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Shownotes
Kein Lehrkräfte-, aber veraltetes Schulsystem-Bashing
Scheiß Noten
Scheiß Bestrafungs- und Ampelsysteme
Scheiß 45 Minuten Taktung
Scheiß Hausaufgaben
Scheiß Arbeiten, Tests, LEK
Was können wir tun, um unsere Kinder zu stärken und sie möglichst gesund durch dieses System zu bekommen
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Leute, ich sag's euch ganz ehrlich, ich bin so angepisst. Ich meine, die Kinder, die Schüler und Schülerinnen, die dürfen nicht trinken im Unterricht. Sie dürfen nicht trinken. Das ist ein Grundbedürfnis. Und dann dürfen sie auch nicht auf Toilette gehen, wenn sie auf Toilette gehen müssen. Es wird ihnen nicht erlaubt, auf die Toilette zu gehen. Also ernsthaft, wir reden hier über Persönlichkeitsrechte, wir reden über Grundbedürfnisse, wir reden über Menschenrechte. Das ist doch, dass ich das überhaupt sagen muss. Wirklich.
Also ganz ehrlich, es wird heute kein Kinder sind auch Menschen Funny Song hier geben, weil ich wirklich ehrlich zu angepisst bin. Ich bin sehr angepisst. Das wird ein sehr rantiger Podcast heute. Ich kann es nicht anders sagen. Das wird eine harte Kiste hier für uns alle, aber da müssen wir durch.
Da müssen wir durch, weil wir uns das fucking Schulsystem angucken müssen. Und wenn ihr jetzt denkt, meine Güte, An welchen grausigen Schulen sind denn die armen, armen Kinder von Almut, dass die da nicht trinken dürfen? Leute, ich rede hier nicht konkret über die Schulen meiner Kinder. Übrigens sind das auch unterschiedliche und mehrere gewesen.
Also eins meiner Kinder war auf einer Montessori-Grundschule, mein anderes Kind auf einer Regelgrundschule. Mittlerweile ist meine älteste Tochter auf dem Gymnasium. Also das sind ja allein auch schon mehrere Schulen. Sondern es geht vor allem darum, dass ich seit über zehn Jahren als Familienberaterin tätig bin und Deswegen seit einem Jahrzehnt auch Eltern mit Schulkindern begleite.
Ich habe einen sehr realistischen Einblick in Grundschulen. Gut, Berliner Grundschulen, aber ich glaube, dass sich das gar nicht so extrem unterscheidet, aber das dürft ihr mir gerne auch noch kommentieren oder sagen, wenn ihr das Gefühl habt. Nee, bei uns hier in diesem Bundesland komplett anders. Dann freue ich mich, wenn es positiv anders ist. Und um es auch gleich vorwegzunehmen, es geht hier wirklich nicht um LehrerInnen-Bashing. Gar nicht.
Diese Berufsgruppe hat mit den höchsten Risikofaktor, was Burnout angeht. Ja, völlig zu Recht. Ich glaube, das muss man niemandem erklären, warum das so ist. Und um es ganz kurz zu sagen, weil sie auch an diesem Schulsystem scheitern. Und deswegen müssen wir da heute drüber reden. Wir kommen da nicht drum herum, Leute, wirklich.
Und ja, klar, wir können über das Verhalten einzelner Lehrkräfte sprechen. Müssen wir vielleicht auch. Aber solange das Schulsystem selbst veraltet, ungerecht und auf Druck, Bewertung und Anpassung aufgebaut ist, behandeln wir Symptome statt Ursachen. Und deswegen kein Lehrerin-Bashing, keine Sorge, falls mir jetzt hier Lehrkräfte zuhören und denken, oh je, ich schalte mal direkt ab. Nee, es geht um das gute alte Schulsystem. Und alt ist schon das erste Stichwort. Es kann ja nicht sein, dass an den allermeisten Schulen immer noch Frontalunterricht stattfindet. Seit es Schule gibt, wird Frontalunterricht gemacht. Das ist lange, lange her.
Diese 45 Minuten Blöcke, 45 Minuten Sachkunde, 45 Minuten Deutsch, 45 Minuten Mathe, die stammen aus Preußen. Leute, zieht euch das rein. Unser Notensystem, ja, also Note 1, sehr gut, bis 6, die ist von 1938. Also, wie? Wie können wir das seitdem nicht verändert haben? Und überhaupt auch diese ganze, wie soll ich sagen, fast schon Wissenschaftsfeindlichkeit, dass wir doch mittlerweile so viel wissen.
