Kinder sind auch Menschen· Staffel 1· Folge 20

Schlaf

Mittwoch, 8. April 2026 · 32 min

MP3

Shownotes

„Müde“ als Lebensabschnittsgefühl

Woran liegt’s, dass Kinder schlafen, wie sie schlafen?

Was können wir tun, um Schlaf zu verbessern und es besser aushalten zu können?

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Warum wird denn unter Eltern immer so viel über Schlaf geredet? Das ist übrigens ein Zitat aus einem Zeitungsartikel, den ich gelesen habe, da stand die Frage, weil es gäbe doch so viel Interessanteres rund um das Elternwerden und Elternsein zu berichten und zu teilen, so damit herzlich willkommen. Zu dem Podcast Kinder sind auch Menschen. Ich bin Almut starke, Ich bin Pädagogin, arbeite in der Elternberatung, ich bin auch selber Mutter von 2 Kindern und ich habe diesen Artikel gelesen und musste lachen und wurde wütend, beides gleichzeitig, weil ja warum denn ja warum denn warum wird denn unter Eltern immer über Schlaf geredet, ja? Leute, wir reden nicht so viel über Schlaf, weil wir das so interessant finden, sondern weil

Schlaf das Horrorthema ist. Ja, also mein Auge hat richtig gezuckt, als ich diesen Artikel gelesen habe, weil ganz offensichtlich Leute ganz offensichtlich hat da jemand 0 Ahnung, wie sich Schlafmangel anfühlt und. Und nee, nee, ich meine nicht Schlafmangel, wenn man mal schlecht schläft, ja oder wenn man mal zu spät ins Bett gegangen ist und trotzdem früh raus muss oder wenn man mal ne Nacht durchgefeiert hat und so. Ja nein, ich spreche von Schlafmangel, von Monate und jahrelangem Schlafmangel.

Schlafmangel, der sich auf unser Gemüt auswirkt und auf unser Gehirn und auf unseren Körper. Ja Schlafmangel, der wieso ne nebelige Wolke rund um die Uhr um unseren Kopf herum schwebt. So, wir reden so viel über Schlaf, weil gesunder Kinderschlaf kein gesunder Erwachsenenschlaf ist und. Weil es bedeutet, dass wir wirklich und ich meine wirklich 24 Stunden lang kehrarbeit leisten, ohne Pause, ohne Pause, weil wir ja auch jede Nacht arbeiten statt zu schlafen.

Ja, und morgens geht's einfach weiter, einfach so, einfach weiter so, also Schlaf. Schlaf ist das Thema. Ich hoffe ihr hört, dass ich das hier in Großbuchstaben geschrieben habe. Ja, Schlaf ist das Thema, weil es uns an unsere Grenzen bringt, so von den ersten Babywochen über die Zahlungsnächte bis hin dann auch zu den Nächten, in denen wir wach liegen und warten, dass unser Teenager nach Hause kommt. Ja, also die Form.

Der Fürsorge und der Sorge ändert sich, aber der Schlafmangel bleibt einfach ein treuer und fucking ungewollter Begleiter. Von Anfang bis wirklich lange, lange, lange Zeit. Ja, und ich, ich weiß das ja, ich weiß das, weil ich so viele Familien begleite seit so vielen Jahren, manche Babys und Kleinkinder wachen nachts um die 15, mal auf 15, mal zieh dich jetzt mal rein, also rechnet es mal aus, ja. Oder andere zum Beispiel sind gerne mal ein 2 Stunden nachts wach am Stück am Stück.

Und ja, vielen Dank, Brigitte, Ich hör schon das klassische. Na also bei meinen Kindern gab es das nicht, ja, also. Also sorry an alle Brigitte an der Stelle. Also sei ganz ehrlich, wenn das Problem damit gelöst wäre, dass das Schlafzimmer einfach schön dunkel sein muss. Ja, Melatonin und so oder dass das Kind halt gut zu Abend gegessen hat, ja oder dass man so ein schönes muckeliges Abendritual einführt, ja dann gäbe es wohl nicht so viele verzweifelte Eltern, weil Liebe Brigitte, auf diese Ideen sind wir nämlich alle schon selber gekommen und.

Ihr kennt das bestimmt, oder ihr? Ihr erahnt das wahrscheinlich schon dabei, dafür muss man gar nicht wissenschaftlich arbeiten, aber es gibt Studien, die zeigen, dass bei Schlafmangel die Verbindung zwischen unserer Anygdala ihr erinnert euch, das ist sozusagen ganz stark, vereinfacht gesagt, das Alarmzentrum im Gehirn, ne, ihr erinnert euch, das kam schon in einigen meiner Folgen vor, also die Verbindung zwischen der Amygdala und dem präfrontalen Cortex. Ne, das ist unser Vernunftsbereich so, der ist geschwächt.

