Kinder sind auch Menschen· Staffel 1· Folge 16

Nachgehört: Regulation

Sonntag, 15. März 2026 · 6 min

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Shownotes

Darf ich den Raum verlassen, wenn ich immer angestrengter werde? Wie soll ich das eine Kind co-regulieren, wenn ich noch weitere Kinder habe?

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Ach man, das ist ja wohl das Schönste, wie ihr mir alle geschrieben habt, wie ihr in den letzten Tagen euch ein bisschen an Regulationsübungen gemacht habt. Das war so schön und hat mich auch gleichzeitig einfach sehr amüsiert. Es kamen nämlich unter anderem so Anekdoten, wie ich habe das mit dieser Atmung ausprobiert und dann musste ich husten und habe einen Hustanfall gekriegt und dann musste das Kind ganz doll lachen und deswegen war es die perfekte Lösung für die Situation.

Stark. Das ist eine großartige Anekdote gewesen. Ja und es haben mir natürlich auch viele von euch geschrieben ja cool, ich habe aber einfach mehrere Kinder so und wenn mein eines Kind schreiend im Kinderzimmer oder im Badezimmer oder im Wohnzimmer sitzt und ich versuche wie Almut sagte Präsenz statt Perfektion also präsent zu sein aber was mache ich denn währenddessen mit dem Baby oder mit dem großen Kind mit dem ich eigentlich gerade Hausaufgaben mache oder oder oder. Das fand ich eine ganz großartige Rückfrage und da sieht man wieder, dass einfach Elternschaft nicht einfach in einem Buch entstehen kann oder in einem Podcast oder so oder in einer klugen Kachel auf Instagram, sondern das ist ja das, was ihr vor Ort da erlebt,

was ihr genau vor euch sitzen habt und was ihr selber da mitbringt und das ist natürlich super individuell. So aber jetzt gehe ich nochmal drauf ein, weil ich ja sagte Präsenz statt Perfektion. So und true Präsenz klingt nach ich muss die ganze Zeit neben meinem Kind sitzen. Und manche Kinder brauchen das auch und manche Eltern können das auch leisten, das verstehe ich.

So aber Korreguation bedeutet ja im Kern erstmal, dass ein reguliertes Nervensystem, meins bestenfalls, einem disregulierten Nervensystem hilft wieder runterzufahren. Und dafür braucht es emotionale Verfügbarkeit. Und das ist das, was ich mit Präsenz meine. Also nicht permanente körperliche Nähe, weil das ja auch einfach krass unrealistisch ist.

Nicht nur, wenn wir mehrere Kinder haben, sondern auch einfach, weil es uns selbst in der Situation manchmal auch gar nicht gut geht. Also unsere Kinder brauchen gar nicht unbedingt die ganze Zeit diese physische Präsenz, sondern eher die Botschaft oder das Signal, du bist nicht allein. So, und jetzt gehen wir noch mal ganz kurz zu unserem Nervensystem, weil wenn mein Kind schreit, tobt, also wütend oder überfordert, angestrengt, lost, ja, so dann ist das ja für Menschen insgesamt eine der stärksten Stressreize überhaupt.

Das muss ich euch allen nicht erklären, das ist crazy. Also Leute, ich habe ja seit vielen, vielen Jahren kein Baby mehr hier zu Hause, ja, aber wenn ein Baby schreit, merke ich, wie mein ganzer Körper in Stress gerät. Ein fremdes Baby. Und trotzdem reagiert mein Körper. Also das hat ja auch seine biologischen und evolutionsbiologischen Gründe, das ist ja auch total sinnvoll. Das Problem ist ja nur, wenn ich als Elternteil selber total überreizt bin, dann kann mein überreiztes Nervensystem nicht korregulieren.

Und dann passiert ja oft genau das Gegenteil. Also ich werde auch genervt, ich schreie auch oder ich werde ganz hart und ganz fest oder passiv aggressiv oder aktiv aggressiv oder noch Schlimmeres. Und deswegen kann es, eben die reguliertere Entscheidung sein, zu sagen, ich gehe jetzt kurz raus, damit ich wieder ruhig werden kann.

Weil ich weiß, ein regulierter Erwachsener hilft meinem Kind mehr als ein überforderter Erwachsener. im selben Raum, ist ja klar. So und jetzt noch mal das Szenario mit mehreren Kindern, weil dann gibt es ja noch mehr Nervensysteme, die Bedürfnisse haben, cool. So und genau dann ist eben die meiste, die meiste ist es so die Realität, dass ich bleibe kurz bei dem wütenden Kind und dann gehe ich zum Geschwisterkind und ich schaue wieder rein und hin und her und hin und her und hin und her.

So und damit signalisiere ich, ich bin da. Oder ich komme gleich wieder oder ich bin nebenan. Also es geht gar nicht immer nur darum, dass Eltern permanent im gleichen Raum sind, sondern, dass wir Eltern erreichbar bleiben. So emotional und auch wirklich physisch, also körperlich sozusagen. Und Leute, es ist wirklich ein Unterschied zwischen verlassen mit der Botschaft, lass mich in Ruhe oder wenn du so mit mir redest, dann gehe ich. Regulation im Sinne von Abstand, also sowas wie ich bin nebenan, ich komme gleich wieder, so.

Und das ist keine Ablehnung, das ist Selbstregulation, ja. Und da sind wir auch wieder beim Thema Grenzen, wer die Folge hören mag, genau darum ging es auch. Also ich habe auch meine Grenzen, ich nehme die wahr und ich sorge für mich und so. Also deswegen noch mal zusammengefasst, Ko-Regulation bedeutet nicht, dass ich mich selber überfordere. Weil ein reguliertes Nervensystem die wichtigste Ressource ist für mein Kind.

Und deswegen dürft ihr gehen und ihr dürft euch auch neues Cancelling Kopfhörer aufsetzen und dann dürft ihr wiederkommen, ihr dürft kurz raus, auch kurz die Tür zumachen, kurz atmen, wieder rein und so weiter. Euer Kind fühlt sich dadurch nicht verlassen. Auch wenn das manchmal kommunikativ so wirft. Und das ist besser, als auf Zwang, physisch präsent zu bleiben und dabei immer und immer angepisster und angestrengter zu werden.

Oder im Nebenraum fängt das andere Kind dann auch an zu schreien und statt einem Kind, das ich korrigieren muss, habe ich jetzt zwei Kinder, die ich korrigieren muss. Das steht ja dann in keinem Verhältnis mehr zueinander. So, ganz easy, oder? Was machen wir jetzt? Podcast aus und atmen.

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