
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Was ist ADHS und was nicht?
„Nicht wollen“ oder „Nicht können“?!
Ist eine Diagnose wirklich nötig?
Der Alltag mit ADHS (inklusive konkreten Ideen und Werkzeugen)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Nein, Adhs ist nicht anerzogen. Nein, ADHS ist kein Erziehungsfehler, Nein, ADHS entsteht nicht durch zu viel Medienkonsum, Nein, ADHS entsteht nicht durch ungesunde Ernährung oder zu wenig Omega 3. Nein, ADHS ist auch kein neues Phänomen der heutigen unerzogenen Kinder. Und Nein, ADHS kommt auch nicht daher, dass Kinder zu wenig draußen an der frischen Luft sind.
Und Nein, ADHS entsteht auch nicht dadurch, dass die Kinder zu viel sitzen und doch einfach mal mehr draußen toben und Baumhäuser bauen müssten. Und Nein, ADHS kommt auch nicht daher, dass Eltern einfach mal mehr hätten Grenzen setzen müssen, nee. Adhs ist eine neurobiologische Varianz und mit dieser Varianz werden Menschen geboren.
Geboren, Ja, ADHS hat eine massive genetische Disposition, so nennt man das, das heißt, Babys kommen mit ADHS auf die Welt, das entsteht nicht durch irgendwas, was wir in den ersten Lebensjahren verkackt haben, gut, damit wäre doch alles wichtig, gesagt, ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche wieder hören, bis dahin Spaß, nein bitte bleibt dran, Bann und Spaß. Also erstmal herzlich willkommen zu. Kinder sind auch Menschen.
Ich bin Almut starke, Ich bin Pädagogin und 1 meiner Lieblingsthemen und auch 1 meiner Schwerpunkte ist Neurodivergenz. Deswegen habe ich übrigens auch schon 3 sind es 3, ja 3 Podcast folgen zu diesem Thema aufgenommen die allererste Podcast Folge war das Thema neurodivergenz Grundlagen ja, da könnt ihr gerne mal reinhören, falls ihr das noch nicht gemacht habt, da erzähle ich ganz grundsätzlich, was heißt denn Neurodivergenz überhaupt?
Ja und was ist auch sozusagen der Unterschied zwischen einem neurodivergenten Gehirn zu einem neurotypischen Gehirn? Ja und eben gehe ich da noch mal ein bisschen tiefer rein, warum das angeboren und nicht anerzogen ist und so weiter ja, also wenn ihr da noch unsicher seid, einfach mal gerne. Reinhören, so ein bisschen die Basic Dinge quasi.
Dann habe ich eine Podcast Folge aufgenommen zum Thema Diagnostik. Warum ist eine Diagnostik wichtig? Braucht mein Kind diesen Stempel, was macht das mit mir? Ich gehe doch schon bedarfsgerecht mit meinem Kind um, reicht das nicht und so weiter was sind die vor und Nachteile, wie läuft eine Diagnostik ab und so weiter und die dritte Podcast Folge habe ich zum Thema Hochbegabung gemacht, dass Hochbegabung deutlich mehr ist als einen hohen IQ zu haben.
Welche klassischen Merkmale dazu gehören und so weiter also könnt ihr gerne mal reinhören, wenn euch das interessiert. Und jetzt kommt die vierte Neurodivergenzfolge und die hat das Thema ADHS. So jetzt erstmal. Diese 4 Buchstaben stehen für Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivitätsstörung und ganz ehrlich liebe Leute, da geht's ja schon los, denn. Menschen mit ADHS haben kein Aufmerksamkeitsdefizit, also sie haben nicht zu wenig Aufmerksamkeit, sie haben zu viel Aufmerksamkeit, die sind mit ihrer Aufmerksamkeit überall, also eigentlich müsste es eher aufmerksamkeitssteuerungs Hyperaktivitätsstörung heißen oder aufmerksamkeitsbündelungsstörung Abs.
