
Wiederaufbau der Ukraine: Braucht es einen Marshallplan? | Mit Prof. Adam Tooze
Freitag, 15. August 2025 · 24 min
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Shownotes
Während in Alaska über einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine verhandelt wird, stellt sich eine zentrale Frage: Wie könnte der wirtschaftliche Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg aussehen?
Wirtschaftshistoriker Adam Tooze diskutiert mit Lukas Scholle, welche Wege die Ukraine gehen könnte – vom vollständigen Wiederaufbau aller Gebiete bis hin zu einem strukturellen Neuanfang. Dabei geht es um historische Vorbilder wie den Marshallplan, die Rolle von Landwirtschaft und Industrie, und die politischen Weichenstellungen, die jetzt die kommenden Jahrzehnte prägen könnten.
Tooze erklärt, warum territoriale Fragen, wirtschaftliche Modernisierung und internationale Unterstützung untrennbar miteinander verbunden sind – und welche Konsequenzen es hätte, wenn die USA ihre Rolle in der Ukraine-Hilfe reduzieren.
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Kapitel:
– Einstieg: Ukraine-Verhandlungen am 15. August00:45:00 – Wie groß ist die Zerstörung in der Ukraine?
– Wiederaufbau vs. struktureller Wandel
– Historische Lehren vom Marshallplan bis Irak
– Vom Weizenexporteur zum Waffenexporteur?
– Warum ein baldiger Frieden unwahrscheinlich ist
– Politische Szenarien für die Nachkriegszeit
– Internationale Unterstützung und Europas Rolle
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Was absolut klar ist, und das sollte man sagen, ist das, wenn der Krieg weitergeht, wie er es im Moment tut. Wirklich schwerwiegende Finanzierungs, kurzfristige Finanzierungsfragen für die Ukraine wieder akut werden und die Amerikaner sind wohl nicht mehr dabei und wir reden über ein Minimum von 40 Milliarden Dollar Dollar im Jahr und die müssen irgendwo herkommen, und die werden vermutlich von den Europäern herkommen müssen. Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Video hier bei Cirplus.
Ich bin Lukas Scholle, Gründer und Chefredakteur von Cirplus und ich hab mit einem Tool darüber gesprochen, wie ein ökonomischer Wiederaufbau der Ukraine aussehen könnte, wenn dort mal ein Waffenstillstand oder Frieden einkehren würde. Adam Tools, einer der Herausgeber von Cybers und Wirtschaftshistoriker. Wir gucken in der Ausgabe in dieser Folge hier auch ein bisschen in die Historie, um zu schauen, wie andere Wiederaufbaue funktioniert haben und was man daraus lernen könnte.
Es ist sehr spannend geworden, falls euch das Video gefällt, dann lasst doch gern n Abo da einen Daumen nach oben und schreibt mir gerne in die Kommentare, worüber ich sonst mal mit Adam sprechen soll, ansonsten viel Spaß mit dem Video ja hi Adam, wie sprechen wir ja fast wöchentlich jetzt mittlerweile über internationale Konflikte und.
Die wirtschaftlichen Hintergründe, die in der öffentlichen Debatte ja oftmals auch untergehen und jetzt gerade, wo wir diese Folge aufnehmen, am 14. August gibt es Verhandlungen zwischen der Ukraine, Russland, USA und Deutschland über einen Waffenstillstand oder vielleicht sogar n Frieden. Wir wissen es noch nicht, das ist n guter Anlass, mal darüber zu sprechen, wie ein Land, wenn es den Waffenstillstand und Frieden gibt, wieder aufgebaut werden könnte. Dahingehend erstmal die Frage an dich, wie groß ist die Zerstörung überhaupt in der Ukraine und wie baut man so ein Land dann wieder auf?
