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Shownotes
In dieser Folge von "Zur Sache" geht es um Porsches neuen strategischen Kurs. Wir sprechen über Kostensenkungen, Veränderungen im Management, den Abbau von Personal und die zukünftige Produktstrategie. Außerdem schauen wir darauf, wie Porsche seine Fahrzeuge höher positionieren und stärker individualisieren möchte, welche Rolle die Markenidentität und Kundenorientierung spielen und ob die neue Strategie am Ende erfolgreich sein kann.
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Timecodes:
Einführung in die Porsche-Woche
Porsche's neue Strategie: Kosten senken und Produkte verbessern
Managementveränderungen und Personalabbau bei Porsche
Produktstrategie und zukünftige Modelle
Höherpositionierung und Individualisierung der Fahrzeuge
Markenidentität und Kundenorientierung
Zukunftsausblick und Herausforderungen für Porsche
Neue Strategie mit Erfolg?
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
speaker-0: zur Sache der wöchentliche Automobilwoche Podcast zur aktuellen Lage in der Autobranche mit Chefredakteur und Herausgeber Burkhard Riering und einem Redaktionsmitglied der Automobilwoche. Viel Spaß. Ich bin Burkhard Riering, Chefredakteur Automobilwoche.
speaker-1: Ich bin Michael Gerster, Reporter für Stuttgart. Hallo.
speaker-0: Hallo Michael, schön, dass du da bist. Das war die lang erwartete Porsche Woche in dieser Woche. Du warst am Dienstag in Weißach live dabei. Porsche hat die neue Strategie vorgestellt. Sportwagenspiele 35. Die Kosten müssen natürlich drastisch runter. Die Produkte müssen anders gebaut werden. Sie werden aber auch höher positioniert. Value over Volume. Darüber müssen wir sprechen, aber zunächst würde mich interessieren, wenn du am Dienstag da Hand verlesen mit den paar Journalisten aus aller Welt in Weißach warst, ich glaube im Entwicklungszentrum oder Designstudio, erzähl doch mal, wie war denn die Stimmung, wie hat sich das denn alles angefühlt nach den wirklich darbenden zwei eher traurigen Jahren bei Porsche?
speaker-1: Ja, die Stimmung war, ich würde sagen, aufgeräumt. Vielleicht hat bei Michael Leiters und den anderen Vorständen auch gewisse Anspannung gemerkt. Man hat jetzt ein Dreivierteljahr an dieser Strategie gearbeitet. Die musste jetzt raus. Das war wirklich auch sehr detailreich. Drei Stunden sind wir dazu geballert worden. Und es hat stattgefunden in Weisach, du hast es gesagt, also es schon auch ein bisschen symbolisch, also nicht etwa am Stammsitz in Zuffenhausen, wo ja die Fabrik ist, sondern eben im Entwicklungszentrum, auch verbunden mit der Nähe zum Motorsport. Und das war schon so bisschen symbolisch, ein Fingerzeig, wohin das gehen soll, nämlich wieder. stärker zurück zu den Wurzeln aus dem Sportwagenbereich, wo man ja herkommt. Motorsport, Racing, Gene, das hat man da oft gehört und das war so ein bisschen der Rahmen.
speaker-0: Okay, nur er hat gesprochen. Ich glaube, die anderen Vorstände haben auch gesprochen, oder?
speaker-1: Ja, also zunächst natürlich der CEO Michael Leiters, dann aber auch der Vertriebschef Matthias Becker, den habe ich jetzt persönlich dann auch zum ersten Mal erlebt, der eigentlich auch eine sehr gute Vorstellung da abgeliefert hat und dann noch der Entwicklungschef Michael Steiner. Klar, da ging es dann vor allem die neuen Fahrzeuge, auch Plattformen, da kommen ja sicher noch drauf zu sprechen.
speaker-0: Porsche will den Mythos wieder beleben, braucht ein bisschen mehr Le Mans-Feeling wieder in dem ganzen Touhou Wabou. Aber lass uns erstmal bei den harten wirtschaftlichen Themen bleiben, damit die Kosten müssen runter bei Porsche. Ich glaube im vergangenen Jahr ist der Gewinn 91 Prozent eingebrochen. Das heißt, du machst quasi keinen Gewinn mehr. Du musst dann zweigleisig fahren, die Kosten müssen runter und das Produkt muss besser werden. Zuerst zu den Kosten. Was ist denn geplant?