Die Verbindung ist geschwächt bei Schlafmangel. Ja, so, das klingt schon mal nicht gut, ja, weil die Folge ist. Eltern reagieren bei Schlafmangel emotionaler und unkontrollierter auf Stressreize Ey, aber Hey, Stressreize gibt es doch kaum im Alltag, im Alltag mit Kindern, ach wait so also wisst ihr was das heißt.

Viele Konflikte im Alltag mit Kindern sind keine Erziehungsprobleme, sondern müdigkeitsprobleme. Das muss man sich mal reinziehen. Ja, ich muss da immer an ne Vorlesung von meinem ehemaligen Psychologie Dozenten denken und er hat uns erklärt, dass das Gehirn im Schlaf so ne Art Müllabfuhr aktiviert, also das ist jetzt bis vereinfacht wie immer ne, aber ich glaub ihr könnt mir folgen so ihr müsst euch vorstellen, dass sozusagen die Zwischenräume zwischen diesen Nervenzellen die weiten sich. Und da werden dann irgendwelche Stoffwechselprodukte, deren Namen ich jetzt vergessen hab, die werden ausgespült. So das ist die Reinigung, die Müllabfuhr so, das heißt Schlafmangel fühlt sich benebelt

an, weil tatsächlich unser Gehirn nicht gereinigt wurde. Ja cool, also nee cool, wer braucht schon ein gereinigtes Gehirn, du, warum ja ist da, wer braucht es schon so und auch nicht zu vergessen. Schlafmangel erhöht den Cortisolpegel, ja den Cortisolspiegel. So also klar Cortisol ne Stress wisst ihr ne also klar Stress lass doch Stress noch mal oben drauf packen, das ist ja klar und vor allem auch so witzig, wo wir jetzt ja auch noch anfälliger sind für Stressreize ne haben wir ja eben gesagt, dann passt das doch ins World, das ist doch das klingt doch nach einer Win Win Situation und ich finde was eben auch so wichtig ist beim Thema Schlaf Schlaf von Kindern.

Und von Babys. Und so ist ja von Anfang an auch strukturgebend, wenn wir Eltern werden, so also wieviel Schlaf braucht denn mein Baby tagsüber? Ja und dann die all diese Gedanken und die Struggle, die mit Schlaf einhergehen, ja, also mein Baby schläft jetzt nicht mehr im Tragetuch ein, bekommt das jetzt Schlafmangel? Ich muss doch irgendwie schaffen, dass mein Kind genug schläft und hört mein Kind jetzt ernsthaft, mein Kleinkind hört das jetzt ernsthaft mit eineinhalb Jahren schon auf Mittagsschlaf zu machen, aber ich ich brauch doch die Pause, ich brauch doch diesen Break am Mittag. Ja, das strukturiert doch meinen kompletten Tag, alles ist durcheinander wenn mein Kind random beschließt nicht mehr tagsüber schlafen zu wollen.

So. Außerdem darf es dann ja auf keinen Fall heute um 17:00 Uhr einschlafen, weil sonst hab ich ja abends ein riesiges Problem und mein Kind ist bis Mitternacht wach. So, also es ist plötzlich aus dem nichts alles durcheinander, ja oder das schlechte Gewissen. Dem jüngsten Kind gegenüber, weil wir beim ersten Kind immer alles noch rund um die Schlafenszeiten geplant haben, ja, sodass das immer gut passt und dieses Kind immer perfekt zum Schlaf kommt, so aber das jüngste Kind wird halt ständig geweckt, wenn wir los müssen, zur Kita, zur Schule und so weiter es muss ständig irgendwie unterwegs schlafen, weil wir mit dem älteren Kind irgendwo hin müssen und so weiter ja.

So oder abends die Einschlafbegleitung so allein das Wort, das klingt ja so, das klingt so muckelig, das klingt so geborgen und so so, aber wenn abends die Einschlafbegleitung fast 2 Stunden dauert, ja, das ist ja, das ist doch, das ist doch nicht aushaltbar, kennt ihr diese Aggression, diese Aggression, die man kriegt, wenn der Tag so lang war und das Kind dann einfach abends nicht einschläft, so und.

Wir Eltern denken uns, ich will doch einfach nur n Hauch n Hauch von Feierabend haben. Warum schläft dieses Kind nicht ein, was mache ich falsch und außerdem muss ich dringend auf Klo, aber wenn jetzt mein Kind gerade eingeschlafen ist und zwar auf mir drauf und ich jetzt irgendwie diesen Körperkontakt löse, weil ich auf Klo gehen will, dann wacht es wieder auf so und dann ist die Laune bei uns beiden zum Kotzen, also bleibe ich überlegen, obwohl ich auf Toilette muss.

