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Israels Wirtschaftsinteressen in Gaza | Mit Prof. Adam Tooze

Freitag, 17. Oktober 2025 · 15 min

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Shownotes

Der Gazastreifen liegt in Trümmern. Doch während ein Friedensplan die Waffen schweigen lässt, nehmen ökonomische Interessen Gestalt an. Hinter dem Wiederaufbau stehen nicht nur humanitäre Absichten: Sonderwirtschaftszonen, Bahnverbindungen und Smart Cities sollen Gaza transformieren. Doch zu welchem Preis?

Wirtschaftshistoriker Adam Tooze analysiert, welche ökonomischen Pläne die israelische Rechte für Gaza verfolgt und warum diese Region trotz Zerstörung strategisch relevant bleibt. Es geht um Infrastrukturprojekte wie „Tracks for Regional Peace”, um die Frage, wessen Interessen der Wiederaufbau wirklich dient und ob Gaza zur neoliberalen Sonderwirtschaftszone unter dauerhafter israelischer Kontrolle wird, während Selbstbestimmung und politische Teilhabe der Palästinenser marginalisiert bleiben.

👉 Zu allen Beiträgen von Adam Tooze: surplusmagazin.de/autoren/adam-tooze

– Die ökonomischen Pläne für Gaza
– Warum ist Gaza wirtschaftlich relevant?
– Tracks for Regional Peace: Bahnverbindungen durch Gaza
– Sonderwirtschaftszone
– Zukunftsszenario

Surplus ist das Wirtschaftsmagazin, das sich um die Interessen der großen Mehrheit und nicht der Reichsten dreht. Dafür bringen wir weltweit führende ökonomische Denkerinnen und Denker zusammen. Täglich veröffentlichen wir Texte, wöchentlich Video- und Podcastformate und zweimonatlich ein digitales sowie gedrucktes Magazin.

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#trump #israel #netanjahu

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Die Aufräumarbeit, das ist ja eine faronische Arbeit. Es geht tatsächlich, jemand hat es, glaube ich, berechnet, das sind 15 Pyramiden, die abgeräumt werden müssen durch durchsetzt mit Asbest und und nicht explodierter Munition und gleichen, und das ist eine, das ist eine, die eine Arbeit der Hölle geradezu. Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Video hier bei Sirplus.

Ich bin Lukas Scholle, Gründer und Chefredakteur von Sirplus und ich habe mit Adam Toos darüber gesprochen, welche ökonomischen Interessen es in Israel und vor allem bei den israelischen Rechten in Gaza an dem Fleck an der Region Gaza gibt. Adam Toos ist einer der Herausgeber von Sirplus und Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Columbia University in New York.

Falls ihr also kein Video mehr mit Adam verpassen wollt, dann abonniert doch gerne diesen Kanal und teilt ihn mit euren Freunden, aber jetzt erstmal viel Spaß. Was mit dem Video? Ja Hi Adam, Wir haben ja neulich schon mal über Israels Genozidalen Krieg in Gaza gesprochen und die Ökonomie des Hungerns, jetzt gibt es ja einen Friedensplan, der erstmal wahrscheinlich die Waffen schweigen lässt. Darüber ist natürlich schon viel gesprochen worden jetzt in den letzten Tagen, allerdings gibt es natürlich auch ökonomische Gründe hinter diesem Krieg, auch auf Seiten von Israel. Lass uns also einmal darauf gucken, was die Pläne von Netanjahu sind, die ökonomisch auf dem Gaza Territorium dann nach dem Krieg stattfinden,

stattfinden sollen. Kannst du uns da mal einen Überblick geben? Ja, ich meine erstmal zum Kontext, der Krieg war bestimmt kein Segen für die israelische Wirtschaft, das hasse sie nicht. Nötig war eine florierende Tech basierte Tourismusorientierte internationale offene. Wirtschaft und was für im weiteren Sinne für die strategische Position Israels und seine Politik zutrifft, nämlich dass der Krieg eine bestimmte Isolierung herbeigeführt hat, stimmt auch für seine Wirtschaft.