speaker-1: Ja, das ist ja eigentlich das große Problem von Porsche im Moment, dass, wie du sagst, China ist weggebrochen. Also man hat das drückt alles auf die Marge und gleichzeitig fehlen eben Produkte. Man hat ja auch eine Produktlücke hier selber geschaffen. Eigentlich der 718, die Baureihe, ewig verzögert kommt erst im nächsten Jahr. Dann fehlt der Verbrenner-Macan, den man jetzt nachgeschoben hat. Aber bis dahin Bleibt eigentlich nichts anders als die Kosten zu senken. Und da muss man sagen, hat Leiters eigentlich in dem Dreivierteljahr, in dem er hier ist, wirklich Pflöcke eingerammt. Da ist ja auch schon viel entschieden worden. Also angefangen beim Personal. Ich meine, das summiert sich jetzt auf 9000 Stellen. Das wird natürlich über einen längeren Zeitraum gehen, der Abbau. Aber wenn man mal hinguckt in Stuttgart und Umgebung, also Zuffenhausen und Weißach und noch kleinere Standorte, das sind insgesamt ja nur 23.000 den Dreh rum Mitarbeiter. Also da sieht man mal, wie groß eigentlich der Einschnitt ist. Rechnet man noch den Verkauf von MHP, der Beratungstochter dazu, dann hast du nochmal 4.500. Ich meine, das sind nicht Stellen, wirklich abgebaut werden, aber die natürlich von der Payroll gehen. Und selbst wenn man jetzt den ganzen Konzern nimmt mit rund 40.000, sagen wir mal noch, Beschäftigten, dann ist es schon ein Rieseneinschnitt. Also da reden wir dann doch von 25 bis 30 Prozent des Personals, die da am Ende weg sind. Das wird flankiert, da kommt noch einiges dazu. Also Entwicklung, die soll schneller gehen und günstiger werden. Natürlich auch mit Hilfe von KI. Im Einkauf 10 % runter. Uns sind die Prozentzahl nur die Ohren geflogen. Man will Komplexität rausnehmen, also 20 % weniger. Modellvarianten dafür pro Variante mehr Autos verkaufen. Also auch das stärkt im Prinzip dann die Einnahmenseite. Also da ist schon sehr, sehr viel passiert. Ich würde behaupten fast mehr als in jedem anderen Automobilunternehmen in Deutschland, wo ja eigentlich auch ähnlich großer Druck herrscht.
speaker-0: Ja genau, wir hören es ja von allen Seiten. Was glaube ich in dieser Krise anders ist als sonst, ist, dass es ja auch so viel im Management die Menschen trifft und man macht nicht einfach ein Werk dicht und die Arbeiter gehen nach Hause, sondern diesmal geht man tatsächlich ans Eingemachte. Durch den Erfolg in China über viele Jahre haben die sich ja auch in Deutschland angedickt, diese ganzen Teams, diese Management-Teams. Und da macht man jetzt tabula rasa und diese ganzen Head-Offs, habe ich von einem anderen Autohersteller letztens gehört, die gehen. Und es ist danach nicht schlechter.
speaker-1: Vermutlich nicht. Und bei Porsche ist es ganz extrem. Leiter hat von 40 Prozent der Top-Management-Position gesprochen, also fast jeder zweite, wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt. Und natürlich ist da immer die Überlegung, die bringen ja immer ganze Abteilungen mit sich. Und wenn du halt oben ansetzt, dann kannst du letztlich auch eine ganze Abteilung mit abbauen. Da hast du natürlich dann einen einen großen Hebel und man muss aber natürlich auch sehen, Porsche hat in den vergangenen Jahren schon hier einen wahnsinnigen Personalaufbau betrieben. Man hat sich auch in Themen gestürzt. Ich sage nur E-Bikes. Ja, also man wollte dann auch irgendwie Dinge machen, die jetzt wirklich nicht mehr zum Kern von Porsche gehören. Mir hat mal ein sehr guter Kenner von Porsche gesagt, ja, Man muss auch sehen, wenn die zu lang alle da sitzen, den wird es einfach langweilig. Und dann kommen Themen dazu, die halt nichts mehr mit dem eigentlichen Unternehmen zu tun haben. E-Bike ist sowas. Aber da hat zum Beispiel Leiter's ja auch aufgeräumt. Also gerade bei den Tochterfirmen und bei allem, was er sagt, was eigentlich nicht zum Kerngeschäft gehört, da ist schon viel passiert.
