PUR+ Wissendrin mit Eric

29| Zucker: Warum es sich (leider) lohnt, darauf zu verzichten

Freitag, 14. November 2025 · 23 min

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Shownotes

Gummibärchen, Schokolade, Eis, Waffeln und Pfannkuchen – mmmmhhh ist das alles so lecker! Und stellt euch mal vor, ihr dürftet so viele davon essen, wie ihr wolltet. Süßigkeiten ohne Ende! Wäre das nicht toll? Wäre das nicht ein Süßigkeiten-Traum? Leider nein! Denn, was da so toll klingt, ist leider gar nicht so toll. Denn Experten und Expertinnen sagen, dass zu viel Zucker nicht gut für uns ist. Aber leider essen die meisten Menschen tatsächlich viel zu viel Zucker! Jeder in Deutschland isst im Durchschnitt rund 35 Kilo Zucker pro Jahr! Umgerechnet in Würfelzucker bedeutet das, dass wir pro Tag 32 Würfelzucker essen. Und das ist doppelt so viel, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. In dieser Folge will Eric nun herausfinden: Warum ist der Zuckerkonsum denn eigentlich ein Problem und wie kann man es schaffen, nur halb so viel Zucker zu essen? Zur Beantwortung dieser Fragen stellt sich Eric einem ganz besonderen Süßigkeiten-Selbstexperiment und eine Familie findet für uns heraus, ob und wie man den Zuckerkonsum auf die Hälfte reduzieren kann.
Dass wir Zucker so gerne essen, ist übrigens tief in unseren Genen und mal wieder in der Steinzeit verwurzelt. Und, dass wir so viel Zucker essen, dafür ist vor allem auch die Lebensmittelindustrie verantwortlich. Warum das so ist, erfahrt ihr auch in der Folge.

Übrigens: was wir lecker finden und was nicht, das verändert sich im Laufe unseres Lebens. Hier der Link zur versprochenen Podcast-Folge mit dem Titel “Schmeckt´s?” PUR+ Podcast: Wissendrin mit Eric (zdf.de/play/talk/podcast-wissendrin-mit-eric-1…)

Und hier findet ihr noch jede Menge PUR+ Sendungen bei ZDFtivi zum Streamen:
kurz.zdf.de/J569/ (eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=ht…)

Moderation: Eric Mayer
Expert*in: Dr. Johannes Oepen, Susanne Ohmbach
Autorinnen dieser Folge: Susanne Dittebrand, Lena Kohlwes, Andrea Tönnißen, Ilka Wensing
Sounddesign: Joé Fleischhauer
Produktionsleitung Kugel und Niere: Michael Bartlewski
Redaktion Kugel und Niere: Lena Kohlwes
Produktionsmanagement ZDF: Markward Barollo, Sylvia Wahmes
Redaktion ZDF: Brigitte Böttcher, Susanne Dittebrand
Leitung der Sendung: Silke Penno
Kontakt: wissendrin@zdf.de

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hi Leute, hier ist Erik. Wir starten unsere Folge heute mal wieder mit geschlossenen Augen. Also bitte Augen zu und stellt euch alle Süßigkeiten vor, die ihr gerne esst. Leckere Schokolade, fruchtige Gummibärchen, Pfannkuchen mit Zimt und Zucker oder cremigem Schokoaufstrich, Schön kaltes Eis und knusprige Waffeln. Boah, lecker.

Und kein Erwachsener kommt, der sagt, isst nicht so viel Süßes, das ist nicht gut für dich. Ihr dürft so viel essen, wie ihr wollt. Ist ja auch so lecker mit dem Zucker drin. Ein Süßigkeitentraum also. Klingt super, ist es aber leider nicht. Denn zu viel Zucker ist nicht gut für uns, sagen Expertinnen und Experten.

Nur leider essen die meisten Menschen viel zu viel davon. Und zwar isst jeder in Deutschland im Durchschnitt rund 35 Kilogramm Zucker pro Jahr. Umgerechnet in Würfelzucker bedeutet das, dass wir pro Tag 32 Würfelzucker essen. Krass, oder? Und das ist doppelt so viel, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt.

