
KOMM KLAR DIGGA· Staffel 1· Folge 104
#104 | Dinge, die du (niemals) bereust.
Sonntag, 23. August 2026 · 30 min
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Shownotes
(EP104) Es gibt Dinge, die bereust du einfach nie. Einen Spaziergang. Ein ehrliches Gespräch. Den Sprung ins eiskalte Wasser mit einem Freund, an einem 30-Grad-Tag.
Und dann gibt's die andere Seite: die Entscheidungen, die nicht zu dem passen, was du eigentlich sein willst. Und das Gefühl, das dann kommt: Reue.
In dieser Folge geht's darum, was Reue wirklich ist. Ich erzähle von einem Moment mit meinem Vater, den ich noch nie zuvor mit jemanden geteilt hatte, von meinen drei Ankern, die ich niemals bereuen werde, und von der einen simplen Frage, an der du alles messen kannst.
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Das ist so einfach. Sich selbst verurteilen, so einfach es ist viel zu einfach, sich selber fertig zu machen, sich selber zu kritisieren, das ist der einfachste Weg, dafür musst du nichts tun, das passiert automatisch, ist so schwer bei sich zu bleiben, bei sich zu bleiben in der Schuld bei sich zu bleiben, in der Unsicherheit bei sich zu bleiben, in der Reue bei sich zu bleiben und zu sagen, Hey, was geht ab und. Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge, komm klar, digga, mein Name ist Jonas und in der heutigen Folge möchte ich über Reue sprechen.
Ist ein großes Wort, ein großer Begriff oder? Und der Grund ist, ich habe mich mit diesem Thema jetzt die letzten Tage die letzten 2 Wochen intensiver auseinandergesetzt. Aber es gab es im Moment jetzt vor kurzem mit einem guten Freund, den ich auch schon seit Monaten nicht getroffen hatte. Wir haben es nicht gesehen, wir waren am See, stimmt nicht, wir haben uns getroffen an dem Fluss, Wir saßen unter diesem Baum, haben kurz geredet, 10 Minuten uns ausgetauscht, das war super viel stuff, ich mein in Monaten, wenn man sich nicht sieht passiert so vieles und nach 10 Minuten ist er einfach aufgestanden und sagt Komm Let's Go, lass in den Fluss rein und er ist dann vor Reingesprungen.
Und ich einfach hinterher eiskaltes Wasser, das Gefühl von barfuß über diese glitschigen Steine und dann diesem eiskalten Wasser zu sein. Und es ist draußen einfach 30 Grad, aber dieses Wasser ist so kalt, dass du schon fast frierst. Nach 2 Minuten, und das war ein sehr lebendiges Gefühl, es war so ein sehr wow Alter, was, was machen wir hier, warum, warum mache ich das nicht öfter, ich hab das vor meiner Haustür, alter, was geht ab so.
Ich stattdessen ist, ist dieser neurotische Anteile mir zu stark und sagt, Ah nee, jetzt kein Bock, ist ein bisschen eklig, müssen danach wieder duschen bla bla bla bla bla, aber in dem Moment war mir das alles scheißegal und zwar einfach so, ja man da diesem Fluss mit einem guten Freund über Dinge quatschen und einfach leben spüren und das war genau der Punkt wo ich gemerkt habe das hier werde ich nie bereuen so ich es gibt Dinge im Leben die wir einfach nicht bereuen und.
Wann hast du einen Spaziergang bereut? Wann hast du einen Journal Eintrag bereut, wann hast du eine Meditation bereut, wann hast du ein offenes, ehrliches Gespräch mit einem Menschen, der dem Herzen liegt, bereut? Es gibt Dinge, die wir nicht bereuen und die Gründe dafür mögen vielfältig sein, aber im Kern, diese Dinge geben uns etwas, diese Dinge öffnen uns für etwas, Sie schenken uns Energie, sie öffnen uns innerlich, sie sie stehen im Einklang mit Werten, die uns am Herzen liegen und.
Und dann war auch für mich die Frage und habe ich auch mit dem Kollegen drüber gesprochen danach, so was wäre, wenn man sein Leben mehr mit solchen Momenten bereichert, die man einfach nicht bereut. So wenn du n paar Seiten im Buch liest, muss nicht viel sein, aber bereust du paar Seiten oder eben dieser Eintrag oder dieses Gespräch oder ne Runde durch zu bewegen es geht mir nicht um Optimierung, es geht mir nicht um dieses Disziplin denken und aufbauen von ganz viel gesunden Gewohnheiten, die das ganze Leben durch Takten.
