PUR+ Wissendrin mit Eric

28| Schlagfertigkeit: So kannst du sie trainieren!

Freitag, 17. Oktober 2025 · 22 min

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Shownotes

Kennt ihr das: irgendjemand drückt euch einen blöden Spruch und ihr würdet am liebsten total cool und unbeeindruckt mit einem passenden Spruch kontern – aber in eurem Kopf ist nur: Leere! Sehr ärgerlich! Wäre doch super, wenn man so schlagfertig wäre und auf eine doofe Anmache immer eine passende Antwort hätte. Und tatsächlich, das geht! Wie? Das erfahrt ihr in dieser PUR+-Podcast-Folge. Zusammen mit einer Schulklasse und der Schlagfertigkeitstrainerin Nicole Staudinger lernt ihr verschiedene Techniken, die helfen richtig und spontan zu reagieren und – fast - nie mehr sprachlos zu sein. Fast, weil es leider doch immer mal wieder Situationen geben kann, in denen uns trotz aller Techniken und Übung nix einfällt. Das nennt man dann einen „Blackout“. In unserer Rubrik „Besserwissendrin“ erfahrt ihr, wie er entsteht, warum er jedem passieren kann und welchen Tipp Schlagfertigkeitstrainerin Nicole für solche Situationen hat.
Und was macht Eric zum Thema Schlagfertigkeit? Er stellt sich einer ganz besonderen Schlagfertigkeits-Challenge. Er muss für ein Rap-Battle auf die Bühne und gegen einen Schlagfertigkeitsprofi antreten. Und die besondere Herausforderung: am Ende wird es ein Publikum geben, das beurteilt, wer von den beiden besser gerappt und dann gewonnen hat. Wie es ausgeht, erfahrt ihr am Ende der Folge. Also, reinhören und dranbleiben! Viel Spaß dabei!

Diesen Podcast und viele TV-Folgen der Sendung PUR+ findet ihr auf: kurz.zdf.de/J569/ (eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=ht…)

Moderation: Eric Mayer
Expertin: Nicole Staudinger, MC Stee
Autorinnen dieser Folge: Susanne Dittebrand, Lena Kohlwes, Sandra Palm, Wolfgang Pruss
Sounddesign: Joé Fleischhauer
Produktionsleitung Kugel und Niere: Michael Bartlewski
Redaktion Kugel und Niere: Lena Kohlwes
Produktionsmanagement ZDF: Markward Barollo, Sylvia Wahmes
Redaktion ZDF: Brigitte Böttcher, Susanne Dittebrand
Leitung der Sendung: Silke Penno
Kontakt: wissendrin@zdf.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hi Leute, hier ist Erik. Hattet ihr schon mal eine Situation, in der euch jemand einen doofen Spruch gedrückt hat und ihr hättet dann am liebsten total cool und unbeeindruckt etwas erwidert, aber in eurem Kopf war nur so... Leere. Und dann steht man da und kriegt kein Wort raus. Meistens fällt einem dann Stunden später ein guter Spruch ein.

Aber dann ist es natürlich viel zu spät. Total ärgerlich. Aber ich verspreche euch, nach dieser Folge wird alles anders. Denn heute sprechen wir über das Thema Schlagfertigkeit. Und unsere Expertin in dieser Folge sagt, Schlagfertigkeit können wir alle lernen. Tja, und was mache ich für euch zum Thema Schlagfertigkeit? Ich stelle mich einer ganz besonderen Schlagfertigkeits-Challenge.

Und ich verrate nur so viel. Ich muss für ein Rap-Battle auf eine Bühne gegen einen Schlagfertigkeits-Profi antreten. Wer am Ende gewinnt, das erfahrt ihr am Ende der Folge. Also unbedingt dranbleiben. Ihr hört Wissen Drin, den Podcast von Purplus. Mit mir, Erik. Ich bin auf der Suche nach Antworten, die sich oft nur durch Ausprobieren finden lassen.

Meine Mission, was andere nur wissen, will ich mit euch erleben. Momente, in denen man blöd angemacht wird, die kann man nicht verhindern und die sind jedem von uns schon mal passiert. Auch auf dem Schulhof kommt es immer mal wieder zu solchen unangenehmen Situationen. Das kennen auch die Schüler und Schülerinnen aus der 7a des Kölner Hansa Gymnasiums.