Und deswegen wollte ich unbedingt mehr über dieses Thema erfahren. Also warum genau ist der Zuckerkonsum eigentlich ein Problem? Und wie können wir es schaffen, nur halb so viel Zucker zu essen? Ihr hört Wissen Drin, den Podcast von PUR Plus. Mit mir, Erik. Ich bin auf der Suche nach Antworten, die sich oft nur durch Ausprobieren finden lassen.

Meine Mission, was andere nur wissen, will ich mit euch erleben. Das, was ihr euch gerade vorgestellt habt, das darf ich heute machen. Und zwar einen ganzen Tag lang nur Süßigkeiten essen und nix anderes. Und mit diesem Purplus-Wissen-Drin-Selbstexperiment will ich für euch rausfinden, was passiert denn jetzt eigentlich mit uns und unserem Körper, wenn wir zu viele Süßigkeiten, also Zucker, essen?

Dieses Selbstexperiment klingt erstmal ziemlich easy, ich weiß. Da habe ich schon krassere Selbstversuche gemacht. Ich sage nur mit Heintauchen, zwei Tage nicht schlafen und so weiter. Dazu gibt es ja auch hier die Podcast-Folgen. Könnt ihr ja mal reinhören. Bevor es mit dem Süßigkeiten-Experiment losgeht, muss ich vor dem Frühstück erstmal einen Fragebogen ausfüllen.

Denn ich will rausfinden, ob mich die Süßigkeiten irgendwie verändern, irgendwas mit mir machen. Und da gibt es ganz bestimmte medizinische Kriterien. Drei Punkte sind dabei ganz wichtig. Einmal die Laune, das körperliche Wohlbefinden und natürlich der Hunger. Ich kreuze jetzt mal an, Laune im Moment, hier 10, ist absolut super, körperliches Wohlbefinden, perfekt, mir geht's gut und Hunger, ja der ist ziemlich groß, ich will ja endlich was essen.

Eine Sache fehlt aber noch. Und zwar messe ich meinen Blutzucker. Der gibt an, klar, der Name sagt es schon, wie viel Zucker in meinem Blut ist. Um diesen Wert zu bestimmen, brauche ich einen kleinen Tropfen Blut. Dazu pikse ich mir mit einer Nadel in den Finger. Und dann habe ich ein Gerät, auf das ich diesen Blutstropfen draufgebe und so den Blutzucker in meinem Blut messen kann.

Also wie viel Milligramm Zucker pro 100 Milliliter Blut. So, das war's schon. Jetzt sehe ich hier, was mein Blutwert ist. Okay, und den schreibe ich mal auf. 81. Also mit dem Blutstropfen hat das Gerät errechnet, derzeit sind 81 Milligramm Zucker in 100 Milliliter meines Blutes drin. Das ist ein normaler Wert für einen gesunden Menschen, der, wie ich, im Moment noch gar nichts gegessen hat.

Jetzt, da wir diesen Wert bestimmt haben, kann es losgehen. Normalerweise frühstücke ich gerne Haferflocken mit Obst. Heute sieht mein Frühstück aber ganz anders aus. Ich habe hier eine große, schöne, süße Auswahl dabei. Zuckerbananen, klar, Gummibärchen. Also ich nehme von allem mal so ein bisschen.

Hier diese Erdbeerdinge, die sind auch sehr lecker. Na, das nenne ich mal ein Frühstück. Das alles schmeckt ziemlich lecker. Und ja, natürlich auch süß. Ich esse so viel, bis ich nicht mehr mag. Ich bin schon ziemlich satt. Und mir geht es eigentlich ganz gut. Für die nächste Blutzuckermessung muss ich dann eine Stunde warten.

Erst dann ist der Zucker nämlich im Blut angekommen. Ein Pieks, das Blut ab auf den Messstreifen und siehe da 102. Der Zuckerwert im Blut ist gestiegen, logisch bei den ganzen Süßigkeiten. Dann geht's ab zur Arbeit ins Büro und da snacke ich dann zwischendurch, na klar, weiteren Süßkram. Und als dann Zeit für die Mittagspause ist, gehe ich zwar in die Kantine, aber es gibt für mich nichts Herzhaftes, sondern noch mehr Süßigkeiten, die ich extra mitgenommen habe.

