ihr geworden ist.

Zumindest konnte ich dazu nichts finden. Fest steht aber, dass José Moro und sein Weingut ein riesiges Problem haben. Die verschütteten Rotweine waren zwar versichert, allerdings weist das Weingut darauf hin, dass die Versicherung nicht den endgültigen Marktwert abdeckt. Und das viel größere Problem ist eigentlich, dass die Versicherung die Summe, die sie abdeckt, bis heute noch nicht bezahlt hat. Boah.

Während er also jetzt auf Entschädigung wartet und irgendwie versucht, diese Verluste wieder wettzumachen, hofft er, dass er die 1000 Liter Horsajo, das ist sein bester Wein, die noch übrig geblieben sind, doch noch abfüllen kann und irgendwie verkaufen kann. Da hat er ein bisschen Glück gehabt, also ich meine 1000 Liter in Relation zu 60.000 Liter sind nicht viel, aber immerhin.

Denn diese 1000 Liter waren zwischen dem Tankboden und dem Zapfhahn zurückgeblieben. Und er möchte sie jetzt verkaufen, das sind ungefähr 1200 Flaschen und den Erlös spenden und sagt, das Böse wird niemals über das Gute siegen. Wie, er will ich den Erlös spenden? Er möchte den Erlös spenden. Ihr macht es jetzt so ein bisschen, ja, wie soll ich sagen? Also er hat viel Zuspruch und Unterstützung aus der Bevölkerung und anderen Menschen bekommen.

Und das ist jetzt so wenig Wein, dass er den Erlös spenden möchte. Das hat er zumindest gesagt, ob er das wirklich macht. Er steht in den Sternen. Da fragt man sich dann schon, wie schlecht lief es dann wirklich? Oder wie schlimm sieht es überhaupt für ihn gerade aus? Ich meine, gut für ihn, wenn er sagt, es geht schon irgendwie, ich kann die noch spenden.

Die Versicherung wird sicher schon zahlen. Nimmt natürlich ein bisschen die Dramatik aus dem ganzen Fall. Ich hätte jetzt gedacht, dass er vielleicht sagt, ich habe hier noch 1000 Liter und ich versteigere den. So das ist eher eine Solidaritätsaktion für ihn, dass er sagt, hey, der Wein kostet vielleicht 20 Euro, die Flasche, aber wer mehr zahlen möchte, zahlt mehr.

Wenn er jetzt sagt, das Geld spende ich auch noch, dann fragt man sich wirklich so, na ja, wie schlimm ist es wirklich? Ja, das stimmt natürlich. Auf der anderen Seite ist es doch auch schön zu wissen, dass es vielleicht nicht den Ruin des Unternehmens bedeutet hat. Er hat auch noch gesagt, dass wenn die anderen beiden Tanks voll gewesen wären, dass sie wahrscheinlich bankrott gegangen wären, waren sie aber nicht und.

Haben sie sich noch irgendwie retten können. Das Weingut gibt es auch noch und ich behalte das auf jeden Fall im Auge. Also ich habe nach aktuellen Entwicklungen, Gerichtsurteilen oder sonstigem gesucht, aber ich habe dazu nichts gefunden. Falls es da Neuigkeiten geben sollte, melden wir uns aber. Und ich habe den Fall mitgebracht, der sich offensichtlich nicht für eine ganze Folge eignet, weil ich tatsächlich das Video von dieser Überwachungskamera bei Instagram gesehen habe.

Und auch wie du beim Gucken dachte, was passiert da? Und dann einfach ein bisschen recherchiert habe und mich durch die spanische Medienlandschaft gewälzt habe und herausgefunden habe, was da passiert ist. Richtig. Ja, das war Teil 1 der heutigen gemischten Platte und nun kommen wir zum besten Eis der Welt. Okay, jetzt bin ich aber mal gespannt.

Aha, aha. Okay, es ist nämlich dein persönliches bestes Eis. Ja, also ja, aber ich würde schon... Du hast jetzt irgendeinen wissenschaftlichen Artikel dabei, der sagt, das ist das beste Eis der Welt. Nee, so wissenschaftlich ist das heute wirklich gar nicht, nee. Okay. Ich liebe Eisdielen und Eis, so in generale, das kann ich ja schon mal sagen.

