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Shownotes
Warum Loben erst mal ein Fortschritt war
Was ist die Kritik am Loben?
Was kann ich stattdessen sagen?!
Ich bin stolz auf dich vs. Du kannst stolz auf dich sein
Ist Loben nun schlecht oder nicht?! (Fazit)
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Kinder sind Menschen, das ist sonnenklar. Kinder sind Menschen, komisch aber wahr. Kinder sind Menschen, alle rufen Was? Kinder sind Menschen, das ist ja voll krass. Warum habe ich auf die Idee gekommen zu rappen? Warum dachte ich, das wäre eine coole Idee, mal statt einem Lied mit einem Rap in dem Podcast zu starten?
Gut, das machen wir nicht noch mal. Heute, liebe Leute, geht es um das Thema Loben. Das ist ja tatsächlich total spannend, weil in der bindungsorientierten Szene Loben mittlerweile sehr kritisch gesehen wird. Also ich höre das auf Spielplätzen, ich höre das in Elterngruppen, diesen Satz, du weißt aber, man soll sein Kind nicht loben.
Und das ist total interessant, weil das vielerlei Dinge auslöst. Erstmal Interesse, also man hinterfragt das und denkt sich, hä, was, wieso, warum nicht? Also auch irgendwie Irritationen. Ist das nicht eigentlich was Positives? Hä, Loben ist doch was Nettes. Manche Menschen piekst es auch so ein bisschen, vielleicht auch, weil sie es zum Beispiel selber in der Kindheit nicht hatten und das jetzt eigentlich auch voll schön finden, ihr Kind zu loben.
Und dann kommt jemand und sagt so, das sollst du nicht machen. Und das ist auch halt wieder dieses Typische. Ihr kennt das aus unserer Bubble auch. Also bitte das nicht und dieses nicht und jenes nicht und gute Eltern tun dieses nicht und dieses nicht und dann verstehe ich das auch total, dass man irgendwann denkt, ich habe keinen Bock mehr pädagogische Podcasts zu hören oder Menschen auf Instagram zu folgen oder Erziehungsratgeber zu lesen, weil danach denke ich immer, Ah ja cool, ich mache alles falsch.
Gut, dann weiß ich das jetzt wieder, dann kann ich mich jetzt wieder eine Runde schlecht fühlen. So und deswegen gucken wir uns jetzt das Thema aber ein bisschen differenzierter an. Und wir müssen natürlich, wieso oft, das kennt ihr aus meinem Podcast, wir müssen erst mal mit dem Thema Historie anfangen. Also, Weil das ist euch glaube ich völlig klar, dass früher, also in den 50ern, 60ern und so weiter, da wurden Kinder vor allem erzogen durch Autorität, Gehorsam, Strafe, und mit Strafe meine ich physische Strafe, also Schläge und so weiter, als auch psychische Strafen, also Ignorieren, emotionale Distanzierung, Beschimpfung, Degradierung, Beschämung und so weiter.
Und insgesamt gab es einfach Aufmerksamkeit häufig nur bei Fehlverhalten. Also immer wenn das Kind halt irgendwie super nervig war oder irgendwas gemacht hat, was es nicht sollte, dann bekam es Aufmerksamkeit der Eltern. Und das war natürlich dann alles ein großer Prozess und so weiter, aber mit dem Erstarken vom Behaviorismus, das war so in Deutschland, ja 50er, 60er, 70er so, wurde Lob in den Erziehungsratgebern und Schulen und so weiter etabliert.
Also das wurde oft positive Verstärkung genannt. Ja, also da ging es jetzt nicht so sehr darum zu sagen, ach Mensch, die Armen, es wäre doch auch ganz schön, man würde mal nett mit denen reden, sondern es ging tatsächlich auch darum, dass Lob eben steuerbares Verhalten versprach. Also ist ja klar, damit können wir unsere Kinder formen und ihr Verhalten so positiv verstärken, so ein bisschen wie Konditionierung mit Hunden und dadurch steuerbarer machen.
Aber ich finde es so wichtig, sich das einmal historisch anzuschauen, weil Lob nämlich schlichtweg ein Fortschritt war. Lob war der erste Schritt weg von Gewalt. Und heute lernen wir den nächsten Schritt weg von manipulative Bewertung. Und das fasst auch so ein bisschen zusammen, worum es jetzt im Podcast geht, würde ich mal sagen. Übrigens auch kleiner Schwank hier aus meinem Privatleben. Es gibt ein Menschen in meinem Leben, Die ist jetzt schon Richtung 70 Jahre alt und die hat an ihrem Kühlschrank einen Sticker kleben.
