Kinder sind auch Menschen· Staffel 1· Folge 5

Akut-Selbstfürsorge

Mittwoch, 24. Dezember 2025 · 14 min

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Shownotes

Warum gibt’s heute nur eine kurze Folge?!
Der Tankstellen-Tipp
Das „Nein“ als „Ja“ zu dir selbst
Der Türrahmen-Anker

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Kinder sind Menschen, Kinder sind auch Menschen, Kinder sind Menschen, Kinder sind auch Menschen, yeah. Okay, liebe Leute, herzlich willkommen zur nächsten Podcast-Folge. Es ist Mittwoch, das bedeutet Mittwochs kommt eine neue Folge raus mit einem eigenen Thema. Die sehr aufmerksamen Menschen von euch werden jetzt schon vor dem Anklicken des Podcasts gemerkt haben, Moment, dieser Podcast ist kürzer als sonst. Hat Almut nicht in der allerersten Folge gesagt, dass die Mittwochsfolgen immer 30 Minuten lang sind? Hat sie nicht?

Hat sie das nicht? Das stimmt ja wohl hier was nicht. Was ist denn passiert? Hat sie jetzt schon keine Lust mehr? Hat sie in Woche fünf schon keine Lust mehr auf den Podcast? Leute, don't panic. Ich kann euch das alles erklären. Folgendes. Diese Woche ist Weihnachten. Also jetzt, am Mittwoch, jetzt, versteht ihr? Jetzt, wo dieser Podcast erscheint, ist Weihnachten, also Heiligabend, genau genommen.

Das heißt, morgen ist der 25., 29., 26., 12. Das ist eine Woche, in der viel los ist bei euch. Ganz viel, ganz viel los. Und wisst ihr was? Nicht nur bei euch, sondern auch bei mir. Das heißt, ich hatte eigentlich vor, diese Woche gar keine Podcast-Folge aufzunehmen und Urlaub zu machen. Von dieser Podcast- und Social-Media-Sache und so.

Und dann dachte ich, nee, oder wir machen es anders. Ich wollte ja sozusagen auf diese Podcast-Folge diese Woche verzichten aus Selbstfürsorgegründen. Weil ihr wisst ja, wir Mütter, wir Eltern, wir müssen, wir haben ja tausende To-dos. Und Selbstfürsorge ist ja noch so ein To-do, ne? Ist schon klar.

Also das heißt, wir müssen, wir müssen, also ganz bewusst, wir müssen auch noch auf uns selber achten. Achtsamkeit, Selbstversorgung, ihr wisst schon, ihr wisst schon. So und deswegen dachte ich, dann mache ich das doch heute kurz zum Thema. Und mit kurz meine ich wirklich kurz, so dass ihr auch die Möglichkeit habt, in diesem ganzen Weihnachtstrouble, euch so eine Podcast-Folge reinzuziehen.

Und kurz, so dass ich das schaffe, in diesem ganzen Podcast-Weihnachtstrouble, das auch zu machen. Das ist auch hier eine Win-Win-Situation, merkt ihr? Also ich merk's, ich fühl's. Und ich stell mir jetzt grade vor, dass ihr diese Podcast-Folge hört am 24. oder am 25. oder am 26.12. Dass ihr ganz doll viel Glück und Fröhlichkeit und Unbeschwertheit in euch drin habt. Aber auch ganz viel ...

Von viel, wisst ihr? Also es ist gerade einfach viel, viele Menschen um euch rum, viele Geräusche, viel Stimulation, viel Reize, viel angefasst werden. Also das Thema overtouched sein, darüber könnte man ja auch mal häufiger reden. Also ich weiß, dass ganz viele von euch jetzt einfach gerade rund um die Uhr immer irgendwelche Kinderhände am Körper und Körperteile von Kindern auf euch drauf haben und so.

Und das hat gar nichts mit der Liebe gegenüber diesen Lebewesen zu tun, aber es ist einfach manchmal zu viel. Und overtouch sein ist ein ganz, ganz anstrengendes und fürchterliches Gefühl. Also deswegen weiß ich, ihr habt gerade eine lustige Melange in euch drin aus viel Glück und viel von allem anderen. Und deswegen teile ich jetzt mit euch drei Ideen für diese Zeit, für Weihnachten, Silvester, für halt die Schließzeit von Kita und Schule und so weiter, was ihr machen könnt, um euer Nervensystem zu regulieren und aber auch, um euch so Mini-Ankerpunkte im Tag zu setzen. Also wirklich so drei Ideen, die ihr easy umsetzen könnt, weil ihr kriegt hier von mir keine.