Nur Portion leckeres Gemüse oder der gut aussehende Auflauf wären mir ja viel lieber gewesen. Aber nix da. Es gibt noch mehr Schokolade und Gummibärchen. Nach dem Mittagessen fülle ich dann den Fragebogen wieder aus. Und dieses Mal fällt das Ergebnis ganz anders aus. Die Laune ist im Moment absolut im Keller. Wohlbefinden ist fünf, ist nicht so gut. Irgendwie ist mir ein bisschen schlecht von dem ganzen Süßkram.

Und Hunger, der ist auf jeden Fall weniger als vorher. Irgendwie scheinen mir die Süßigkeiten tatsächlich nicht so gut zu tun. Ich fühle mich träge und obwohl ich die ganze Zeit esse, habe ich Hunger. Was die vielen Süßigkeiten wohl mit meinem Blutzuckerwert machen? Nachdem ich noch mal eine Stunde gewartet habe, messe ich nach.

Und mein Blutzuckerwert? Der ist mit 102 gleich geblieben. Komisch. Dabei esse ich doch die ganze Zeit nur Süßes. Warum ist das so? Und warum fühle ich mich so schlecht bei dem Experiment? Ich besuche nach der Mittagspause einen Experten, und zwar Dr. Öpen. Er ist Arzt und ich bin gespannt, was er sagt. Ich habe mir immer gedacht, Schokolade macht glücklich. Das sagt man ja so. Warum geht es mir nicht so gut?

Ja, zunächst schon. Da werden Stoffe ausgeschüttet und die Laune steigt, weil diese Stoffe die Laune heben. Auf die Dauer merkt der Körper das aber nicht mehr und die Stoffe werden gar nicht mehr ausgeschüttet. Das heißt, je mehr ich esse, desto weniger wirkt das? Umso weniger wirkt das. Genauso ist es.

Dann schaut sich Dr. Oeben noch meine Blutzuckerwerte an und erklärt mir, warum die nicht weiter gestiegen und immer noch bei 102 sind. Für einen gesunden Körper, so wie meiner, ist ein Tag nur Süßigkeiten essen kein Problem. Denn mein Körper kann den Zucker grundsätzlich gut verarbeiten. Das heißt, der Zucker wird durch das sogenannte Zuckerregulationshormon Insulin aus dem Blut in meine Körperzellen verteilt und liefert den Zellen damit Energie.

Sobald der Zucker in die Zellen verteilt ist, sinkt der Blutzuckerspiegel wieder. Isst man aber über einen längeren Zeitraum so viel Zucker, hätte das Folgen. Dann steigt doch dein Blutzucker und das Ganze geht als Fett in deinen Körper rein und du kriegst einen Kugelbauch. Ich bin echt froh, dass der Versuch nur einen Tag lang dauert.

Ich fahre wieder nach Hause. Da steht zum Glück nur noch das Abendessen an. Es gibt wieder süße Bonbons, Schokolade und Gummibärchen. Und dann ist es geschafft. Ende, Aus, Schluss, vorbei. Der Versuch ist zu Ende und ich bin irgendwie auch am Ende. Ich kann dieses Zeug einfach nicht mehr sehen. Mein Mund fühlt sich auch irgendwie so an, als würde er total zusammenkleben.

Ich habe da keinen Bock mehr drauf. Das kommt mir fast schon hoch irgendwie. Also ich dachte ja, dieses Selbstexperiment wäre eher eins von der leichteren Sorte. Aber es war doch irgendwie krass. Denn so viele Süßigkeiten sind tatsächlich kein Traum, sondern eher ein Albtraum. Das ist mir jetzt echt klar geworden. Denn der Zucker macht auf Dauer gar nicht glücklich.

Und nicht nur das. Würden wir über einen längeren Zeitraum so viel Süßkram essen, dann kann uns der Zucker auch richtig krank machen. Er kann zu Karies führen, dick machen, kann Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes eine Zuckerkrankheit auslösen und Entzündungen verstärken. Und deswegen warnen viele Experten vor zu viel Zucker und fordern, dass wir unseren Zuckerkonsum um die Hälfte reduzieren sollten.