Steht doch auch cool. Klingt eigentlich viel besser, finde ich so und auch das h in ADHS ist total irreführend. Ja also ich Check das schon, also die allermeisten Menschen, die auch jetzt nicht so viel von ADHS wissen, die allermeisten haben das ja irgendwie schon mal gehört und haben da auch ein inneres Bild von ja und dieses innere Bild, das ist bei den meisten Menschen eben so, dass die sich dann so einen lauten, ständig alle unterbrechenden Hibbeligen rum hopsen, Jungen vorstellen, so. Ist übrigens interessant, weil auch tatsächlich Jungs noch immer noch häufiger diagnostiziert werden als Mädchen, aber nicht, weil sie es häufiger haben. Aber gut, das ist nochmal ein eigenes Thema, so und mit diesem Haar, mit dieser Hyperaktivität
ist natürlich auch eine äußere Hyperaktivität gemeint, ja, also wirklich ein von außen sichtbar aktivierter Körper, aber das Haar steht auch für innere Hyperaktivität, also zum Beispiel ein immer ratternder Kopf, und. Und das Ding ist, das ist von außen nicht sichtbar, aber es ist so laut, es ist innen drin so laut und das ist Blockierend und anstrengend und lähmend. Ja, aber innen drin und es gibt da keinen Ausscheid dafür und wenn dein Kopf so unglaublich laut ist und deine Gedanken sich die ganze Zeit so 360 Grad mäßig drehen und ziehen und so weiter, dann ist es ja auch kein Wunder, dass du gerade nicht mitbekommen hast.
Was dein gegenüber dir sagen will oder so, ja oder dass die Steuererklärung immer noch nicht beendet ist oder dass dein Einmaleins Übungsblatt immer noch nicht angefangen wurde, das ist ja logisch, obwohl es von außen nicht sichtbar ist. Ja, und deswegen übrigens ne, weil eben das Haar auch für diese innere Hyperaktivität steht.
Deswegen unterscheiden wir auch nicht mehr in ADS. Also ohne H und ADHS mit H. Das hat man früher noch gemacht und gesagt, es gibt 2 unterschiedliche Formen, die einen haben diese Hyperaktivität und die andere haben sie nicht und mittlerweile wissen wir eben, dass das H immer bitte bleibt bei ADHS und manchmal ist es eben körperlich stark wahrnehmbar und sichtbar und manchmal eben nicht, dann ist es eher eine innere Hyperaktivität und mittlerweile ist es so, dass wir in 3 Subtypen unterscheiden, subtypus 1 ist.
Vom Fokus eher so vorwiegend unaufmerksam. Ja, also das was heißt das so? Die sind eher so verträumt, verpeilt haben wir früher oft gesagt, ja, haben manchmal so Schwierigkeiten mit der Alltagsorganisation und so weiter das ist dann so dieses klassische übrigens auch Klassiker, dass es n Mädchen ist, ne das dann in der Schule so verträumt aus dem Fenster rausguckt, würde man auch nicht meinen, dass das Kind ADHS hat, ne?
Typus 2 ist dann das, wie sich die meisten Menschen vorstellen. Das nennt sich überwiegend hyperaktiv, ja, also eine starke Impulsivität, Unruhe, starkes Mitteilungsbedürfnis, erhöhte Reizbarkeit und so weiter und Typ 3 wie immer ist die kombinierte Art, also die Kombination aus beiden so, das ist also eher sozusagen dahin, wo wir es mittlerweile unterscheiden, also um es noch mal zu sagen, Ads sagen wir gar nicht mehr. Okay wir gehen ins Kapitel 2 und das nenne ich einfach mal ganz frech, nicht wollen oder nicht können. Also ich habe ja eben schon ein paar Merkmale genannt, ja, Impulsivität, Unruhe, Reizbarkeit und so weiter und wenn wir jetzt wirklich noch mal aufs Gehirn schauen, also aufs Gehirn bezogen, ist ADHS vor
allem eine neurobiologische Entwicklungsstörung, ach. Ach guck mal, schon wieder eine bessere Abkürzung NBES Neurobiologische Entwicklungsstörung NBES so gefällt mir direkt besser können wir das übernehmen vielleicht, wie wäre es also es gibt ihr müsst euch vorstellen, es gibt nachweislich strukturelle und aber auch funktionelle Funktionale. Veränderungen in bestimmten Bereichen des Gehirns, also in bestimmten Arealen, sagt man ja.