Der ist schon sehr, ja, da fehlen so die Ecken und die Enden, der sieht schon sehr verblasst aus und da steht aber drauf, haben sie ihr Kind heute schon gelobt. Weil es eben eine Zeit gab, wo ganz bewusst darauf aufmerksam gemacht wurde, von wegen man kann mit Kindern übrigens auch nett sprechen. Nur so eine Idee, probier es mal aus, give it a try. Aber jetzt natürlich erstmal zu dem Kernthema. Warum gibt es Kritik an Loben?
Und ich versuche jetzt mal so ein bisschen aufzuzählen, woher das kommt. Dass es irgendwann mal auftaucht sozusagen, ja weiß ich nicht, ist Lob wirklich so einfach nur so positiv, wie wir so meinen? Und das sammle ich jetzt mal ein bisschen und danach gucken wir uns das mal an. Also eine Schwierigkeit beim Loben ist, dass Loben automatisch mit einem Machtgefälle einhergeht.
Also das ist, glaube ich, den meisten völlig klar. Lob funktioniert von oben nach unten. Und das provoziert Machtgefälle, das mitschwingt. Also man kann es ja einfach in den Arbeitskontext setzen. Wie oft kommt das vor, dass Mitarbeitende den Chef loben? So, das fänden beide Seiten vielleicht sogar richtig befremdlich, weil Lob ein Machtgefälle ist, von einem Mächtigeren zu einem weniger Mächtigeren.
Und das ist halt dieses Ich, also der Erwachsene, der Machtvolle, bewerte, was gut ist und was nicht. Also ich kategorisiere das und du übernimmst das. Also ich bewerte und du passt dich an. Und in Bezug auf Eltern und Kinder hat das natürlich einen adultistischen Touch. Also man könnte ja auch sagen, ja das Kind darf doch vielleicht auch bewerten.
Also was im Rahmen dieses Alltags oder der Gedankenwelt dieses Kindes gut ist. Und nicht ich, nur weil ich erwachsen bin. Außerdem ist Lob, man könnte vielleicht sagen, so an Leistung geknüpfte Zuneigung. Also wenn ich das und das mache, dann bekomme ich Anerkennung, Aufmerksamkeit und Lob. Oder wenn ich mein Zimmer aufräume, dann werde ich gelobt. Wenn ich das Bild so und so male und danach aufräume, dann werde ich gelobt.
Also es ist eben sehr oft an Leistung geknüpft. Und auch, ich glaube, etwas, was sich viele von uns auch im Erwachsenenalter gut vorstellen können, Lob macht natürlich in einer gewissen Art und Weise auch süchtig oder abhängig. Das klingt jetzt so dramatisch, ich meine das natürlich nicht im Substanzsinne so, aber Es ist schon zu merken, dass die Abwesenheit von Lob als Bestrafung empfunden wird.
Das ist ja ganz klar. Wenn ich immer lobe, wenn mein Kind irgendwie mir hilft, nach dem Abendbrotessen den Tisch abzuräumen und ich lobe mein Kind jedes Mal und dann höre ich irgendwann damit auf, weil ich es als selbstverständlich annehme oder weil ich es einfach vergesse, weil ich gerade im Gespräch bin oder so weiter. Und dann wird diese Abwesenheit von Lob eine Bestrafung wahrgenommen.
Das ist auch tatsächlich etwas, was ich viel in Gesprächen mit Erwachsenen erlebe, dass die sagen, Alter, es ist so fürchterlich, wie sehr ich um wie sehr ich dieses Lob brauche von meinen Mitmenschen, von meinem Chef, meiner Chefin und so weiter. Also wir sehnen uns richtig danach. Und deswegen hat das natürlich sowas eben auch vom Behaviorismus so ein bisschen was von Butterbrot und Peitsche. Also Lob als eine Art versteckte Kontrolle. Also ich steuere das Verhalten über Lob. Ich sage, das hast du gut gemacht, toll, toll, toll, toll. Jetzt fühlen wir uns alle super deswegen und so. Und das hast du aber auch nicht gut gemacht. Und also diese diese Diskrepanz dazwischen. Und jetzt schauen wir uns
natürlich mal wieder ein bisschen was an. Was sagt denn die Forschung eigentlich dazu? Das finde ich ja auch bei jedem Thema ein total spannender Punkt. Und da können wir relativ klar sagen aus der Forschung, dass Belohnung und kontrollierte lobende Rückmeldung die intrinsische Motivation senken.