Weißt du, war es ganz einfach. Ihr stellt euch den Wecker einfach früher, während die Kinder noch schlafen. Würde ja kein Problem sein, aufzustehen, ohne dass die aufwachen. Und dann macht ihr einfach 20 Minuten Yoga. Also das ist so wohltuend für euch und so. Und jetzt ganz kurz, wem Yoga wirklich gut tut, valid point, alles gut, darum geht's mir gar nicht. Es geht mir darum, dass Selbstversorge eben kein weiteres To-Do sein soll, sondern wirklich einfach etwas, was ihr sehr unkompliziert und einfach umsetzen könnt. Hier sind meine drei Vorschläge.

Vorschlag Nummer eins. Ihr baut in eurem Zuhause eine Tankstelle auf. Und damit meine ich natürlich keine echte Tankstelle, sondern eine symbolische Tankstelle. Also, ich stelle mir das folgendermaßen vor, ihr dürft das ganz individuell gestalten natürlich, wie ihr das umsetzen könnt und wie es zu euch passt. Ich stelle mir vor, ein Tuch auf dem Boden, irgendein Tuch, eine Decke, es ist mir völlig egal, irgendwo in irgendeinem Zimmer. Das ist die Tankstelle.

Und auf dieser Decke, auf diesem Tuch, Dann liegen Noise-Canceling-Kopfhörer oder andere Kopfhörer. Dort liegt irgendetwas zum Rumfummeln, also ein Fidget-Toy oder sowas, also irgendwas, womit man die Hände beschäftigen kann. Vielleicht auch etwas, was riecht, also ein Duftöl oder sowas, also irgendwas, was einen starken Duftreiz gibt. Und vielleicht auch eine Decke noch zum über die Beine legen oder so was, ein schönes Kissen, so was in die Richtung. Und das ist die Tankstelle, zu der ihr, also auch ihr als Eltern gehen dürft, um kurz Pause zu haben. Also, das heißt, ihr setzt euch dann dort auf den Boden, ihr macht euch die Noise-Canceling-Kopfhörer auf den Kopf, auf die Ohren, macht

da entweder Musik oder einen Podcast an oder gar nichts, weil es nur um Schallunterdrückung geht. Dann nehmt ihr euch irgendwas in die Hand zum Rumfummeln. Gerne vielleicht auch irgendwas Kühlendes oder so was, ne? Also, ganz unterschiedliche Reize, je nachdem, welche eben euch guttun. Und dann, ich bin ja nicht unrealistisch, es ist ja nicht so, als könnten wir unseren Kindern sagen, hey, Ich mache kurz Pause, okay?"

Und die Kinder alle so, aber natürlich, Mama. Viel Spaß dabei. Das ist auch wichtig, dass du auf dich achtest. Alles Gute. Wir lesen in der Zeit. So läuft das ja nicht. Deswegen muss das natürlich geübt werden. Diese Tankstelle sollte eingeführt werden und zwar nicht in einem akuten Fall, also nicht in einer akuten Situation, sondern präventiv. Könnt ihr das abends erklären?

Und diese Tankstelle ist für alle Familienmitglieder, alle. Weil Kinder sind ja nun in dieser Weihnachtszeit auch sehr viel überreizt. Und dann habt ihr vielleicht Verwandtenbesuch da und ihr merkt, oh je, das kippt bei meinem Kind. Und dann darf sich dieses Kind auch auf die Tankstelle setzen. Vielleicht sogar alleine, vielleicht mit einem von euch zusammen, was auch immer.

Also das ist auch ganz toll, was ihr damit transportiert, ja? Als wirklich nachhaltiges Lernen auch für Kinder. Und, aber von wegen Kinder, dass die auch das akzeptieren, ne? Da könnte sowas helfen wie ein Timer oder eine Sanduhr, die eben auch auf diesem Tankstellenplatz liegt. sodass dem Kind klar ist, wenn ich mich da hinsetze, dann ist das nur für diese Zeit. Du siehst, wie diese Zeit abläuft, du siehst, wie Zeit vorübergeht und du hältst das aus. Gleichzeitig, wenn ihr eine Partnerin oder einen Partner habt, das ist ja auch nicht bei uns allen so oder andere anwesende, verantwortungsvolle Erwachsene. Sollte auch klar sein, wenn einer von den Erwachsenen auf dieser Tankstellen, auf dem

Tankstellenplätzchen sitzt, dann bemühen sich auch die anderen, die Kinder dann kurz ein bisschen zu betreuen dabei. Vielleicht bei der Wut darüber, dass sich ein Erwachsener gerade zurückzieht oder was auch immer. Also da dürfen bitte die anderen auch in die Verantwortung genommen werden. Und dann habt ihr diese kleine Tankstelle und es ist egal, wie oft man da am Tag sitzt, aber es gibt diesen Millimoment.

