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reebuild-CEO: „Wir würden niemals Baufirmen in den Cap Table nehmen“

Donnerstag, 22. Oktober 2026 · 38 min

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Shownotes

Drei Kilo schwere Ordner voller Lieferscheine haben am Bau bald ausgedient, zumindest wenn es nach dem Wiener Startup reebuild geht: Es hat soeben 3 Millionen Euro (trendingtopics.eu/reebuild-3-million-euro-seed) aufgenommen, um mit KI den Papierkram im Backoffice von Bauunternehmen zu automatisieren. Angeführt wird die Seed-Runde von Fortino Ventures aus Belgien, dazu kommen Rise PropTech und CuriosityVC (curiosityvc.com/post/reebuild-raises-eu3m-seed…) sowie Bestandsinvestor Hansi Hansmann. Mehr als 120 Kund:innen nutzen die Plattform bereits, darunter Pittel+Brausewetter. Ganz allein ist reebuild in dem Markt nicht: Auch PlanRadar aus Wien, Capmo aus München und Cosuno aus Berlin wollen den Bau digitalisieren, Candis automatisiert Rechnungen branchenübergreifend.
Darüber spricht Jakob Steinschaden, Mitgründer von Trending Topics, mit Gründer und CEO Alexander Kornell. Die Themen:
• Das Problem: Warum Baufirmen mit Excel, alten Buchhaltungssystemen und Zetteln arbeiten, dadurch langsam sind und Einkaufsentscheidungen aus dem Bauchgefühl treffen.
• Vom Physik-Doktorat zum Startup: Wie Kornell zwischen Simulationsphysik und einem Bauleiter, der Preise in dicken Papierordnern suchte, die Idee hatte, und warum reebuild vor ChatGPT eigene Modelle bauen und vieles anfangs händisch erledigen musste.
• Komplexe Branche: Warum Kornell den Bau für komplex statt konservativ hält und warum dort mit Generalunternehmern, Subfirmen und Lieferanten de facto Prototypen in freier Natur entstehen.
• Der Mittelstand als Zielgruppe: Warum reebuild auf Baufirmen mit 10 bis 2.500 Mitarbeitenden setzt und weder Handwerksbetriebe noch Konzerne wie Strabag oder Porr anspricht.
• Die Finanzierung: Warum das Geld aus Belgien und den Niederlanden kommt, eine solche Runde in Österreich nicht möglich gewesen wäre und Corporate-VCs aus der Baubranche ausgeschlossen sind.
• Null Fehlertoleranz: Warum es nicht reicht, Belege in Claude Opus 5.5 zu werfen, und wie Plausibilitätschecks dafür sorgen, dass jedes unsichere Dokument bei Menschen landet.
• Kein Marktplatz: Warum Transportbeton nur 100 Kilometer weit geliefert werden kann und Daten deshalb mehr bringen als ein Preisvergleich.
• Modelle und Moat: Warum reebuild per Router zwischen KI-Modellen wechselt, alles in Europa hostet und sich vor KI-geklonter Software nicht fürchtet.

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Jakob Steinschaden: Hallo und herzlich willkommen im Podcast von Training Topics. Endlich gibt es wieder über eine größere Finanzierungsrunde in Österreich zu berichten und sie geht an Rebuild. Dabei handelt es sich ein Wiener Startup, das den Papierkram in Bauunternehmen mit Hilfe von KI beseitigen möchte. 3 Millionen Frische Euro sollen nun das Wachstum befördern und deswegen begrüße ich heute im Podcast recht herzlich den CEO und Mitgründer Alexander Cornell. Hallo.

Alexander Kornell: Hallo, vielen, vielen lieben Dank für die Einladung.

Jakob Steinschaden: Genau, jetzt bin ich fast über den Namen Rebuild gestolpert, weil ihr schreibt euch mit 2e warum hat sich jemand vertiept oder hat es eine besondere Story damit auf sich.

Alexander Kornell: Ja, haben also prinzipiell das Wort Bild hat natürlich mit Bauen zu tun, weil Bauen auf Englisch heißt ja Bild. Wir haben ursprünglich viel auch über den environmental Aspekt von dem Ganzen nachgedacht und darum quasi das Rebuild in Richtung Recycling und das E ist etwas, was man einfach sehr, cool verwenden kann in diverseste verschiedene Richtungen, mit denen in Richtung neuen Produktlinien und diverse solche Themen und das ist... dass es einfach hängen bleibt bei unseren Kunden. Das macht uns natürlich stolz.

Jakob Steinschaden: Alles klar. Ich habe es in der Anmoderation schon angesprochen. Es geht die Beseitigung von Papierkram auf Baustellen und Co. mit Hilfe von KI. Erzähl mal so bisschen genauer. Was gibt es bei euch? Was bekommen die Kunden? Wofür wird es verwendet und wie funktioniert es?

Alexander Kornell: Also prinzipiell, jeder der schon mal auf einer Baustelle war, weiß, dass es einfach wahnsinnig komplex ist. Und was halt spannend ist, ist das Teil dahinter, also im Prinzip das Backoffice, einfach wahnsinnig manuell und wahnsinnig alt noch funktioniert. Da haben wir verschiedenste Datenquellen, die im Regelfall über Excel laufen oder irgendwelche ewig alten Buchhaltungssysteme und zusätzlich noch ganz viel auf Zettel, was man dann im Digitalen quasi am PDF nennt. Aber alles in allem kann man sagen, ok, Baufirmen arbeiten auf total veralterten Daten und die sind im Regelfall inkomplett. Das hat quer durch die Unternehmen hinweg Auswirkungen. Wenn man es auf zwei Dinge runterpinnt, dann ist es so, dass sie einfach wahnsinnig langsam in ihren administrativen Prozessen sind und dadurch einfach Geld verlieren. Und das zweite ist, dass einfach die Entscheidungen auf inkompletten Daten und darum eher als Bauchgefühl und nicht datengetrieben getroffen werden. Wenn man mit den Leuten aus der Branche redet, dann sagen alle das Gleiche. gibt verschiedenste Auswirkungen. Was prägnant ist eigentlich, vor allem in Geschäftsführungsbereichen, wo die Leute einfach sagen, bei Einkaufsentscheidungen verliere ich einfach Geld, weil ich kaufe halt das, was am nächsten ist. Und das war so ursprünglich auch dieser Start. von uns. Wir haben gesagt, es ist eine der größten Branchen der Welt. Jeder hat irgendwie mit Bau zu tun. Wenn man durch Wien durchgeht, sieht man renommierteste Gebäude der Welt. Warum muss das so alt sein? So haben wir dann da reingestartet. Was kriegen unsere