Ja, also Meta-Analysen zeigen, dass Belohnung langfristig das Interesse verschleißen. Also sowas wie Kreativität, Selbstwert, Wohlbefinden und so weiter. Das verschlechtert sich. Und das ist eben auch so ein Ding. Also es stumpft so ein bisschen ab. Und wenn wir etwas möchten, dann ist es natürlich dieses, dass das Kind intrinsisch motiviert ist. Keine Ahnung, mitzuhelfen, freundlich zu sein, eine Freude an dem und dem und dem zu haben.
Und wenn wir aber all das immer mit Lob versehen oder mit Belohnung. Belohnungssysteme ist ja auch ein riesiges Thema. Dann arbeitet ja mein Kind eher für die Bewertung und nicht für die Freude an der Tätigkeit. Und wir wollen es ja genau andersrum. Also Lob ist problematisch, wenn es als Steuerung im Machtgefälle genutzt wird und statt als echte persönliche Resonanz.
So, das klingt jetzt natürlich so ein bisschen, ja weiß ich nicht, so ein bisschen hochgegriffen und geschwollen und so weiter. Deswegen machen wir das doch jetzt mal ganz, ganz konkret. Weil ich kenne das ja von mir selber. Ich erkenne irgendwie was von wegen, ah, das möchte ich gerne weniger machen oder so, oder ah, okay, das ist daran schwierig, so will ich nicht mehr sein, das von meinen Eltern lege ich ab. Und dann ist ja immer die Frage, und was ist jetzt die Alternative?
Ich weiß, was ich nicht will, aber ich weiß ja gar nicht so richtig, was anstelle dessen. Weil wir haben jetzt gehört, was ist kritisch an Lob? Warum dürfen wir uns Lob kritisch angucken? Und trotzdem ist ja das Gegenstück dazu nicht keinerlei Wertschätzung und Anerkennung. Also echte Wertschätzung, gemeinsames Freuen ist ja super wichtig. Und jetzt schauen wir uns mal an, was ist echte Wertschätzung und gemeinsames Freuen und Anerkennung und was ist Loben? Ich versuche mal ein paar Beispiele zu machen. Die hätte ich mir jetzt natürlich auch schon früher überlegen können, aber gut, wir improvisieren die jetzt zusammen, okay?
Also etwas, was ich mehrmals die Woche beobachte in dem Familienzentrum, in dem ich arbeite. Da gibt es ein ganz tolles Außengelände mit vielerlei Spielgeräten und so weiter und da gibt es ein ganz großes, hohes, tolles Klettergerüst. Und ich erlebe das mehrfach, dass ein Kind dort hochklettert und das ist hoch und man muss sich das echt ein bisschen erkämpfen.
Da gibt es nämlich keine Stufen, die man hochgehen kann wie bei einer Treppe, sondern man muss das erklimmen. Und dann steht dieses Kind da oben und ruft, Mama, guck mal! Und das finde ich so ein tolles Beispiel, weil das Kind brüllt nicht runter, Mama, bewerte mal. Das Kind sagt, Mama, guck mal. Also Mama, freue dich mit. Das heißt, wir könnten da ganz wunderbar antworten. Ja, ich sehe dich.
Du bist ja ganz oben. Zum ersten Mal. Ihr merkt schon, Mimik. Also gut, die Mimik konntet ihr nicht sehen. Wow, gut. Nächste Woche Video-Podcast. Naja, auf keinen Fall. Wenn ihr wüsstet, wie ich angezogen bin, Leute. Tonfall. Also, ich hab da nicht gelobt. Ich hab nicht gesagt, toll gemacht oder so.