Außerdem gibt es ein Ungleichgewicht von Botenstoffen, von bestimmten Botenstoffen, Neurotransmitter habt ihr vielleicht schon mal gehört, ne, also zum Beispiel Dopamin, No Adrenalin, Serotonin und so weiter das klingt ja finde ich immer alles immer sehr neurobiologisch hochtrabend, deswegen müsst ihr euch das so vorstellen, also runtergebrochen oder vereinfacht könnte man das so sagen, die Bereiche im Gehirn. Die für Selbststeuerung zuständig sind, die Reifen verzögert, also einfach ein bisschen langsamer, ja, vor allem auch im präfrontalen Cortex habt ihr schon, habt ihr schon eine Bingo Karte angelegt, wie oft das in meinen Folgen vorkommt, also im präfrontalen Cortex, also dem Teil von unserem Gehirn, der eben
zuständig ist für Exekutivfunktionen ja und und dieser Bereich, der reift verzögert. So und deswegen fallen Menschen mit ADHS eben oft Dinge schwer, die mit Exekutivfunktionen zu tun haben. Also was sind Exekutivfunktionen, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, Planung und Durchführung, Aufmerksamkeitssteuerung oder Aufmerksamkeitsbündelung und so weiter also tada, also all das halt was die klassischen Merkmale sind von ADHS, also ADHS ist eine Exekutivfunktionsstörung Wir haben schon wieder da abgekürzt. EFS Exekutivfunktionsstörung ich glaube, das ist bisher mein Favorit.
So und daran sieht man nämlich auch, dass es nicht daran liegt, dass sie nicht wollen, sondern es ist einer sozusagen in ihrem Gehirn. Ja, die Exekutivfunktion die Reifen langsamer so und alles was eben dazu dazugehört ne, und das bedeutet nicht, dass. Kinder mit ADHS diese Fähigkeiten nicht entwickeln können, also nicht entwickeln können, sondern sie entwickeln sie einfach ein bisschen langsamer. Ja, also Sie brauchen einfach ein bisschen mehr Zeit dafür als auch mehr Unterstützung von außen und haha, das außen, ich ist klar, wer das ist, also wir, wir, wir Eltern, wir sind das außen, aber auch wir Lehrkräfte und auch wir Erzieherinnen, das ist alles das außen, ja, und das brauchen die Kinder mehr und auch in einem Alter.
Wo wir denken, ja, jetzt müsste das aber klappen, und zwar warum, weil es eine Entwicklungsstörung ist. Um das auch noch mal kurz zu sagen, ja so, und deswegen verwächst sich ADHS auch nicht einfach, ja, also auch erwachsenes Struggle noch mit diesen Exekutivfunktionen, und da steckt ganz schön viel Charme dahinter, ja, weil Exekutivfunktionen gehören doch irgendwie so automatisch zum Erwachsensein dazu, das kriegt ja jeder hin, wisst ihr was ich meine, aber ich halt nicht, also.
Ich schaffe es halt nicht, einfach duschen zu gehen oder zu planen. Was ich heute kochen soll oder was auch immer. Ja, und zwar weil es so unendlich viele einzelne Schritte sind, unendlich viele, die alle mitbedacht werden müssen und ganz viele Mikroentscheidungen überall so, und das kann massiv überfordern, so und eine massive Überforderung führt zu einer Blockiertheit, zu einer Blockade.
