
Im Krisenmodus· Folge 109
Erdbeben in Afghanistan – Überleben ohne Hilfe
Mittwoch, 10. September 2025 · 32 min
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Shownotes
Mehr als 2.200 Menschen sterben bei einem Erdbeben in Afghanistan, zehntausende verlieren ihr Zuhause. FUNKE-Reporter Jan Jessen (nrz.de/politik/article409892127/opfer-des-erdb…) ist vor Ort, als die Katastrophe passierte – mitten in einem Land, das ohnehin von Krieg, Hunger und Klimawandel gezeichnet ist. Er trifft Überlebende, die ihre Angehörigen begraben mussten, Ärzte, die seit Tagen kaum schlafen, und Helferinnen, die trotz Taliban-Regeln versuchen, Frauen Trost zu spenden.
In dieser Folge von „Im Krisenmodus“ erzählt er von zerstörten Dörfern, verzweifelten Familien und einem Land, das einmal mehr im Chaos zurückbleibt – während die Welt wegschaut.
🎙️ Gäste in dieser Folge
– Sayed Khan, Überlebender
– Murtaza Safi, Farmer
– Dorfsprecher von Sumay
– Samita, Hebamme aus Momand Dara (Nangarhar)
– Bibi Amena, Psychotherapeutin aus Pachir Agam
– Dr. Kefaitullah, Arzt, Teil eines Hilfsteams
🧭 Kapitelübersicht
1 | Ein Land im Chaos – Jans Eindrücke vor Ort
Jan Jessen reist mit dem Friedensdorf nach Afghanistan – und erlebt, wie die Erde bebt.
2 | „Alles zerstört, selbst die Tiere“ – Sayed Khan
Ein Überlebender verliert Frau und Enkelin – und steht vor den Trümmern seines Lebens.
3 | „Mein Bruder starb unter den Trümmern“ – Murtaza Safi
Ein Bauer erzählt, wie das Beben seine Familie zerstörte.
4 | Ohne Hilfe keine Zukunft – Stimmen aus den Dörfern
Ein Dorfsprecher, Helfer und Ärzte berichten von zerstörten Häusern, Traumata und fehlender Versorgung.
5 | Hoffnung trotz Katastrophe – Jans Fazit
Warum Afghanistan ohne internationale Hilfe keine Chance hat – und warum die Menschen trotzdem nicht aufgeben.
🎧 Hör-Empfehlungen
Flutkatastrophe in Afghanistan (morgenpost.de/podcast/article406857258/flutkat…)
🤝 Unterstützungsmöglichkeiten
Friedensdorf International
Hilfe für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten.
🔗 Website: friedensdorf.de
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IBAN: DE59 3655 0000 0000 1024 00
BIC: WELADED1OBH
Afghanischer Roter Halbmond / Internationales Komitee vom Roten Kreuz
Das größte humanitäre Netzwerk der Welt, aktiv in Afghanistan und weltweit.
🔗 Websites:
Home | ARCS (arcs.af) - Afghan Red Crescent Society (ARCS)
Afghanistan | INTERNATIONALES KOMITEE VOM ROTEN KREUZ (icrc.org/de/wo-wir-arbeiten/afghanistan)
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Im Krisenmodus ist ein Podcast der FUNKE Mediengruppe
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Es sind schon mehr als 2.200 Tote und es werden jeden Tag mehr. Erdbebenkatastrophe in Afghanistan. Ihr habt das sicherlich mitbekommen. Und diese Erdbebenkatastrophe trifft ein Land, was ohnehin gebeutelt ist wie kaum ein anderes. Afghanistan ist wahrscheinlich eines der Länder auf der Erde, das am meisten mit dem menschengemachten Klimawandel leidet.
Und dann liegt dieses Land leider auch noch in einer Region, wo tektonische Platten ständig aneinanderreiben und Erdbeben verursachen. Ich war in Afghanistan unterwegs. Während dieses Erdbeben kam, ich war in Afghanistan, um die Arbeit des Friedensdorfes international zu begleiten, bei Hilfsprojekten Unterstützung zu leisten.
Und als wir da waren, ist eben dieses Erdbeben passiert, über das ihr ja auch schon gehört habt in den vergangenen Tagen. Und wir haben uns dann in der Erdbebenregion angeschaut, wie die Lage ist. Wir haben mit Überlebenden gesprochen und wir haben gesehen, wie ganze Dörfer in Trümmern gelegen haben.
Ich habe also vor Ort mit Menschen geredet, die viel verloren haben, mit Ärztinnen und Ärzten. Die seit Tagen kaum geschlafen haben und da Hilfe geleistet haben. Und eine Frage stand für mich immer im Raum. Wie lebt man eigentlich weiter, wenn man plötzlich alles verliert? Im Krisenmodus, der Podcast aus Krisen- und Kriegsgebieten aller Welt mit Journalist Jan Jessen.