Es geht mir um eine Perspektive. Die im Einklang mit den Werten steht. Aber darüber können wir noch viel sprechen. Die andere Frage ist genauso spannend, was bereue ich denn eigentlich, weil es ist einfach, darüber zu sprechen, was ich nicht bereue. Es ist einfach, darüber zu sprechen, welche tollen Dinge man tun kann, die man nicht bereut, aber was bereue ich denn, als ich für diese Folge drüber nachgedacht habe, so was für Dinge bereust du vielleicht auch im aktuellen jetzt gar nicht so groß gedacht, nicht jetzt irgendwelche Lebensentscheidungen oder sowas, sondern alltäglich.
So was bereut man. Ich persönlich, ich bereue es, wenn ich zu lange am Handy chill, so dieses Dum scroll betreibe in Inhalten verlieren, insbesondere so youtube Shorts die von irgendwelchen negativen Themen handeln, weil der Algorithmus natürlich weiß ich emotional voll darauf einsteige, das bereue ich, bereue es wenn ich zu viel Zeit damit vergeude, ich bereue es auch wenn ich zum Beispiel eine Person viel zu viel Raum gebe, um ihren ganzen negativen Staff an mich abzuladen, mir das Ohr abzukauen, jetzt gar nicht auf einer Ebene bezogen von sie spricht jetzt über emotionales Leiden oder öffnet sich, sondern wie scheiße alles ist oder wie wie Kacke andere sind, oder man lässt über eine Person oder
irgendwas der gleichen so und man setzt innerlich keine Grenze, man man steigt nicht bewusst aus und sagt, Hey, danke dir, ich mag jetzt aber gerne irgendwie weitermachen oder oder oder, sondern man tut sich der Harmonie zuliebe den. Nicht gefallen, da zu bleiben, so man man man bleibt dort und man man lässt sich weiter das Ohr abkauen und danach fühlt man sich so richtig als wäre man ausgesaugt worden, energetisch und das sind auch Momente die ich bereue, wenn ich da nicht ne klare Grenze setze und nicht für mich einstehe und wenn wir jetzt weitergehen, die Frage, was ist Reue eigentlich so und.
Es ist erstmal n komplexer Zustand oder man könnte es nicht sagen, Reue ist Schuld oder Reue ist Traurigkeit oder Reue ist Angst oder Enttäuschung. Reue ist so vieles gemischt und am Ende ne Interpretationssache und für mich persönlich war so die Reflexion, Hey, Reue ist sozusagen dieser Moment, wenn du in dem Spalt festhängst und dieser Spalt besteht daraus, dass du als Mensch ne Entscheidung getroffen hast.
Bewusst unbewusst. Egal. Und diese Entscheidung repräsentiert nicht das, was du eigentlich sein willst, was du verkörpern willst. Das heißt, es ist n Spalt zwischen den Menschen, der du warst und den Menschen, der du sein willst. Und Reue ist das Gefühl, wenn man dazwischen hängt. Und der Fehler, den wir oft begehen, ist, dass wir Reue auf unseren Wert beziehen, so dass wir uns selber dafür schlecht machen, wenn wir was bereuen, dass wir uns für schwach halten und es kritisieren und es verurteilen.
Aber Reue sagt nichts über deinen Wert, es ist im Grunde ein Signal. Es sagt etwas über deine Wahrheit, Reue, zwingt dich sozusagen auf die Folgen deines Handelns zu schauen und statt dich darüber zu definieren und dich dafür zu verurteilen, zwingt dich daraus zu lernen und erst wenn man sich das erlaubt zu fühlen.
