Kinder sind auch Menschen· Staffel 1· Folge 19

Nachgehört: Alleine spielen

Sonntag, 5. April 2026 · 8 min

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Shownotes

Immer, wenn mein Kind ins Bett soll, spielt es plötzlich total vertieft!

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In der Nachgehört Folge widmen wir uns heute mal einem der großen großen Rätsel der Elternschaft. Das war so witzig, es haben wirklich einige zu der alleine spielen Folge am Mittwoch mir geschrieben sich zurückgemeldet haben gesagt, ja das ist bei meinen Kindern auch so, die Spielen wohl gar nicht gerne alleine, außer wenn ich sage wir gehen jetzt schlafen, das ist so witzig.

Ich glaube ja, ihr kennt das. Ich würde sagen, wirklich, wirklich die allermeisten von euch kennen das. Es ist abends und wir haben ne Routine und so weiter der Ablauf der ist klar, weil der eigentlich jeden Tag so der gleiche ist und so weiter und dann verkünden wir so jetzt mal ne Zähneputzen Schlafanzug anziehen was auch immer was da bei euch so ansteht und so und das das liebe Eltern ist der Moment wo die Kinder plötzlich. In einen Flow geraten, in ein konzentriertes alleine spielen, vertieft, glücklich, zufrieden.

Es ist, es ist crazy, so, also ja, kaum ist Schlafenszeit, mutieren die einfach zum Konzentriertesten lego Architektinnen der Welt. Es ist verrückt, es ist wirklich verrückt, so, woran liegt es ja. Kann ich euch jetzt natürlich auch nicht 1 zu 1 sagen, ne, also wirklich nicht, aber ich hab n paar Thesen. OK ich sag euch mal was so meine Gedanken dazu sind und ihr könnt ja mal gucken ob das bei euch räsoniert. OK, also erinnert euch in der Übergänge Folge haben wir schon mal drüber gesprochen, dass er auch das Schlafengehen ein ganz großer Übergang ist und zwar einer, der vielen Kindern gar nicht mal so leicht fällt, ne, also der Wechsel von schwach sein zu schlafen.

Den Tag verlassen? Ja, den spannenden Tag loszulassen und so manchmal ja auch Trennung von den Eltern so, sie werden ins Bett gebracht und sollen dann da alleine schlafen, bis die Eltern irgendwann hinterher kommen oder sie schlafen eben schon im eigenen Bett und so weiter und es ist tatsächlich so, dass manche Kinder da wieso eine Art Torschlusspanik entwickeln, ja, also so ein bisschen wie eine intuitive Strategie, ich meine jetzt mit Strategie nicht.

Der Tyrann ne, von dem ihr immer gewarnt wird von wegen eure Kinder manipulieren euch, die tanzen euch auf der Nase rum ne, sondern wirklich als intuitive Strategie, also sie vertiefen sich wirklich einfach ins Spiel um diesen Übergang hinauszuzögern. Ja und ist auch ganz klar, weil wer wer so beschäftigt ist ne Mama Papa guckt wie ich hier beschäftigt bin so da kann ich ja unmöglich Zähneputzen geben, das ist ja das ist ja quasi ausgeschlossen.

Ja meine zweite These ist das Gehirn ist zu diesem Zeitpunkt oft entlasteter als tagsüber. Ja, also tagsüber ist die Welt einfach massiv voll mit Reizen und Erwartungen und Anforderungen. Ja, zieh deine Schuhe an, Iss dein Brot jetzt auf, wir müssen jetzt los, mach bitte hier, mach bitte das so und abends. Kommt man ja bestenfalls so ein bisschen zur Ruhe. Ja auch schon wirklich so, auch wirklich was die Reize angehen. Ja, das Licht ist so ein bisschen gedimmter und diese ganzen sozialen Anforderungen werden ein bisschen weniger und so und in einer reizärmeren Umgebung fällt es Kindern einfach oft leichter in diesen Spielflow zu kommen. Ne, das habe ich ja am Mittwoch in der Folge auch schon erklärt, so, es ist so ein bisschen so,

als würde das Gehirn diese Ruhe und diese Langsamkeit nutzen um. Ja, wirklich noch mal was was Schönes zu erleben, um sich selber so einzugrooven oder um auch die Eindrücke vom Tag und so zu verarbeiten. Ne im Spiel geht es ja richtig gut, ne gerade auch da wieder das Thema Rollenspiele, ich glaube das mache ich auch irgendwann noch mal als Thema, also auch das könnte natürlich einfach schlichtweg n Moment sein und dann dritte These wir gucken uns mal noch mal die die Hormonlage an weil und das werden viele von euch kennen.