Aber wie können wir es schaffen, nur halb so viel Zucker zu essen? Und auf was müssen wir dabei achten? Familie Schumacher probiert es für uns aus. Sie macht ein Wissendrinnen-Zucker-Selbst-Experiment und versucht, eine Woche lang ihren Zuckerkonsum auf die empfohlene Hälfte zu reduzieren. Die Kinder Lou, Levi und Liv stellen sich der Herausforderung.

Ihre Eltern Britta und Volker unterstützen sie dabei. Professionelle Hilfe und Unterstützung während des Experiments bekommt die Familie von Ernährungsexpertin Susanne Ohmbach von der Verbraucherzentrale. Bevor es losgeht, klären Sie zusammen erst mal, wie viel Zucker Lou, Levi und Liv essen dürften, wenn Sie Ihren Zuckerkonsum, wie empfohlen, auf die Hälfte reduzieren würden.

Und hier kommt jetzt kurz Mathematik ins Spiel. Denn der empfohlene Zuckerkonsum ist für jeden anders. Er wird danach berechnet, wie groß, wie schwer und wie alt jemand ist. In unserem Experiment rechnen wir mit Würfelzuckern. Das macht es etwas einfacher zu zählen. Ein Zuckerwürfel besteht aus ca. 3 Gramm Zucker.

So, und wie viele Zuckerwürfel sind das jetzt für die drei? Lou ist sieben Jahre alt und darf maximal 13 Zuckerwürfel jeden Tag essen. Levi ist neun und darf 14 Zuckerwürfel essen. Und Liv ist elf und darf höchstens 15 Zuckerwürfel pro Tag essen. Um zu schauen, wie weit sie von den empfohlenen Mengen entfernt sind, wollen sie jetzt zusammen mit der Ernährungsexpertin Susanne Ohmbach herausfinden, wie viel Zucker die drei überhaupt pro Tag essen.

Ist das mehr als die empfohlene Menge? Dafür wird jede Mahlzeit genau angeschaut. Gucken wir mal, was ihr so zum Frühstück esst. Also wir essen Müsli. Ja. Entweder mit Joghurt oder mit Milch. Das ist zwar lecker, aber... Viele Müsli, gerade die, die die Kinder besonders ansprechen. Die enthalten ganz schön viel Zucker.

Zum Müsli trinken die Kinder dann gerne noch süßen Kakao. Auch der enthält viel Zucker. Für Müsli und Kakao müssen pro Person ca. 5 Zuckerwürfel angerechnet werden. Was gibt es denn in der Frühstücksbox? Marmeladenbrot oder irgendwas anderes auf dem Brot. Dann bekommen wir oft einen Müsli-Regel. Ja, da ist auch sehr viel Zucker drin. Für den Pausensnack sind wieder für jeden vier Zuckerwürfel fällig.

Mit süßem Müsli, Kakao und Pausensnack haben unsere Purplus-Tester schon ungefähr neun Zuckerwürfel gegessen. Das heißt, damit ist schon mehr als die Hälfte der empfohlenen Zuckermenge pro Tag für alle von ihnen erreicht. Und das noch vor dem Mittagessen. Mittagessen geht in die Schulmensa? In der Schulmensa essen die Geschwister nichts Süßes, also auch keinen Zucker.

Wie sieht es denn aus am Nachmittag? Schokobrötchen oder was auch immer. Rosinenbrötchen oder Kaffee-Stückchen. Also Nachmittags ist unsere Süßzeit. Und Eis essen gehen wir auch. Auch hier ist natürlich wieder Zucker enthalten. Und wieder sind für Lu, Levi und Liv pro Person fünf Zuckerwürfel fällig, die sie am Nachmittag essen.

Macht jetzt in der Summe 14 Zuckerwürfel. Das bedeutet, Lou, die Jüngste, ist damit jetzt schon einen Zuckerwürfel über der empfohlenen Menge. Levi hat seine Tagesration voll ausgereizt. Und Liv, die Älteste, hat damit noch einen Zuckerwürfel übrig. Jetzt kommt noch das Abendessen. Das ist an sich zwar ohne Zucker, aber ... Wir essen gerne Gummibärchen zum Nachtisch.

Danach essen wir auch oft noch Schokolade. Kekse gibt es dann manchmal. Was trinkt ihr? Also wir trinken oft Saftschäule. Da wird euer Zuckerkonto auch ganz schön strapaziert, glaube ich. Viele Menschen denken fälschlicherweise, dass Säfte gesund sind, weil sie aus Obst hergestellt werden. Aber sie enthalten besonders viel Fruchtzucker und manchmal auch zusätzlich zugesetzten Zucker und sind deswegen echte Zuckerfallen.