Das war mal ein Junge und der hat einen sexistischen, also frauenfeindlichen Spruch gebracht und da hätte ich gerne was gesagt. Also ich bin meistens der Kleinstin in der Klasse und deswegen werde ich es dann oft als Gartenzirk oder als Schlumpf oder so bezeichnet und dann würde ich auch manchmal gerne was sagen, womit ich mich dann mit Worten wehren kann.

Was Passendes sagen, sich mit Worten wehren, genau das soll die 7a heute lernen und bekommt Besuch von unserer Expertin Nicole Staudinger. Sie ist Schlagfertigkeitstrainerin und ihr Ziel ist Ich bringe Menschen bei, wie man schnell auf einen coolen oder auch doofen oder sinnfreien Spruch reagieren kann.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in einen Stuhlkreis und Nicole steht in der Mitte. Alle hören ihr gespannt zu. Und ich habe jetzt am Anfang schon was Neues gelernt. Schlagfertigkeit kann man sich beibringen lassen. Ich dachte ja immer, für Schlagfertigkeit muss man besonders kreativ sein. Und das kann man oder man kann es halt nicht. Ich bin gespannt, wie Nicole die Schüler und Schülerinnen schlagfertig machen will.

Jeder Mensch bringt gute und schlechte Seiten mit sich. Die Kunst ist nur die, dass ihr euch für eure scheinbar schlechten Seiten nicht doof findet. Nicole möchte also, dass man die guten Seiten an sich selbst entdeckt. Dafür hat sie einen Spiegel mitgebracht. Nacheinander sollen die Schülerinnen und Schüler nun in den Spiegel schauen und erzählen, was sie an sich selbst mögen.

Meine Augen und dass ich nicht zu klein oder zu groß bin. Ein nettes, hilfsbereites Mädchen. Also ein großes Mädchen, also ziemlich selbstbewusst. Probiert das doch selbst mal zu Hause aus. Stellt euch vor den Spiegel, schaut euch einen Moment lang an und zählt dann laut auf, was euch gefällt, wenn ihr in den Spiegel schaut.

Das fühlt sich vielleicht erstmal ein bisschen komisch an, aber ihr werdet merken, wie das eurem Selbstbewusstsein einen richtigen Boost gibt. Okay, der erste Schritt ist also getan. Es reicht aber nicht, Selbstbewusstsein nur zu haben, man muss es auch zeigen können. Und dafür hat Nicole eine ganz einfache Übung mitgebracht. Da könnt ihr zu Hause auch direkt mitmachen.

Stellt euch bitte alle mal so hin, dass ihr glaubt, dass ihr im sicheren Stand steht. Wie sind eure Füße? Wie würdet ihr die beschreiben? Im sicheren Stand stehen. Ich mach das mal so, wie ich denke. So, also ich stehe jetzt gerade, die Beine sind so hüftbreit geöffnet. Und meine Hände, die habe ich an den Hüften angelegt. Sieht das bei euch so ähnlich aus?

Super. So, wir stehen jetzt ungefähr so wie die Schülerinnen und Schüler der 7c. Nicole wirkt zufrieden. Wie sind eure Füße? Wie würdet ihr die beschreiben? Die sind nach außen offen, ganz genau. Und jetzt seid so lieb, dreht einmal die Fußspitzen vorne nach innen zueinander. Kommt, das machen wir jetzt mal direkt mit.

So, Fußspitzen nach innen. Habt ihr gemacht? Wie fühlt ihr euch? Klein. Klein. Oh, klein sogar, wie noch? Und wackelig und unbeachtet. So, als würde ich mich ein bisschen verstecken, so. Schüchtern. Stimmt, den Unterschied kann ich auch bemerken. Und ihr? Und ihr? Wie wir stehen und uns bewegen, also unsere Körpersprache, hat auch Einfluss auf unsere Gefühle.

Und gleichzeitig bestimmt die Körpersprache auch, wie uns andere wahrnehmen. Was glaubt ihr, in welcher Position bekommt ihr eher einen blöden Spruch zu hören? Ja, natürlich, wenn man so eingeschüchtert steht. Ganz genau. Wenn ihr selbstsicher auf dem Schulhof steht, im sicheren Stand, glaubt ihr, dass ihr da oft blöd angemacht werdet? Nein.