Willkommen zu Im Krisenmodus. Ich bin Jan Jessen, Politikchef der NRZ und Kriegs- und Krisenreporter der Funke Mediengruppe. Normalerweise berichte ich über Kriege und Konflikte. Diesmal war es eine Naturkatastrophe, die einen ohnehin wirklich sehr geplagtes Land getroffen hat. Afghanistan sage ich immer, wenn ich über das Land berichte, ist für mich so ein Land, was im Grunde genommen verflucht ist.
Dieses Land wird ständig von Naturkatastrophen heimgesucht. Im vergangenen Jahr gab es relativ viele Überschwemmungen, Sturzfluten, insbesondere in der Region Bachlan. Es gab im Jahr davor, also jetzt vor zwei Jahren, ein Riesen-Erdbeben in Herat im Westen des Landes. Jetzt hat es den Osten des Landes getroffen.
Und dazu kommt natürlich, dass das Land seit vier Jahren wieder von den radikal-islamischen Taliban beherrscht wird, die da ihre eigenen Regeln ausstellen. Und die wirtschaftliche Lage in Afghanistan ist außerdem wirklich auch eine Katastrophe. Es ist also ein sehr, sehr schwieriges Umfeld, in dem wir uns da reinbewegt haben, als wir vor 14 Tagen, 14 Tage vor dieser Aufnahme uns nach Afghanistan bewegt haben, zusammen mit dem Friedensdorf International und die eigentliche Aufgabe, die wir hatten, war es, Kinder auszusuchen für die Behandlung in Deutschland.
Also das Friedensdorf International arbeitet seit mittlerweile 1988, also seit knapp 40 Jahren, In Afghanistan bringt verletzte, kranke Kinder zur Behandlung nach Deutschland und das wollten wir eben auch diesmal tun. Also diesmal war die Kindervorstellung angesagt. Das heißt also Eltern bringen ihre Kinder nach Kabul in die afghanische Hauptstadt, stellen die Kinder davor, die dann verschiedene Malessen haben.
Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Friedensdorfer suchen diese Kinder dann aus, also die mit nach Deutschland genommen werden können. Das ist eine sehr, sehr bittere Aufgabe. Uns sind diesmal mehr als 2000 Kinder vorgestellt worden von ihren Eltern. Wir konnten gerade mal 76 mitnehmen nach Deutschland, 173 werden behandelt in afghanischen Krankenhäusern.
Aber das ist natürlich, wenn man da auswählen muss, ist das natürlich schon auch für diejenigen, die das tun müssen, eine sehr belastende Aufgabe und eine sehr schwierige Aufgabe. Wir haben dann am Anfang, als wir da unterwegs waren in Kabul und in dieser Kindervorstellung waren, haben wir auch erst mal drei, vier Tage kaum geschlafen.
Das war dann so eine Stunde Schlaf pro Nacht. Und ja, dann sind wir nach Herat gefahren, an die Grenze zum Iran, beziehungsweise wir sind nicht hingefahren, sondern hingeflogen, weil Herat ziemlich weit weg ist von Kabul. Und in Herat haben wir uns die Situation an der Grenze angeguckt. Das ist auch so eine Katastrophe, auch eine menschengemachte Katastrophe, die sich da abspielt.
Denn seit Mitte Juni deportiert der Iran, das Mullah-Regime im Iran deportiert, afghanische Geflüchtete und Arbeitsmigranten zurück nach Afghanistan. Das sind bislang 1,5 Millionen seit Mitte Juni und Menschen, die teilweise seit Jahrzehnten schon im Iran leben und jetzt in eine Heimat zurückgeschoben werden, wo, wie gesagt, die wirtschaftliche Situation ohnehin sehr, sehr schwierig ist.
Und naja, also auch da eine katastrophale Situation und wir haben an der Grenze mit vielen Menschen gesprochen darüber, was jetzt mit ihnen passiert. Die waren alle völlig erschöpft, perspektivlos, deprimiert, sind also in Reisebussen oder vielhalb Seligkeiten nach Afghanistan abgeschoben worden und müssen jetzt irgendwie gucken, wie sie zureinander kommen.
Das Friedensdorf hat da vor Ort Unterstützung geleistet, Lebensmittel organisiert, Medikamente, insbesondere für Kinder. Und in Herat hat uns dann die Nachricht erreicht von dem Erdbeben im Osten, also genau auf der anderen Seite des Landes, an der Grenze zu Pakistan. Da hat die Erde massiv gebebt, also war eine Magnitude von 6,0.
Das ist eigentlich nicht super viel, aber das Ding ist einfach, dass in Afghanistan, die gerade in den ländlichen Regionen sehr einfach gebaut wird, das sind Häuser, ganz einfache Steinhäuser, wo so im Prinzip Bruchsteine benutzt werden, die da aufeinander gestapelt werden, um die Häuser zu bauen. Und diese Bauweise führt eben dazu, dass sie überhaupt nicht widerstandsfähig sind, wenn es zu Erdbeben kommt. Das war in dem Fall auch.