Es war teuer, der Krieg, man rechnete schon letztes Jahr mit 70 Milliarden Dollar an Kosten, davon haben wir, ich sage mal, wir Amerika vor allem. Auch Europa zu einem Teil vielleicht 20 bis 25 Milliarden mitgetragen, aber trotzdem ist das in der Last angesagt. Zunächst ist also einfach nur mal Erholung und Erleichterung der Börse ging es zwischenzeitlich sehr gut in Israel, aber die Tourismusbranche bau Gewerbe, also die großen Sektoren der israelischen Wirtschaft, sind ziemlich mitgenommen, es gibt natürlich militärisch industrielle Teile der israelischen Wirtschaft, die floriert haben.

Mit tollen Aufträgen. Und die werden jetzt damit auch Export betreiben. Mit diesen erfahrungserprobten Waffen und Waffensysteme, Überwachungssysteme, die sie, die sie jetzt dort entwickelt haben, aber ich denke, wir müssen vor allem abzielen auf die längerfristige Strategie und worum es hier vor allem geht, und hier kommen auch die militärischen und sogenannten Friedensplanungen mit dem wirtschaftlichen zusammen. Es geht darum, die 2 Staaten Visionen der 90er Jahre ad acta zu legen und das ist das zentrale Anliegen der rechtszentristischen israelischen Führung, dass die 2 Staaten Lösung, an die sich Europa natürlich kümmert, wurde in den 90er Jahren unter ganz anderen Bedingungen von Israel. Abgezeichnet damals war Israel

viel, viel, viel schwächer als heutzutage und das Zentrale anlegen der Israelis, aber natürlich auch vom Trump und vielen anderen Mitspielern in diesem Karussell. Ist ja ein israelisch arabischer Frieden zwischen Israel und den reichen Emiraten, Kataris und Saudis über die Köpfe der Palästinenserinnen hinweg. Das ist von das, das ist ja der, die, die die strategische Vision der sogenannten Abraham Akkorde.

Die in der aus der ersten Trump Administration stammen. Und ich denke, es gibt keinen Zweifel, dass letztendlich die israelische Planung darauf hinzielt und alles andere ist ein Feigenblatt, also diese. In diesem 20 Punkte Plan der letzte Punkt, dass nämlich eine palästinensische Staat angestrebt werden soll. Es ist glaube ich nicht mehr als das, denn sonst können die arabischen Staaten hier in keiner Weise auftreten, das ist mittlerweile, das ist klar, dass sie das mindestens pro forma mit noch drin haben müssen, das ist glaube ich, die große Linie, die hier verfolgt wird.

Und jetzt ist ja Gaza nur ein. Ein dicht besiedeltes Land sozusagen, nicht mehr besiedelt, aber sozusagen ein, wo viele Menschen sind, in dem Sinne, das aber natürlich relativ zentral liegt in der Lage. Warum gibt es ausgerechnet da jetzt wirtschaftliche Interessen, vor allem von einigen Rechtsextremen in der israelischen Regierung, also warum ist diese dieser Ort ökonomisch so relevant?

Ich mein historisch gesehen, wenn wir ganz weit zurückgehen, war ja Gaza nicht gewisserweise, diese Endstation, zu der es geworden ist. Ganz im Gegenteil. Gaza war Umschlagplatz in der klassischen Welt, es war Ungeheuer reich, die Archäologie A Gazas ist ja nicht umsonst so reichhaltig wie sie ist. Es werden, es wurden in der Vorkriegszeit wunderbare Schätze dort gefunden, weil dieser Hafen ungeheuer strategisch liegt. Es gibt ganz handfeste Siedlerinteressen, die die gesamte, den gesamten palästinensische Territorium für Erz Israel beanspruchen.

Und die Siedler sind an sich schon eine wirtschaftliche Macht in in Israel. Es wurden ja 500000 israelische Siedler in Westbank und ne Viertelmillion im östlichen Bereich Jerusalems, das ja eigentlich den Palästinensern gehört. Und das ist natürlich n in einer in einer 10000000 Nation wie Israel ist das natürlich eine eine, eine massive Wucht und ein ein ein sehr großes Wirtschaftsinteresse. Auch Israel ist ja eine vom Immobilienbesitz getriebene Volkswirtschaft unter unter anderem darüber hinaus gibt es in Gaza strategisch wirtschaftliche Interessen, das sind die Gasfelder im Mittelmeer. Die darf man, glaube ich, nicht überschätzen in dem Sinne, dass sie vielleicht 5% der bisher gefundenen Gasreserven im israelischen Bereich ausmachen.