Höchstwahrscheinlich nicht. Selbstbewusstsein ausstrahlen hilft also schon mal. Aber manchmal kommt es vor, dass das nicht reicht und man trotzdem einen doofen Spruch gedrückt bekommt. Jetzt ist ja die Frage, was sage ich denn nun? Was sage ich denn nun, wenn einer sagt, ey Alte, guck nicht so blöd. So, und da schauen wir uns jetzt mal so ein paar Techniken an, dass ihr nie mehr sprachlos da steht.

Wir gucken uns erst mal die Technik an, ob es nicht vielleicht ein paar Notfallsprüche gibt, die wir uns mal so zurechtlegen können. So kurze, knackige Notfallsprüche. Aha, wir bereiten uns also vor, indem wir uns eine kleine Sammlung von Sprüchen anlegen, die wir in allen möglichen Situationen benutzen können.

Fällt euch da vielleicht schon was ein? Die 7a hat schon ein paar Ideen. Also ich sage zu Leuten meistens immer, was bist du denn für ein Vogel? Du hast doch selber nichts drauf, außer Zahnbelag. Vielleicht auch sagen zum Beispiel, ja, das hast du super bemerkt. Das sind ja echt schon mal ein paar nützliche Sprüche, die wir uns merken können.

Ihr könnt euch natürlich auch noch eigene überlegen. Ihr werdet sehen, das macht richtig Spaß, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Aber neben passenden Sprüchen spielt es auch eine große Rolle, wie schnell man beim Schlagfertigsein ist, weiß Trainerin Nicole. Wie lange habt ihr überhaupt Zeit zu überlegen? Fünf Sekunden.

Kommt, ich sag es jetzt nur mal so. Deine Mutter ist voll hässlich. Deine auch. Super, aber fünf Sekunden, habt ihr gemerkt, wie lang das ist? Das ist schon lang. Fünf Sekunden sind also zu lang für eine schlagfertige Antwort. Aber wie viel Zeit hat man denn, um zu antworten? Es sind keine fünf Sekunden, es ist Gott sei Dank auch nicht nur eine, es sind drei.

Es ist 21, 22, 23, jetzt muss die Antwort aber rauskommen. Aber auch wenn wir uns Sprüche zurechtlegen, kann es immer wieder passieren, dass uns weder in drei Sekunden was einfällt, noch in fünf, noch überhaupt. Wir sind einfach sprachlos und unser Gehirn ist wie blockiert. Dann spricht man von einem sogenannten Blackout.

Was das genau ist und wie der entsteht, das erfahrt ihr jetzt in unserer Rubrik Besser Wissen drin. Besser Wissen drin Besser Wissen drin. Stellt euch vor, ihr seid in der Steinzeit. Ihr seid auf Jagd, weil ihr dringend was zu essen braucht. Ihr habt euren Speer dabei und schleicht ganz leise durch den Wald.

Plötzlich raschelt es im Busch und ein Säbelzahntiger springt vor euch. Von jetzt auf gleich ist euer Gehirn im Alarm-Modus. Es geht um Leben oder Tod. Innerhalb von Millisekunden müsst ihr entscheiden, angreifen oder wegrennen. Genau dasselbe passiert, wenn ihr zum Beispiel von dem Schüler aus der Nachbarklasse blöd angemacht werdet.

Zwar müsst ihr da nicht über Leben und Tod entscheiden, aber für euren Körper hat es dieselbe Auswirkung. Purer Stress. Unser System schaltet sofort in den Alarmmodus. Und das sieht dann so aus. Der Hypothalamus, also sozusagen die Steuerzentrale im Gehirn, erkennt die Bedrohung und schlägt Alarm. Das Gehirn beauftragt die Nebennierenrinde damit, die Stresshormone Adrenalin und Cortisol in euren Blutkreislauf zu pumpen.

Adrenalin sorgt dafür, dass euer Herz schneller schlägt. Euer Körper wird wach, vor allem eure Beinmuskeln werden ordentlich durchblutet, damit ihr im Notfall rennen könnt. Eure Atmung wird schneller, damit mehr Sauerstoff in die Muskeln kommt. Diese Reaktion hat uns Menschen in der Urzeit extrem geholfen, wenn es darum ging, vor Raubtieren zu fliehen.

Da hatten wir keine Zeit, in Ruhe zu überlegen. Durften wir auch nicht. Denn es war klar, hier wird nicht viel geredet und gedacht, sondern weggerannt. Und das wir gar nicht denken können, das liegt am Cortisol. Das blockiert nämlich bestimmte Verbindungen im Gehirn, vor allem die, die fürs Denken zuständig sind.

