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Die Wehrpflicht wirkt wie eine extrem ineffiziente Steuer | Mit Prof. Adam Tooze

Freitag, 29. August 2025 · 22 min

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Shownotes

Das neue Wehrdienst-Gesetz von Boris Pistorius ist ein weiterer Schritt Richtung allgemeiner Wehrpflicht. Adam Tooze argumentiert: Wehrpflicht wirkt wie eine ineffiziente Naturaliensteuer und war historisch immer eine politische »Schule der Nation«. Was bedeutet ihre mögliche Wiedereinführung in Zeiten von Fachkräftemangel, geopolitischer Unsicherheit und gesellschaftlicher Spaltung?Adam Tooze ist Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Columbia University in New York und Surplus-Herausgeber. Im Gespräch mit Lukas Scholle analysiert er die ökonomischen und gesellschaftlichen Dimensionen der Wehrpflicht, von den 80er Jahren bis heute.👉 Zu allen Beiträgen von Adam Tooze:surplusmagazin.de/autoren/adam-tooze/Timestamp… – Einführung: Warum Wehrpflicht wieder diskutiert wird02:40:00 – Wehrpflicht als ineffiziente „Naturalsteuer“04:00:00 – Schule der Nation: Gesellschaftspolitische Dimensionen06:20:00 – Fachkräftemangel und die Grenzen der Bundeswehr07:30:00 – Rückblick: 500.000 Soldaten in den 80ern09:00:00 – Reservisten, Sollstärke und Realität11:20:00 – Zivildienst und die Rettung des Sozialstaats13:20:00 – Ifo-Berechnungen: Ein Nachfrageschock von Milliarden15:10:00 – „Haben Sie gedient?“: Das soziale Stigma der Wehrpflicht16:30:00 – USA-Vergleich: Militär als Karrieresprungbrett20:35:00 – Brisanz heute: Abschreckung gegen Putin?Surplus ist das Wirtschaftsmagazin, das sich um die Interessen der großen Mehrheit und nicht der Reichsten dreht. Dafür bringen wir weltweit führende ökonomische Denkerinnen und Denker zusammen. Täglich veröffentlichen wir Texte, wöchentlich Video- und Podcastformate und zweimonatlich ein digitales sowie gedrucktes Magazin.Zum Surplus-Abo: surplusmagazin.de/#/portal/signup#Wehrdienst #Bundeswehr #Tooze

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Wir brauchen eine kritische Linke, zumindestens eine, eine, eine, eine Begleitung dieser Remilitarisierung, und man kann ja über die Militarisierung an sich verschiedener Meinung sein. Aber was es unbedingt braucht, ist eine Kritik des Militarismus von unserer Seite her, und die sollte wirtschaftspolitisch und.

Gesellschaftspolitisch sein. Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Video hier bei Cirplus. Ich bin Lukas Scholler, Gründer und Chefredakteur von Cirplus und ich habe mit einem Tools darüber gesprochen, wie der Wehrdienst, der gerade in Deutschland wieder eingeführt wurde, in leichter Form ökonomisch wirkt, denn er hat einige ökonomische Wirkungen von der Effizienz der ausgewählten Soldatinnen und Soldaten bis hinzu den makroökonomischen Wirkungen vom Arbeitskräfteangebot über den Kasernenbau und so weiter denn dieser Wehrdienst ist ganz grundlegend ökonomisch zu. Zum Beispiel angefangen bei der Auswahl der Soldatinnen und Soldaten hinsichtlich Effizienzkriterien, aber auch zum Beispiel beim

makroökonomischen Angebot von Arbeitskräften, die Halt durch den Wehrdienst dem Arbeitsmarkt entzogen werden. All das hab ich mit Adam tus besprochen. Er ist Herausgeber von Sirplus und Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Columbia University in New York. Und falls ihr kein Video mehr verpassen wollt, mit Adam, dann abonniert doch gerne diesen youtube Kanal oder auf Spotify, je nachdem wo ihr gerade schaut und empfiehlt dieses Format gerne euren Freunden. Aber jetzt erstmal viel Spaß mit dem Video. Ja Herr Adam, Die Bundesregierung, die schwarz rote Regierung hat gerade in dieser Woche einen neuen Wehrdienst verabschiedet, wo nun wieder Pflichtelemente eingeführt werden sollen um.