Kann die Reue das machen, wofür sie da ist, zur Entwicklung beitragen, zu einer Integration beitragen, zu den eigenen Werten beitragen, statt dich zu verurteilen? Schau hin, so gegen welchen Wert hast du verstoßen, als du wieder zu lang am Handy hängst? So, da ist etwas, in das sich meldet und sagt, ja, wir wollen eigentlich unsere Zeit wertschätzen, wollen das selbst achten, und wenn wir da reingehen, und das erlauben uns zu fühlen, dann können wir auch wirklich. Schlauer daraus werden so und wir können ein Verkörpertes wissen uns aneignen, nicht nur jetzt intellektuell, wenn ich darüber rede und es höre und und verstehe, nein, nein, nein, was mache ich mit der emotionalen Information, wenn ich etwas bereue, was sagt mir das, ohne
in den Schuldanteil oder Charmanteil abzudriften, was sagt mir das über mich, über meine Werte und wenn wir neugierig genau da reingehen und hinschauen, dann lernen wir etwas fürs Leben. Und das nicht nur einmal, sondern immer wieder. Weil wir werden immer wieder vor solchen Prüfungen stehen, wo wir uns vielleicht für ne Sache entscheiden, die nicht nur unseren höchsten Wert im Einklang steht, und das ist nur menschlich, und wir werden es bereuen, aber was wir dann daraus machen, was wir daraus ziehen, was wir daraus lernen, das ist dann die Frage, ob wir an dem Gefühl klammern, unser gesamtes Selbstbild um Reue herum weiterentwickeln. Oder ob wir es bemerken und erkennen und mit Mitgefühl drauf schauen können und sagen, Hey,
ich hab da mal diese Entscheidung getroffen oder ich hab gestern diese Entscheidung getroffen und es ist OK und ich kann es verstehen und ich hab Mitgefühl für diesen emotionalen Zustand, für diese ganzen Themen, die mich zum Zeitpunkt belastet haben und ich kann es ziehen lassen und ich kann jetzt bessere Entscheidungen treffen und ich hatte ja auch schon eingangs erwähnt, es gibt so Dinge, die ich einfach nicht bereue und woran erkennt man das, also diese Dinge, die man, die man nicht bereut. Man könnte das jetzt Vollkomplex machen und jetzt ganz viel über Werte sprechen und das möchte ich eigentlich vermeiden. Lass uns das ganze viel simpler machen, die einfache Frage, ganz einfach schenkt dir das Energie
oder nimmt es dir Energie? Ganz simpel macht es dich eng oder macht es dich weit so körperlich, wenn du das mal auf der körperlichen Ebene betrachtest? Wenn dir ein Verhalten, eine Sache, eine Beziehung Energie schenkt. Dann ist es definitiv etwas, was du nicht bereuen wirst. Es ist etwas, was du wertschätzt und man könnte jetzt auch entgegnen, so, ja OK, aber das Bier oder der Joint, das gibt mir auch kurzfristig Energie.
Ja, das stimmt. Kurzfristig gibt dir vieles Energie, aber ich Red von einer verkörperten Wahrheit und das bedeutet, wenn du ehrlich zu dir bist, wirst du mittelfristig immer die Wahrheit spüren, weil der Joint, der wird dir vielleicht kurz den Energie Kick geben können, aber mittelfristig werd ich das immer leerer und und energieloser machen.
Das ist einfach der Punkt und wenn du da hingehst und rein und rein fühlst, dann wirst du an dem Punkt kommen wo du merkst so ey das gibt mir keine Energie. Und wenn du jetzt nach den Dingen gehst, die dir Energie schenken, frag dich mal selbst, was für Dinge schenken dir Energie in deinem Alltag?