So also Menschen mit ADHS, die können oft nicht, sie können nicht duschen, gehen so, und ich glaube, ich muss nicht erklären, also man sieht, es ist ADHS, ist nicht zu wenig Wille und da steckt so viel Charme dahinter, auch schon bei Kindern, aber natürlich auch ganz stark bei Erwachsenen so, weil es gefühlt peinlich ist, es nicht zu können, alle kriegen es doch hin, ja, sie wollen aber. Aber sie können nicht, und von außen ist das nicht sichtbar, weil es ja unsichtbar im Kopf passiert. Also wenn jetzt jemand mit einer Krücke rumläuft, dann ist die Sache ja klar, dann würde ja niemand sagen, reißt euch mal zusammen, mach halt trotzdem, die anderen kriegen es ja auch hin so und bei ADHS gibt es eben
nicht eine außen sichtbare Krücke und deswegen begegnet Menschen mit ADHS so viel strenge und so viel Unverständnis das. Das ist doch gemein. Also ich find's fies, so Kapitel 3. Ich habe ja schon jetzt eine Folge gemacht zum Thema Diagnose und auch Thema Diagnostik, aber auch beim Thema ADHS möchte ich es wirklich noch mal als eigenes Kapitel machen, weil ich es so wichtig finde. Die Frage ist eine offizielle Diagnose überhaupt notwendig und da möchte ich jetzt noch mal zum Thema Strenge, was ich eben schon hatte, ne, dass unsere Gesellschaft die Menschen, die sind so streng zu Menschen mit ADHS und glaubt mir. Menschen mit ADHS sind selbst schon streng genug zu sich. Ja, und auch schon die Kleinen,
also die Kinder, die merken wirklich früh schon sehr klar, dass andere irgendwie so ganz entspannt und aufmerksam in der Kita im Morgenkreis sitzen, die merken, dass die anderen einfach dieses scheiß Arbeitsblatt im Matheunterricht einfach bearbeiten, die fangen einfach an. Und sie merken auch, dass sie emotional krass auf Konflikte und Ungerechtigkeiten und Ungerechtigkeiten reagieren, die anderen irgendwie nicht so doll. Also die merken auch, wenn sie ganz klein sind, ja, dass ihre Gefühlswellen irgendwie höher schwappen, die anderen kriegen es doch hin und ich nicht, und sich anders zu fühlen und komisch und falsch, das ist nicht cool, und deswegen kann eine Diagnostik.
Also Name und Erklärung für das, was da passiert, total entlastend sein. Die Diagnose ADHS kann ein totaler Schutz sein, weil Kinder und Erwachsene dann wirklich verstehen und von außen gesagt bekommen, du bist kein komisches Pferd, du bist ein normales Zebra, das ist wirklich wirklich ein Game Changer, ja und? Die Problematik bei der Diagnostik ist ja, dass so ganz klassische ADHS Symptome ja Aufmerksamkeit, ablenkbarkeit, Hyperaktivität nach außen oder nach innen, Reizbarkeit, Impulsivität und so weiter ja ganz normtypische, also ganz entwicklungsnormale Verhaltensweisen von kleinen Kindern sind.
Die haben alle, also, die können alle nicht sozusagen ihre Impulse kontrollieren und ihre Bedürfnisse aufschieben, die unterbrechen, die sind körperlich aktiv und so weiter also alle ja. Weil ja auch deren Exekutivfunktionen ja noch nicht ausgereift sind. Logischerweise ne, weil sie ja noch klein sind.
Also, und deswegen ist es total spannend die Frage, wie soll man es denn erkennen, wenn alle Kinder ja mit 3456 so sind, ja und das das kann ich euch jetzt nicht, wieso eine Checkliste sagen, wirklich nicht ja, aber ich begleite ja neurodivergente Familien schon seit vielen Jahren und ich kann aus meiner Praxis sagen, die allermeisten Eltern merken schon im Baby und im Kleinkindalter. Dass das bei ihren Kindern irgendwie irgendwie doller ist, irgendwie intensiver, irgendwie auffälliger ist als bei den anderen.
Also das Gefühl ist von Anfang an da, so kann ich sagen und diagnostiziert werden diese Kinder dann oft erst in der Schule, ganz klassisch, warum? Weil da der Druck einfach von außen groß wird, das funktionieren müssen wird einfach noch stärker und so als in der Kita und zu Hause und so und. Also ganz abgesehen davon, dass es gar nicht so leicht ist, einen Diagnostikplatz zu bekommen. Ja, also hier in Berlin wartet man ganz klassischerweise über ein Jahr auf den Platz, ja, ist natürlich auch noch mal die Frage, was bringt diese Diagnose so, also was, was hilft sie ja uns Eltern meine ich jetzt in diesem Punkt und da muss ich das ganz wichtige Wort sagen, Validierung, es bringt euch als Eltern Validierung, dass ihr
euch das nicht eingebildet habt. Dass die Begleitung eures Kindes wirklich ehrlich, offiziell besonders anspruchsvoll ist? Ja, also euer Kind versteht, dass es ein normales Zebra ist. Das ist großartig und ihr und euer Kind ne bekommt dann Zugänge zu. Medikamenten und auch anderen therapeutischen Angeboten, wenn ihr das wollt.
