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Shownotes
Was mache ich, wenn meine Kita meinen Ansprüchen nicht entspricht?
Wie kann ich mein Kind dazu bekommen, über den Kita Tag zu erzählen?
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So, lange ist es her, dass ich euch mal wieder bei einem Spaziergang draußen dabei hatte. Das habe ich ja früher, glaube ich, schon zwei oder dreimal gemacht, bei der Nachgehört-Folge. Und das Witzige ist, dass ich da Zurückmeldung bekommen habe. Und zwar zum einen Leute, die gesagt haben, oh, das war besonders schön, mit dir so durch Berlin zu laufen, als würde man ein Sprachnachricht von einer Freundin abhören und so.
Und andere, die gesagt haben, oh nein, draußen geht gar nicht. Das war voll anstrengend beim Hören. Ja, da haben wir es wieder. Es ist immer beides. Und so ist es bei Kindern auch. Weil Kinder sind auch Menschen. Und da sind wir nämlich jetzt schon mitten in diesem Thema drin. Eure Rückmeldungen zu der Kita-Folge waren sehr spannend und sehr berührend.
Das haben mir so viele Fachperson geschrieben, dass sie schon KollegInnen melden mussten oder wie sie bestimmte Kommunikationswege mit Eltern gegangen sind, wie so der Blick auch in die Kitas bei denen gerade so ist. Es war sehr, sehr spannend, aber auch viel Rückmeldung von Elternseite natürlich und zwar sowohl Schwärmereien von den großartigsten Kitas überhaupt als auch Schwierigkeiten dort und Dinge, die sie beobachten und wo sie sich fragen, muss ich da jetzt was machen und so weiter.
Es ging in alle Richtungen und dafür danke ich euch für euer Vertrauen auch, dass ihr mir sowas erzählt und das ist für mich sehr bereichernd und ich versuche das natürlich auch in meiner Arbeit entfließen zu lassen, nicht nur hier im Podcast, sondern auch in meinen Beratungen, Begleitungen, Kursen und so weiter. Also deswegen an dieser Stelle nochmal vielen Dank. Also eine Frage, die häufiger kam, war, Ja, ich verstehe jetzt sozusagen, woran kann man eine gute Kita erkennen und so, aber es hat ja nun nicht jeder eine Wahl. Also zum einen natürlich, weil, auch das kenne ich natürlich hier in Berlin sehr, sehr gut, man muss ja überhaupt erstmal einen Platz kriegen.
Also es verändert sich gerade, die Lage entspannt sich da gerade ein bisschen, aber als ich Kita-Kinder habe, war es Usus, dass wir Eltern Excel-Listen hatten, auf denen so 20 bis 30 Kitas draufstanden, plus Vermerkungen, wann man sich gemeldet hat, ob man sich nochmal melden soll und so weiter. Also dieses Thema, ich gucke mir die Kita an und schaue, ob sie meinen Ansprüchen und Standards entspricht und dann wähle ich die passende Kita aus.
Die ist ja, diese Vorstellung ist oft weit entfernt von der Realität. Und so haben mir natürlich auch einige von euch geschrieben, es gibt hier nur eine einzige Kita. Scheißdreck, habe ich da eine Auswahlmöglichkeit. Und was mache ich jetzt, wenn halt mein Kind ja dann in dieser Kita ist und ich sehe, da läuft gar nicht mal so viel so perfekt. Weil ich habe ja keine andere Alternative. Und dazu möchte ich euch kurz zwei Dinge mitgeben. Erstens, das was bei euch zu Hause passiert ist das Wichtigste.
Ihr seid der Safe Spice, ihr seid der Anker, ihr seid das Fundament. Also eure Familie ist und bleibt natürlich der wichtigste Raum für euer Kind. Und Kita ist einfach noch zusätzlich. Und ja, natürlich prägt auch all das, was in der Kita erlebt wird und die Dinge, die unser Kind dort hört, machen was mit ihm und so weiter. Das ist völlig klar.
Und trotzdem ist der wichtigste Punkt das, was bei euch zu Hause passiert. Das heißt, ihr könnt nicht nur ein Gegengewicht sein, sondern das Hauptgewicht, um das mal so auszudrücken, mit eurer Zugewandtheit und eurer Liebe und den positiven Dingen, die ihr eurem Kind sagt. Und ganz ehrlich, wir sagen auch oft.
Sachen, die nicht so cool sind. Und ja, es ist ein großer Unterschied, ob ich das privat mache, als Mutter oder als Vater oder in meiner Berufsrolle, als Erzieherin zum Beispiel, völlig klar. Und trotzdem wollte ich nur sagen, nicht dass ihr jetzt denkt, ach du Scheiße, um die schlechte Kita von meinem Kind aus zu gleichen, muss ich jetzt zu Hause die perfekte Mutter oder perfekte Vater sein.
Nein, das könnt ihr gar nicht. Also, give it a try. Wir werden scheitern. Deswegen versuchen wir es gar nicht erst, das so hochzuheben auf so einen perfektionistischen Stand. Nein, gar nicht. Aber es geht um die Basis, um Zugewandtheit, um Liebe, um Bedürfnisse, die gesehen werden. Es ist was anderes, als dass sie alle erfüllt werden müssen und so weiter.