Ich rede hier nicht von Meinung, sondern von Erkenntnissen und trotzdem zieht es nicht ein. Also zum Beispiel, warum müssen Teenager immer noch um 8 Uhr morgens in der Schule sitzen, wo wir wissen, dass sich der Schlaf-Wach-Rhythmus verschiebt? Und die allermeisten einfach um 8 Uhr morgens nicht in der Lage sind, aufnahmefähig zu sein, geschweige denn leistungsfähig.
Aber es ist uns einfach egal. Und zwar warum? Ja, haben wir ja immer schon so gemacht. Das ist das Prinzip. Versteht ihr? Ich check das einfach nicht. Jetzt gucken wir uns das Notensystem mal an. Also, dass wir überhaupt Noten vergeben. ist schon so crazy, ja? Weil wir benutzen ja das Prinzip der Bewertung als Druckmittel.
Und dann behaupten wir auch noch, es sei fair, es sei irgendwie gerecht. Dabei sind Noten ausschließlich ein Zeichen von Vergleich und deswegen auch von Selektion. Das ist doch kein Lerninstrument. Und auch da, Leute, wo wir gerade beim Thema Wissenschaftsfeindlichkeit sind, es gibt so klare Studien dazu, dass Noten eben gar nicht so objektiv sind, wie wir glauben, sondern hart subjektiv. Also es gibt Studien, die ganz klar belegen, dass die Arbeit eines Mohammeds schlechter bewertet wird, als dieselbe Arbeit von einem Ben oder einem Justus. Und daran sieht man schon, es ist einfach nicht fair. Die Kinder lernen ausschließlich auf diese eine Note zu gucken. Da wird gar nicht in Relation
gesetzt, von wo die kommen. Ja, also es ist dieselbe Arbeit, die benotet wird, egal von welchem Startpunkt aus diese Kinder gestartet sind. Und da sieht man wieder diesen Punkt, den ich ja auch schon in einem anderen Podcast zum Thema Geschwisterkinder hatte. Gerecht bedeutet nicht gleich. So, aber bei den Noten machen wir ja alles gleich.
Wir sharen die alle über einen Kamm. Und wie gesagt, das ist von 1938. Haben wir seitdem nichts gelernt? Ist das wirklich immer noch eine gute Idee? Und die Kinder gucken dann auf diesen Notenspiegel, die sehen diese Note unter ihrer Arbeit und es wird gar nicht anerkannt, wie viel Mühe da drin steckt, wie viel Leistung da drin steckt. Und ein Kind, das eine 4 bekommt, hat teilweise viel länger und härter gelernt als ein Kind, das eine 1 hat. Weil es ganz andere Startvoraussetzungen hat, als auch einfach natürlich Situationen zu Hause, ja? Werden die unterstützt oder nicht? Wird da mit denen gelernt oder nicht? Wird diese Sprache, die in der Schule gesprochen wird, zu Hause gesprochen?
Und so weiter und so fort. Aber ja, Noten sind fair. Genau. Für'n Arsch. So, ich muss kurz durchatmen zwischen den Themen, merkt ihr? Leute, wir trinken kurz was gemeinsam. Kommt, ihr, ihr auch, ich auch. Wisst ihr was? Bei hier im Podcast, hier darf getrunken werden im Gegensatz zum Schulsystem. Da darf nicht getrunken werden, wenn man Durst hat. So, hier.
Hm. Besser. Jetzt geht es um das Thema Belohnungs- und Bestrafungssysteme. Ich rede von Ampelsystemen. In den allermeisten Grundschulen gibt es Ampeln, Verhaltensampeln. Das heißt, es gibt da den roten Bereich und den gelben Bereich und den grünen Bereich. Und da werden dann zum Beispiel mit so Wäscheklammern, wo die Namen der Kinder draufstehen, wird das so angepinnt.
Manche Klassen haben auch Fotos der Kinder, die dann da so raufgeklebt werden und so weiter. Also auch da sind wir wieder bei Lernen über äußere Kontrolle. Also das ist ja ein reines extrinsisches Bestrafungssystem, das oft intrinsisch mit den Kindern gar nichts macht. Ja, also herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.