Und ganz ehrlich, Leute, das muss ich euch gar nicht erklären, wie hilfreich sind dann manchmal 60 Sekunden, zwei Minuten, drei Minuten Pause. Das kann so viel machen und das ist so ein toller Anker am Tag. Die zweite Idee ist nichts Greifbares, sondern etwas, was in eurem Kopf passiert. Und zwar ist das ein tägliches Nein. dass ihr jeden Tag Nein zu etwas sagt. Also, nein, heute backen wir keine Plätzchen. Ganz ohne Erklärung.

Klar könntet ihr sagen, weil ich merke, mein Akku ist schon im Minus oder ich merke, ich habe keine Kapazität dafür oder gar keine Kraft dafür, weißt du, bla, bla, bla, bla, bla. Und ihr könnt auch einfach sagen, nein, heute mache ich keine Plätzchen. Oder ihr sagt, nein, ich komme nicht mit zum Ausflug, den Ausflug machst du mit Papa und mit Oma alleine, was auch immer. Und Das sind ja ganz kleine und ganz große Sachen. Nein, ich spiele jetzt gerade nicht mit Playmobil. Ich trinke erst meinen Tee in Ruhe zu Ende. Also einfach ein Nein zu Aktivitäten oder zu Wünschen von anderen als Ja zu euch selbst.

Und ich bin ja nicht bescheuert, ich weiß, dass ein Nein oft viel Wut, Verzweiflung und Gegenwehr mit sich bringt, das weiß ich. Und trotzdem ist es eine wichtige Botschaft zu euch selbst als auch eurem Kind gegenüber. Und ihr kennt mich jetzt ja schon ein paar Wochen, ne? Das Nein kann auch sein, dass ihr sagt, und heute gibt es ein Nein zum Nein. Eine Mutter hat gesagt, ich darf da meine Grenzen wahren und so. Und trotzdem wissen wir Eltern sehr gut, dass es sehr oft um das Prinzip geht, choose your battles wisely. Und ja, ich könnte jetzt sagen, nein, ich gehe jetzt nicht mit dir raus, einen Taschenlampenspaziergang machen. Und dann wird das ganz viel Wut mit sich bringen und ganz viel Begleitung und ganz viel

Disregulation. Und das wird mich so viel Kraft kosten, dass ich das heute nicht schaffe. Und dann sage ich ja, obwohl ich das Nein mehr fühle. Und dann ist es auch okay. Schämt euch da nicht. Das ist total in Ordnung. Auch mit sowas muss man haushalten können. Das heißt, ihr dürft auch ein Nein zum Nein geben. Und der dritte und letzte Mini-Selbstversorgetipp ist sozusagen eine Verankerung in eurem Haushalt, die euch ganz kurz einfach in euch selber einchecken lässt. Also das klingt jetzt so esoterisch, so meine ich das gar nicht.

Sondern es ist ja tatsächlich so, wenn im Außen so viel passiert, die ganze Zeit, ja, es riecht nach Zimt und Plätzchen und ich glaube irgendwas ist da in der Küche angebrannt und tausend Kinder rufen die ganze Zeit singen, ununterbrochen singen, ja. Und dann sind da noch andere Leute, die irgendwas wollen und außerdem sollst du bitte auch lächeln und wann, wie planen wir das eigentlich alles und könntest du noch verteilen, wer wann was kaufen muss und so.

Ich habe das ja in der Weihnachtsfolge schon ausführlich erklärt, warum das manchmal sehr, sehr viel sein kann alles. Und wenn so viel im Außen ist, dann verlieren wir oft diese leise Stimme im Innen, weil die einfach untergeht. Und viele Eltern beschreiben auch, wie sie sich teilweise richtig so ein bisschen aufgelöst fühlen, richtig so ein bisschen unsichtbar.