Gibt es Dinge, die Dir Energie schenken oder besteht dein Alltag überwiegend aus Dingen, die dir Energie rauben und da würde ich auch gar kein Judgment draus machen, keine Wertung draus machen, sondern ganz nüchtern hinschauen, ganz nüchtern hinschauen, wenn das Bankkonto bei 10000€ minus ist, dann ändert es nichts, das zu kritisieren oder sich selber dafür schlecht zu fühlen, dass wir nichts am Kontostand ändern, was? Etwas ändert ist, ich schaue hin, ich schaue mir die Fakten an, ich schaue an, was gerade ist und versuche dabei bei mir zu bleiben, so gut ich kann und dann treffe ich basierend darauf neue Entscheidungen und diese Entscheidungen werden sich immer weiter akkumulieren und werden
zu einem neuen Schicksal führen. Ich hab mir auch die Frage gestellt, so was für Dinge ich niemals bereue oder welche Dinge mir ganz viel gegeben haben und ich konnte dann so für mich auf 3 Dinge runterbrechen, so wo ich sag. Das waren so meine Anker und das sind sie immer noch. 3 Dinge, die ich nie bereue. Zum Ersten ist es Meditation, das ist für mich kein Trend und es ist die Essenz, weil jede Veränderung beruht auf einer gewissen Bewusstheit, beruht auf dem Fakt, dass du deinen Fokus auf dem Moment ausrichten kannst. Wir bewegen uns die meiste Zeit innerhalb unserer Gedanken. Wir sind nicht da, wir sind nicht präsent, wir sind im Kopf, wir sind in einer Story, wir haben n Urteil über eine Person, wir haben ne Erwartung, ne
Enttäuschung, ne Angst irgendwas. Wir sind auf jeden Fall nicht hier, wir sind nicht präsent und das ist OK, es ist menschlich, Meditation ist einfach nur die Übung hier zu bleiben, den Fokus wieder auszurichten auf das, was im Moment geschieht und wenn man das wiederholt, dann wird das zu einem neuen Programm, dann wird das zur neuen Software, die man über dieses Alte drüber spielt. Und das führt wiederum dazu, dass man bewusstere Entscheidungen trifft.
Und das führt wiederum automatisch dazu, dass man ein harmonischeres Leben erfährt. Das heißt nicht, dass die Probleme weniger werden, das heißt nicht, dass das Chaos weg ist. Das heißt nicht, dass du das, dass du nie wieder struggeln wirst. Das bedeutet all das nicht, aber du bist nicht mehr so am Klammern so, die Zustände werden kommen, das Chaos wird kommen, aber du wirst nicht mehr so krass daran festhalten, dass wir durch dich hindurch fließen dürfen.
Das heißt, du wirst durchlässiger und das ist so eine Sache, die kannst du mit keinem Geld der Welt aufwiegen. So, das ist ne Sache, die ist nur zwischen dir und dem Leben, du setzt dich hin, du schließt die Augen, du spürst, was gerade da ist. Und gerade wenn es richtig viel ist, wundervoll. Genau das ist der Moment, wo du arbeiten kannst damit nächster Punkt ist journaling, etwas, was ich seit 10 Jahren oder so regelmäßig betreibe, gerade in Phasen, wo es viel wird, wo mein Kopf mehr Ordnung braucht, das ist für mich der Weg. So die Dinge aufzuschreiben, den Dingen Raum zu geben. So, ich könnte diesen ganzen kreativen Output niemals bewerkstelligen, wenn ich nicht regelmäßig, am besten täglich schreibe, auch das vollkommen
frei von dem Zwangsgedanken. Ich muss jetzt jeden Tag so und so lange Journal. Nein, es ist einfach so ne Sache, wenn du es n paar mal gemacht hast und merkst, es tut dir gut, dann brauchst du dich dafür auch nicht mehr überwinden, weil dein Gehirn die Erfahrung gemacht hat, ey, das ist schön, das gibt mir etwas das.
Ne positive Erfahrung. Es wird so abgespeichert und dann ist es auch kein Kampf. Dasselbe gilt übrigens auch für Meditation, die meisten Leute haben dazu n sehr schwieriges Verhältnis im Sinne von ich hab da keinen Bock drauf, ich will mich jetzt nicht hinsetzen, es macht mir keinen Spaß, mach es n paar mal und vergiss mal diesen Gedanken von du musst dich jetzt nur auf diesen Atem konzentrieren und wenn du es nicht schaffst hast du versagt oder ich muss jetzt irgendwie aufhören zu denken nein nein nein, du sollst gar nichts, du setzt dich nur hin. Und spürst, was immer gerade gespürt werden will. Und am Anfang macht es Sinn, ne geführte Variante zu wählen und vielleicht auf die ersten Wochen
oder Monate ne geführte Variante zu wählen, einfach nur um die Leitplanken ein bisschen zu beherrschen und zu verinnerlichen, aber dann wirst du irgendwann checken, es geht hier nicht um irgendein Ziel, es geht hier nicht um irgendetwas, was du erreichen musst. Es geht nur um ein Zurückfallen in das, was sowieso schon die ganze Zeit da war.