Jetzt gucken wir uns mal kurz an, was das mit den Kindern macht, wenn die so auf rot wandern, weil sie reingerufen haben, gekippelt haben, nicht den Deutschhefter rausgepackt haben, als die Lehrkraft gesagt hat, bitte Deutschhefter rauspacken, die gequatscht haben, was weiß ich. So, wenn ich dieses Kind jetzt erst auf sechs setze, guck mal, da macht es mein Kopf schon, erst auf gelb setze und sage, obacht, liebes Kind, obacht, verhalte dich jetzt gut und aber dann zum Beispiel auch gar nicht erkläre, was das heißt.
Was heißt denn gutes Verhalten? Eigentlich müsste ich ja sagen, bitte zeig angepasstes Verhalten, aber die Ehrlichkeit bringen die meisten Lehrkräfte verständlicherweise auch nicht. Das heißt, irgendwann wandert das Kind dann auf Rot, weil es ist nicht konzentriert, es quatscht immer noch, es hat die Frechheit auf Toilette zu gehen, was immer.
Was passiert dann? Dieses Kind wandert dann auf Rot. Das heißt, es wird vor allem beschämt und zwar öffentlich für alle Menschen in diesem Raum einsichtbar. Also einsehbar. Da sind wir wieder beim Thema Persönlichkeitsrechte. Seht ihr hier, es bezieht sich alles immer aufeinander. So, das ist einfach Beschämung. Und wisst ihr, was Beschämung mit sich bringt? Das kann in zwei Richtungen gehen. Entweder es führt zu Wut und Aggression, verständlicherweise. Wir haben an den Grundschulen ein großes Thema mit Aggression, möchte ich mal kurz sagen.
Und dann fragen wir uns immer, woher kommt's denn? Dann kommt's immer, ja, die Kinder sitzen zu viel vor ihren Videos und Tablets. Ja, das ist auch ein Thema, das man sich angucken kann, könnte aber auch daran liegen, dass diese Kinder permanent öffentlich beschämt werden und das macht wütend. Die Kinder, die nicht Wut als Reaktion zeigen, die zeigen Beschämung und das führt zu Angst. Und ich muss euch nicht erklären, wie viele Grundschulkinder schon mit dem Thema psychosomatische Erscheinungen zu kämpfen haben.
Ich sag nur Bauchschmerzen. Keiner weiß, woher es kommt. Ja, vielleicht zum Beispiel von Ampelsystemen. Und der Punkt, der mich daran übrigens mit am meisten wütend macht, ist, es wird die fucking Selbsterzählung dieses Kindes. Denn jetzt mal ganz ehrlich, wenn mir hier LehrerInnen zuhören, und ich habe übrigens selber auch in der Grundschule gearbeitet, über ein Jahr lang, es sind sehr häufig die gleichen Kinder wie auf Roth. Und was macht das mit der Selbsterzählung? Diese Kinder labeln sich doch selber durch dieses Label. Ich bin derjenige, der immer stört, der sich nie an die Regeln hält, der Querulant und so weiter, das bin ich. Und diese Ampelsysteme verschärfen das doch extrem, weil es ja richtig sichtbar ist.
Und übrigens auch sichtbar für alle anderen Lehrkräfte. Also, wenn du in der ersten Stunde dann auf Rot wanderst und danach hast du Sachkunde bei einem anderen Lehrer oder danach Sport, wobei Sport ist in einem Raum, und danach Musik oder so, alle Lehrkräfte sehen das ja dann direkt und wissen gleich, ah ja, ähm, keine Ahnung, der Marc, der ist heute schwierig, alles klar. haben sie dieses Label als auch dann die Brille auf. So, das heißt, Marc wird es bei Ihnen einfach auch direkt schwerer haben, sich kooperativ und angepasst zu verhalten. Das ist doch fürchterlich.
Und Leute, dieser Podcast heißt Kinder sind auch Menschen. Das finde ich beim Thema Belohnungs- und Bestrafungssysteme echt nochmal einen wichtigen Punkt, ja? Weil stellt euch doch mal vor, wir würden ein Ampelsystem in Büros einführen. Oder bleiben wir doch im Thema Schule ins Lehrerzimmer. Stellt euch mal vor, es gäbe das für die Lehrkräfte im Lehrerzimmer.