Das ist, das sind nach Rechnungen der Weltbank 2,7 Milliarden Dollar, die man möglicherweise dort abschöpfen könnte. Für Israel ist das ein Clax, für die für den palästinensischen Staat wären das sehr, sehr wichtige Devisen, vor allem geht es um auf diesen Punkt zurückzukommen. Um die breitere, regionale interkontinentale Vision. Es geht darum, Israel zu positionieren als als Schnittstelle zwischen den der Golfregion, dem Indischen Ozean auf der einen Seite und dem Mittelmeerraum, Europa und westliche Märkte auf der anderen Seite, und das eine eine Schneise ist, natürlich.

Horn auf Afrika und dann die Meeresengen hin zum Suezkanal. Aber was sie außerdem vorbereiten wollen, ist gewisser Weise ein Land, ein Landweg, das über über die arabischen Staaten nach Israel führen sollte. Eine Vision wäre nach Haifa, und das andere wäre möglicherweise Gaza, das heißt also, wenn man von diesen wirklich grotesken Visionen einer einer touristenmetrode Metropole Gaza absieht, dann wäre das eine andere Entwicklungslinie. Aber das würde Gaza sehr viel mehr nicht im Mittelpunkt stellen, sondern gewisser Weise als als als als Schnittstelle in einer, in einem einer, in einem Transportkorridor zwischen dem Indischen Ozean und dem Mittelmeer. Das würde dann natürlich auch die dauerhafte Kontrolle Israels über den Gazastreifen.

Natürlich ist voraus, wenn da Züge durchfahren, weil dieses Projekt, auf das du anspielst, das hat ja den makaberen Namen tatsächlich Tracks for regional, regional, p. Hieß, kannst du es noch ein bisschen ausführen, was damit gemeint ist? Gleise für den regionalen Frieden das ist tatsächlich so eine Infrastrukturplanung.

Ich mein, Daniela, Gabor und andere Kolleginnen haben ja darauf verwiesen, Infrastruktur hat ja im Moment so eine magische Anziehungskraft, gewisserweise, damit verändert man die Welt, man setzt Visionen in Materialität um, und im Nahen Osten gibt es eben diese Vorstellung, dass man diese Vision des der Abraham Akkords. Also eine Israel golfstaatenbasierte Friedensplanung über die Köpfe der Palästinenserinnen hinweg, durch Infrastruktur gewisser Weise unter Mauern unterzeichnen, unterstreichen kann und High Speed Rail, also das übliche elektrifizierte Hochgeschwindigkeitszüge auf der einen Seite und dann Frachtverkehr, weniger Menschen, mehr Güter ist, ist eine Vorstellung, und die Idee ist, und das wurde.

Also da ist auch die Chronologie. Als Historiker wird man ja da hellhöriger, also g 20 Gipfel in Indien, September 23, das war ja so n Moment, wo es im Grunde um den Ukrainekrieg gab 7. Oktober hamasis Ausbruch war ja noch nicht war Internats in Zukunft einen Monat weg. Und damals diskutierte man in in Delhi, als Modi der große Gastgeber spielte diese Vision einer einer interkontinentalen Bahnverbindung, die eben in Israel, aber in diesem Fall damals ging es um Haifa. Im Grunde ne sehr viel plausiblere Ort für eine solche Bahnverbindung und das ist so n in gewisser Weise so ne so ne ne Antwort.

Man kann ja nicht sagen des Westens, denn es geht um die Golfstaaten und Indien, aber eine Antwort der damaligen beiden Regierungen auf One Bed One Road, also auf die chinesischen Visionen der globalen Infrastruktur. Und da spielte natürlich Israel nur zu gerne eine eine Schlüsselfunktion. Beziehungen zwischen Israel und Indien sind ja bekanntlich sehr gut, und das war ein Teil davon.

Und die anderen Aspekte, die damit einhergehen mit dem, mit dem mit der Region Gaza, die jetzt genannt wurden, auch Thema Sonderwirtschaftszone oder so, wie stehst du dazu, wie blickst du darauf? Ich meine, das ist das Instrumentarium einer. Ich meine, ich meine, wie ist das zeitlich zu verordnen? Man könnte sagen, Neoliberalismus, das sind diese Special Enterprise Zones, die seit den 80er Jahren sehr da im Kommen waren.