Ich hab auch nicht gesagt, boah, wie mutig du bist. Weil vielleicht hat das Kind sich dabei gar nicht so mutig gefühlt oder so. Ich hab eigentlich nur gesagt, was ich sehe. Ich habe Anerkennung verbalisiert. Ich hab verbalisiert, warum das Kind sich so freut und ich freue mich mit. Ja, oder auch so ein typisches Ding, das Kind malt ein Bild, ja, und das habt ihr bestimmt alle schon mal gehört, dass ich da nicht sage, tolles Bild oder fein gemalt oder so, fein ist auch so ein Ding aus der Hundesprache irgendwie, sondern ich schenke meinem Kind statt Lob eben Aufmerksamkeit zu diesem Bild. Es ist ja auch oft viel schneller gemacht, das Bild zu nehmen und zu sagen, ja, ja, schön, toll, toll, toll, toll, toll und dann weiter zu machen,
was wir so machen. Und ganz ehrlich, das ist auch realistische Elternschaft. Ich kann nicht rund um die Uhr, wenn mein Kind bei mir ist, die ganze Zeit immer bei jedem Pups, was es sagt oder mir in die Hand drückt, sofort alles stehen und liegen lassen, meine Hände an die Schultern des Kindes fassen und mit groß aufgerissenen, begeisterten Augen sagen, Ja mein Schatz, so das ist ja super unrealistisch und das empfehle ich euch auch nicht, das ist ja Quatsch, das brauchen Kinder übrigens auch nicht. Aber wenn es jetzt um diese Bildmalsituation geht und ich möchte wirklich irgendetwas Anerkennendes dazu sagen, dann ist es immer schön einfach eine Brücke zu bauen und dann entweder sowas zu sagen wie Du
hast ein Frühlingsbild gemalt. Ja, Mann, ich freue mich auch so doll auf den Frühling, jetzt wo draußen alles so kalt ist und gar keine Pflanzen wachsen. Also einfach ein bisschen Aufmerksamkeit dem Kind schenken und vielleicht auch Fragen stellen zu dem Bild oder so. Oh, was hast du gemalt? Zerkehrer. Und das wird als ganz doll liebevoll empfunden, auch wenn man nicht das Bild bewertet, sozusagen. Und was ich auch so schön finde, sind so Rückmeldungen dem Kind gegenüber, wo ich so dankbar bin, dass dieses Kind in meinem System drin ist, in meinem Familiensystem. Und wo ich dem Kind auch Wirksamkeit zugestehe für unser Familiensystem.
Also, dass ich zum Beispiel, angenommen, ich habe jetzt eben zwei Kinder und, keine Ahnung, ich wickel jetzt gerade das Baby oder so und mein größeres Kind ruft Mama. Ja, können wir bitte ein Buch lesen? Und so, ihr kennt das. So, und dann bitte ich kurz darum zu warten und so weiter, wickele zu Ende und dann kann ich zurückkommen und sagen, danke, dass du eben gewartet hast, ich weiß, dass das ganz schön schwierig war.
Zum Beispiel. Und I know, jetzt werden natürlich spitzfindige Geister sagen, ja, aber Albert Camon, das ist doch auch Lob und das ist doch auch manipulativ gemeint. Ja und nein. Also ich finde, es kommt tatsächlich auf die Art der Formulierung an. Ich finde tatsächlich ein Unterschied, ob ich sage, du hast toll gewartet oder ob ich sage, danke, dass du gewartet hast.
Weil das eine ist eben dieses platte Bewerten und das andere ist Selbstwirksamkeit schaffen für das System. Also dass sozusagen die Anstrengung des Kindes gesehen wurde und ich mich einfach bedanke und auch sage, das hat mir gerade echt geholfen. Oder irgendwie auch, danke, dass du das übernommen hast und so, jetzt habe ich weniger Arbeit und so. Und diese Selbstwirksamkeit ist so toll. Und das ist ja auch genau das, was eben dann intrinsische Motivation wieder schafft.
Und ja, natürlich hat das was Manipulatives. So, wenn ich denke, ja, ich möchte jetzt schon auch betonen, dass das toll war, damit mein Kind das schon auch regelmäßig wieder macht. Ja, genau. Fair enough. Oder nicht? So. Und was ich halt auch so spannend finde, ist, wenn wir sozusagen immer nur loben bei all den Dingen, die toll geklappt haben, das Kind ist hochgeklettert, das Kind hat irgendwas gestapelt, das Kind hat keine Ahnung, eine tolle Arbeit geschrieben mit einer super Note oder so. dann wäre doch aber gerade irgendwie Stolz und so auch beim Misserfolg eigentlich so wichtig.