Aber für mich ist das ultimative Eis, wenn man in eine Eisdiele geht, das Spaghetti-Eis, das Handelsügliche. Und ich glaube, ich begehe einen persönlichen Foodcrime damit, dass ich Spaghetti-Eis immer ohne diese Sahne bestelle, weil ich das wirklich gar nicht mag. Ich mag Sahne an sich wirklich gerne, aber die Sahne, diese halbgefrorene, angefrorene Sahne und Spaghetti-Eis, die geht für mich gar nicht.

Gar nicht. Also die bestelle ich ab. Aber ich liebe Spaghetti-Eis. Ich finde irgendwie, das hat einen ganz besonderen Vibe, ein Spaghetti-Eis zu essen. Das kann man auch super zu zweit essen. Also falls ihr mit einem Freund, einer Freundin oder einem Date oder so unterwegs seid. Man kann die Spaghetti ja dann so reinzutschen zusammen.

Richtig, wie Susi und Strolch. Ja, genau. Das kann man auf jeden Fall auch machen. Ich finde, das macht irgendwie immer was her und das finde ich einfach toll. Ich habe mich letztens gefragt, wo das eigentlich herkommt. Wer das erfunden hat, und wie die Geschichte zum Spaghetti-Eis ist. Und die möchte ich gerne mit euch teilen.

Denn, erst mal der Bummer zu Beginn, wer das Spaghetti-Eis wirklich erfunden hat, ist bis heute nicht ganz geklärt. Es gibt mehrere Eismacher, die die Erfindung für sich beanspruchen. Und zwei möchte ich euch heute vorstellen. Einer von ihnen ist Dario Fontanella aus Mannheim. Das kann man nämlich sagen, es ist wohl eine deutsche Erfindung.

Und der andere ist Eliano Rizzadini aus Neuss. Beide erzählen von einer ähnlichen Idee, Eis, das aussieht wie Spaghetti. Und beide verorten die Erfindung im Jahr 1969. Fontanella hat seine Version der Geschichte besonders ausführlich erzählt. Also über den gibt es ein paar Artikel in einschlägigen Zeitungen.

Und demnach war es so, dass er in den Osterferien 1969 bei seinen Eltern in Mannheim war. Er hat eigentlich in Italien bei der Verwandtschaft gewohnt und, eigentlich was anderes ausprobieren wollte bei seinen Eltern. Und zwar, er wollte die italienische Flagge aus Eis machen. Und dafür hat er Erdbeer, Zitronen und Pistazieneis durch eine Spätzlepresse gedrückt.

Und hat das dann ganz stolz seinem Vater gezeigt. Und der Vater war irgendwie von der Idee nicht so begeistert. Und hat dann gesagt, dass er das vielleicht mal mit Vanilleeis versuchen sollte. Und das sieht ja viel mehr nach Nudel aus als das bunte Spaghetti-Eis, was er da so durchgedrückt hat. Und dann hat er das mit Vanille-Eis ausprobiert durch die Spätzle-Presse.

Und tatsächlich sah das dann ungefähr aus wie Spaghetti. Und dann haben sie überlegt, okay, jetzt fehlt noch eine Soße und es fehlt auch Parmesan. Haben sich erst mit Himbeeren ausprobiert, das hat aber nicht so gut funktioniert. Und dann haben sie einfach Erdbeer-Püree, was sie ohnehin für die Herstellung von Erdbeereis verwendet haben, benutzt. Und das war dann perfekt.

Das rote Erdbeer-Püree sah aus wie Tomatensauce. Und zum Schluss fehlte noch der Parmesan. Und dafür hat Fontanella einfach weiße Schokolade, die er noch von irgendwelchen Oster-Schokoprodukten übrig hatte, genommen und sie über das Eis gerieben. Und damit war die Grundidee des Spaghetti-Eises fertig.

Er wollte auch unbedingt, dass seine neue Kreation von seinen Eltern in der Eisdiele verkauft wird. Aber der Vater war auch da erstmal skeptisch und hat sich gefragt, ob man das den Kundinnen und Kunden zumuten könne. Und der Kleine hat sich dann aber durchgesetzt und gesagt, dass er das gerne möchte.