Die Folge? Eure Energie geht durch das Adrenalin in die Muskeln, aber, der fühlt sich dank Cortisol plötzlich leer an. Wie ausgeschaltet. Ihr seid also bereit zu kämpfen oder wegzulaufen, aber nicht, um spontan einen cleveren Satz rauszuhauen. Und genau das ist der berühmte Blackout. Warum ihr nicht nur bei Angst und Stress Probleme mit Schlagfertigkeit habt, sondern auch wenn ihr wütend seid, das erfahrt ihr in unserer Folge, na klar, über Wut.

Hört da gerne mal rein, wenn ihr es verpasst habt. Aber zurück zum Blackout und unserer Klasse. Schlagfertigkeitstrainerin Nicole hat genau für solche Situationen, in denen unser Kopf einfach nur leer ist, auch eine Lösung parat. Das ist die sogenannte Zwei-Silben-Antwort. Eine schöne Zwei-Silben-Antwort ist zum Beispiel, ach was, oder sieh an.

Hör mal, der Pulitzer war scheiße. Ach guck. Zwei-Silben-Antwort, also kurz und knackig. Obwohl einem gar nichts Schlaues einfällt, ist man nicht sprachlos, wirkt souverän und man kann entscheiden, ob man noch mehr kontert, einfach weggeht oder das Gegenüber ignoriert oder vielleicht das Thema wechselt.

Ein simpler Trick mit großer Wirkung. Fallen euch noch weitere zwei Silbenantworten ein? Die 7a hat auf jeden Fall noch ein paar Ideen. Na was? Korrekt. Erstmal Hallo. Und jetzt? Ja, ja. So, so. Richtig. Exakt. Ihr seht, die simpelsten Ausdrücke können große Wirkung entfalten. Schlagfertigkeit ist also echt kein Hexenwerk. Denn man kann es ganz einfach üben.

Die 7a teilt sich jetzt in Zweiergruppen auf. Der Stuhlkreis wird aufgelöst und die Pärchen stellen sich gegenüber. Sie sollen jetzt üben, in verschiedenen Situationen die gelernten Techniken anzuwenden. Einer bringt einen Spruch, der andere muss schnell reagieren. Wie siehst du denn aus? Besser als du. Du bist voll fett. Lass mich doch, ich fühle mich so schön.

Du stinkst. Ich weiß, ich habe eine Woche dafür gearbeitet. Du bist voll fett. Wenn du Fett als Muskel bezeichnest, Das klappt ja schon richtig gut. Und das nach nur einem Vormittag Training. Es waren aber auch echt gute Tipps, die man ganz einfach selbst ausprobieren kann. Wir erinnern uns, die eigenen Stärken erkennen, selbstbewusst auftreten und niemals klein machen, laut sprechen, Notfallsprüche zurechtlegen und im Fall eines Blackouts die zwei Silben antworten.

Wie geht es den Schülerinnen und Schülern jetzt nach dem Training? Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass man daran was ändern kann, wie man eigentlich so ist. Aber heute nach dem Tag habe ich gesehen, dass es klappt. Ich glaube, mir hat es gebracht, dass ich mich jetzt schneller wehren kann mit Wörtern.

Ich habe auch gelernt, wenn einem jetzt wirklich nichts einfällt, dann bringt man einfach einen kurzen Spruch, der halt immer passt. Voll cool zu sehen, dass es also möglich ist, Schlagfertigkeit zu trainieren. Das könnt ihr ja auch mal zu Hause ausprobieren. Schnappt euch einen Freund oder eine Freundin und übt mal den Ernstfall.

Wahrscheinlich geht es euch danach genauso wie der 7a und ihr traut euch beim nächsten Mal gleich viel mehr. Apropos Trauen. Ich hatte euch ja versprochen, dass ich mich einer ganz besonderen Schlagfertigkeits-Challenge stelle. Rap-Battle auf einer Bühne gegen einen Schlagfertigkeits-Profi. Und wer wird gewinnen?

Also eins kann ich euch hier schon mal verraten. Ich habe dabei mehr gebraucht als nur die zwei Silben-Antworten. aber eins nach dem anderen. Zuerst bin ich nach Hamburg gefahren. Da hat nämlich Rapper MC Stih Rap Battles organisiert, bei denen sich zwei Rapper auf der Bühne so richtig mit Worten fertig machen.