Ja, das liegt weiterhin in eurer Macht, natürlich ja, ihr habt außerdem in der Kita ein Anrecht auf e Förderung in der Schule, auf Nachteilsausgleich und so weiter und ihr wisst auch einfach, wie ihr euch besser belesen könnt. Ihr könnt Teil von einer Community werden, ja, ihr könnt passgenaue Unterstützung und Beratung finden und so weiter und das bekommt ihr alles durch diesen Zugang, ja durch diese Diagnostik, durch diese Klarheit und.
Ich weiß nicht. Ich habe gerade das Wort ADHS Medikamente Gedroppt und ich weiß, dass es ein heißes Thema ist. Und deswegen werde ich das jetzt auch gar nicht weiter ausführen, sondern da glaube ich, eine eigene Folge zu machen. Ja, lass mich ganz kurz gedacht, doch das mach ich, das mach ich das als eigene Folge, ich glaube ich quetsch das hier jetzt nicht noch mit rein und bevor wir jetzt ein Kapitel weiterziehen möchte ich hier noch mal ganz kurz einen kleinen Werbeblock für mich selber einschieben das hier der Werbejingel. Also wenn ihr unsicher seid, was das Thema Diagnostik angeht, medikamentierung und überhaupt auch alle Fragen rund um Neurodivergentes Familienleben und so, dann könnt ihr euch wirklich gerne auch bei mir
melden. Ja, weil ich mache das ja ganz viel, also Beratung halt, also am besten meldet ihr euch über meine e Mail Adresse, das ist beratung@kindermenschen.de beratung@kindermenschen.de Kindermenschen einfach klein und zusammen. Und dann könnt ihr mir einfach schreiben, dann können wir ein Beratungsgespräch ausmachen.
Einfach ein ganz individuelles 1 zu 1 Beratungsgespräch und können uns dann gemeinsam mal eure Situation angucken und dann mal gemeinsam hinschauen okay jetzt gehen wir weiter ins Ach so nein werbejingel vorbei, dü dü dü Werbung vorbei und jetzt gehen wir zusammen ins Kapitel 3. Das ist mein Abschlusskapitel und da möchte ich noch mal rein in das Thema Alltag mit Kindern mit ADHS und.
Ja, alleine das würde natürlich eine 30 minütige Folge füllen. Deswegen habe ich mich auf die 3 größten Themen fokussiert, die bei den Familien auftauchen, die ich bei dem Thema ADHS begleite und diese 3 Themen sind stimulationssuche Struktur und Startschwierigkeiten, witzig, alles mit s fällt mir gerade auf, ist ja ein lustiger Zufall, ha Moment Moment wieder neuer Namensvorschlag, wieviel hatten wir jetzt schon 43 weiß ich nicht okay es ist also. SSSS eine stimulationsstruktur Startstörung SSS? Nee, okay das funktioniert gar nicht. Den Vorschlag ziehe ich wieder zurück, die anderen waren besser okay wir fangen mit dem ersten S an Stimulationssuche also ich hatte das ja schon am Anfang der
Folge gesagt, ADHS ist stark verbunden mit einer veränderten Dopaminregulation ja, das heißt, ihr müsst euch vorstellen, dass das Nervensystem. Unterstimuliert ist so als Basiseinstellung und deswegen suchen Kinder und auch Erwachsene mit Alhs einfach ganz aktiv nach reizen, weil es sich nicht gut anfühlt, unterstimuliert zu sein.
Also um da mal so kurz ein bisschen für Empathie zu, um Empathie zu bitten, dass es sich anstrengend anfühlt, überstimuliert zu sein. Ich glaube, das kennen die meisten Menschen auch neurotypische Menschen. Also eine komplett überreizt, überflutet zu sein in einem Supervollen in einer Supervollen u.