Also die Erde hat gebebt und wir haben schon an dem Morgen, als es hieß, es gab ein Erdbeben, da war schon die Rede von Hunderten von Toten und es war klar, die Zahlen werden massiv steigen. Also haben wir dann entschieden, dass wir zum einen dorthin wollen, in dieses Erdbebengebiet und uns die Situation vor Ort angucken und zum anderen haben wir dann beschlossen, dass wir Medikamente organisieren und zwar sogenannte Health Kids, große Pakete mit Medikamenten für insgesamt 40.000 Leute.
Die waren dann tatsächlich auch zwei Tage später da im Erdbebengebiet und wurden dann über mobile Teams verteilt. Und naja, dann sind wir, wie gesagt, erst nach Kabul geflogen wieder und dann mit Fahrzeugen Richtung Kuna gefahren. Kuna ist eine Provinz im Osten des Landes, oder die Provinz, die am meisten von den Erdbeben betroffen war.
Und das war schon eine sehr, sehr heftige Tour, muss man sagen. Also das muss man sich so vorstellen, das ist ein Gebirge und in diesem Gebirge gibt es ein Tal und in dieses Tal sind wir reingefahren, also immer tiefer ins Gebirge rein. Allerdings sind die Straßen in Afghanistan einfach eine Vollkatastrophe, insbesondere wenn man eben in diesem ländlichen Raum ist.
Da hat man also einen schmalen, staubigen Feldweg, steinig und was weiß ich was, wo sich dann die ganzen Hilftrucks reinbewegt haben, Pickups mit Dutzenden von Freiwilligen drauf, die Hilfe leisten wollten, die Leute da aus den Trümmern holen wollten. Es war unglaublich chaotisch. Da ging es dann teilweise stundenlang nicht nach vorne und nicht nach hinten, weil sich der Verkehr da staute.
Also wie gesagt, eine sehr, sehr schwierige Situation. Und ja, als wir dann vor Ort waren, dann war die Rede schon von über 1500 Toten. Die Zahlen, wie gesagt, sind aktuell gestiegen. Wir liegen jetzt, zur Zeit der Aufnahme dieses Podcasts, liegen wir bei ungefähr 2200. Es wird immer noch vermutet, dass viele Tote immer noch unter den Trümmern liegen.
Und in manchen Dörfern hat einfach jede Familie 1, 2, 3, 4, 5 Angehörige verloren. Wir waren dann in einem kleinen Dorf namens Sumay. Dort sind wir hingefahren. Das war ein kleines Dörfchen. Da gab es 8 Tote, 22 Verletzte. Und da habe ich unter anderem Sayed Khan getroffen, sein Haus zerstört. Also wir sind in dieses Dorf reingegangen, mussten da zu Fuß laufen, weil es eben keine Zuwiegung gab für Autos.
Und mussten uns da so ein bisschen durch die Landschaft schlagen. Und er stand dann eben in diesem Dorf und das Haus von Said Khan, das lag an einem Hang und war ihm einfach komplett zerstört. War einfach eine Trümmerwüste, da sind die Steine den ganzen Berg runtergerollt. Und wie gesagt, er stand da, hatte direkt neben seinem Haus so einen kleinen, selbst angelegten Friedhof.
Und da hat er dann schon seine Angehörigen begraben, die bei diesem Erdbeben gestorben waren. Das waren seine Frau und seine fünfjährige Enkelin. Und ja, er saß eben da mitten in der Trümmer und hat uns erzählt, was passiert ist. In der Nacht, wir hatten uns gerade erst schlafen gelegt, da waren es so halb zwölf, Viertel vor zwölf, da passierte das Erdbeer.
Es hat alles zerstört, auch die Tiere. Einige von ihnen liegen immer noch unter den Trümmern. Die Menschen in Kona, in dieser Region, wo wir unterwegs waren, das sind sehr einfache Leute. Die leben größtenteils von der Landwirtschaft, also in diesem Tal. Also landschaftlich sieht das wunderschön aus da, muss man sagen.
Also sattgrüne Maisfelder und Reisfelder unten im Tal. Da geht auch so ein Fluss durch, durch dieses Tal. Und das sieht wirklich total idyllisch aus. Und das war auch so ein krasser Kontrapunkt zu dem, was da passiert ist. Also wie gesagt, wir sind da durch die Dörfer durchgefahren, haben die Zerstörung gesehen, haben gesehen, wie da die ganzen Helferinnen und Helfer angekommen sind, insbesondere vom afghanischen Roten Halbmond.
Die da ihre Feldlazarette aufgebaut haben, um zu helfen. Wir haben die zerstörten Häuser gesehen. Und das war halt in so einem krassen Biderspruch zu dieser Idylle, die das landschaftlich eigentlich ist. Und ich habe dann mit Zahir Khan auch gesprochen darüber, wie es jetzt mit ihm weitergeht. Und er wusste das halt auch nicht so recht.
Also da er ein einfacher Farmer ist, einfacher Bauer ist, hat er natürlich auch nicht besonders viele Ersparnisse und wusste eben nicht so richtig, wie es weitergeht. Die Regierung, das hatten wir mitbekommen auf der Fahrt nach Sumay, wollte so ein altes Camp der Amerikaner reaktivieren, also eine Militärbasis.