Die Zerstörung ist offensichtlich riesig. Das ist der größte, intensivste Landkrieg, der in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg geführt worden ist. Es gibt zahlen, die werden. Regelmäßigen Abständen veröffentlicht also die im Moment am meisten kursierende Zahl ist von Anfang des Jahres. Das ist eine mit der Weltbank zusammen gebastelte Übersicht über die Schäden und die Rekonstruktionskosten und Projekte für Ukraine, die Zahl, die dort genannt wird, das ist seit über dem Winter, das waren 524 Milliarden Dollar, das heißt im höheren 400 Milliarden Euro Bereich. Das sind fast das Dreifache des ukrainischen BIPS. Das ist ein riesiger Betrag, also man in Zeiten von von der Märzregierung gewöhnt man sich
in Deutschland endlich an große Zahlen, aber es sind trotzdem das sind, das sind erhebliche Zahlen, der Schadensanteil, der wird besonders berechnet, das ist interessant, der beläuft sich belief sich damals Anfang des Jahres auf 176 Milliarden. Der andere, größere Teil sind die Rekonstruktionskosten.
Das, was alles neu wieder aufgebaut werden muss, nicht nur gewisser Weise der Schaden an altem Material, das durch den Krieg erzeugt worden ist. Innerhalb dieses Schadensbereichs ist das, was man im Fernsehen sieht, vor allem, wenn man immer noch sich diese Bilder ansieht. Diese Zerstörung der ukrainischen Landschaft der ukrainischen Städte und Dörfer, vor allem im Ostgebiet, das beläuft sich auf 116 Milliarden Dollar, also rund 100 Milliarden Euro. Das ist also die Kriegsverwüstung dieser Gebiete, und Kiew, das ja zunächst am Anfang des Krieges auch selbst in mit Leidenschaft gezogen worden ist und seitdem ständig bombardiert wird.
In der ukrainischen Hauptstadt, die natürlich eine, also eine, eine europäische Großstadt ist. Dort belaufen sich die Schäden nach dieser Rechnung auf 16 Milliarden Dollar. Das ist ein Riesenbetrag, und das wird von den Ukrainern also richtig professionell dargestellt und aufgebaut, die sind, glaube ich, weiter fortgeschritten als die Investitionsprojekte von Klingwalen genossen.
Die haben, die haben wirklich ein aufwendiges Programm, um in der Sprache, im Duktus der beiden Zeit to Bill Back Better, also sie wollen die Ukraine nicht nur wiederherstellen, sondern reformieren, umbauen, modernisieren, das ist, das ist der Anspruch, und daher, daraus ergeben sich diese riesigen Zahlen. Interessant ist auch, wie Neuzeitlich das Ganze ist. Das ist richtig gut gemacht.
Die Ukraine, das wissen wir mittlerweile, sind super Smart, sehr, sehr gut organisiert, sehr große, zum Teil des Wiederaufbaus, Budgets sind im sozialen Bereich zum Beispiel, das wird nicht unterschätzt, die wollen nicht nur Brücken wiederherstellen und Gebäude wieder aufbauen, sondern sie wollen das soziale Netz sichern, das Gesundheitssystem fördern und ausbauen. Sie reden über den Krieg als eine Armutskrise in der Ukraine. Wir wissen es in Deutschland natürlich, es ist ein Verdrängungskrieg, es ist eine Krise der der Flüchtlinge, die zurückgeführt werden müssen müssen 7000000 Menschen im Ausland, 5000000 Menschen rund innerhalb der Ukraine, die wieder behaust werden müssen, riesige strategische Entscheidungen stehen, die,
Glaube ich, auch für die, für die, für den Weg, sagen wir mal, zum Waffenwillstand und eventuell zum Frieden. Ganz entscheidend sind, denn wo wird wieder aufgebaut, wird ja das Entscheidende sein, denn die der kritische Punkt sind ja die territorialen Forderungen der Russen. Die Ukrainer werden sich dagegen wehren, in diesem Bereich Konzessionen zu machen, der größte Teil des Schadens ist in den umstrittenen Ostgebieten, das heißt, die Frage wird sein, ist das Projekt wirklich alles wieder zurückzubekommen auf ukrainischer Seite und dann wieder aufzubauen.