Wenn wir bei Kindern den diesen Sweet Spot, diesen idealen Zeitpunkt zum Einschlafen verpasst haben, ja dann schüttet der Körper eben wieder sowas aus wie Cortisol, Adrenalin und so weiter ne, also Stresshormone sind das natürlich. Das klingt jetzt aber so negativ, sondern einfach ne, also was wir auch brauchen einfach um fit zu sein und so und zwar schüttet das der Körper halt auf um so ein bisschen die Müdigkeit zu überbrücken so und. Eigentlich müsste das Kind müde sein, aber ist als halt plötzlich total drin, total fokussiert, energiegeladen und so weiter ja, also plötzlich ist der Zustand massiv verändert. So und deswegen stimmt es ja auch tatsächlich, dass sie sich da viel intensiver dann

konzentrieren können, tatsächlich, weil sie hormonell anders aufgestellt sind, ja als zum Beispiel keine Ahnung nach der Kita, wo sie voll durch sind. So, das könnte auch noch ein Thema sein, und es ist natürlich auch jetzt hier 4.4. These. Es ist auch einfach eine Frage der Autonomie, also weil also Selbstbestimmung, weil den ganzen Tag über bestimmen immer Erwachsene, die Eltern, die Erzieherinnen, die Lehrkräfte und so weiter alles, was passiert, den Rhythmus, den Ablauf, die Regeln und so weiter und sofort und dieses Spiel kurz vorm ins Bett gehen ist auch irgendwie noch mal so ein Selbstbestimmungspunkt. Ja wieso ein wieso ein kleiner Akt der Rebellion? Aber in cool, also in kreativ,

das finde ich, könnte es eben auch sein. So also wir wissen es nicht ganz so genau, also ich weiß es nicht ganz so genau, ich sage jetzt, wir, weil ganz ehrlich, vielleicht gibt es ja kluge Menschen, die mir das jetzt 1 zu 1 erklären können, dann sehr, sehr gerne, ich habe nur Thesen dazu, aber ich kenne dieses Phänomen und er ist natürlich auch mal so ein bisschen die Frage, wie gehen wir damit um, ne. Ja, und das würde ich sagen, ist mal so mal so ne. Also mal sagen wir ja cool, dann spiel doch jetzt einfach noch ein bisschen meine Güte, dann nutze ich doch jetzt den kleinen Moment für irgendwas anderes und können wir das entspannt weglächeln und manchmal beenden wir dann das Spiel, weil das Schlafengehen, das Timing und so

weiter wichtiger ist. Ne, also da gibt es ja auch keine grundsätzliche Regel, sondern da müssen wir einfach von Tag zu Tag und Situation und so immer gucken, das ist ja völlig klar, also. Ja, vielleicht nehmen wir noch mal als Fazit mit 5 von diesen beiden folgen jetzt auch zusammen, dass eben alleine spielen zustandsabhängig ist.

Ich glaube, das ist vor allem so ein Learning daraus. Ja genau, und dann wollte ich noch eine letzte Sache sagen, weil ich das ganz toll fand und zwar war ein Kommentar unter bei Spotify unter meiner Podcast Folge am Mittwoch, dass eine Mutter schrieb, sie beobachtet bei ihrem Sohn folgendes beim Spielen, er redet die ganze Zeit.

Also wirklich einfach die ganze Zeit. Das werden einige von euch kennen und ihr ist irgendwann aufgefallen, dass es gar nicht notwendig ist, da die ganze Zeit drauf einzugehen. Es ist schlichtweg okay, ich glaube sie schrieb alle 5 Sätze mal nur zu reagieren und das fand ich eine ganz tolle Beobachtung, dass ich die unbedingt gleich mit euch teilen wollte, weil ich weiß, dass es einige von euch gibt, die Kinder haben, die die ganze Zeit beim Spielen reden und wir haben natürlich dann die Tendenz, eben immer alles so ja ach so und dann oh das.

Ja, also einfach so die ganze Zeit mit zu kommentieren, weil wir auch nicht unhöflich sein wollen. Aber ich finde das tatsächlich einen sehr schönen Input Mal zu sagen, ja, vielleicht muss es auch gar nicht sein, lass doch mal ausprobieren, wie häufig muss die Antwort Frequenz sein, so und dann kann man vielleicht auch tatsächlich, wenn man ein bisschen seltener antwortet, ohne das Kind zu ignorieren, aber das ist ja, das ist ja klar, das muss ich euch ja nicht sagen, so, dann schafft man es vielleicht doch auch so ein bisschen. Sich so ein bisschen rauszuziehen, wenn man nicht die ganze Zeit mitreden muss, quasi.

Ja vielen Dank für den Austausch mit euch, es hat mich auch sehr berührt, wie viele euch, wie viele sich bei mir gemeldet haben, dass sie auch so ein Baby hatten im Rückbildungskurs, das nicht auf dem Fußboden lag oder da zufrieden Brabbelnd am Zeh gelutscht hat oder alleine eingeschlafen ist. Ich sehe schon, wir sind da ein großes Team, ein gutes Team sind wir glaube ich und ihr, die ihr diese zufriedenen regulationsstarken Babys hattet. Wir mögen euch trotzdem gut bis nächste Woche.

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