Ja oder nachts in irgendeiner verkrampften Position liegen bleiben. So, und alles tut schon weh, die Schulter und die Hüfte und alles tut grausig weh, aber man bleibt in dieser Position, wenn man auf keinen Fall das Kind aufwecken will, wenn man es nicht verkraftet, dass es dann wach ist und man selber dann auch ja, also Schlaf ist kein Randthema, kein Randthema, Schlaf ist die fucking Basis unserer Belastbarkeit, ja nö, also. Also ich weiß nicht, warum Schlaf so ein großes Thema sein sollte hier so, aber das Gemeine ist ja, dass wir so was wie schnell einschlafen, entspannt durchschlafen und so weiter, dass wir das nicht antrainieren können. Wir können das nicht, wir können das nicht herstellen, versteht ihr was ich meine, also ja, wir

könnten, ich hoffe ihr hört die die großen Anführungsstrichen, wir könnten das Baby. So lange alleine schreien lassen, bis es gelernt hat, dass keiner kommen wird. Das könnte man machen so, aber da wissen wir ja ne, dass das nicht gut für die kindliche Seele ist und so. Also was bleibt uns, was können wir denn machen, wenn das Baby oder Kleinkind einfach die ganze Zeit wach ist und ständig aufwacht und so weiter ja so und deswegen gucken wir uns das erst mal an, lasst uns doch mal anfangen mit Babys, weil da geht ja, da geht ja die ganze Kiste los, ja.

Also das ist ganz interessant, weil Babys verbringen viel mehr prozentual ihres Schlafes im rem Schlaf ne, also ripid Eye movement, wisst ihr ne das ist der Traumschlaf so. Also Erwachsene haben verbringen ungefähr 20% ihrer ihrer Schlaf ihrer Schlafzeit mit rem. Im rem Modus und Babys um die 50%. Das ist also wirklich viel mehr.

Ja und der rem Schlaf ist super so, der dient zur Gehirnentwicklung und Speicherung von Erlebtem und Verarbeitung und so weiter bla bla so, aber das Ding ist da der rem Schlaf ein sehr leichter Schlaf ist ist halt das häufige Aufwachen einfach biologisch logisch, das hab ich letzte Woche schon gesagt ne hat jemand von euch NT Shirt darüber dafür gemacht? Ich mag den immer noch.

Und das häufige Aufwachen dient übrigens auch vor dem Schutz vorm Plötzlichen Kindstod. Ne, also ihr seht das hat schon seinen Grund, warum die so oft wach werden. Ja so und außerdem checken Babys und Kinder und so ne, also Babys sind auch kinderbabys was ich meine also Babys und auch ältere Kinder checken nachts immer bin ich in Sicherheit.

Ist jemand da? Ja, und dieser Sicherheitsaspekt stimmt ja ne, also sie sie sie, die meisten wollen nicht alleine schlafen so die brauchen Sicherheit um sich um gut schlafen zu können und so, und das muss gecheckt werden, ganz regelmäßig, ob immer noch alles in Ordnung ist. So und ja, das checken sie auch, obwohl wir ja ständig neben ihnen liegen, ne, weil da würde man sich ja manchmal wünschen, dass das n bisschen schneller geht, dass das so ankommt im kindlichen Hirn, aber ja, es wird immer wieder gecheckt.

Also durchschlafen und das wisst ihr ich. Ich bin mir sehr sicher, dass die allermeisten von euch das mittlerweile wissen. Durchschlafen ist ein Reifeprozess, ja, und meine Großmutter hat immer schon gesagt, das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht so. Und ich weiß, dass es manche Schlaf Coaches auch anders behaupten.

Das weiß ich ja. Und natürlich können Kinder Werkzeuge lernen, ja, auch Babys übrigens und auch Gewohnheiten verändern. Ja, das ist total klar, ich denke übrigens, da werde ich auch noch mal eine eigene Podcast Folge dazu aufnehmen zum Thema. Abstellen, Fläschchen abgewöhnen und so weiter für nachts ne, weil natürlich geht das ja, aber ich arbeite jetzt ja seit über 10 Jahren als Pädagogin in der Elternberatung.

Ja, und ich begleite Familien über so viele Jahre hinweg und meine eigene kleine Statistik hier in meinem kleinen wissenschaftlichen Büro, die zeigt ganz klar, dass die meisten Kinder so mit 3 Jahren durchschlafen. Ja, und was heißt durchschlafen so? Es geht mir da nicht um eine bestimmte Stundenanzahl, sondern ich meine damit. Dass, wenn diese Kinder nachts aufwachen, was für Erwachsene übrigens ja auch ganz viel tun, so dass diese Kinder dann eigene Werkzeuge haben, um Weiterzuschlafen, also dass sie nicht irgendeine Tätigkeit von uns Eltern, also stillen, Fläschchen tragen, Schnuller herbringen und so weiter brauchen, um wieder Weiterschlafen zu können, sondern das selber herstellen

können, so 3 Jahre ja, und es ist gleichzeitig eine kurze und eine wahnsinnig lange Zeit. Ja, also vor allem, wenn man ja bedenkt, dass manche dann auch noch n zweites Kind bekommen, dann summiert sich das und summiert sich das und summiert sich das so, dann ist das ne ganz schön lange Zeit und dann doch auch deutlich länger als 3 Jahre logischerweise, aber.