Also die Perspektive mit, ja, ich kann es noch nicht. Wir feiern das trotzdem, dass du dran bleibst. Wir feiern, dass du es versucht hast. Also dadurch, dass Lob immer nur so mit Erfolg verknüpft ist, ist das Gegenstück halt auch so dieses, ja, was ist denn beim Misserfolg? Bei den kleinen Hindernissen auf dem Weg dahin und so. Da finde ich irgendwie, ja, das ist auch voll wichtig, das zu feiern.
Also, was ich sozusagen sagen will, ist, wir können gucken, dass wir weniger so Personenlob machen, also du bist toll, du bist stark, du bist schnell, was auch immer, sondern auch mehr einfach Prozesslob, könnte man vielleicht sagen. Also, boah, du hast da echt total konzentriert dran gesessen, ey. Und guck mal, was du für eine gute Strategie gefunden hast. hast, so bei den Hausaufgaben oder sowas, oder bei dem Bild. Boah, sind das viele Details, ist das da hinten ein Bär? Also einfach wirklich mehr den Fokus da drauf zu sagen, was ist passiert und nicht ich bewerte dich als Person. So, wird das ein bisschen greifbar? Okay, ich muss ein bisschen überlegen. Wir können, okay, wir machen es
strukturierter, weil ich Strukturen liebe, Leute. Okay, lass es uns strukturieren in vielleicht vier Arten der positiven Rückmeldung. Ja, also das erste habe ich schon gesagt, das wäre eher so beschreiben statt bewerten. Ja, von wegen, boah, du saßt da jetzt eine halbe Stunde dran und du bist so weit gekommen oder du bist hier ganz oben auf dem Klettergerüst, was wir vorhin schon hatten.
Also anerkennend beschreiben und nicht bewerten. Das zweite, habe ich eben auch schon als Beispiel gemacht, wäre so die Wirkung für mich. Also die Wirkung für mich oder für unser Familiensystem benennen. Boah, das hat mir echt geholfen. Als du dann so lachen musstest und ich war so grumpig und dann hast du gelacht und dann musste ich so mitlachen. Oder, oh danke, es ist jetzt wirklich viel ruhiger, weil du das Buch geholt hast.
Danke für die gute Idee. So, jetzt geht es mir viel besser. Die dritte Sorte oder Art der Rückmeldung könnte sein Gefühl und Beziehung, ja also das ist auch ein bisschen natürlich die Wirkung auf mich, aber halt so den Fokus irgendwie, zum Beispiel ich habe mich so gefreut zu sehen, dass du heute fröhlich in die Kita gegangen bist, also ihr kennt das so. Und ja, ich weiß, dass das kritisch ist, weil das natürlich was Manipulatives hat, von wegen, okay, Mama freut sich nur, wenn ich gerne in die Kita gehe. Und ja, da dürfen wir sensibilisiert sein. Und trotzdem, jeder, der mal heulend vor der Kita saß, weil das Kind nur weinend da geblieben ist, der wird diesen Satz fühlen.
Und die vierte Art wäre, die könnten wir vielleicht nennen, Kompetenz spiegeln. Das hatte ich eben schon bei den Hausaufgaben, so was wie, Du hast einen Weg gefunden, der total gut funktioniert hat oder ey schau, wie gut, dass du dran geblieben bist. Also ja, das ist natürlich irgendwie auch Lob, aber es ist eine andere Art von Lob.
Und das ist ja einfach auch, wenn wir uns jetzt auf den Podcast gucken, der Podcast heißt Kinder sind auch Menschen, da finde ich auch ganz gut beim Thema Lob es mal zu switchen. Ja, also wir reden ja die ganze Zeit darüber, wie wir Eltern die Kinder loben, aber jetzt stellt euch doch mal bestimmte Situationen unter Erwachsenen vor.
Ja, also stellt euch doch mal vor, ich würde zu meinem Mann gehen und sagen, da hast du ganz toll den Geschirrspüler ausgeräumt, das hast du richtig gut gemacht oder wie gut hast du heute gekocht, das hast du so fein gemacht. Also das würden wir gerne tun, weil sich das super komisch anfühlt, sondern wir würden sowas sagen wie, danke, dass du mitgedacht hast, ich hätte jetzt gar keinen Bock mehr, noch den Geschirrspüler auszuräumen. Danke, dass du das gemacht hast.
