Kinder sind auch Menschen· Staffel 1· Folge 15

Nachgehört: Grenzen setzen

Sonntag, 8. März 2026 · 9 min

MP3

Shownotes

Wie kann ich mein Kind dabei unterstützen, Grenzen zu setzen?

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Leute, wie cool ist das denn? Ich nehme gerade diese Nachgehört-Folge auf meinem Balkon auf. Das erste Mal! Also überhaupt das erste Mal in diesem Jahr, aber auch das erste Mal für mich überhaupt, weil ich ja meinen Podcast erst habe seit November letzten Jahres. Das finde ich gerade ein bisschen toll.

Das heißt, über mir ist der blaue Berliner Himmel und hier fliegen ein paar Vögel umher und so. Das ist ganz doll entzückend gerade. Wollte ich nur mal mit euch teilen, damit ihr so den Vibe merkt, falls ihr euch fragt, warum klingt Almut gerade so Besonnen. Ja, wegen Sonne. Klar. Also, was waren eure Themen zu meiner Grenzenfolge? Da hat sich wohl eine Frage vorrangig durchgezogen und das war genau das, was ich auch angekündigt hatte in der Grenzenfolge.

Ja, ist ja schön mit den Grenzen von uns Eltern und so, aber wie können wir denn unserem Kind helfen, Grenzen zu setzen, Grenzen zu halten, Grenzen zu wahren? Jetzt müssen wir natürlich so ein bisschen unterscheiden. Einmal Situationen, in denen wir nicht dabei sind und Situationen, wo wir dabei sind. Also wenn zum Beispiel, wenn wir nicht dabei sind, wäre sowas wie Kita oder Schule.

Ja, da können wir logischerweise nicht in dem Moment begleiten. Das heißt, da können wir nicht so viel machen, außer das, was ich in der Mittwochfolge gesagt habe, Vorbild sein, Modell lernen. So klar, Kinder machen nicht, was wir sagen, sie machen, was wir machen. Und deswegen gerade in Bezug darauf, gerade auch mit Schulkindern kann man natürlich auch schon anders darüber reden und Situationen. reflektieren und nachbesprechen und auch wirklich mit dem kind proaktiv werkzeuge lernen von wegen okay kommen wir spielen diese situation auch in einem rollenspiel nach was könntest du das nächste mal sagen in der und der situation aber letztendlich ist das kind natürlich dann eben alleine darauf angewiesen oder auch sozusagen muss es dann

alleine in der lage sein sich hilfe zu holen von der erzieherin oder einer lehrkraft oder so deswegen gehe ich jetzt vor allem eher auf die situation ein wo wir dabei sind ja also zum beispiel Das ist ja so ein Klassiker, andere übergriffige Erwachsene. Und das ist ja auch eine ganz klassische Schutzsituation. Also gerade Kinder haben ja noch nicht ich sag mal, soziale Macht, ihre Grenzen alleine zu verteidigen. Und deswegen ist es halt unsere Aufgabe, dann da reinzugehen und zu unterstützen.

Also wenn ich sehe, dass mein Kind jetzt gerade nicht bei Oma auf dem Schoß sein will oder von Opa abgeknutscht werden will oder sowas, dann wäre es sinnvoll, dass ich da verbal reingehe. Entweder ich gebe dem Kind, wenn es groß genug ist, die Möglichkeit, selber was zu sagen. Also das heißt, ich könnte fragen, Punkt für Punkt. Also der Name des Kindes, keine Ahnung, ich sag mal Lea. Lea, ist das für dich in Ordnung, wenn nicht der Opa so abknutscht?

Oder Lea, ist das gerade angenehm für dich oder so? Also dem Kind befähigen, in der Situation das zu kommunizieren. Oder gerade auch bei kleineren Kindern, aber manchmal leider auch bei größeren Kindern, dem übergriffigen Erwachsenen helfen, richtig diese non-verbalen Signale zu deuten. Also von denen, oh guck mal, sie dreht sich voll weg.

Oder schau mal, sie wehrt sich mit den Händen hinten so ab und zu. Ich glaube, sie möchte das gerade nicht. Und da erlebt natürlich dann dein Kind so Mama und Papa verstehen mich, meine Grenze wird ernst genommen. Erwachsene können mich schützen und so weiter. Also deswegen, das ist halt natürlich eine ganz vulnerable und wichtige Situation.

Und darüber werde ich auch noch mal eine eigene Podcast Folge aufnehmen zum Thema Aufklärung, Kinderschutz und so weiter, weil ja eben auch da die ganz wichtige Botschaft mitkommt. Nur weil ein Erwachsener irgendeinen Status hat, Sporttrainer, Oma, was auch immer, Durch diesen Status alleine dürfen die nicht irgendwas mit dir tun, was du nicht magst. Das heißt, ich nehme da so eine Art Übersetzerrolle ein. Und dann kann man natürlich auch Alternativen anbieten. Da schlage ich der Oma irgendeine andere Form der Begrüßung vor.

Vielleicht magst du Oma zur Begrüßung lieber winken oder wollt ihr euch ein High Five geben oder sowas. Und was ich daran auch so doll üben musste, ist das eine, dass ich nicht anfange, mich für mein Kind zu rechtfertigen. Also ich habe mich zum Beispiel dann manchmal dabei erwischt zu sagen, ja, sie ist halt irgendwie auch müde oder sowas.

Und das ist natürlich gar nicht Sinn der Sache, weil das signalisiert ja meinem Kind, dass die Grenze nur bei guten Gründen gilt. Also wisst ihr, was ich meine? Dass so ein schlichtes, sie oder er möchte das gerade nicht, nicht ausreicht. Und das stimmt ja nicht. So das reicht natürlich komplett.