Fetcher hat sowas gemacht, die Chinesen in den 80er 90er Jahren, aber ich meine gerade in diesem Bereich ist man ungeheuer erinnert an die Mandatszeit, also der Versuch nach der Hoch der Ära des Hochimperialismus und des tatsächlich handfesten Kolonialismus gerade in diesem Bereich und gerade in Palästina.

Ne neue Form der Bevormundung, der äußeren Kontrolle der technokratischen Regierung, das wird ja alles Ausbuschbardiert in diesem, in diesem Friedensplan, das das Erstaunliche daran ist, wie explizit das Ganze ist. Eine ein Gremium, ein Ausschluss, ein Vorstand von Technokraten soll Gewisserweise diesen Landstrich regieren, über die Köpfe der Palästinenser hinweg, und das sind diese Lösungen, ich mein. Es ich weiß nicht, inwieweit man das ernst nehmen kann. Ehrlich gesagt, ich meine, wenn du ein Unternehmer bist, was weiß ich verarbeitende Industrie, du willst irgendwo eine billige Textilproduktion hinstellen, Gaza, ich meine nicht aus, nicht aus unternehmerischen Gründen, zunächst vielleicht aus

politischen Gründen, vielleicht verfolgt man damit irgendwelche persönlichen Hobbyprojekte, aber sich vorzustellen, dass dort wirklich. Schnell und aktiv unternehmerische Investition ansetzt das das halte ich für Illusionär. Wenn wenn es nicht handfeste und konkrete politische Versprechen, sagen wir mal von Seiten der Golfstaaten gibt. Damit sind wir eigentlich schon bei unserer Abschlussfrage, die wir immer haben, wie wie du die Zukunft einordnest in dem Sinne, was dich nur negativ als auch positiv überraschen könnte. Also das würde dich wahrscheinlich überraschen, wenn jetzt dort große Industrieansiedlungen. Oder verarbeitendes Gewerbe sich ansiedeln würde? Und was wäre sonst noch?

Würde dich positiv und negativ überraschen. Ja, ich denke, wir müssen mindestens 3 Szenarien unterscheiden, dass das ich mein das Beste wäre natürlich, dass dieser letzte Punkt des 20 Punkte plans ernst genommen wird und das hier wirklich ernst gemacht wird mit einem Versuch einer neu, eines Neustarts der 2 starten Lösung, aber das ist wirklich denke ich vollkommen illusionär.

Wir müssen erstmal abwarten, ob die Israelis überhaupt diesen Waffenstillstand einhalten. Also heute, wir nehmen ja am Donnerstag auf, wird noch geschossen, und zwar ganz aktiv von mit Panzerkanonen auf Zivilisten, aber das ist, das ist die bestmögliche Option, die Realisierung des Planes, also diese Unterordnung Gazas unter einer internationalen Aufsicht und seine seine privatwirtschaftliche Entwicklung. Würde mich sehr erstaunen, aber es wäre gewisser Weise ein Second best.

Denn das wahrscheinlichste ist, glaube ich, dass diese Zone, dieser Landstrich mit seinen Einwohnern, in seiner Misere versinkt. Zunächst, weil die Aufräumarbeit, das ist ja eine pharonische Arbeit, es geht tatsächlich, jemand hat es, glaube ich, berechnet, das sind 15 Pyramiden, die abgeräumt werden müssen.

Durchsetzt mit Asbest und und nicht explodierter Munition und gleichen. Und das ist eine, das ist eine eine Arbeit der Hölle, geradezu das, das zu machen. Man kennt die Stories aus Deutschland über die Trümmerfrauen, es geht um nichts weniger als das und. Das braucht Jahre. Zunächst. Hoffen wir, dass es so weit kommt, dass die Waffen da schweigen und dass der Wiederaufbau anfängt.

Wir werden dann sicherlich noch mal darüber sprechen, sobald es soweit ist und wie das ökonomisch vonstatten geht, aber erstmal vielen Dank für deine Einblicke zu den Interessen Israels, das war das kurze Video mit Adam tus über die ökonomischen Interessen Israels an der Region Gaza falls ihr noch mehr von Adam tus lesen wollt, dann geht doch gerne in die Videobeschreibung, dort könnt ihr.

Einen Newsletter von Adam Tools abonnieren auf seinem Autorenprofil Buy Serplers, sodass er keinen seiner neuen Texte und Videos verpasst. Ansonsten sehen wir uns aber sicherlich auch beim nächsten Video.

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