Also ihr seid das Gegengewicht. Und die zweite Sache ist, wenn es wirklich Dinge sind, die ihr sehr, sehr schlimm findet, die wirklich nicht nur Ansprüche sind, sondern wirklich auch euren Standards widersprechen, dann überlegt, ob ihr da auch ins Gespräch geht. Es ist oft gar nicht so sehr die Frage, was man anspricht, sondern es ist eher die Frage, wie man es anspricht. Also was ist da vielleicht auch für eine Beziehungsebene zwischen euch und den ErzieherInnen und so weiter. Traut euch das auch, aber natürlich nicht angreifen, vorwurfsvoll, sondern im besten Sinne einer Erziehungspartnerschaft oder so, weil das natürlich der beste Weg ist, um da irgendwie was bewirkt zu können. Weil wenn ihr nur mit Angriffen
startet und Vorwürfen und Ansprüchen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr da auf eine harte Mauer treffen werdet. Wir wollen ja aber, dass sie weich bleiben. Also sollten wir auch weich in das Gespräch gehen. Und holt euch da auch Hilfe zu dem Gespräch. Also gerade wenn es auch vielleicht ein größerer Träger ist oder so, dann gibt es da natürlich auch einfach Unterstützungsmöglichkeiten, über die man sprechen kann und so weiter. Und das zweite Thema, dass ihr euch gewünscht habt, in den Rückmeldungen ist, wie kann ich denn mit meinem Kind über das Thema Kita sprechen, damit ich mal ein bisschen was rauskriege. Ich musste auch so lachen, weil ich habe ja in der Mittwochsfolge erzählt, dass
dieses Klassiker-Tür-und-Angel-Gespräch, Kind hat gut gegessen, dass die meisten Eltern damit ja gar nichts anfangen können und dann haben mir ganz viele zurückgeschrieben, dass das total stimmt und dass sie sich aber auch dabei erwischen, das Kind immer nur zu fragen. Was gab es denn zum Mittagessen? Also auch aus so einer Hilflosigkeit heraus im Sinne von, was könnten wir denn sonst fragen? Und jetzt erst mal ganz, ganz ehrlich. Es gibt auch einfach Kinder, die haben keinen Bock, über ihren Kita-Tag zu sprechen.
Und zwar, und das habe ich ja auch schon mal in einer Podcast-Folge erzählt, weil sie ganz stark im Hier und Jetzt sind. Wenn der Übergang geschafft ist von der Kita nach Hause zum Beispiel, dann haben auch einfach viele Kinder, sehen da keinen Sinn mehr dahinter oder haben auch keine Lust, dann darüber zu sprechen, was vergangen ist. Weil es ist ja vorbei, der Übergang ist geschafft. Gleichzeitig erinnern sich manche Kinder auch einfach tatsächlich nicht mehr so richtig dran und haben auch nicht so eine Freude am Erzählen. Auch das muss man sagen, da sind Kinder sehr, sehr unterschiedlich logischerweise.
Deswegen, egal was euch für tolle Fragen einfallen, es kann sein, dass euer Kind einfach nicht erzählen mag. Oder da auch einfach noch kein Wert dahinter sieht, gerade wenn die auch noch sehr klein sind. Und dann sind das ja oft mehrere Stunden. Wie will man denn mal mehrere Stunden zusammenfassen auf die Frage, na wie war's?
Und jetzt dieser Klassiker-Tipp, den kennt ihr bestimmt auch, habt ihr alle schon gehört und gelesen. Fragt nach ganz bestimmten Sachen. Also frag sowas wie, na hast du heute wieder mit Junos gespielt? Oder als ich dich abgeholt habe, warst du ja mit Marlene im Bewegungsraum. Was habt ihr denn da gerade gemacht? Also ganz konkrete, einzelne Situationen erfragen. Dann kann man natürlich auch so ein bisschen den Fokus auf Gefühle legen.
Also hast du dich heute irgendwann mal geärgert oder musstest du heute in der Kita eigentlich mal richtig doll lachen? oder so, also in die verschiedensten Richtungen sozusagen Fragen, aber ganz konkret. Und die letzte Sache, die ich euch natürlich auch noch unbedingt sagen möchte ist, erzählt selber! Also die wenigsten Menschen, deswegen bei Kindern auch, weil Kinder sind auch Menschen, wollen ausgefragt werden. wenn ihr auch von eurem Tag erzählt oder punktuell, also ihr werdet ja auch euren Arbeitstag nicht nacherzählen, aber punktuell irgendwie erzählt, keine Ahnung, in der U-Bahn ist das und das passiert und das fand ich so witzig zum Beispiel und das war es.
Damit schafft ihr auch in der Familie natürlich eine Kultur des sich gegenseitig Erzählens und Berichtens und so weiter. Und das könnt ihr natürlich auch machen. Und ansonsten, ja, also wie gesagt, wir sind nicht in der Nutella-Werbung, wo alle zusammensitzen und sich gegenseitig plaudernd von ihrem Tag erzählen und so weiter.
Sondern das hat auch ganz, ganz viel mit Charaktermelodie zu tun. So, das ist halt auch die Wahrheit. So, ich wünsche euch ein ganz schönes Wochenende noch. Wir hören uns nächste Woche wieder. Und da geht es auch um ein Thema, das ihr euch gewünscht habt. Und zwar das Thema Hochbegabung. Das heißt, ich mache die dritte Neurodivergenz-Folge und dieses Mal mit dem Schwerpunkt auf dem Thema Hochbegabung. Bis nächste Woche!