Er ist also wir können Schlaf nicht machen, wir können Schlaf nicht beibringen, wir können Schlaf nicht erzwingen. Und ganz ehrlich gesagt, wir Erwachsenen kennen das doch selber gut. Ja, also wenn wir uns selber sagen, wir liegen im Bett, ja, es ist dunkel, wir haben auch wirklich kurz vorm Schlafen nicht aufs Handy geguckt, weil wir gehört haben, dass es nicht gut ist und so, ja, und wir haben meinetwegen auch sogar schon unser Melatonin Gummibärchen gekaut und so und sagen uns, morgen ist ein krass wichtiger Termin, ja, ich muss jetzt wirklich, ich muss ausgeschlafen sein. Schwein nice try.

Es wird überhaupt nichts, weil Druck nicht klappt. Es klappt nicht und so ist es bei Kindern auch oder ich weiß, dass mein Kind morgen um 05:30 Uhr aufwachen wird so, das heißt ich sollte einfach schlafen gehen, ich sollte jetzt wirklich schlafen gehen, damit ich halbwegs Schlaf bekomme ja genau oder ich Google halt um 23:30 Uhr noch ob Regenwürmer Ohren haben so. So, oder ich genieße halt einfach um 23:00 Uhr noch so einen Hauch selbstbestimmte Zeit, weil wir Eltern uns nämlich immer entscheiden müssen. Es ist immer ein entweder oder selbst bei Grundbedürfnissen ja, also entweder ich bleibe wach und mache noch etwas Cooles, so ein bisschen selbstbestimmte Zeit, oder ich schlafe, um wenigstens so ein bisschen

Schlaf zu kriegen. Ja, also das ist echt eine harte Kiste, eine harte Kinder, genau eine harte Kiste und. Und so ist es nämlich auch bei Kindern. Die wollen auch manchmal lieber wach bleiben und was Cooles machen, statt zu schlafen, so wie bei uns. Wir kennen das doch auch, Mann komisch, Kinder sind etwa auch Menschen oder Bass und und. Und ich weiß, es gibt Kinder, sogar schon Babys hier, Ausrufezeichen ja, die schlafen aus erwachsener Sicht super, das weiß ich ja, die schlafen teilweise sogar im eigenen Bett, nicht weil ihnen das antrainiert wurde, weil sie da zufriedener sind, weniger oft aufwachen, weil die damit okay sind, so im eigenen Zimmer, so, ja, die gibt es, aber das ist meistens vor allem Charaktermelodie und nicht

ein Erziehungserfolg so, ich muss euch da unbedingt einen kleinen Schwank erzählen von der Mutter aus meinem Kurs. Ich hab sie übrigens gefragt, ob ich die Geschichte erzählen darf und sie hat sehr, sehr gelacht und hat gesagt, ja, bitte, also du hörst das ja auch gerade deswegen. Huhu, liebe Grüße an dich, vielen Dank, dass ich es erzählen darf. Also diese Mutter war mit ihrem allerersten Kind bei mir im Kurs vor ungefähr 5 Jahren so und da müsst ihr euch jetzt vorstellen, da saßen 10 Eltern mit 10 Babys und wir sprachen über das Thema Schlaf und.

Und sie berichtete mit einem Merkbaren stolz, dass ihr kleines Baby abends innerhalb von ungefähr 56 Minuten einschläft. So, und dann erzählte sie, weil sie das auch von Anfang an geübt haben, also dieses Baby wird Bettfertig gemacht, das bedeutet, es wird ein spezieller Schlafanzug angezogen, dann werden die Füßchen massiert, mit einem Veleda Schlaföl, dann gibt es noch mal so ne Massage, auch an den anderen Gliedmaßen und so weiter ne wollseide hier und dort und so weiter. Alter immer das gleiche Ritual, immer die gleiche Uhrzeit und ja und deswegen schläft ihr Baby so super easy schnell ein. So, und das hat sie erzählt und dabei trug sie so ein kleines Erziehungskrönchen Ich glaube,