Jakob Steinschaden: Okay.

Alexander Kornell: Kunden von uns? Die Lösung ist relativ simpel und zwar, bauen dein eigenes Datenset, auf dem du dann zwei ganz wichtige Dinge machen kannst. Du kannst quasi deine administrativen Prozesse im Prinzip automatisieren durch Standardisierung, was dir schlichtweg Geld in Form von Zeit spart. Und das zweite ist, du kriegst ganz tiefe Analyse, mit der du wirklich datengetriebene Entscheidungen quer durchs Unternehmen treffen kannst. Und das zusammen ist bei uns das Enchanting Backoffice. Warum? Weil die Leute bei uns eben nicht mehr das machen, was sie in der Vergangenheit machen, und zwar Daten aufstellen, vorbereiten und vor allem ganz viele repetitive Tasks, sondern das übernimmt quasi der Agent. und die Leute treffen Entscheidungen.

Jakob Steinschaden: Okay, wie kommt man auf die Idee, zu machen? Habt ihr euch auf so einer Baustelle in so einen Container reingeschlichen und festgestellt, dass da noch irrsinnig viel Papier herumliegt? Oder wie bekommt man diese Insights, dass es das nicht gibt?

Alexander Kornell: Also prinzipiell, ich komme aus der Baubranche. wie es in Österreich so üblich ist, 9 von 10 Familymitglieder arbeiten irgendwie an Bau, im Bau. Das heißt, ich habe das einfach von Kindertagen an mitbekommen, wie diese Branche funktioniert. Und was ein richtig plakativer Moment einfach für mich war, war, wie ich mal mit meinem Omblieter als Baulie, der quasi geredet habe, und dann habe gesagt, okay, wenn er irgendwie preis sucht für Projekt, weil er was kalkulieren muss, dann nimmt er sich so einen 3kg schweren Ordner in die Hand, wo lauter 4 Zettel drinnen sind und die durchsuchtet er und sagt, ok jetzt habe ich es gefunden, dann kann ich das einsetzen. Das Spannende war für mich, ich war da gerade auf der Physik-Union, also ich habe eigentlich Physik studiert und habe da mein Doktorat angefangen und zwar im Bereich Simulationsphysik und das hat wieder viel gemacht, man muss einfach mit moderner Technologie, sprich AI, zu arbeiten und Dinge zu automatisieren. Und dieser krasse Unterschied zwischen wie funktioniert das am Bau in der Praxis und was ist dieser theoretische Winkel aus der Wissenschaft, das eigentlich möglich ist, das war das, bei mir so klick gemacht hat. ich mir dachte, es kann ja nicht sein, dass eine ganze Branche so läuft. Und was damals auf der Physik-Uni schon aufgekommen ist, sind die Transformermodelle. Das war vor JGPT noch, aber man hatte schon gewusst, jeder kommt was. Dann hab gedacht, Das ist jetzt der Zeitpunkt, wo man das ändert.

Jakob Steinschaden: Das heißt, ihr habt euch dem Thema KI gewidmet, bevor unser eins, JGPD, Cloud und Gemini und wie sie alle heißen, verwendet haben und habt da irgendwie schon geahnt, dass sich da was größeres ergeben kann.

Alexander Kornell: Ich glaube generell KI wird ja seit Jahren verwendet. jetzt wirklich so in diesen Massenmarkt offensichtlich reingebracht hat, waren dann eben diese Large-Language-Modelle. Ich glaube, dass es davor schon einfach viele Zeichen hin gab, dass das grundlegend ändert. Das war natürlich überhaupt nicht absehbar, welcher exponentiellen Art und Weise das passiert. Aber man schon gesehen, mit dieser Technologie, die durch Rechenpower einfach gestützt ist, kann man Dinge machen, die früher nicht gingen. Und das ist dieser Grundusweck gewesen, man hat irgendwie die Technologie, man hat dieses Problem, das konnte man vorher nicht lösen und darum hat das so eine riesige Auswirkung auf diese Branche.

Jakob Steinschaden: Warum ist die Baubranche generell noch so ein bisschen, sag ich mal, rückständig im Vergleich zu anderen Branchen? Ich weiß nicht, wie die Steuerberater und die Anwälte und die Medien und so weiter. Die sind ja alle schon sehr, oder teilweise sehr stark digitalisiert. Immer wieder höre ich diese Stories am Bau. Ist das noch nicht so oder oder dauert länger? Warum ist das dort so?