Das würde nicht funktionieren, weil es beschämend ist und weil es einfach die Persönlichkeitsrechte angreift. Ja, mehr muss ich nicht sagen. Das ist überraschenderweise für Kinder auch so, weil Kinder sind auch Menschen. Und dass wir diese Grundstruktur haben von 45 Minuten Blöcken. Das ist also erstens uralt, habe ich ja schon im Intro gesagt.
Und zum anderen, ach da wieder, wissen wir, dass es nicht lernförderlich ist. Also dieser starre Takt passt überhaupt nicht zu echter Vertiefung. Übrigens auch echt jetzt nochmal ein Thema für neurodivergente Kinder, die Aufmerksamkeitsproblematiken haben. Wenn die sich richtig rein nerden und da gerade voll tief drin sind, dann sind 45 Minuten zu kurz. Viel zu kurz.
Also es ist da überhaupt kein Spielraum. Und da sehen wir ja, selbst die Lernzeit braucht da wieder Anpassung. Also wir brauchen Differenzierung. Und ja, ich weiß, dass Differenzierung anstrengend ist, wirklich. Also auch hier nochmal an die Lehrkräfte, die mir zuhören. Wir als Eltern sind ja schon, ehrlich gesagt, nahezu jeden Tag überfordert damit, unser Leben, unseren Alltag anzupassen an unsere eins, zwei, drei, vier Kinder.
Ja, schon das ist überfordernd. Und ich weiß, dass ihr vor diesen 30 SchülerInnen sitzt und denkt, Wie soll das gehen? Ich habe eine erste Klasse, da sitzen Kinder, die nie in der Kita waren, die kein Wort Deutsch sprechen und andere Kinder, die schon lesen und schreiben können auf dem Niveau der zweiten Klasse. Und wie soll man das gemeinsam hinkriegen? Ja, aber halt natürlich nicht mit Frontalunterricht zum Beispiel.
Also, wenn wir Differenzierung einziehen lassen, dann müssen wir das im ganzen System einziehen lassen. Und wir können Rückmeldeschleifen einführen, wir können Rhythmisierung einführen und so weiter. Aber ich glaube, das mache ich nochmal als eigenes Thema. Wie kann Schule gut gelingen? Das lasse ich heute mal raus.
Wir bleiben heute mal eher noch beim Umranden, oder? Ja, so, das ist doch die Basis von allem, oder? Also, das heißt auch dieser 45-Minuten-Block. Der dient vor allem dem System und nicht dem Kind. Und das ist problematisch, weil wir sollten es ja andersrum anpacken, oder? Das wäre doch eine smarte Idee eigentlich. Und beim Thema Hausaufgaben ist es übrigens exakt genauso. Das ist, liebe Leute, eins meiner Hassthemen Nummer eins. Und da kann ich jetzt wirklich auch meinen individuellen Blick hier nicht rauslassen.
Da verlasse ich mal ganz kurz die professionelle pädagogische Ebene. Ich hasse es, Hausaufgaben mit meinen Kindern zu machen. Wirklich. Es gibt kaum etwas, was mich in meiner Mutterschaft so wütet. Es ist so fürchterlich. Und wisst ihr was? Zu Recht. Denn ich bin deren Mutter. Ich bin nicht ihre Lehrerin. Wirklich nicht.
Das ist eine Belastung. Und das ist jetzt übrigens nicht nur meine individuelle Meinung. Es gibt ganz spannende PISA-Begleitforschungen dazu. Und diese Forschungsergebnisse zeigen, dass es eine Hauptquelle, Hauptquelle, Leute, hört ihr die Ausrufezeichen? Hausaufgaben sind eine Hauptquelle für Stress und Konflikte in Familien.
Jana, herzlichen Glückwunsch. Da kommt das Kind. überlastet, ja, aus der Schule raus, ist überreizt, ist am Ende der Kräfte, ja, hat so viel kooperieren und sich anpassen müssen und kommt nach Hause und da geht's weiter. Da ist ja kein Feierabend. Da darf kurz Pause gemacht werden, hier ein Snackteller und dann geht's nochmal los an Hausaufgaben und morgen ist übrigens auch eine Mathearbeit und wir müssen lernen. Und das muss ich begleiten.