so kann man das schon sagen und ich habe versucht das Moderativ dann aufzugreifen, weil ich schon die ganzen Eltern drumherum sah mit ihren zuckenden Augen und das Schöne ist liebe Leute, sie kam 3 Jahre später mit ihrem zweiten Baby wieder zu mir in den Kurs. Und wir hatten uns dann wie gesagt, ja seit keine Ahnung, zweieinhalb Jahren nicht gesehen und sie öffnete die Tür. Sie kam auf mich zu, wir hatten uns seit zweieinhalb Jahren nicht gesehen, sie hat mich angeguckt und gesagt, Almut, es tut mir so leid, es tut mir so leid, dann haben wir gemeinsam schallend gelacht, weil ich sofort wusste, was sie meinte, weil liebe Leute, jetzt hatte sie n zweites Kind. Und dieses zweite Kind hat den

selben Wollseideschlafanzug angezogen bekommen, hat mit dem Veleda Schlaföl die Füßchen massiert bekommen, hat die gleichen Meeresklänge gehört, hat das gleiche Ritual gehabt, die gleiche Uhrzeit und dieses Baby hat überhaupt nicht schnell in den Schlaf gefunden, sogar nicht, sogar nicht. Obwohl die Eltern von Anfang an genau das gleiche gemacht haben, so ihr seht, es ist also auch so n bisschen Glückssache.

Es ist auch Genetik, ne, also durchschlafen, gut schlafen und so weiter ist wirklich auch viel Genetik und deswegen ist es eben auch so Schwachsinn zu sagen, dass irgendwie n zweijähriges Kind um 19:30 Uhr schlafen sollte. So ja haha sag das mal Eltern mit einem Eulenbaby ja, also ihr erinnert euch ne was chronotypen sind und so weiter falls ihr da noch mal genauer reinhören wollt, hört gern noch mal in der in die Folge rein, der am morgen da hab ich n bisschen genau darauf eingegangen. So und ich will aber auch gar nicht nur über Babys sprechen, ne, weil ja klar genau Babys ist schwierig, ne, weil sehr kurze Schlafzyklen, häufiges Aufwachen biologisch sinnvoll erinnert euch, ist n Schutzmechanismus

und so weiter so aber auch bei Kleinkindern ist der Schlaf noch herausfordernd ne also die haben ne starke Bindungsphase gerade abends das Einschlafen das trennen ist schwierig ne Kita Start, da ist viel los viel zu verarbeiten und so weiter Grundschulkinder haben zwar schon natürlich mehr Stabilität im Schlaf, sehr völlig klar, aber eben auch sehr viel zu verarbeiten, ne? Auch gerade zum Einschlafen und auch nachts und so und haben logischerweise auch immer noch, auch wenn das ja schon in Anführungsstrichen große Kinder sind, immer auch noch n starkes Sicherheits und Bindungsbedürfnis ne, hier noch mal ne kleine Anekdote von dem Elternabend wegen einer Klassenfahrt, in dem ich saß und

es war eine dritte Klasse, das heißt, wie alt sind da die Kinder so 8 ungefähr ne so roundabout, also achtjährige Kinder, also wirklich keine kleinen Kinder, so aber ne. Und da hat die Klassenlehrerin gefragt in Bezug auf die Klassenfahrt, wie viele Kinder denn noch regelmäßig oder sehr häufig mit den Eltern im gleichen Bett schlafen.

Und es haben sich aus dieser Klasse nahezu alle Eltern gemeldet. So, und das finde ich total schön, dass da alle so ehrlich waren, und da sieht man wieder Leute, es ist normal, dass das so ist, obwohl das ja schon große Kinder sind in der dritten Klasse. So und auch bei Jugendlichen bleibt das Thema ne, also die innere Uhr verschiebt sich ja ne, also sie werden später abends müde und so weiter und sie kommen morgens schwerer raus. Ja ganz klassisch eben auch bei Teenagern ist, dass sie abends viel Redebedarf haben und so weiter ne und auch da um es wenigstens mal kurz angesprochen zu haben, ich weiß das ist wieder ein Thema für sich, aber trotzdem ne, weil wenn unsere Kinder Teenager werden, das ist

auch so ein Timing wo einige von uns Mütter übrigens parallel in die Menopause kommen. Ne. Und wusstet ihr, dass 1 der Hauptleidensthemen bei Frauen in der Menopause ist? Dass wir Schlafprobleme bekommen? Ja das es es ist schon fast witzig oder so gut. Also ich glaub ich hab jetzt wirklich ausgiebig klar gemacht, dass wir nicht machen können, dass Kinder durchschlafen so aber was wir machen können ist Bedingungen schaffen und verändern.

Ja, also Schlaf wird ja im Körper gesteuert, Schlaf braucht Sicherheit, haben wir gerade alles schon besprochen, runterfahren, entspannen, können, bewusstes Loslassen, ja, und wenn Schlaf nichts ist, was wir beibringen können, dann finde ich, dann fällt ja auch ein Stück Druck weg, oder das ist gut, weil denen haben die Eltern eh viel zu viel, weil es geht halt nicht mehr darum, unser Kind in den Schlaf zu bringen, sondern eher es auf dem Weg dorthin zu begleiten.