In Hunan waren wir auch vorbeigefahren und da sah man dann eben so verschiedene Gebäude und es hieß, man wolle diese Militärbasis reaktivieren, um da eben Leute unterzubringen, die alles verloren haben. Es sollen insgesamt bei diesem Erdbeben mindestens 8000 Gebäude komplett zerstört worden sein. Die Leute, wie gesagt, stehen vor nichts, haben keine Ersparnisse, mit denen sie irgendwie ihre Dörfer wieder aufbauen könnten oder ihre Häuser.
Also da muss man einfach gucken, was jetzt mit diesen Leuten passiert. Und wie gesagt, die Regierung versucht ja, dieses Camp zu reaktivieren. Und ich habe da mit Zeitrahn auch drüber gesprochen, aber er sagt halt auch, das ist meine Heimat, hier sind meine Lieben, hier sind jetzt auch meine Lieben begraben und eigentlich will ich eigentlich gar nicht hier weg, aber auf der anderen Seite weiß er eben auch nicht, wie es jetzt für ihn weitergeht.
Afghanistan, muss man sagen, gehört zu den am meisten von Erdbeben gefährdeten Ländern der Welt. Wie gesagt, es gibt ja so tektonische Platten, die aneinander reiben, also die indische und eurasische Erdplatte, auch die arabische Platte und da gibt es dann eben immer wieder massive Erdbeben, wie gesagt, im Zweiten Ort und 23 das große Erdbeben in Herat mit 1500 Toten.
Im vergangenen Jahr gab es auch kleinere Erdstöße. Man sagt also, seit 1990 wurden in Afghanistan über 350 Beben mit einer Stärke von mehr als fünf registriert. Und insbesondere der Osten des Landes, also da, wo jetzt das aktuelle Erdbeben stattgefunden hat, das ist wohl mit am meisten betroffen von diesen Erdbeben.
Und jedes Jahr sterben im Schnitt über 500 Menschen durch Erdstöße und für viele Familien bedeutet das, naja, sie bauen halt ihre Häuser wieder aus Lehm und Stein auf, so sie ein bisschen Ersparnisse haben, ein bisschen was haben, warum sie das machen können und sie werden dann schlimmstenfalls einige Jahre später wieder von den Trümmern begraben.
Auch in Sumay, diesem Dorf, in dem wir waren, hieß es, dass es sechs Jahre davor schon mal so ein Erdbeben gegeben habe. Nicht ganz so katastrophal wie das jetzige, aber dass sie das immer auch schon gewohnt sind. Und was ich krass fand, war auch die Zahl der Nachbeben. Also es hat immer wieder, hat die Erde gewackelt und es hat immer wieder geruckelt und das ging über Tage. Also teilweise, ich glaube, vier Tage später gab es noch Nachbeben.
Das hat die Leute natürlich massiv beunruhigt. Das war natürlich auch für die Helferinnen und Helfer schwierig, die da ins Katastrophengebiet reingegangen sind. Denn viel von dem, was da eben auch kaputt gegangen ist, ist dann durch Erdrutsche bzw. Geröllabgänge kaputt gemacht worden. Und durch diese Nachbeben bestand natürlich die Gefahr, dass da möglicherweise dann auch Helferinnen und Helfer unter den Trümmern begraben werden oder gefährdet sind.
In Sumai habe ich auch Mutasa Safi getroffen, der ist 30 Jahre alt, auch er ist Bauer, der hat das Beben überlebt, seinen Bruder leider nicht. Mutasa hat mir die Geschichte erzählt und das war schon sehr bewegend, weil er einfach beim Erzählen dann auch angefangen hat zu weinen. Er saß draußen auf so einer Holzpritsche, also auch vor den Trümmern seines Hauses.
Und dann hatten sie so einen provisorischen Pavillon aufgebaut mit so Planen, die sie darüber gespannt hatten. Das war sehr, sehr heiß, muss man noch dazu sagen. Also diese Region, die erinnert einen so ein bisschen an Südostasien. Vom Wetter her, also es ist sehr schwül, sehr heiß. Und naja, sie haben dann also diesen provisorischen Pavillon aufgebaut.
Das war sehr berührend, als ich diesen Mutazza getroffen habe, denn er saß eben auf dieser Holzbank oder auf dieser Holzpritsche, wirkte sehr, sehr hilflos, traurig natürlich. Und dann war ein Helfer vom afghanischen Roten Halbmond, der hat noch so ein Trauergebiet gesprochen und gesungen, so ein islamisches.
Und die Männer hatten sich da versammelt, um dem Trost zu spenden. Und Mutazza hat dann erzählt, wie er die Nacht erlebt hat. Als das erste Erdbeben kam, kurz vor Mitternacht, sind wir alle wach geworden. Ich war zu dem Zeitpunkt schon verletzt, weil ich davor erst operiert worden war. Ich bin aus dem Bett gefallen und habe versucht aufzustehen.