Ich als Mutter. Und das will ich nicht. Ey, Leute, ich weiß nicht, ob ihr schon ältere Kinder habt, die in der Corona-Zeit schon Schulkinder waren. Ich schon. Wirklich, wir haben uns das so schön gemacht. Und ich hab da so jeden fucking Tag gemerkt, wie privilegiert wir hier sind, ja? Aber da war ich einfach Lehrerin, jeden Tag.
Und ich hab ... Ich will das nicht. Ich will doch Mutter sein, ja? Und dann kommt beim Thema Hausaufgaben ja noch dazu, dass Hausaufgaben massiv ... die Ungleichheit verstärken. Also das ist doch wirklich nicht bei jedem Kind so, dass das Zuhause eine ruhige Arbeitsatmosphäre hat. Überhaupt auch schon einen Arbeitsplatz haben viele Kinder nicht.
Dass die Menschen zuhause unterstützen, ja, große Geschwister, Mutter, Vater, andere Bezugspersonen, dass da begleitet und unterstützt wird, dass erklärt wird, Das gibt es doch in ganz vielen Familien nicht. Das bedeutet, die Frage, ob Kinder Hausaufgaben machen und dabei was lernen, hat massivst mit Privilegien und mit Herkunft und mit dem Zuhause zu tun. Und das ist doch so, so unterschiedlich bei den Kindern. Und auch da, warum mich das so massiv anpisst, Leute, ja, das ist ja der Klassiker von Ja, aber Hausaufgaben haben wir halt immer schon gemacht.
Und das ist halt so, das vertieft doch. Ja, da sind wir wieder beim Thema. Lass uns doch mal die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu angucken. Denn es gibt Meta-Analysen. Meta-Analysen, Leute, okay? Und die zeigen ganz klar, dass der Zusammenhang mit schulischen Leistungen, der ist so gering, ist nicht nachweisbar. Okay, Hausaufgaben können wir uns einfach sparen. Das können wir einfach lassen und das entlastet die Familien. Und auch da muss ich nochmal sagen, kennt ihr die Zahlen? Kennt ihr die Zahlen, wie viele Grundschulkinder und auch Kinder auf Oberstufen massiv psychisch belastet sind? Und wir reden immer nur darüber, ja TikTok, TikTok, wir müssen Smartphones verbieten bis 16 und
so weiter. Ja, das dürfen wir uns auch angucken, aber wir müssen über den Stress und den Druck in Schulen sprechen und dann geht der Stress und der Druck zu Hause einfach weiter. Er geht einfach weiter, wegen der ganzen Hausaufgaben. Das darf doch so nicht sein. Wirklich. Es macht mich wütend, Leute, wie ihr vielleicht merkt. Unsere Kinder sind massiv belastet. Die entwickeln psychische Probleme. Die haben so viel Stress und Druck. Und das haben sie dann den ganzen Vormittag und Mittag und teilweise auch Nachmittag über, weil es gibt ja viele Ganztagsschulen.
Und dann zu Hause auch noch. Ja, what could possibly go wrong? Ja, kann ich mir gar nicht vorstellen. Und jetzt natürlich auch nochmal das Thema Arbeiten und Tests schreiben. Das Thema Testangst, ja, also das ist auch da laut Studien ganz klar, dass es konsistent zusammenhängt mit schlechten Leistungen. Testangst, ja, logischerweise.
Auch da wieder Selbsterzählung. Ich kann das eh nicht. Ich krieg das nicht hin. Ich hab immer Blackouts. Ich kann das alles nicht abrufen, ja. Warum sind all unsere Arbeiten immer noch so sehr auf auswendig lernen basierend? Auswendig lernen? Also ich meine, alle wir hier, die wir erwachsen sind, die wir das gerade hören, wir wissen genau, wie nachhaltig das ist.
Also ich hatte jahrelang Französisch und ich kann davon so gut wie gar nichts mehr. Herzlichen Glückwunsch an der Stelle. Chemie, Physik. gar nichts, weiß ich einfach nicht mehr, weil es war für mein restliches Leben irrelevant, obwohl mein Physiklehrer immer behauptet hat, das braucht ihr, das braucht ihr total in eurem Alltag. Nein, nein, brauche ich nicht, ist einfach nicht richtig. Und wisst ihr was, was ich vielleicht doch brauche? Da frage ich eine KI.