Und deswegen finde ich den letzten Tipp so schön. Und zwar sucht ihr euch eine Tür aus in eurer Wohnung, in eurem Haus, wo auch immer ihr lebt, Vielleicht markiert ihr die auch. Vielleicht macht ihr da in die Innenseite vom Türrahmen so ein bisschen Geschenkpapier oder sowas. Oder ihr hängt oben in den Türrahmen was rein. Irgendwas.

Einfach nur ein Klebepunkt irgendwo. Völlig egal. Aber irgendwas, was euch optisch daran erinnert, dass wenn ihr durch diese Tür geht, dass ihr dann kurz in dieser Tür stehen bleibt und rechts und links eure Hände gegen den Türrahmen drückt. Dann macht ihr kurz die Augen zu und spürt euch, dass ihr da seid. Ihr spürt das Drumherum.

Ihr verankert euch einfach kurz. Und kurz Augen zu, wenn ich mir jetzt noch was wünschen dürfte, dann kurz lächeln, weil das wisst ihr bestimmt alle schon, unser Körper kann nicht so gut unterscheiden zwischen einem echten Lächeln und einem gefakten Lächeln. Das heißt, es hilft tatsächlich zu lächeln, auch wenn ihr es gerade nicht fühlt.

Augen zu, im Türrahmen verankern, spürt, wo eure Füße stehen, auf dem festen Boden. Vielleicht wackelt ihr so ganz kurz mit eurem Kiefer und merkt, oh, der ist ganz schön angespannt. Ist eure Stirn locker und dann fühlt ihr rechts und links eure Hände in diesem Türrahmen und könnt ihr spüren, was ist das für ein Material?

Ist das Holz? Ist das glatt? Ist es kalt oder eher warm? Einfach ganz kurz spüren. Und das klingt jetzt so viel, wenn ich das aufzähle, aber ihr merkt schon, das sind Sekunden, wirklich echte Sekunden. Das kann man total gut umsetzen und das tut so gut, kurz zu spüren, hey, ich bin da und ich gebe auf mich acht.

Weil ganz ehrlich, wir Eltern kennen das so gut. Es macht ja sonst keiner. Wir müssen es selber machen. Und das ist natürlich ein total wichtiger Punkt. Und deswegen tun wir das. Und deswegen Selbstfürsorge. Wir kümmern uns um uns selbst. Und das ist sozusagen der wichtige Punkt dabei. Okay, das waren meine drei Tipps. Und ihr seht, wir sind fast bei einer Viertelstunde angekommen. Jetzt muss ich auch aufhören.

Warum? Ich nehme hier ja gerade den Podcast auf. Meine beiden Kinder sind hier anwesend. Was tun sie? Sie sitzen vor Mediengeräten. Ist ja klar. Werden wohl Videos gerade geguckt. Und wir wissen ja, die gucken natürlich nicht länger als eine Viertelstunde. Das ist doch klar. Klar, Spaß, oder? Ihr wisst, dass es Spaß ist.

Und das ist jetzt aber auch die geschickte Übermoderation gewesen, denn nächste Woche, am Mittwoch, wenn die nächste richtige Podcast-Folge erscheint, wird es um das Thema Medien geben. Denn ich glaube, dass das gerade jetzt in den Feiertagen, wenn eben Kita und Schule zu ist, nochmal ein präsentes Thema im Alltag der Eltern wird, mit wahnsinnig viel Scham belastet ist und behaftet ist.

Und deswegen hier schon mal die Vorbereitung. Freut euch schon mal nächste Woche, da geht es um das Thema Medien. Wie schön, dass ihr dabei wart bei dieser Minipodcast-Version. Und am Sonntag melde ich mich natürlich wieder mit einer Bonusfolge. Und heute ging es ja um so präventive Ideen, so kleine Ankerpunkte, wie wir gut durch diese Feiertagszeit kommen.

Und nächste Woche Sonntag geht es dann darum, was wir machen können, wenn wir merken, jetzt geht gar nichts mehr. Ich bin fertig mit den Nerven. Da hätte ich dann wohl auch noch drei Ideen. Aber wisst ihr was? Vielleicht hört ihr die Folge am Sonntag und denkt, Oh, Almut, das brauche ich gar nicht. Ich habe das nämlich richtig gut hingekriegt. Ich saß nämlich 30 Mal am Tag auf meiner Tankstelle im Platz. Na dann, top!

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