Mein Vater kam in mein Zimmer, um mir zu helfen, aber ich sagte ihm, geh und schau nach meinem Bruder. Er ging, um nach ihm zu gucken, aber er war nicht da. Dann ist das Haus zusammengebrochen und mein Bruder wurde unter den Trümmern begraben. Es ist ein bisschen schwer. Dad und Gertu kam man ein bisschen an.
Es war kein Problem. Es war ein bisschen schwer. Ich habe keinen Spaß gemacht. Die Helfer konnten dann den Bruder zunächst aus den Trümmern ziehen, aber er ist dann später im Krankenhaus gestorben. Und das Problem war eben auch, dass Murtaza selber, das hat er erzählt, gerade erst aus dem Krankenhaus gekommen war, weil sein Rücken operiert worden war.
Und eigentlich braucht er Ruhe, eigentlich muss er irgendwie sich erholen von diesem Krankenhausaufenthalt. Und jetzt liegt er da oder sitzt da, liegt er auf der Holzbrütsche vor seinem Haus, vor den Trümmern seines Hauses. und weiß ähnlich eben auch wie Sayed Khanig, wie es jetzt weitergeht. Und mir hat dann außerdem auch noch der Dorfälteste dieses Dorfes nochmal deutlich gemacht, welche Dimensionen diese Katastrophe nur für sein Dorf hat.
Also wie gesagt, acht Tote alleine nur in diesem kleinen Dorf, 22 Verletzte und dann erzählt der Dorfälteste, was danach passiert ist. Fast 100 Häuser sind komplett zerstört worden. Niemand hilft uns. Wir schlafen in der Sonne, im Regen. Ihr seid die Ersten, die überhaupt fragen, wie es uns geht. Wir können das nicht selbst wieder aufbauen.
Das ist eben so ein Problem in Afghanistan. Also die haben uns erzählt, dass sie ganz kurz Hilfe bekommen hatten. Also es waren Helfer vom afghanischen Roten Halbmund da. Der afghanische Rote Halbmund ist sozusagen das Pendant zum Roten Kreuz, was wir ja bei uns in Deutschland haben. Und die sind da kurz reingekommen, haben geholfen, die Verletzten zu bergen und die Toten zu bergen.
Und sind dann aber weitergezogen, tiefer ins Gebirge rein, wo die Zerstörung noch krasser und größer war. Und die waren so ein bisschen ratlos, wie es jetzt weitergeht, ob ihnen überhaupt jemand hilft. Wir waren die ersten Internationalen, die da waren. Man merkte auch, also Claudia Pettmüller war beispielsweise die Sprecherin des Friedensdorfs International.
Die hat so blonde Haare und hat immer Probleme mit ihrem Kopftuch. Das kriegt sie irgendwie nicht so richtig gebacken, dass das Kopfdorfer auf den Kopf fällt. Jedenfalls sieht man immer ihre blonden Haare. Das war für die Leute in dem Dorf eine Sensation. Das war, glaube ich, das erste Mal, dass sie eine Ausländerin gesehen haben.
Und ja, wie gesagt, wir waren die Ersten, die da waren, um da nach dem Rechten zu schauen und eben auch Hilfe anzubieten. Ich habe ja gesagt, wir hatten dann Medikamente organisiert und haben dann eben auch angeboten, dass Medikamente in das Dorf reinkommen. Mehr konnten wir allerdings dann auch nicht versprechen.
Und naja, selbst wenn diese Häuser wieder aufgebaut würden, ist es davon auszugehen, dass die nächste Katastrophe bestimmt kommt. Also Afghanistan, das habe ich ja schon eingangs gesagt, ist eben nicht nur durch Erdbeben bedroht, sondern eben auch durch die Folgen des Klimawandels. Also was wir erlebt haben im vergangenen Jahr beispielsweise in Afghanistan in der Provinz Bachlan, Sturzfluten, die ganze Dörfer weggerissen haben.
Auf der anderen Seite sieht man wirklich ausgetrocknete, ehemals fruchtbare Ackerflächen, wo der Boden schon so richtig versiegelt ist, weil es da eben teilweise jahrelange Dürren gibt. Also es regnet dann teilweise seit Jahren nicht mehr in Teilen Afghanistans. Und wenn dann so Starkregenereignisse da drauf kommen, nachdem es dann irgendwie jahrelang nicht geregnet hat, dann ist der Boden so versiedelt, dass er das Wasser nicht mehr aufnehmen kann und es kommt zu Sturzflutenereignissen.
Und das war eben auch was, was wir im vergangenen Jahr in Bahlan erlebt haben. Dann sind allein in der Provinz im vergangenen Jahrhundert von Menschen ertrunken in diesen Sturzfluten. Und ja, es ist, ja, was soll ich sagen, es ist einfach katastrophal. Und ein Ding kommt eben in Afghanistan nach dem nächsten.