Junge Menschen für das Soldatentum zu begeistern. Und das geht jetzt ins Parlament, das ist ja erst mal auf, wenn man ganz nüchtern draufblickt oder ganz naiv auch draufblickt gar kein allzu ökonomisches Thema, aber wenn man ein bisschen tiefer reinschaut, hat es ja unterschiedliche ökonomische Aspekte, die sehr, sehr relevant sind und das Ausmaß von dieser neuen Wehrdienst hat es jetzt tatsächlich in sich. Kannst du uns mal einen kleinen Überblick über die wirtschaftlichen Auswirkungen geben? Ja, es ist interessant, dass man, wie du sagst, zunächst nicht an Wirtschaft denkt, obwohl es ist ja also eine zwangsweise Verpflichtung.

Wir sind noch ein ganzes Stück davon entfernt, aber historisch gesehen, in meiner Generation war das ja noch gar noch gäbe. Und die gesamte Problematik der deutschen Wiederbewaffnung beruht ja in diesem geschichtlichen Narrativ. Vormals war es vernünftig, und dann haben wir irgendwie den Kopf verloren, und jetzt müssen wir wieder zur Realität zurück.

Ein ein festes bestehendes System der der der Wehrpflicht ist eine ganz massive Naturaliensteuer und wurde auch so behandelt in den 70er und Achtzigern ist wenig bekannt, aber Milton Friedman war ein großer Agitator gegen die amerikanische Wehrpflicht. Widerspricht allen individualistischen Prinzipien und ist als Steuer hochgradig ineffizient. Und das Argument für die Berufsarmee in Amerika wurde auf ökonomischen und gesellschaftspolitischen Gründen gemacht.

Ökonomisch, weil es einfach ineffizient ist. Also wenn du Mikroökonomisch ansetzt, dann solltest du die Leute verpflichten, die Soldaten sein wollen, und dann bezahlst du sie dafür und der Rest der Bevölkerung, der nicht Soldat sein will, dient nicht verdient Geld, bezahlt die Steuern, bezahlt die Soldaten dafür sonst.

Machst du wirklich eine zwangsweise Steuer und sie ist riesig? Also die letzten Berechnungen der wirtschaftlichen Kosten für die Bundesrepublik in den 80er Jahren, das ist eine 50 oder 60 prozentige Naturalsteuer auf die jeweiligen jungen Männer, die für diese ein Jahr 18 Monate 2 Jahre nicht vernünftig verdienen können, ihre Ausbildung unterbrechen, das hat handfeste. Konsequenzen für ihre Humankapitalbildung ist alles mustergültig nachgewiesen worden, also hochgradig ineffizient, und die zweite Dimension ist gesellschaftspolitisch.

Ich mein, wenn wir zurückdenken an die linke Kritik des deutschen Militarismus, dann ist es ja kernidee, dass die Wehrpflichtarmee eine konservative nationale Schule der Nation ist gegen uns. Gegen die Liberalen, gegen die Sozialisten, die entweder gegängelt werden durch die Wehrpflicht oder ausgeschlossen werden aus dem harten Kern der staatlichen Macht. Arbeitersöhne wurden ja nicht rekrutiert, sondern man nahm Adlige für die oberen Offiziersränge, Bürger für die mittleren, also Leutnant, Kleinbürger für die Unteroffiziersränge klassisch Polizisten, Reichsbahnbeamte und Bauernsöhne.

Für für das Kanonenfutter und ich mein das alles wussten wir mal in der Militarismuskritik und jetzt heißt es auf einmal, jetzt machen wir Wehrpflicht und es hat nichts ökonomisches und keine gesellschaftspolitische Dimension. Wir reden über af D Anhänger und Rechtsextremismus, aber nicht über den harten Kern der Sache selbst wenn wir uns ansehen, ich bin alt genug mich dran zu erinnern, ich mein Kriegsdienstverweigerung war eine Sache von Gymnasiasten.

Ich meine, es war nicht eine Sache von Leuten aus der Hauptschule oder der Realschule. Es waren Leute am Carl Kurfürst Friedrich Gymnasium in Heidelberg, grün bis oben hin, die gesagt haben, nicht mit uns, das ist eine absolut klar, und sie wollten nicht in die Bundeswehr, weil man da bunt durchmischt ist mit Hauptschülern, die man seit der Grundschule nicht mehr gesehen hat, und auf einmal bist du mit denen in der Kaserne und musst den Spund teilen und Duschen, zusammen is no you're idea of a good time.