speaker-0: passt auch nicht zur Kernmarke. Also Porsche und E-Bike passt nicht zusammen und das verbinden wir uns an dieser Stelle. Ende mit Schrecken. Du hast gesagt, die Modellvarianten, da wird ausgedünnt. Ich denke, das machen ja auch alle Premiumhersteller sonst und das ist normal. Dennoch braucht es eine Produktstrategie. Jetzt hast du gerade angedeutet, ist gerade jetzt sofort ein Feuerwerk abzufackeln, ist einfach nicht möglich. Man hangelt sich jetzt auch noch so ein bisschen da entlang. Vielleicht werden 26 und 27 jetzt auch noch keine Jahre, wo es schon durch die Decke geht, sondern man beginnt erstmal bei den Kosten, besseren Gewinn zu machen. Aber die Megaprodukte lassen ja auch noch auf sich warten. Ich glaube, er hat gesagt, es muss jedes Jahr ein Produkthighlight dabei sein.
speaker-1: Es muss jedes Jahr ein Produkt Highlight dabei sein. war so das Versprechen. Auf der Seite finde ich persönlich, da ist ein bisschen vage geblieben. Ich meine, natürlich haben wir einen Ausblick bekommen auf diesen neuen Supersportwagen. Auf dem eigentlich muss man auch sagen, ein guter Teil dieser Gewinnerwartungen oder Renditeerwartungen der Zukunft dann auch. basiert, also Mission S genannt. Ich darf leider nicht sagen, wie er aussah, weil nächste Woche erst die Premiere, da soll er New York vorgestellt werden. Aber was schon bekannt ist, ist, dass man dafür eine Plattform entwickelt, eine eigene mit Mittelmotor und dass dieser Supersportwagen eben über dem 911 angesiedelt werden soll. Und dass der so eine Art Potential auch mitbringen soll, ganz ähnlich wie eben dieser ikonische 911. Also man erhofft sich da, dass man so bisschen eine Familie mit vielen Derivaten darum bauen kann und das Ganze nochmal preislich deutlich höher positioniert. Also der soll ja dann jenseits der 500.000 Euro liegen. Und das ist natürlich so die Spitze dessen, was man sich unter dieser Höhepositionierung vorstellt. Leiters hat so gesagt, der Schwerpunkt von Porsche wandert nach oben. Und das war schon beeindruckend, wie hoch da die Erwartungen sind. verspricht sich von den obersten 10.000 Autos künftig fast so den meisten Ertrag. das soll auch die preisliche Spanne, soll hier von durchschnittlich 270.000 auf 330.000 Euro steigen, mit diesem Dank dieses neuen Autos. Und das ist eigentlich so der Kern der Strategie. Man konzentriert sich auf diese individualisierten, superhochmotorisierten Fahrzeuge. Das hat ja auch in der Vergangenheit natürlich gut funktioniert. Man denkt nur so an diese 911 GT-Fahrzeuge, GT3, GT4, was es da so alles gibt und die ja zum Teil wirklich für horrende Summen dann verkauft werden und die so begehrt sind, dass da Porsche sich auch die Kunden eigentlich aussuchen kann. Da musste, wenn du einen kriegen willst, entweder noch einen kleinen Markan dazu nehmen oder noch eine Uhr oder weiß der Henker, was du damit überhaupt mal dran denken kannst, dass du so ein Fahrzeug bekommst. Und da sieht Leiters und der ganze Vorstand, da sehen sie natürlich noch großes Potential, was die Margen angeht. Also da ist noch viel Geld zu holen. Wenn man an die Individualisierung denkt, ist ja auch ein wesentlicher Teil dieser neuen Strategie. Zum einen wir erhöhen das Programm, was du schon im Konfigurator bestellen kannst. Man denkt da wieder an unendlich viele Lackfarben, aber auch an an irgendwelche speziellen Ledersorten, Wappen, die dann da schon aufgenäht sind. Also das einmal im Konfigurator und dann eben dieses Sonderwunschprogramm. Da kannst du dir dann einen ganz eigenen Porsche eigentlich bauen lassen, wenn du Bock drauf hast. Und da geht es dann hoch bis, da reden wir dann über jenseits der 10 Millionen. Da kannst du dir einen kompletten neuen Porsche eigentlich selber konfigurieren und dann von den Ingenieuren dort entwickeln und auch bauen lassen. Und das zusammen, also diese Höhepositionierung, mehr Individualisierung, das ist so bisschen der Kern, wohin die Reise gehen soll in den nächsten Jahren.