Und dasselbe ist Journaling. Beim Schreiben versuchst du nicht irgendwo hinzukommen, du lässt einfach raus, was gerade da ist. Die Gedanken, die dich belasten, die Aufgaben, die sich gerade vor dir auftürmen, die die vielen neurotischen Anteile, die sich irgendwie melden wollen, denen gibst du Raum, lass alles raus, kein Judgement, kein das darf ich nicht schreiben, das klingt nicht gut, egal, einfach rauslassen und du wirst bemerkt, wieviel Weisheit du bereits in dir trägst. Und wie wenig wir davon im Alltag abrufen, weil wir die ganze Zeit nur mehr und mehr uns reinpumpen. Gönn dir mal den Raum, das aufzuschreiben, das rauszulassen und das regelmäßig zu tun, weil es einfach heilsam ist. Und der dritte Punkt für mich
ist das Training, in meinem Fall das Krafttraining, so, es ist ne Sache, zu der ich viele Jahre n sehr komplexes Verhältnis hatte mit sehr viel Zwang, mit sehr viel Kontrolle und so weiter verbunden. Aber es geht mir gar nicht um das Krafttraining allgemein. Es geht mir um diesen Part regelmäßig Bewegung und für mich ist es dieses bewusste Anspannen und entspannen, was mir so so viel gibt und sicherlich auch viel in mir vom Selbstbild her stabilisiert so jemand, der trainiert wird automatisch mit gewissen Dingen assoziiert und so weiter aber das mal beiseite geschoben auf den reinen körperlichen Aspekt, so ich, ich fühl mich danach wohler, ich fühl mich danach entspannter, ich kann etwas Spannung abbauen
und. Wenn es nicht das Krafttraining ist, dann wäre es irgendwas anderes. Aber ich bin froh, dass ich das für mich zumindest gefunden habe und diese 3 Dinge sind so meine Anker, so das Meditieren, das Journal und das Krafttraining, das sind Dinge, die ich eigentlich vermutlich mein ganzes Leben lang nicht austauschen werde, sofern es mir möglich ist.
Und das sind Dinge, die ich nie bereuen werde, niemals. So, und dann kann man noch ganz viel über andere Sachen sprechen, aber vielleicht auch hier den Ball zurückgespielen dich, was sind für dich deine Anker, auf die du dich immer wieder zurück besinnen kannst und ich möchte ne Sache noch betonen, die mir am Herzen liegt, weil es ist immer n wichtiger Punkt, wenn wir diese ganzen Sachen sprechen, auch über Reue, weil wir uns einreden, wir können gewisse Dinge jetzt nicht tun, so ganz, ganz gefährliche Story, die wir uns erzählen, so, ich kann das jetzt gerade nicht tun, weil XY ich kann gerade nicht glücklich sein, ich kann gerade nicht frei sein, weil Punkt, Punkt, Punkt. Job kinderbeziehungen Themen,
die dich belasten, so die Sache ist aber folgende, Du hast immer n Handlungsspielraum. Es gibt immer einen Raum in dem du wirken kannst in deinem Leben und sei ja noch so klein seien seien es seien es nur die 20 Minuten, die du in deinem Alltag dafür frei machen kannst. Frag dich halt selber, welcher Sache würdest du gerne mehr Raum geben so?