Da willst du überhaupt nicht mitmachen. Das heißt, es ist eine, und das war ja früher immer der Grundbestandteil, dieser dieser Heeresgedanke ist ja nationalsozial, ich meine, die die Leute, die das ja gründlich durchdacht haben, waren die Nazis, die ja über das Heer versucht haben, ein wehrhaftes Volk zu schaffen und in der Bundesrepublik wurde das fortgesetzt, und das, das sind ja, ich meine, das sind einfach Sachen, die haben wir verlernt.

Und, und jetzt müssen wir wieder zurück, das das das Gute an der Geschichte ist bisher, dass sie nicht ernst machen damit ich meine, das ist ja alles, das ist rhetorisches Gerede, wie viele Leute können Sie anstellen, sie haben nicht die Infrastruktur dafür, da können wir noch drüber reden welche über welche, über welche Zahlen die reden und ich meine, der Arbeitsmarkt ist sowieso leergefegt, es fehlt ja überall an Fachkräften, es ist mehr, dass die Wirtschaft, die das Militär beschränkt als umgekehrt das Militär, die Wirtschaft aber.

Aber es sind trotzdem Zusammenhänge, in die wir wieder hinein müssen, denke ich. Wir brauchen eine kritische Linke, zumindestens eine, eine, eine, eine Begleitung dieser Remilitarisierung, und man kann ja über die Militarisierung an sich verschiedener Meinung sein, aber was es unbedingt braucht, ist eine Kritik des Militarismus von unserer Seite her, und die sollte wirtschaftspolitisch und gesellschaftspolitisch sein.

Ja, das ist ein spannender Punkt, vor allem halt, den du am Anfang aufgemacht hast mit der Effizienzüberlegung dahinter. Wer quasi besser geeignet ist und weniger gut geeignet ist, von natürlichen Interessen her, aber auch was du gerade angesprochen hast hinsichtlich der breiteren Auswirkungen, da kannst du da noch mal ausführen, was du gerade angeteasert hast hinsichtlich der Arbeitskräfte und der Kasernen und so weiter.

Ja, ich mein übertreiben sollte man nicht, was jetzt geschieht, also Bundeswehr, späte 80er Jahre war ne klassische Armee, also wirklich berechnet auch die Bevölkerung sehr sehr ähnlich dem Kaiserreich von 1914, das heißt friedensstärke rund 500000 Mann, davon die Hälfte wehrpflichtig das sind 250000, also die große Mehrheit der jeweiligen männlichen Kohorte.

Kriegsstärke das heißt, wenn wir die Reservisten mit reingenommen haben, das was, was ja wirklich reeller Bestand war, kam man auf 1,3 Millionen, das ist ungefähr die Stärke des kaiserlichen Heeres August 1914 das heißt also wirklich sehr, sehr ähnliche Struktur, was sie jetzt schaffen wollen, ist was ganz anderes, also maximale Kriegsstärke soll ja bei 500000 um Gottes Willen, wir reden darüber, aber das ist so die Überlegung. Bestand Sie wollen auf 220 oder so hoch und die den Unterschied decken Sie durch Reservisten.

Sie haben im Moment, glaube ich, Kapazität für 60000 es gibt 800000 Gediente, die irgendwie noch in der richtigen Alterszone wären, die möglicherweise herangebracht werden können, damit überlegen sie sich, wie sie über Jahre, und es wird Jahre brauchen, dann auf diese. 490 500000 kommen die die Militärstrategien ausgerechnet haben, als gewisser Weise das Minimum. Das, was die Bundesrepublik bieten muss, als Schaltstelle Gewisserweise für eine Nato Verteidigung gegen eine etwaige rüssige Invasion.

Ich meine, es ist alles total hypothetisch, aber das sind die Szenarien, die durchgerechnet werden, und sie kommen auf diese 460 84000 und wir sind bei 180000, sie kommen nicht auf 200000, weil. Diese mikroökonomische Logik greift, wer will, zur Bundeswehr im Moment. Es gibt so viele, es gibt wirklich andere Möglichkeiten, es gibt interessante Untersuchungen dazu, und es sind vor allem Hauptschüler vermutlich, die das interessieren könnte, es sind nicht, die sind nicht und aus Familien mit weniger als 2000€ im Monat, also es, es ist eine, es gibt ein Potenzial an Menschen am unteren Ende der deutschen Gesellschaft, in in Sachen Einkommen.