So, und deswegen gehen wir jetzt auch gemeinsam rüber ins Kapitel 3, und da überlegen wir jetzt mal gemeinsam, was hilft denn also ich hab jetzt 2 Kapitel lang erzählt, warum das alles irgendwie ganz schön hart ist und biologisch logisch, aber eben auch ganz schön hart so, und deswegen wollen wir jetzt mal n bisschen konstruktiver werden.

Also wenn ihr jetzt gerade diese Podcast Folge, zum Beispiel während der niemals endenden ein Schlafbegleitung hört und immer wütender werdet, immer wütender. Dann sage ich euch jetzt, was hier euch euch in eure Ohrmuschel hinein, ja steht auf Brecht ab. Also ehrlich jetzt, dann schläft das Kind jetzt nicht ab ins Wohnzimmer, ehrlich, lieber aufstehen als Eskalation, wir wissen ja ne, der Übergang von Licht zu Dunkelheit, von Aktivität zu Ruhe und so weiter der benötigt die Ausschüttung von Melatonin und Stress blockiert diesen Prozess komplett.

Also lasst es, wenn ihr nur noch aggro seid in dieser Einschlafbegleitung und da jeden Abend 3 Stunden liegt. Nee, das ist es nicht wert, wirklich so was soll es, das ist dann jetzt heute so steht auf, so macht das nicht und falls ihr jetzt aber in der Einschlafbegleitung liegt und es dauert noch nicht Stunden, sondern keine Ahnung, wir sind bei 10 Minuten, alles ist fein und ihr habt mich gerade im Ohr, dann sag ich euch vielleicht ein beruhigendes Mantra OK, so schön, das hätte ich mir auch mal davor überlegen können, dann könnte ich es jetzt ablösen ablesen.

OK, ich denke mir was aus. Leute, seid ihr bereit hier Beruhigendes Matra, du bist nicht dafür verantwortlich, dass dein Kind schläft, du bist dafür verantwortlich, dass es sich sicher fühlen kann. Ne, das hat doch Getaugt als Matra oder so und jetzt ohne Witz, ich weiß es klingt abgedroschen, aber wisst ihr ehrlich was hilft Akzeptanz also wirklich? Ich finde das ist überhaupt eine der Kernkompetenzen in der Elternschaft.

Akzeptanz alter Schwede, habe ich dieses Wort erst verstanden, seit ich Mutter bin, weil stell dir vor, du liegst nachts wach und du kämpfst gegen diese Situation an, dass du einfach nicht schlafen kannst. Ja, also du jetzt als Erwachsener. Ja, dieser Kampf ist wieso ein wieso ein Tauziehen gegen ein Monster so und dieses Monster ist der Schlafmangel und je fester Du ziehst, ich muss jetzt schlafen, ich muss jetzt schlafen, ja desto fester zieht das Monster zurück. So, und Akzeptanz heißt halt nicht, dass ich die Situation jetzt toll finde oder so toxisch, positiv oder so, sondern Akzeptanz heißt, ich lass das Seil los, so das Monster ist immer noch da, aber ich Verbrauch wenigstens keine Kraft mehr für diesen

aussichtslosen Kampf. So, und dann lieg ich halt einfach da und ruh mich aus so gut es geht so oder Les noch mal n Buch oder was weiß ich ja oder Akzeptanz tagsüber, weil wenn dann zum Beispiel plötzlich der mit der Kraft wegfällt, dann wirklich bewusst zu überlegen. Wie kann ich meinen Tag denn jetzt mit Kind so gestalten, dass ich trotzdem irgendwie so eine Struktur im Tag habe? Trotzdem vielleicht trotzdem eine Ruhezeit habe? Ja, wo kann ich mir ansonsten rueinseln schaffen, wie kann ich das umsetzen mit einem kleinen Kind wollen wir vielleicht eine Hörspielzeit einbauen oder so oder eine Spaziergangszeit, so wo mein Kind aus einem Tragetuch oder aus einem Kinderwagen rausguckt und ich habe Musik,

aufstehen, Ohren oder kann eine Sprachnachricht an eine Freundin aufnehmen oder einen Freund oder so was auch immer, also wirklich bewusst mal überlegen. Dass es nicht bedeutet, dass jetzt einfach mal eine ruhrinsel Weg ist, sondern dass ich sie neu erfinden muss, ne und wo ich es ja noch eben sagte, wir könnten die Bedingungen ändern, ne, probiert euch aus, also so doof es klingt, ja, also Elternschaft ist Trial and error, ausprobieren und gucken was passiert, wie können wir unser Eigenschaftritual verändern, so wie ist denn das gerade und es ist gut wie es ist.