Vielleicht willst du mehr malen, vielleicht möchtest du mehr in die Meditation einsteigen, vielleicht möchtest du selber gerne mal trainieren oder n neues Hobby ausprobieren. Egal wie kannst du dem Ganzen regelmäßig mehr Ausdruck geben, welchen Raum kannst du dafür nehmen und dann nimmst du diesen Raum. Du musst ihn dir nehmen, weil genau das ist der Punkt. Wenn du schon so in diese Story abgeleitet ist mit ich kann das nicht und es wird nichts und dann beginnt die Reue zu wirken, dann beginnt ein paar Jahren diese Story, ich hätte mal und ich sollte mehr und so weiter und so weiter aber hey, du bist jetzt hier, es gibt Räume in deinem Leben, die kannst du frei machen, es gibt einen gewissen
Handlungsspielraum, gewissen Handlungsraum in dem du wirken kannst, den erschließt du dir. Und dann beginnst du genau da und dieser Raum wird mit der Zeit größer und wird sich überlagern. Überall das, was vielleicht jetzt im Moment noch nicht so optimal läuft. Es geht nicht darum, dass es für immer optimal laufen wird oder in Zukunft es optimal laufen wird, es geht darum, dass du jetzt im Moment wieder einen Raum erschließt, wo du Wirkung spürst. Das ist das, was wir als Menschen brauchen. Wir brauchen dieses Gefühl von Wirkung, wir wollen nicht einfach nur passive Zuschauer sein, die funktionieren in dem System, in dem sie Leben, in dem Familiensystem beziehungssystem wir wollen wirkungsvolle
Menschen sein, weil dafür sind wir hier, wir haben nicht diese ganzen Skills und diese ganzen Ideen und diese ganzen Dinge in uns um. Zuzuschauen, wie andere Leute ihr Leben leben, sondern wir sind hier, um voranzugehen mit unserer Haltung, um einzuwirken, um die Dinge so zu machen, wie wir sie als schön empfinden. Und Ach ja, das ist eine Reise für sich, aber es ging hier um Reue und ich möchte noch mal eine Sache erzählen, weil das Thema vielleicht noch ein bisschen fundamental aufgreift. 2017, also fast 10 Jahre her war ich mit meinem Vater zusammen zu zweit in Ägypten, so das ganze können wir jetzt als Urlaub framen, aber es war, es war mehr als das, es war für ihn eine Art Geschäftsreise, wenn du so
willst. Aber man muss auch verstehen, mein Vater hat seit 2008 eine halbseitige Lähmung durch Schlaganfall und war entsprechend auch etwas ja angewiesen, einfach auf Hilfe und auf Pflege auch. Entsprechend war meine Rolle der jetzt nicht nur irgendwie der Sohn, der jetzt mit in den Urlaub fährt.
Und wir haben jetzt ne coole Zeit als Vater und Sohn, sondern es ging mehr auch darum, dass ich da bin, unterstütze Koffer, trage gewissermaßen Pflege, und das war für mich OK so. Ich hatte mit ihm zum Zeitpunkt jetzt nicht den tiefsten Draht und ich hab mir gedacht, so ne Möglichkeit das noch mal vielleicht zu vertiefen und You Never know weißt du, weil gesundheitlich ging es ihm auch nicht gut also es ist ne sehr emotionale, emotional geladene Sache gewesen.
Und Longsoy Short, dieser Ägypten Trip, der war extremst fordernd so, er wurde krank und ich wurde dann auch krank haben auf eine andere Art. Ich hatte dann so brutal zu Kopfschmerzen sehr sehr hohes Fieber, ja das das war dann der Trip so nach einer Woche dann fertig, ich war fertig mit den Nerven so ich wollte einfach nur nach Hause und dann.
War es so, dass wir so zurückgeflogen sind und er die Zugtickets im Flugzeug vergessen hat? Und da er den Behindertenausweis hat, kann er mich quasi oder kann er mit Regionalbahn kostenlos durch die Gegend fahren und konnte auch eine Begleitperson dabei mitnehmen, sondern war sein Vorschlag mich quasi zu mir in den Norden zu fahren mit einer Regionalbahn und er fährt dann quasi wieder zurück so. Das war so dann der Punkt.
Dann haben wir das auch so gemacht, dann tuckern wir halt so ein paar Stunden durch die Gegend, irgendwann so kurz vorm Zielort angekommen, damals bei mir Lübeck, hat er dann so in den Raum gestellt, ob er bei mir übernachten könnte, ob ich eine schlafmöglichkeit hätte und ich habe, ich habe einfach, also ich habe einfach keinen Bock drauf gehabt, so, ich hatte da einfach überhaupt keinen Nerv mehr für, ich war so im Limit.
Dass ich gesagt habe, sorry, es geht nicht und so einfach zu judgen ist darüber, aber es will jetzt im Raum stehen lassen für mich auf jeden Fall klar, es geht nicht so ich ich will jetzt einfach diese ganze Woche, ich will es abhaken und ich möchte nach Hause kommen und ich möchte meine Ruhe haben und er ist dann wieder zurückgefahren und er hat auch kein Gepäck mehr dabei bei The Way also das ganze Gepäck was wir dabei hatten das waren 3 Koffer und ich kann nur mit Handgepäck.