Abendessen, süßer Nachtisch, Saftschorlen und noch andere Zuckerquellen führen am Ende des Tages dazu, dass alle drei mehr Zucker gegessen haben, als sie sollten. Lou liegt mit ganzen neun Zuckerwürfeln drüber, Levi mit sieben und Liv hat sechs zu viel. Das wollen sie jetzt ändern. In der nächsten Woche wollen sie ihren Zuckerkonsum so weit reduzieren, dass sie auch wirklich auf die empfohlene Menge kommen.

Susanne Ohmbach hat noch einen Tipp für die Familie. Selbstmachen ist übrigens immer eine super Idee, wenn man auf solche fertigen Lebensmittel eher verzichtet und selber machen, hat man das besser im Griff, wie viel Zucker oder wie viel Süße man irgendwo reingibt. Das ist ein super Tipp. Gleichzeitig dauert selber machen natürlich länger, als etwas fertig zu kaufen.

Susanne ist gespannt, wie die Familie sich im Experiment schlagen wird. Denn ab jetzt sind sie auf sich allein gestellt. Also viel Spaß und viel Erfolg. Tschüss. Danke. Tschüss. Tschau. Am nächsten Tag geht es los. Statt dem üblichen süßen Trinkkakao gibt es Milch mit purem Kakaopulver. Das ist weniger süß. Schmeckt es Liv trotzdem?

Ja, das schmeckt eher nach Milch. Ins Müsli kommt ganz viel Joghurt, Haferflocken und Obst. Von den süßen Crunchies kommen weniger als sonst rein. Auch Levi muss sich erstmal an den Geschmack gewöhnen. Aber ein bisschen Zucker braucht man schon, weil sonst schmeckt es ein bisschen langweilig. Na, die Woche kann ja spannend werden.

Aber jetzt wird erst mal eingekauft und zwar möglichst zuckerfrei. Mama Britta ist skeptisch, wie gut das funktionieren wird. Normalerweise muss ich mir ordentlich Acht geben, dass sie mir nicht irgendwas in den Wagen schmuggeln. Sie schmuggeln nur Süßigkeiten und Säfte und Cola, also solche Dinge, die sie nicht dürfen.

Und das würde heute wahrscheinlich ziemlich auffallen. Deswegen, ich bin gespannt, ob sie sich das trauen. Das passiert nicht. Nicht. Lou, Levi und Liv nehmen das Experiment sehr ernst und packen nur in den Einkaufswagen, was Ernährungsexpertin Susanne empfohlen hat. Dazu gehören alle Zutaten für das selbstgemachte Müsli. Purer Kakao, Haferflocken und Nüsse.

Auch Bananen kommen in den Einkaufskorb. Die schmecken von Natur aus süß, weil sie Fruchtzucker enthalten. Aber Achtung, auch Fruchtzucker ist letztendlich Zucker. Und zu viel Fruchtzucker kann auch ungesund sein. Man muss dabei aber auch bedenken, dass frisches und naturbelassenes Obst neben Zucker eben auch wichtige Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine enthält.

Damit sind Bananen allemal gesünder als ein Schokoriegel. Am nächsten Morgen werden die Einkäufe direkt für das Frühstück frisch verarbeitet. Mama Britta bereitet Kakao und Müsli heute zum ersten Mal selbst zu. Und wie kommt der zuckerfreie Kakao bei Levi an? Er schmeckt nicht so süß, aber wenn du ein Glas trinkst, dann wird es schon hart.

Okay, also Begeisterung klingt anders. In der Schulmensa muss sich Liv heute für oder gegen Zucker entscheiden. Salat oder Dessert? Salat. Salat mit Dressing hat meist keinen oder nur wenig Zucker. Alles richtig gemacht. Auch Lou und Levi bleiben stark und verzichten auf Zucker in der Schulmensa. Und abends? Da gibt es zum Essen keine zuckerhaltigen Getränke, sondern Wasser.