Bahn oder so und überall stinkt es und es ist super eng und man quetscht sich und dann klingelt irgendwo ein Handy oder man ist auf dem Weihnachtsmarkt und die ganzen blinkenden Lichter und dann schreit noch ein Baby und so ne, also wenn man überreizt ist, dann kennt ihr das glaube ich, dass sich das sehr, sehr anstrengend anfühlt und das interessante ist aber unterstimuliert fühlt sich genauso schlimm an.
Ist genauso, dass sich Unterforderungen genauso schlimm anfühlt wie überforderungen. Ja, das heißt, das Nervensystem ist Unterstimuliert, und das ist nicht cool, das ist nicht angenehm, ja, und und deswegen wirken halt auch viele Kinder mit ADHS so laut und so intensiv und so bewegungsreich und auch schnell gelangweilt, natürlich ne, weil sie halt quasi ständig auf der Suche sind, sie sind auf Stimulationssuche und diese diese Antwort auf die auf die Suche auf diese Stimulationssuche. Die kann halt ganz unterschiedlich aussehen. Ja, das ist das Kippel mit dem Stuhl oder ständig aufstehen oder Geräusche machen.
Ja, dieses permanente verbale Geräusche machen ja andere ärgern, weil das bringt auch Dopamin, das ist auch eine Stimulation, Dinge anfassen, uns anfassen, die ganze Zeit, immer, immer, immer Medien konsumieren wollen und so weiter also einfach irgendwas was dem Gehirn Futter gibt, so damit sie endlich nicht mehr unterstimuliert sind.
Und wenn wir das jetzt erkannt haben, dass es so ist, ist natürlich die Frage ja gut, was hilft jetzt? Ich kann euch jetzt natürlich nicht in diese eine Sache reichen, die dann hilft, und damit ist das alles geklärt, ne, weil wie gesagt Erwachsene mit alle HS haben das auch verstanden, dass sie die ganze Zeit auf Stimulationssuche sind und haben trotzdem nicht diese eine Sache gefunden, die immer hilft. Ja und trotzdem können wir ja hier gemeinsam einfach ein bisschen überlegen, zum Beispiel hilft Bewegung erlauben. Bewegung ist Stimulation.
Ja, also das hat auch beim Sitzen, ob in der Schule oder im Morgenkreis der Kita ne oder eben auch zu Hause am Essenstisch und so weiter Bewegung dabei erlauben. Ne, also macht so Bänder unten um die Stuhlbeine herum oder so was ne oder holt so n wackelkissen, dass man auf den Stuhl legen kann oder Bewegung für die Hände, natürlich auch ne Fidget Toys zum Beispiel. Oder eine andere Form von Stimulation erlauben. Kopfhörer mit Hörspiel drauf oder der Lieblingsmusik. Ja ja, auch wenn Kinder gerade etwas tun sollen, wobei sie sich konzentrieren sollen, also zum Beispiel Hausaufgaben, das kann man sich manchmal nicht vorstellen, wenn man zum Beispiel neurotypisches Gehirn hat, aber es hilft, wenn das Gehirn eben nicht mehr
unterstimuliert ist, sondern in einer guten Stimulanzlage ist durch das Hörspiel, dann können Kinder sich zum Beispiel auch auf Hausaufgaben konzentrieren. Ja, also irgendwie Hände, Füße beschäftigen, auch zum Beispiel beim Essen, also am Essenstisch oder sowas. Ja, klingt es anstrengend, ja, ist es auch so, aber unterstimuliert zu sein ist für diese Kinder und die Erwachsenen eben auch total anstrengend.
Okay zweites S was war das zweite s Struktur gut Struktur hier befinden wir uns in einem total lustigen Paradoxon, weil Menschen mit ADHS brauchen. Oft eine äußere Struktur was ist das also? Pläne, Rituale, Abläufe und so weiter weil ja die innere Struktur planungsfähigkeit, ihr erinnert euch Exekutivfunktionsstörung efs, also weil diese innere Struktur schwach ist.
Struktur gibt Sicherheit, klar, wieso? Ein Geländer ergibt Sinn, das Ding ist nur, dass sich jede Vorgabe wie eine Einengung anfühlen kann. Wenn man ein Gehirn mit ADHS hat, ja, weil das klassische ADHS Gehirn lebt, Neues lebt Veränderung und hasst Routinen ja weil also Routinen sind halt dopaminarm Dopaminarm ja Routinen sind langweilig, das ist ein Problem, ihr seht das ja, also Struktur tut voll gut und Struktur ist super langweilig und super einengend das ist das ist schwierig, das ist schwierig Leute ja das. OK, also jetzt auch da wieder.