So, und deswegen auch das, ne? Das ganze Thema KI, überhaupt nicht eingezogen in die Schule. Meinem Kind, das auf dem Gymnasium ist, wird jetzt immer gesagt bei bestimmten Arbeiten, die sie zu Hause machen müssen, Aber bitte nicht KI benutzen. So wie man bei uns immer gesagt hat, aber nicht Wikipedia benutzen. Haben wir alle Wikipedia benutzt? Ja.
Benutzen unsere Kinder alle KI? Ja. Das heißt, es muss sich verändern, wie wir das machen, okay? So, und ich verstehe das Prinzip, dass man arbeiten oder Test schreiben muss. Absolut. Und zwar warum? Weil es ja darum geht, zu merken, haben die Kinder das, was ich vermitteln will, gelernt? Wurde das verstanden? Haben die das gelernt?
Und deswegen, lasst uns doch Arbeiten und Tests und so Lärmerfolgskontrollen, wie auch immer wir die jetzt alle fancy nennen, lasst uns die doch eher als Datenquellen sehen, ja? Also Fehler als Datenquelle. Also was klappt noch nicht? Was ist offensichtlich bei diesem Kind noch nicht angekommen? Oder was habe ich offensichtlich noch nicht so transportiert, dass es verstanden wird?
Denn es geht ja um Wissensvermittlung, okay? Und dann hätten auch diese einzelnen Noten von diesen Tests und so gar nicht so eine Beschämungsnote, so ein Druck. Das wäre alles weg, wenn es nur darum geht herauszubekommen, hat das Kind das verstanden? Und ich kenne übrigens auch Lehrkräfte, die lassen Tests mehrfach nochmal schreiben.
Damit die Kinder diese Testangst nicht entwickeln, damit der Druck rauskommt von diesem, du musst es jetzt abrufen, wenn du es jetzt nicht abrufst, verkackst du deine komplette Note, mit der du dich vielleicht dann später für die integrierte Sekundarschule oder, keine Ahnung, die Gesamtschule oder das Gymnasium bewerben willst. Also ich meine, wie soll denn das gehen? Sondern es gibt Lehrkräfte, die wiederholen Tests, weil sie den Kindern die Möglichkeit geben, zu sehen, schau mal hier, diesen Bereich hast du offensichtlich noch nicht verstanden, wir gucken uns den nochmal an.
Oder liest nochmal das oder schau da nochmal an und übermorgen schreibst du den Test nochmal. Das ist doch fair, Leute! Das ist doch einfach nur gerecht und ganz ehrlich, im Arbeitsleben läuft es doch übrigens ganz oft genauso. Ich verstehe es nicht. Also und dann auch insgesamt müssen wir nochmal sagen, Differenzierte Rückmeldungen sind so viel sinnvoller, als hier ist die Mathearbeit für alle und dann kommt drunter die Note. Ja, das ist total nachhaltig, was Kinder da lernen. Stark.
Und auch da wisst ihr, dass Kinder gar keine Pause haben. Gar keine Pause. Ich hab's ja eben schon gesagt beim Thema Hausaufgaben und so, ne? Aber Kinder dürfen auch nicht krank sein. Wenn Kinder krank sind, ne? Wir haben ja gerade Dezember. Ihr habt bestimmt einige kranke Kinder zu Hause. Dann müssen die das alles nacharbeiten.
Dann sagen die Lehrkräfte, alles klar, das Kind war zwei Tage nicht da. Hier in Mathe Seite 20 bis 25 gerne, Sachkunde Seite 2 bis 8. Und in Deutsch gerne noch hier diesen Text lesen, sind nur vier, fünf Seiten. So, das hat das Kind bitte nachgearbeitet, bis es dann wieder da ist. Das Kind ist krank.
Es ist krank. Das würden wir doch mit erwachsenen Menschen auch nicht machen. Wenn die krank sind, sind die krank. Also, warum muss man sowas überhaupt sagen? Warum muss ich das sagen? Also insgesamt können wir sagen, Schule bewertet Verhalten, nicht Lärm. Und das ist doch echt schwierig. Das ist doch katastrophal schwierig. Wir trinken nochmal.