Das wurde in Ägypten gelassen, weil da waren Verwandte und dann hat er die ganzen Koffer da waren also ganz viele Geschenke drin und so Zeug und ach, ich könnte über über diesen Trip könnte man eine ganze Folge machen, das wäre eine Mischung aus Comic, Sketch und Absurdität und essenzielles Chaos, jedenfalls ist er dann zurückgefahren.
Ich war dann in Lübeck angekommen, ich war an dem Abend einfach noch fertig und habe mich gefreut, einfach zu Hause wieder zu sein und und mal kurz anzukommen. Und dann im Nachgang kam aber auch dieses Gefühl von Jo, du hast dein Vater in dem Zustand alleine wieder zurückfahren lassen, so 3 Monate später kam dann die Botschaft, dass er auf einer Intensivstation liegt und ich fuhr dann damals runter und am nächsten Tag, als wir dann dort als.
Familie noch mal rein sind, war schon um 10:00 Uhr, so die Meldung. Die Geräte wurden abgestellt so der Kreislauf konnte nicht mehr stabilisieren, Vater ist tot und ich erinnere mich noch genau an diesem Moment, als ich dann bei ihm im Raum war, da war noch angeschlossenen, also die Schläuche und so waren noch im Mund und außer abgestellte Geräte abgestellt und das. Dann stand ich da und da ist dieser leblose Körper. Du spürst irgendwie auch, das ist ein ganz surrealer Moment, weil ein ganzes Gehirn so eine neue Realität irgendwie modellieren muss, so, das ist jetzt, dieser Mensch ist einfach nicht mehr da, spüre diese Energie und nicht mehr da ist also dieser, dieser Mensch, dieses Wesen, das in diesem Körper gelebt hat, einfach nicht
mehr da ist. Der Körper wirkt auf einmal nur noch wieso eine leblose Hülle, wieso eine Schale? Sehr surreal. Und warum erzähle ich das? Ich habe dieses Gefühl von Reuek verspürt, dieses Gefühl von Reue, wo, wo er sozusagen noch diesen Wunsch hatte, Hey, bei mir zu schlafen, vielleicht auch, weil er erschöpft ist, logischerweise von den ganzen Trip und jetzt jetzt nicht noch den ganzen Weg zurückfahren wollte und ich aber in meinem eigenen Ego und auch vielleicht bei meinen Grenzen gesagt habe, so nee, es geht nicht so, es geht einfach nicht.
Und ich verurteile mich nicht dafür. So, ich verstehe mich, ich, ich war damals wirklich in einem Moment emotional komplett fertig so, ich wollte nicht fertig und natürlich kann man es auch nie, also retrospektiv ist es so einfach zu urteilen, was hätte man anders machen sollen, welche Werte wären wichtiger gewesen, aber darum geht es eben nicht, sondern sich auch mit Verständnis den Raum zu geben, nicht daran zu klammern zu sagen, wie konnte ich nur.
Was bin ich nur für n Mensch? Nein, ich bin ein Mensch und die emotionale Verfassung und das alles, was mich damals getrieben hat und das alles, worüber ich damals nachgedacht hab, das hat mich alles sehr stark beeinflussen geprägt, und das war das Ergebnis, was ich gesagt hab. Nein, und das ist OK, aber ich kann daraus lernen, ich kann daraus lernen, das ist Information, es sagt was über mich und meine Werte so, und in diesem Fall waren krasser Wertekonflikte am Start. So 2 Dinge, die einfach miteinander kollidiert haben. So dieses Fürsorgliche für die Familie und dieses ich will selber einfach nur chillen und runterkommen und für mich selber Sorgen.
So und das Konflikt und wir alle erfahren das im Leben immer wieder, muss nicht so existenziell sein, dass du jetzt gleich irgendwie so diesen letzten Moment mit deinem Vater auf so ne Art und Weise verbindest, aber alltäglich das Handy, die die fehlende Präsenz, wenn wir mit unserem Kind. Zusammen sind die die Wahrheit, die nicht richtig ausgedrückt wird, weil man Angst hat vor Konsequenzen.