Die eventuell Interesse haben könnten, aber die Versuche der Bundeswehr, Zollstärke zu erreichen, sind ja bisher bisher sehr bisher gescheitert. Und, und das ist eine ein Effekt des Arbeitsmarktes, nicht nur der gesellschaftlichen Faktoren und den und den konkreten und was weiß ich spezifischen Gedanken über Bundeswehr, Wehrdienst, militärwaffe, all das. Selbst ich mein, Wir wissen ja, bei den Lehrern fehlt es, bei Fachkräften fehlt es überall in der deutschen Wirtschaft und in der deutschen Gesellschaft fehlen ja die Fehlen, die Menschen, die zu den gegebenen Bedingungen bereit sind zu zu arbeiten, das ist ja das Problem, man muss ja da ne ne verschiedene Variablen gegeneinander ausgleichen und dagegen das gegenwärtige Deal

ist für so viele Menschen einfach nicht attraktiv. Ja, ja, vor allem. Ich fand gerade den Aspekt der Klassenperspektive nochmal besonders spannend, weil das natürlich, wie du wahrscheinlich so richtig sagst, dass halt am unteren Ende dann halt die Anreize höher sind, zur Bundeswehr zu gehen, was natürlich da die Arbeitskräfte das Arbeitskräfteangebot besonders reduziert, was natürlich für alle anderen bedeutet, dass der Preis für die Arbeit steigen dürfte, wenn es halt da weniger Arbeitsangebot gibt. Aber wir reden über Kleine, sind ja nicht riesige Mengen an Menschen.

Wir reden ja über einige 10 Tage. Genau, ein deutscher Arbeitsmarkt ist sehr groß und. Genau, vor allem natürlich über die Sektoren verteilt. Dann aber ein zentraler Unterschied, den du auch gerade schon angesprochen hast von dem jetzigen Wehrdienst. Ausgestaltung mit Pflichtelementen im Vergleich zum alten Wehrdienst ist ja, dass es keinen Alternativdienst im Kehrbereich geben kann. Kannst du darauf noch mal weiter eingeben? Ja, ist auch eines der wirklich interessanten Dimensionen an der.

Der wir sollten im Circle einen Aufsatz drüber bringen, also was wir früher wussten über die Ökonomik und die sozialpolitischen Dimensionen des Wertestens und des Zivildienstes. Es ist wirklich ein interessantes Feld für die historische Aufarbeitung, weil ja, es ist nicht, das ist wirklich nicht, ist wirklich interessant, OK, auf der einen Seite hast du mit dem mit dem aufkommenden. Grünen kritischen Verweigerung auch ein Individualismus der 60er und 70er Jahre, die Verweigerung des Kriegsdienstes, vor allem bürgerliche und gebildete Kreise und auf der anderen Seite Krise des Sozialstaates in den 80er Jahren und die Zivildienstleistenden haben zu einem erheblichen Teil durch ihre im Grunde

unterbelohnte Arbeit. Teile des deutschen Sozialstaates in den 80er Jahren gerettet, aber wiederum aus einer wirtschaftlichen Perspektive gesehen sehr, sehr ineffizienten Weise, denn das war ja eine Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit, und was du, was du im Grunde sagst, es wird zwangsrekrutieren Leute, die keine Alternative haben als sich für Billiglöhne anzubieten, weil sie nicht zum hergehen wollen oder zum Militär, und das ist eine eine radikale Verzerrung.

Eine eine Unterstützung des des des Care Bereiches natürlich auch und das war Teil der damaligen Diskussion mit der Abschaffung der Wehrpflicht und damit zusammenhängt natürlich auch das Runterfahren des Zivildienstes, dass man gerade in diesem Bereich dann zu normalen Verhältnissen kommt. Und das das normale ich meine normal.