Alexander Kornell: Also was ich immer sagen muss, die Baubranche ist nicht konservativ. Das hört man immer, aber ich bin überhaupt nicht der Meinung. Was ich noch der Meinung bin, ist, dass die Baubranche wahnsinnig komplex ist und einfach Lösungen braucht, die genau auf sie zugeschnitten ist. Das heißt, wenn man sich vorstellt, Bauprojekt, auch wenn es ein kleineres ist, hat diverseste Geschäftspartner, die daran arbeiten. Das fängt irgendwo an bei einem Finanziell geht es zu einem Projektentwickler, weiter in Richtung Generalunternehmer, über Subunternehmer bis hin zu Materiallieferanten, die dahinter irgendwo Hersteller haben. Man merkt dann, wenn ich so ein einfaches Ding bauen will, brauche ich unglaublich viele verschiedene Parteien. Diese Organisation von diesen Parteien ist einfach wahnsinnig komplex. Das betrifft jetzt nicht nur, wenn ich alle Marktteilnehmer da mitnehme. sondern vor allem auch wenn ich ins Detail schaue. Also wenn man sich eine Baufirma heute anschaut, dann redet man von einer kleinen Baufirma, wenn das 50 plus Leute sind. Da habe ich verschiedenste Abteilungen, da habe ich verschiedenste Themen, erledigt werden müssen in dem Unternehmen. Und das zu koordinieren ist einfach kompliziert. Vor allem, weil ich im Bau nicht diese Serienproduktion habe wie in einer Automobilbranche oder ähnliches, sondern ich baue de facto Prototypen in der Natur draußen am Feld. Und das funktioniert einfach anders, als wenn ich das Standardprozess abwickeln kann. Und daher

Jakob Steinschaden: Mh.

Alexander Kornell: kommt es, dass man immer sagt, so schlecht digitalisiert, ja, es gibt doch nicht die Lösungen, die sie brauchen, ehrlich zu sein.

Jakob Steinschaden: Die Baubranche an sich ist in Österreich dann doch stärker ausgeprägt. Da hat man mit der Strabaug und der Pore eigentlich zwei große europaweit führende Unternehmen. Ist das ein besonders guter Boden für Startups wie euch in Österreich in dieses ComTech oder Proptech, sagt man dazu, zu gehen?

Alexander Kornell: Ich glaube generell, dass Zentraleuropa, wie Deutschland auf alle Fälle, auch mitnehmen, ist ein wahnsinnig spannendes Feld für Startups, die im Bau arbeiten. Warum man hat große Firmen da? Man hat aber auch einen riesigen Mittelstand. Man merkt einfach, dass man diese Nähe zu den Kunden hat. Wenn ich jetzt Startups oder Scaleups verkaufen will, da bin ich wahrscheinlich besser aufgehoben im Silicon Valley als in Wien. Aber bei Baufirmen ist es anders. Ich durch Wien durch und in der Ecke hat man einen potenziellen Kunden. Das ist natürlich ein Riesenvorteil. Generell glaube ich, dass die Kie immer diese Kundennähe und dieses am Kunden entwickeln. Der Standard ist natürlich ein Vorteil, ist aber nicht der Punkt, wo man sagt, wegen dem funktioniert es oder wegen dem funktioniert es nicht.

Jakob Steinschaden: Dann sehen wir auch gleich bei den Kunden, sind die? Sind das diese genannten großen oder die genannten Mittelständler, auf fokussiert ihr?

Alexander Kornell: Also bei uns sind es wirklich die Mittelstände. Also man kann ja im Bau, ich sage mal im Allgemeinen, das ist jetzt sehr vereinfacht gesagt, aber mit drei Kategorien einteilen. Ich habe irgendwie ganz unten die Handwerker, das sind so eins bis zehn Leute unternehmen, die sind relativ einfach. Dann habe ich einen sehr breiten Mittelstand, der einen Großteil vom Markt einfach in Deutschland und Österreich und vor allem auch in Italien und Polen ausmacht. Und dann habe ich diese wirklichen Enterprises, das sind eben die Strabergs, Pores, Hoch-Tiefs und Co. Und unser Fokus ist ganz klar dieser Mittelstand. Das hat einen einfachen Grund, dieser Mittelstand ist sicherlich wenigsten bedient von derzeitigen Softwarelösungen und bietet aus unserer Sicht einfach das größte Potenzial, weil er nie dort einfach am größten ist.

Jakob Steinschaden: Das sind diese Unternehmen, die ein Einfamilienhaus für Tausende Österreicher Jahr hinbauen, vermute ich.

Alexander Kornell: quer durch die Bank. quasi was ausgeführt wird ist weniger das was uns interessiert, sondern es ist vielmehr darum, unsere Kunden fangen an bei so zehn Personen, weil da habe ich eine gewisse Komplexität über Unternehmen und gehen rauf bei ungefähr 2.200-2.500 Personen. wenn

Jakob Steinschaden: Mhm.

Alexander Kornell: man im größeren Bereich ist, dann in Wien zum Beispiel, Bittl-Brause weiter. Grund dafür ist, dass diese Unternehmen, sie haben natürlich gewisse Unterschiede, aber sie funktionieren im Großen und Ganzen gleich. Was man nicht sagen kann zu den Handwerkern, wo ich irgendwie eine Person habe, die einen Großteil macht, oder auf der anderen Seite diese ganz großen Enterprises, die im Regelfall wirklich kustomisierte Lösungen brauchen, weil sie einfach wahnsinnig groß sind.

Jakob Steinschaden: Okay, alles klar. So und jetzt habt ihr, wie eingangs schon erwähnt, Kapital aufgenommen, drei Millionen Euro von einer Reihe von Investoren. Gib uns mal ein bisschen Einblicke. Wer hat da investiert? Warum investieren die? Was erwarten sich die? Was erwartet ihr euch davon? Wie schaut's aus?