Und wie ist es jetzt Abendessen ohne Saftschorle? Das geht schon. Du könntest aber eigentlich noch eine trinken. Du hast heute kaum Zucker gegessen, oder? Ich war mir das für Schokolade. Weil Levi auf den süßen Saft verzichtet hat, kann er dafür zum Nachtisch ein Stück Schokolade essen. kein Problem.

Er soll ja nur nicht über die empfohlene Tagesmenge kommen. Während unser Purplus-Experiment weitergeht, nehmen wir uns mal kurz Zeit, um besser zu verstehen, warum wir überhaupt so viel Lust auf Zucker haben. Und wieso fällt es uns so schwer, darauf zu verzichten? Das klären wir in unserer Rubrik Besser Wissen drin.

Besser Wissen drin. Besser Wissen drin. Die Lust auf Zucker steckt tatsächlich in unseren Genen. Und das schon seit der Urzeit. Denn Zucker gibt uns kurzfristig einen Energieschub. Das war für unsere Vorfahren in der Urzeit besonders wichtig. Sie haben deswegen zum Beispiel süße Beeren gesammelt. Und es gibt noch einen zweiten Grund, warum wir so gerne naschen.

Essen wir Süßes, wird im Gehirn das Belohnungssystem aktiviert und Dopamin ausgeschüttet. Bedeutet, mit Zucker fühlen wir uns einfach besser. Und das Hirn sagt dann, lecker, ich will mehr davon. Zucker führt aber nur zu einem kurzfristigen Glücksgefühl, da dieser Effekt leider nicht nachhaltig ist. Der Grund, wenn man regelmäßig Zucker isst, kann sich das Belohnungssystem anpassen, sodass man immer mehr Zucker braucht, um dasselbe Glücksgefühl zu spüren.

Und zusätzlich kann uns zu viel Zucker langfristig eben auch krank machen. Was in der Steinzeit von Vorteil war, ist heute oft ein Problem. Und zu viel Zucker essen wir nicht nur, weil wir viele Süßigkeiten essen, sondern auch, weil 80 Prozent aller industriell hergestellten Lebensmittel zusätzlich mit Zucker angereichert sind.

Auch wenn sie salzig und herzhaft schmecken. Zucker steckt also in ganz vielen Lebensmitteln, die wir gerne essen und kaufen. Zum Beispiel in einer Fertigpizza, da ist tatsächlich auch Zucker drin, und zwar circa vier Zuckerwürfel. In Fruchtjoghurt ungefähr 15 und in einer Ketchupflasche, da sind ganze 31 Zuckerwürfel drin.

Hättet ihr das gedacht? Die Lebensmittelhersteller machen das, weil Zucker Lebensmittel länger haltbar macht und viel Geschmack abgibt. Außerdem ist Zucker eine sehr günstige Zutat. So machen die Hersteller mehr Gewinn. Jedenfalls mehr, als wenn sie teurere Zutaten verwenden würden. So nach dem Motto, einfach Zucker rein, dann schmeckt's schon.

Und wir merken dadurch oft gar nicht, welche Mengen an verstecktem Zucker wir jeden Tag zu uns nehmen. Deswegen ist es wichtig, bei fertigen Lebensmitteln genau drauf zu schauen, was drin steckt. Und manchmal steht da bei den Zutaten gar nicht Zucker drauf, es ist aber trotzdem welcher drin. Denn oft werden andere Süßungsmittel verwendet, die aber genauso viel Zucker enthalten.

Da stehen dann Begriffe wie Honig, Agavendicksaft, Mais-Sirup oder Malzextrakt. Und achtet auch auf alle Begriffe, die auf Ose enden, zum Beispiel Fruktose, Glucose oder Dextrose. Die werden alle unterschiedlich hergestellt und heißen anders, aber sind am Ende trotzdem Zucker. So, jetzt aber zurück zum Purplus-Zuckerexperiment. Lou, Levi und Liv versuchen ja, ihren Zuckerkonsum zu halbieren.

Und mit der Zeit lernen sie immer besser, wie sie mit den erlaubten Zuckermengen zurechtkommen und wie sie sich das einteilen. Also wann essen sie was mit Zucker und wann verzichten sie? Lu ist zum Beispiel auf einen Kindergeburtstag eingeladen. Und dann habe ich halt keine Limon, keinen Saft getrunken, aber dafür Kuchen und Muffins und Süßigkeiten und so etwas.