Wir sind ja eine Hartz 4 Epoche. In diesem gleichen Moment, das heißt also es findet dort eine sehr sehr interessante Restrukturierung des geskapanten Gebietes in Deutschland statt und sollte und ich, ich glaube, dass es rein hypothetisch ist, sollte es zu einer solchen umfassenden Verpflichtung kommen. Würde man in der gegenwärtigen Situation auch darüber nachdenken müssen, was man tut, wirtschaftlich? Also es gibt Berechnungen vom ifo, die sagen, wenn man, wenn man, wenn man die allergrößte Mehrheit der jungen Deutschen für ein Jahr für unterbezahlte Jobs rekrutiert, wo sie nicht vernünftig verdienen können und dementsprechend dann auch nicht vernünftig konsumieren können, dann ist das ein Nachfrageschock, der sich auf

die 10 Milliarden Euro beläuft. Weil wir die Leute als Konsument lahmleck für die Zeit. Das ist wie eine wie eine Azubi Art Situation, aber noch viel schlimmer, weil die Leute dann einfach nicht richtig entlohnt werden für eine Zeit, wo sie dann auch nicht studieren können. Es ist wirklich ein, wir reden darüber in moralistischen Kategorien, politischen Kategorien, aber wir überlegen uns nicht ernsthaft, welche Konsequenzen, welche, welche Ineffizienzen das erzeugt, die wirklich erheblich sind.

Ja, und da kommen ja dann noch mal ganz viele Effekte drauf, wie du auch schon am Anfang sagtest hinsichtlich der Humankapitalbildung und natürlich dem Werdegang. Das ist nicht nur, also quasi kurzfristig der Nachfrageschock, aber natürlich auch langfristig einen Angebotsschock oder kein Schock, ein negativer Faktor, der halt natürlich dann die Entwicklung benachteiligt läuft. In verschiedene Richtungen.

Also was, was wir in den 80er Jahren sahen, war ja dieses Doppelte auf der anderen Seite, auf der einen Seite waren die Ausgemusterten, also diese Begriffe, die Ausgemusterten das. Das waren die Gymnasiasten, die da ein Doktorstudium gemacht haben. Auf der anderen Seite war natürlich auch stand die Frage im Raum und ich habe das gehört, haben sie gedient, das heißt in den Netzwerken, in Betrieben ist die Frage, wo waren sie, waren sie Fallschirmjäger, was weiß ich, das ist, das war eine durchaus relevante gesellschaftliche für eine relevante Frage, für eine durchmilitarisierte Gesellschaft ist die Frage, wo sie gedient haben.

Eine absolut zentrale waren sie dabei oder nicht. Was haben Sie gelernt, wo waren sie in welcher Waffengattung, welche Waffengattung kannten Sie, XY, wie war die Kaserne, sie, wie war ihr erster Sprung? All diese Fragen sind auf einmal dann gesellschaftlich relevant, und wie, das haben wir, ich meine, das war gang und gäbe bis.

Ende der kalten Kriegszeit ich es war ein riesen Stigma in den 70er Jahren. Ich erinnere mich noch daran, wenn der Sohn einer bürgerlichen Familie in Heidelberg sich gegen gegen Bundeswehr entschied. Es wurde massiv diskutiert, alle Mütter haben darüber geklatscht, was welche Konsequenzen hat, das kann er, kann er Laufbahn machen, wie wird das später gesehen? Also diese Frage hing im Raum und wenn wir wirklich zu einer massiven weitgehenden Verpflichtung übergeben, dann hast du auf der einen Seite diese Humankasse. Digital Aspekt nur auf der anderen Seite diese Social Connections, Aspekte, die man gegeneinander aufwiegen kann. Im amerikanischen Fall, wo das Militär ja wirklich ein Machtfaktor ist, ist es gang und

gäbe und weitläufig bekannt das für viele Kinder aus. Minderbemittelten Familien eine Zeit, in dem im Militär für die für die spätere, für die Ausbildung und und spätere Karriere ungeheuer wichtig ist, unter anderem auch für ethnische, also für für rassische Minderheiten. Das ist ja ein Riesenthema, auch bei Trump, dass das Pentagon im Grunde zu einem DI, also Diversity Equity Inclusion, Arbeitgeber geworden ist, und zwar ganz massiv.

Es ist eines der Positionen, wo schwarze Männer. Viel schneller, gewisser Weise in Machtposition gekommen sind als sonst in der amerikanischen Gesellschaft. Alles das sind Dimensionen, die in einer entmilitarisierten Gesellschaft wie die Deutschen mittlerweile einfach irgendwie neu und originell und ulkig erscheinen, während das in Amerika, das ist buchstäblich Tagespolitik, also das wird, wie die Fed, wird die Frage der Generalität Generalität bei den Republikanern massiv politisiert, wer ist General geworden und warum? Welche Kriterien sind entscheidend für die Labbad? Dann, das sind dann bei einem richtigen Machtapparat, dann nennt auf einmal durchaus interessante Fragen, ja. Durchaus ja.