Leute, hier, wir trinken nochmal. Wir müssen kurz atmen, trinken. Atmen, Leute, atmen. Und jetzt kommt der letzte Teil. Jetzt regen wir uns ein bisschen weniger auf. Ich versuch's, okay? Macht bitte mit. Jetzt, beim letzten Teil dieser Podcast-Folge, möchte ich gerne wegkommen von Achajeminé, unsere armen Kinder. Und wir haben ja auch eine Schulpflicht hier in Deutschland.
Cool. Die Schule wird unsere Kinder kaputt machen. Ich verstehe, dass man in diesen Strudel reingerät, bin der, dann der. Und deswegen möchte ich jetzt einen Fokus darauf legen, was können wir denn tun, um unser Kind möglichst verletzungsfrei und möglichst stabil durch die Schulzeit kommen zu lassen.
Und da habe ich ein paar Ideen für euch, okay? Das erste Ding ist, ihr seid die primären Bindungspersonen für eure Kinder. Das heißt, eure Haltung ist ein Game Changer. Also bitte verinnerlicht die Haltung und transportiert ihr auch eurem Kind, dass Schule oder auch Noten nicht den Wert eures Kindes sind.
Der Wert eures Kindes ist komplett vom Thema Schule unabhängig. Das ist so wichtig, weil das in der Schule eben oft ganz anders rüberkommt bei den Kindern. Und die spüren sehr, wie wir zu Hause auf Noten Und um nochmal das Thema Trinken aufzugreifen. Schön, wie sich das hier durchzieht. Wir dürfen unserem Kind innere Sätze mitgeben, die helfen, diese Ungerechtigkeit aushalten zu können. Ihr könnt eurem Kind zum Beispiel sagen, wenn ich nicht trinken darf, dann weiß ich trotzdem, ich dürfte eigentlich. Das sind Sachen, die haben Auswirkungen auf euer Kind. Und auch zum Beispiel, wenn, keine Ahnung, euer Kind hat heute Mathe geschrieben, zum Beispiel wie meins. Deswegen stecke ich da auch ganz
akut gerade in dem Thema drin. Ich werde mein Kind heute nicht abholen und fragen, und wie lief Mathe? Weil damit fokussiere ich mich ja komplett auf diese Leistungsliste. Sondern ich werde einfach nach dem Schultag erst mal fragen. Ich werde fragen, na, mein Schatz, wo bist du gerade bei deiner Energieampel?
Energieampel übrigens viel besser als Verhaltensampel. So, wie geht's dir? Bist du angestrengt? Wie leicht oder wie anstrengend war heute der Tag? Also es geht um das ganz Insgesamte. Und wenn ich nach Mathe frage, dann frage ich, wie ging's dir in der Mathearbeit? Konntest du dich konzentrieren?
Wie hast du dich gefühlt? Hattest du das Gefühl, du konntest abrufen, was du weißt? Warst du sehr angespannt? Warst du verunsichert? Wie ging's deinem Kopf dabei? Eher so war's statt und wie war Mathe? Dann auch eine Sache, wo wir wirklich als Familie viel verändern können, ist, in der Schule ist so viel Anpassung und so viel Kooperation gefragt, dass ich drumherum schauen kann, dass ich unser Leben und unseren Alltag so gestalte, dass mein Kind nicht schon, wenn es morgens in die Schule geht, all die Kooperation aufgebraucht hat für den Tag.
Also wie viel muss mein Kind funktionieren schon vor der Schule? Kann ich meinem Kind zum Beispiel, kann ich das ein bisschen betüdeln, liebevoll wecken, helfen anzuziehen, auch wenn es schon groß ist und sich anziehen kann. Also wisst ihr, ich kann auch einen Kaffee selber machen und trotzdem finde ich das ja nur schön, wenn mein Mann mir den Kaffee ans Bett bringt, versteht ihr? Ich kann das schon, also ich kriege das hin, aber es ist eben schön.
Schulranzen packen und so weiter. Also, wo kann ich Stress rausnehmen? Damit mein Kind einfach noch mit einem möglichst vollen Akku, mit möglichst viel Kapazität überhaupt in die Schule startet. Und genauso nach der Schule, ja? Ob ich sofort mein Kind sage, so und jetzt ab an die Hausaufgaben. Ob mein Kind dann noch ganz viel Arbeit hat hier im Haushalt, ja?