Und dann haben die Eltern das tatsächlich auf die Eiskarte gesetzt. Und das kam sehr gut an und zwar auch ziemlich schnell. Die Familie musste die Produktion von Vanilleeis schon bald vervierfachen, weil sich das Spaghetti-Eis herumgesprochen hatte. Ja. Und dann gab es aber ein Problem, denn manche Kundinnen und Kunden haben Sahne zu dem Eis bestellt und wenn die jetzt oben auf das Eis, gesprüht wurde, hat die für Fünternella die ganze Optik zerstört und als er dann in den nächsten Sommerferien wieder in Mannheim war, hatte er deshalb die Idee, die Sahne einfach unter das Eis zu, legen und so entstand dieses Sahnebett, auf dem die Spaghetti bis heute liegen und das ist natürlich auch vorteilhaft für eine Eisdiele, weil die Portion dadurch größer aussieht.

Das war nämlich immer mein Gedanke. Aber für Menschen wie uns? Ja. Für Menschen wie uns, wir lassen uns ja nicht betuppen, wir nehmen halt nur Spaghetti, ne? Ich muss sagen, das erste Mal, wo ich ein Spaghetti-Eis gegessen habe, ich fand das auch eine Offenbarung, im ersten Schritt natürlich. Aber dann die Sahne, diese gefrorene Sahne, das ist eine Konsistenz, die ganz, ganz schlimm ist. Ich mochte das wirklich überhaupt nicht, hab dann drumherum gegessen, beziehungsweise dann ein bisschen gewartet, bis die Sahne wieder aufgetaut ist.

Aber ja, für mich war das schon von Anfang an eine Art Shrinkflation, dass man das eigentlich, das gute Eis, ja, verkleinert und mit Sahne streckt. Schweinerei. Ja, so kann man das sehen. Und die andere Perspektive ist, dass Leute diese Konsistenz halt lieben und da in dem Eis noch das Beste versteckt ist.

Ich kenne eigentlich fast nur Leute, die das lieben mit Sahne, ja. Aha. Ja. Spannend. Ja. Mit dem bist du befreundet. Ja, da drücke ich dann ein Auge zu. Das ist ja ganz spannend. Jeder macht Fehler, ne? Ja. Und ich habe ja gesagt, es gibt noch jemanden, der die Spaghetti-Eiserfindung für sich beansprucht. Die Person möchte ich natürlich auch noch namentlich nennen.

Es gibt noch den Neusser Eismacher Eliano Rizzadini. Und auch der sagt, dass er 1969 auf die Idee gekommen ist. Seine Version ist, er saß nachts mit Freunden in einer Pizzeria und hat erzählt, dass er eine Idee hat. Und zwar, dass er Eis in Spaghetti-Form machen möchte. Und dann hat er seinen Freund gebeten, die Norizzi, eine Kartoffelpresse zu holen. Und dann haben die das ausprobiert und halt gemerkt, okay, da kommen tatsächlich Fäden raus.

Und so ist laut der Neusser-Legende das Spaghetti-Eis erfunden worden. Welche Geschichte nun tatsächlich stimmt, lässt sich natürlich nicht mehr eindeutig sagen. Fest steht aber, irgendwann im Jahr 1969 kam jemand auf diese fantastische Idee, Eis durch eine Presse zu drücken und daraus einen Teller Spaghetti zu machen.

Und aus dieser Idee wurde dann ein echter Klassiker. Ich habe irgendwo gelesen, dass in Deutschland schätzungsweise bis zu 25 Millionen Portionen Spaghetti-Eis pro Jahr verkauft werden und fünf bis zehn davon sind von mir. In den meisten Eisdielen gehört es tatsächlich auch zu den meistverkauften Eisbechern.

In Italien ist es dagegen erstaunlich wenig verbreitet. Dort findet man es vor allem am Gardasee und an der Adria-Küste, also da, wo die ganzen Deutschen abhängen. Aber man muss sagen, es ist auch eigentlich das perfekte Einwanderergericht in Deutschland. Man nimmt italienisches Eis und presst es durch eine deutsche Spätzlepresse.