Alexander Kornell: Also prinzipiell ist die Runde geliedert worden von 14Oventures. Das ist an sich ein Fund, der aus Belgien kommt, der quasi einen Hauptsitz in Amsterdam hat. Die sind spezialisiert auf Starlight, vor allem für kritische Infrastruktur und da sind wir bei dem, was wir tun. Wir sind wirklich ein Kernsystem für Baufirmen, vor allem auch im Finanzbereich. Und was erwarten die sich? Die erwarten sich, dass sich die Baubranche grundlegend verändert. unter anderem durch uns. Wir sehen einfach dieses riesige Potenzial, was jetzt durch AI enabled wird. Und dann gibt es Firmen in Europa, die das ausnutzen werden. Das ist der Bet auf uns, wie wir uns durchgesetzt durch andere, worauf wir sehr, sehr stolz sind. Wir sind sehr, sehr happy, die umgebaut zu haben. Wir haben dann die Runde aufgefüllt mit zwei weiteren VCs. Das ist einmal Rise PropTech. Rise PropTech ist ein belgischer PropTech-Fund, der vor allem ein sehr starkes Netzwerk in die Baubranche in den Benelux-Stalten und auch in Frankreich. Das für uns natürlich für unsere Europarweiterung sehr spannend ist. Außerdem haben die auch wahnsinnig gute Inputs einfach zu Produkt, zu wie sich der Markt bewegt und solche Themen. Dann haben wir als dritten WC nach Curiosity. Das ist auch ein niederländischer Fund, die einfach sehr stark sind in diesem Step von C to Series A. nah an den Gründern dran sind, wahnsinnig supportive sind und einfach unterstützen, vor allem in der Organisationsentwicklung und quasi wenn man so auf das ein oder andere Problem in Daily Doing stößt.

Jakob Steinschaden: Okay, ich habe jetzt immer nur Belgien und Niederlande gehört. Wie kommt es dazu, dass er gerade in der Region so viel raisen konnte? Weil, vorerst schon erzählt, so Deutschland, Österreich, Mitteleuropa sind so diese Baukernmärkte, aber das Geld kommt jetzt aus Benelux. kommt es dazu?

Alexander Kornell: Also prinzipiell ist wichtig zu sagen, die Runde war overcommitted. Wir hätten auch aus Deutschland raisen können. Ehrlicherweise das WC-Umfeld und die Größe, wir hatten, auf alle Fälle eine WC-Runde. Die ging in Österreich nicht. Da ist das Umfeld einfach zu klein. Deutschland war dabei, hätten wir auch machen können. Wir haben uns bewusst für die drei entschieden, weil uns die einfach überzeugt haben. Die haben von Anfang an diesen partnerschaftlichen Ansatz gehabt. die waren unglaublich interessiert an dem, was wir tun, wie wir es tun, waren schon während dem Raisen wahnsinnig supportive. Das hat uns einfach wirklich überzeugt. Und was halt dazu kommt, ist, wir denken nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern wir denken in Europa, wir denken in der Welt. Und da ist es einfach cool, wenn man erste Ankerpunkte auch außerhalb von unserem jetzigen Kernmarkt.

Jakob Steinschaden: Okay, verstehe. Das heißt aber auch für einen strategischen Investor wäre es wahrscheinlich auch zu früh, also wenn jetzt die Strabag mit ihrer Strabag Ventures gesagt hätte, das ist was für uns, das ist möglicherweise was für später vermutlich, oder?

Alexander Kornell: Also prinzipiell ist es so, wir würden niemals Baufilmen in den Cap-Table nehmen. Warum? Weil wir haben Finanzdaten, die sind wahnsinnig sensibel und wir wollen in keinster Weise in Konkurrenz mit unseren Kunden stehen. Also generell diese ganzen Venture Funds, die oder Corporate Venture Funds, die aus Bau- und Immobilienbereich gekommen sind, die sind von Anfang an ausgeschlossen. Einfach die Neutralität dazu an. Generell große Strategien ist derzeit einfach nicht das Thema gewesen. Wir sind ein Venture, wir wollen diese Branche grundlegend verändern und da braucht man Partner, auch diesen Growth Weg mit einem gehen.

Jakob Steinschaden: Alles klar. Okay. Kommen wir vielleicht mal so bisschen zur Geschichte von Rebuild. Du hast das vorher schon erzählt. Also du warst eigentlich auf dem Weg, Physiker zu werden, habe ich mir gemerkt. Und jetzt ist er Start-up-Unternehmer. Wie hast du dich dafür entschieden? Also man hätte sich auch so für die akademische Karriere entscheiden können. Du warst da schon, wenn es so Richtung Doktor ging, warst wahrscheinlich schon recht weit und hast trotzdem gesagt, ich mache mich selbstständig. Wie kam es dazu?

Alexander Kornell: Also recht weit war ich beim Doktor noch nicht, ehrlich zu sein. war bisschen was da, aber jetzt war jetzt nicht so viel verloren. Was ich sagen muss, ich fand es wahnsinnig spannend auf der Uni. finde Grundlagenforschung ist etwas, was mich begeistert. Das Ding ist aber, es nicht das war, ich einfach mein Leben lang machen wollte. Und ich habe eigentlich schon von der Schule weg immer so bisschen einen unternehmerischen Spirit gehabt. Das kommt auch aus der Familie. Ich habe damals schon Nachhilfe gegeben. Ich habe immer geschaut, ich irgendwie selber mein Geld verdiene. Und ich fand es einfach wahnsinnig cool, immer diese Eigenverantwortung zu haben. Also man sagt, okay, man ist verantwortlich für das, was man tut. Man hat eben dieses Sicherheitsnetz drum herum irgendwie nicht, was man auf der Uni hat, was man auch in größeren Firmen hat. Ich fühle mich einfach wohl in diesem Environment, weil ich glaube, das ist einfach der Ort, wo man sich am meisten weiterbilden kann. keinem Weg schneller Dinge zu lernen, als es selbst zu tun, selbst zu gründen. Und vor allem, wo man Dinge bewegen kann, weil eben keine, wie soll sagen, Zusatzteile mitspielen müssen, dass man Dinge umsetzen kann. Und das ist einfach das, ich cool finde. Ich glaube, es ist auch wahnsinnig wichtig, einfach für Österreich, für Europa, dass Leute diesen Schritt gehen, weil das ist im Prinzip die Zukunft. Und darum war es für mich jetzt nicht der große Führer, der irgendwie zu sagen hat, geh von der Uni weg, hin. quasi in Richtung Selbstgründen. Und vom Timing her war es, glaube ich, sehr, gut. Es war abgeschlossener Master da. Ich kannte mich einfach aus mit den Dingen, die wichtig sind. Und gleichzeitig aber noch nicht irgendwo Familie oder Ähnliches da, wo man sagt, okay, man hat finanzielle Verpflichtungen, die man erfüllen muss. Dann war das einfach damals ein ganz logischer Schritt für mich.