Aufräumen und so weiter. Jeden Tag irgendein Hobby, ne? Also auch da wirklich abwägen. Was gibt Kraft und was zieht Kraft, so? Und da sind die Antworten übrigens sehr, sehr individuell drauf. Das würde ich mal angucken. Wie viel muss mein Kind funktionieren um Schule drum herum? Wo können wir da Anpassung sparen, Kooperationsfähigkeiten einsparen, damit mein Kind Kraft hat, das in der Schule noch auszugeben? Und auch ein weiterer Aspekt ist, hat mein Kind andere Räume, hat mein Kind eine andere Peergroup zusätzlich noch zur Schule.
Also sowas wie Vereine, Hobbys oder aber auch FreundInnen außerhalb der Schule. Auch das ist wirklich ein Schutzraum. Übrigens auch online. Also auch online-Communities und FreundInnen sind genauso wertvoll. Das kann ein ganz großartiger Schutzraum sein. Oder auch Kirchen und Gemeinden. Also gibt es irgendetwas, was mein Kind auch hat, wo es auch eine andere Rolle haben darf? Damit nicht alles so Schule ist.
Schule verschluckt so viel. Und das ist vielleicht noch so der letzte Punkt. Auch wirklich Sprache als Schutzschild benutzen. Ja, dem Kind immer wieder sagen, mein Schatz, Schule ist nur Schule. Ja, also Schule ist nur ein Puzzlestück von deinem ganzen Leben. Von deinem ganzen Leben, nur ein Puzzlestück. Und wenn euer Kind schon da viel verinnerlicht hat von dieser ganzen Scheiße, die es so hört, ja, und erlebt. Wenn euer Kind zum Beispiel sagt, ich bin zu langsam, dann könntet ihr sagen, ja, du arbeitest gern gründlich und überlegt.
Zum Beispiel, wenn euer Kind sagt, ich bin faul, klassische Erzählung, sobald euer Kind in die Schule kommt, dann könntet ihr sagen, ja, dein Gehirn braucht Sinn, der Aufgabe, oder dein Gehirn braucht mehr Pause, oder ja, dein Gehirn braucht eine Anfangsstarthilfe. Wie könnte denn das aussehen? Und natürlich auch ein Klassikersatz, den man von Schulkindern viel hört, ist, ich kann das nicht.
Und da brauchst du nur ein kleines Wort, das ihr in diesen Satz reinpackt. Du kannst es doch nicht. Und dann könnt ihr eurem Kind auch zeigen, was das alles doch nicht konnte, jetzt aber kann. Fahrradfahren, schreiben, lesen oder auch viel früher. Du konntest mal nicht laufen und dann bist du losgelaufen und immerhin geplumpst, immerhin geplumpst und bist du wieder aufgestanden.
Und guck mal, wie du jetzt rennen kannst. Das finde ich so wichtig. Und das ist vielleicht auch der Kernsatz, den ich euch jetzt mitgeben möchte. Beziehung ist das Gegengewicht zum System Schule. Es ist die Beziehung, ja? Also solche Sätze wie, du bist gut so, wie du bist. Bei mir musst du nicht funktionieren, bei mir darfst du einfach sein.
Und das ist eine Kernaussage und das spüren eure Kinder und es ist aber auch total wichtig, dass du das hörst. Guck mal, merkt ihr, wie wir hier gemeinsam runtergesurft sind? Puh, das war emotional anstrengend, die Folge für euch auch, ne? Für mich auch. Aber wir sind dem Bogen gut, die Welle, die Welle sind wir gemeinsam runtergesurft.
Danke, dass ihr da mit dabei seid und ich freue mich total über den Austausch mit euch dazu. Ihr könnt mir gerne auf Instagram schreiben, kommentieren, bei YouTube, bei Spotify, überall wo das geht. Meldet euch gerne bei mir und sagt mir, wie es euch mit dem Thema geht. Und wisst ihr was Gutes?
Jetzt sind Weihnachtsferien ganz, ganz bald. Der Countdown läuft und dann haben wir ganz kurz Pause von dem Einfach so, wenn man Durst hat, darf man einfach trinken. Verrückt.