The best of both worlds. Hundertprozentig. Spätzle. Schön, wie die Spätzlepresse umgemodelt. Ich finde das auch eine schöne Idee. Und welche jetzt auch immer stimmt, das ist ja auch am Ende des Tages egal. Diese Person hat es nicht patentieren lassen und uns allen eine große Freude bereitet. Und ich hoffe, dass das Wetter in Berlin bald mal wieder besser wird, damit ich wieder schön Spaghetti-Eis essen gehen kann. wo man Eis natürlich auch mal schlecht im Wetter essen kann, aber das hier Fühl, das muss natürlich stimmen, um draußen schön zu sitzen. Da muss die Sonne für scheinen. Ja.

Jetzt bin ich aber mal gespannt, wo du sagst, wo es das beste Spaghetti-Eis in Berlin gibt. So, wenn du jetzt hier schon, weil jetzt wollen wir auch einen Namen hören. Da bin ich tatsächlich noch nicht am Ende meiner Recherche, Testreise angekommen. Ich habe bis jetzt nur gute Spaghetti-Eise hier in Berlin gegessen.

Deswegen will ich da gar nicht so eine einzelne Eisdiele hier hervorheben. Wenn ihr Tipps habt für alle Berlinerinnen und Berliner oder auch in anderen Städten Deutschlands, wo es wirklich fantastisches Spaghetti-Eis gibt, dann könnt ihr uns das gerne mal schreiben. Also da bin ich, glaube ich, auch nicht ganz so anspruchsvoll.

Also für mich ist das schon okay, wenn die da dieses fertige Erdbeersößchen aus der Tube draufballern. Das muss jetzt nicht selber in Brandenburg gefüllt und eingeguckt sein. Genau, ich brauche das auch nicht fancy angerichtet. Ich will da so ein schönes, dickglasiges, vielleicht sogar gewelltes oder mit so Bubbles im Glas enthaltenen Bläschen.

So ein Glas will ich da haben. Also so aus einer Eisdiele Venezia oder sowas, weißt du? Ja, okay, gut. Nee, ist doch... Du, Lilly, das nehme ich dir doch ab. Du musst doch jetzt nicht wieder irgendwie so deine Hipsterbude aus Kreuzberg sein oder sonst wo, wo du dich wieder rumtreibst am Wochenende. Einfach ein bisschen ehrliches Spaghetti-Eis. Ich will ein ehrliches Spaghetti-Eis. Eiskaffee Venezia.

Da wird es wahrscheinlich ein bis 20 Stück in Berlin geben von. Und da kann man ja hingehen. Es gibt natürlich auch viele andere tolle Eiskaffees. Ja, dann sind wir am Ende mit meinem Inhalt, aber du hast ja am Anfang versprochen, dass wir ja nochmal auf die Remoulade zu sprechen kommen. Ja, und zwar, wir haben Feedback bekommen und zwar von Hanna, die zum Thema Remoulade, was wir besprochen haben, eine Anmerkung hatte und da hören wir jetzt mal rein.

Hallo liebe Flo, hallo liebe Lilly. Mein Freund und ich haben letztens im Auto den Podcast zum Hamburger Sülze-Aufstand gehört. Und beim Foodcrime waren wir schockiert. Also der Molade auf Weckerl oder halt Brötchen ist auf jeden Fall ein Foodcrime, da stimmen wir euch total zu. Aber was noch der viel größere Foodcrime ist, ist der Backhändelsalat oder das Backhändel mit dem Molade zu essen.

Also wir waren letztens auch in München und haben das gelesen. Ich komme aus Österreich und mein Freund hat auch drei Jahre in Österreich gewohnt. Und wir waren schockiert, dass man hier Backhandel mit Remoulade isst. Also mit Kernöl können wir komplett nachvollziehen. Kernölsalat oder einfach ein Backhandel mit Preißelbeeren.

Das ist in Ordnung für uns. Aber mit Remoulade, das geht wirklich gar nicht. Ich wünsche euch trotzdem noch einen schönen Tag, schöne Woche. Und freue mich schon auf die nächste Folge. Trotzdem noch einen schönen Tag. Finde ich auch gut. Finde ich auch gut. Den wünschen wir dir auch. Ich finde ja gut, dass Remoulade so viel in einem hervorruft.

Das ist ein kontroverses Thema. Hätte ich nicht gedacht. Es scheint wirklich, da haben wir was getroffen. Da haben wir irgendeinen Nerv getroffen. Ich kann verstehen, dass wenn man das Backhändel, was ja in der österreichischen Kultur auch hochgehalten wird, ohne Remoulade kennt und dann auf die Remoulade trifft, die ja per se, wie wir ja auch finden, einfach nur unnötige Fettpampe ist, dass einen das irritiert.