Jakob Steinschaden: Ich hab's ja dann 2022 gegründet, also das Jahr von JetJPT, also wenn man so im KI-Zeitalter denkt.

Alexander Kornell: Genau, das

Jakob Steinschaden: Hm.

Alexander Kornell: ist jetzt nicht da, das ist im März 2023 dann GPT-3 kurz released worden. Wir haben damals im Mai 2022 gegründet, das heißt noch etwas davor, das haben wir auch am Anfang gemerkt. Also damals unsere eigenen Modelle entwickelt, was tatsächlich gar nicht so leicht ist, wenn wir so ehrlich sind. Aber Genau, waren glaube ich vom Timing her ganz viele Dinge in Place, warum das damals der richtige Schritt war.

Jakob Steinschaden: Okay, wenn man so die KI-Modelle von damals mit denen von heute vergleicht, das ist ja auch eins zu hundert oder eins zu tausend. Das heißt, ihr müsst jetzt ja auch am Anfang mit nicht so toller KI arbeiten und dann irgendwie darauf hoffen, dass sich das schnell weiterentwickelt, oder?

Alexander Kornell: ehrlich zu sein, ganz am Anfang haben wir unsere KI gehabt, aber da waren auch viele human resources dahinter, die Dinge so zu bekommen, wie wir sie gebraucht haben. Generell unsere These war immer von Anfang an zu sagen, du aus Baufirmen hast ganz verschiedene Datenquellen, die sind total unstrukturiert, da weiß man nicht, was daherkommt. Wir schaffen es, ohne deine Beihilfe diese Daten zu standardisieren. Das war damals alles andere als technisch unrisky. Warum? Weil das damals einfach nicht ging. heißt, Anfang, ehrlich zu sein, und das halte ich auch für den richtigen Weg für alle anderen Neugründe, wir haben es händisch gemacht. Wir haben de facto Rechnungsprüfe und Coden am Beispiel gelernt, weil wir es für unsere Kunden gemacht haben, wie unsere Lagerautomatisierungen selbst bei Inventuren bei Kunden ausprobiert und die erste solche Themen. Das heißt, war einfach viel Doing noch selbst dabei, wobei schon immer unsere vollkommen Überzeugung war, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Technik dort ist, damit es automatisiert geht. Also das war schon immer da. Es war nicht klar, welcher Form, ehrlich zu sein, und es war auch nicht klar, wann genau, aber wir waren einfach überzeugt, dass dieser Punkt erreicht wird.

Jakob Steinschaden: Heute ist das ja schon ziemlich gut. Da kannst du wahrscheinlich so einen Haufen Fotos von irgendwelchen Belegen in Opus 5.5 oder was reinkübeln und der macht ein schönes PDF draus oder was auch immer du brauchst. Das ist ja heutzutage dann eher so eine Frage der Tokenkosten, wahrscheinlich mehr als der Fähigkeit des Modells darunter.

Alexander Kornell: Das würde ich nicht unterschreiben. Ich glaube, ist eine wahnsinnige Frage der Anwendung. Ich kann natürlich Dinge quasi in Opus und Co werfen und ich kriege quasi etwas zurück. Ich kriege auch im Regelfall quasi den Text zurück, richtig. Es ist aber immer der Kontext die Schwierigkeit. ganz wichtig zu verstehen, wenn man im Finanzprozess ist, was das ist, was Baufirmen voneinander unterscheidet. Prinzip. Es ist ein Commodity Mark. Das heißt, Operations ist ganz wichtig. Und diese Finanzprozesse sind einfach eines der essentiellsten Dinge für diese Firmen. Und da ist halt 0 % Failure Tolerance. Warum? Weil wenn ich mir jetzt Rechnungen im Bau anschaue, dann sind die Kleinen bei einigen 1000 Euro und die Großen bei einigen Millionen Euro. Wenn da ein Fehler am Weg passiert, habe ich signifikante finanzielle Auswirkungen, die mir im Worst Case tatsächlich die Firma kosten können. Das heißt, wir können da jetzt nicht sagen, wenn 95 von 100 funktionieren, dann wird es schon passen. Nein, weil das kann dich halt die Marge kosten oder dich

Jakob Steinschaden: Mhm.

Alexander Kornell: wirklich in den finanziellen Ruin treiben. Und das ist schon noch was anderes. Und was da halt auch wahnsinnig wichtig ist, es geht verschiedenste Parteien, damit arbeiten. Weil, administrivere Prozesse, man jetzt beispielsweise den Rechnungsprüfprozess hernimmt, dann fängt das irgendwo an bei der Bauleitung, geht aber über ein Frontoffice bzw. Frontoffice erhält im Regelfall die Rechnung, dann geht es zur Bauleitung, dann geht es irgendwo weiter zu einer Buchhaltung, dann braucht die Geschäftsführung Daten raus. Es ist nicht so, dass man da seinen privaten GPT-Account hat, der die Rechnungsprüfung automatisiert, sondern es ist ein unternehmensweiter Prozess. die funktionieren anders, vor allem wenn auch verschiedenste Parteien zusammenarbeiten müssen und vor allem auch wenn wirklich Information aus der Praxis rein muss. Das heißt, ich gebe dir Recht natürlich damit, dass man PDFs digitalisieren kann, man kriegt auch die Zeichen raus. Ehrlicherweise ist mittlerweile Handrifterkennung besser von Modellen als ich sie lesen kann. Das ist ein Riesenvorteil für uns, aber es nicht so, dass dadurch das Problem, das wir angreifen, gelöst ist.