Und zudem haben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation Millionen Menschen nicht genug zu essen. Die UNO sagt, mindestens die Hälfte der Bevölkerung ist dringend auf Hilfe angewiesen. Parallel dazu ist aber die Zahl der internationalen NGOs. Internationalen Hilfsorganisationen, ist eigentlich zurückgegangen seit der Machtübernahme der Taliban, der Wiedermachtübernahme der Taliban vor vier Jahren.
Und wie gesagt, da kommt eben eins zum anderen. Und das war jetzt auch bei der Erdbebensituation so. Der afghanische Rote Halbmund war da aktiv. Es sind größere Organisationen zumindest über lokale Partner reingekommen. World Food Program, zum Beispiel die großen UN-Organisationen, UNHCR oder UNICEF, dann die Welthungerhilfe und solche Organisationen, die allerdings mit lokalen Partnern dann vor Ort arbeiten und reingekommen sind.
Aber man merkte eben, es hat sehr, sehr lange gedauert, bis Hilfe in den Erdbebengebieten angekommen ist. Das liegt natürlich auch ein Stück weit daran, dass diese Erdbebengebiete sehr, sehr unzugänglich sind, die, ich habe ja gerade schon von den Straßen erzählt, dahin führen. sondern das ist echt schwierig, da Hilfe vernünftig reinzusteuern. Und.
Wir haben dann in einem anderen Dorf, haben wir ein Feldherzert besucht vom afghanischen Roten Halbmond, wie gesagt die Organisation, die da am stärksten jetzt vertreten war und da haben wir unter anderem in einem Zelt zwei Frauen getroffen, die da in Burka saßen. Burka ist ja diese Ganzkörperverschleierung, meist in blau. Die beiden hatten auch so eine dunkelblaue Burka an.
Ihr kennt das von den Bildern, das sind diese typischen Bilder aus Afghanistan mit diesen schmalen Gitterfenstern vor den Augen. Und man merkt auch den beiden Frauen an, die fühlten sich ja nicht so richtig wohl in diesen Burkas. Und das war wohl für sie auch ungewohnt. Aber naja, auf jeden Fall. Eine der beiden Frauen hieß Bibi Amena und die war Psychotherapeutin und hat uns dann auch gesagt, dass sie natürlich speziell für die Frauen da vor Ort zuständig ist und dass die Frauen also sehr, sehr viel Zuspruch bräuchten, denn sie seien also deprimiert.
Viele, wie gesagt, hätten Angehörige verloren, viele wüssten aber nicht, wie es jetzt weitergeht mit ihnen. Und sie hat dann gesagt, wie sie versuchen, Unterstützung zu leisten. Wir sagen ihnen, das war Allas Wille, nicht der von Menschen. Allah hätte uns alle nehmen können, aber ihr lebt noch und es gibt Hoffnung.
Ihr seid Mütter, ihr könnt das schaffen. Das ist also vor allem Zuspruch. Wir haben dann auch gefragt, ob sie Medikamente gegen Depressionen haben und sowas hatten sie nicht vor Ort. Also psychotherapeutische Unterstützung hilft da eigentlich oder funktioniert da eigentlich erstmal durch Gespräche. Das haben diese beiden Frauen gemacht.
Einmal Bibi Amena, wie gesagt die Psychotherapeutin, die ihr gerade gehört habt. Und dann gab es noch ihre Kollegin Satima, das war eine Hebamme und eine Ärztin. Die dann auch uns erzählt hat, wie schwierig das ist, in diesen Regionen als Frau zu helfen. Ja, wir tragen die Burka, wegen der Kultur, wegen der Tradition und weil ihr Männer hier seid. Wenn ihr weg seid, nehmen wir sie ab.
Das ist natürlich irgendwie genau das, was eigentlich dann immer auch ventiliert wird, wenn es um Afghanistan geht. Ich habe jetzt nachdem wir zurückgekommen sind auch einen Bericht der New York Times gesehen, auf den sie mittlerweile ganz, ganz, ganz, ganz viele deutsche Medien auch beziehen, wonach Frauen nicht geholfen worden sein soll.
Also Frauen, die verschüttet worden sind, Frauen, die unter den Trümmern lagen, weil es die Taliban sozusagen ein Berührungsverbot ausgesprochen haben. Ja, das gibt es. Also Taliban sind nochmal radikale Islamisten, die Frauen diskriminieren und die auch Schwierigkeiten damit haben. Also dass Frauen mit Männern sprechen, also mit fremden Männern sprechen und dass man die tatsächlich dann auch berührt.
Aber in diesem konkreten Katastrophenfall, das war jedenfalls das, was wir vor Ort gesehen haben, haben natürlich Ärztinnen und Ärzte da vor Ort Hilfe geleistet. Ich habe Videos gesehen von Ärzten, von männlichen Ärzten, die Wiederbelebungsversuche gemacht haben bei Frauen, die sie aus den Trümmern rausgezogen haben.
Und natürlich haben die männlichen Helfer auch Frauen aus den Trümmern rausgezogen. Der afghanische Rote Halbmond hat eine Statistik erstellt, wonach alleine deren Helfer, männliche Helfer größtenteils, 1700 Frauen versorgt haben, notärztlich und 1500 Männer. Also dieser Bericht, es mag natürlich sein, dass dann irgendwelche Spinner und irgendwelche superradikalen Idioten das in Einzelfällen verhindert haben, dass da Frauen rausgezogen worden sind. Das kann ich nicht ausschließen.