speaker-0: können gleich nochmal bewerten, lass uns einmal durchgehen, was das heißt, neue Produkte. Denn die Möglichkeiten sind ja jetzt auch begrenzt. Also 2028 kommt der elektrische Boxdown Kaimann oder 70?
speaker-1: 27, ja.
speaker-0: Ja, also damit hat man was, obwohl wir jetzt nicht damit rechnen wollen, dass das durch die Decke geht. Sehr schwer. Danach im Jahr kommt der Verbrennermarkaten zurück, der gewollt ist und Kunden finden wird. Und irgendwann kommt dann der 7-sitzige Groß SUV oberhalb des Cayenne, der vielleicht für den US-Markt gebaut wird oder für die Vereinigten Arabischen Emirate und wo man gerne solche Fahrzeuge führt. Und dann würde dieser Supersportlacom, Mission S hast du gesagt. Aber ich meine, Idee ist ja genial, wenn es funktioniert. Also wenn du neben der ikonischen 911er Baureihe nochmal eine zweite ikonische Aufbauung könntest. Also der 911er steht eben im Fokus. Das ist der Nukleus von allem und der wird immer funktionieren. Wenn du es schaffen solltest, Zweites nochmal aufzubauen, das wäre schon beeindruckend. das weißt du aber nicht, ob das in der Preisklasse dann natürlich möglich ist, weil wenn du sagst mehr als eine halbe Million, das ist dann nochmal was anderes als der Audi Nuvo Lari. Die machen ja auch das gleiche, gehen auch einmal nach oben und zeigen was Besonderes. Aber du sagst, eigene Plattform auch gebaut.
speaker-1: Ja, sie nennen es eine eigene Plattform. Ich denke, da sieht man auch ein bisschen die Handschrift von Leiters bzw. seine Herkunft. Nämlich, er war ja bei Ferrari und er war bei McLaren. Da ist man eher in diesen Kategorien unterwegs. Natürlich ist Ferrari immer ein bisschen Vorbild, was die Margen angeht. Da ist man nämlich noch mal deutlich besser als bei Porsche. Und da schielt man natürlich auch drauf hin und sieht, was da eigentlich noch ein Potenzial ist in diesem Bereich. Und das ist, denke ich, so die Idee, dass man da eigentlich hinkommt und in diesem Supersportwagenbereich dann noch mal eins draufsetzt. Und natürlich denke ich, da ist schon Potenzial, ob das dann alles so funktioniert, wird man wahrscheinlich sehen müssen. Aber wir reden da, muss man jetzt auch sagen, natürlich eher von einem Zeitraum ab 2030, weil dieses Auto, das war jetzt natürlich noch ein Tonmodell. Das wird noch eine Weile dauern, bis diese Plattform dann wirklich ausentwickelt ist. Und wie du sagst, also man hat 27, die 718-Bauerreihe, rein elektrisch angeblich fährt das sich super, super toll. Das wird aber trotzdem ein Nischenfahrzeug bleiben, würde ich mal behaupten. Und deswegen würde ich nicht unterschätzen, also selbst mit dieser Hörpositionierung der Verbrennermarkan, der wird natürlich auch wichtig, weil das war einfach bisher der Bestseller in allen Märkten, der funktioniert und der führt natürlich auch Leute an die Marke heran. Es ist so ein bisschen ein Einstieg in die Marke. Und ich glaube schon, dass der sehr, sehr relevant wird und dass der natürlich auch, bis dann diese Idee dieser Hörpositionierung dann auch so funktioniert, muss der halt auch ein bisschen das Geld verdienen. Und dann erst, so wie du sagst, werden wir eigentlich über diesen Siebensitzer sprechen können. Ich meine, bei Porsche ist es immer so, wenn die dann sagen, jedes Jahr muss ein Modellhighlight kommen, dann sind da auch Varianten von einem neuen Elf mit drin. die dann nochmal, sie unterteilen das ja in diese Super-Performance-Modelle, aber zum Beispiel auch in diese Heritage-Modelle. Da werden dann Anklänge aus früheren Modellen mit eingearbeitet, legendäre aus den 70er, 80er Jahren. Und das kann natürlich auch ein Modellhighlight sein, ein Begehrtes, womit sich ordentlich Geld verdienen lässt. Aber diese ganzen Ambitionen, die jetzt ja gestern so ausgerollt wurden, ich denke schon, da reden wir, muss man eigentlich fairerweise sagen, schon auch von einem Zeitraum so eher ab. 20, 29, 30 wurde es dann richtig alles Fahrtaufnehmen.