Oder muss man den Krieg, auch wenn man.de jure festhält, an den Außengrenzen der Ukraine auch als Moment des strukturellen Wandels deuten? Das heißt, zum Teil wird im Osten dann in dieser Form, also in der ursprünglichen Form, nicht wieder aufgebaut, geschweige denn dort gerade mal modernisiert, im Marioppel im Fall Marioppels nach den Auseinandersetzungen 2014. Hat der ukrainische Staat ganz bewusst es als Grenzstadt wieder aufgebaut?
Das war ja vormals eine eher prorussische Großstadt, die dann, wir wissen es ja dann, heldenhaft Widerstand geleistet hat, unter anderem, weil es Teil einer, sagen wir mal, es war eine Musterstadt, ein Vorzeigebeispiel der neuen Ukraine, das haben wir alles als Außenstehende sehr unterschätzt, und die Frage wird sein. Wie die ukrainische Regierung angesichts dieser fürchterlichen Entscheidungen, die anstehen, wenn es überhaupt zum Frieden kommen muss, werden ja Konzessionen nötig sein. Trotz der Helden.
Der Held des heldenhaften Widerstandes, trotz der Verluste, wie dann auch die sozioökonomischen Entscheidungen gefällt werden, das ist ein, das ist eine historische Aufgabe von ganz unglaublichen Ausmaßen, das haben wir in Westeuropa in dieser Form seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt. Mhm, ja ist spannend, weil du ja jetzt ansprichst, dass es halt so ne große Herausforderung ist. Ist natürlich dann spannend, auch den historischen Blick zu den anderen Wiederaufbaustrategien zu ziehen, die wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten gesehen haben.
Ob vom Marshall Plan bis hin zum Wiederaufbau im Nahen Osten oder Mittleren Osten, im Irak, Afghanistan und so weiter oder auch im Balkan gibt es da aus deiner Sicht irgendwelche Lektionen? Die Lektion hier jetzt n bisschen paternalistisch, aber n Paar. Aspekte, die man auf jeden Fall beachten sollte.
Bei einem Wiederaufbau der Ukraine Phase so weit kommen sollte. Ich meine, wir haben es ja in diesem Fall mit einem im Grunde ich meine selbst wenn die Ukraine Konzeptionen machen muss in diesem Krieg, muss man doch sagen, dass sie. Im Grunde den Krieg politisch gewonnen haben. Das heißt, Sie haben eine absolut massive Aufwertung in den Augen ihrer eigenen Bürger und da habe ich auch in den Augen des Westens erfahren, man man, der ukrainische Staat war ja kein Erfolgsmodell der Post sowjetischen Zeit, sondern eher ein ein Krisenkind.
Es gab es gab vielversprechende Ansätze nach 2014, aber auf sehr, sehr viel Skepsis gegenüber in Seiten des Westens. Auch wenn es jetzt nicht gelingen sollte, das gesamte Territorium von 22 zurückzubekommen, geschweige denn von 14, geht die Ukraine aus diesem Krieg in einer ganz anderen Verfassung hervor, und das ist natürlich vollkommen anders jetzt als State Building in Irak oder Afghanistan, geschweige denn Neuaufbau Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Das ist nicht, das ist nicht die Situation. Man denkt, möchte vielleicht eher denken an die Situation Frankreichs, vielleicht, aber die Ukrainer haben ja eine vollkommene Besetzung Russlands abgewehrt, das ist ja ihr Riesenerfolg, das heißt,
zunächst stehen sie relativ einzigartig da, Dinge, die wir gelernt haben, sind. Mit dem Neoliberalismus geht es nicht, also Irak, Afghanistan, das waren ja Public private Partnerships, da haben sie ja versucht, alles mit Privatfirmen zu machen, das war ein totales Fiasko und hat nicht funktioniert, also diese Modelle der Blended Finance, dieses Gemisch aus öffentlichen und privaten Mitteln, das ja in Entwicklungskreisen immer noch gehandelt wird als Geheimrezept.