Oder wollen wir das irgendwie noch mal anpacken und noch mal was ausprobieren, was wir verändern können, was anpassen können. So, und das wisst ihr, Rituale können massiv helfen. Warum? Weil sie Vorhersehbarkeit schaffen und Vorhersehbarkeit führt zu Sicherheit und warum das wichtig ist. Zum Thema Schlafen hatten wir jetzt ja schon ein paar Mal.

Also Sicherheit führt einfach zu einem regulierten Nervensystem und mit einem regulierten Nervensystem schläft sich es viel besser ein und auch viel besser durch, oder? Trial and error was passiert denn, wenn ich mit meinem Kind übe, ohne Fläschchen oder ohne Stillen einzuschlafen oder weiterzuschlafen ja, schläft es dann anders, hat es Auswirkungen auf den Schlaf? Ja.

Schläft mein Kind besser an meiner Seite oder vielleicht lieber ruhiger, wenn es nicht direkt an oder auf mir drauf liegt? Ja, also probiert es aus, ich weiß, wir möchten natürlich irgendwie gerne so eine Anleitung was wir machen sollen, ey aber sowohl eure Kinder sind halt super individuell als auch ihr selber.

Ja und es. Deswegen auch euer Schlaf, also eure Schlafhygiene. Ne auch wo es sich total lohnt hinzugucken. Was braucht mein Kind um abends gut runterzukommen? Muss mein Kind noch mal eine Runde toben? Ja, also Energie rausballern Körperkontakt so was ja oder eher ganz kuschelig lesen oder eine Massage oder so was ne also was braucht mein ganz individuelles Kind? Und mir ist das hier wirklich noch mal ganz ein Herzensthema noch mal zu betonen, dass auch größere Kinder einschlafbegleitung brauchen.

Ja, also auch ältere Kinder, auch Schulkinder, auch Teenager, ja, wenn sie es möchten, so, weil es gut tut, weil es bindungsmomente sind, ja, und weil ihnen der Übergang auch schwer fallen kann, so wie ja uns erwachsenen halt auch manchmal schwer fällt, ja weil sie vielleicht sorgenvoll auf den morgigen Tag gucken und so, also Einschlafbegleitung hört nicht bei Kleinkindern auf und. Und das gilt natürlich auch dieses Ganzes. Ganze Überlegungen sozusagen.

Mit was kann ich anpassen? Und so gilt natürlich auch für in der Nacht, ja, also muss ich denn nachts aufstehen, wenn mein Baby weint, so dass mein ganzes Nervensystem hochfährt und ich dann voll wach bin, oder kann ich vielleicht auch im Liegen mein Kind begleiten? Ja, also wirklich da noch mal hingucken und noch mal überlegen, wie ist das jetzt gerade, finde ich gut, wie es ist.

Was finde ich ätzend? Ne, weil manche sagen, zum Beispiel auch unsere Nächte sind eigentlich OK, aber mich fuckt die Einschlafbegleitung so ab oder andersrum, die geht total gut, aber nachts ist es schwierig. Ja, also guckt mal wirklich individuell bei euch hin so und da sind wir halt wieder wie bei jeder Folge, wir sind bei uns, also wir wir bei uns als Eltern, weil wir können halt guten Schlaf nicht herbeizaubern so aber.

Und was können wir? Wir können zum Beispiel Verantwortung teilen, ja, also solltet ihr einen Partner oder eine Partnerin haben, ne sich zu überlegen, wie können wir uns gegenseitig stützen, wer kann was übernehmen. Können wir vielleicht auch Nächte oder Teile der Nacht aufteilen? Ja, und das geht übrigens auch bei gestillten Kindern, möchte ich ganz kurz betonen.

Ja, es gibt gestillte Babys, die trotzdem von den nicht gestillten, den nicht stillenden Menschen, also meistens ja den Vätern ins Bett gebracht werden, das geht, das muss man üben, klar, aber es geht ja so und. Da wir sozusagen ja den Schlaf nicht machen können. Wir können nicht heran heranziehen, wie an dem Gras, ne, aber ist ja die Perspektive total wichtig, wenn ich so einen Schlafmangel habe, wo kann ich denn dann tagsüber auf meine Kapazität und auf meine Ressourcen und auf meine Kraft achten?

Also habe ich tagsüber dann kleine Erholungsmomente, wenn nachts schon keine Erholung da ist. Ja, also wo kann ich im Alltag Stress rausnehmen, wo kann ich mir Unterstützung holen, wo kann ich? Kraft sparen, die ich so brauche. So und auch noch n eigener Punkt Grenzen wahrnehmen. So wir müssen nicht jede Nacht gleich begleiten, weil es uns auch nicht jeder Nacht gleich gut geht.

Ja und ganz ehrlich ne von wegen was ich da ganz vorhin gesagt hab und unsere Amygdala ne die sozusagen ne, also dass die Verbindung zum Neokortext da nicht so da ist und unser Alarmzentrum mehr angeht, ich glaube die allermeisten von euch die jetzt hier diese Podcast Folge hören, Sie kennen das.