Ja OK, habe ich verstanden, was hilft ja zum Beispiel bei Kindern helfen Mini Entscheidungen also statt zu sagen denk dran jetzt abends ist unsere Struktur unser Ablauf, du putzt dir jetzt die Zähne. Ja, dann könntest du stattdessen zum Beispiel sagen, möchtest du dir heute die Zähne putzen wie ein Tiger oder wie deine Maus wie eine Maus zum Beispiel.
Also irgendwas anderes ist mir jetzt so spontan eingefallen, also die Struktur, das Zähneputzen bleibt, aber das Kind behält quasi die Kontrolle oder die Wahl über das wie oder deswegen auch okay Zähneputzen heute vielleicht unterm Esstisch, ja, das ist also eine Stimulation fürs Unterstimulierte Gehirn ist, da hast du pamin, haha, das ist irgendwie witzig, weil Zähneputzen unterm Esstisch, das macht man doch nicht. Das heißt, die Struktur bleibt, die Sicherheit gibt und Orientierung.
Aber es ist eben auch irgendwie was witziges und was Neues, ne, also sowas könnte eine ganz gute Möglichkeit sein und überhaupt auch die Idee, Struktur einfach mit Dopamin zu besprenkeln, wie als würdet ihr so bunte Streusel drauf machen auf die langweilige Struktur ja, also wenn ihr zum Beispiel, was könnten wir noch nehmen als Struktur vor dem Abendessen räumen wir immer auf.
Also daran ist nichts cooles so und deswegen könnte man natürlich sagen, dann lass uns doch das aufräumen immer mit einem aufräum Song verbinden und dieser aufräum Song wird laut angemacht. Das könnte immer der gleiche Song sein, da sind wir wieder beim Thema Routine und Struktur, Verlässlichkeit, ne das das findet das Gehirn auch cool, oder aber du darfst dir immer einen Song aussuchen, dann ist es wieder was neues und was interessantes und wir räumen nicht nur auf, sondern es wird auch laut gesungen, getanzt und damit ist das ein bisschen lustiger und wisst ihr was, was ich übrigens auch interessant finde.
Wenn ich das so sage, was so Kleinigkeiten sind, die helfen können, ganz ehrlich, da sieht man nämlich auch so gut davon profitieren, ehrlich gesagt, alle Kinder und auch alle Erwachsenen, nicht nur die neurodivergenten Kinder. Wisst ihr was ich meine? Das ist übrigens auch so, wenn wir überlegen, wie können wir Kitas oder Schule neuroaffirmativer machen, also Neurodivergenz sensibler so, da profitieren alle von okay also genau hatten wir schon ein paar Ideen, ja genau klappt das immer, nein.
Klingt das anstrengend? Für Eltern? Ja, schon die Gänse Sau ok, letztes s Startschwierigkeiten, da muss ich so schmunzeln, weil ich glaube alle Erwachsenen mit ADHS, die gerade zuhören, die werden jetzt so müde lachen, die kennen das gut, also das ADHS Gehirn hat klassischerweise eine interessenbasierte Motivationssteuerung und keine Wichtigkeitsbasierte und. Und das ist problematisch, weil unser unsere Gesellschaft funktioniert, so dass wir, dass Dinge nach Wichtigkeit priorisieren und so weiter und, und das bedeutet nämlich, dass erst wenn Druck sehr hoch wird, ja, also Angst vor einer Strafe oder Zeitnot oder einer Konsequenz, die jetzt folgt und so weiter ja, also erst wenn der
Druck hoch wird oder die Belohnung, und zwar nicht aufgeschoben, sondern jetzt sofort ganz konkret, ja, also wenn das beides hoch genug ist. Dann wird Dopamin ausgeschüttet, dann wird Adrenalin ausgeschüttet und dann sind diese Gehirne auch in der Lage, Aufgaben zu beginnen. Das Ding ist ja nur, wir wollen unseren Kindern hier keine Angst machen und keinen Druck, ne, also wir wollen jetzt ja also nicht das Fazit zu sagen, alles klar, dann mache ich doch meinem Kind jetzt immer Angst und Druck durch eine angedrohte Strafe so nee das ist wirklich keine Option.