Da wird geschimpft und beleidigt, was das Zeug hält. Natürlich ohne Gewalt. Auch wenn die keinen echten Streit haben, ist das Ziel das gleiche. Den Gegner mit Worten fertig machen. Und das passiert komplett spontan, ganz ohne Vorbereitung. Und genau das ist auch meine Challenge. Ich muss mich später mit MC Stee auf der Bühne battlen und ein Publikum wird entscheiden, wer von uns beiden gewinnt.

Ich habe keine Ahnung, ob ich das überhaupt kann. Ich treffe mich mit MC Stee und zwei seiner Rap-Kumpel direkt in der Bar, wo auch das Rap-Battle stattfindet. Hier sieht es ein bisschen so aus wie das Wohnzimmer von meiner Oma. Mustertapete, Teppich, alte Möbel. Nur mit Bühne und DJ-Pult. MC Stee steht da mit seinem Sweater und seiner Cap, so wie man sich einen Rapper eben vorstellt.

Ich habe das noch nie gemacht und ich habe ein bisschen Angst, dass ich es auch nicht hinkriege. Was meint ihr? Könnt ihr mir das beibringen? Ein bisschen üben können wir. Seid nicht enttäuscht, wenn es nicht gleich ganz flüssig klappt. Aber wir werden uns Mühe geben, dir ein bisschen was mit auf den Weg zu geben.

Und dann will ich noch wissen. Was meint ihr? Wird das peinlich für mich werden? Irgendwie schauen bei der Frage alle so ein bisschen unter sich und keiner will richtig antworten. Bis einer der drei grinst, mit dem Kopf nickt, Ja sagt und alle lachen. Na super, das kann ja was werden. Aber bevor ich ran muss, zeigen mir die Profis erstmal wie es geht.

Der DJ legt die Musik auf und die Rapper stellen sich einander gegenüber und MC Stih fängt an. Ich nehm dir das Wort aus dem Mund so wie ein. Ist klein wie ein Gartenzwerg und die Zuschauer der Sendung sind von ihm total genervt. Und dann kontert sein Kumpel sofort. Jo, okay, das Aperitif liefer ich dir gleich und hack dich klein und spieß dich auf den Schaschlikspieß. Dann steckst du da mit deinem Repertoire.

Ich weiß, dass hier noch nie ein besserer Rapper war. Also guck mal mich an und schon wirst du schüchtern. Und du weißt genau, da kann nix mehr passieren, weil da geht nix ran. Alter, er kann nix. Ich kenn ihn echt lange. Er kommt nicht klar ohne seine Bettpfanne. Ohne Krankenschwester, die ihm den Po pudert. So sieht das aus, Alter.

Dazu ziehst du ein schlechtes Ruf, Bruder. Alter, gut rappen kann er halt nicht. Deswegen mach ich ihm täglich in meiner Bettpfanne ein Pfannengericht. Und er mag das grundsätzlich und isst es gern. Ist egal. Rappen kann man nichts mehr lernen von uns beiden. Wow. Super, das ist ja der Hammer. Das ist ziemlich lustig, aber trotzdem auch irgendwie ein bisschen gemein, oder? Aber lustig ist es.

Das sollte sein, damit auch der Zuschauer irgendwie auch Spaß dabei hat. Spaß dabei haben, ob ich das werde? Bei den beiden sieht das ja alles so lässig und einfach aus. Da kommt ein Spruch nach dem anderen in einem rasenden Tempo. Woher haben sie so schnell die Textideen? Du musst einfach im Prinzip das nehmen, was du um dich rum hast in deinem Umfeld, aufgreifen.

Was natürlich immer sehr schön zu nehmen ist, ist, wenn jemand eine Vorlage liefert, direkt darauf einzugehen. Er erzählt mir was von der Bettpfanne, ich sage, alles klar, ich mache ihm nur ein Gericht drin. Ja, aber das ist ja so eine gute Idee, die hast du in dieser Sekunde gehabt eben. Genau. Okay, also theoretisch habe ich es verstanden, wie es geht.

Mal sehen, wie mein erstes Rap-Battle gegen MC Stieh jetzt klappt. 40 MC battlet heute Erik. Der Typ kann nichts und er versteht nichts. Okay Mann, ich denke, was fehlt dir nur? Alles andere mit Style und deiner Gelfrisur. Ey, du denkst, deine Reims sind superfam, aber ich muss sagen, ey, du bist gar nicht nett. Ich komme hierher und will von dir was lernen und du sagst mir, ich greife nach den Sternen, aber die sind ziemlich hoch für mich.