Und Liv geht mit einer Freundin Eis essen. Während die Freundin vier Kugeln bestellt, nimmt Liv aber nur eine. Also ich habe heute noch gar keinen Zucker gegessen und heute Abend werde ich nur einen Würfel zu mir nehmen, wegen dem Abendessen. Das heißt, das Eis hat noch gut reingepasst. Und ja, es wäre halt schon ein bisschen unfair gewesen, wenn sie jetzt vier Kugeln hätte und ich gar keine.

Die drei Geschwister haben also gelernt, wenn sie an einem Ende Zucker sparen, dann können sie auch immer wieder an anderer Stelle Zucker essen. Und die Rechnung geht auf. Alle Familienmitglieder bleiben im erlaubten Rahmen. Am Ende der Woche kommt Ernährungsexpertin Susanne Ohmbach wieder und will wissen, wie lief eure Woche?

Ich bin gespannt. Liv zieht ihr Fazit. Ich will die Saftschorle beibehalten, halt mehr Wasser, weniger Saft nehmen. Ich möchte das Müsli ein bisschen einhalten, aber bei Müsli garantiere ich es nicht, weil da gibt es auch noch super leckere Quanchi-Müslis, die jetzt auch neu sind. Okay, ein paar Verlockungen gibt es natürlich immer. Aber im Hinblick auf das Experiment findet Expertin Susanne Ohmbach.

Das, was ihr vorhattet, habt ihr geschafft. Ihr könnt richtig stolz auf euch sein. Und ich würde sagen, das Experiment ist damit beendet. Familie Schumacher hat in unserem Experiment eine Woche ihren Zucker reduziert. Aber das kann man natürlich auch länger machen und versuchen, sogar ganz auf Zucker zu verzichten.

Und das Gute daran ist, wer länger auf Süßes verzichtet, bei dem lässt auch das Verlangen nach Süßem nach. Am Anfang fällt einem das Zuckerreduzieren noch besonders schwer. Mit der Zeit wird es dann aber immer leichter. Und nach ca. 4 Wochen lässt die Lust auf Süßes nach. Denn dann verändert sich das Belohnungssystem im Gehirn.

Der starke Wunsch nach Süßem nimmt deutlich ab. Und viele empfinden starke süße Lebensmittel dann als zu süß. Also, dass wir Zucker lecker finden, ist total normal. Denn es steckt in unseren Genen. Früher war Zucker ein wichtiger Energielieferant. Heute essen wir aber viel zu viel Zucker. Das liegt auch daran, dass in vielen verarbeiteten Lebensmitteln Zucker zugesetzt wird. Wir merken dann gar nicht, wie viel Zucker wir essen.

Wenn man seinen Zuckerkonsum reduzieren will, ist es deswegen besonders effektiv, wenn man wenig oder am besten gar keine fertigen und verarbeiteten Lebensmittel kauft, sondern stattdessen viel selber macht und frisch kocht. Man muss außerdem nicht komplett auf Zucker verzichten. Es hilft schon, wenn man bewusster Zucker isst und sich seinen Tagesvorrat gut einplant.

Dann kann man auch zwischendurch mal süße Säfte, Schokolade oder Eis naschen. Insgesamt ist es einfach wichtig, dass man sich gesund und ausgewogen ernährt und einfach so wenig Zucker wie möglich isst. Übrigens, was wir lecker finden und was nicht, das verändert sich im Laufe unseres Lebens. Dazu haben wir schon mal eine Podcast-Folge gemacht. Sie heißt Schmeckt's?

Hört da gern mal rein. Den Link findet ihr in den Shownotes. Das war Purplus Wissen drin mit mir, Erik. Schreibt mir gerne, wie euch die Folge gefallen hat. An wissendrin.ztf.de oder in die Kommentare auf der Podcast-Seite. Und falls ihr es noch nicht getan habt, abonniert gerne den Podcast, damit ihr keine Folge verpasst.

Oder schaut doch im Web oder in der App von ZDF TV vorbei. Purplus Wissen drin mit Erik ist eine Produktion von Kugel und Niere im Auftrag des ZDF und der Redaktion Purplus. Musik.

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