Hat nicht funktioniert unter den extremen Bedingungen einer einer Nachkriegsgesellschaft. Es braucht Staatskapazität, das ist ganz klar, das ist ja, das war ja der Riesenfehler in Irak, die Barthisten alle aus zu, aus zu verdrängen, sodass von einem im Grunde recht starken Staat in Irak, Irak ist ja kein Naturgebilde, sondern wurde gebaut mit einem Staat, haben sie, haben sie eine leere Hilfe gemacht und und.
Das ist natürlich nicht die Situation der Ukraine, obwohl natürlich in den letzten Wochen um den Staatsapparat in der Ukraine, um Korruptionsverdacht etc. Eine innere Krise ausgebrochen ist. Und das wird, glaube ich, ein entscheidender Faktor sein, ob sie den Staatsapparat zusammenhalten und ob sie die Staatsfähigkeiten, die sie im Krieg so massiv unter Beweis gestellt haben und wirklich in radikaler Weise, ich meine, sie haben Sachen geleistet, der man der Bundesrepublik in dieser Form überhaupt nicht zutrauen würde.
Ob Sie das in die Friedenszeiten hinein retten können und das zweite wird sein, und das ist auch eine eine Erfahrung aus der Nachkriegszeit, also nach dem Zweiten Weltkrieg, ist. Inwieweit kann man die Stärken der Kriegswirtschaft in die Friedenswirtschaft übertragen? Das ist ja das Geheimrezept des deutschen Wirtschaftswunders. Die deutsche Wirtschaft war ja nur Gewisserweise, sagen wir mal, da können wir auch mal eine Episode drüber machen, das ist ja eine tragende Säule der bundesrepublikanischen Ideologie, der sozialen Marktwirtschaft, dass man aus Trümmern alles wieder aufgebaut hat, Unsinn, ich meine, die Fabriken liefen ja auf Hoftouren bis ganz zum Schluss, da wurde ja massiv ausgebaut zu
Kriegszeiten, im Grunde wartete man nur auf ein Wunder. Und man sprach ja unter Albert Speer schon während der Kriegszeit von einem Wirtschafts, also von einer von einer Rüstungswunde. Im Grunde haben das die Ukrainer auch, das ist ja gewisser Weise die, die das positive Spin, sie haben ja kriegswirtschaftlich Ungeheures geleistet, gerade auch im Tech Sektor, und niemand ist so erprobt, das sind ja die einzigen Europäer, die wirklich wissen, was das heißt, Krieg zu führen, also unter wirklich massivem Druck.
Die Massenproduktion von Drohnen anzufahren, also diese gesamte die elektronische Kriegsführung, da sind die ja absolut weltweit führend, da müssen die Amerikaner bei ihnen zur Schule gehen, und das sind wirklich stärken, die für die Nachkriegszeit dann ganz wichtig sind. Das ist natürlich nicht ganz so leicht zu handhaben, das ist politisch sehr, sehr schwierig, aber denke ich, entscheidend, und dann geht es, glaube ich, auch darum zu verstehen.
In wie weit es bei der Nachkriegszeit um die Wiederherstellung geht und in wie weit um Neuordnung. Und man möchte hier zum Beispiel verweisen auf dass die Flüchtlingsproblematik die Vertriebenenproblematik in der Bundesrepublik, wie lange hält man an dem vergangenen Fest und ab welchem Punkt ist man bereit zu sagen okay schwamm drüber, jetzt müssen wir irgendwie nach vorne kommen, was machen wir daraus und ich meine. Für das Beispiel an Bayern war ja ein unterentwickeltes Bauernland in der früheren Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik wird unter anderem durch den Zufluss von Arbeitskräften und Humankapital, durch die Vertriebenen, durch die Ansiedlung von Vertriebenen und durch die Verlagerung von Konzernen aus den Ostbereichen
und Berlin nach dem Südwesten den südlichen Teil der Bundesrepublik massiv gefördert in der Nachkriegszeit. Die Ukrainer müssen zum Teil glaube ich auch in diese Richtung denken und sich überlegen okay wo you Know what Hills to be One a Dion auf buchstäblich auf, wo wollen wir, wo wollen wir wirklich bis zum Schlemm zum Schluss unterbittert um die Wiederherstellung des vergangenen Kämpfen und wo, wo setzen wir neu an und ich sag das nicht leichtfertig, ich hab ich bin sehr pessimistisch in Sachen.