Ich ziehe dich später garantiert über den Tisch. Okay, wow. Jetzt habe ich gemerkt, dass man total konzentriert sein muss, wenn man sich einen Konter überlegen will, der sich dann auch noch reimen soll. Ich werde immer nervöser, wenn ich daran denke, dass das jetzt nur eine Probe war. Später muss ich mich mit MC Stieh auf der Bühne vor vielen Leuten betteln, die dann ja auch noch darüber abstimmen, wer der Bessere von uns beiden ist.

Wie schätzt MC Stieh meine Chancen ein? Aber in der Regel sitzt man halt auch zwei Jahre zu Hause oder drei und übt das für sich und geht nicht direkt auf die Bühne unter dem Gesichtspotenzial. Doch recht mutig, was du da machst. Okay, hoffentlich kommen zu meinem Mut noch Glück und viele coole Sprüche dazu.

Denn dann ist es auch schon so weit. Die ersten Gäste kommen, die Tische werden immer voller und ich immer nervöser. Und dann stehen MC Stih und ich auch schon auf der kleinen Bühne vor allen Leuten. Ich habe mein Mikro in der Hand und der DJ ist ready, mir meinen Beat zu geben. Und bevor ich viel überlegen kann, geht's auch schon los. Ich muss echt sagen, ey, ich hab's noch nie gemacht.

Wär total fies, wenn ihr über mich lacht. Aber so gemein zu sein, das ist nicht toll. Deswegen sag ich, ey, du hast die Hosen voll. Heute burn ich diesen Typ von Purplus, diesen Erik. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Er klettert auf die Bühne drauf und nimmt das Mikrofon und da kommt ja nur Übles raus. Ey, so kann es laufen.

Alter, wisst ihr doch, den Typ, den schicken wir auf den Fischmarkt als Fischgeruch. Oh, oh, ey, Fischchen find ich eigentlich ziemlich cool und ess ihn gern und außerdem guck ich auch ziemlich gerne fern. Nur wenn ich dich in der Glotze seh, muss ich kotzen gehen und deswegen muss ich hier oben jetzt trotzdem stehen.

Ja, aber ist okay, der Battle läuft so weit und ich glaub, die Leute, die wissen ab heut Bescheid. Hey, jetzt ist es, glaub ich, langsam Zeit, vielleicht auch mal damit aufzuhören, ich bin bereit. Aber ich fand's echt cool, mit dir hier oben zu stehen und mehr hab ich nicht zu sagen. Krass, ich kann überhaupt nicht glauben, dass ich das jetzt hinter mich gebracht habe. Ich spüre richtig, wie der Druck von mir abfällt.

Aber jetzt müssen die Zuschauer ja noch abstimmen. Wer ist dafür, dass Erik dieses Battle gewonnen hat? Ich hör was, ich hör was. Ganz dahinten. Wer ist dafür, dass mein Mann. Na gut, der Applaus bei MC Stih ist eindeutig lauter. Ich gestehe meine Niederlage ein. Da hat mir einfach die Übung gefehlt. Trotzdem bin ich sehr stolz auf mich, dass ich es überhaupt gewagt habe. Und ich habe einiges gelernt.

Vor allem, schlagfertig zu sein, kann echt richtig Spaß machen. Ich finde, es ist echt erleichternd zu wissen, dass es immer möglich ist, auf blöde Sprüche zu reagieren und ordentlich zu kontern. Und wenn es euch noch schwerfällt, dann gibt es ganz viele Übungen, um seine Schlagfertigkeit zu trainieren.

Ihr müsst dafür ja nicht auf eine Bühne, so wie ich. Aber ihr wisst jetzt, jede und jeder kann es lernen. Und bei der nächsten blöden Anmache müsst ihr nicht einfach wortlos ausgeliefert dastehen, sondern könnt euch richtig wehren. Und das kann sogar Spaß machen. Probiert's aus! Das war Purplus Wissen drin. Mit mir, Erik. Schreibt mir gerne, wie euch die Folge gefallen hat.

An wissendrin.rzdf.de oder in die Kommentare auf der Podcast-Seite. Und falls ihr es noch nicht getan habt, abonniert natürlich den Podcast, damit ihr keine Folge verpasst. Oder schaut doch im Web oder in der App von ZDF TV vorbei. Purplus Wissendrin mit Erik ist eine Produktion von Kugel und Niere. Im Auftrag des ZDF und der Redaktion Purplus.

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