Es wird Zeit, dass wir bei Surpers auch mal eine Ausgabe über. Verteidigung Militarismus machen, wenn wenn wir mal eine Ausgabe Luft haben für ein aktuelles Thema, wenn wir noch mal in die Zukunft blicken, weil das ist ja eine Debatte, die die ganze Zeit weitergeht und auch Boris Pistorius hat schon im Interview im Deutschlandfunk diese Woche gesagt, dass die Wehrpflicht 2000. 9 wurde sie glaube ich, ausgesetzt. Nur mit einem einfachen Gesetz, nicht mehr mit einer Grundgesetzänderung ausgesetzt wurde und dass man sie auch mit einem einfachen Gesetz wieder einsetzen könnte. Also er hat schon den Weg bereitet, wie einfach es eigentlich wäre, wenn man jetzt quasi damit nicht Richtung Ziel kommt.

Was würde dich vor dem Hintergrund positiv als auch negativ überraschen in der Zukunft? Positiver Redekker ist jetzt vielleicht viel gefragt, aber ich meine, was mich ehrlich gesagt. Überrascht mich in Deutschland, wenn irgendwas Großes tatsächlich geschieht. Und es sieht ja so ein bisschen danach aus, als würde diese Koalition wirklich in erheblichen Mengen jetzt den Rahmen des bisherigen Sprengen, und das wird die Überraschung sein, zu sehen, wie das wie das funktioniert und ich meine, ich bin absolut deiner Meinung, also wir können uns von dem Thema nicht einfach distanzieren, wir müssen das Historisieren kritisch begleiten, durchdenken, was das heißt. Wir müssen auch die Komplexität

gewisser Weise des Neoliberalismus. Ich hab Milton Friedman nicht umsonst angeführt, mit der Militarisierung oder der Segmentierten Militarisierung durchdenken und unsere eigene, Wir sind ja dadurch impliziert, denn der Freiraum, der dadurch geschaffen worden ist, ist auch Teil dieses neoliberalen Systems, in dem auf einmal eine eine, eine individualistische Entscheidung auszusteigen möglich war und dann zunehmend normativ dann auch besetzt worden ist. All das ist, glaube ich, die Herausforderung. Also was mich, was mich, was ich Entspannung erwarte, ist eine neuauflebende kritische Debatte über diese im Grunde Kernfragen des Staates und ich mein historisch gesehen hat die deutsche Linke mehr ich mein

Liebknecht, das ist ja wirklich. Also die die kritische linke Betrachtung des Militarismus ist ja wirklich eines der zentralen Anliegen der deutschen Politik. Musste es sein und zwangsläufig. Und ich begrüße es im Grunde, dass wir, also begrüße es nicht, es ist natürlich tragisch, dass wir vor dieser Situation stehen, aber angesichts dieser Situation denke ich, dass es müssen wir, müssen wir in diese, in diese Bresche steigen und und da.

Da auch unsere Position entwickeln und, und, und, das ist glaube ich das. Ich weiß nicht, ob ich das freudig erwarte oder pessimistisch, sondern ich denke, es ist einfach eines der unerwarteten Herausforderungen dieses Momentes. Ich dachte nicht, ich dachte nicht, dass wir wieder in diese Situation hinein hinein geraten.

Dass das Wehrpflicht wieder zur zur Debatte steht. Und es ist ja auch hoch umstritten unter Experten, ob das in irgendeiner Weise beiträgt zur zur Abschreckung Putins, ja. Ja, das sicherlich. Ist ja auch in der Regierung durchaus umstritten, wie das konkret aussehen soll. Da gab es ja diese Woche ministervorbehalt und der das erstmal blockiert hat, aber wir werden sehen, wie das in der Zukunft weitergeht und ob das noch weiter verschärft wird. Aber jetzt erstmal vielen Dank für deine Einblicke zu dem Thema, bitte.

Das war das kurze Video mit Adam Toos über die ökonomischen Aspekte der Wehrpflicht. Falls euch gefallen hat, dann schickt es doch gerne an eure Freunde und Kollegen weiter. Lasst einen Kommentar da einen Like und ABONNIERT diesen Kanal. Ansonsten sehen wir uns beim nächsten Video wieder, bis dann.

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