Friedensfindung und und Waffenstillstand angesichts der, und das ist nicht keine Kritik an der Ukraine, sondern eines der Ergebnisse der Geschichte, es kann zum Teil besser laufen, wenn man nicht selbst Politik machen muss, das ist ja auch eines der der, der der Vorteile, die die Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg hatte, sie musste ja nicht selbst Verantwortung nehmen für die sehr schweren Entscheidungen, Währungsreform wurde vor der Gründung der Bundesrepublik gemacht. Während die Ukrainer das verdauen müssen, das also die das wirklich bittere, bittere Los dieses im Moment unentschiedenen Krieges.
Und es gibt, es ist nicht nur zynisch zu sagen, dass es manchmal einfacher sein kann, den Krieg weiterzuführen, als in den Prozess der Friedensverhandlung einzutreten. Ja, das ist spannend, weil du es gerade Ansprachst mit dem mit der mit dem Wiederaufbau des vorherigen. Da wollte ich noch mal daran anknüpfen, weil vor dem Krieg war die Ukraine ein relevanter Exporteur von vor allem Nahrungsmittel von Weizen und hat dann auch quasi durch den Krieg da natürlich einen Preisschock ausgelöst.
Jetzt nicht durch die Ukraine, sondern durch Russlands Angriffskrieg. Das ist natürlich jetzt auch ne spannende Frage, ob quasi dann nach dem Kriegsende, ob dann die Ukraine waffenexporteur wird, weil sie halt da gewisse Kompetenzen haben, ob das in anderen, in anderen Hinsichten so sinnvoll ist, sei mal dahingestellt, aber wie schätzt Du das ein? Sind dann die die Geoökonomischen die globalen? Globalen wirtschaftlichen Konsequenzen von dem Wiederaufbau der Ukraine auch hinsichtlich der Lebensmittelpreise.
Genau, was sind da die Konsequenzen aus deiner Sicht? Ja man, man würde absolut einen positiven Schock, das heißt für die Lebensmittelmärkte, das heißt von der Angebotsseite her, ich meine, die Ukraine haben ja alles getan, um die Zufuhr zum Weltmarkt wiederherzustellen, sie müssen ja die Devisen verdienen. Sie sind ja in einer äußerst kritischen Situation in der Kriegsfinanzierung, die sie durch eine wirklich stringente Kriegsführung seit dem ersten Winter des Krieges ja dann auch gemeistert haben.
Da werden sie aber sehr darauf verpicht sein, möglichst schnell wieder die agrarindustriellen Exporte zu steigern, und das wird Markteffekte erzeugen. Für die Konstrumenten ist das natürlich ein Vorzugshaft wenn die, wenn die Ukrainer jetzt wieder auf den Markt kommen, aber das kann dann natürlich auch Struktureffekte bewirken, das haben wir ja im im Rahmen der Europäischen Union bereits gesehen, denn denn eines der Effekte der Schließung des Schwarzen Meeres war ja eine Umleitung der ukrainischen Agrarexporte gegen Norden, und zwar in Richtung Polen. Und da wurden sie alles an, da waren sie alles andere als willkommen.
Also da gab es ja wirklich zum Teil auch Traktorsperren, die die polnischen Bauern haben, sich die gegen die ukrainischen Exporte gewehrt, Polen hatte dann mit seinen.eu Partnern auch eine Ausnahmeregelung verhandelt, sodass ihre Märkte von den von den ukrainischen Gütern nicht überschwemmt werden, das ist, glaube ich, eine Vorahnung der Probleme, die vor allem auf die.eu zukommen. Wenn wir von der Kriegssituation auf die Rekonstruktion und in die Friedensphase übergehen.