Die Gefühle, die nicht zugelassen werden, weil man Angst hat, dass sie einen über Rennen, über Rennen und und und zu fürchterlichen Dingen führen, so in uns lebt und in uns existiert so vieles, so viel Widersprüchliches, und statt alles davon festzuhalten und zu kategorisieren, zu beurteilen, zu etikettieren. Ein Moment, ein Moment erlauben erlauben, dieses Chaos zuzulassen, Mensch zu sein, sich weniger zu verurteilen. Du bist hier mit dir dein gesamtes Leben lang und es gibt nur eine Sache, die du tun musst. Das Versprechen, gut zu dir zu sein, auf dich aufzupassen, auf deine Bedürfnisse zu achten, dich nicht ständig zu übergehen, den Körper nicht ständig zu übergehen. Die Dinge zu fühlen, die Dinge
zu achten, die du fühlst. Denn Gefühle sind heilig, auch wenn sie schwerwiegen, auch wenn dein Leben dich fordert und überfordert, deine Gefühle sind heilig, sie sind nicht immer das beste Navigationssystem, aber sie sind heilig, weil deine Gefühle dir Signale senden und Reue als ein komplexes Gefühl, als ein komplexer, vielleicht metakognitiver Zustand, wenn du so willst, weil viel Interpretation drin steckt, ist ein. Hinweis ein Signal, dass du mit Neugier dir anschauen darfst, dass dich darauf hinweist, was dir am Herzen liegt. Deswegen bereue nicht, dass du Dinge nicht getan hast, sondern frag dich, was du daraus über dich lernen kannst. Was dir wichtig ist, wie du die Sache annehmen und damit auch loslassen kannst.
Weil das ganze Bild, was man von sich selbst hat, darüber aufzubauen, was man bereut, was man nicht getan hat, was man sich nicht getraut hat. Du wusstest es nicht besser, es ist so einfach, sich selbst zu verurteilen, so einfach es viel zu einfach, sich selber fertig zu machen, sich selber zu kritisieren, das ist der einfachste Weg, dafür musst du nichts tun, das passiert automatisch, es ist so schwer bei sich zu bleiben. Bei sich zu bleiben in der Schuld, bei sich zu bleiben, in der Unsicherheit, bei sich zu bleiben, in der Reue bei sich zu bleiben und zu sagen, auch das darf sein, unsere Zeit hier ist begrenzt, du hörst es hier gerade und dein Gehirn schaukelt in dieser Gewissheit von du hast
auch ganz viele Jahre, aber die Wahrheit ist, du weißt es nicht. Es könnte sein, dass du vielleicht nur noch ein Jahr ist, nur noch ein halbes Jahr vielleicht und noch 50 Jahre ist auch egal, weil niemand kann mit Gewissheit sagen, wieviel Zeit man noch hat. Aber wenn du wirklich mal mit dem Tod in Begegnung kommt, dann wird er relativ schnell klar, was noch wert hat und ich hier komme wieder.
Zurück auf dieses Thema Reue. Es geht mir nicht darum, dass du sagst, ich lass alles hinter mir, ich pack die Koffer und mach alleine mein Ding, sondern welche Dinge schenken die Energie mehr davon, welche Dinge rauben die Energie, lass sie drauf gehen, lass diese Muster drauf gehen für sie noch so lange aus wie du meinst, mach sie bewusst und du wirst irgendwann das Verlangen verlieren, weil du merkst diese Dinge geben dir nichts. So, du brauchst dir nichts verbieten, du darfst dir alles erlauben, aber eine Art Bewusstheit, in der du selbst zutraust, Entscheidungen zu treffen und auf diese Weise formst du ein Leben, das nicht mehr an Reue hängt, sondern auf Selbstachtung aufbaut.
Danke und wie du weißt, es gibt diese App, bleib hier, die wir von mir ans Leben gerufen haben und ich möchte sie dir einfach an dieser Stelle ans Herz legen, wenn du sie nicht kennst. In dieser App geht es basically darum, genau das zu tun, worüber wir hier sprechen. Jeden Tag aufs Neue, weil wir es immer wieder vergessen. Hier bleiben, das Ganze durch einen Daily Reminder, der dich daran erinnert und eine Practice, mit der du das Ganze wirklich verkörperst und spürst.
Wenn du dazu mehr wissen willst, dann Check einfach die Beschreibung ab, dort ist der Link zur App und ich sag an dieser Stelle von Herzen danke für deine Zeit, danke, dass du hier bist und hier bleibst und wir hören uns das nächste Mal. Wenn es wieder heißt, komm klar, digga.