Und das ist so die Differenzierung. Und ihr wisst, ich kann ja nicht ohne den kleinen Hinweis wieder, gerade bei neurodivergenten Kindern ist natürlich das Thema Loben und positive Rückmeldung auch nochmal ganz speziell. Also ganz kurz grundsätzlich. Neurodivergente Kinder brauchen keine Sonderpädagogik, sondern eher so eine Andere Feinjustierung könnte man sagen. Wir wissen ja zum Beispiel bei ADHS, dass die Dopaminregulation im Gehirn anders läuft.
Das heißt, extrinsische Verstärker können bei ADHS sehr hilfreich sein. Und das könnte sowas wie Belohnung sein oder Lob. Aber ganz bewusst eben, und das eher wie so eine Starthilfe sehen. Also Lob oder Belohnung eher als Brücke und nicht als Dauerlösung und auch nicht als einzige Lösung. Und trotzdem sind diese extrinsischen Verstärker eben, bei ADHS zum Beispiel echt eine andere Nummer, oder zum Beispiel autistische Menschen, Die nehmen Lob auch oft sehr, sehr wörtlich. Und deswegen ist es oft verwirrend sogar oder irritierend und gar nicht das, was wir eigentlich damit möchten.
Oder bei hochbegabten Kindern kann Lob auch einfach für noch mehr Druck und Perfektionismus sorgen. Also das verstärkt es noch mehr. Und sie haben dann zum Beispiel noch mehr auch Angst vor Fehlern und so. Also von wegen ich will jetzt auch nicht noch meine Mama oder meinen Papa enttäuschen. Und genau.
Deswegen da auch bei neurodivergenten Kindern nochmal ein bisschen differenzierter hingucken. Aber genau, das Thema wisst ihr ja, das gibt es immer wieder bei mir. Einen letzten Aspekt, den ich tatsächlich nochmal total wichtig finde, weil ich da so viel drauf rumdenke. Ich bin da so gespannt, eure Rückmeldung zuzuhören. Und zwar geht es um die Formulierung, ich bin stolz auf dich.
Ich weiß gar nicht, ob ihr jetzt findet, dass es so viel Sinn ergibt, das mit dem Thema Lob zu verknüpfen, aber ich würde da einfach gerne jetzt mal hier so meine Gedanken mit euch teilen wollen. Weil ihr vielleicht das kennt, dass Menschen sagen, nee, der Satz, ich bin stolz auf dich, hat ja eben auch dieses Machtgefälle, wie von Lob auch.
Deswegen lass doch lieber sagen, du kannst stolz auf dich sein. Und da habe ich schon so oft drüber nachgedacht, weil ich finde, das ist nicht das Gleiche. Ich verstehe, warum das gut ist, zu sagen, du kannst stolz auf dich sein. Also das schafft Selbstwirksamkeit. Also die Betonung ist auf dem intrinsischen statt auf dem extrinsischen begeistern und so.
Das ist völlig klar. So dieses, schau doch was du geschafft hast, finde diese Begeisterung und diese Selbstbewusstsein in dir selber. Aber ich finde der Satz, du kannst stolz auf dich sein, der beantwortet zwar die Frage nach Autonomie, aber eben nicht nach Bindung. Also ich bin ganz gespannt, was eure Rückmeldungen dazu sind.
Ihr seht schon, ich habe Lust, dass ihr mir ein bisschen sagt, was ihr dazu so denkt und fühlt. Ich finde der Satz, ich bin stolz auf dich, der berührt irgendwie so tief. Und ich komme übrigens nicht aus einer Familie, wo so ein Satz nie fiel. Ich habe von meinen Eltern ganz viel Wertschätzung und Anerkennung erhalten.
Also ich komme da nicht aus einem Defizit und trotzdem berührt mich dieser Satz. Also ich finde, Es wird so transportiert, wenn ein Mensch sagt, ich bin stolz auf dich, dann transportiert das für mich assoziativ, dein Tun berührt mich, ich bin verbunden mit dir, ich beziehe mich irgendwie emotional auf dich und ich sehe dich in deinem eigenen Sein und auch in deinem Wachsen und auch einfach in deiner Anstrengung.
Und das ist so ein schönes Gefühl, oder? Und ich weiß, dass es für ganz viele Menschen auch unheimlich heilend sein kann, sowas mal zu hören, weil sie es eben als Kind wahnsinnig selten gehört haben. Und natürlich weiß ich, dass der Satz hart problematisch wäre, wenn man sagen würde, ich bin stolz auf dich, weil du endlich so bist, wie ich es erwarte.