speaker-0: Das geht ja schnell, aber noch muss er erstmal an den internen Strukturen wahrscheinlich arbeiten, gleichzeitig das andere hochfahren. Er sagt ja auch vom Volumen her, dass ihm 200.000 Fahrzeuge pro Jahr reichen, wenn die Rendite stimmt.
speaker-1: Also die reichen Porsche würde ich mal perspektivisch sagen nicht. Natürlich kann man jetzt sagen mit dieser Verdichtung auf die 10.000 obersten Fahrzeuge, also es reicht, vermutlich ordentliche Renditen einzufahren. Also was er gesagt hat ist, wir senken die Gewinnschwelle auf unter 200.000 Fahrzeuge. Ich habe eigentlich schon mal gehört, dass sie eher auf 180.000 hinarbeiten. Also ab 180.000 im Volumen soll Porsche richtig Geld verdienen. wie weit es jetzt wirklich runtergeht vom Absatz her, also wenn man das mal so ausrechnet, was jetzt vermutlich kommen in den nächsten Tagen auch nochmal die Quartalszahlen, dann sind wir ja nach drei Quartalen. Aber Porsche wird in diesem Jahr so bei 245.000. Einheiten landen. die große Frage ist, ist das schon die Bodenbildung oder geht es im nächsten Jahr, wenn dann im nächsten Jahr noch mal weiter runter, weil, wie du vorher auch gesagt hast, die Produkte eben noch nicht da sind, die eigentlich wieder für Wachstum sorgen könnten und weil China natürlich weiter komplett abschmiert. Also da ist keine Wende in Sicht. Das haben sie auch gestern noch mal klar gemacht. Und da rechnet Porsche inzwischen ultra konservativ. Also das fand ich auch interessant. China stand mal für über ein Drittel des Absatzes bei Porsche. Und in Zukunft gehen sie davon aus, dass China unter 10 Prozent fällt. Wenn man da jetzt die 250.000 annimmt, die ja schon eigentlich ganz ordentlich noch sind, dann reden wir da von 25.000 Fahrzeugen. Das ist im Prinzip ein Einzelmarkt wie jeder andere auch. Also China, die Bedeutung von China, die ist für Porsche komplett weg. Und sagen wir mal deswegen.
speaker-0: und nichts hat, wirklich, haben keine Löhne.
speaker-1: Porsche nix hat für China, aber auch die ganzen BMW und Mercedes geht es ja nicht anders, weil die Strukturen dort inzwischen so sind, dass du, glaub, als westlicher Luxushersteller einfach keine Chance mehr hast. Die Autos, die dort auf den Markt kommen und auch nicht schlechter sind und die vor allem eben elektrisch angetrieben sind, die kosten nun mal ein Drittel von einem Cayenne. Also den haben sie da ja im April da vorgestellt. Ja, das ist ein tolles Auto, der Electro Cayenne, aber da stehen halt so Kisten dutzendweise rum und die kosten dann wirklich, die kosten ein Drittel oder noch weniger. Und dann weiß man, dass da eigentlich im Moment nichts mehr zu holen ist. Die neuen Elftraditionen, kennen die nicht, die wissen da gar nichts damit zu anzufangen. Das muss man ihnen beibringen. Also war auch interessant, da ging es am Rande drum. dass China sich irgendwann öffnet für ältere Autos. Die Oldtimer, zum Beispiel diese Historie von Porsche, die ist da gar nicht bekannt, weil die Einfuhr von Oldtimern Prinzip verboten ist. Und da soll es wohl eine Lockerung geben. Das wäre natürlich auch eine Chance für Porsche, Heritage, also woher man eigentlich kommt, mal in China bekannter zu machen. Und auf diese Weise vielleicht auch wieder eine Chance zu haben, gerade eben vielleicht diese Top-End-Verbrenner dort auch verstärkt verkaufen zu können, weil mit Elektro und Masse hast du da keine Chance mehr.