Die Ukraine ist im Grunde eines der großen ungelösten Probleme, der der der Zeit nach dem Kalten Krieg, nach dem Kalten Krieg war es vor dem vor dem vor der massiven russischen Invasion 22 und wird das auch in Zukunft sein und. Was sich verändert hat, ist, dass die, sagen wir mal, die große Politik in Westeuropa sich letztendlich jetzt auch wirklich damit auseinandersetzen muss. Und das wird, glaube ich, auch die zukünftige Herausforderung sein, wenn.
Wir jetzt nur mal ein bisschen in die in die Zukunft blicken, hast du ja gerade schon, aber auch unser unser Erwartungsmanagement ein bisschen ein gewisses Basisszenario zu geben und. Das ist aus deiner Sicht, du hast es gerade schon angesprochen hinsichtlich einem baldigen Kriegsende, jetzt nicht für allzu wahrscheinlich.
Aber was wären quasi auch in wirtschaftlicher Hinsicht dann positive als auch negative Geschehnisse, die auf uns zukommen könnten? Ja, man muss sich wieder vor Augen halten, wie das Szenario Anfang des Jahres aussah. Das ist ja Teil der der Disziplin, die wir uns antun wollen. Was haben wir erwartet, was erwarten wir jetzt, wie hat sich das verändert, ich mein Anfang des Jahres. Gab es ja wirklich ein absolut katastrophales Szenario für Europa und das hat ja unter anderem auch die Auflösung der Schuldenbremsensperre in Deutschland mitbewirkt und das Katastrophenszenario war, Trump macht plötzlich Schluss mit jeder Unterstützung der Ukraine.
Alles fällt in den Schoß der Europäer. Dafür muss dann Europa bereit sein, möglicherweise mit riesigen Beträgen. Wir haben ja drüber geredet, Hunderte Milliarden gehen gar nicht schnell aus dem Fenster raus, militärisch und zivil die Ukraine unterstützen, und das ist nicht unsere Situation, das ist erstmal sehr erstaunlich, denn das war ja wirklich die Erwartung, es sollte, was weiß ich zum Nato Gipfel platzen und es platzte nicht.
Es sollte vielleicht bei den in den Handels Konflikten mit der mit den Vereinigten Staaten geschehen und von der Leon und Co. Haben sich erniedrigt. Gleich denke ich um das zu verhindern. Jetzt sind wir also in einer Situation wo und man muss es wieder reflektieren, der amerikanische Präsident.
Du hast es ein bisschen verschönt, denke ich, im Grunde ohne die Europäer, ohne Ukraine über die Zukunft des Kontinents mit den Russen verhandelt, und zwar in Alaska auf dem Bonson Tools haben wir, machen wir heute ein Symmegment über Alaska ganz auf der anderen Seite der Welt, da geht es anders zu, und was dabei rauskommt, lass uns kurz in die Zukunft blicken, wer kann es wissen, wirklich, ich meine das Allererstaunlichste wäre doch, dass Putin sagt, ja ja, ja, du hast ja vollkommen recht. Ja, ja, lasst uns.
Also wie seien wir vernünftig, wir verlangen nur im Grunde 22 zurück, hier und da vielleicht registeradjustierung und ja, absolut, ihr habt vollkommen recht für die für die Zerstörung sollten wir zahlen und das Geld, das ihr schon, das ihr schon unter Station gestellt, das könnt ihr behalten und damit macht ihr weiter und vielleicht kann die russische Industrie nachhelfen und wir machen Lieferungen an die Ukraine und das wird, das wird alles gut, ich meine, wenn das wäre wirklich erstaunlich, wenn das kommt.
Viel wahrscheinlicher ist es, denke ich. Und ich denke nicht, das ist gewisser Weise das Medienszenario, aber es ist nicht undenkbar, dass das der letzte Versuch eines sehr ungeduldigen amerikanischen Präsidenten ist, mit dieser blöden Story irgendwie zurecht zu kommen. Und wenn es ihm nicht gelingt, dann werdet ihr die Russen sanktionieren und sagen, Tschüss Leute, das ist mir alles zu albern, ich will nicht mehr, ihr Europäer sollt wirklich mehr tun, lasst uns das alles neu verhandeln. Wir haben ja noch dreieinhalb Jahre Zeit, und das ist eher meine.