Deswegen keine Rechtfertigung oder so, sondern einfach nur sagen, wie es eben ist. Und die zweite Sache, die mir halt dabei so schwer gefallen ist, Ich habe selber eine große Tendenz zum Thema People-Pleasing und Höflichkeit ist mir so wichtig und so und das kickt da natürlich hart rein, wenn ich anderen Erwachsenen sagen muss, für mein Kind, ich glaube mein Kind findet das gerade nicht geil, hör auf damit. So in einer freundlichen, positiven, lächelnden Art und Weise, das fand ich schwer.

Und trotzdem weiß ich natürlich rational, dass es wichtig ist, dass ich da meinem Kind helfe, die Grenzen zu wahren und so. Aber ich wollte nur sagen, falls es euch anderen auch so geht, I know, Es ist schwierig, so und jetzt mal eine andere Situation, wovon auch viele von euch berichtet haben, ist eben der Klassiker, euer Kind hat ein anderes Kind zu Besuch oder die Kinder spielen auf dem Spielplatz und euer Kind möchte nicht teilen zum Beispiel. Da kickt übrigens auch so ein Höflichkeitsding rein, dass wir unsympathisch meinen Kind will nicht teilen. Ja, fürchterlich.

Aber trotzdem ist das ja auch so eine ganz klare Grenze von eurem Kind. Nein, ich will das nicht. Und auch da, wie ich eben gesagt habe, ist die Übersetzerrolle eine total gute Rolle, die wir als Eltern da einnehmen können. Also ich unterstütze mein Kind dann dabei und sage dann zum Beispiel zu dem anderen Kind, schau mal, Marc spielt gerade da mit. Also erstmal sozusagen Worte dafür finden, wo mein Kind vielleicht einfach nur sagt, nein, nein, nein oder so. Oder dann eben auch sowas sagen wie, pass auf, wenn er fertig ist, dann gibt er dir bestimmt die Schaufel oder ich habe da hinten auch Schaufeln gesehen, soll ich sie dir mal zeigen gehen oder sowas.

Also so ein bisschen wie so eine Dolmetscherin in so einer Situation oder ein Dolmetscher. Und ich weiß, wenn Kinder bei euch zu Hause sind, ist es natürlich noch mal schwieriger. Da ist natürlich so vorausschauendes Handeln auch eine super sinnvolle Idee. Ich weiß, das bringt euch jetzt nichts, wenn ihr mittendrin seid.

Aber wenn ihr eben wisst, euer Kind hat damit eh ein Thema, dann kann man zum Beispiel auch gut eine Kiste einführen, wo bevor der Besuch kommt, schon besprochen wird. Schau mal mein Schatz, in diese Kiste tun wir rein, womit der Gast oder die Gästin spielen darf. Und der ganze Rest, Der wird beschützt und verschlossen oder der bleibt irgendwo anders. Also da kann man sozusagen auch proaktiv schon ein bisschen üben.

Das heißt nicht, dass es dann easy peasy klappt, ihr wisst das, aber trotzdem. Und das ist glaube ich genau dieses Ding, immer moderieren und begleiten und natürlich gerade wenn die Kinder eben auch klein sind, auch verbalisieren und bestimmte Dinge auch einfach schlichtweg aussprechen. Und auch nochmal ganz grundsätzlich ist es eine sinnvolle Idee, das Thema Stopp wirklich einzuführen.

Also einfach zum Beispiel entweder wirklich als Signal, das eingeübt wird, also mit dem Kind wirklich üben, so diese flache Hand nach vorne auszustrecken und laut Stopp zu sagen oder Nein oder sowas oder Ich will das nicht oder so. Und auch schlichtweg, deinem Kind immer wieder zu signalisieren, von mir bekommst du emotionale Rückendeckung und bei mir darfst du dich auch immer einigeln und darfst du immer reinkriechen und so. Also ich schicke dich da auch nicht rein und sage irgendwie, ja, das musst du jetzt aber alleine gelöst bekommen oder so, sondern ich bin an deiner Seite, so wie eine Ritterin oder ein Ritter mit einem Schild, hinter dem wir uns dann beide sozusagen hinhocken können und das ist

unser Stoppschild und so. Ja genau, also das sind so verschiedene Sachen und gleichzeitig möchte ich aber auch unbedingt nochmal sagen, es gibt auch einfach Kinder, die lassen sich viel Sachen wegnehmen. so ein bisschen rumkommandieren und so weiter und ich weiß dass es sehr schwer ist als elternteil das zu sehen und man wünscht sich so dieses straffe deine schulter mein liebes kind stehe für dich ein sag ruhig was du möchtest und so und trotzdem ist das auch in ordnung es ist auch in ordnung sich in situationen so anzupassen oder auch unterzuordnen oder so und wenn ihr in eurem zuhause eine kultur habt von grenzen setzen und grenzen wahren und übergrenzen reden und so eben auch durch

euer vorbild dann macht ihr damit schon das allerwichtigste Okay, liebe Leute, nächste Woche, am Mittwoch, geht es um das Thema Regulation. Ein Wort, das wir alle kennen und trotzdem die wenigsten einfach mal so beschreiben könnten, was damit eigentlich gemeint ist. Und genau da versuche ich mal reinzugehen, 30 Minuten lang.

Und darauf freue ich mich schon sehr. Und jetzt mache ich das Mikrofon aus und halte mein Gesicht in die Sonne. Tschüss!

0:00 / 0:00