speaker-0: Also wo Leiters auch mit Marge machen wird wollen, ist das Editionsgeschäft, was er ja auch bei Ferrari sehr mit den Limited Editions, die man immer am Anfang macht, es ja der elektrische Ferrari, der zwar überall verrissen worden ist, aber die ersten 50 gehen natürlich mit Sonderausstattung für immense Margen erstmal weg. Ich glaube, dass Michael Leiters diese Strategie mit gebracht hat zu Porsche und das dort auch für den 911, wo ja glaube ich auch die Varianten steigen statt sinken beim 911, dass er das schon machen wird, was helfen wird. Ab wie viel man gut profitabel ist und wie es dann exponentiell nach oben geht, das werden wir sehen. Hat er noch was gesagt zur Markenidentität, zum Charakter von Porsche? Du hast es eingangs nämlich gesagt. Michael Leiters ist auch ein Engineering Guy, Echter, der die Emotionen mitbringen und mitspielen, dass alles wieder nach Racing und Le Mans und dementsprechend sich anfühlt.
speaker-1: Das denke ich schon. Es wurde immer wieder von der Brand, der Marke als das größte Gut gesprochen. Auch der Vertriebschef, Matthias Becker, hat da auch immer wieder drauf abgehoben, das ist das größte Asset, das sie haben und das will man wieder stärker in den Fokus rücken. Auch die Kunden, ja, wieder stärker auf die Kunden hören. Man muss ja sagen, da gab es in den letzten Jahren schon auch immer wieder heftige Kritik eigentlich an dem Kurs von Porsche, an diesem Elektro-Kurs, den ja Blume damals ausgerufen hatte, wo man sich vorgenommen hatte, da eigentlich Vorreiter zu sein, was die Elektrifizierung angeht. Und da muss man schon sagen, da haben sie eigentlich nicht so richtig auf die Kunden gehört. Weil wenn man die gefragt hätte, dann hat man eigentlich schnell rausgefunden, dass die das alle gar nicht wollen, sondern dass die eben immer noch ihren röhrenden Verbrenner wollen. Und gerade beim neuen Elfer sowieso. Da wurde gestern auch noch mal darauf hingewiesen, der neuen Elf wird nicht elektrisch werden. Ja, also der bleibt so. Und insgesamt muss man auch sagen, schon dieser Fokus auch auf Verbrenner. Sie haben sogar mal das Verhältnis bekannt gegeben, wo das hingehen soll. Da war die Rede von zwei zu eins. Das heißt, Verbrenner bleiben in der Mehrzahl und Elektro wird künftig schon ... Es wurde natürlich betont, dass Elektro auch wichtig ist und dass der Pfad auch zur Dekarbonisierung hier jetzt nicht wieder einkassiert wird. Aber man lässt sich davon jetzt nicht mehr so leiten und sagt, die Verbrenner, das ist unser Weg und hier Leute wollen das und wir können nicht mehr am Kunden vorbei das machen. sondern wir müssen auf die hören und dann nehmen wir auch einen Kauf, dass wir da mit Pooling ordentlich Geld zahlen müssen, dann vielleicht noch Strafzahlungen zu vermeiden. Aber wie hat Leiters gesagt, das ist quasi günstiger, als wenn wir Autos nicht verkaufen.
speaker-0: ist auch eigentlich naheliegend, dass man sich am Kunden orientiert. Letzte Frage Michael, neue Strategie haben wir jetzt kurz durchgesprochen. Wird es funktionieren oder wird es nicht funktionieren? Ganz einfache Frage zum Abschluss.