Jakob Steinschaden: Wie könnt ihr garantieren, dass keine Fehler passieren? Also dass man von diesen 95 Prozent auf die 100 Prozent kommt, die es letztlich braucht?

Alexander Kornell: Also was wir im Prinzip haben und das ist ein Kernteil, ist, dass wir sogenannte plausibility checks machen. Wir haben mittlerweile einige hunderttausend Dokumente durchgespielt. Wir wissen sehr, sehr genau, wie und wann Fehler beim Auslesen entstehen. Und das ist etwas, was wir dynamisch so umgesetzt haben, dass wir da eben nicht manuell dahinter sein müssen. sondern dass das automatisiert passiert. Das heißt, der Riesenunterschied zwischen uns und wie gesagt, ich werfe es in einen Large-Language-Modell, der, dass ich bei uns sicher sein kann, dass es richtig ist oder ich kriege die Information darüber, dass ich es mir anschauen muss. Das heißt, wir haben nicht den Anspruch, 100 Prozent richtig auszulesen, sondern wir haben den Anspruch, 100 Prozent der Dokumente dem User sichtbar zu machen. Und das ist automatisiert und funktioniert, was 95 Prozent plus der Fälle ist. Aber diese 5 % die es ankommt, da ziehen wir den User zur Hand und der kann manuell angreifen.

Jakob Steinschaden: Okay, das heißt, ihr habt so eine eigene Kerntechnologie, wenn ich das richtig verstehe. Jetzt hört sich das ein bisschen danach an, das könnte auch anderswo nützlich sein. Also möglicherweise auch bei einem Steuerberater, bei einem Anwalt, bei großen Krankenhäusern, wo auch viele Rechnungen usw. anfallen. Habt das jetzt schon überlegt oder wollt ihr der Baubranche dann quasi letztlich treu bleiben?

Alexander Kornell: Also da gibt es zwei Aspekte gleich vorweg, wir wollen der Baubranche treu bleiben. Also wie ich eingangs gesagt habe, ich bin dafür immer überzeugt, dass a. diese Möglichkeit riesig ist und b. die Baubranche ganz dezitierte Lösungen für die Branche braucht. Was man schon sagen muss, es gibt ja immer zwei Aspekte. Es gibt auf der einen Seite irgendwo die Grundlagentechnologie, die die Dinge ermöglicht. Das ist etwas wie vorher beschrieben, das ist prinzipiell korrektional anwendbar. Das heißt, da gibt es wenig Unterschiede von Branchen zu Branchen. Das andere ist das, was ich dann draufsetze, das im Prinzip, was man früher Saassoftware genannt hat, aber was im Prinzip de facto die Plattform ist, mit der ich quasi gegen diese Grundlagentechnologie agiere. Und die ist ganz spezifisch für die Baupanchen. Also die Art und Weise, wenn wir wieder beim Rechnungsprüfprozess bleiben, wie Baurechnungen geprüft werden, ist halt einfach ganz anders, wie ich das in der Gastronomie beim Spital oder ähnliches mache. Generell kriegen wir Anfragen, vor allem auch aus der Gastronomie, weil das ist noch bisschen ähnlich. Da gibt es auch dieses Lieferscheinkonzept und solche Sachen. Wir sagen aber ganz klar nein. Ich glaube, dass es wahnsinnig wichtig ist, fokussiert zu bleiben. Und wir sind da ganz klar am Fokus.

Jakob Steinschaden: Wie war es für euch? Jetzt hast du nämlich gerade eben AI B2B gesagt, AI B2B SaaS, das ist ein bisschen schon ein Running Gag in der Startupszene. Da gibt es natürlich viele davon. Wie leicht oder schwer ist es da bei einem Investor aufzufallen und punkten zu können, weil Startups gibt es natürlich viele in dem Bereich. Wie habt ihr es geschafft, daraus stichen zu können?

Alexander Kornell: Ich glaube der Hauptgrund war unser Team. Es wird immer essenzieller, dass die Leute aus der Branche kommen und vor allem alle Skills mitbringen, es für genau diesen Business-Ges braucht. Und was wir sonst hatten, sehr gute Growth-Zahlen. Zahlen sind das, was schlussendlich einen Investor interessiert. Je später die Runde, desto relevanter wird es. Aber diese Kombination braucht es einfach. Was, glaube ich, dazu kommt, dass man ganz genau verstehen muss, wie das Business-Modell funktioniert und auf was es da ankommt. dieses Vertrauensaufbau, vor allem im Sit-Bereich, zu dem Investor, dass der dir vertraut, dass der deinem Team vertraut, das ist einfach unglaublich wichtig und das ist der Punkt, wo wir uns durchgesetzt haben.

Jakob Steinschaden: Stichwort Kennzahlen. Viele Start-up-Gründer tragen die MRR und die ARR teilen ja sehr öffentlich vor sich her. Wie schaut es bei euch aus?