Ich kenne ja auch so Fish and Chips zum Beispiel und ich würde jetzt das Backhändel, jetzt werde ich wahrscheinlich dafür auch angegriffen, in eine ähnliche Kategorie wie Fish and Chips packen mit Remoulade. Und so finde ich das persönlich dann auch lecker. Und ich hatte letztens ein Backhändel ohne irgendwas zum Dippen, nur mit einem Kartoffelsalat und da hat mir was gefehlt, muss ich ganz ehrlich sagen.

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass wenn die Remoulade selbst gemacht ist und gut gemacht ist, dass das dann geht. Aber wenn du halt so eine fertige Ekel-Remoulade hast, dann musst du die wirklich, also dann solltest du die auch nicht zum Backhändel essen, das wird dem Tier nicht gerecht. Auch der Panade nicht.

Aber auch der Panierung, Florian. Oh, Panierung. Ah, stimmt. Genau, das ist ja der Punkt. Die war selbst gemacht. Die war lecker. Die war wirklich auf den Punkt, die war frisch. Die war leicht. Ja, das war jetzt kein irgendwie Mist aus der Tube. Ich finde es aber natürlich auch so maximal österreichisch, dass man das Kernöl dazu essen sollte. Also.

Kernöl geht. Ja, das habe ich auch nicht verstanden, aber ich glaube, sie meinte Kernöl, ein Salat, der mit Kernöl angemacht ist, oder? Wo man das vielleicht noch so reindutschen kann? Träufelt über das Backendl. Meine Kernöl ist auch lecker, aber das ist auch so was, das ist... Kernöl auf Vanilleeis kann ich euch empfehlen, wo wir gerade schon beim Eis waren. Da sind wir jetzt wieder beim besten Eis der Welt.

Wer mal in Wien ist, der kann zur Eiskreislerei gehen. Wir haben mittlerweile, glaube ich, drei oder vier, vier Jahre in Wien. Die machen auch Kernöleis. Ja, gibt es auch dort. Also die machen Eis aus Kernöl? Nee, ich weiß nicht, was die Basis... Und dann ist das aber auf Milchbasis? Ja, ist auf Milchbasis.

Also es ist quasi wie Kernöl übers Eis gemacht, aber es ist direkt ins Eis eingearbeitet. Das ist jetzt sehr kompliziert. Ja, aber ich finde, das ist ein anderer Schnack. Also ich finde, das kann man jetzt nicht vergleichen mit einem Spaghetti-Eis zum Beispiel. Bei einem Spaghetti-Eis will ich so ein ehrliches Spaghetti-Eis.

Und wenn ich Vanille-Eis mit Kernöl und dann vielleicht sogar noch so ein paar Salzflocken drüber, dann ist das für mich irgendwie ein fancy Dessert, ehrlich gesagt. Das ist aber auch lecker. Leute, probiert das mal aus. Das war das Feedback von Hannah zum Foodcrime. Ich hätte theoretisch noch ein Foodcrime hier, noch eine Einsendung. Willst du noch einen machen?

Nee, das machen wir jetzt in der nächsten Folge wieder. Foodcrime der Woche. Dann danke für die Einsendung, Hannah. Und hoffen, du bleibst trotzdem noch bei uns und wir können sagen, Und danke für die Sprachnachricht. Wir freuen uns immer, eure Stimmen zu hören. Ja, ja. Schickt mehr Sprachnachrichten. Gerne.

Wir sind am Dienstag zurück mit einer frischen Folge. Wir bleiben im deutschsprachigen Raum. Unsere Freunde, möglicherweise aus der Schweiz, bekommen endlich ihre Kosten. Da sind wir selten gewesen. Ja, da wurde uns ja auch schon so ein kleiner blinder Fleck vorgeworfen. Aber den füllen wir jetzt mal aus am Dienstag. Also, bleibt dran. Dann freue ich mich.

Bleibt dran, macht euch ein schönes Wochenende und vergesst nicht genug Eis zu essen, denn Eis macht glücklich. Liebe Grüße. Richtig. Tschüss. Eure Lilly.

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