
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Woran erkenne ich, ob es doch zu viel Medien für mein Kind war?
Studien dazu, dass Medienkonsum zu Verhaltensauffälligkeit führt…?
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Nachgehört-Folge! Es ist schon wieder Sonntag! Meine Güte, der erste Sonntag des frischen neues Jahres 2026. Und in der Nachgehört-Folge geht es wie immer um das Thema der Mittwochsfolge, also ums Thema Medien. Erstmal möchte ich mich ganz doll bedanken. Ihr habt mir ganz viel Rückmeldung zu diesem Thema gegeben und 98 Prozent der Rückmeldungen waren freundlich, hilfreich, interessiert und so weiter.
Und wirklich nur zwei Prozent waren, ich sag mal, erbost. vor allem wegen der Sache mit der Anthroposophie und so. Naja, gut, aber damit habe ich gerechnet und das ist auch in Ordnung. Das löst eben immer vielerlei Gefühle aus und so. Wie immer in einer Nachgehört-Folge möchte ich etwas rausgreifen, was euch beschäftigt hat bei diesem Thema.
Und dieses Mal sind es zwei Themen. Das erste Thema ist Kann ich daran erkennen, dass es zu viel Medien für mein Kind war, wenn es Schwierigkeiten hat, auszumachen? Also es ist ja der Klassiker, das muss ich euch gar nicht erklären. Alle Eltern kennen das mit Kindern, die schon Medien konsumieren. Man hat gesagt, diese eine Folge Bluey oder zwei Folgen Paw Patrol, was auch immer oder Checker Tobi oder oder oder und dann machen wir aus.
Klingt nach einer total sinnvollen Abmachung, finde ich auch. Ist auch schön, einfach nicht mittendrin, sondern auch logisch, wenn die Folge vorbei ist. So, und das Kind möchte dann aber nicht ausbachen. Und schon hat man Streit und Eltern fragen sich, war es das alles wert? Jetzt komplett das dysregulierte Kind zu begleiten und die Laune dabei, danach ist scheiße. Vielleicht ist das doch ein Zeichen, dass wir das mit den Medien komplett lassen sollten.
Und auch da kann ich euch keine generalisierte Antwort zu geben. Also nur weil das Kind Schwierigkeiten hat, den Übergang zu finden, heißt das nicht, dass Medien per se schlecht für dieses Kind sind. Weil ihr würdet ja auch nicht sagen, ich denke, ich sollte mit meinem Kind nie wieder auf den Spielplatz gehen, weil das Losgehen vom Spielplatz nach Hause, da regt sich mein Kind immer auf, will immer nicht gehen, verweigert das, rennt weg und dann muss ich schreiend nach Hause tragen. Da würdet ihr dann ja auch nicht sagen, okay, alles klar, Ich denke, das ist das Zeichen dafür, dass ich nie wieder auf den Spielplatz gehen sollte.
Sondern man überlegt eher, wie kann ich den Übergang gestalten, was kann ich mir für ein Ritual überlegen, dass mein Kind den Übergang gut schafft und so weiter und so fort. Oder wie kann ich es auch einfach aushalten, dass mein Kind Schwierigkeiten mit Übergängen hat. Und deswegen würde ich nicht per se sagen, dass das ein Zeichen dafür ist, dass man keine Medien schauen sollte, sondern eher Zeichen sind sowas wie, wie verhält sich das Kind beim Medien gucken? Wirkt es richtig wie so weggesumt, geblitztdingst oder so, ne?
Also wirkt es sozusagen ein bisschen wie erstarrt. Und natürlich auch, wie geht es dem Kind danach? Also viele Kinder berichten schon davon, dass es manchmal belastend war, was da gesehen wurde, dass sie schlechte Träume haben, dass sie plötzlich wieder an diese Bilder denken mussten. Das sind eher Zeichen dafür, dass es nicht das Richtige war oder vielleicht auch zu viel. Und trotzdem muss ich auch sagen, es gibt Familien, für die ist es leichter zu sagen, wir machen das sehr streng. Also zum Beispiel gar keine Medien oder nur ein einziges Mal am Tag.