speaker-1: Ja, ist schwer zu sagen. Ich fand die schon sehr überzeugend, auch sehr logisch, wie das alles hergeleitet ist. Beeindruckend ist wirklich die Kostenarbeit, was da schon geleistet wurde. Da können sich viele andere ein Vorbild dran nehmen. Da hat Porsche recht schnell reagiert. Sie haben lange gebraucht, ihren kompletten Kurs zu korrigieren. Das muss man auch sagen. Das haben auch Analysten gestern noch mal so ein bisschen betont. Man hat da lange gewartet, bis man dann den Schwenk vollzogen hat. Der kommt jetzt und der ist in sich schlüssig. Ich sage immer, wir hatten es vorher schon ein bisschen. Also man muss halt abwarten, ob es in der Gänse so funktioniert. meine, wenn man auf Mercedes guckt, natürlich sind das andere Voraussetzungen. Aber Mercedes hat diese Hörpositionierung ja auch schon versucht, diese Luxusstrategie. Und natürlich ist da auch ein Fokus auf die Top-End-Fahrzeuge, also die Maybachs, die AMGs, die G-Klasse, in den... in den Sonderausstattungen natürlich auch wahnsinnige Margen haben. Aber man muss, wenn man jetzt auf Mercedes schaut, auch sehen, dass da die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Also man hat eigentlich im Top-End-Bereich Anteile verloren jetzt wieder bei den aktuellen Absatzzahlen. Und das ist halt die Frage. Also gibt es wirklich diese Käuferschaft, diese globale, die dann die dann wirklich auch bereit ist, so einen Supersportwagen in den gewünschten Stückzahlen abzunehmen bei Porsche, lässt sich diese diese Individualisierung und lassen sich diese Sondereditionen, du hattest es genannt, Limited Editions. Das geht ja bis hin in diese Kooperation mit Muntai, also diese diese Racing Autos, die man da jetzt noch mal stärker machen will. Also ist es Ist das unendlich oder gibt es da eben auch eine Begrenzung? Und ich finde jetzt gerade so, wenn man sich insgesamt die wirtschaftliche Lage anguckt, ja, also man könnte auch zu dem Schluss kommen, dass man sagt, sind schon optimistische Annahmen. Ob die letztlich so eintreffen, wird man abwarten müssen. Aber ich denke, der Richtung her, von dem, was Porsche eigentlich ausmacht, ist es natürlich schon die richtige Stoßrichtung da. Also es ist einfach, finde ich, stärker zu den Wurzeln zurück und sich einfach wieder auf das besinnen, woher man kommt. Und das ist also schon ganz sicher die richtige Strategie.
speaker-0: die Porsche-Fangemeinde zu bedienen und die gibt es und das haben andere Autohersteller nicht so wie Porsche. Deswegen ist schon was Besonderes. Also es wird sehr, sehr spannend. Ich hoffe meine Stimme hat halbwegs gehalten mit der Erkältung. Michael Leiters, der CEO von Porsche, wird seine Strategie auch einmal öffentlich auf der Bühne vorstellen. diesem Jahr noch, nämlich auf dem Automobilwochenkongress. Er ist dran am 11. November, am Vormittag. Michael, du darfst es moderieren mit Michael Leiters zusammen. Ich bin ein bisschen neidisch, aber ich davor Ola Kelenius und danach auch noch ein paar sportliche Kollegen auf der Bühne. Aber ich freue mich sehr darauf, dass Michael Leiters kommt und nochmal dezidiert und tiefergehend alles erklären möchte. Ich denke, das geht jeden an und ich bin mir sicher, dass wir auch ein volles Haus haben werden auf dem Kongress. Das war es für diese Woche. Nächste Woche melden wir uns aus Paris vom Pariser Autosalon. Also ich habe es geschafft, diesmal schon vor der Messe erkältet zu sein. Normalerweise ist man immer nach der Messe erkältet. Wir berichten in diesem Podcast vom Pariser Autosalon und ich sage merci, Michael, à la prochaine.
speaker-1: Vielen Dank, hat mir immer Spaß gemacht.