Ja und das Interessante ist aber, dass es trotzdem wichtig ist das zu verstehen. Ja, dieses interessenbasierte Gehirn. Weil Kinder, die diagnostiziert sind, ja und sich selbst und ihre ADHS gut kennen. Die sagen dann zum Beispiel sowas wie, nee, ich schaffe jetzt die Mathe Hausaufgaben nicht, ich mache das morgen früh beim Frühstück so und dann sitzen die Eltern natürlich und sagen morgen beim Frühstück, du hast 10 Minuten Zeit zum Essen, zum Trinken, am Tisch sitzen, wann willst du dann hast du hast zu wenig Zeit so und diese Kinder die sich selber gut kennen ja wo Psychoillukation eben auch schon gut funktioniert hat, die sagen dann ja genau das.
Und das ist der Punkt, weil morgen ist Zeitdruck da und dann schaffe ich das, und zwar easy, und zwar echt schnell. Und ja, das kann befremdlich sein, als Eltern das auszuhalten, aber ehrlich gesagt finde ich es Hardcore kompetent. Ich finde es richtig klug und und ja, da dürfen wir dann so ein bisschen lernen mit diesem was was ist, okay, was es erlaubt, auch wenn wir es so nicht kennen.
Helfen konnte außerdem auch körperliche Präsenz, vielleicht habt ihr das auch schon mal gehört, das nennt sich im englischen Buddy Dubling das. Das heißt, wenn euer Kind irgendwas erledigen muss, dann seid dabei, also setz dich daneben. Ja, du musst auch gar nicht unbedingt helfen, du musst da sein oder mach auch am besten auch was, aber nicht in einem anderen Raum, sondern dabei so und deine ruhige Anwesenheit leiht auch deinem Kind, deinen deinen, deinen präfrontalen Cortex, ja dein Nervensystem, deine Exekutivfunktion sozusagen, das heißt, man arbeitet quasi nebenher nebeneinander, gemeinsam, ohne gemeinsam was zu machen. Wisst ihr was ich meine?
Das funktioniert übrigens auch hervorragend bei Erwachsenen. Also eine gute Freundin von mir. Ich habe natürlich gefragt, ob ich es dir erzählen darf, die fragt mich zum Beispiel auch ganz regelmäßig und sagt, Alter Schwede, Ich muss jetzt mal die ganzen Kinderklamotten ausbisten, weil letztes Kind ist jetzt schon groß genug, die ganzen Babysachen müssen weg und verkauft werden, kannst du bitte vorbeikommen, du kannst auch deinen Laptop nehmen und Home Office machen, aber du musst dich mit mir ins Schlafzimmer setzen, damit ich das machen kann, das nennt sich Body Dubling außerdem lass mich kurz überlegen, genau, auch ein Versuch wert ist die 2 Minuten regel. Also statt zu sagen, mein
Schatz, so jetzt mal das Zimmer aufräumen, könntest du was sagen wie alles? Klar ich stell den Timer 2 Minuten aufräumen, das war's dann hören wir auf so ne oder du musst gar nicht das ganze Zimmer aufräumen, dass mal nur 5 Teile aufräumen weil der schwierigste Teil ist halt der Start. Und wenn das dann erstmal läuft, dann geht es oft sogar von alleine weiter. Dann geht es aber diese Startschwierigkeit, das ist so anspruchsvoll, ja, und da hilft es halt, wenn man mich mal mit so kleinen Kniffs und Tricks, diesen diesen Anfangskick mit dem Kind gemeinsam überwinden kann, klappt es bei jedem Kind, nein, ist das ganz schön anstrengend, sich immer so was zu überlegen.
Ja gut, und in diesem Sinne viel Kraft beim Begleiten Eures eigenen Gehirns. Beim Begleiten das Gehirn unseres Kindes. Ich sehe das wirklich, ich sehe das, wir hören uns am Sonntag bis dann.