Medien und zwar zu diesem und jedem Moment, damit es einfach nicht so viele Diskussionen gibt. Und das gibt dem Kind ja auch einen gewissen Ordnungsrahmen dann, sodass das Kind nicht den ganzen Tag fragen muss, darf ich jetzt? Darf ich jetzt? Darf ich jetzt? Darf ich jetzt? Und dieser Sicherheitsrahmen, der tut manchen Kindern einfach sehr gut. Also ihr seht logischerweise unterschiedliche Kinder, unterschiedliche Menschen und deswegen natürlich auch einfach unterschiedlicher Bedarf und unterschiedliche Regeln. Also ich weiß, dass es manchmal so schön wäre, einfach zu wissen, das Kind ist vier, darf also genauso und so und lang Medien gucken oder konsumieren oder was auch immer und danach aus und dann ist das Kind auch
damit zufrieden. Aber Leute, Ja, wie gesagt, Elternschaft findet halt nicht im Ideal statt, sondern in der Realität und das sieht meistens ganz doll anders aus. Und der zweite Punkt ist, dass einige Menschen mir geschrieben haben, naja, dass Medienkonsum nicht mit Verhaltensauffälligkeit einhergeht, kann ich so nicht beschreiben. Das waren Lehrkräfte, die mir geschrieben haben, ErzieherInnen als auch Eltern, die sagten, naja, also dieses eine Kind, mit dem mein Kind befreundet ist und so weiter, das wirklich, das konsumiert ganz, ganz viel Medien und das ist doch wirklich sehr verhaltensauffällig.
Oder auch Leute, die sagten, es gibt sehr wohl Studien, wo ein hoher Medienkonsum mit Verhaltensauffälligkeit konnotiert ist. Zwei Sachen dazu. Erstens, ich habe in meiner Podcast-Folge auch gesagt, dass ich nicht von hohem Medienkonsum spreche, also von irgendwie sechs, sieben Stunden. Das ist völlig klar, dass das keine gute Idee ist. Davon haben wir aber auch nie gesprochen. Und ich glaube auch nicht, dass ihr, also die HörerInnen meines Podcasts, das hören müsst, dass es keine gute Idee ist, dass das Kind sieben, acht Stunden Fernsehen guckt am Tag. So, und die zweite Sache ist, ja, es gibt Studien, die hohen Medienkonsum mit Verhaltensauffälligkeit konnotieren, aber der entscheidende Punkt ist ja, wie wir dieses Ergebnis lesen.
Ich denke, ihr wisst das, aber ich sag's nochmal. In der Forschung ist es wirklich wichtig, zwischen Korrelation und Kausalität zu unterscheiden. Ja, also nur weil zwei Dinge halt parallel gleichzeitig gemeinsam auftreten, heißt das nicht, dass die eine Sache die andere Sache verursacht. Ja, also um zu erklären, was ich damit meine.
Wir wissen zum Beispiel, dass Kinder aus sozial oder strukturell belastenden Familien im Durchschnitt mehr Medien nutzen. Und wir wissen auch, dass genau diese Kinder auch häufiger verhaltensauffällig sind oder als verhaltensauffällig beschrieben werden oder was auch immer. Das behäutet aber nicht als kausaler Schluss Medien machen Kinder verhaltensauffällig.
Das kann man so nicht sagen, sondern an diesem Beispiel sieht man ja, dass es mit ganz vielen Faktoren zusammenhängt. Stress im Familiensystem. finanzielle Probleme und Unsicherheiten, psychische Belastung der Eltern, wenig Zeit, wenig Entlastung, Überlastung insgesamt oder auch neurodivergente Voraussetzungen der Kinder, der Erwachsenen und so weiter. Das heißt Medien sind dann einfach oft ein Symptom oder ein Bewältigungswerkzeug und nicht die Ursache. Ja, also ich glaube, ihr checkt das. Wenn wir also sagen, viel Medienkonsum geht mit mehr Auffälligkeiten einher, dann müssen wir das eben ein bisschen differenzierter anschauen.
Wir müssen ein bisschen genauer hinschauen, in welchem Kontext dieser Medienkonsum stattfindet. Also Medien sind selten das Problem an sich, sondern sie stehen eher stellvertretend für etwas anderes, das eigentlich Unterstützung bräuchte zum Beispiel. Ich bin gespannt, ob ihr mir folgen konntet bei dem Thema. Da sieht man ja auch gerade bei dem letzten Punkt auch wieder, wie viel Klassismus das ist.
Wir, die Überlegenen, die gebildeten Familien und so weiter. Unser Kind darf eine Folge Patterson & Findus gucken mit acht Jahren und ansonsten gar nichts. Das ist also auch einfach wieder ein sehr klassistischer Aspekt. Aber gut, das ist wahrscheinlich eine Podcast-Folge an sich. Deswegen gehen wir da jetzt mal nicht tiefer rein, sondern hören an diesem Punkt auf.
Wir freuen uns. Wir freuen uns. Andersrum, ich freue mich, dass ihr nächste Woche wieder mit dabei seid. Wisst ihr was? Ich habe noch gar keine Ahnung, worüber ich nächste Woche reden werde. Deswegen kann ich das auch gar nicht ankündigen. Ich muss mal schauen. Aber ich wünsche euch erstmal ein sehr schönes Wochenende und ich freue mich sehr, dass ihr nächste Woche wieder mit dabei seid.