Dass wir nachts einfach wirklich richtig fies sind, richtig fiese Gedanken auch haben und manchmal auch richtig fiese Sachen sagen, weil eben der Bereich im Gehirn der der, der dafür da ist, für Empathie, für Impulskontrolle und so, der ist einfach nicht richtig da, der ist nicht richtig wach, man ja so und noch so ein Aspekt. Lösungen dürfen pragmatisch sein, ja, also. Überlegt wirklich, was ist machbar, was ist einfach machbar, damit wir das gut hinkriegen, so, weil wir kriegen den Schlaf nicht einfach gut hergezaubert so, und dann müssen wir überlegen, was brauchen wir, dass wir das schaffen, diese Zeit, ja, zum Beispiel gibt es eine Menge Elternpaare, die getrennt schlafen, und nein, das

ist nicht unromantisch, das ist schlichtweg bedarfsgerecht. So und systemisch bedarfsgerecht zu sein, ist eine ganz, ganz kluge Idee. Ihr seid als Familiensystem überlegt, das also wirklich in alle Richtungen einfach ein bisschen gucken, was brauchen wir für guten Schlaf und vielleicht ist beim Thema Schlaf auch einer der wichtigsten Gedanken, dass wir wirklich aufhören dürfen darin, ein Projekt zu sehen, ja, also irgendwas, das wir optimieren oder verbessern oder einfach in den Griff bekommen müssen, ja und stattdessen eher anfangen. Ist halt als das zu sehen, was es ist. Und zwar ein Prozess.

So, das klingt schon lange und das ist halt auch lang, also als etwas, das sich entwickelt. Unsere Kinder müssen gar nicht lernen, alleine zu schlafen, damit wir alles richtig gemacht haben oder so, ja, sondern sie dürfen einfach erleben, dass da jemand ist. Dass da jemand ist, wenn es, wenn es dunkel wird, wenn sie müde sind und wenn sie auch nachts aufwachen, ja, und gleichzeitig dürfen wir auch ganz ehrlich sein, dass es manchmal einfach unfassbar anstrengend ist. Was ist das für eine krasse Aufgabe und dass wir so müde sind, ja, und dass wir uns einfach nur wünschen, es wäre leichter so und wir müssen das nicht perfekt machen, wir müssen nicht jede Nacht ruhig bleiben, weil wir es auch nicht können so, und wir müssen nicht jede

Situation optimal lösen so. Auch Eltern sind Menschen. Ja, also so und wir begleiten ein kleines, manchmal doll angestrengtes Wesen, das ist krass, ja, und und vielleicht reicht das manchmal ja auch schon, einfach abends da zu sitzen, neben einem Kind, das noch nicht schlafen kann und und nicht zu denken, warum klappt das nicht, sondern ich bin da, ich bin da, wir bekommen das gemeinsam hin, so tief atmen, ihr wisst, wie mach ich meine Podcast Folge, wo wir nur atmen, Leute. Oder die Atmungsfolge, die ihr immer anmachen könnt, wenn es gerade richtig kacke und richtig anstrengend ist, finde ich eine sehr witzige Idee.

So. Und Apropos Apropos vor allem, dass ich das S mitgesprochen habe, Leute, ich hatte 3 Jahre Französisch auf dem Gymnasium. OK, also Apropos Apropos gemeinsam, wir kommen da gemeinsam durch, ich freue mich, wenn Ihr auf Spotify oder auf Apple Podcast oder wo auch immer ihr mein Podcast hört. Wenn ihr da auf Folgen schicken würdet, das wäre ganz toll, oder?

Wenn ihr eine Bewertung da lasst auch toll. Wobei was heißt denn oder macht doch beides, geht auf Folgen und lasst eine Bewertung da, weil das ist wichtig, damit mein Podcast überhaupt ausgespielt und angezeigt wird. Das kennt ihr, wenn ihr auch andere Podcasts hört, wir sagen das alle ständig, guck mal Leute ich sag wir als würde ich seit Jahren schon dazugehören, also das wäre wirklich eine tolle Unterstützung, da könnte ich dann nachts auch wirklich direkt besser schlafen okay okay Almut das war jetzt schlecht, ist zwar schlecht, es tut mir sehr leid. Wir hören uns.

Am Sonntag schickt mir gerne eure Rückmeldung zu dieser Folge, welche Fragen ihr habt, damit ich weiß, was ich in der Nachgehört Folge dazu noch aufgreifen kann. Jetzt habe ich schon 2 Minuten überzogen, aber ganz ehrlich, wann, wenn nicht beim Thema Schlaf ihr lieben, wann, wenn nicht da bis Sonntag?

0:00 / 0:00