Alexander Kornell: Das machen wir nicht. Das ganz Wichtige ist, dass wir entwickeln für unsere Kunden. Und eilicherweise, wenn man die Baufirma aus dem Burgenland fragt, dann interessiert sich die nicht, wie viel ARR wir machen oder was unsere Generate ist oder diverse solche Themen. Im Prinzip, was ich überzeugt ist, dass wir die Runde nicht geschafft hätten, wenn wir die Zahlen nicht gehabt hätten. Wir sind da im Multiple X Bereich unterwegs. ist auch eine Kundenvoraussetzung. Das glaube ich einer der wichtigen Dinge ist bei uns ist man sieht vor allem quasi an unserem Kundenwachstum. Wir haben es geschafft, wir mittlerweile 120 plus Kunden, die tatsächlich das Produkt verwenden und da wirklich mehr Wert daraus haben. Also was wir und das tragen wir sowohl noch aus, wir zeigen einfach, dass der Dokumentenprozess deutlich schneller wird, weil das ist das, was den Kunden interessiert.

Jakob Steinschaden: Was ist die wichtige Maßzahl für Sie? Wie viele Stunden Arbeit Sie sich im Monat dadurch sparen, vermute ich, oder?

Alexander Kornell: Ja, schlussendlich das ist eine, auf alle Fälle. man kann sagen, das ein bisschen auszuholen, ist Arbeitskräfte oder Fachkräfte im Bau zu finden, ist einfach unglaublich schwer. Und einfach was pro Person geleistet werden kann, ist unglaublich wichtig. Dementsprechend ist jede Stunde, die man den relevanten Employees spart, pures Geld für Bauunternehmen. Das heißt, das ist ein großer Punkt und das andere ist natürlich alles, was in Richtung Analyse dann hingeht. Also man sich überlegt, man sagt immer so schön Geld verdient man im Einkauf und das ist im Bau auch so. Und wenn ich schlichtweg bei meinem Einkauf besser werde und das werde ich, indem ich datengetriebene Entscheidungen ertreffe, indem ich weiß, wo kaufe ich mein Material, wo nehme ich meinen Zug unternehmen und warum nehme ich den, dann ist das einfach Geld, das die Leute de facto mit uns verdienen oder nicht verlieren. Und das

Jakob Steinschaden: Mhm.

Alexander Kornell: ist der Grund, warum sich Kunden für uns entscheiden.

Jakob Steinschaden: Das hört sich ein wenig danach an, als wäre interessant mal, so einen Marktplatz geschlossen zu haben, dem ich dann, es jetzt mal einfach auszudrücken, dem ich die Ziegel bestellen kann, und zwar zu einem guten Preis, oder?

Alexander Kornell: Das ist an sich natürlich gute Idee. Ich glaube nur nicht an Marktplatz im Baubereich. Das Ding ist, das hat diverse Gründe. Es ist im Prinzip so, wenn ich Bauprodukte mir anschaue, dann habe ich jetzt quasi die einfachen, die ich wie bei Amazon bestellen kann. Da habe ich im Regelfall meine Rahmenpreisuferde mit meinen Bestandshändlern. Da geht es nicht darum, wo ich kaufe, sondern wie kann ich mir Rabatt rausholen. Das kann ich, indem ich genau weiß, wie viel ich bestelle, indem ich das täglich sage, ich habe gewisse Abnahmequellen und solche Dinge. Da geht es nicht darum, dass ich im Nachhinein dann diesen Preis vergleiche. Wenn ich andere Produkte wie Beton und ähnliches anschaue, dann ist es so, dass einfach die Supplier im Allgemeinen ein sehr starkes Standing haben. Warum? Dass ich Transportbeton kann, wenn ich maximal 100 Kilometer liefern. Wenn ich eine Autobahn in Kärnten bauen will und ich hier zwei Betonwerke da in der Nähe, dann kann ich auch die Strahberg sein und muss eines von diesen zwei nehmen. Also das Ding ist, die Art und Weise, wie Material gekauft wird, wenn man das auf diese Teilkursi runterpinnt, das ist einfach nicht das, wo ein Marktplatzmodell funktioniert. Was ich aber

Jakob Steinschaden: Mhm. Okay.

Alexander Kornell: glaube, ist, dass ein Datenmodell funktioniert, indem man Baufirmen das in die Hand gibt, wie sie besser in den Verhandlungen werden und indem sie mehr Klarheit in diesem ganzen Team kriegen. Das wird zusammenfassen als Transparenz im Unternehmen.

Jakob Steinschaden: Alles klar. Lass uns zum Abschluss noch ein bisschen über KI sprechen. Das ist ja so das Kernthema auch bei uns bei Trending Topics eigentlich seit mehreren Jahren, muss man sagen. Stichwort KI-Modelle, jetzt werdet ihr wahrscheinlich kein eigenes komplett selbst entwickelt haben. Auf was setzt ihr?

Alexander Kornell: Wir setzen auf einen guten Mix. Wir sind komplett abstrahiert von dem Modell dahinter. Wir können da ad hoc bei Dokument entscheiden wohin das geht. Machen das auch und nehmen da immer das Beste an. Das in Relation natürlich auch einen gewissen ROI hat. Ich brauche nicht alles durchs größere Modell schicken, was gerade verfügbar ist. Das heißt, wir haben da... diesen Router davor, liegt bei uns. Da gibt es diverse Metriken, die wir uns anschauen und anhand dem wir das richtige Modell auswählen. Im Produkt selber verwenden wir anhand dieses Routers an diversen Punkten die Modelle. Das fängt jetzt an irgendwo beim Erheben von Daten, geht aber weiter Richtung Entscheidungen, wo einfach dem User dargestellt wird, was wahrscheinlich Cases sind, damit der einen genauen Blick darauf hat.

Jakob Steinschaden: Okay, und ist es euch da wichtig, europäische Anbieter zu nehmen oder sagt man gut, letztlich entscheidet Preis und Fähigkeit des Modells und danach wähle ich es halt aus.