Also wenn das mitschwingt, das hat dann natürlich wirklich eine ganz schwierige Ebene. Aber Ich weiß nicht, was halten wir denn von, ich bin so stolz auf dich, weil ich sehe, wie viel Mut ich das gekostet hat, oder ich bin stolz auf dich und sag mal, wie fühlt es sich jetzt für dich an, oder ich bin stolz auf dich und du, du auch, also ich finde das einen so schönen Satz und auch jetzt beim ganzen Start hier meiner Podcast-Reise und Instagram und TikTok und so, ich glaube gar nicht, wie viele meiner engsten Menschen sich bei mir gemeldet haben und gesagt haben, boah Almut ey, ich bin so stolz auf dich.
Da hatte ich jedes Mal Tränen in den Augen. Was ist so ein schöner Satz, oder? Also, was ist das Fazit? Wie ich immer versuche, am Ende nochmal ein Fazit zu ziehen. Ich weiß gar nicht, ob ihr das so wichtig findet, aber ich versuche es nochmal ein bisschen zusammenzufassen, ja? Insgesamt zum Thema Loben.
Das Problem ist nicht jedes Lob, sondern das pauschale, das dauernde, das nebenbei Lob, ja? Und natürlich auch dieses Hundelob. Fein gemacht! Völlig klar. Und Sensibilisierung für Lob ist kein Lobverbot. Also es geht gar nicht darum, echte Freude oder Anerkennung oder oder oder zu unterdrücken, sondern das Wie und die Wirkung von Lob ganz bewusst wahrzunehmen. Also, weil ich weiß, dass ganz viele Menschen das hören und sagen, ey, aber das fühlt sich für mich nicht kongruent an. Das fühlt sich für mich nicht echt an, diese komischen Sätze, die du gesagt hast.
Ja, ich sehe dich, mein Schatz. Ja, so das weiß ich. Und deswegen auch, um es nochmal zu sagen, Beziehung lebt von Authentizität und nicht von Regeln. Und deswegen auch keine Regeln wie gute Eltern loben dich. Okay. Danke, dass ihr dabei wart. Ich freue mich ganz doll auf eure Rückmeldung. Schickt mir gerne Kommentare auf Spotify, schreibt mir private Nachrichten bei Instagram zum Beispiel.
Und dann weiß ich, was ich am Sonntag bei der Nachgehört-Folge noch mit reinpacken kann. Und vor allem würde es mich wirklich interessieren, was eure Gedanken und Gefühle sind rund um das Thema, ich bin stolz auf dich oder du kannst stolz auf dich sein. Na, was habe ich Lust da auf Austausch mit euch. Das ist so schön.
Vielen, vielen Dank. Und auch apropos vielen Dank. Guck mal, jetzt lobe ich euch. Was für ein lustiger Turnaround. Nee, das ist hier ganz ehrlicher Dank und ehrliche anerkennende Wertschätzung. Weil tatsächlich wirklich ganz regelmäßig Leute meinen Podcast bewerten, bei Apple Podcast, bei Spotify und so. Und ich gucke da so selten nach und ab und zu gucke ich drauf und denke, Was?
50 Leute haben das schon bewertet und das freut mich so sehr. Wirklich, das kommt dann immer aus dem Nichts und dann bin ich ganz doll dankbar für euch. Also, wie schön. Und auch so viele, die meinen Podcast abonniert haben. Ich habe letztens mit jemandem darüber gesprochen, die auch einen beruflichen Podcast macht, die sagte, sie hatte mal ganz viele Menschen, die den Podcast hören, aber die abonnieren den alle nicht.
Das finde ich selber, ich bin ja Heavy-Podcast-Userin, ja. Ich finde das selber total merkwürdig, weil jeden Podcast, den ich höre, abonniere ich, weil dann ja automatisch die neuen Folgen angezeigt werden. Also das entlastet ja meinen Kopf sozusagen. Und das ist bei mir hier, bei Kinder sind auch Menschen echt anders.
Ihr seid Abonnierer und das finde ich richtig gut. Also weiter, bitte. Das würde mich total freuen. Vielen Dank, dass ihr dabei wart und bis nächste Woche.