Aber ich glaube, insgesamt gibt es so einen Bericht, der leider Gottes, wie gesagt, jetzt überall zitiert worden ist. Auch, wie ich finde, ein bisschen zumindest mal verzerrtes Bild der Lage. Ich habe einfach gesehen, wie Tausende von Menschen sich da freiwillig auf den Weg gemacht haben, um Menschen aus diesen Trümmern zu helfen.
Und zwar unabhängig davon, welchen Geschlechts die Opfer waren. Und ich finde das immer ein bisschen schwierig, wenn immer nur ein Bild sozusagen ventiliert wird von Afghanistan. Ich glaube, da wird man den Menschen auch nicht gerecht, die sich da Tag und Nacht bemüht haben, den Opfern dieses Erdbebens zu helfen.
Das finde ich ehrlich gesagt immer ein bisschen schwierig. Und ich habe also andere Eindrücke mitgenommen, die Krankenhäuser sind voller verletzter Frauen, Kinder oder heranwachsender Mädchen. Und das ist ja auch ein Indiz dafür, dass die eben nicht unter den Trümmern liegen gelassen wurden, sondern dass denen geholfen wurde und naja, das vielleicht nur so als kleiner Einschub.
In diesem Feldlezarett, bei diesem kleinen Dorf, habe ich auch mit einem Arzt gesprochen. Ich war ein junger Mann, der sah wie sein ganzes Team echt müde aus, schwarz, umrenderte Augen, wirklich müde, wirklich erschöpft und merkte denen an, dass sie schon Tag und Nacht jetzt irgendwie da durchgearbeitet hatten.
Der hat mir auch kurz erzählt, wie sie die Lage empfinden und was sie getan haben bislang. Ja, wir sind hier seit dem ersten Erdbeeren. Wir sind seit dem ersten Tag des Erdbebens hier und leisten den betroffenen Menschen erste Hilfe und Traumaversorgung. Tag und Nacht sind wir hier und haben ein Lager, in dem wir übernachten und andere Menschen versorgen.
Wir versuchen alles, was möglich ist. Nach der Katastrophe haben wir aber kein sauberes Wasser. Hygiene und sanitäre Einrichtungen sind zerstört, also ist die Traumaversorgung eine unserer Hauptaktivitäten. Was er erzählt, kein sauberes Wasser, ein Hauptproblem, das uns da auch immer wieder erzählt worden ist.
Also wir haben sowohl bei der Ärztin und Hebamme und Psychotherapeutin als auch bei den Ärzten in einem anderen Zelt Patienten gesehen, kleine Patienten, Kinder gesehen, die gekommen waren, weil sie zum einen Durchfallerkrankungen hatten und zum anderen dehydriert waren. Das eine ergibt das andere, also Durchfallerkrankung führt zur Dehidrierung.
Und warum diese Durchfallerkrankung? Weil die Kinder aus dem Fluss getrunken haben, weil es einfach kein frisches Wasser mehr gab. Die Wasserleitungen in den Dörfern sind eben auch kaputt gegangen durch diese Erdbeben oder das Erdbeben und die späteren Nachbeben. Und deswegen waren die Leute gezwungen, aus dem Fluss zu trinken.
Und das wiederum führte dann zu diesen Durchfallerkrankungen, die wiederum zur Dehidrierung führten. Und insofern war das ganz gut, dass unsere Medikamente dann direkt vor Ort angekommen waren, denn das hat natürlich geholfen, die Leute entsprechend zu betreuen. Vor dem Erdbeben sollen mindestens 84.000 Menschen betroffen sein, mindestens 8.000 Häuser zerstört.
Ich habe es ja gerade gesagt, in manchen Dörfern, in denen wir unterwegs waren, hat buchstäblich jede Familie Angehörige verloren. Und das Krasse war, wie gesagt, als wir auch in dem Feldärzterrett waren, da stand vor allem dieser Zelte. Und dann habe ich mit einem Helfer von diesem afghanischen Roten Halbmund gesprochen, völlig freundlich, völlig nett und plötzlich guckt er mich irgendwie ganz grimmig, habe ich erst gedacht an und schubst mich so zur Seite und rennt weg und ich denke, was habe ich denn jetzt gemacht?
Also ich habe gedacht, ich hätte ihn irgendwie beleidigt oder keine Ahnung was, weil ich es einfach nicht mitbekommen habe. Aber dann stellte sich raus, dass es wohl wieder so einen Erddruck gegeben hat, den ich komischerweise nicht mitbekommen habe, aber alle anderen um mich rum und er eben auch. Und er sagte dann, guck mich an mit so einem aschfahlen Gesicht und sagt, oh Gott, ich kriege hier noch einen Herzinfarkt, wenn das hier so weitergeht.