Alexander Kornell: Also prinzipiell ist alles gehostet in Europa bei uns. Das ist essentiell für uns. Ob der Ersteller des Modells Amerikaner ist oder Europäer, das hängt dann schlussendlich davon ab, wie die Leistung ist, ehrlich zu sein, und was genau der Use-Case ist.

Jakob Steinschaden: Und Open-Way, Open Source ist ein Thema für euch oder auch egal?

Alexander Kornell: Es ist etwas, wir selbst immer analysieren und vor allem auch in Prototypen immer mitziehen. Warum? wir vergleichen, wie schaut es in Richtung ROI aus, wie schaut es in Richtung Performance allgemein aus. Wir machen das intern. In unserer produktiven Umgebung ist es so, dass es tendenziell keine Open-Weights-Modelle derzeit sind. Das Ganze kann aber tatsächlich sehr, sehr schnell ändern.

Jakob Steinschaden: Die sind ja auch am boomen, muss man sagen, auch im Rahmen der Neo Clouds, die es auch in Europa gibt, sich auch ein Thema bräuchte. Vielleicht noch so eine ganz kurze Ausblicksfrage. Jetzt seid ihr ja dann letztlich doch Platform SaaS. Und jetzt hat man ja in den letzten Wochen, gesehen, also mit KI Modellen lässt sich halt Software auch von Microsoft, von Adobe und so weiter mittlerweile ganz gut klonen. Wie siehst du die Zukunft von Software in so ein Zusammenspiel mit KI. Wird es vielleicht auch mal den Punkt geben, wo so ein Bauunternehmen in Smartphone reinredet und die KI baut ihm dann halt die passende Software dazu oder seht ihr euch trotzdem noch irgendwo abgesichert durch bestimmte Fahrzeuge, die die KI nicht mitbringt?

Alexander Kornell: Also prinzipiell glaube ich fest daran, dass quasi die Applikation selbst kein Mode mehr ist und das war es aber ehrlicherweise auch nie. Also mit genug Geld konnte man alles nachbauen, sondern was ist immer eine Mode? Es sind Netzwerkeffekte, sind Usage-Parameter von den einzelnen Nutzern und es ist natürlich auch zu einem gewissen Grad einfach Brand und solche Sachen. Und das wird noch extremer durch KI. Ich glaube ehrlich, ich weiß nicht, dass es so einfach sein wird, dass jetzt jemand ohne Technik Aspekt jetzt quasi sieben Wörter in ein Telefon sagt und auf einmal habe ich mein eigenes Betriebssystem und das glaube ich überhaupt nicht. Ich glaube tatsächlich aber, dass vor allem Leute, die sich damit auskennen, einfach immer schneller werden und dass vor allem Firmen wie uns hilft. Warum? Es war früher von den Legacy Providern. Da kann man jetzt sagen, Microsoft und Cora vor allem sind es SAP und solche Firmen. einfach einen Mode, dadurch sehr breit das Produkt hat. Die haben ganz vorne angefangen und hinten aufgehört. Auch wenn die Features schlechter waren als von neuen Marktdeilnehmern, war diese Kombination etwas, was das Produkt stärker gemacht hat. Das ist ein Riesenvorteil für uns, weil es nicht viel kostet, Dinge zu bauen. Ich bin überzeugt, dass wir durch die Entwicklung eher einen Riesenvorteil haben, als irrelevant zu werden. Das hat auch viel mit dem Produkt selber zu tun, weil, wie vorhin gesagt, haben, wenn wir bei einer Firma anfangen, 30%, aber tendenziell über 50 % der Leute, die wirklich onboard, die verwenden uns täglich. Dieser Usage ist einfach noch im Modus. haben Netzwerkeffekte zwischen den Firmen und innerhalb der Firmen. Aber es ist im Endeffekt auch so, dass wir dadurch profitieren, indem wir immer mehr Dinge dazu bauen können und das schneller.

Jakob Steinschaden: Mhm.

Alexander Kornell: Ich bin ein großer Fan von den Entwicklungen. Ich hoffe, das geht noch schneller weiter. Wenn man den Sicherheitsaspekt natürlich immer mitbedenkt. Aber ich habe überhaupt keine Angst.

Jakob Steinschaden: Das heißt, ein paar Kunden auf euch zukommen, wir hätten gerne Feature XY, spricht heutzutage wenig dagegen es nicht zu machen, oder? Vermute ich jetzt mal.

Alexander Kornell: Ähm, da würde mich meine Product-Donuts jetzt... Nein, ähm, ich würde mal sagen, im Allgemeinen ja. Es ist nicht das einzelne Feature. Es ist nicht, weil die einiges Chefs für die eine sagt, jetzt hätte ich den Button dort, das nicht. Aber ich glaube tatsächlich, ist mittlerweile möglich, dass man zu sehr sehr vielen Dingen ja sagt, weil man sie umsetzen kann. Also ich kann einfach wahnsinnig breit in meiner Vision sein, weil ich deutlich schneller dorthin kommen kann. Das heißt, du hast mir früher gesagt, solltest ein Produkt aufbauen und solche Themen. Das ist weiter wichtig, aber ich glaube, einem anderen Scope. Und das

Jakob Steinschaden: Mhm.

Alexander Kornell: ist ja genau unsere These. Wir sind ein Kernsystem. Wir wollen überall hin im kaufmännischen Bereich von einer Baufirma, von Projektentwicklung. Und das ist nur möglich dadurch, dass man eben viel mehr Dinge jetzt machen kann.

Jakob Steinschaden: Alles klar. Ja, super spannende Einblicke, lieber Alexander, in Rebuild, in die Finanzierungsrunde und vor allem ins KI-Business, wo ihr letztlich stark unterwegs seid. Vielen Dank fürs Interview und weiterhin viel Erfolg.

Alexander Kornell: Vielen Dank, hat mich sehr gefreut. Servus.

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