Ich halte das für ein wahrscheinliches Szenario, aber man kann es, man kann es wirklich nicht abschätzen und noch kann man in sinnvoller Weise die amerikanische Politik, was weiß ich bei Rubio oder warns nachfragen, was die Vorhaben, denn Rubio geht in die eine Richtung, Warns in die andere und es ist nicht klar, ob einer ob entweder der eine oder der andere im Grunde irgendwie da was zu sagen hat, das heißt?
Sehr, sehr schwierig hier wirklich so eine Basecase zu formieren, was absolut klar ist. Und das sollte man sagen, ist das, wenn der Krieg weitergeht wie er es im Moment tut, wirklich schwerwiegende Finanzierungs, kurzfristige Finanzierungsfragen für die Ukraine wieder akut werden und die Amerikaner sind wohl nicht mehr dabei und wir reden über ein Minimum von 40 Milliarden Dollar Dollar im Jahr.
Und die müssen irgendwo herkommen, und die werden vermutlich von den Europäern herkommen müssen. Und das steht an, denke ich, und das ist das Minimum, also sagen wir mal, weder das utopische Szenario noch das Desaster tritt ein, sondern wir machen einfach nur so weiter, wie es im Moment ist. Dann wäre das meine meine nächste Frage, okay wie machen wir es jetzt mit der wirtschaftlichen Stabilisierung der Ukraine im kommenden Jahr, denn das. Das Base Case des Iwfs und all diese Institutionen ist, dass bis zum Ende dieses Jahres die Intensität der Kämpfe abnimmt und dass im nächsten Jahr auf eine Stabilisierung hin, das heißt gearbeitet werden kann, also in der Finanzierung ist der Erfolg der unwahrscheinliche
Erfolg der Diplomatie schon mit einkalkuliert und mit eingerechnet, und wenn das nicht gelingt, dann ist das, dann hat das ganz konkrete Auswirkungen, das heißt also, Status quo ist nicht nachhaltig. Wenn es nicht gelingt, in eine in eine zu einer Stabilisierung zu kommen, dann stehen wirklich große, teure Entscheidungen an. Im im deutschen Rahmen.
Im Moment sind 35000000 Milliarden, das ist alles nur OK, es ist alles machbar, aber so darum ging es glaube ich auch um diesen, um diesen, um diesen Sonderrahmen zu schaffen, wo da diese Möglichkeiten wieder gefunden werden können, entweder auf Deutscher oder auf europäischer Ebene, und da würde ich. Vom März würde ich vermuten, dass er in diesem Moment sagt, OK Leute, Notstand, Ausnahme müssen wir über Europa machen. Für diesen Fall bin ich da, bin ja der große Europäer, sehe ich auch so, meine Freundin, nur sola wird das auch so sehen, lass uns so in diese Richtung weiterarbeiten, aber nein ist jetzt alles, das ist jetzt Fantasie über die nächsten 456 Monate, aber so das das sind so.
Eckpfeiler meiner eigenen, meines eigenen Erwartungshorizontes. Ja, spannend. Das ist natürlich dann schon die Software Variante von dem was du gerade angesprochen hast, ist mit der mit dem Szenario vom Anfang des Jahres, dass Trump sich komplett zurückzieht. Das ist natürlich dann die Software Variante, dass er quasi dann bei der weiteren Finanzierung sich teilweise zurückzieht oder die USA auf jeden Fall sehr spannend werden wir sicherlich noch mal drüber sprechen, egal wie es weitergeht, ob es besser wird oder ob es sich quasi auch die wirtschaftlichen Aspekte in dieser Form fortsetzen werden erstmal vielen. Für den Einblicke an dieser Stelle. Bitte, bitte.
Das war das kurze Video mit Adam Tous über den ökonomischen Wiederaufbau der Ukraine. Falls es euch gefallen hat, dann lasst doch gerne ein Abo da einen Daumen nach oben und schreibt in die Kommentare, was ihr darüber denkt. Das würde mich sehr interessieren, ansonsten sehen wir uns beim nächsten Video.