Und das ist natürlich auch ein Problem. Also ich habe es ja vorhin auch schon gesagt, also auch für die Helferinnen und Helfer eine enorme psychische Belastung, diese ständigen Erdbeben, sozusagen wenn man mitten im Gebirge ist, wo rechts der Berghang hochgeht, links ist ein Abgrund, wenn man auf der Straße entlang fährt und wenn dann die Erde ruckt und man weiß nicht, ob jetzt irgendwelche Steine wieder runterkommen vom Berghang, ist das natürlich sehr, sehr schwierig.
Ja und jetzt ist noch Sommerzeit. Ich habe ja gesagt, südostasiatisches Klima im Grunde genommen in dieser Region Kunar, auch in der Region Langahar, der Nachbarprovinz. Sehr warm, sehr schwül, alles noch erträglich, weil man draußen schlafen muss, aber der Winter steht vor der Tür. Und jetzt fehlt den Leuten, also die Erstversorgung ist ganz gut verlaufen, also was Medikamente angeht, was Lebensmittel angeht.
Aber was jetzt in der Perspektive passieren muss, ist, dass das eben verstetigt wird, diese Hilfe für die betroffenen Menschen, dass die irgendwelche Unterkünfte bekommen. Also beispielsweise dieses Camp, dieses ehemalige US-amerikanische Militärcamp in Kunar, das dann reaktiviert werden soll, damit Leute da unterkommen.
Aber das wird sicherlich alles auch Geld kosten. Und ich habe ja vorhin schon gesagt, also wir waren in Herat an der Grenze, ganz im Westen des Landes. 1,5 Millionen deportierte afghanische Menschen aus dem Iran. Und nachdem wir in dem Erdbebengebiet waren, waren wir auch für ein paar Stunden nochmal an der pakistanischen Grenze.
Und an der pakistanischen Grenze passiert genau das, was an der Grenze zwischen Iran und Afghanistan passiert. Also auch Pakistan deportiert, afghanische Geflüchtete, die teilweise seit Jahrzehnten in Pakistan leben, mittlerweile um die 2,5 Millionen. Also wir haben in Toto schon 4 Millionen zusätzliche Menschen, die in diese ohnehin angespannte wirtschaftliche Situation einmal einwandern.
Und das überfordert die Taliban-Regierung natürlich völlig. Zumal, auch das habe ich ja schon gesagt, viele internationale NGOs das Land verlassen haben. Also da baut sich ein Ding nach dem nächsten auf. Und wie gesagt, jetzt sind noch die Erdbebenopfer dabei. Es ist einfach eine sehr, sehr schwierige Situation. Und ich weiß, dass Afghanistan natürlich keinen guten Leumund hat. Das kommt auch durch die Berichterstattung.
Ich habe ja vorhin schon erzählt über diesen New York Times Bericht, der jetzt überall zitiert wird, dass Frauen da angeblich nicht geholfen wird oder geholfen worden ist während dieser Erdbebensituation. Das sind Berichte, die natürlich das Bild von Afghanistan noch weiter verdüstern, aber am Ende führt dieses Sich-Abkehren von Afghanistan dazu, dass diejenigen bestraft werden, die man ja angeblich meint schützen zu wollen, also Frauen und Kinder, das sind immer die ersten, die in allen Katastrophengebieten weltweit, in allen Kriegen weltweit, die am meisten unter solchen Konflikten, unter solchen Krisen leiden.
Und wenn die Welt sich abwendet von Afghanistan, weil man sagt, man möchte eben dieses Taliban-Regime nicht in irgendeiner Art und Weise unterstützen. Dann werden die Frauen und Kinder noch mehr leiden. Und das ist einfach so eine Dilemmasituation, die man aber für sich irgendwie klären muss, finde ich.
Und ich glaube, die Menschen haben Hilfe verdient. Ich habe einfach gesehen, jetzt auch bei unserem letzten Trip wieder, wie die Menschen selber versuchen, sich gegenseitig zu stützen und zu helfen. Es gab, wie gesagt, Tausende von Freiwilligen, die einfach in dieses Erdbebengebiet gefahren sind, um da Unterstützung zu leisten.
Die Regierung versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten, alles zu machen, damit die Leute eben nicht verhungern. Und ich glaube, Afghanistan hat es durchaus verdient, dass wir da auch in der Perspektive weiter Hilfe leisten. Und das hoffe ich, dass auch das passiert. Denn wie gesagt, Afghanistan ist einfach ein unglaublich gebeutelter Stand.
Und die Menschen haben es einfach nicht verdient, dass sie alleine gelassen und im Stich gelassen werden. Das war im Krisenmodus, produziert hat diesen Podcast Alexander Baumeister. Er ist auch Journalist beim Radiosender der Funke Mediengruppe. Falls euch unser Podcast gefällt, lasst uns ein Like da, schreibt einen Kommentar oder folgt uns.
Alle zwei Wochen Mittwochs gibt es eine neue Folge, ab und an auch Sonderfolgen. Bis bald, macht's gut, ciao, ciao, alles gut. Im Krisenmodus. Music.